Olympische Spiele / Königreich Griechenland / Vereinigte Staaten von Amerika Start zum 100-Meter-Finale, von innen nach außen: Lane, Szokolyi Burke, Hofmann, Chalkokondylis Thomas Burke, geboren am 15. Januar 1875 in Boston, Massachusetts, Student der Boston University, ist gegenwärtig der schnellste Läufer der Welt. Sein Kontrahend und Landsmann Thomas Curtis, der Gewinner des zweiten Laufs der Vorrunde und gemeinsam mit Francis Lane Inhaber des Olympischen Rekords auf dieser Strecke, zog sein Startrecht zurück, um an dem Wettbewerb im 110-Meter-Hürdenlauf teilnehmen zu können. Bemerkenswert ist das unterschiedliche Startverhalten der fünf Endlaufteilnehmer. Francis Lane auf der Innenbahn steht dort mit leicht gebeugten Knien, nebeneinandergestellten Füßen, vor dem Körper gekreuzten Armen und schaut geradeaus auf die Bahn. Alajos Szokolyi auf Bahn 2 setzt bei ebenfalls gebeugten Knien den rechten Fuß und rechten Arm nach hinten und schaute nach unten. Fritz Hofmann, Bahn 3, stützt seinen nach vorn gebeugten Körper auf zwei dünne in den Boden gesteckte Stöckchen, der Blick ist nach unten gerichtet. Thomas Burke, neben Hofmann auf Bahn 4, ist der Einzige, der dem heute üblichen Tiefstart ziemlich nahe kommt, wobei er keine zusätzlich Halterung für seine Füße in Form von Löchern im Boden oder einem Startblock zur Verfügung hat. Alexandros Chalkokondylis schließlich steht auf seiner Bahn 5 leicht nach vorn geneigt mit leicht gebeugten Knien und stellt dabei den rechten Arm und rechten Fuß etwas nach hinten. Auch er schaute nach unten. Nach 50 Metern setzen sich Burke und Hofmann ab, der Amerikaner Burke gewinnt mit knapp zwei Metern Vorsprung, der US-Amerikaner Lane und der Ungar Szokolyi werden beide auf Platz 3 gewertet, während der Grieche einen Hauch später durch das Ziel läuft. Die Zeitnehmer stoppen nur die Zeiten für die beiden Erstplatzierten. Die Leistungen der anderen Läufer werden geschätzt.
Ergebnis des 100-Meter-Laufes
Platz
Land
Athlet
Zeit
1
USA
Thomas Burke
12,0s OR
2
GER
Fritz Hofmann
12,2s
3
USA
Francis Lane
12,6s
HUN
Alajos Szokolyi
12,6s
GRE
Alexandros Chalkokondylis
12,6s
-
USA
Thomas Curtis
DNS
Bemerkungen: Der Weltrekord auf dieser Strecke liegt seit dem 4. Juli 1891 bei 10,8 Sekunden, den der US-Amerikaner Luther Cary in Paris aufstellte. Dieser Rekord wurde am 25. September 1892 von dem Briten Cecil Lee in Brüssel eingestellt, ebenso von dem Belgier Étienne de Re am 4. August 1893, ebenfalls in Brüssel. Der Brite L. Atcherley lief am 13. April 1895 in Frankfurt am Main ebenfalls diese Zeit, genau wie sein Landsmann Harry Beaton am 28. August 1895 in Rotterdam. Alle fünf Weltrekordhalter sind nicht am Start bei den Olympischen Spielen.
Olympische Spiele / Königreich Griechenland / Vereinigte Staaten von Amerika Thomas Curtis, Olympiasieger im 110-Meter-Hürdenlauf Um 1530 Uhr findet der Wettbewerb für den 110-Meter-Hürdenlauf statt. Neben Weltrekordler Stephen Chase (USA), der im Vorjahr die Strecke in 15 Sekunden bewältigte, fehlt auch der britische Mitfavorit Godfrey Shaw. Zum Endlauf traten nur der US-Amerikaner Thomas Curtis und der Brite Grantley Goulding an. Die Zweitplatzierten der Vorläufe nehmen ihr Startrecht wegen Terminüberschneidungen nicht wahr. Hoyt startet im gleichzeitig ausgetragenen Stabhochsprung, wo er die Goldmedaille gewinnt, Reichel betreut seinen Landsmann Albin Lermusiaux beim ebenfalls am gleichen Tag ausgetragenen Marathonlauf. Im Finale führt Goulding, der als technisch besserer Hürdenläufer gilt, bis zur letzten Hürde, ehe ihn Curtis dank größerer Endschnelligkeit noch überholt. So gewann Curtis nach seinem Verzicht auf den 100-Meter-Lauf die angestrebte Goldmedaille. Das Ergebnis:
Ergebnis des 110-Meter-Hürdenlaufes
Platz
Land
Athlet
Zeit
1
USA
Thomas Curtis
17,6s OR
2
GBR
Grantley Goulding
18,0s
-
USA
William Hoyt
DNS
HUN
Alajos Szokolyi
DNS
5
FRA
Frantz Reichel
DNS
Bemerkungen: In einigen Quellen wird davon ausgegangen, dass die Streckenlänge 100 und nicht wie heute üblich 110 Meter beträgt. Allerdings ist angesichts der gelaufenen Zeit die längere Strecke eher wahrscheinlich. Dabei müssen acht Hürden, die jeweils 1,00 Meter hoch sind, überquert werden. Eine ausgefeilte Hürdentechnik gibt es noch nicht. Die Hürden werden eher übersprungen als überlaufen. Der Olympiasieger Thomas Pelham Curtis ist ein begabter Fotograf und nutzt seinen Aufenthalt in Athen für viele Aufnahmen. Später will er am Massachusetts Institute of Technology studieren.
Olympische Spiele / Königreich Griechenland Pheidippides, Ursprungsträger des olympischen LanglaufsDer erste Marathon-Olympiasieger Spyridon Louis, Griechenland Um 14 Uhr beginnt der erste Marathonlauf in der Geschichte der Neuzeit, der im Rahmen eines offiziellen Wettbewerbs ausgetragen wird. Die Strecke führt von Marathon nach Athen zum Panathinaiko-Stadion und folgt damit der Streckenführung des Weges, den der antike Bote Pheidippides genommen haben soll, als er den Sieg der Griechen über die Perser im Jahre 490 BC verkündete. Obwohl Weltrekorde für diese Strecke nicht geführt werden, ist die schnellste bis zu diesem Zeitpunkt gelaufene Zeit 3:03:05 Stunden, die in diesem Jahr von dem Griechen Dimitrios Deligiannis gelaufen wurde. Einheitliche Streckenlängen für diesen Lauf gibt es allerdings noch nicht; man orientiert sich an der Länge des Wegs von Marathon nach Athen. 17 bis 25 Athleten aus fünf oder mehr Ländern nehmen an dem Wettbewerb teil, 13 von ihnen sind Griechen. Auf den ersten zwanzig Kilometern führt der Franzose Lermusiaux, Olympiadritter über 1500 Meter, das Feld an. Ein Auto tuckert mit dem Läuferfeld einher, darin ein Arzt und das mobile Kampfgericht. Der spätere Olympiasieger Louis liegt zu dieser Zeit noch auf Platz sechs. Neben dem Franzosen Lermusiaux, der weiße Handschuhe trägt, nehmen auch der Australier Flack – Olympiasieger über 800 und über 1500 Meter, Der US-Amerikaner Blake – Olympiazweiter über 1500 Meter, der Ungar Gyula Kellner und der Grieche Lavrentis Positionen vor Louis ein. Drei der fünf führenden Läufer waren also bereits auf den Mittelstrecken erfolgreich und versuchen nun ihr Glück auf der ungleich längeren Distanz. Hitze, staubige Straßen, die hügelige Strecke und sicherlich die Unerfahrenheit der Läufer mit einer solchen Strecke fordern allerdings ihren Tribut, sodass zunächst Blake aufgibt und Lermusiaux zurückfällt. Spitzenreiter ist für längere Zeit nun der Australier Flack. Bei Kilometer 22 kehrt der spätere Sieger Louis in einem Wirtshaus von Pikermi ein, trinkt ein Glas Wein und kündigt lauthals seinen bevorstehenden Sieg an. Lermusiaux gibt das Rennen bei Kilometer 32 auf. An etwa der gleichen Stelle schließt Spyridon Louis zu Flack auf. Nachdem beide etwa fünf Kilometer gemeinsam gelaufen sind, setzt sich Louis bei dem Dorf Ambelokipi von dem Australier ab, der wenig später aufgibt. Als der Grieche ins Panathinaiko-Stadion einläuft, kennte die Begeisterung seiner Landsleute keine Grenzen und steigert sich noch weiter, als die Zuschauer erkennen, dass auch der zweite Läufer nach Louis ein Grieche ist. Der Sieger Spyridon Louis ist ein Schafhirte, gleichzeitig Rekrut und Wasserträger unter Oberst Papadiamontopoulos, dem die Zähigkeit und Ausdauer seines Soldaten aufgefallen war. So befahl der Oberst ihm, am olympischen Marathonlauf teilzunehmen. Beide Nächte vor dem Rennen betete Louis und am Tag vor seinem Start fastete er. Louis, der sich unterwegs angeblich mit Schafskäse, Metaxa-Brandy und den warmen Worten seiner Landsleute stärkte, beendet seine Stadionrunde und sinkt vor seiner Königin in Demut auf die müden Knie und spricht: "Ich bin nur ein Bauernsohn, Eure Majestät." Das Ergebnis:
Ergebnis des Olympischen Marathonlaufes
Platz
Land
Athlet
Zeit
1
GRE
Spyridon Louis
2:58:50 WR OR
2
GRE
Charilaos Vasilakos
3:06:03
3
HUN
Gyula Kellner
3:06:35
4
GRE
Ioannis Vrettos
keine Angabe
5
GRE
Eleftherios Papasymeon
keine Angabe
6
GRE
Dimitrios Deligiannis
keine Angabe
7
GRE
Evangelos Gerakaris
keine Angabe
8
GRE
Stamatios Masouris
keine Angabe
9
GRE
Sokratis Lagoudakis
keine Angabe
DNF
AUS
Edwin Flack
DNF
FRA
Albin Lermusiaux
DNF
GRE
Ioannis Lavrentis
DNF
GRE
Georgios Grigoriou
DNF
USA
Arthur Blake
DNF
GRE
Ilias Kafetzis
DNF
GRE
Dimitrios Christopoulos
DSQ
GRE
Spyridon Belokas
Bemerkungen: Der Grieche Belokas erreicht als Dritter in einer Zeit von 3:06:30 Stunden das Ziel. Mehrere Teilnehmer behaupten später, er habe einen Teil der Strecke auf einem Pferdefuhrwerk zurückgelegt. Daraufhin wird er disqualifiziert und dem Ungarn Kellner wird der 3. Platz zuerkannt. Kellner ist übrigens der einzige nicht griechische Athlet, der schon einmal vor diesem ersten Marathon der Neuzeit diese Strecke gelaufen ist. Zwei Wochen vor den Spielen war Louis in einer Zeit von 3:18:27 Stunden Fünfter geworden (Siegerzeit war 3:11:27 Stunden gewesen).
Olympische Spiele / Königreich Griechenland / Vereinigte Staaten von Amerika Ellery Clark, USA, Olympiasieger Um 1440 Uhr beginnt im Panathinaiko-Stadion der Wettbewerb im Hochsprung. Der inoffizielle Weltrekord wird derzeit von dem US-Amerikaner Michael Sweeney gehalten, der am 21. September 1895 in New York 1,97 Meter hoch sprang. Bei den Olympischen Spielen in Athen muss jeder Springer bei jeder geforderten Höhe antreten. Die Anfangshöhe beträgt 1,50 Meter. Nach den ersten Steigerungen auf 1,55 und auf 1,60 Meter wird um jeweils 2,5 Zentimeter erhöht, bis mit Clark nur noch ein Springer antreten kann; er überquert vier weitere Höhen und gewinnt mit großem Vorsprung. Connolly und Garrett belegen gleichauf Platz zwei. Je nach Quelle gibt es abweichende Ergebnisse und Höhen für die Platzierten. Nicht am Start ist der US-amerikanische Weltrekordler Mike Sweeney, dessen Rekord mehr als zehn Zentimeter höher liegt als die Siegeshöhe hier in Athen, der aber gegen die geltenden Amateurregeln verstoßen hat, womit er von der Teilnahme an Olympischen Spielen ausgeschlossen wurde. Das Ergebnis:
Um 1540 Uhr beginnt im Panathinaiko-Stadion der Wettbewerb im Stabhochsprung. Der inoffizielle Weltrekord wird derzeit von dem Briten Richard Dickinson gehalten, der 1891 3,58 Meter hoch sprang. Bei den Olympischen Spielen in Athen beträgt die Anfangshöhe der fünf Athleten aus zwei Ländern 2,40 Meter. Die beiden US-Amerikaner Hoyt und Tyler steigen bei 2,80 Metern in den Wettkampf ein, als ihre griechischen Konkurrenten bereits ausgeschieden sind. Wegen des Zieleinlaufs der Marathonläufer muss der Wettkampf für längere Zeit unterbrochen werden und es ist erstaunlich, dass er überhaupt zu Ende geführt werden kann. Nachdem es einen griechischen Sieg im Marathonlauf gab, bricht ein Jubel und Trubel aus, der alles Andere zur Nebensache werden lässt. Die für diesen Tag außerdem noch vorgesehenen Ringkämpfe können jedenfalls nicht mehr durchgeführt werden. Der Stabhochsprung findet nach dem Ausscheiden aller griechischen Springer allerdings so wenig Interesse, dass die Möglichkeit seiner Weiterführung vielleicht diesem Umstand verdanken werden kann. Das Ergebnis:
Im Mannschaftswettbewerb des Barrenturnens treten lediglich die deutsche und zwei griechische Mannschaften an. Die deutsche Mannschaft gewinnt den Wettbewerb. Den zweiten Platz belegt die Mannschaft des Panhellenischen Turnvereins Athen. Auf Platz 3 kommt die Mannschaft des Ethnikos-Turnvereins Athen:
Ergebnis des Mannschaftswettbewerbs des Barrenturnens
Platz
Land
Athlet
Mannschaft
1
GER
Conrad Böcker Alfred Flatow Gustav Felix Flatow Georg Hillmar Fritz Hofmann (Kapitän) Fritz Manteuffel Karl Neukirch Richard Röstel Gustav Schuft Carl Schuhmann Hermann Weingärtner
2
GRE
Nikolaos Andriakopoulos Sotirios Athanasopoulos (Kapitän) Petros Persakis Thomas Xenakis und 29 weitere unbekannte Turner
Mannschaft Panellinios Gymnastikos Syllogos
3
GRE
Ioannis Chrysaphis (Kapitän) Ioannis Mitropoulos Filippos Karvelas Dimitrios Loundras und 15 weitere unbekannte Turner
Im Kallithea in Skopeftirion wird der zweite Wettkampf im Schießen ausgetragen. Auf dem Programm steht das Schießen mit dem Dienstrevolver auf einer Entfernung von 25 Metern. Das Ergebnis ist nicht nur ein Doppelsieg für die USA, sondern auch der erste Doppelsieg eines Bruderpaares. Der Vater von John und Sumner Paine, General Charles Jackson Paine, gewann zwischen 1885 und 1887 dreimal den America's Cup. Während John in der US Army dient, schloss Sumner sein Medizinstudium ab, praktizierte aber nie als Arzt, sondern arbeitet als Büchsenmacher in Paris.
Ergebnis des Schießens mit dem Dienstrevolver (25 Meter)
Im Velodrom Neo Faliro werden heute die Halbfinale im Tennis sowohl im Einzel als auch im Doppel bestritten. Im Einzel sind noch zwei Griechen und jeweils ein Brite und ein Ungar im Wettbewerb, im Doppel sind noch ein griechisches Paar sowie ein australisch/britisches sowie ein deutsch/britisches Paar im Rennen; Letzteres hat ein Freilos für das Finale.
In der folgenden Tabelle wird der jeweilige Gewinner zuerst genannt:
Einzel John Pius Boland (Großbritannien) – Konstantinos Paspatis (Griechenland) Dionysios Kasdaglis (Griechenland) – Momcilo Tapavica (Ungarn)
Doppel Dionysios Kasdaglis/Dimitrios Petrokokkinos (Griechenland) - Edwin Flack (Australien)/George Stuart Robertson (Großbritannien) Friedrich Adolf Traun (Deutschland)/John Pius Boland (Großbritannien) haben ein Freilos
In Athen finden die ersten Begegnungen im griechisch-römischen Ringen statt. Es sind fünf Athleten am Start, zwei davon Griechen. Folgende Paarungen finden statt. In der folgenden Tabelle wird der jeweilige Gewinner zuerst genannt:
Tour 1
Match #1: Carl Schuhmann (Deutschland) - Launceston Elliot (Großbritannien)
Match #2: Stephanos Khristopoulos (Griechenland) - Momcsilló Tapavicza (Ungarn)
Match #3: Georgios Tsitas (Griechenland) hat ein Freilos
Halbfinale
Match #1: Carl Schuhmann (Deutschland) hat ein Freilos
Match #2: Georgios Tsitas Griechenland - Stephanos Christopoulos (Griechenland)
Damit gewinnt der Grieche Stephanos Christopoulos den 3., der Ungar Momcsilló Tapavicza den 4. und der Brite Launceston Elliot ebenfalls den 4. Platz. Das Finale findet morgen statt.
Im letzten Einzelwettbewerb des Turnens holen die Griechen wieder einen Doppelsieg im Tauklettern. Fünf Teilnehmer aus vier Ländern absolvieren den wohl strukturell riskantesten Wettbewerb dieser Olympiade. Die Teilnehmer agierten ohne Sicherung in 14 Metern Höhe. Die Disziplin ist kein Ausdruck von turnerischer Gestaltung, sondern ein vertikaler Überlebensakt – näher am Selbstopfer als am Sport. Das Ergebnis:
Ergebnis des Wettbewerbs des Taukletterns
Platz
Land
Athlet
Zeit (s)
1
GRE
Nikolaos Andriakopoulos
23,4 OR
2
GRE
Thomas Xenakis
keine Angabe
3
GER
Fritz Hofmann
keine Angabe
4
DEN
Viggo Jensen
keine Angabe
5
GBR
Launceston Elliot
keine Angabe
Bemerkungen: Es liegen keine Angaben zur Punktzahl vor; dennoch vergibt Oteripedia! einen editoriellen OR-Titel, weil der Sieger strukturell als Erstplatzierter gilt und keine höhere Leistung dokumentiert ist, nur dass der numerische Wert nicht überliefert ist.
Olympische Spiele / Königreich Griechenland / Deutsches Kaiserreich Alfred Flatow, erster deutscher Olympasieger Beim Turnen holt Alfred Flatow als erster Deutscher und erster jüdischer Athlet der Geschichte eine olympische Siegermedaille. Der Schweizer Louis Zutter, der den zweiten Platz belegt, holt die erste olympische Medaille für die Eidgenossen. Das Ergebnis:
Ergebnis des Barrenturnens (Parallel Bars)
Platz
Land
Athlet
Punkte
1
GER
Alfred Flatow
keine Angabe
2
SUI
Louis Zutter
keine Angabe
3
GER
Hermann Weingärtner
keine Angabe
4-17
GER
Conrad Blöker
keine Angabe
4-17
BUL
Charles Champaud
keine Angabe
4-17
GER
Gustav Flatow
keine Angabe
4-17
FRA
Adolphe Grisel
keine Angabe
4-17
GER
Georg Hilmar
keine Angabe
4-17
HUN
Gyula Kakas
keine Angabe
4-17
GER
Fritz Manteuffel
keine Angabe
4-17
GRE
Ioannis Mitropoulos
keine Angabe
4-17
GER
Karl Neukirch
keine Angabe
4-17
GRE
Antonios Papaioannou
keine Angabe
4-17
GER
Richard Röstel
keine Angabe
4-17
GER
Gustav Schuft
keine Angabe
4-17
GER
Carl Schumann
keine Angabe
4-17
HUN
Deszö Wein
keine Angabe
Bemerkungen: Es liegen keine Angaben zur Punktzahl vor. Da es keine offiziellen Platzierungen über den dritten Platz hinaus gibt, wird in der Oteripedia!-Wertung allen Teilnehmern, die das volle Programm absoltiert haben, der vierte Platz zuerkannt.
Medaillenspiegel nach dem fünften Wettkampftag
Platz
Land
Silber
Bronze
Total
1
USA
10
6
16
2
GRE
7
8
15
3
GER
4
5
9
4
FRA
2
4
6
5
AUS
2
1
3
6
SUI
1
2
3
DEN
1
1
2
GBR
1
1
2
8
HUN
0
1
1
Bemerkungen: Es werden pro Wettkampf nur zwei Medaillen vergeben: Die Silbermedaille für den Sieger und die Bronzemedaille für den Zweiten. Die zwischendurch gestern übernommene Gesamtführung der vielen griechischen Athleten, wird heute wieder von den USA "kassiert", die 5 Siege und 3 zweite Plätze einfahren. Auch Deutschland arbeitet sich mit zwei Siegen und zwei zweiten Plätzen vor auf einen sicheren dritten Platz in der temporären Gesamtwertung.
OTERIPEDIA!-ZÄHLUNG - Warum Oteripedia! anders zählt Hermann Weingärtner, erfolgreichster Olympionike des Tages Bei allen athletischen Veranstaltungen entscheiden oft ein einziger Zentimeter oder eine Hundertstelsekunde darüber, wer als Sieger gefeiert wird – und wer leer ausgeht. Dabei sind die Leistungen der Athleten oft nahezu gleichwertig, nur die Bedingungen oder der Moment machen den Unterschied. Das führt dazu, dass der Erste als Held gilt – und alle anderen als Verlierer. Die Oteripedia!-Wertung setzt hier bewusst einen anderen Maßstab:
Der Sieger erhält 10 Punkte, der Zweite 9, der Dritte 8 – bis zum Zehnten mit 1 Punkt
Wer einen Olympischen Rekord aufstellt, bekommt einen Zusatzpunkt
Wer zusätzlich einen Weltrekord erreicht, erhält einen weiteren Punkt
Besonderheit 1896: Alle Olympiasieger der ersten Spiele der Neuzeit erhalten den Titel „Olympischer Rekord“ und damit ebenfalls einen Zusatzpunkt
So entsteht eine gerechtere und nachvollziehbare Wertung, die nicht nur den Sieger feiert, sondern auch die Leistung der anderen sichtbar macht. Nicht der Moment entscheidet über Bedeutung – sondern die dokumentierte Leistung. Und die Nationenwertung ist am Schluss mindestens doppelt so lang, dass viel mehr Nationen erkennen können, dass der Aufwand sich gelohnt hat.
Die erfolgreichsten Athleten des fünften Wettkampftages
Platz
Land
Athlet
Punkte
1
GER
Fritz Hofmann
24
2
GRE
Spyridon Louis
11
USA
Thomas Curtis
11
USA
Thomas Burke
11
USA
John Bryant Paine
11
USA
William Hoyt
11
USA
Ellery Clark
11
GRE
Nikolaos Andriakopoulos
11
9
GER
Mannschaft Deutschland
10
10
GER
Alfred Flatow
10
Bemerkungen: Wieder ist ein Deutscher der erfolgreichste Tagesathlet.
Die erfolgreichsten Länder des fünften Wettkampftages
Platz
Land
Punkte
in Prozent
1
Königreich Griechenland
136
32,0 %
2
Deutsches Kaiserreich
108
25,4 %
3
Vereinigte Staaten von Amerika
99
23,3 %
4
Transleithanien
30
7,1 %
5
Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland
15
3,5 %
6
Schweizerische Eidgenossenschaft
9
2,1 %
7
Fürstentum Bulgarien
7
1,6 %
Königreich Dänemark
7
1,6 %
Französische Republik
7
1,6 %
Vereinigtes Königreich Schweden und Norwegen
7
1,6 %
Bemerkungen: -
Die erfolgreichsten Athleten der ersten fünf Wettkampftage
Platz
Land
Athlet
Punkte
1
GER
Carl Schuhmann
56
2
GER
Fritz Hofmann
45
3
GER
Hermann Weingärtner
44
4
USA
Robert Garrett
41
5
GER
Alfred Flatow
40
6
DEN
Viggo Jensen
39
7
HUN
Deszö Wein
36
SUI
Louis Zutter
36
9
GER
Georg Hilmar
30
HUN
Gyula Kakas
30
GER
Karl Neukirch
30
GER
Richard Röstel
30
GER
Gustav Schuft
30
Bemerkungen: Zum ersten Mal stehen mit Carl Schuhmann, Fritz Hofmann und Hermann Weingärtner drei Deutsche an der Spitze der aktuellen Gesamtwertung und sie und andere Deutsche stellen mehr als die Hälfte der Liste der Athleten mit 30 Punkten oder mehr. Carl Schuhmann, der gestern zum ersten Mal an der Spitze der Tabelle stand, gewinnt heute noch einmal 7 Punkte hinzu und bleibt ganz oben stehen.
Die erfolgreichsten Länder der ersten fünf Wettkampftage