Großbritannien: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | | style="color:blue;background-color:#f6f610;"| <center>'''vor [[Chronik | + | | style="color:blue;background-color:#f6f610;"| <center>'''vor [[Chronik 7500 BC|6000 BC]]'''</center> || style="color:blue;background-color:#f6f610;"| '''[[Großbritannien - Vorzeit|hier geht es zur erdgeschichtlichen Entwicklung Großbritanniens]]''' |
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| − | | style="color:blue;background-color:#f6f610;"| <center>'''[[Chronik | + | | style="color:blue;background-color:#f6f610;"| <center>'''[[Chronik 7500 BC|6000 BC]] - [[Chronik 43|43 AD]]'''</center> || style="color:blue;background-color:#f6f610;"| '''[[Datei:Triskele.jpg|50px]] [[Volk der Kelten]] / [[Stamm der Pikten]] / [[Irland - Vorzeit|Stamm der Érainn]]''' <br> |
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| − | * ab | + | Die Hüttensiedlung bei Mount Sandel (heute Londonderry) entsteht, die älteste bekannte Siedlung '''[[Europa]]s'''. '''[[Irland - Vorzeit|Irland]]''' selbst ist noch fast komplett von dichten Wäldern bedeckt, der Nahrungserwerb erfolgt weiter durch das bewährte Jagen und Sammeln. Über die noch kurze Zeit bestehende Landbrücke zwischen '''[[Großbritannien - Vorzeit|Schottland]]''' und '''[[Irland - Vorzeit|Irland]]''' wird Irland durch '''[[Volk der Kelten|Kelten]]''', '''[[Stamm der Pikten|Pikten]]''' und '''[[Irland - Vorzeit|Érainn]]''' kolonisiert. <br> |
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| + | | <center>'''[[Chronik 7500 BC|5900 BC]]''' </center> || '''[[Europa|Westeuropa]] / [[Großbritannien - Vorzeit|Britannien]]''' <br> | ||
| + | Britannien wird endgültig vom europäischen Festland abgetrennt. Ursache ist das Abschmelzen der Gletscher und der damit verbundene Anstieg des Meeresspiegels. <br> | ||
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| + | | <center>'''[[Chronik 5000 BC|5000 BC]]'''</center> || '''[[Großbritannien - Vorzeit]] / [[Deutschland - Vorzeit]] / [[Dänemark - Vorzeit]] / [[Skandinavien]] / [[Nordamerika]]''' <br> | ||
| + | * Infolge des Abschmelzens der Gletscher und der damit verbundene Anstieg des Meeresspiegels wird Britannien endgültig zu einer Insel. In der Nordsee entsteht jetzt das Wattenmeer. Ausgelöst hat diese Veränderung der Zusammenbruch des Nordamerikanischen Inlandeises, des ausgedehntesten Eisschildes auf der Nordhalbkugel, was zum raschen Ansteigen des Meeresspiegels um etwa 120 Meter in 7000 Jahren beigetragen hat. Die noch im Jahre 2000 AD bestehenden Küstenlinien entstehen. Auch die dänischen Inseln entstehen. | ||
| + | * Früheste Kulturspuren auf Helgoland (altnordisch Heligoland = Heiliges Land) reichen bis in die Jungsteinzeit zurück; auf dem Oberland findet man mehrere Hügelgräber. Die Verbindung zum Festland reißt aufgrund des nacheiszeitlichen Meeresspiegelanstieges ab. Die Landbrücke zwischen '''[[Norwegen - Vorzeit|Norwegen]]''' und '''[[Großbritannien - Vorzeit|Schottland]]''' reißt nun ebenfalls ab und frühe Siedlungsplätze werden von der entstehenden Nordsee überflutet. Es ist jetzt bereits unmöglich, zu Fuß vom Gebiet des heutigen Norwegen ins heutige Dänemark zu kommen. | ||
| + | * Die Insel Læsø nordöstlich von Jütland, die sich zwischen 12.000 BC und 10.000 BC zum ersten Mal nach dem Abschmelzen der weichseleiszeitlichen Gletscher aus dem Meer erhob, wird wieder vom Wasser überspült. | ||
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| + | '''[[Irland - Vorzeit|Irland]] / [[Großbritannien - Vorzeit|Schottland]]''' <br> | ||
| + | Während des Mesolithikums leben vermutlich weniger als 10.000 Menschen auf Irland. Von Irland und von Schottland aus wird die erste Hochseefischerei betrieben. <br> | ||
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| + | | <center>'''[[Chronik 4000 BC|4000 BC]]'''</center> || '''[[Irland - Vorzeit|Irland]] / [[Großbritannien - Vorzeit|Britannien]]''' <br> | ||
| + | In Ostirland und in Mittelengland steht das glockenbecherzeitliche Auftauchen von Grabmonumenten für einzelne Personen in extremem Gegensatz zur vorhergehenden Tradition der Gruppenbestattungen. Der Zustand der Jahrtausende später gefundene Skelette der Verstorbenen lässt darauf schließen, dass die Krankheit Tuberkulose auf den britischen Inseln weit verbreitet ist. <br> | ||
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| + | '''[[Großbritannien - Vorzeit|Britannien]]''' <br> | ||
| + | * Manche Wissenschaftler sind der Meinung, dass das Monument „Stonehenge“ vollendet wird. Nach anderen Meinungen jedoch beginnt der Bau von „Stonehenge“ erst 2750 BC. | ||
| + | * Im Gebiet von Plumstead, heute ein Vorort von London, legen die dort lebenden Menschen zum Überqueren eines Sumpfgebietes den "Belmarsh Trackway" an. Der hölzerne Bohlenweg gilt als die älteste bekannte Wegekonstruktion. Der Bohlenweg wird angrenzend an ein altes Flussbett in 4,70 Meter Tiefe unter einer zwei Meter dicken Torfschicht bei der Erweiterung einer Strafanstalt gefunden. In der Baugrube wird später auch ein wesentlich jüngerer Erlenstamm mit Bearbeitungsspuren einer bronzenen Axt entdeckt werden. | ||
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| + | '''[[Großbritannien - Vorzeit|Britannien]] (Orkney-Inseln)''' <br> | ||
| + | Die Orkney-Inseln werden besiedelt. <br> | ||
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| + | | <center>'''[[Chronik 4000 BC|3900 BC]]''' </center> || '''[[Orkney - Vorzeit|Orkney]]''' <br> | ||
| + | Auf den Orkney-Inseln beginnt die Neusteinzeit. Die älteste Keramik, die sich auch im nordwestlichen Schottland befindet, ist die Unstan Ware (benannt nach einer Megalithanlage auf Mainland). Die Siedlung Knap of Howar und die spezifische Form der megalithischen Stalled Cairns, die zum Orkney-Cromarty-Typ der magalitischen Passage tombs gehören, entstehen. Die 58 Stalled Cairns der Orkneys sind auf allen großen und einigen der kleinen Inseln (Faray, Swona, Eday, Helliar, Papa Westray) vertreten. Weitere Anlagen entstehen in Rousay (mindestens 15) und Mainland (10) sowie Ganggräber des Maes Howe-Types mit kreuzförmigen Kammern auf Eday, Egilsay, Mainland (5), Sanday (2), South Ronaldsay, Westray und Papa Westray. <br> | ||
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| + | | <center>'''[[Chronik 4000 BC|3838 BC]]''' </center> || '''[[Großbritannien - Vorzeit|Britannien]]''' <br> | ||
| + | Im Gebiet der heutigen Grafschaft Somerset in England baut die dort lebenden Menschen den Post Track, ein hölzernder Bohlenweg, der durch das Moor der Somerset Levels führt. <br> | ||
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| + | | <center>'''[[Chronik 4000 BC|3807 BC]]''' </center> || '''[[Großbritannien - Vorzeit|Britannien]]''' <br> | ||
| + | Der vor über 30 Jahren im Gebiet der heutigen Grafschaft Somerset in England gebaute Post Track, ein hölzernder Bohlenweg, der durch das Moor der Somerset Levels führt, wird durch den Sweet Track ersetzt, die bislang als älteste Straße der Welt gilt. Der Sweet Track hat eine Länge von fast 2000 Metern. Die Bauzeit wird anhand der Jahresringe der Baumstämme mit 3807 bis 3806 BC datiert. <br> | ||
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| + | | <center>'''[[Chronik 3500 BC|3500 BC]]'''</center> || [[Datei:Cairns of Camster.jpg|thumb|Blick in die nördliche Kammer des Langhügels]] '''[[Großbritannien - Vorzeit|Schottland]]''' <br> | ||
| + | Nördlich des heutigen Lybster in Caithness in den schottischen Highlands werden die ersten "Cairns of Camster", runde und lange Steinhügel angelegt, die 200 Meter auseinander liegen. Der Rundhügel hat etwa 18 Meter Durchmesser und ist 3,7 Meter hoch. Er bedeckt eine intakte Kammer vom Typ der schottischen "Passage tombs", deren Eingang in der abgeflachten Fassade der Ostseite liegt. Der fast sechs Meter lange Gang führt in die polygonale Vorkammer. Ein Portal markiert den Eingang der aus zwei Bereichen bestehenden Hauptkammer. Der kurze Endbereich wird durch ein seitliches Steinpaar in einen schmaleren Teil abgeteilt, und eine einzelne große Tafel bildet die Endmauer. Der Langhügel ist ein zweiperiodisches Monument, ein nachträglicher, schwach trapezförmiger Überbau über zwei Rundhügeln. Einer davon hat Steinkammern, von denen eine der baulichen Gestaltung der Anlage im Rundhügel nahekommt. Die andere ist wesentlich kleiner und ungegliedert. Beide liegen in dem breiteren Nordostteil des 69,5 Meter langen und 16,8 Meter breiten Steinhügels, der im ehemaligen Rundhügelbereich aufgewölbt ist. An beiden Enden finden sich Vorhöfe, ähnlich denen der „Horned oder Lobster Cairns“. Am Südende des Grabhügels befinden sich Brandareale unterschiedlicher Größe, die in der Verlängerung der Hügelachse liegen und Keramik enthalten. <br> | ||
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| + | '''[[Nordafrika - Übersicht|Nordafrika]] / [[Iberische Halbinsel]]''' <br> | ||
| + | Vermutlich wandern die Iberer von Nordafrika kommend in das heutige Spanien ein. Sie siedeln zunächst entlang der Ostküste der Iberischen Halbinsel und breiten sich später möglicherweise über die ganze Halbinsel aus. Eine andere Ansicht betrachtet die Iberer als Teil der Ureinwohner Europas und als Schöpfer und Erben einer großen megalithischen Kultur in diesem ganzen Gebiet. Für diese Theorie sprechen genetische Befunde. Demnach bestehen engere Beziehungen zu denjenigen Volksstämmen, welche von den '''[[Volk der Kelten|Kelten]]''' im ersten Jahrtausend vor Christus im heutigen '''[[Irland - Vorzeit|Irland]], [[Großbritannien - Vorzeit|Britannien]]''' und '''[[Frankreich - Vorzeit|Frankreich]]''' unterworfen wurden. <br> | ||
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| + | | <center>'''[[Chronik 3500 BC|3200 BC]] '''</center> || '''[[Orkney - Vorzeit|Orkney]]''' <br> | ||
| + | 16,3 Kilometer nördlich der heutigen Stadt Stromness entsteht das Steinzeitdorf Skara Brae, dass kontinuierlich bewohnt wird. <br> | ||
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| + | | <center>'''[[Chronik 3500 BC|3100 BC]]'''</center> || [[Datei:Stonehenge.jpg|thumb|Das Fundament für Stonehenge wird ausgehoben]] '''[[Großbritannien - Vorzeit|Britannien]]''' <br> | ||
| + | Auf einer ehemaligen Begräbnisstätte beginnt ein vermutlich keltischer Stamm mit dem Bau von "Stonehenge", das aus dem Altenglischen stammt und so viel bedeutet wie "Hängende Steine". "Henge" wird in der Archäologie für eine Klasse jungsteinzeitlicher Bauwerke verwendet, die aus einer kreisförmigen, erhöhten Einfriedung mit einer innen liegenden Vertiefung bestehen. Stonehenge selbst ist nach der derzeitigen Terminologie ein so genanntes "atypisches henge", da seine Aufschüttung innerhalb des Grabens liegt. Die Frühphase des Baus der Anlage, die sich wahrscheinlich zwischen 300 und 600 Jahre hinziehen wird, wird lediglich ein kreisrunder Erdwall und ein Graben errichtet, in dem dann später die riesigen Quader hineingestellt werden und zum Teil aus der Erde herausragen sollen. Neueste Forschungen gehen sogar so weit, dass eine Bauzeit von bis zu 11.000 Jahren in Erwägung gezogen wird. Die Steine, die für den Bau später verwendet werden sollen, befinden sich in den Preseli-Bergen im Südwesten von Wales, die etwa 240 Kilometer entfernt liegen. Jeder Stein wird von schätzungsweise 250 Mann auf einem Schlitten gezogen werden, an Steigungen sogar von bis zu 1000 Mann. Ob Zugtiere eingesetzt werden, ist noch umstritten. <br> | ||
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| + | | <center>'''[[Chronik 3000 BC|3000 BC]]'''</center> || [[Datei:Europäische Eibe.jpg|thumb|left|Europäische Eibe]] [[Datei:Fortingall Yew.jpg|thumb|Die Fortingall-Eibe in Schottland, ältester Baum Europas]] '''[[Großbritannien - Vorzeit|Schottland]]''' <br> | ||
| + | Der einzige bekannte Baum, der nach 5000 Jahren noch leben und Blüten treiben wird, wächst von jetzt an im Gebiet des heutigen Fortingall im Bezirk Perth and Kinross in Schottland heran. Die "Fortingall Yew" (Fortingall-Kirchhofs-Eibe) gilt als ältester Baum Europas. Die Schätzung, dass der Baum im Jahre 2000 a.D. seinen 5000. Jahrestag erlebt, wird allerdings nicht von allen Wissenschaftlern geteilt; die pessimistischste Schätzung beläuft sich aber immer noch 2000 Jahre. Eiben sind zweihäusig, es gibt also männliche und weibliche Pflanzen. Die Fortingall Yew wurde nach ihren Blüten in der Vergangenheit durchgehend und ausschließlich als männlich eingestuft, erst im Oktober 2015 a.D. wird ein Botaniker des Royal Botanic Garden Edinburgh jedoch einen Ast, der drei Früchte trägt, also auch weibliche Blüten entwickelt, entdecken. Der Rest des Baumes bleibt eindeutig weiterhin männlich. Als Ursache werden Veränderungen im Hormonhaushalt angenommen werden. <br> | ||
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| + | Auf der heute schottischen Insel North Uist wird im Loch Olabhat der vielleicht älteste Crannóg namens Eilean Dhomhnaill errichtet. Ein Crannóg (von irisch "crann" = Baum) ist eine aus Baumstämmen, Sand und Steinen errichtete runde künstliche Insel. Von jetzt an werden vor allem in den westlichen Teilen der Britischen Inseln bis zu 3000 Crannógs errichtet und teilweise Tausende von Jahre genutzt werden. In Seen und Sümpfen wird durch Gehölz und Steine und durch das Einrammen von Pfählen als Randbefestigung eine runde oder selten ovale künstliche Insel (von selten mehr als 20 Metern Durchmesser) geschaffen. Die bis zu drei darauf errichteten Hütten sind ebenfalls rund. Ihre Wände bestehen aus geflochtenen Ästen und Zweigen und werden mit Lehm abgedichtet. Das Dach besteht aus Reet oder Stroh. Im Inneren befindet sich eine Feuerstelle. Spätere Crannógs werden gelegentlich Zuwegungen über Dämme aus Stein oder Hölzern, die auch unterhalb der Wasserlinie verlaufen oder durch Seespiegelveränderung überflutet werden können. Da sie nicht geradlinig verlaufen, sind sie für Unkundige nicht einfach zu passieren. Ansonsten besteht der einzige sichere Zugang zu einem Crannóg per Einbaum. Wahrscheinlich ist der Crannóg eine handwerkliche Produktionsstätte. <br> | ||
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| + | '''[[Orkney - Vorzeit|Orkney]]''' <br> | ||
| + | 3,2 Kilometer oberhalb vom Loch Stenness entsteht ein prähistorischer Steinkreis mit 60 Monolithen. Die 2-4,5 Meter hohen Steine stehen aufrecht in einem akkuraten Kreis mit 103,7 Metern Durchmesser und unterteilen diesen exakt. An der Nordseite trägt ein Stein die Runeninschrift für den nordischen Namen „Björn“. <br> | ||
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| + | | <center>'''[[Chronik 2900 BC|2900 BC]]'''</center> || '''[[Großbritannien - Vorzeit|Britannien]]''' <br> | ||
| + | Der vor zweihundert Jahren begonnene Bau von Stonehenge geht in die zweite Phase. Sichtbare Überreste aus dieser Zeit existieren nicht mehr. Die Datierung erfolgt über „Rillenkeramik“-Fundstücke (englisch Grooved Ware), die in diese Periode (späte Jungsteinzeit) gehören. Pfostenlöcher weisen darauf hin, dass im frühen dritten Jahrtausend BC eine hölzerne Struktur im Inneren der Einfassung existiert. Weitere Pfosten stehen am Nordeingang; eine parallele Pfostenstellung läuft vom Südeingang aus ins Innere. Mindestens 25 der Aubrey-Löcher enthalten Überreste von Brandbestattungen, die etwa zwei Jahrhunderte nach der Errichtung dieses Bauwerks angelegt wurden. Die Löcher werden also zur Begräbnisstätte umfunktioniert. Dreißig weitere Feuerbestattungen liegen im Graben und an anderen Punkten der Anlage, größtenteils in der Osthälfte. Auch unverbrannte Stücke menschlicher Knochen aus diesem Zeitraum werden in dem Graben zur Ruhe gebettet. <br> | ||
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| + | | <center>'''[[Chronik 2600 BC|2600 BC]]'''</center> || [[Datei:Stonehenge.jpg|thumb|Stonehenge]] '''[[Großbritannien - Vorzeit|Britannien]]''' <br> | ||
| + | Die Steinkreise von Stonehenge werden seit nunmehr 500 Jahren gebaut. Es wird nunmehr damit begonnen, zwei konzentrische Kreise aus 80 aufrecht stehenden Steinen, den so genannten Blausteinen, anzulegen. Diese werden zwar später versetzt, die Löcher, in denen die Steine aber verankert waren, sind jedoch nachweisbar. Wieder gibt es nur wenige brauchbare Datierungshinweise für diese Phase. Die Blausteine stammen aus dem Gebiet der Preseli-Berge, die etwa 240 Kilometer von Stonehenge entfernt, im heutigen Pembrokeshire in Wales liegen. Die Steine sind größtenteils aus Dolerit, aber mit Einschlüssen von Rhyolith, Tuff und vulkanischer und kalkhaltiger Asche. Sie wiegen etwa vier Tonnen. Der als Altarstein bekannte sechs Tonnen schwere Stein besteht aus grünem Sandstein. Er ist zweimal so groß wie die Blausteine und wird ebenfalls aus Wales hierher gebracht werden, vermutlich durch eine Eiszeit; er wird als großer Monolith im Zentrum stehen. Nun wird der Eingang verbreitert, so dass er nun genau in der Richtung des Mittsommersonnenaufgangs und des Sonnenaufgangs zur Wintersonnenwende liegt. Die Blausteine werden, wie erwähnt, nach einiger Zeit wieder entfernt und die Q- und R-Löcher verfüllt werden. Möglicherweise wird auch der Fersenstein (heel Stone) vorerst außerhalb des nordöstlichen Eingangs aufgestellt. Die Datierung ist aber unsicher, im Prinzip kommt jeder Teilabschnitt dieser nun begonnenen dritten Phase in Frage. Es gibt vermutlich noch einen zweiten Stein, der aber 4600 Jahre später nicht mehr existieren wird. Zwei, möglicherweise auch drei große Portalsteine werden innerhalb des nordöstlichen Eingangs aufgestellt. Nur einer davon, 4,9 Meter lang, wird später – umgestürzt – noch erhalten sein. Ebenfalls der Phase 3 zugerechnet wird der Aufbau der vier Stationssteine sowie die Anlage der Avenue), einem beidseitig durch Graben und Erdwall markierten Weg, der über eine Strecke von 3 Kilometer zum Fluss Avon führt; dieser Weg verläuft in einer durch Schmelzwasser am Ende der letzten Eiszeit entstandenen Rinne, die manuell nur geringfügig bearbeitet werden muss. Irgendwann in der dritten Bauphase werden Gräben sowohl um die Stationssteine als auch um den Fersenstein gezogen, der spätestens dann als einzelner Monolith stehen wird. Diese Bauphase von Stonehenge ist die, die der Bogenschütze von Amesbury erblickt haben dürfte; gegen Ende der Phase scheint Stonehenge die Henge von Avebury als zentraler Kult-Ort der Region abzulösen. <br> | ||
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| + | | <center>'''[[Chronik 2500 BC|2500 BC]]'''</center> || '''[[Datei:Brodgar.jpg|25px]] [[Orkney - Vorzeit|Orkney]]''' <br> | ||
| + | Durch den Klimaeinbruch findet ein kultureller Niedergang auf den Orkneys statt. <br> | ||
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| + | | <center>'''[[Chronik 2500 BC|2440 BC]]''' </center> || '''[[Großbritannien - Vorzeit|Britannien]]''' <br> | ||
| + | In Süd-England beginnt 660 Jahre nach Beginn des Baus von Stonehenge die Haupt-Bautätigkeit. Nun soll die Konstruktion aus 75 Sarsensteinen errichtet werden, die den späteren Gesamteindruck von Stonehenge bestimmen soll. Jeder dieser Steine, die kleineren um 25, die großen um 50 Tonnen schwer, stammt aus einem 30 km nördlich gelegenen Steinbruch bei Marlborough. 30 der Sarsensteine bilden die Pfeiler einer kreisförmigen Konstruktion mit einem Durchmesser von dreißig Metern. Diese Pfeiler tragen einen geschlossenen Ring aus 30 Deck-Steinen. Diese Decksteine werden an ihren Berührungsflächen durch eine aus dem Stein gehauene Spundung, sowie an ihren Auflagepunkten auf den Pfeilern durch eine ebenfalls aus dem Stein gehauene Verzapfung gegen Verschiebungen gesichert. Dass die Sarsensteine einen vollständigen Ring bilden, kann erst im Jahre 2013 a.D. nachgewiesen werden, als eine lang andauernde Trockenheit durch Unterschiede im Pflanzenwuchs die Verdichtung im Untergrund auch da aufzeigt, wo die Steine selbst nicht mehr vorhanden sind. Innerhalb dieses Kreises werden fünf so genannte Trilithen aufgestellt, je zwei von einem Deckstein überbrückte Pfeiler. Die hier verwendeten Steine haben jeweils eine Masse von etwa 50 Tonnen. Auch hier werden die Decksteine mit einer Zapfenverbindung auf den Pfeilern gesichert. Die Oberfläche aller Sarsensteine ist behauen. Die Flächen werden geglättet, die Pfeiler der Trilithen werden nach oben hin etwas breiter, möglicherweise um die Perspektive des Betrachters auszugleichen. Die Decksteine der Trilithen erhielten eine leichte Krümmung und Löcher, sowie Nut-Feder-Verbindungen, um sie in die Zapfen der Tragsteine einzupassen und mit den Ecksteinen zu verkeilen. Auch die Decksteine verjüngen sich von oben nach unten, die Decksteine des Ringes sind zudem leicht gekrümmt. Zudem finden sich auf einigen Pfeilern in den Stein gehauene oder geritzte Abbildungen. Die vielleicht älteste, eine flache rechteckige Form oben an der Innenseite des vierten Trilithen, könnte eine symbolische Darstellung einer Muttergottheit sein. Sie wird vermutlich angebracht, als sich der Stein noch auf dem Erdboden befindet. Alle anderen Abbildungen werden wohl erst nach dem Aufstellen der Steine angebracht werden. Zu nennen sind insbesondere auf Stein 53 die Abbildung eines Bronzedolches sowie von vierzehn Axtköpfen, weitere Darstellungen von Axtköpfen finden sich auf den Steinen 3, 4 und 5. Die Datierung der Abbildungen ist schwierig, morphologisch bestehen aber Ähnlichkeiten mit spätbronzezeitlichen Waffen. <br> | ||
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| + | | <center>'''[[Chronik 2400 BC|2400 BC]]''' </center> || '''[[Irland - Vorzeit|Irland]] / [[Großbritannien - Vorzeit|Britannien]]''' <br> | ||
| + | Beginn des systematischen Abbaus von Kupfer zur Herstellung von Bronze. Bronze ist eine Mischung von Zinn und Kupfer. Die erste Kupfermine Irlands entsteht auf Ross Island im heutigen County Kerry. Bald kommt die Mine am Mount Gabriel im County Cork dazu. Das zur Bronzeproduktion neben Kupfer notwendige Zinn wird in '''[[Großbritannien - Vorzeit|Cornwall]]''' abgebaut und nach Irland exportiert. <br> | ||
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| + | | <center>'''[[Chronik 2100 BC|2100 BC]]''' </center> || '''[[Großbritannien - Vorzeit|Britannien]]''' <br> | ||
| + | Stonehenge in Südengland wird nunmehr seit 1000 Jahren gebaut. Nun werden die Blausteine zum ersten Mal wieder aufgerichtet. Das genaue Erscheinungsbild dieser Stätte ist jedoch nicht klar. <br> | ||
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| + | | <center>'''[[Chronik 2000 BC|2000 BC]]''' </center> || '''[[Großbritannien - Vorzeit|Britannien]]''' <br> | ||
| + | Im Süden des heutigen Englands blüht die so genannte "Wessex-Kultur" (der Name bezieht sich auf das Gebiet, nicht auf die Bevölkerung) auf. Sie zeichnet sich durch reichhaltige Grabbeigaben in Grabhügeln aus. Sie ist ferner die Trägerkultur für den weiteren Ausbau von Stonehenge. <br> | ||
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| + | '''[[Orkney - Vorzeit|Orkney]]''' <br> | ||
| + | Das seit tausend Jahren 16 Kilometer nördlich der heutigen Stadt Stromness bestehende Steinzeitdorf Skara Brae, dass seitdem kontinuierlich bewohnt wird, wird aufgegeben. Die Häuser werden im Laufe der Zeit von einer dicken Sandschicht bedeckt werden. <br> | ||
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| + | | <center>'''[[Chronik 1950 BC|1930 BC]]''' </center> || '''[[Großbritannien - Vorzeit|Britannien]]''' <br> | ||
| + | Bis zu diesem Zeitpunkt werden die Blausteine zur Fertigstellung des Bauwerkes erneut umgestellt. Ein Teil wird als Kreis zwischen die zwei Sarsensteinanordnungen aufgestellt und die anderen in eine ovale Form in der Mitte des Monuments eingebaut. Einige Archäologen nehmen an, dass ein Teil der Blausteine in einer zweiten Tranche von Wales geholt wird. Die wieder aufgestellten Blausteine werden nicht optimal in den Erdboden eingelassen, einige von ihnen werden schon bald wieder umstürzen. Bald wird der Nordteil des in dieser Phase errichteten Blausteinkreises entfernt werden, und eine hufeisenförmige Formation entstehen zu lassen, die als Blausteinhufeisen bezeichnet wird. Dieses spiegelt die Form des zentralen Hufeisens der Trilithen wider. <br> | ||
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| + | | <center>'''[[Chronik 1600 BC|1600 BC]]''' </center> || '''[[Großbritannien - Vorzeit|Britannien]]''' <br> | ||
| + | Stonehenge in Südengland, seit etwa 1500 Jahren im Bau, wird von den Erbauern endgültig aufgegeben. Die beiden 29 oder 30 Löcher umfassenden Kreise werden nie mehr mit Steinen besetzt. Die Löcher werden sich in den nächsten Jahrhunderten wieder füllen. <br> | ||
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* 54 BC - Römische Truppen unter Gaius Iulius Caesar beginnen mit der Eroberung Englands. | * 54 BC - Römische Truppen unter Gaius Iulius Caesar beginnen mit der Eroberung Englands. | ||
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Version vom 10. November 2016, 18:18 Uhr
GROSSBRITANNIEN
Übersicht
| Hauptseite |
| |
| Jahres-Chroniken | ||
| Länderchroniken | ||
| hier geht es zur erdgeschichtlichen Entwicklung Großbritanniens | ||||
| Irland / Britannien Die Hüttensiedlung bei Mount Sandel (heute Londonderry) entsteht, die älteste bekannte Siedlung Europas. Irland selbst ist noch fast komplett von dichten Wäldern bedeckt, der Nahrungserwerb erfolgt weiter durch das bewährte Jagen und Sammeln. Über die noch kurze Zeit bestehende Landbrücke zwischen Schottland und Irland wird Irland durch Kelten, Pikten und Érainn kolonisiert. | ||||
| Westeuropa / Britannien Britannien wird endgültig vom europäischen Festland abgetrennt. Ursache ist das Abschmelzen der Gletscher und der damit verbundene Anstieg des Meeresspiegels. | ||||
Großbritannien - Vorzeit / Deutschland - Vorzeit / Dänemark - Vorzeit / Skandinavien / Nordamerika
Irland / Schottland | ||||
| Irland / Britannien In Ostirland und in Mittelengland steht das glockenbecherzeitliche Auftauchen von Grabmonumenten für einzelne Personen in extremem Gegensatz zur vorhergehenden Tradition der Gruppenbestattungen. Der Zustand der Jahrtausende später gefundene Skelette der Verstorbenen lässt darauf schließen, dass die Krankheit Tuberkulose auf den britischen Inseln weit verbreitet ist.
Britannien (Orkney-Inseln) | ||||
| Orkney Auf den Orkney-Inseln beginnt die Neusteinzeit. Die älteste Keramik, die sich auch im nordwestlichen Schottland befindet, ist die Unstan Ware (benannt nach einer Megalithanlage auf Mainland). Die Siedlung Knap of Howar und die spezifische Form der megalithischen Stalled Cairns, die zum Orkney-Cromarty-Typ der magalitischen Passage tombs gehören, entstehen. Die 58 Stalled Cairns der Orkneys sind auf allen großen und einigen der kleinen Inseln (Faray, Swona, Eday, Helliar, Papa Westray) vertreten. Weitere Anlagen entstehen in Rousay (mindestens 15) und Mainland (10) sowie Ganggräber des Maes Howe-Types mit kreuzförmigen Kammern auf Eday, Egilsay, Mainland (5), Sanday (2), South Ronaldsay, Westray und Papa Westray. | ||||
| Britannien Im Gebiet der heutigen Grafschaft Somerset in England baut die dort lebenden Menschen den Post Track, ein hölzernder Bohlenweg, der durch das Moor der Somerset Levels führt. | ||||
| Britannien Der vor über 30 Jahren im Gebiet der heutigen Grafschaft Somerset in England gebaute Post Track, ein hölzernder Bohlenweg, der durch das Moor der Somerset Levels führt, wird durch den Sweet Track ersetzt, die bislang als älteste Straße der Welt gilt. Der Sweet Track hat eine Länge von fast 2000 Metern. Die Bauzeit wird anhand der Jahresringe der Baumstämme mit 3807 bis 3806 BC datiert. | ||||
| Schottland Nördlich des heutigen Lybster in Caithness in den schottischen Highlands werden die ersten "Cairns of Camster", runde und lange Steinhügel angelegt, die 200 Meter auseinander liegen. Der Rundhügel hat etwa 18 Meter Durchmesser und ist 3,7 Meter hoch. Er bedeckt eine intakte Kammer vom Typ der schottischen "Passage tombs", deren Eingang in der abgeflachten Fassade der Ostseite liegt. Der fast sechs Meter lange Gang führt in die polygonale Vorkammer. Ein Portal markiert den Eingang der aus zwei Bereichen bestehenden Hauptkammer. Der kurze Endbereich wird durch ein seitliches Steinpaar in einen schmaleren Teil abgeteilt, und eine einzelne große Tafel bildet die Endmauer. Der Langhügel ist ein zweiperiodisches Monument, ein nachträglicher, schwach trapezförmiger Überbau über zwei Rundhügeln. Einer davon hat Steinkammern, von denen eine der baulichen Gestaltung der Anlage im Rundhügel nahekommt. Die andere ist wesentlich kleiner und ungegliedert. Beide liegen in dem breiteren Nordostteil des 69,5 Meter langen und 16,8 Meter breiten Steinhügels, der im ehemaligen Rundhügelbereich aufgewölbt ist. An beiden Enden finden sich Vorhöfe, ähnlich denen der „Horned oder Lobster Cairns“. Am Südende des Grabhügels befinden sich Brandareale unterschiedlicher Größe, die in der Verlängerung der Hügelachse liegen und Keramik enthalten. Nordafrika / Iberische Halbinsel | ||||
| Orkney 16,3 Kilometer nördlich der heutigen Stadt Stromness entsteht das Steinzeitdorf Skara Brae, dass kontinuierlich bewohnt wird. | ||||
| Britannien Auf einer ehemaligen Begräbnisstätte beginnt ein vermutlich keltischer Stamm mit dem Bau von "Stonehenge", das aus dem Altenglischen stammt und so viel bedeutet wie "Hängende Steine". "Henge" wird in der Archäologie für eine Klasse jungsteinzeitlicher Bauwerke verwendet, die aus einer kreisförmigen, erhöhten Einfriedung mit einer innen liegenden Vertiefung bestehen. Stonehenge selbst ist nach der derzeitigen Terminologie ein so genanntes "atypisches henge", da seine Aufschüttung innerhalb des Grabens liegt. Die Frühphase des Baus der Anlage, die sich wahrscheinlich zwischen 300 und 600 Jahre hinziehen wird, wird lediglich ein kreisrunder Erdwall und ein Graben errichtet, in dem dann später die riesigen Quader hineingestellt werden und zum Teil aus der Erde herausragen sollen. Neueste Forschungen gehen sogar so weit, dass eine Bauzeit von bis zu 11.000 Jahren in Erwägung gezogen wird. Die Steine, die für den Bau später verwendet werden sollen, befinden sich in den Preseli-Bergen im Südwesten von Wales, die etwa 240 Kilometer entfernt liegen. Jeder Stein wird von schätzungsweise 250 Mann auf einem Schlitten gezogen werden, an Steigungen sogar von bis zu 1000 Mann. Ob Zugtiere eingesetzt werden, ist noch umstritten. | ||||
| Schottland Der einzige bekannte Baum, der nach 5000 Jahren noch leben und Blüten treiben wird, wächst von jetzt an im Gebiet des heutigen Fortingall im Bezirk Perth and Kinross in Schottland heran. Die "Fortingall Yew" (Fortingall-Kirchhofs-Eibe) gilt als ältester Baum Europas. Die Schätzung, dass der Baum im Jahre 2000 a.D. seinen 5000. Jahrestag erlebt, wird allerdings nicht von allen Wissenschaftlern geteilt; die pessimistischste Schätzung beläuft sich aber immer noch 2000 Jahre. Eiben sind zweihäusig, es gibt also männliche und weibliche Pflanzen. Die Fortingall Yew wurde nach ihren Blüten in der Vergangenheit durchgehend und ausschließlich als männlich eingestuft, erst im Oktober 2015 a.D. wird ein Botaniker des Royal Botanic Garden Edinburgh jedoch einen Ast, der drei Früchte trägt, also auch weibliche Blüten entwickelt, entdecken. Der Rest des Baumes bleibt eindeutig weiterhin männlich. Als Ursache werden Veränderungen im Hormonhaushalt angenommen werden. Orkney | ||||
| Britannien Der vor zweihundert Jahren begonnene Bau von Stonehenge geht in die zweite Phase. Sichtbare Überreste aus dieser Zeit existieren nicht mehr. Die Datierung erfolgt über „Rillenkeramik“-Fundstücke (englisch Grooved Ware), die in diese Periode (späte Jungsteinzeit) gehören. Pfostenlöcher weisen darauf hin, dass im frühen dritten Jahrtausend BC eine hölzerne Struktur im Inneren der Einfassung existiert. Weitere Pfosten stehen am Nordeingang; eine parallele Pfostenstellung läuft vom Südeingang aus ins Innere. Mindestens 25 der Aubrey-Löcher enthalten Überreste von Brandbestattungen, die etwa zwei Jahrhunderte nach der Errichtung dieses Bauwerks angelegt wurden. Die Löcher werden also zur Begräbnisstätte umfunktioniert. Dreißig weitere Feuerbestattungen liegen im Graben und an anderen Punkten der Anlage, größtenteils in der Osthälfte. Auch unverbrannte Stücke menschlicher Knochen aus diesem Zeitraum werden in dem Graben zur Ruhe gebettet. | ||||
| Britannien Die Steinkreise von Stonehenge werden seit nunmehr 500 Jahren gebaut. Es wird nunmehr damit begonnen, zwei konzentrische Kreise aus 80 aufrecht stehenden Steinen, den so genannten Blausteinen, anzulegen. Diese werden zwar später versetzt, die Löcher, in denen die Steine aber verankert waren, sind jedoch nachweisbar. Wieder gibt es nur wenige brauchbare Datierungshinweise für diese Phase. Die Blausteine stammen aus dem Gebiet der Preseli-Berge, die etwa 240 Kilometer von Stonehenge entfernt, im heutigen Pembrokeshire in Wales liegen. Die Steine sind größtenteils aus Dolerit, aber mit Einschlüssen von Rhyolith, Tuff und vulkanischer und kalkhaltiger Asche. Sie wiegen etwa vier Tonnen. Der als Altarstein bekannte sechs Tonnen schwere Stein besteht aus grünem Sandstein. Er ist zweimal so groß wie die Blausteine und wird ebenfalls aus Wales hierher gebracht werden, vermutlich durch eine Eiszeit; er wird als großer Monolith im Zentrum stehen. Nun wird der Eingang verbreitert, so dass er nun genau in der Richtung des Mittsommersonnenaufgangs und des Sonnenaufgangs zur Wintersonnenwende liegt. Die Blausteine werden, wie erwähnt, nach einiger Zeit wieder entfernt und die Q- und R-Löcher verfüllt werden. Möglicherweise wird auch der Fersenstein (heel Stone) vorerst außerhalb des nordöstlichen Eingangs aufgestellt. Die Datierung ist aber unsicher, im Prinzip kommt jeder Teilabschnitt dieser nun begonnenen dritten Phase in Frage. Es gibt vermutlich noch einen zweiten Stein, der aber 4600 Jahre später nicht mehr existieren wird. Zwei, möglicherweise auch drei große Portalsteine werden innerhalb des nordöstlichen Eingangs aufgestellt. Nur einer davon, 4,9 Meter lang, wird später – umgestürzt – noch erhalten sein. Ebenfalls der Phase 3 zugerechnet wird der Aufbau der vier Stationssteine sowie die Anlage der Avenue), einem beidseitig durch Graben und Erdwall markierten Weg, der über eine Strecke von 3 Kilometer zum Fluss Avon führt; dieser Weg verläuft in einer durch Schmelzwasser am Ende der letzten Eiszeit entstandenen Rinne, die manuell nur geringfügig bearbeitet werden muss. Irgendwann in der dritten Bauphase werden Gräben sowohl um die Stationssteine als auch um den Fersenstein gezogen, der spätestens dann als einzelner Monolith stehen wird. Diese Bauphase von Stonehenge ist die, die der Bogenschütze von Amesbury erblickt haben dürfte; gegen Ende der Phase scheint Stonehenge die Henge von Avebury als zentraler Kult-Ort der Region abzulösen. | ||||
Durch den Klimaeinbruch findet ein kultureller Niedergang auf den Orkneys statt. | ||||
| Britannien In Süd-England beginnt 660 Jahre nach Beginn des Baus von Stonehenge die Haupt-Bautätigkeit. Nun soll die Konstruktion aus 75 Sarsensteinen errichtet werden, die den späteren Gesamteindruck von Stonehenge bestimmen soll. Jeder dieser Steine, die kleineren um 25, die großen um 50 Tonnen schwer, stammt aus einem 30 km nördlich gelegenen Steinbruch bei Marlborough. 30 der Sarsensteine bilden die Pfeiler einer kreisförmigen Konstruktion mit einem Durchmesser von dreißig Metern. Diese Pfeiler tragen einen geschlossenen Ring aus 30 Deck-Steinen. Diese Decksteine werden an ihren Berührungsflächen durch eine aus dem Stein gehauene Spundung, sowie an ihren Auflagepunkten auf den Pfeilern durch eine ebenfalls aus dem Stein gehauene Verzapfung gegen Verschiebungen gesichert. Dass die Sarsensteine einen vollständigen Ring bilden, kann erst im Jahre 2013 a.D. nachgewiesen werden, als eine lang andauernde Trockenheit durch Unterschiede im Pflanzenwuchs die Verdichtung im Untergrund auch da aufzeigt, wo die Steine selbst nicht mehr vorhanden sind. Innerhalb dieses Kreises werden fünf so genannte Trilithen aufgestellt, je zwei von einem Deckstein überbrückte Pfeiler. Die hier verwendeten Steine haben jeweils eine Masse von etwa 50 Tonnen. Auch hier werden die Decksteine mit einer Zapfenverbindung auf den Pfeilern gesichert. Die Oberfläche aller Sarsensteine ist behauen. Die Flächen werden geglättet, die Pfeiler der Trilithen werden nach oben hin etwas breiter, möglicherweise um die Perspektive des Betrachters auszugleichen. Die Decksteine der Trilithen erhielten eine leichte Krümmung und Löcher, sowie Nut-Feder-Verbindungen, um sie in die Zapfen der Tragsteine einzupassen und mit den Ecksteinen zu verkeilen. Auch die Decksteine verjüngen sich von oben nach unten, die Decksteine des Ringes sind zudem leicht gekrümmt. Zudem finden sich auf einigen Pfeilern in den Stein gehauene oder geritzte Abbildungen. Die vielleicht älteste, eine flache rechteckige Form oben an der Innenseite des vierten Trilithen, könnte eine symbolische Darstellung einer Muttergottheit sein. Sie wird vermutlich angebracht, als sich der Stein noch auf dem Erdboden befindet. Alle anderen Abbildungen werden wohl erst nach dem Aufstellen der Steine angebracht werden. Zu nennen sind insbesondere auf Stein 53 die Abbildung eines Bronzedolches sowie von vierzehn Axtköpfen, weitere Darstellungen von Axtköpfen finden sich auf den Steinen 3, 4 und 5. Die Datierung der Abbildungen ist schwierig, morphologisch bestehen aber Ähnlichkeiten mit spätbronzezeitlichen Waffen. | ||||
| Irland / Britannien Beginn des systematischen Abbaus von Kupfer zur Herstellung von Bronze. Bronze ist eine Mischung von Zinn und Kupfer. Die erste Kupfermine Irlands entsteht auf Ross Island im heutigen County Kerry. Bald kommt die Mine am Mount Gabriel im County Cork dazu. Das zur Bronzeproduktion neben Kupfer notwendige Zinn wird in Cornwall abgebaut und nach Irland exportiert. | ||||
| Britannien Stonehenge in Südengland wird nunmehr seit 1000 Jahren gebaut. Nun werden die Blausteine zum ersten Mal wieder aufgerichtet. Das genaue Erscheinungsbild dieser Stätte ist jedoch nicht klar. | ||||
| Britannien Im Süden des heutigen Englands blüht die so genannte "Wessex-Kultur" (der Name bezieht sich auf das Gebiet, nicht auf die Bevölkerung) auf. Sie zeichnet sich durch reichhaltige Grabbeigaben in Grabhügeln aus. Sie ist ferner die Trägerkultur für den weiteren Ausbau von Stonehenge. Orkney | ||||
| Britannien Bis zu diesem Zeitpunkt werden die Blausteine zur Fertigstellung des Bauwerkes erneut umgestellt. Ein Teil wird als Kreis zwischen die zwei Sarsensteinanordnungen aufgestellt und die anderen in eine ovale Form in der Mitte des Monuments eingebaut. Einige Archäologen nehmen an, dass ein Teil der Blausteine in einer zweiten Tranche von Wales geholt wird. Die wieder aufgestellten Blausteine werden nicht optimal in den Erdboden eingelassen, einige von ihnen werden schon bald wieder umstürzen. Bald wird der Nordteil des in dieser Phase errichteten Blausteinkreises entfernt werden, und eine hufeisenförmige Formation entstehen zu lassen, die als Blausteinhufeisen bezeichnet wird. Dieses spiegelt die Form des zentralen Hufeisens der Trilithen wider. | ||||
| Britannien Stonehenge in Südengland, seit etwa 1500 Jahren im Bau, wird von den Erbauern endgültig aufgegeben. Die beiden 29 oder 30 Löcher umfassenden Kreise werden nie mehr mit Steinen besetzt. Die Löcher werden sich in den nächsten Jahrhunderten wieder füllen.
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| Heptarchie (Die sieben angelsächsischen Königreiche) | ||||
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| Königreich der Angelsachsen | ||||
| Königreich England | ||||
| Königreich Dänemark (England) | ||||
| Königreich England | ||||
| Königreich Dänemark (England) | ||||
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| Königreich England | ||||
| Anglo-Normannisches Königreich England | ||||
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Angevinisches Reich Plantagenêt
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in Dekaden |
Königreich England | |||
| 1249 - In Cambridge wird das erste College Englands gegründet. | ||||
| 1264 - Unter der Führung von Simon von Montfort greifen die Barone zu den Waffen, nachdem der König abermals neue Steuerforderungen stellt. Sie schlagen Henry III. bei Lewes. 1265 - Der englische Adlige Piers de Montfort (Peter de Montfort) beruft ein Parlament aus Bürgern und Rittern der Städte ein, das aber nur kurze Zeit besteht. | ||||
| 1277 - König Edward I. unterwirft den letzten walisischen Fürsten Llewelyn ap Gruffydd und gibt dem vergrößerten Königreich erstmals eine Flagge. | ||||
| 1284 - In Oxford wird das zweite College Englands gegründet. | ||||
| 1295 - König Edward beruft das "Model Parliament" ein, das alle drei Stände repräsentiert: Adel, Bürgerliche und Geistlichkeit. Dieses Parlament soll ihm dabei helfen, einen Krieg gegen Schottland zu finanzieren. 1296 - König Edward I. beansprucht die schottische Krone und greift den nördlichen Nachbarn an. | ||||
| 1314 - Durch den Sieg bei der Schlacht von Bannockburn über das Heer von König Edward II. von England bleibt Schottland unabhängig. | ||||
| 1337 - Das Streben Englands nach der Französischen Krone führt zum Hundertjährigen Krieg. Nach einigen bemerkenswerten Siegen kommen große Teile Westfrankreichs für eine Zeitlang unter Englische Herrschaft. | ||||
| 1348-1349 - Die Beulenpest tötet etwa ein Drittel der Bevölkerung. | ||||
| 1453 - Nachdem Johanna von Orleans den Widerstandsgeist ihrer Landsleute geweckt hat, erobern die Franzosen bis 1453 alle verlorenen Gebiete außer Calais wieder zurück. | ||||
| 1485 - Henry Tudor siegt bei der Schlacht von Bosworth Field und wird als Henry VII. zum König gekrönt. | ||||
| 03.11.1534 - König Henry VIII. setzt im Parlament die Suprematsakte Act of Supremacy durch, wodurch der König als „höchstes Oberhaupt der Kirche von England auf Erden“ (supreme head in earth of the Church of England) anerkannt und England damit endgültig von der römischen Kirche losgesagt wurde. Das englische Volk musste unter Eid Heinrichs Oberhoheit sowohl über die Kirche als auch über das Thronfolgegesetz anerkennen. | ||||
in Dekaden |
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in Dekaden |
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| 50px Königreich Großbritannien | ||||
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| 50px Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland | ||||
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| 50px Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland | ||||
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