Die Entscheidung im Florett-Fechten findet im Zappeion in Athen statt. Jeweils vier Teilnehmer aus Frankreich und Griechenland fechten in zwei Viergruppen die jeweiligen Sieger aus, die im Finale gegeneinander antreten. Die weiteren Plätze werden nicht ausgefochten, da die Ergebnisse der Vorrunde für das Ranking herangezogen werden.
Ergebnis des Florett-Wettbewerbes
Platz
Land
Athlet
1
FRA
Eugène-Henri Gravelotte
2
FRA
Henri Callot
3
GRE
Perikles Pierrakos-Mavromikhalis
4
GRE
Ioannis Poulos
5
GRE
Athanasios Vouros
GRE
Konstantinos Komninos-Miliotis
Bemerkungen: Der Pariser Medizinstudent Gravelotte gewinnt die erste französische Goldmedaille in der Geschichte der Olympischen Spiele. Mit dem zweiten Platz des Franzosen Henri Callot ist Frankreich außerdem das erste Land, das bei Olympischen Spielen einen Doppelsieg holt. Periklis Pierrakos-Mavromichalis ist ein hoher Offizier des griechischen Heeres. Auch Komninos-Miliotis ist griechischer Armeeoffizier.
Olympische Spiele / Königreich Griechenland Ioannis Georgiadis, erster Olympiasieger Griechenlands Die Entscheidung im Säbel-Fechten fällt durch Einzelkämpfe jeder gegen jeden. Das Ergebnis:
Ergebnis des Säbel-Wettbewerbes
Platz
Land
Athlet
1
GRE
Ioannis Georgiadis
2
GRE
Tilemachos Karakalos
3
DEN
Holger Louis Nielsen
4
AUT
Adolf Schmal
GRE
Georgios Iatridis
Bemerkungen: Ioannis Georgiadis wird der erste griechische Sieger bei Olympischen Spielen der Neuzeit. Der gebürtige Dortmunder und für Österreich-Ungarn angetretene Adolf Schmal liegt nach zwei Siegen in der Vorrunde bereits in Führung, als der griechische König ins Stadion kommt. Um diesem die Beobachtung des gesamten Turniers zu ermöglichen, werden alle Wettkämpfe annulliert und neu ausgetragen. In diesem zweiten Durchgang verliert Schmal die beiden Kämpfe und wird letztlich nur Vierter.
Bemerkungen: Der Däne Viggo Jensen wird bei gleicher Leistung wie Alexandros Nikolopoulos der zweite Platz wegen eines "besseren Stils" zuerkannt. Launceston Elliot wird der erste schottische Olympiasieger. Er stammt aus einer Beamtenfamilie, die viele hohe Positionen im britischen Empire innehatte. Sein Urgroßvater war Gouverneur von Madras, sein Großvater Charles Elliot Gouverneur von Sankt Helena. Er selbst wurde in Indien geboren, wo sein Vater Gilbert Wray Elliot Richter war. Der Dritte des Wettbewerbes, Nikolopoulos, ist Medizinstudent.
Bemerkungen: Viggo Jensen wird zum Olympiasieger erklärt, da er bei gleicher Leistung wie Launceston Elliot einen „besseren“ Stil hat. Elliot macht einen Ausfallschritt nach vorn. Der österreich-ungarische Teilnehmer Momcsilló Tapavicza ist eigentlich Serbe, studiert aber in Budapest das Fach Architektur, woraufhin er vom ungarischen Verband gemeldet wurde.
Olympische Spiele / Königreich Griechenland / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland (Australien) Edwin Flack, erster Olympiasieger Australiens Am 1500-Meter-Lauf, der im Panathinaiko-Stadion in Athen ausgetragen wird, nehmen insgesamt acht Sportler aus fünf Nationen teil. Den Weltrekord in dieser Disziplin hält der US-Amerikaner Thomas Conneff, der am 26. August 1895 die Strecke in New York in 4:15,6 Minuten zurücklegte. In Athen tritt Conneff nicht an und Edwin Flack gewinnt.
Ergebnis des 1500-Meter-Laufes
Platz
Land
Athlet
Zeit
1
AUS
Edwin Flack
4:33,2 min OR
2
USA
Arthur Blake
4:34,0 min
3
FRA
Albin Lermusiaux
4:36,0 min
4
DEU
Carl Galle
4:39,0 min
5
GRE
Angelos Fetsis
keine Angabe
GRE
Dimitrios Golemis
keine Angabe
GRE
Konstantinos Karakatsanis
keine Angabe
GRE
Dimitrios Tomprof
keine Angabe
Bemerkungen: Der gebürtige Londoner Flack, der mit seinen Eltern im Alter von fünf Jahren nach Australien zog und jetzt der erste Sieger seines Landes bei Olympischen Spielen wird, ist Student der griechischen Geschichte in Melbourne. Arthur Blake aus Boston, Massachusetts, wurde von der Harvard University, an der er studiert, für die Olympischen Spiele gemeldet. Carl Galle ist ein Leichtathlet aus Berlin, Dimitrios Tomprof ein Grieche aus Smyrna, dem heutigen Izmir. Da es keine Vorläufe gibt, bedeutet die Siegerzeit für Edwin Flack auch Olympischen Rekord. Zu Beginn des Rennens bestimmt Albin Lermusiaux das Tempo, wird aber in der letzten Runde von Flack und Arthur Blake überholt. Im Spurt behält der Australier die Oberhand.
Olympische Spiele / Königreich Griechenland / Vereinigte Staaten von Amerika Olympiasieger Thomas Burke, USA Beim Finale des 400-Meter-Laufes um 1530 Uhr siegt der US-Amerikaner Thomas Burke mit 7,5 Metern Vorsprung vor seinem Landsmann Herbert Jamison. Nur die Zeiten der beiden Erstplatzierten werden genommen, die weiteren werden geschätzt. Den Weltrekord für diese Strecke halten allerdings zwei Briten mit jeweils 48,5 Sekunden. Henry Tindall konnte am 28. Juni 1889 in London diese Zeit laufen, Edgar Bredin am 22. Juni 1895, ebenfalls in London.
Ergebnis des 400-Meter-Finales
Platz
Land
Athlet
Zeit (sec.)
1
USA
Thomas Burke
54,2 OR
2
USA
Herbert Jamison
55,2
3
GBR
Charles Gmelin
56,6
DEU
Fritz Hofmann
56,6
Bemerkungen: Der Deutsche Fritz Hofmann führt anfangs das Rennen an, wird aber von den beiden US-Amerikanern auf der Zielgeraden überholt. Ob Charles Gmelin oder Fritz Hofmann um einen Hauch vor dem Anderen gewinnen, wird in der Literatur gegensätzlich beschrieben, daher stehen die Beiden hier gemeinsam auf dem 3. Platz. Der Sieger Thomas Burke bekommt den "Olympischen Rekord" zuerkannt.
Olympische Spiele / Königreich Griechenland / Vereinigte Staaten von Amerika Olympiasieger Ellery Clark, USA Um 1440 Uhr findet der Wettbewerb zum Weitsprung der Männer statt. Der US-Amerikaner Ellery Clark startet mit zwei Fehlversuchen in den Wettbewerb, bevor er mit dem letzten seiner drei Versuche seinen bis dahin führenden Landsmann Garrett noch übertrifft. Der Grund für Clarks Fehlversuche liegt darin, dass der griechische Kronprinz Konstantin seine als Anlaufmarke gesetzte Mütze mit der Bemerkung, das gehöre sich nicht für Amateure, entfernt. Das Niveau dieses Wettbewerbs ist nicht das Beste, auch gemessen am gegenwärtigen Welt-Standard. Den Weltrekord hält der hier nicht angetretene Ire J.J. Mooney mit 7,21 m, C.E.H. Leggatt ist im Olympiajahr britischer AAA-Meister mit 7,03 m geworden und tritt in Athen ebenfalls nicht an.
Ergebnis des Weitsprung-Wettbewerbs
Platz
Land
Athlet
Weite (m)
1
USA
Ellery Clark
6,35 OR
2
USA
Robert Garrett
6,18
3
USA
James Connolly
6,11
4
FRA
Alexandre Tuffèri
5,98
5
FRA
Alphonse Grisel
5,83
6
SWE
Henrik Sjöberg
5,80
7
GRE
Alexandros Chalkokondylis
5,74
8
DEU
Carl Schuhmann
5,70
9
GRE
Athanasios Skaltsogiannis
keine Angabe
Bemerkungen: -
Olympische Spiele / Königreich Griechenland / Vereinigte Staaten von Amerika Olympiasieger Robert Garrett, USA Um 1540 Uhr findet der Olympische Wettbewerb im Kugelstoßen statt. Gestoßen wird in Athen aus einem Quadrat, nicht aus einem Kreis. Das Kugelstoßen hat wie andere Disziplinen bei diesen olympischen Wettbewerben auch kein besonderes Leistungsniveau. Der Weltrekord des Kanadiers George Gray aus dem Jahr 1893 lag mit 14,32 m um mehr als drei Meter über der Siegesweite. Dem Iren Denis Horgan, der 1896 alle Wettbewerbe, bei denen er am Start war, gewann, stellte sein Verband nicht die Mittel zur Verfügung, um nach Athen zu reisen. Horgans schwächste Leistung im Jahr 1896 liegt bei 13,24 m, seine beste bei 14,15 m, was noch einmal das Niveau des Kugelstoßens hier in Athen deutlich macht. Dieser Wettbewerb ist derjenige mit den am meisten abweichenden Angaben in den Quellen. Der US-Amerikaner Robert Garrett holt als erster Olympionike der Neuzeit die zweite Goldmedaille. Hier die Aufstellung der Resultate nach der Seite des IOC:
Ergebnis des Wettbewerbs im Kugelstoßen
Platz
Land
Athlet
Weite (m)
1
USA
Robert Garrett
11,22 OR
2
GRE
Miltiadis Gouskos
11,20
3
GRE
Giorgios Papasideris
10,36
4
DEN
Viggo Jensen
keine Angabe
DEU
Carl Schuhmann
keine Angabe
USA
Ellery Clark
keine Angabe
DEU
Fritz Hofmann
keine Angabe
Bemerkungen: Die Würfe werden aus einem quadratischen Bereich mit 2,13 m Seitenlänge ausgeführt. Den Teilnehmern stehen zunächst drei Versuche zur Verfügung, den besten vier Athleten dann weitere drei Würfe. Garrett erzielt seine Siegerweite mit dem ersten Versuch. Gouskos kommt ihm im letzten Durchgang sehr nahe, so dass die griechischen Zuschauer ihn zunächst sogar als Sieger feiern. Die Ergebnisse des Kugelstoßens lassen sich ähnlich wie in einigen anderen Disziplinen nur ungenau rekonstruieren. Je nach Quelle gibt es ab Platz vier abweichende Angaben.
Acht Athleten aus sechs Ländern absolvieren ihre Vorläufe zum 110-Meter-Hürden-Lauf, der am 10. April entschieden werden soll. Der US-Amerikanische Weltrekordhalter Stephen Chase, der im Vorjahr die Strecke in 15 Sekunden bewältigte, fehlt bei den Olympischen Spielen.
In Lauf 1 gewinnt der Brite Grantley Goulding in 18,4 Sekunden (Olympischer Rekord) vor den Franzosen Frantz Reichel, dem Ungarn Alajos Szokolyi und den Griechen Anastasios Andreou. Die ersten Beiden sind für das Finale qualifiziert.
In Lauf 2 gewinnt der US-Amerikaner Thomas Curtis in 18,0 Sekunden, was einen neuen Olympischen Rekord bedeutet, vor seinem Landsmann William Hoyt, dem Deutschen Kurt Doerry und dem Griechen Athanasios Skaltsogiannis. Die ersten Beiden sind für das Finale qualifiziert.
Medaillenspiegel nach dem zweiten Wettkampftag
Platz
Land
Silber
Bronze
Total
1
USA
5
3
8
2
GRE
1
4
5
3
FRA
1
2
3
4
GBR
1
1
2
DEN
1
1
2
6
AUS
1
0
1
Bemerkungen: Es werden pro Wettkampf nur zwei Medaillen vergeben: Die Silbermedaille für den Sieger und die Bronzemedaille für den Zweiten.
OTERIPEDIA!-ZÄHLUNG - Warum Oteripedia! anders zählt Robert Garrett, erfolgreichster Olympionike des Tages Bei allen athletischen Veranstaltungen entscheiden oft ein einziger Zentimeter oder eine Hundertstelsekunde darüber, wer als Sieger gefeiert wird – und wer leer ausgeht. Dabei sind die Leistungen der Athleten oft nahezu gleichwertig, nur die Bedingungen oder der Moment machen den Unterschied. Das führt dazu, dass der Erste als Held gilt – und alle anderen als Verlierer. Die Oteripedia!-Wertung setzt hier bewusst einen anderen Maßstab:
Der Sieger erhält 10 Punkte, der Zweite 9, der Dritte 8 – bis zum Zehnten mit 1 Punkt
Wer einen Olympischen Rekord aufstellt, bekommt einen Zusatzpunkt
Wer zusätzlich einen Weltrekord erreicht, erhält einen weiteren Punkt
Besonderheit 1896: Alle Olympiasieger der ersten Spiele der Neuzeit erhalten den Titel „Olympischer Rekord“ und damit ebenfalls einen Zusatzpunkt
So entsteht eine gerechtere und nachvollziehbare Wertung, die nicht nur den Sieger feiert, sondern auch die Leistung der anderen sichtbar macht. Nicht der Moment entscheidet über Bedeutung – sondern die dokumentierte Leistung. Und die Nationenwertung ist am Schluss mindestens doppelt so lang, dass viel mehr Nationen erkennen können, dass der Aufwand sich gelohnt hat.
Die erfolgreichsten Athleten des zweiten Wettkampftages
Platz
Land
Athlet
Punkte
1
DEN
Viggo Jensen
27
2
USA
Robert Garrett
20
GBR
Launceston Elliot
20
4
USA
Ellery Clark
18
DEU
Carl Schuhmann
18
6
GRE
Giorgios Papasideris
16
GRE
Sotirios Versis
16
8
DEU
Fritz Hofmann
15
9
AUS
Edwin Flack
11
USA
Thomas Burke
11
Bemerkungen: -
Die erfolgreichsten Länder des zweiten Wettkampftages
Platz
Land
Punkte
in Prozent
1
Königreich Griechenland
133
36,1 %
2
Vereinigte Staaten von Amerika
75
19,8 %
3
Französische Republik
40
10,6 %
Deutsches Kaiserreich
40
10,6 %
5
Königreich Dänemark
35
9,2 %
6
Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland
28
7,4 %
7
Commonwealth of Australia
11
2,9 %
8
Cisleithanien
7
1,8 %
9
Königreich Schweden
5
1,3 %
Transleithanien
5
1,3 %
Bemerkungen: -
Die erfolgreichsten Athleten der beiden Wettkampftage
Platz
Land
Athlet
Punkte
1
USA
Robert Garrett
32
2
DEN
Viggo Jensen
27
3
DEU
Carl Schuhmann
24
GRE
Sotirios Versis
24
5
GRE
Giorgios Papasideris
23
6
DEU
Fritz Hofmann
21
7
GBR
Launceston Elliot
20
8
USA
James Conolly
19
9
USA
Ellery Clark
18
10
FRA
Alexandre Tuffèri
16
Bemerkungen: -
Die erfolgreichsten Länder der beiden Wettkampftage