Chronik 1900.02-III: Unterschied zwischen den Versionen
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| + | <center> '''[[Chronik 1900.02|Ereignisse vom 01.-10. des Monats]] [[Chronik 1900.02-II|Ereignisse vom 11.-20. des Monats]] [[Chronik 1900.02-III|Ereignisse vom 21.-Ende des Monats]]''' </center> | ||
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== <center> '''Die britische Arbeiterschaft erhält eine parlamentarische Vertretung im Parlament''' </center> == | == <center> '''Die britische Arbeiterschaft erhält eine parlamentarische Vertretung im Parlament''' </center> == | ||
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== <center> '''Alle Länder, die nach dem Gregorianischen Kalender datieren, feiern keinen Schalttag Ende Februar''' </center> == | == <center> '''Alle Länder, die nach dem Gregorianischen Kalender datieren, feiern keinen Schalttag Ende Februar''' </center> == | ||
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| − | | <center> [[Datei:China 1890-1912.png|70px]] [[Datei:USA 1896-1908.png|70px]] <br><br>[[Datei:Japan.png|70px]] [[Datei:Italien 1861-1946.png|70px]] <br><br> [[Datei:Frankreich.png|70px]] [[Datei:Russland 1883-1914.png|70px]] <br><br> [[Datei:Deutsches Reich.png|70px]] [[Datei:Österreich-Ungarn.png|70px]] <br> '''Ende September 1899-07.09.1901''' </center> || '''[[Kaiserreich China 1900|Kaiserreich China]] / [[Vereinigte Staaten von Amerika 1900|Vereinigte Staaten von Amerika]] / [[Japanisches Kaiserreich 1900|Japanisches Kaiserreich]] / [[Königreich Italien 1900|Königreich Italien]] / [[Französische Republik 1900|Französische Republik]] / [[Russisches Kaiserreich 1900|Russisches Kaiserreich]] / [[Deutsches Kaiserreich 1900.02|Deutsches Kaiserreich]] / [[Österreichisch-Ungarische Monarchie 1900|Österreichisch-Ungarische Monarchie]]''' <br> | + | | <center> [[Datei:China 1890-1912.png|70px]] [[Datei:USA 1896-1908.png|70px]] <br><br>[[Datei:Japan.png|70px]] [[Datei:Italien 1861-1946.png|70px]] <br><br> [[Datei:Frankreich.png|70px]] [[Datei:Russland 1883-1914.png|70px]] <br><br> [[Datei:Deutsches Reich.png|70px]] [[Datei:Österreich-Ungarn.png|70px]] <br> '''Ende September 1899-07.09.1901''' </center> || '''[[Kaiserreich China 1900|Kaiserreich China]] / [[Vereinigte Staaten von Amerika 1900.02|Vereinigte Staaten von Amerika]] / [[Japanisches Kaiserreich 1900|Japanisches Kaiserreich]] / [[Königreich Italien 1900|Königreich Italien]] / [[Französische Republik 1900|Französische Republik]] / [[Russisches Kaiserreich 1900|Russisches Kaiserreich]] / [[Deutsches Kaiserreich 1900.02|Deutsches Kaiserreich]] / [[Österreichisch-Ungarische Monarchie 1900|Österreichisch-Ungarische Monarchie]]''' <br> |
Der Boxeraufstand in China war eine nationalistische und anti-westliche Revolte. Auslöser waren die zunehmende ausländische Einflussnahme und die damit verbundene soziale Unruhe im Land. Die Bewegung, die sich "Boxer" nannte, griff zunächst christliche Missionare und chinesische Christen an, weitete ihre Angriffe aber später auch auf ausländische Gesandte und Siedlungen aus. Die Niederschlagung des Aufstands erfolgte durch eine internationale Allianz von acht Nationen, die Peking einnahm und die Qing-Dynastie zwang, dem Boxerprotokoll zuzustimmen, was China weiter schwächte und den ausländischen Einfluss zementierte. <br> | Der Boxeraufstand in China war eine nationalistische und anti-westliche Revolte. Auslöser waren die zunehmende ausländische Einflussnahme und die damit verbundene soziale Unruhe im Land. Die Bewegung, die sich "Boxer" nannte, griff zunächst christliche Missionare und chinesische Christen an, weitete ihre Angriffe aber später auch auf ausländische Gesandte und Siedlungen aus. Die Niederschlagung des Aufstands erfolgte durch eine internationale Allianz von acht Nationen, die Peking einnahm und die Qing-Dynastie zwang, dem Boxerprotokoll zuzustimmen, was China weiter schwächte und den ausländischen Einfluss zementierte. <br> | ||
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Der in Ulm geborene theoretische Physiker Albert Einstein, der 1896 aus der Staatsbürgerschaft Württembergs entlassen wurde, erhält in Zürich die Einbürgerung, was eine Voraussetzung zum Erhalt der Schweizerischen Staatsbürgerschaft bedeutet. <br> | Der in Ulm geborene theoretische Physiker Albert Einstein, der 1896 aus der Staatsbürgerschaft Württembergs entlassen wurde, erhält in Zürich die Einbürgerung, was eine Voraussetzung zum Erhalt der Schweizerischen Staatsbürgerschaft bedeutet. <br> | ||
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| − | | <center> [[Datei:Deutsches Reich.png|70px]] </center> || '''[[Deutsches Kaiserreich 1900.02|Deutsches Kaiserreich]]''' <br> | + | | <center> [[Datei:Deutsches Reich.png|70px]] [[Datei:Elsass-Lothringen 1891-1918.png|70px]] </center> || '''[[Deutsches Kaiserreich 1900.02|Deutsches Kaiserreich]] / [[Reichsland Elsass-Lothringen 1900|Reichsland Elsass-Lothringen]]''' <br> |
| − | Der Deutsche Reichstag in Berlin nimmt gegen die Stimmen der Deutschkonservativen den Antrag auf Beseitigung des Diktaturparagraphen in Elsaß-Lothringen an. | + | Der Deutsche Reichstag in Berlin nimmt gegen die Stimmen der Deutschkonservativen den Antrag auf Beseitigung des Diktaturparagraphen in Elsaß-Lothringen an. Das ist ein bedeutendes Ereignis in der Geschichte des Deutschen Reiches und des Reichslandes Elsaß-Lothringen. Der sogenannte Diktaturparagraph war Teil des Gesetzes über die Verfassung und Verwaltung von Elsaß-Lothringen, das 1879 verabschiedet wurde. Dieser Paragraph gibt dem Kaiser und seinem Statthalter weitreichende diktatorische Befugnisse, um die Region zu kontrollieren. Elsaß-Lothringen war nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1871 an das Deutsche Reich angegliedert worden und wurde als Reichsland direkt vom Kaiser regiert, was viele Spannungen und Widerstände hervorrief. Die Entscheidung des Reichstags, den Diktaturparagraphen abzuschaffen, ist ein Schritt hin zu mehr Selbstbestimmung und einer liberaleren Verwaltung in Elsaß-Lothringen. Es ist ein Zeichen dafür, dass die Region nicht länger als bloße Kolonie behandelt werden sollte, sondern als integraler Bestandteil des Reiches mit eigenen Rechten und einer gewissen Autonomie. Der Widerstand der Deutschkonservativen zeigt jedoch, wie umstritten diese Reform ist, da sie als Schwächung der zentralen Macht und als Zugeständnis an die französischsprachige Bevölkerung angesehen wird. Dieses Ereignis spiegelt die komplexen politischen und kulturellen Spannungen wider, die Elsaß-Lothringen während seiner Zeit als Teil des Deutschen Reiches prägen.<br> |
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| − | | <center> [[Datei:Großbritannien.png|70px]] [[Datei:Transvaal 1880-1902.png|70px]] </center> || '''[[Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland 1900|Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland]] / [[ | + | | <center> [[Datei:Großbritannien.png|70px]] [[Datei:Cape Colony 1876-1910.png|70px]]<br><br>[[Datei:Transvaal 1880-1902.png|70px]] [[Datei:Oranje-Freistaat 1880-1902.png|70px]] </center> || '''[[Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland 1900|Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland]] / [[Cape Colony 1900|Britische Kapkolonie]] / [[Südafrikanische Republik (Transvaal) 1900|Südafrikanische Republik (Transvaal)]] / [[Oranjefreistaat 1900|Oranjefreistaat]] / [[Britische Kolonie Natal 1900|Britische Kolonie Natal]]''' <br> |
| − | Das britische Unterhaus in London lehnt nach heftiger Debatte die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses über den Jameson Raid ab. Im Januar 1896 hatten die Buren unter Paulus „Ohm” Krüger die in Transvaal eingefallenen Briten unter Leander Starr Jameson besiegt. <br> | + | Das britische Unterhaus in London lehnt nach heftiger Debatte die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses über den Jameson Raid ab. Im Januar 1896 hatten die Buren unter Paulus „Ohm” Krüger die in Transvaal eingefallenen Briten unter Leander Starr Jameson besiegt. Es beginnen heftige Kämpfe um die Höhen des Tugela-Flusses, einschließlich Railway Hill und Pieters Hill. Die britischen Truppen setzen ihre zahlenmäßige Überlegenheit und Artillerie ein, um die Verteidigung der Boers zu durchbrechen. <br> |
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| <center> [[Datei:Österreich-Ungarn.png|70px]] </center> || '''[[Österreichisch-Ungarische Monarchie 1900|Österreichisch-Ungarische Monarchie]]''' <br> | | <center> [[Datei:Österreich-Ungarn.png|70px]] </center> || '''[[Österreichisch-Ungarische Monarchie 1900|Österreichisch-Ungarische Monarchie]]''' <br> | ||
| − | Der neue österreichische Ministerpräsident Ernest von Koerber stellt dem Reichsrat in Wien sein Regierungsprogramm vor. <br> | + | Der neue österreichische Ministerpräsident Ernest von Koerber stellt dem Reichsrat in Wien sein bemerkenswertes Regierungsprogramm vor, das auf wirtschaftliche Modernisierung und die Stabilisierung der Donaumonarchie abzielt. Hier sind einige zentrale Punkte seines Programms: |
| + | * '''Wirtschaftliche Entwicklung:''' Koerber setzt auf umfangreiche Infrastrukturprojekte, darunter den Ausbau von Eisenbahnlinien und Wasserstraßen. Diese Maßnahmen sollen die wirtschaftliche Integration der verschiedenen Regionen der Monarchie fördern und die wirtschaftliche Basis stärken. | ||
| + | * '''Nationalitätenpolitik:''' Er bemüht sich, die Spannungen zwischen den verschiedenen Nationalitäten der Monarchie zu entschärfen. Ein Beispiel dafür war die Einladung zu einer Verständigungskonferenz zwischen Deutschen und Tschechen, um Konflikte zu lösen und den Zusammenhalt zu fördern. | ||
| + | * '''Liberale Reformen:''' Von Koerber ist ein Vertreter bürgerlich-liberaler Politik und setzt sich für eine Modernisierung der Verwaltung und eine Stärkung der bürgerlichen Freiheiten ein. | ||
| + | * '''Innovative Ansätze:''' Von Koerbers Regierungsstil wird pragmatisch und auf Fortschritt ausgerichtet sein. Er versucht, durch wirtschaftlichen Aufschwung auch politische Stabilität zu erreichen. Sein Ansatz, wirtschaftliche und infrastrukturelle Maßnahmen als Mittel zur politischen Integration zu nutzen, ist visionär. <br> | ||
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| <center> [[Datei:Deutsches Reich.png|70px]] </center> || '''[[Deutsches Kaiserreich 1900.02|Deutsches Kaiserreich]] / [[Königreich Preußen 1900|Königreich Preußen]]''' <br> | | <center> [[Datei:Deutsches Reich.png|70px]] </center> || '''[[Deutsches Kaiserreich 1900.02|Deutsches Kaiserreich]] / [[Königreich Preußen 1900|Königreich Preußen]]''' <br> | ||
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US-Außenminister John Milton Hay lässt nach einer Anfrage im Repräsentantenhaus in Washington erklären, dass zwischen den USA und Großbritannien kein geheimes Bündnis besteht. <br> | US-Außenminister John Milton Hay lässt nach einer Anfrage im Repräsentantenhaus in Washington erklären, dass zwischen den USA und Großbritannien kein geheimes Bündnis besteht. <br> | ||
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| − | | <center> [[Datei:Deutsches Reich.png|70px]] [[Datei:Wappen Deutsch-Samoa.png|70px]] <br><br> [[Datei:USA 1896-1908.png|70px]] </center> || '''[[Deutsches Kaiserreich 1900.02|Deutsches Kaiserreich]] / [[Samoa 1900|Deutsches Schutzgebiet Samoa]] / [[Vereinigte Staaten von Amerika 1900|Vereinigte Staaten von Amerika]] / [[Samoa 1900|Amerikanisch-Samoa]]''' <br> | + | | <center> [[Datei:Deutsches Reich.png|70px]] [[Datei:Wappen Deutsch-Samoa.png|70px]] <br><br> [[Datei:USA 1896-1908.png|70px]] [[Datei:Großbritannien.png|70px]] </center> || '''[[Deutsches Kaiserreich 1900.02|Deutsches Kaiserreich]] / [[Samoa 1900|Deutsches Schutzgebiet Samoa]] / [[Vereinigte Staaten von Amerika 1900|Vereinigte Staaten von Amerika]] / [[Samoa 1900|Amerikanisch-Samoa]] / [[Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland 1900|Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland]]''' <br> |
| − | Der US-Senat in Washington genehmigt das Abkommen mit dem Deutschen Reich über Ausgleichszahlungen an US-Bürger, die in den Samoa-Wirren zu Schaden gekommen sind. <br> | + | Der US-Senat in Washington genehmigt das Abkommen mit dem Deutschen Reich über Ausgleichszahlungen an US-Bürger, die in den Samoa-Wirren zu Schaden gekommen sind. Die Samoa-Spannungen waren in den 1880er Jahren eskaliert, als noch die USA und Großbritannien die Kontrolle über die Inseln hatten. Ende des 19. Jahrhunderts war Samoa strategisch wichtig, und alle drei Mächte hatten wirtschaftliche und politische Interessen dort. Die Spannungen eskalierten in den 1880er Jahren, als rivalisierende samoanische Fraktionen von den Großmächten unterstützt wurden. 1889 kam es zu einer besonders kritischen Situation, als deutsche und amerikanische Kriegsschiffe in einem drohenden militärischen Konflikt standen – doch ein schwerer Zyklon zerstörte die Flotten beider Seiten und verhinderte eine offene Schlacht. Um die Spannungen zu lösen, wurde 1899 das Samoa-Abkommen geschlossen, bei dem Deutschland die westlichen Inseln (später Samoa) erhielt, während die USA die östlichen Inseln (später Amerikanisch-Samoa) übernahmen. Großbritannien zog sich aus Samoa zurück und erhielt im Gegenzug andere territoriale Vorteile. Das Abkommen, das der US-Senat heute genehmigt, regelt unter anderem Entschädigungszahlungen an US-Bürger, die während der Konflikte wirtschaftliche oder persönliche Schäden erlitten hatten. Es war ein diplomatischer Schritt, um die Beziehungen zwischen den USA und Deutschland zu stabilisieren und die koloniale Neuordnung im Pazifik abzuschließen..<br> |
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| <center> [[Datei:Deutsches Reich.png|70px]] [[Datei:Preußen 1892-1918.png|70px]] </center> || '''[[Deutsches Kaiserreich 1900.02|Deutsches Kaiserreich]] / [[Königreich Preußen 1900|Königreich Preußen]]''' <br> | | <center> [[Datei:Deutsches Reich.png|70px]] [[Datei:Preußen 1892-1918.png|70px]] </center> || '''[[Deutsches Kaiserreich 1900.02|Deutsches Kaiserreich]] / [[Königreich Preußen 1900|Königreich Preußen]]''' <br> | ||
* Das preußische Abgeordnetenhaus in Berlin berät in erster Lesung den Gesetzentwurf zur Reform des Gemeindewahlrechts. | * Das preußische Abgeordnetenhaus in Berlin berät in erster Lesung den Gesetzentwurf zur Reform des Gemeindewahlrechts. | ||
| − | * In Berlin fordern Unternehmer die Vereinheitlichung der Bestimmungen für Lokomobile | + | * In Berlin fordern Unternehmer die Vereinheitlichung der Bestimmungen für Lokomobile. Ein Lokomobil ist eine bewegliche Dampfmaschine, die vor allem in der Landwirtschaft und im Bauwesen eingesetzt wird. Die Forderung nach einheitlichen Bestimmungen 1900 zeigt, dass Lokomobile eine wichtige Rolle spielen und eine Regulierung notwendig wurde. Sie sind beeindruckende Maschinen, die mit ihrem Fauchen und Dampfen eine ganz eigene Atmosphäre im Straßenverkehr schaffen. |
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| − | | <center> [[Datei:Großbritannien.png|70px]] [[Datei:Transvaal 1880-1902.png|70px]] </center> || '''[[Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland 1900|Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland]] / [[ | + | | <center> [[Datei:Großbritannien.png|70px]] [[Datei:Cape Colony 1876-1910.png|70px]]<br><br>[[Datei:Transvaal 1880-1902.png|70px]] [[Datei:Oranje-Freistaat 1880-1902.png|70px]] </center> || '''[[Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland 1900|Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland]] / [[Cape Colony 1900|Britische Kapkolonie]] / [[Südafrikanische Republik (Transvaal) 1900|Südafrikanische Republik (Transvaal)]] / [[Oranjefreistaat 1900|Oranjefreistaat]] / [[Britische Kolonie Natal 1900|Britische Kolonie Natal]]''' <br> |
| − | Die Schlacht von Paardeberg zwischen britischen Streitkräften auf der einen Seite und Streitkräfte von Transvaal und dem Oranje-Freistaat beginnt. Die britischen Befehlshaber Herbert Kitchener, Frederick Roberts und Thomas Kelly-Kenny stehen den Buren Piet Cronjé (Transvaal) und Christiaan de Wet (Oranje) gegenüber. Die Briten verfügen über 15.000, die Buren über 5000 Mann. <br> | + | Die Schlacht von Paardeberg zwischen britischen Streitkräften auf der einen Seite und Streitkräfte von Transvaal und dem Oranje-Freistaat beginnt. Die britischen Befehlshaber Herbert Kitchener, Frederick Roberts und Thomas Kelly-Kenny stehen den Buren Piet Cronjé (Transvaal) und Christiaan de Wet (Oranje) gegenüber. Die Briten verfügen über 15.000, die Buren über 5000 Mann. Die Briten versuchten, die Buren einzukesseln, und nach zehn Tagen intensiver Kämpfe und der Belagerung muss sich Cronjé mit seinen noch 4000 Mann ergeben. Dies war ein schwerer Schlag für die Buren, da sie eine ihrer wichtigsten Streitkräfte verloren. Die Schlacht markiert einen Wendepunkt im Krieg und stärkt die britische Position erheblich. Es war eine der ersten großen Belagerungen des Krieges und zeigte, wie sich die britische Strategie von schnellen Kavallerieangriffen hin zu systematischen Einkesselungen änderte. Die Buren kämpften tapfer, aber die britische Übermacht und ihre moderne Kriegsführung setzt ihnen sehr zu, was zur Folge hat, dass die Moral der britischen Truppen, die an dieser Front zum größten Teil aus dem Royal Canadian Regiment of Infantry besteht, erheblich ansteigt. Der burische General Piet Cronjé ist ein erfahrener Kommandant, doch bei Paardeberg geriet er in eine aussichtslose Situation. Nachdem seine Truppen von den Briten eingekesselt wurden, entschied er sich, eine Wagenburg zu errichten und sich zu verschanzen. Die britische Artillerie bombardierte die Buren unaufhörlich, und die Lage wurde immer verzweifelter. Cronjé soll persönlich durch das Lager gegangen sein, um seine Männer zu beruhigen, doch die Erschöpfung und der Mangel an Nahrung machten die Verteidigung zunehmend unmöglich. <br> |
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| <center> [[Datei:Deutsches Reich.png|70px]] [[Datei:Preußen 1892-1918.png|70px]] </center> || '''[[Deutsches Kaiserreich 1900.02|Deutsches Kaiserreich]] / [[Königreich Preußen 1900|Königreich Preußen]]''' <br> | | <center> [[Datei:Deutsches Reich.png|70px]] [[Datei:Preußen 1892-1918.png|70px]] </center> || '''[[Deutsches Kaiserreich 1900.02|Deutsches Kaiserreich]] / [[Königreich Preußen 1900|Königreich Preußen]]''' <br> | ||
| − | + | [[Datei:Leo Arons.jpg|140px|thumb|left|''Martin Leo Arons'']] Martin Leo Arons (* 1860 Berlin), dessen Familie im Bankwesen tätig ist, ist ein bedeutender Experimenteller Physiker und Sozialdemokrat. Aufgrund seiner SPD-Mitgliedschaft wird er von seiner Lehrtätigkeit an der Friedrich-Wilhelms-Universität (später Humboldt-Universität) ausgeschlossen – eine Entwicklung, die in einem politischen Klima stattfindet, das auch jüdische Gelehrte zunehmend aus akademischen Positionen drängt. Trotz der Einschränkungen setzt er sich weiterhin für soziale Reformen und wissenschaftliche Fortschritte ein. Seine Arbeiten zur Elektrotechnik, insbesondere zur Quecksilberdampflampe, werden später praktische Anwendung finden und wurden von der AEG genutzt werden. Die SPD wird als Bedrohung für die bestehende Ordnung angesehen, und ihre Mitglieder haben mit erheblichen Einschränkungen zu kämpfen. Arons selbst ist ein politisch engagierter Wissenschaftler, der sich auch politisch engagiert , zum Beispiel beim Einsatz für eine Bodenreform, und er versucht, bürgerliche Sozialreformer und Sozialdemokraten zusammenzubringen. Seine Suspendierung zeigt, wie stark Wissenschaft und Politik miteinander verflochten sind und wie sehr eine politische Überzeugung direkte Auswirkungen auf die berufliche Laufbahn haben kann. Nach seiner Suspendierung will Arons sich ganz der Politik widmen. Die Suspendierung wird als "Lex Arons" in die Geschichte eingehen. <br> | |
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| <center> [[Datei:Frankreich 1848-1941.png|70px]] </center> || '''[[Französische Republik 1900|Französische Republik]]''' <br> | | <center> [[Datei:Frankreich 1848-1941.png|70px]] </center> || '''[[Französische Republik 1900|Französische Republik]]''' <br> | ||
| − | Der | + | [[Datei:René de Knyff.jpg|140px|thumb|''René de Knyff'']] Der französisch-belgische Automobilrennfahrer René de Knyff (* 1865 Antwerpen) gewinnt auf Panhard-Levassor den ersten Grand Prix des Jahres in Pau. Die 337 Kilometer auf öffentlichen Straßen durch Südwestfrankreich bewältigt er mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 70,050 km/h in vier Stunden, 46 Minuten und 57 Sekunden. Die Strecke führte durch Städte wie Tarbes, Riscles, Saint-Sever, Dax, Bayonne und Orthez. Von den ersten sechs Fahrzeugen im Ziel sind fünf von Panhard, was die Dominanz dieser Marke unterstreicht. Insgesamt nehmen 9 Autos und 10 Motorräder an dem Rennen teil. Dieses Rennen ist besonders, weil es das erste Mal ist, dass offiziell der Begriff „Grand Prix“ nicht mehr nur für Pferderennen verwendet wird. Es ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung des Motorsports und zeigt die wachsende Popularität von Automobilrennen. Der Panhard & Levassor, mit dem René de Knyff den Grand Prix de Pau 1900 gewinnt, hat eine Leistung von 12 PS, was eine beachtliche Motorisierung darstellt! Diese frühen Rennwagen sind von ihrer Architektur noch stark von Kutschen inspiriert, haben häufig offene Karosserien, große Speichenräder und werden mit Lenkhebeln statt Lenkrädern gesteuert, der Siegerwagen besitzt allerdings höchstwahrscheinlich bereits ein Lenkrad. <br> |
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| <center> [[Datei:Deutsches Reich.png|70px]] [[Datei:Preußen 1892-1918.png|70px]] </center> || '''[[Deutsches Kaiserreich 1900.02|Deutsches Kaiserreich]] / [[Königreich Preußen 1900|Königreich Preußen]]''' <br> | | <center> [[Datei:Deutsches Reich.png|70px]] [[Datei:Preußen 1892-1918.png|70px]] </center> || '''[[Deutsches Kaiserreich 1900.02|Deutsches Kaiserreich]] / [[Königreich Preußen 1900|Königreich Preußen]]''' <br> | ||
| − | Der deutsche Meteorologe und Aeronaut Arthur Berson, der Hochflüge bis zu 9150 Meter unternommen hat, weist in Berlin auf die Gefahren der Luftschiffahrt für den Menschen in Höhen über 5000 Meter hin. Herzklopfen, bedeutende Beschleunigung des Pulsschlags, größeres Atmungsbedürfnis, auffallendes Nachlassen der Kräfte, Energielosigkeit, Schläfrigkeit seien die Hauptgefahren für Luftschiffer. <br> | + | Der deutsche Meteorologe und Aeronaut Arthur Berson (* 1859 in Neu-Sandez, Galizien), der Hochflüge bis zu 9150 Meter unternommen hat, weist in Berlin auf die Gefahren der Luftschiffahrt für den Menschen in Höhen über 5000 Meter hin. Herzklopfen, bedeutende Beschleunigung des Pulsschlags, größeres Atmungsbedürfnis, auffallendes Nachlassen der Kräfte, Energielosigkeit, Schläfrigkeit seien die Hauptgefahren für Luftschiffer. <br> |
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| <center> [[Datei:Deutsches Reich.png|70px]] [[Datei:Wappen Deutsch-Kamerun.png|70px]] </center> || '''[[Deutsches Kaiserreich 1900.02|Deutsches Kaiserreich]] / [[Schutzgebiet Deutsch-Kamerun 1900|Schutzgebiet Deutsch-Kamerun]]''' <br> | | <center> [[Datei:Deutsches Reich.png|70px]] [[Datei:Wappen Deutsch-Kamerun.png|70px]] </center> || '''[[Deutsches Kaiserreich 1900.02|Deutsches Kaiserreich]] / [[Schutzgebiet Deutsch-Kamerun 1900|Schutzgebiet Deutsch-Kamerun]]''' <br> | ||
| − | Bei einer deutschen Strafexpedition gegen die Bangwaneger in Kamerun werden drei Offiziere verwundet, ein Arzt wird getötet. <br> | + | Bei einer deutschen Strafexpedition gegen die Bangwaneger in Kamerun werden drei Offiziere verwundet, ein Arzt wird getötet. Die Strafexpedition ist ein Teil der kolonialen Unterdrückungsmaßnahmen des Deutschen Kaiserreichs in seiner damaligen Kolonie Deutsch-Kamerun. Während der deutschen Kolonialherrschaft kommt es immer wieder zu Widerstand seitens der einheimischen Bevölkerung gegen die deutsche Verwaltung und ihre wirtschaftlichen sowie politischen Maßnahmen. Solche Strafexpeditionen werden oft als Reaktion auf Aufstände oder Widerstand gegen die Kolonialmacht durchgeführt. Leider gibt es nur wenige spezifische Quellen zur Expedition gegen die "Bangwaneger", aber allgemein werden solche militärischen Aktionen brutal durchgeführt und zielen darauf ab, die Kontrolle über die Region zu festigen. Die deutsche Verwaltung setzt dabei oft auf militärische Gewalt, um lokale Herrscher und Bevölkerungsgruppen zu unterwerfen. <br> |
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| − | | <center> [[Datei:Großbritannien.png|70px]] [[Datei:Cape Colony 1876-1910.png|70px]]<br><br>[[Datei:Transvaal 1880-1902.png|70px]] [[Datei:Oranje-Freistaat 1880-1902.png|70px]] </center> || '''[[Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland 1900|Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland]] / [[Cape Colony 1900|Britische Kapkolonie]] / [[Oranjefreistaat 1900|Oranjefreistaat]] / [[ | + | | <center> [[Datei:Großbritannien.png|70px]] [[Datei:Cape Colony 1876-1910.png|70px]]<br><br>[[Datei:Transvaal 1880-1902.png|70px]] [[Datei:Oranje-Freistaat 1880-1902.png|70px]] </center> || '''[[Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland 1900|Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland]] / [[Cape Colony 1900|Britische Kapkolonie]] / [[Südafrikanische Republik (Transvaal) 1900|Südafrikanische Republik (Transvaal)]] / [[Oranjefreistaat 1900|Oranjefreistaat]] / [[Britische Kolonie Natal 1900|Britische Kolonie Natal]]''' <br> |
| − | Vor dem Unterhaus gibt der britische Kriegsminister St. John Brodrick bekannt, dass im Burenkrieg auch Frauen und Kinder „zu ihrem Schutz“ in Konzentrationslagern festgehalten werden. Die Ernährungslage in diesen Lagern wird als „schwierig“ bezeichnet. <br> | + | Vor dem Unterhaus gibt der britische Kriegsminister St. John Brodrick bekannt, dass im Burenkrieg auch Frauen und Kinder „zu ihrem Schutz“ in Konzentrationslagern festgehalten werden. Die Ernährungslage in diesen Lagern wird als „schwierig“ bezeichnet, nicht nur deswegen wird die Existenz dieser Einrichtungen später als "dunkles Kapitel" bezeichnet werden. Die Konzentrationslager werden von Lord Kitchener eingeführt, um die burische Bevölkerung zu kontrollieren und den Widerstand der Buren zu brechen. Die britische Armee interniert Frauen, Kinder und ältere Männer in diesen Lagern, während die burischen Kämpfer weiter Widerstand leisten. Die Bedingungen sind katastrophal: Mangelernährung, Krankheiten und schlechte Hygiene führen zu einer hohen Sterblichkeitsrate. Im Unterhaus gibt es Kritik an den unmenschlichen Bedingungen, doch die britische Regierung verteidigt die Maßnahme als militärische Notwendigkeit. Diese Lager sind eine der ersten systematischen Internierungseinrichtungen in der modernen Geschichte. <br> |
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| − | Die Ankunft eines russischen Kanonenboots in Buschehr (Buschir) in Persien erregt großes Aufsehen, weil seit Jahrzehnten kein russisches Kriegsschiff mehr in den Persischen Golf eingelaufen ist. <br> | + | Die Ankunft eines russischen Kanonenboots in Buschehr (Buschir) in Persien erregt großes Aufsehen, weil seit Jahrzehnten kein russisches Kriegsschiff mehr in den Persischen Golf eingelaufen ist. Russland ist gegenwärtig stark in Persien engagiert, insbesondere in wirtschaftlichen und militärischen Angelegenheiten. Die russische Marine hat in der Region Einfluss, und es gibt immer wieder diplomatische Spannungen zwischen Russland und Großbritannien um die Kontrolle über Persien. <br> |
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| − | Führende Vertreter der Fabian Society, des Trades Union Congress (TUC) und der Independent Labour Party (ILP) gründen auf einer Tagung in London, die bis zum 28. Februar dauert, das Labour Representation Committee. <br> | + | Führende Vertreter der Fabian Society, des Trades Union Congress (TUC) und der Independent Labour Party (ILP) gründen auf einer Tagung in London, die bis zum 28. Februar dauert, das Labour Representation Committee, das die politische Vertretung der Arbeiterklasse organisieren soll. Die ILP ist eine treibende Kraft hinter der frühen Labour-Bewegung und beeinflusst die sozialistische Politik in Großbritannien erheblich. <br> |
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| − | Neun Tage nach Beginn der Schlacht bei Paardeberg besiegen die britischen Streitkräfte unter General John French die Streitkräfte der Buren. Buren-Anführer Petrus "Piet" Arnoldus Cronje wird zusammen mit 4018 Mann, rund 10 Prozent der burischen Soldaten, von dem britischen Oberbefehlshaber Feldmarschall Frederick Sleigh Roberts, gefangengenommen. Paardeberg ist der erste Sieg der Briten im Zweiten Burenkrieg. | + | Neun Tage nach Beginn der Schlacht bei Paardeberg besiegen die britischen Streitkräfte unter General John French die Streitkräfte der Buren. Buren-Anführer Petrus "Piet" Arnoldus Cronje wird zusammen mit 4018 Mann, rund 10 Prozent der burischen Soldaten, von dem britischen Oberbefehlshaber Feldmarschall Frederick Sleigh Roberts, gefangengenommen. Paardeberg ist der erste Sieg der Briten im Zweiten Burenkrieg. Auf britischer Seite sind 258 Tote, 1211 Verwundete und 86 gefangen genommene Soldaten zu beklagen, auf burischer Seite sind es 100 Tote, 250 Verwundete und 4096 Gefangene. Die Briten erobern Pieters Hill und durchbrechen die Hauptverteidigungslinie der Buren. Dies führt zur Entlastung von Ladysmith am nächsten Tag. Die Schlacht wird ein Wendepunkt im Zweiten Burenkrieg und zeigt die Entschlossenheit der britischen Truppen, trotz schwerer Verluste die Belagerung von Ladysmith zu beenden. <br> |
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| − | Das Großherzogtum Baden erlässt eine Verordnung, durch die Frauen uneingeschränkt zum Hochschulstudium zugelassen werden. <br> | + | Das Großherzogtum Baden erlässt eine Verordnung, durch die Frauen uneingeschränkt zum Hochschulstudium zugelassen werden. Bis jetzt konnten Frauen nur als Gasthörerinnen an Vorlesungen teilnehmen, ohne offiziell immatrikuliert zu sein. Die Entscheidung wird maßgeblich durch den Einsatz von Johanna Kappes beeinflusst, die sich erfolgreich für ihr Medizinstudium an der Universität Freiburg einsetzt. Das Badische Ministerium der Justiz, des Kultus und des Unterrichts unterstützt die Zulassung von Frauen, trotz Widerstand einiger Professoren. Baden wird damit der erste deutsche Staat, der Frauen uneingeschränkt zum Studium zulässt – ein Meilenstein für die Gleichstellung in der Wissenschaft. <br> |
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Die Zweite Ständekammer des Königreichs Sachsen in Dresden bewilligt zwei Millionen Mark zum Bau von Arbeiter- und Angestelltenwohnungen für Eisenbahnangestellte. <br> | Die Zweite Ständekammer des Königreichs Sachsen in Dresden bewilligt zwei Millionen Mark zum Bau von Arbeiter- und Angestelltenwohnungen für Eisenbahnangestellte. <br> | ||
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| − | Aus Alaska wird gemeldet, dass die zum Bau von Eisenbahnen eingestellten Arbeiter trotz überdurchschnittlich hoher Löhne sofort weglaufen, wenn die Kunde von neuen Goldfelderentdeckungen zu ihnen gelange. 1898 haben an einem einzigen Tag 1700 Männer ihre Arbeit im Stich gelassen. <br> | + | Aus Alaska wird gemeldet, dass die zum Bau von Eisenbahnen eingestellten Arbeiter trotz überdurchschnittlich hoher Löhne sofort weglaufen, wenn die Kunde von neuen Goldfelderentdeckungen zu ihnen gelange. 1898 haben an einem einzigen Tag 1700 Männer ihre Arbeit im Stich gelassen. Die Vorstellung, dass an einem einzigen Tag so viele Männer ihre Arbeit niederlegen, zeigt, wie stark die Hoffnung auf schnellen Wohlstand ist. Viele dieser Abenteurer finden jedoch harte Bedingungen vor – eisige Temperaturen, schwierige Transportwege und oft enttäuschende Goldausbeuten, denn die besten Claims sind vergeben, und viele Goldsucher haben die Region wieder verlassen. Dennoch gibt es weiterhin kleinere Goldfunde, die Arbeiter dazu brachten, ihre Jobs aufzugeben – wie die Meldung aus Alaska zeigt. <br> |
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Version vom 2. Mai 2025, 16:36 Uhr
Weltchronik der dritten Dekade des Februar 1900
Weltchronik der dritten Dekade des Februar 1900
Die britische Arbeiterschaft erhält eine parlamentarische Vertretung im Parlament
Britische Truppen errichten Konzentrationslager zur Internierung der zivilen Buren in Südafrika
Alle Länder, die nach dem Gregorianischen Kalender datieren, feiern keinen Schalttag Ende Februar
| Hier geht es zu den Ereignissen der Jahre... | 1890 / 1891 / 1892 / 1893 / 1894 / 1895 / 1896 / 1897 / 1898 |
| Hier geht es zu den Ereignissen der Monate des Jahres 1899 | Januar / Februar / März / April / Mai / Juni / Juli / August / September / Oktober / November / Dezember |
| Hier geht es zu den Ereignissen der Monate des Jahres 1900 | Januar / Februar / März / April / Mai / Juni / Juli / August / September / Oktober / November / Dezember |
Ende September 1899-07.09.1901 |
Kaiserreich China / Vereinigte Staaten von Amerika / Japanisches Kaiserreich / Königreich Italien / Französische Republik / Russisches Kaiserreich / Deutsches Kaiserreich / Österreichisch-Ungarische Monarchie Der Boxeraufstand in China war eine nationalistische und anti-westliche Revolte. Auslöser waren die zunehmende ausländische Einflussnahme und die damit verbundene soziale Unruhe im Land. Die Bewegung, die sich "Boxer" nannte, griff zunächst christliche Missionare und chinesische Christen an, weitete ihre Angriffe aber später auch auf ausländische Gesandte und Siedlungen aus. Die Niederschlagung des Aufstands erfolgte durch eine internationale Allianz von acht Nationen, die Peking einnahm und die Qing-Dynastie zwang, dem Boxerprotokoll zuzustimmen, was China weiter schwächte und den ausländischen Einfluss zementierte. |
| Schweizerische Eidgenossenschaft Der in Ulm geborene theoretische Physiker Albert Einstein, der 1896 aus der Staatsbürgerschaft Württembergs entlassen wurde, erhält in Zürich die Einbürgerung, was eine Voraussetzung zum Erhalt der Schweizerischen Staatsbürgerschaft bedeutet. | |
| Deutsches Kaiserreich / Reichsland Elsass-Lothringen Der Deutsche Reichstag in Berlin nimmt gegen die Stimmen der Deutschkonservativen den Antrag auf Beseitigung des Diktaturparagraphen in Elsaß-Lothringen an. Das ist ein bedeutendes Ereignis in der Geschichte des Deutschen Reiches und des Reichslandes Elsaß-Lothringen. Der sogenannte Diktaturparagraph war Teil des Gesetzes über die Verfassung und Verwaltung von Elsaß-Lothringen, das 1879 verabschiedet wurde. Dieser Paragraph gibt dem Kaiser und seinem Statthalter weitreichende diktatorische Befugnisse, um die Region zu kontrollieren. Elsaß-Lothringen war nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1871 an das Deutsche Reich angegliedert worden und wurde als Reichsland direkt vom Kaiser regiert, was viele Spannungen und Widerstände hervorrief. Die Entscheidung des Reichstags, den Diktaturparagraphen abzuschaffen, ist ein Schritt hin zu mehr Selbstbestimmung und einer liberaleren Verwaltung in Elsaß-Lothringen. Es ist ein Zeichen dafür, dass die Region nicht länger als bloße Kolonie behandelt werden sollte, sondern als integraler Bestandteil des Reiches mit eigenen Rechten und einer gewissen Autonomie. Der Widerstand der Deutschkonservativen zeigt jedoch, wie umstritten diese Reform ist, da sie als Schwächung der zentralen Macht und als Zugeständnis an die französischsprachige Bevölkerung angesehen wird. Dieses Ereignis spiegelt die komplexen politischen und kulturellen Spannungen wider, die Elsaß-Lothringen während seiner Zeit als Teil des Deutschen Reiches prägen. | |
| Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland / Britische Kapkolonie / Südafrikanische Republik (Transvaal) / Oranjefreistaat / Britische Kolonie Natal Das britische Unterhaus in London lehnt nach heftiger Debatte die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses über den Jameson Raid ab. Im Januar 1896 hatten die Buren unter Paulus „Ohm” Krüger die in Transvaal eingefallenen Briten unter Leander Starr Jameson besiegt. Es beginnen heftige Kämpfe um die Höhen des Tugela-Flusses, einschließlich Railway Hill und Pieters Hill. Die britischen Truppen setzen ihre zahlenmäßige Überlegenheit und Artillerie ein, um die Verteidigung der Boers zu durchbrechen. |
| Österreichisch-Ungarische Monarchie Der neue österreichische Ministerpräsident Ernest von Koerber stellt dem Reichsrat in Wien sein bemerkenswertes Regierungsprogramm vor, das auf wirtschaftliche Modernisierung und die Stabilisierung der Donaumonarchie abzielt. Hier sind einige zentrale Punkte seines Programms:
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| Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen Die "Elektricitätswerk Südwest Aktiengesellschaft" (ESA) schließt mit der Gemeinde Wilmersdorf (bei Berlin) einen Konzessionsvertrag für Wegerecht und Stromlieferung. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland US-Außenminister John Milton Hay lässt nach einer Anfrage im Repräsentantenhaus in Washington erklären, dass zwischen den USA und Großbritannien kein geheimes Bündnis besteht. | |
| Deutsches Kaiserreich / Deutsches Schutzgebiet Samoa / Vereinigte Staaten von Amerika / Amerikanisch-Samoa / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Der US-Senat in Washington genehmigt das Abkommen mit dem Deutschen Reich über Ausgleichszahlungen an US-Bürger, die in den Samoa-Wirren zu Schaden gekommen sind. Die Samoa-Spannungen waren in den 1880er Jahren eskaliert, als noch die USA und Großbritannien die Kontrolle über die Inseln hatten. Ende des 19. Jahrhunderts war Samoa strategisch wichtig, und alle drei Mächte hatten wirtschaftliche und politische Interessen dort. Die Spannungen eskalierten in den 1880er Jahren, als rivalisierende samoanische Fraktionen von den Großmächten unterstützt wurden. 1889 kam es zu einer besonders kritischen Situation, als deutsche und amerikanische Kriegsschiffe in einem drohenden militärischen Konflikt standen – doch ein schwerer Zyklon zerstörte die Flotten beider Seiten und verhinderte eine offene Schlacht. Um die Spannungen zu lösen, wurde 1899 das Samoa-Abkommen geschlossen, bei dem Deutschland die westlichen Inseln (später Samoa) erhielt, während die USA die östlichen Inseln (später Amerikanisch-Samoa) übernahmen. Großbritannien zog sich aus Samoa zurück und erhielt im Gegenzug andere territoriale Vorteile. Das Abkommen, das der US-Senat heute genehmigt, regelt unter anderem Entschädigungszahlungen an US-Bürger, die während der Konflikte wirtschaftliche oder persönliche Schäden erlitten hatten. Es war ein diplomatischer Schritt, um die Beziehungen zwischen den USA und Deutschland zu stabilisieren und die koloniale Neuordnung im Pazifik abzuschließen.. |
Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen
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| Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland / Britische Kapkolonie / Südafrikanische Republik (Transvaal) / Oranjefreistaat / Britische Kolonie Natal Die Schlacht von Paardeberg zwischen britischen Streitkräften auf der einen Seite und Streitkräfte von Transvaal und dem Oranje-Freistaat beginnt. Die britischen Befehlshaber Herbert Kitchener, Frederick Roberts und Thomas Kelly-Kenny stehen den Buren Piet Cronjé (Transvaal) und Christiaan de Wet (Oranje) gegenüber. Die Briten verfügen über 15.000, die Buren über 5000 Mann. Die Briten versuchten, die Buren einzukesseln, und nach zehn Tagen intensiver Kämpfe und der Belagerung muss sich Cronjé mit seinen noch 4000 Mann ergeben. Dies war ein schwerer Schlag für die Buren, da sie eine ihrer wichtigsten Streitkräfte verloren. Die Schlacht markiert einen Wendepunkt im Krieg und stärkt die britische Position erheblich. Es war eine der ersten großen Belagerungen des Krieges und zeigte, wie sich die britische Strategie von schnellen Kavallerieangriffen hin zu systematischen Einkesselungen änderte. Die Buren kämpften tapfer, aber die britische Übermacht und ihre moderne Kriegsführung setzt ihnen sehr zu, was zur Folge hat, dass die Moral der britischen Truppen, die an dieser Front zum größten Teil aus dem Royal Canadian Regiment of Infantry besteht, erheblich ansteigt. Der burische General Piet Cronjé ist ein erfahrener Kommandant, doch bei Paardeberg geriet er in eine aussichtslose Situation. Nachdem seine Truppen von den Briten eingekesselt wurden, entschied er sich, eine Wagenburg zu errichten und sich zu verschanzen. Die britische Artillerie bombardierte die Buren unaufhörlich, und die Lage wurde immer verzweifelter. Cronjé soll persönlich durch das Lager gegangen sein, um seine Männer zu beruhigen, doch die Erschöpfung und der Mangel an Nahrung machten die Verteidigung zunehmend unmöglich. |
| Österreichisch-Ungarische Monarchie Der Landtag von Niederösterreich genehmigt nach hitzigen Debatten die Reform der Wiener Gemeindewahlordnung. Diese Reform sichert die Herrschaft der Christlichsozialen im Wiener Gemeinderat. | |
| Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen Martin Leo Arons (* 1860 Berlin), dessen Familie im Bankwesen tätig ist, ist ein bedeutender Experimenteller Physiker und Sozialdemokrat. Aufgrund seiner SPD-Mitgliedschaft wird er von seiner Lehrtätigkeit an der Friedrich-Wilhelms-Universität (später Humboldt-Universität) ausgeschlossen – eine Entwicklung, die in einem politischen Klima stattfindet, das auch jüdische Gelehrte zunehmend aus akademischen Positionen drängt. Trotz der Einschränkungen setzt er sich weiterhin für soziale Reformen und wissenschaftliche Fortschritte ein. Seine Arbeiten zur Elektrotechnik, insbesondere zur Quecksilberdampflampe, werden später praktische Anwendung finden und wurden von der AEG genutzt werden. Die SPD wird als Bedrohung für die bestehende Ordnung angesehen, und ihre Mitglieder haben mit erheblichen Einschränkungen zu kämpfen. Arons selbst ist ein politisch engagierter Wissenschaftler, der sich auch politisch engagiert , zum Beispiel beim Einsatz für eine Bodenreform, und er versucht, bürgerliche Sozialreformer und Sozialdemokraten zusammenzubringen. Seine Suspendierung zeigt, wie stark Wissenschaft und Politik miteinander verflochten sind und wie sehr eine politische Überzeugung direkte Auswirkungen auf die berufliche Laufbahn haben kann. Nach seiner Suspendierung will Arons sich ganz der Politik widmen. Die Suspendierung wird als "Lex Arons" in die Geschichte eingehen. |
| Französische Republik Der französisch-belgische Automobilrennfahrer René de Knyff (* 1865 Antwerpen) gewinnt auf Panhard-Levassor den ersten Grand Prix des Jahres in Pau. Die 337 Kilometer auf öffentlichen Straßen durch Südwestfrankreich bewältigt er mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 70,050 km/h in vier Stunden, 46 Minuten und 57 Sekunden. Die Strecke führte durch Städte wie Tarbes, Riscles, Saint-Sever, Dax, Bayonne und Orthez. Von den ersten sechs Fahrzeugen im Ziel sind fünf von Panhard, was die Dominanz dieser Marke unterstreicht. Insgesamt nehmen 9 Autos und 10 Motorräder an dem Rennen teil. Dieses Rennen ist besonders, weil es das erste Mal ist, dass offiziell der Begriff „Grand Prix“ nicht mehr nur für Pferderennen verwendet wird. Es ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung des Motorsports und zeigt die wachsende Popularität von Automobilrennen. Der Panhard & Levassor, mit dem René de Knyff den Grand Prix de Pau 1900 gewinnt, hat eine Leistung von 12 PS, was eine beachtliche Motorisierung darstellt! Diese frühen Rennwagen sind von ihrer Architektur noch stark von Kutschen inspiriert, haben häufig offene Karosserien, große Speichenräder und werden mit Lenkhebeln statt Lenkrädern gesteuert, der Siegerwagen besitzt allerdings höchstwahrscheinlich bereits ein Lenkrad. | |
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Österreichisch-Ungarische Monarchie | |
| Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen Der deutsche Meteorologe und Aeronaut Arthur Berson (* 1859 in Neu-Sandez, Galizien), der Hochflüge bis zu 9150 Meter unternommen hat, weist in Berlin auf die Gefahren der Luftschiffahrt für den Menschen in Höhen über 5000 Meter hin. Herzklopfen, bedeutende Beschleunigung des Pulsschlags, größeres Atmungsbedürfnis, auffallendes Nachlassen der Kräfte, Energielosigkeit, Schläfrigkeit seien die Hauptgefahren für Luftschiffer. |
Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen
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| Deutsches Kaiserreich / Königreich Bayern Eine neue Art der Lebensversicherung bietet die Münchner Arminia für junge Ehepaare an. Bei Erhöhung der Beitragszahlungen für die gesamte Versicherungsdauer wird die zweifache Versicherungssumme gezahlt, falls der Versicherte innerhalb der ersten fünf Jahre und die eineinhalbfache Summe, wenn der Versicherte in den folgenden fünf Jahren stirbt. | |
| Deutsches Kaiserreich / Schutzgebiet Deutsch-Kamerun Bei einer deutschen Strafexpedition gegen die Bangwaneger in Kamerun werden drei Offiziere verwundet, ein Arzt wird getötet. Die Strafexpedition ist ein Teil der kolonialen Unterdrückungsmaßnahmen des Deutschen Kaiserreichs in seiner damaligen Kolonie Deutsch-Kamerun. Während der deutschen Kolonialherrschaft kommt es immer wieder zu Widerstand seitens der einheimischen Bevölkerung gegen die deutsche Verwaltung und ihre wirtschaftlichen sowie politischen Maßnahmen. Solche Strafexpeditionen werden oft als Reaktion auf Aufstände oder Widerstand gegen die Kolonialmacht durchgeführt. Leider gibt es nur wenige spezifische Quellen zur Expedition gegen die "Bangwaneger", aber allgemein werden solche militärischen Aktionen brutal durchgeführt und zielen darauf ab, die Kontrolle über die Region zu festigen. Die deutsche Verwaltung setzt dabei oft auf militärische Gewalt, um lokale Herrscher und Bevölkerungsgruppen zu unterwerfen. | |
| Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland / Britische Kapkolonie / Südafrikanische Republik (Transvaal) / Oranjefreistaat / Britische Kolonie Natal Vor dem Unterhaus gibt der britische Kriegsminister St. John Brodrick bekannt, dass im Burenkrieg auch Frauen und Kinder „zu ihrem Schutz“ in Konzentrationslagern festgehalten werden. Die Ernährungslage in diesen Lagern wird als „schwierig“ bezeichnet, nicht nur deswegen wird die Existenz dieser Einrichtungen später als "dunkles Kapitel" bezeichnet werden. Die Konzentrationslager werden von Lord Kitchener eingeführt, um die burische Bevölkerung zu kontrollieren und den Widerstand der Buren zu brechen. Die britische Armee interniert Frauen, Kinder und ältere Männer in diesen Lagern, während die burischen Kämpfer weiter Widerstand leisten. Die Bedingungen sind katastrophal: Mangelernährung, Krankheiten und schlechte Hygiene führen zu einer hohen Sterblichkeitsrate. Im Unterhaus gibt es Kritik an den unmenschlichen Bedingungen, doch die britische Regierung verteidigt die Maßnahme als militärische Notwendigkeit. Diese Lager sind eine der ersten systematischen Internierungseinrichtungen in der modernen Geschichte. |
| Russisches Kaiserreich / Kadscharisches Reich Persien Die Ankunft eines russischen Kanonenboots in Buschehr (Buschir) in Persien erregt großes Aufsehen, weil seit Jahrzehnten kein russisches Kriegsschiff mehr in den Persischen Golf eingelaufen ist. Russland ist gegenwärtig stark in Persien engagiert, insbesondere in wirtschaftlichen und militärischen Angelegenheiten. Die russische Marine hat in der Region Einfluss, und es gibt immer wieder diplomatische Spannungen zwischen Russland und Großbritannien um die Kontrolle über Persien. | |
| Deutsches Kaiserreich / Königreich Bayern
Im Gasthaus „Bäckerhöft“ findet eine Sitzung der Fußballabteilung des MTV München statt. Nach einem Streit darüber, dass die Generalversammlung des MTV dem Beitritt des Vereins zum süddeutschen Fußballverband eine Absage erteilt hat, verlassen elf Männer das Lokal und finden sich im Restaurant „Gisela“ in Schwabing ein, um noch am selben Abend den Fußball-Club FC Bayern München zu gründen. | |
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Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland | |
| Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland / Britische Kapkolonie / Südafrikanische Republik (Transvaal) / Oranjefreistaat / Britische Kolonie Natal Neun Tage nach Beginn der Schlacht bei Paardeberg besiegen die britischen Streitkräfte unter General John French die Streitkräfte der Buren. Buren-Anführer Petrus "Piet" Arnoldus Cronje wird zusammen mit 4018 Mann, rund 10 Prozent der burischen Soldaten, von dem britischen Oberbefehlshaber Feldmarschall Frederick Sleigh Roberts, gefangengenommen. Paardeberg ist der erste Sieg der Briten im Zweiten Burenkrieg. Auf britischer Seite sind 258 Tote, 1211 Verwundete und 86 gefangen genommene Soldaten zu beklagen, auf burischer Seite sind es 100 Tote, 250 Verwundete und 4096 Gefangene. Die Briten erobern Pieters Hill und durchbrechen die Hauptverteidigungslinie der Buren. Dies führt zur Entlastung von Ladysmith am nächsten Tag. Die Schlacht wird ein Wendepunkt im Zweiten Burenkrieg und zeigt die Entschlossenheit der britischen Truppen, trotz schwerer Verluste die Belagerung von Ladysmith zu beenden. |
| Deutsches Kaiserreich / Königreich Spanien In Berlin trifft eine außerordentliche spanische Gesandtschaft unter der Führung von Cristobal Colon Herzog von Veragua ein. Sie überreicht Kronprinz Wilhelm den Orden vom Goldenen Vlies. | |
| Deutsches Kaiserreich Nach einer Anfrage in der Budgetkommission des Deutschen Reichstags in Berlin erläutert Heinrich Graf von Bülow, der Staatssekretär des Auswärtigen, die Pläne der Regierung über die Errichtung von deutschen Handelskammern im Ausland. | |
Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen
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| Deutsches Kaiserreich Großherzogtum Baden Das Großherzogtum Baden erlässt eine Verordnung, durch die Frauen uneingeschränkt zum Hochschulstudium zugelassen werden. Bis jetzt konnten Frauen nur als Gasthörerinnen an Vorlesungen teilnehmen, ohne offiziell immatrikuliert zu sein. Die Entscheidung wird maßgeblich durch den Einsatz von Johanna Kappes beeinflusst, die sich erfolgreich für ihr Medizinstudium an der Universität Freiburg einsetzt. Das Badische Ministerium der Justiz, des Kultus und des Unterrichts unterstützt die Zulassung von Frauen, trotz Widerstand einiger Professoren. Baden wird damit der erste deutsche Staat, der Frauen uneingeschränkt zum Studium zulässt – ein Meilenstein für die Gleichstellung in der Wissenschaft. | |
| Deutsches Kaiserreich / Königreich Sachsen Die Zweite Ständekammer des Königreichs Sachsen in Dresden bewilligt zwei Millionen Mark zum Bau von Arbeiter- und Angestelltenwohnungen für Eisenbahnangestellte. | |
| Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Die bisherigen Interessenvertretungen und Organisationen der Arbeiterbewegungen (die 1883 gegründete Fabian Society und die seit 1893 bestehende Independent Labour Party) bilden eine eigene Wahl- und Parteiorganisation der Arbeiterschaft: Das Labour Representation Committee. | |
| Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland / British East Africa Protectorate Aus Mombasa wird gemeldet, dass die Telegrafenlinie der Ugandabahn den Nil erreicht habe. Damit ist die telegrafische Verbindung zwischen London und den Nilquellen hergestellt. | |
| Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland / Britische Kapkolonie / Oranjefreistaat / Britische Kolonie Transvaal / Britische Kolonie Natal Die Belagerung von Ladysmith in Natal endet mit der erfolgreichen Befreiung der Stadt. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / District of Alaska Aus Alaska wird gemeldet, dass die zum Bau von Eisenbahnen eingestellten Arbeiter trotz überdurchschnittlich hoher Löhne sofort weglaufen, wenn die Kunde von neuen Goldfelderentdeckungen zu ihnen gelange. 1898 haben an einem einzigen Tag 1700 Männer ihre Arbeit im Stich gelassen. Die Vorstellung, dass an einem einzigen Tag so viele Männer ihre Arbeit niederlegen, zeigt, wie stark die Hoffnung auf schnellen Wohlstand ist. Viele dieser Abenteurer finden jedoch harte Bedingungen vor – eisige Temperaturen, schwierige Transportwege und oft enttäuschende Goldausbeuten, denn die besten Claims sind vergeben, und viele Goldsucher haben die Region wieder verlassen. Dennoch gibt es weiterhin kleinere Goldfunde, die Arbeiter dazu brachten, ihre Jobs aufzugeben – wie die Meldung aus Alaska zeigt. |
| Terra Während das Jahr 1900 in den Ländern, die nach dem Gregorianischen Kalender datieren, kein Schaltjahr ist, gibt es in den Ländern, die noch nach dem Julianischen Kalender datieren, einen 29. Februar. |