Chronik 11.1870

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DIE EREIGNISSE IM NOVEMBER 1870



Die deutschen Staaten gründen den Deutscher Bund

Die französische Garnison von Paris unternimmt einen erfolglosen Ausbruch aus der belagerten Stadt

Das U.S. Weather Bureau gibt die erste offizielle Wettervorhersage heraus


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Preußische Artillerie während der Belagerung von Paris
Die wichtigsten Persönlichkeiten des Monats
(nach Geburtsjahr geordnet)
Jahres-Chroniken
Länderchroniken
Die wichtigsten Herrscher und Regierenden des Monats
Nation Name Regierungszeit
Großbritannien.png
Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland
Königin Victoria
Premierminister William Ewart Gladstone
20.06.1837-22.01.1901
03.12.1868-20.02.1874
Vatikan 1870-1929.png
Kirchenstaat
Papst Pius IX.
Kardinalstaatssekretär Iacobus Cardinale Antonelli
16.06.1846-07.02.1878
12.04.1850-06.11.1876
(secundum mandatum)
Österreich-Ungarn.png
Österreichisch-Ungarische Monarchie
Kaiser Franz Joseph I.
Präsident des Ministerrates Alfred II. Józef Marian Graf Potocki von Pilawa
02.12.1848-21.11.1916
12.04.1870-06.02.1871
Russland 1858-1883.png
Russisches Kaiserreich
Zar Alexander II. "Osvoboditeli" ("der Befreier")
Vorsitzender des Ministerrates Pawel Pawlowitsch Gagarin
02.03.1855-13.03.1881
02.03.1864-04.03.1872
Deutsches Reich.png
Norddeutscher Bund
Präsident König Wilhelm I. von Preußen
Ministerpräsident Otto Graf von Bismarck
02.01.1861-09.03.1888
23.09.1862-01.01.1873
USA 1867-1877.png
Vereinigte Staaten von Amerika
Präsident Ulysses Simpson Grant
Vizepräsident Schuyler Colfax
04.03.1869-04.03.1877
04.03.1869-04.03.1873
Frankreich.png
Französische Republik
Präsident der Regierung der Nationalen Verteidigung Louis Jules Trochu
04.09.1870-13.02.1871
Ereignis
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Chronik Januar 1870 / Februar 1870 / März 1870 / April 1870 / Mai 1870 / Juni 1870 / Juli 1870 / August 1870 / September 1870 / Oktober 1870 / November 1870 / Dezember 1870
Fortlaufende Ereignisse
  • Besetzung Paraguays durch Argentinien und Brasilien (seit 01.01.1869)
  • Krieg zwischen Frankreich und den Staaten des Norddeutschen Bundes sowie Baden, Württemberg, Hessen und Bayern (seit 19.07.1870)* Deutsche Belagerung von Phalsbourg (Pfalzburg) (seit 12. August 1870)
  • Deutsche Belagerung von Diedenhofen (Thionville) (seit 24. August 1870)
  • Deutsche Belagerung von Verdun (Verden) (seit 7. September 1870)
  • Deutsche Belagerung von Paris (seit 19. September 1870)
  • Deutsche Belagerung von Neu Breisach (Neuf-Brisach) im Elsass (seit 7. Oktober 1870)
01.11.1870
Japan 1868-1889.png
Kaiserreich Großjapan

In Japan wird der Yen als neue Währung eingeführt. Das Wort „En“ ist chinesischen Ursprungs und bedeutet wörtlich übersetzt „runder Gegenstand.“ Bis zum kommenden Jahr wird das alte, seit der Edo-Zeit (Beginn 1603) gültige Währungssystem noch parallel in Kraft bleiben. Mit der im nächsten Jahr beabsichtigten Währungsreform wird auch in Japan das Dezimalsystem eingeführt werden.

Brasilien 1822-1889.png
Kaiserreich Brasilien

In Rio de Janeiro wird ein "Republikanischer Klub" eröffnet.

Italien 1861-1946.png Vatikan 1870-1929.png
Königreich Italien / Kirchenstaat

Papst Pius IX. protestiert in der Enzyklika Respicientes gegen die Einnahme Roms durch italienische Truppen und verhängt über Urheber und Teilnehmer die sofortige Exkommunikation.

USA 1867-1877.png
Vereinigte Staaten von Amerika

Das am 9. Februar neu geschaffene U.S. Weather Bureau macht seine erste offizielle meteorologische Prognose: „Starke Winde in Chicago und Milwaukee … und entlang der Seen.“

03.11.1870
Deutsches Reich.png Preußen 1863-1922.png Frankreich.png
Norddeutscher Bund / Königreich Preußen / Französische Republik

Preußische Truppen beginnen die Einschließung von Belfort.

06.11.1870
Deutsches Reich.png Preußen 1863-1922.png Frankreich.png
Norddeutscher Bund / Königreich Preußen / Französische Republik

Preußische Truppen stürmen die Stadt Reims und nehmen sie ein.

07.11.1870
Deutsches Reich.png Preußen 1863-1922.png Frankreich.png
Norddeutscher Bund / Königreich Preußen / Französische Republik

Preußische Truppen beginnen die Einschließung von Belfort. In Saint-Laurent-des-Bois im Département Loir-et-Cher in der Zentralregion finden Kämpfe zwischen deutschen und französischen Einheiten statt.

08.11.1870
Deutsches Reich.png Preußen 1863-1922.png Baden 1862-1871.png Hessen 1839-1903.png 70px Württemberg 1816-1945.png
Norddeutscher Bund / Königreich Preußen / Königreich Bayern / Königreich Württemberg / Großherzogtum Hessen / Großherzogtum Baden

Das Königreich Württemberg sowie die Großherzogtümer Baden und Hessen schließen mit dem Königreich Bayern Zustimmungsverträge über die zwischen Württemberg, Baden, Hessen und dem Norddeutschen Bund beziehungsweise Bayern und dem Norddeutschen Bund geschlossenen Verträge. Die Novemberverträge bedürfen der Zustimmung der Volksvertretungen des Norddeutschen Bundes als auch der Volksvertretungen, da sie mit dem Deutschen Bund (der Name wird später geändert werden) einen neuen Staat schaffen und die bestehende Norddeutsche Bundesversammlung abzuändern.

Deutsches Reich.png Preußen 1863-1922.png Frankreich.png
Norddeutscher Bund / Königreich Preußen / Französische Republik
  • Fünf Tage nach dem Beginn der Einschließung Belforts beginnen die deutschen Truppen mit der Belagerung der Stadt.
  • Ende der zweimonatigen Belagerung von Verdun durch deutsche Truppen.
09.11.1870
Deutsches Reich.png Preußen 1863-1922.png 70px Frankreich.png
Der bayerische General Ludwig von der Tann-Rathsamhausen
Der französische General Louis d'Aurelle de Paladines
Norddeutscher Bund / Königreich Preußen / Königreich Bayern / Französische Republik

Bei Coulmiers im Kanton Meute-sur-Loire Arrondissement Orléans, Département Loiret, findet ein Gefecht zwischen einem bayerischen Korps und französischen Einheiten statt. Während der Belagerung von Paris war es bisher Aufgabe der Armeeabteilung unter General Ludwig von der Tann-Rathsamhausen, die Belagerungstruppen gegen die neu aufgestellte Loirearmee abzusichern. Die Armeeabteilung besteht aus dem 1. Bayerischen Korps, der 22. Division und einigen Kavallerieeinheiten, nämlich der 2., 4. und 6. Kavallerie-Division. Nach dem bayerischen Sieg im Gefecht bei Artenay zogen sich die Franzosen zurück und die bayerischen Truppen konnten am 11. Oktober Orléans einnehmen. Vorhuten stießen bis weit über die Loire vor. Die 22. Division und die 4. Kavalleriedivision unter Friedrich Wilhelm Ludwig von Wittich wurden aber wieder nach Paris zur Unterstützung der Belagerungstruppen abgezogen und nahmen dabei am 18. Oktober Châteaudun und am 21. Oktober Chartres ein. General von der Tann standen in Orléans nicht mehr als 26.000 Mann zur Verfügung. Den in und um Orléans stehenden deutschen Truppen standen an der Loire die neu zusammengezogenen Verbände der Loirearmee gegenüber. Diese erhielten ununterbrochen Zulauf von Kriegsfreiwilligen und waren bis Ende Oktober 1870 auf bis zu 200.000 Mann angewachsen. Probleme ergaben sich für die Franzosen aber aus der mangelnden Ausbildung der Freiwilligen und dem großen Mangel an Unteroffizieren und Offizieren. Die Ausbildung der Soldaten wurde jedoch mit großem Nachdruck vorangetrieben. Waffen und Ausrüstung standen in dieser Phase des Krieges noch in größerem Umfang zur Verfügung. General d´Aurelle de Paladines hatte Anfang November 1870 etwa 70.000 einsatzbereite Soldaten zur Verfügung und unternahm mit diesen einen Vorstoß in Richtung Paris. Diese Einheiten wurden aber bereits am 7. November von deutscher Kavallerie bemerkt und entsprechende Maßnahmen ergriffen. Orléans wurde in der Nacht vom 8. auf den 9. November geräumt und der größte Teil der Truppen (etwa 23.000 Mann) zog sich in den Raum Coulmiers zurück, wo es nun zur Schlacht kommt. Die bayerischen Truppen stellen sich vom Ort St. Peravy entlang der Straße nach Châteaudun über Coulmiers bis nach La Renardiere auf. Die Franzosen greifen am frühen Vormittag aus Richtung Süd-West an und haben mit ihrem rechten Flügel ersten Kontakt mit dem Gegner. Unmittelbar nach den ersten Gefechten machen große Teile der französische Armee einen Schwenk und greifen im Zentrum und auf dem Flügel an. Bedingt durch eine recht weit aufgefächerte Marschformation dauert es jedoch einige Zeit, bis alle Einheiten in den Kampf eingreifen können. Trotz der zahlenmäßigen Überlegenheit können die Franzosen die Bayern nicht aus ihren Stellungen vertreiben. Die französische Kavallerie unter dem Befehl von Reyau steht zu weit im Westen, sodass eine mögliche Umfassung des rechten Flügels der Bayern lange unterbleibt. Als es der französischen Infanterie endlich gelingt, Coulmiers zu stürmen und damit auch den rechten Flügel zu umfassen, muss sich von der Tann zurückziehen. Jetzt beginnt bereits die Dämmerung und der Rückzug gelingt ohne Verfolgung. Die Bayern gehen geordnet bis über Saint-Pévary-la-Colombe auf Toury zurück. Zur Vereinigung mit weiteren deutschen Verbänden erfolgt dann der weitere Rückzug nach Angerville. Die noch in Orléans zurückgebliebene Garnison mit einer Gesamtstärke von etwa 2500 Mann muss sich ebenfalls zurückziehen, dabei ist es nicht mehr möglich, die Kranken und Verwundeten mitzuführen. Dies führt zur hohen Zahl von Gefangenen, etwa 800 bis 1000 Mann. Auch fallen den Franzosen ein Munitionstrupp mit zwei Geschützen in die Hände. Die Franzosen unterlassen die Verfolgung durch die Kavallerie ebenso wie einen weiteren Vormarsch auf Paris. Insgesamt betragen die Verluste bei dieser Schlacht auf bayerischer Seite 1112 Soldaten und 54 Offiziere, auf französischer Seite insgesamt 1500 Mann..

  • Im Zuge der Belagerung von Belfort durch preußische Truppen werden nach zweimonatiger Belagerung die Stadt Verdun sowie das Schloss Montbéliard erobert.
10.11.1870
Deutsches Reich.png Preußen 1863-1922.png Frankreich.png
Norddeutscher Bund / Königreich Preußen / Französische Republik

Die französischen Truppen in Neu-Breisach Breisach (frz. Neuf-Brisach) im Arrondissement Colmar im Départment Haut-Rhin in der Region Elsassund das Fort Mortier kapitulieren nach neuntägigem Beschuss durch deutsche Bündnistruppen. Neu-Breisach wurde seit 7. Oktober belagert.

12.11.1870
Russland 1858-1883.png
Russisches Kaiserreich

Zar Alexander II. erklärt die „Schwarzmeerklausel“ des Friedensvertrages von Paris von 1856, der den Krimkrieg beendet hatte, für nichtig. Sie sah die Neutralisierung des Schwarzen Meeres vor und verbot die Stationierung russischer Kriegsschiffe in den Gewässern. Bismarck unterstützt die Haltung des Zaren, der ihm im Gegenzug freie Hand im Deutsch-Französischen Krieg zusicherte.

Deutsches Reich.png Preußen 1863-1922.png Mecklenburg.png 70px Frankreich.png
Norddeutscher Bund / Königreich Preußen / Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin / Königreich Bayern / Französische Republik

In Angerville treffen sich das bayerische Korps mit der vor einiger Zeit abgezogenen 22. Division sowie weiteren Einheiten, die nach der Kapitulation von Metz frei wurden. Die neu gebildete Armeeabteilung steht jetzt unter dem Oberbefehl von Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin. Diese neu gebildete Einheit hatte eine Gesamtstärke von über 65.000 Mann mit 232 Geschützen. General Louis d'Aurelle de Paladines weigert sich, weiter auf Paris vorzugehen, bevor nicht die Ausbildung seiner Truppen abgeschlossen ist.

15.11.1870
Griechenland 1822-1924.png
Königreich Griechenland

In Athen finden die zweiten Olympien statt, diesmal im Panathinaikon-Stadion, das ein Jahr zuvor im Auftrag der griechischen Regierung vom deutschen Archäologen und Bauforscher Ernst Ziller ausgegraben worden ist und das Anastasios Metaxas für die Spiele provisorisch hergerichtet hat.

Deutschland.png Deutsches Reich.png Preußen 1863-1922.png Baden 1862-1871.png Hessen 1839-1903.png 70px Württemberg 1816-1945.png 70px
Deutscher Bund / Norddeutscher Bund / Königreich Preußen / Großherzogtum Baden / Großherzogtum Hessen / Königreich Bayern / Königreich Württemberg / Österreichisch-Ungarische Monarchie

Vertreter des Norddeutschen Bundes auf der einen und der Großherzogtümer Baden und Hessen auf der anderen Seite unterzeichnen einen Vertrag, der mit den Worten "Verfassung des Deutschen Bundes" überschrieben ist. Bis auf die Verabredung von einigen Übergangsregeln, zum Beispiel werden die Steuereinnahmen für das Heer bis zum 31. Dezember 1871 noch in die Kassen von Baden und Hessen direkt fließen, erkennen die beiden Staaten mit ihrer Unterschrift die Norddeutsche Bundesverfassung bei einem Beitritt unverändert an. Der Vertrag besagt, dass bei einem zukünftigen Beitritt der beiden Länder der Name Norddeutscher Bund in "Deutscher Bund" geändert wird; allerdings stehen die Ratifizierungen der Vertragspartner noch aus. Bayern, Württemberg und Österreich können sich noch nicht zu einem Beitritt entschließen, da sie mehr föderale Elemente in der Verfassung stärker betont haben möchten; hier sichert Preußen Vorschläge zur Nachbesserung zu.

Deutschland.png Preußen 1863-1922.png 70px Frankreich.png
Deutscher Bund / Königreich Preußen / Königreich Bayern / Französische Republik

Deutsche Truppen beginnen mit der Belagerung von La Fère im Département Aisne in der Region Picardie im Norden Frankreichs.

16.11.1870
Spanien 1785-1873.png Italien 1861-1946.png
Königreich Spanien / Königreich Italien

Nach dem Sturz der spanischen Bourbonen unter Königin Isabel II de España, wird Amedeo Ferdinando Maria di Savoia von der Cortes Generales zum König gewählt. Amedeo, der die Krone als Amadeo I. de España annehmen wird, ist der zweite Sohn des italienischen Königs Vittorio Emanuele II. (Viktor Emanuel II.) aus dem Hause Savoyen. Bis zum Eintreffen des neuen Königs in Spanien ist Ministerpräsident Francisco Serrano y Domínguez der Regent von Spanien.

17.11.1870
Deutschland.png Frankreich.png
Deutscher Bund / Französische Republik

Bei Dreux im Département Eure-et-Loir, etwa 90 Kilometer westlich von Paris, findet ein Gefecht zwischen deutschen und französischen Einheiten statt.

19.11.1870
Deutschland.png Frankreich.png
Deutscher Bund / Französische Republik

Châtillon-sur-Seine im Département Côte d’Or am oberen Lauf der Seine im Arrondissement Montbard in Burgund wird von deutschen Militäreinheiten überfallen.

Großbritannien.png

Fußball.png
Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland

Die britische "Football Association" (FA) veranstaltet auf dem Oval in London das zweite „internationale“ Football-(Fußball-)Spiel, das erneut zwischen England und Schottland ausgetragen wird. Das schottische Team besteht erneut ausschließlich aus Spielern, die in London ansässig und mit den Regeln der Football Association (FA) vertraut sind. Während das erste Spiel am 5. März noch 1:1 unentschieden ausging, wird England dieses Mal mit 1:0 der Sieger des ersten ausgetragenen Fußball-"Länderspiels". Rund um den Platz verfolgen 650 Zuschauer das Spiel.

21.11.1870
Österreich-Ungarn.png
Österreichisch-Ungarische Monarchie

Da die österreich-ungarische Nationalitätenfrage immer noch nicht entschieden ist, gibt Ministerpräsident Alfred Józef Potocki seinen Rücktrittswunsch bekannt, dem allerdings nicht entsprochen wird.

Deutschland.png Frankreich.png
Deutscher Bund / Französische Republik

Bei der französischen Kommune La Madeleine-Bouvet im Département Orne im Arrondissement Mortagne-au-Perche in der Region Basse-Normandie findet ein Gefecht zwischen deutschen und französischen Einheiten statt.

22.11.1870
Deutschland.png Frankreich.png
Deutscher Bund / Französische Republik

Bei Bellême im Département Orne im Arrondissement Mortagne-au-Perche in der Region Basse-Normandie findet ein Gefecht zwischen deutschen und französischen Einheiten statt.

23.11.1870
Deutschland.png 70px
Deutscher Bund / Königreich Bayern

Nachdem der Norddeutsche Bund seinen Entwurf für eine neue Verfassung im Falle einer Erweiterung hinsichtlich der Verbesserung föderaler Elemente geändert hat, tritt das Königreich Bayern dem Vertrag zwischen dem Norddeutschen Bund, Baden und Hessen in Berlin bei, nachdem es Sonderrechte ausgehandelt hat. Die sogenannten "Novemberverträge" gestatten Bayern unter anderem ein eigenes Heer, eigenes Postwesen und eigene Eisenbahnen. Württemberg und Österreich schließen sich dem Vertrag nicht an. Der 1. Artikel des Vertrages lautet: „Die Staaten des Norddeutschen Bundes und das Königreich Bayern schließen einen ewigen Bund, welchem das Großherzogthum Baden und das Großherzogthum Hessen für dessen südlich vom Main belegenes Staatsgebiet schon beigetreten sind und zu welchem der Beitritt des Königreichs Württemberg in Aussicht steht. Dieser Bund heißt der Deutsche Bund.“ Im weiteren legt der Vertrag aber keinen neuen Verfassungstext vor und verweist auch nicht auf den Text aus dem badisch-hessischen Vertrag. Vielmehr bestimmt der Vertrag die norddeutsche Bundesverfassung als Grundlage und beschreibt dann die vorzunehmenden Verfassungsänderungen. Die 26 zu ändernden Paragraphen entsprechen inhaltlich aber fast alle dem Text aus dem badisch-hessischen Vertrag. Hinzu kommen unter anderem Reservatrechte für Bayern. Der Vertrag macht den Anschein, als wenn Bayern mit dem Norddeutschen Bund, ohne die übrigen Staaten, eine Gesamtrevision der Verfassung vorgenommen hat. Damit gönnt der Kanzler des ehemaligen Norddeutschen Bundes, Graf Otto von Bismarck, es Bayern, sich ein letztes Mal als süddeutsche Führungsmacht darzustellen.

24.11.1870
Deutschland.png
Deutscher Bund

Der Reichstag des Deutschen Bundes tritt in Berlin zusammen.

Deutschland.png Frankreich.png
Deutscher Bund / Französische Republik
  • Bei Quesnel, Ladon und Maizières im Departement Meurthe-et-Moselle in der Nähe von Nancy in Lothringen findet ein weiteres Gefecht zwischen deutschen und französischen Einheiten statt.
  • Ende der Belagerung von Diedenhofen (Thionville), die von den preußischen Truppen stark beschädigt wurde. Es werden Verhandlungen über eine Kapitulation aufgenommen.
25.11.1870
Deutschland.png Württemberg 1816-1945.png
Deutscher Bund / Königreich Württemberg

Das Königreich Württemberg folgt Baden, Hessen und Bayern und unterzeichnet einen Vertrag mit dem Deutschen Bund. Dieser ist - wie auch der Vertrag, den der Bund mit Baden und Hessen schloss - wiederum ein eigentlicher Beitrittsvertrag, in dem sich Württemberg der Verfassung aus dem badisch-hessischen Vertrag ausdrücklich anschließt. Zudem regelt der Vertrag die Folgen für Württemberg, wie die Anzahl der württembergischen Bundesratsstimmen und die Sonderregelung für Post und Telegraphie, wie sie auch Bayern genießt. Damit werden alle deutschen Staaten bis auf Luxemburg und Österreich Mitglied eines neuen Deutschen Bundes, der nach Ratifizierung durch die Länderparlamente am 1. Januar 1871 in Kraft treten soll. Die Novemberverträge bereiten die sogenannte Reichsgründung vor, indem die Beitrittsbedingungen der Südstaaten geregelt werden. Dabei ändert sich das politische System kaum. Von bleibender Bedeutung werden die Sonderregeln für einige Südstaaten, die sogenannten Reservatrechte sein. Württemberg und Bayern dürfen eigene Verbrauchssteuern und Eisenbahntarife erheben und erhalten Sonderrechte im Post- und Telegrafenwesen. Alle drei Staaten dürfen weiterhin eigene Armeen unterhalten.

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Deutscher Bund / Französische Republik
  • Die Festung von Diedenhofen (Thionville) kapituliert. Über 4000 Franzosen geraten in deutsche Gefangenschaft.
  • Bei Brou, Ha-les-Bains und Corcelles les Monts im Département Vosges und im Département Côte-d’Or in Lothringen finden weitere Kämpfe zwischen deutschen und französischen Einheiten statt.
26.11.1870
Deutschland.png Frankreich.png
Deutscher Bund / Französische Republik
  • Die 1. Reservedivision des Deutschen Bundes trifft am Belagerungsring von Belfort ein, um die dortigen Einheiten zu unterstützen.
  • Bei Thezy im Arrondissement Amiens im Département Somme finden Kämpfe zwischen deutschen und französischen Truppen statt.
  • Bei Dijon und Prénois im Département Côte d’Or in Burgund finden weitere Kämpfe zwischen deutschen und französischen Truppen statt.
27.11.1870
Deutschland.png Frankreich.png
Deutscher Bund / Französische Republik
  • Ende der Belagerung von La Fère im Département Aisne in der Region Picardie im Norden Frankreichs.
  • Beginn einer Schlacht bei Amiens im Département Somme zwischen deutschen und französischen Einheiten.
  • Gefecht bei Pâques im Kanton Bellême im Arrondissement Mortagne-au-Perche im Département Orne in der Region Basse-Normandie zwischen deutschen und französischen Einheiten.
Deutschland.png Preußen 1863-1922.png 70px
Deutscher Bund / Königreich Preußen / Königreich Bayern

Der preußische Ministerpräsident und Kanzler des ehemaligen Norddeutschen Bundes Graf Otto von Bismarck formuliert für Bayerns König Ludwig II. den Kaiserbrief, welcher Preußens König Wilhelm I. als deutschen Kaiser vorschlägt.

28.11.1870
Deutschland.png Preußen 1863-1922.png Frankreich.png
Der deutsche General August Karl von Goeben
Der französische General Jean Joseph Farre
Deutscher Bund / Königreich Preußen / Französische Republik

Bei Amiens im Département Somme findet eine Schlacht zwischen der französischen Nordarmee und dem deutschen VIII. Armee-Korps statt. Die nach dem Fall von Metz frei gewordene erste Armee (VIII. und Teile des I. Korps) unter General Edwin von Manteuffel wurde zur Sicherung der Belagerung von Paris gegen die Französische Nordarmee in den Raum nördlich von Paris verlegt. Seit dem 24. November finden außerhalb von Amiens an der Somme nördlich von Paris Kämpfe zwischen deutschen und französischen Verbänden statt. Nach mehreren kleineren Treffen von Aufklärungseinheiten begannen größere Kämpfe am 27. November in der Nähe der Ortschaft Villers-Bretonneux, östlich von Amiens. Hier bekämpften sich die neu aufgestellte französische Nordarmee unter General Jean Joseph Farre und die Truppen des VIII. Korps unter General August Karl von Goeben. Insgesamt verfügen die Franzosen über 17.500 Mann reguläre Soldaten mit 50 Geschützen sowie etwa 8000 Mobilgardisten mit zwölf Geschützen. Die Deutschen sind mit etwa 30.000 Mann nach Zahl, Ausrüstung und Ausbildung überlegen und können die Franzosen zurückdrängen. Ein entscheidender Sieg gelingt jedoch nicht, da sich die Franzosen mit Ausnahme der Festungsbesatzung von Amiens absetzen und in den Schutz der Festung Arras zurückziehen können; eine weitere Verfolgung erfolgt nicht. Die französischen Verluste betragen 1.383 Gefallene und Verwundete, etwa 800 Mann werden gefangen genommen. Die Preußen verlieren 1216 Soldaten und 76 Offiziere.

General Konstantin Bernhard von Voigts-Rhetz
Bei Beaune-la-Rolande findet eine zweite Schlacht zwischen preußischen und französischen Verbänden statt, und zwar zwischen dem XX. Korps unter Jean-Constant Crouzat sowie dem XVIII. Korps unter Jean-Baptiste Billot der französischen Loirearmee und dem deutschen X. Armee-Korps. Der rechte Flügel der Loirearmee mit dem XX. und XVIII. Korps verfügt über 60.000 Mann und 138 Geschütze und hat den Auftrag, die Belagerung von Paris zu entsetzen. Allerdings ist ein großer Teil dieser Angehörigen dieses Korps erst vor kurzen eingezogen wurde oder hat sich freiwillig zum Kampf gemeldet. Die Loirearmee leidet, wie alle anderen nach Sedan aufgestellten neuen Großverbände, unter einem Mangel an erfahrenen Soldaten, gerade im Bereich der Offiziere und Unteroffiziere. Durch die am 24. November erfolgten Treffen bei Ladon und Maizières sind die Deutschen von dem französischen Aufmarsch informiert. Das X. Armee-Korps unter dem Seesener General Konstantin Bernhard von Voigts-Rhetz, bestehend aus Hannoverschen Truppen, verschanzt daraufhin seine Positionen bei Beaune-la-Rolande. Insbesondere die Stadt selbst wird, soweit möglich, zur Verteidigung vorbereitet. Die weitere Aufstellung der Flügel lehnt sich jeweils an die Stadt an. Voigts-Rhetz hat drei Brigaden mit 11.000 Mann und 70 Geschützen zur Verfügung. Die französischen Angriffe beginnen morgens ab 0800 Uhr, es kommen aber nicht sofort alle Einheiten zum Angriff, insbesondere die Einheiten des XVIII. Korps kommen erst mit einiger Verspätung. Die Stadt Beaune-la-Rolande wird dabei von der 38. Infanteriebrigade unter Generalmajor von Wedell verteidigt, auch nachdem der Ort durch Artillerie in Brand geschossen wird. Trotz der gegnerischen Übermacht gelingt es dem X. Korps, sich zu behaupten, da die Franzosen nicht zu gleicher Zeit ihre ganze Streitkraft entwickeln. Das X. Korps ist bereits erschöpft und die vorhandene Munition nahezu aufgebraucht, als um 1600 Uhr das III. Korps zur Unterstützung eingreift. Die 1. preußische Kavalleriedivision unter General Jakob von Hartmann und 4 Bataillone von der 5. Infanteriedivision (von Stülpnagel) greifen den linken französischen Flügel an. Die 5. Division geht hier gegen einen ausdrücklichen Befehl zum Halten einer rückwärtigen Stellung vor. Ein Durchbruch ist aber auch diesen Verstärkungen nicht sofort möglich, so dass sich die Kämpfe bis zum Einbruch der Nacht hinziehen. Da die Franzosen in allen Abschnitten nicht vorankamen, an einigen Bereichen sogar zurückgedrängt wurden, befieht General Jean-Constant Crouzat den Rückzug in den Wald von Orléans. Die erst vor kurzem aufgestellten Einheiten des 20. und 18. Korps sind bei den Kämpfen stark durcheinander geraten. Auf die bloße Vermutung hin, dass die Preußen bald geschlagen sein könnten, will er seine Einheiten nicht riskieren. Die Preußen gehen sofort zur Verfolgung über und können weitere Erfolge erzielen. Obwohl der Kampf über mehr als 10 Stunden geführt wird, bleiben die im 25 Kilometer entfernten Raum Artenay stehenden weiteren französischen Verbände untätig und ermöglichen es daher den Preußen, die zahlenmäßig weit überlegenen Franzosen nacheinander zu schlagen. Der geplante Vormarsch auf Paris ist nach dieser Schlacht für die Franzosen nicht mehr möglich. Die rechte Flanke der Franzosen ist geschlagen und bis zur neuen Sammlung nicht mehr einsetzbar. Dort befinden sich jetzt stattdessen Preußische Verbände, über deren Stärke das Armeekommando keine genaue Information hat. Da diese Bedrohung beseitigt werden soll, macht die Loirearmee einen Schwenk nach rechts in Richtung auf Pithiviers. Über die Höhe der Verluste gibt es je nach Quelle unterschiedliche Angaben. Die deutschen Verlust werden recht übereinstimmend mit etwa 38 Offizieren und 817 bis 858 Mann an Toten und Verwundeten angegeben. Die Verluste der Franzosen beziffert Meyers Lexikon auf 1300 Mann an Toten und Verwundeten und 1800 an Gefangenen. Andere Quelle geben hier bis zu 8000 Mann zuzüglich 1000 Gefangenen an.
Der impressionistische französische Maler Frédéric Bazille wird Opfer des Krieges
Unter den Toten der Schlacht bei Beaune-la-Rolande ist auch der junge französische Maler, der sich als Freiwilliger zum Krieg in eine Zuaveneinheit (Angehörige algerischer kabylischer Stämme, die in auffälligen, türkisch-orientalischen Uniformen kämpfen) gemeldet hatte. Bazille wurde am 6. Oktober 1841 in Montpellier geboren und gilt als einer der ersten Impressionisten. Er entstammt einer wohlhabenden Familie, kam 1862 nach Paris und lernte dort Auguste Renoir, Claude Monet und Alfred Sisley kennen und arbeitete mit ihnen zusammen.
Deutschland.png Württemberg 1816-1945.png Sachsen 1815-1918.png Frankreich.png
General Louis Jules Trochu
Innenminister Léon Gambetta
Deutscher Bund / Königreich Württemberg / Königreich Sachsen / Französische Republik

Als Oberbefehlshaber von Paris und aller dortigen Streitkräfte fungiert weiterhin General Louis Jules Trochu, der den Befehl über die Artillerieeinheiten an General Auguste-Alexandre Ducrot übertrug. Nach der Niederlage in der Schlacht von Le Bourget (28. bis 30. Oktober) und dem Fall der belagerten Festung Metz am 24. Oktober verschlechterte sich die Stimmung in Paris. Auch um diese wieder zu heben, entschließt sich General Louis Jules Trochu in Abstimmung mit Innenminister Léon Gambetta zu einem Ausbruchsversuch aus dem belagerten Paris. Der Plan sieht vor, mit Ducrots zweiter Pariser Armee die feindlichen Reihen mit dem Ziel der Vereinigung mit der Loirearmee zu durchstoßen. Die Versorgungslage der Bevölkerung des von deutschen Truppen eingeschlossenen Paris verschlechtert sich seit November immer weiter. Die Preise für frei verfügbare Lebensmittel sind so weit gestiegen, dass große Teile der Bevölkerung sich nur noch von Brot ernähren können. Brot bleibt erschwinglich, da hierfür eine Preisbindung existiert. Trotzdem kommt es immer wieder zu Panik in der Bevölkerung, wenn einzelnen Bäckern die Ware ausgeht. Ducrot konzentriert sich auf das Überwinden des Belagerungsrings im Südosten der Stadt, damit dann bei Fontainebleau der Zusammenschluss der beiden Armee erfolgen kann. Bei einem erfolgreichen Vorstoß würden außerdem alle deutschen Truppen südlich und westlich von Paris von ihrer einzigen Bahnlinie für Nachschub über Lagny abgeschnitten. Ohne diese Bahnlinie würde die Fortsetzung der Belagerung kaum möglich sein. Schauplatz der Kämpfe wird das Marnetal östlich von Paris. Dieser Abschnitt wird von der Württembergischen Division der 3. Armee gehalten. Die Vorbereitungen sind nun abgeschlossen und die Pariser Truppen rücken an die Marne heran. Kleinere Ausfälle an verschiedenen Punkten der Zernierungslinie sollen die deutsche Heeresleitung über die wahre Stoßrichtung irreführen. Die Franzosen versuchen einen Aufklärungsangriff. Bei Joinville soll über den Fluss gesetzt werden. Doch die Marne führt unerwartet Hochwasser, verursacht eine Überschwemmung und zerstört eine von den Franzosen errichtete Brücke.

29.11.1870
Deutschland.png Sachsen 1815-1935.pngFrankreich.png
Deutscher Bund / Königreich Sachsen / Französische Republik

In der Nacht zu heute machen die französischen Truppen als Ablenkung zum Ausfall bei Villiers-Champigny erneut einen Vorstoß auf Chevilly, bei dem es ihnen gelingt, den Bahnhof von Choisy-le-Roi auf der Linie Paris-Orléans für einige Zeit zu besetzen. Bei diesem Kampf wird der Ort erneut schwer beschädigt, und es sind viele Opfer unter der Zivilbevölkerung zu beklagen. Die französischen Verluste am Plateau von Villiers betragen etwa 1.300 Mann. Durch die zerstörten Brücken stehen nun drei vollständige französische Korps auf der für sie falschen Seite der Marne und können nichts tun als im deutschen Artilleriefeuer abzuwarten. Die auf den Hügeln bei Chennevières-sur-Marne und Champigny-sur-Marne aufgestellten Deutschen bekommen diese feindlichen Aktivitäten und Truppenbewegungen mit. Eine sächsische Division wird in Marsch gesetzt, um das Terrain zu sichern. Um die Deutschen abzulenken, befiehlt General Ducrot einen Ausfall von Mobilgarden in Richtung Malmaison. Obwohl dieser Angriff in Divisionsstärke ausgeführt wird, ergibt sich dadurch keine Änderung der deutschen Truppenverlegungen. Die französischen Liniensoldaten tragen auffällige rote Hosen, so das sich die Deutschen bereits vor Beginn des Gefechtes darüber im Klaren sind, mit welchen Angreifern sie es zu tun haben werden. Der Angriff einiger tausend Mobilgarden ist somit unzweifelhaft als Ablenkungsangriff zu erkennen, dem man keine besondere Aufmerksamkeit widmen muss. General Ducrot erklärt, er wolle nach Paris nur siegreich oder tot zurückkehren.

30.11.1870
Deutschland.png Sachsen 1815-1935.png Württemberg 1816-1945.png Preußen 1863-1922.png Frankreich.png
Deutscher Bund / Königreich Sachsen / Königreich Württemberg / Königreich Preußen / Französische Republik
  • Am Morgen erfolgt der große Ausfall französischer Verbände gegen das Plateau von Villiers, das von einer württembergischen Division besetzt ist. Der Tag ist sonnig, jedoch kalt. Die 24. (sächsische) Division macht in dieser Zeit Anstalten, die Marne zu überschreiten. Mit drei Armeekorps, zusammen über 60.000 Mann, überquert der französische General Auguste-Alexandre Ducrot nach vorausgegangenem Artilleriefeuer auf acht Pontonbrücken die vielfach gekrümmte Marne bei Joinville, Nogent-sur-Marne und Bry-sur-Marne und greift die Dörfer Bry und Champigny in dem Augenblick an, in dem Sachsen dort Vorposten beziehen. Die Dörfer werden von den Franzosen genommen und die Belagerungstruppen auf die Linie Villiers–Coeuilly zurückgedrängt. Hinter Champigny geraten die angreifenden Franzosen jedoch ins Flankenfeuer der Sachsen und Württemberger. Auf Grund ihrer Aufstellung in Bataillonskolonnen bieten sie perfekte Ziele für die deutsche Artillerie und werden schwer getroffen. Die Kanonen der Forts Rosny und Nogent sowie des erst am 28. November von den Franzosen besetzten und stark armierten Mont Avron unterstützen den Ausfall und fügen auch den Deutschen große Verluste zu. Ducrot richtet einen Brückenkopf ein und beabsichtigt, auf der Hochebene in Richtung Villiers weiterzurücken. Die deutschen Stellungen sind jedoch so gut befestigt, dass auch mit der Artillerieunterstützung kein Durchbruch gelingt und der Angriff ins Stocken gerät. Eine Umfassung durch das französische 3. Korps, das die Marne nördlich von Bry überquert hat, gelingt im Norden nicht. Alle weiteren Angriffe der Franzosen werden von den Deutschen abgewehrt und die Zernierungslinie behauptet. Die Franzosen halten abends Créteil, Champigny und Bry besetzt und gehen mit dem größten Teil der Truppen auf das rechte Marneufer zurück. Ihr Durchbruchsversuch ist misslungen, die Hänge an der Marne sind weiterhin in deutscher Hand. In der Nacht beginnt es zu schneien. Der französische Angriff bewirkt Aufregung beim preußischen Oberkommando. Stabschef Helmuth Graf von Moltke ist über Albert von Sachsen verärgert, der den Württembergern keine Verstärkungen schickte. Die angegriffenen Württemberger erhalten, wenn auch spät, auf Moltkes Order hin Verstärkung durch General Fransecky mit dem II. Armeekorps. Fransecky erhält den Oberbefehl über alle Operationen dort übertragen, wird jedoch nicht rechtzeitig genug unterrichtet, um noch etwas Entscheidendes in der Schlacht tun zu können.
  • Das VIII. Korps unter General August Karl von Goeben besetzt die Stadt Amiens. Die Festung von Amiens kapituliert ebenfalls ohne weitere Kämpfe mit weiteren 400 Soldaten und 30 Geschützen.
  • Weitere Kämpfe zwischen französischen und deutschen Soldaten finden in Maizières (Lothringen, Meurthe-et-Moselle, Nancy), St. Loup (Champagne-Ardenne, Département de la Marne), Nuits-Saint-Georges (Burgund, Côte d’Or, Beaune) und Montbarrois (Zentralregion, Département Loiret, Pithiviers) statt.
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