Deutsches Kaiserreich 1871-IV

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Wappen des Deutschen Kaiserreiches

DEUTSCHES KAISERREICH

Hauptstadt: Berlin

Chronik des Jahres 1871

IV. Quartal 1871


Deutschland erhält eine einheitliche Währung: Die Mark

Öffentliche politische Äußerungen von Geistlichen werden in Deutschland mit Festungshaft bedroht


Hauptseite RM 20 Mark 1871.jpg
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Chronik des
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des Zeitraums vom 15.11. bis zum 10.12.1870
Chronik des
Deutschen Reiches ...

zwischen 10.12.1870 und 17.01.1871
Chronik des
Deutschen Kaiserreiches
des Jahres 1871
I. Quartal - II. Quartal - III. Quartal - IV. Quartal
1871
fortlaufende Ereignisse
  • Waffenstillstand im Deutsch-Französischen Krieg und Friedensverhandlungen (seit Januar 1871)
01.10.1871
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Deutsches Kaiserreich
Die Regierung des Deutschen Kaiserreiches am Beginn des IV. Quartals 1871
Deutsches Reich.gif Funktion Name seit Tage Jahre im Amt
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Kaiser
Wilhelm I.
(* 1797 Berlin)
18.01.1871
256
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Reichskanzler
Otto Fürst von Bismarck
(* 1815 Schönhausen)
(parteilos)
21.03.1871
194
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Erster Staatssekretär
im Auswärtigen Amt
(Außenminister)
Hermann von Thile
(* 1812 Berlin)
(parteilos)
21.03.1871
194
0,5
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Militärischer Berater
des Reichskanzlers
General Albrecht von Roon
(* 1803 Pleushagen b. Kolberg)
(preußischer Kriegsminister)
21.03.1871
194
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Heinrich von Stephan.jpg
Generalpostdirektor
Heinrich Stephan
(* 1831 Stolp)
(parteilos)
21.03.1871
194
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01.10.1871
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02.10.1871
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03.10.1871
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04.10.1871
Afrika.gif Türkei.gif Ägypten 1867-1914.gif Deutsches Reich.gif
Der deutsche Afrikaforscher Georg August Schweinfurth schließt seine dritte Afrika-Expedition ab
Königreich Kongo / Osmanisches Reich / Vizekönigreich Ägypten / Deutsches Kaiserreich

Nach einer dreijährigen Expedition durch den Sudan und den Kongo kehrt der deutsche Afrikaforscher Georg August Schweinfurth zu seinem Ausgangshafen Suez zurück. Im Auftrag der Humboldt-Stiftung in Berlin reiste er 1869 von Khartum aus nilaufwärts nach Faschoda und nach dem Gebiet der Dschur. Mit Sklavenjägern immer weiter vordringend, durchzog er die Länder der Bongo, Schilluk, Nuer und der Dinka, unternahm eine Reise zu den seiner Ansicht nach kannibalischen Niam-Niam, besuchte das Land der Mittu und Madi und entdeckte 1870 im Lande der bis dahin noch unbekannten (ebenfalls anthropophagen) Monbutto (Mangbetu) den Uellefluss (Uelle-Makua (Ubangi)). Ebenso gewann er sichere Kunde von dem Zwergvolk der Akka, aus deren Kreis er einen Mann mit Namen Adimukuh, der sich selbst als Akka bezeichnete, zur späteren Erziehung mitnahm, welcher jedoch im Spätsommer 1871 in Berber an Dysenterie starb.

06.10.1871
USA 1867-1877.gif 50px
Der Tyler-Davidson-Fountain in Cincinnati
Vereinigte Staaten von Amerika / Ohio / Königreich Bayern

In Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio wird der Tyler-Davidson-Brunnen vor rund 20.000 Menschen enthüllt. Der Stifter Henry Probasco möchte damit seinem Geschäftspartner Tyler Davidson ein Denkmal setzen und gleichzeitig den Alkoholismus in seiner Stadt eindämmen. Der Brunnen wird zum Wahrzeichen Cincinnatis und der meistbesuchte Brunnen der USA werden. Nachdem Henry Probasco, ein reicher Einwohner der Stadt, sich lange genug über Betrunkene in der Innenstadt geärgert hatte, hatte er einmal einen dieser Männer angesprochen und gefragt, warum er seinen Durst nicht mit Wasser stille. Die Antwort soll gelautet haben: „Well, what else am I to quench my thirst, here we find no water, only schnapps and beer!“ Daraufhin beschloss Probasco, noch zu Lebzeiten seines Schwagers und Geschäftspartners Tyler Davidson und in Absprache mit diesem, Cincinnati einen Trinkwasserbrunnen zu schenken. Davidson starb 1865 und Probasco fasste den Entschluss, ihm mit dem geplanten Brunnen ein Denkmal zu setzen. Da die Kunst des Bronzegießens in den USA die Herstellung eines monumentalen Brunnens nicht erlaubte, musste Probasco 1866/67 die königliche Bronzegießerei Ferdinand von Miller in München besuchen. Probascos Wünsche stießen in der Bronzegießerei auf offene Ohren: Er dachte an eine Brunnenfigur, die den Segen des Wassers versinnbildlichen sollte, legte aber keinen Wert auf die übliche Darstellung in Gestalt von Neptun- oder Nereidenfiguren. Ferdinand von Miller und August von Kreling hatten bereits in den 1840er Jahren an Entwürfen für einen derartigen Brunnen gearbeitet. Inspiriert worden waren sie dazu durch eine Mariendarstellung in Frankreich. Maria hielt hier ihre ausgestreckten Arme nach oben und von ihren Handflächen gingen Lichtstrahlen aus. Diese Lichtstrahlen sollten bei der geplanten Brunnenfigur durch Wasserstrahlen ersetzt werden. Die Skizze zu einem solchen Brunnen wurde aber zunächst nicht in die Realität umgesetzt. Als 1854 die erste Industrieausstellung in Deutschland geplant wurde, sollte auch ein Brunnen in einem Glashaus gezeigt werden, und Ferdinand von Miller hatte vor, von Krelings alte Pläne nun zu verwirklichen. Doch bereits in einem frühen Stadium seiner Arbeit stieß er auf vehemente Ablehnung von Seiten des Königs Ludwig von Bayern. Dieser ließ sich auch später, als von Miller ihn brieflich noch einmal nach seiner Meinung fragte, nicht umstimmen. Erst Probascos Ansinnen führte dazu, dass die alten Pläne wieder hervorgeholt wurden. Die zentrale Brunnengestalt mit den erhobenen Händen wurde durch vier weitere Figuren ergänzt, die der jüngere Ferdinand von Miller entwarf. Diese Figuren, die eigentlichen Trinkwasserspender am Brunnen, sollten Knaben, die auf Tieren ritten, darstellen. Von Fritz von Miller wurden die sitzenden Figuren an den Ecken modelliert, den Rest des Brunnens übernahm man aus Krelings Plänen. Bevor endgültig ein Vertrag zwischen Miller und Probasco geschlossen wurde, erhielt dieser im Sommer 1867 ein Bronzemodell des geplanten Brunnens. Dieses Modell stand lange Zeit auf Probascos Anwesen und befindet sich heute im Cincinnati Museum of Art. Ein weiteres Modell, das aus Gips gefertigt war, muss als verloren gelten. Eine Fotografie davon befindet sich heute im Kulturgeschichtlichen Museum von Osnabrück; die äußeren Brunnenfiguren erinnern bei diesem Modell eher an Gnome und Elfen. Für den Guss der Figuren wurde aus eingeschmolzenen dänischen Kanonen gewonnenes Metall verwendet. Nicht nur die Figuren, sondern auch die Granitsteine, die zum Brunnenbau benötigt wurden, wurden aus Deutschland nach Amerika verschifft, was bei den Einwohnern auf Unverständnis stieß. Ferdinand von Miller der Jüngere und ein Arbeiter begleiteten die Transportkisten, die auf dem Dampfschiff WESTPHALIA nach Amerika verfrachtet wurden. Am 6. September 1871 traf das Schiff in New York ein, wurde aber zunächst noch mit Quarantäne belegt, da während der Überfahrt fünf Passagiere an Cholera gestorben waren. Von Millers Aufenthalt in Amerika gestaltete sich laut seinen Tagebüchern aufreibend, da er ununterbrochen von der begeisterten Öffentlichkeit gefeiert wurde. Als er, nach Besichtigung von Washington, D.C. und Richmond (Virginia), in Cincinnati eintraf, um dem Aufbau und der Einweihung des Brunnens beizuwohnen, musste er feststellen, dass das vorbereitete Hebezeug viel zu schwach war und die einheimischen Arbeiter zunächst nicht gewillt waren, für angemessene Vorrichtungen zu sorgen. Erst ein beeindruckendes Experiment mit der schwersten Transportkiste brachte sie dazu, ihre Meinung zu ändern. Das nächste Problem war der unzureichende Druck der ursprünglich für die Versorgung des Brunnens vorgesehenen Wasserleitung. Man musste sich entschließen, das Wasser eines höher gelegenen Reservoirs zu verwenden, um genügend Druck zu erhalten. Das Wasser musste 40 Fuß emporsteigen und sich dann entsprechend den Plänen verteilen. Das nun ausgewählte Reservoir besaß jedoch keine Leitung, die bis zu dem Standort des Brunnens geführt hätte. Umgehend ließen die Verantwortlichen ohne Rücksicht auf die Kosten die Vine Street aufgraben und den Straßenbahnverkehr einstellen, um eine neue Leitung zu legen. Als von Miller das Ventil der oberen Brunnenfigur öffnete, um den Wasserdruck erneut zu überprüfen, brach prompt eine kupferne Rohrverbindung: Nun war der Druck zu hoch und ein Teil des Wassers musste umgeleitet werden. Nachdem diese Schwierigkeit behoben war, sah sich von Miller mit Plänen zur Brunneneröffnung konfrontiert, die er für undurchführbar halten musste. Solange man an dem Brunnen gearbeitet hatte, war er den Augen der Öffentlichkeit durch eine Holzwand verborgen gewesen, aber bei der Eröffnung sollte er mit Stoff verhüllt sein. Zusammen mit der Stoffhülle sollten zwei riesige amerikanische Flaggen emporgezogen werden, wenn der Brunnen enthüllt wurde. Da das Gewicht des Stoffes zu hoch war, schlug von Miller vor, ihn nicht hochzuziehen, sondern um des dramatischen Effekts willen in Flammen aufgehen zu lassen. Dies stieß auf vehemente Ablehnung, da das Verbrennen der amerikanischen Flagge für die Einheimischen undenkbar war. Also wurden die Flaggen überhaupt aus dem Programm gestrichen und nur die riesige Stoffhülle für den Brunnen genäht. Da kein Baugerüst mehr verfügbar war, als der Brunnen damit bedeckt werden sollte, gestaltete sich die Drapierung des Stoffes über den Figuren und dem Becken ausgesprochen schwierig. Noch am Morgen des Einweihungstages wurden außerdem in aller Eile Sitzreihen für das bevorzugte Publikum errichtet, die dann zum Teil unter den Besuchern zusammenbrachen und zu mehreren Verletzungen führten. Der 13 Meter hohe Brunnen ist mit insgesamt 13 Figuren und vier Basreliefs geschmückt, die alle den Wert des Wassers für die Menschheit symbolisieren. Die zentrale Brunnenfigur, aus deren Handflächen die Fontänen sprühen, stellt den Genius des Wassers dar. Unterhalb dieser Figur befinden sich vier männliche Gestalten, die den Nutzen des Wassers für alles Leben verkörpern. Die Knabenfiguren weiter außen dagegen sollen die Freuden, die das Wasser spenden kann, symbolisieren. Am Fuß des Brunnens wird der Nutzen des Wassers für die Industrie gezeigt. Die Zentralfigur, die mehr als neun Tonnen wiegt, hat in jeder Handfläche 438 Löcher, aus denen das Wasser sprüht. Es fällt zunächst in die oberen Becken und dann in das von Granit eingefasste Bassin, an dessen Rändern die vier von Probasco zusätzlich zum ursprünglichen Plan gewünschten Figuren mit Wasserspeiern stehen, an denen sich die Bevölkerung mit Trinkwasser bedienen konnte. Alle Figuren zusammen wiegen mehr als 24 Tonnen. Dazu kommen rund 85 Tonnen Granit. Pro Minute fließen etwa 500 Gallonen (etwa 1900 Liter) Wasser durch den Brunnen.

07.10.1871
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08.10.1871
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09.10.1871
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08.10.1871
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Gründungswerk der Continental Daoutchouc & Gutta-Percha Compagnie AG in Hannover
Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

In Hannover wird unter dem Namen Continental-Caoutchouc-& Gutta-Percha Compagnie die heutige Continental AG gegründet. Keimzelle der Firma ist die Konkursmasse der kleinen gummiverarbeitenden Firma „Neue Hannoversche Gummi-Warenfabrik“, die 1869 vom Bankier Moritz Magnus für 18.500 Taler übernommen wurde. Magnus gruppierte neun finanzkräftige Investoren und erfahrene Fabrikanten als Gründungsgesellschafter der Continental-Caoutchouc- und Gutta-Percha Compagnie, die heute als Aktiengesellschaft mit einem Stammkapital von 300.000 Talern gegründet wird (umgerechnet 900.000 Mark). Dazu gehören die drei Gesellschafter der Firma „Hannoversche Gummikamm Compagnie OHG“. Sie verfügen über produktionstechnische Kenntnisse mit dem neuartigen Werkstoff und halten 27 Prozent der Anteile. Die Gründungsgesellschafter vereinbarten eine klare Trennung der Produktionsgebiete: Das neue Unternehmen soll Weichgummiwaren produzieren, die bestehende Hannoversche Gummikamm weiterhin die angestammten Hartgummiwaren.

10.10.1871
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Die Muskauer Straße in Berlin-Kreuzberg erhält ihren Namen. Muskau ist der Name des Gutes, aus dem die Fürsten und Grafen Pückler entstammen.

11.10.1871
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Der deutsche Pionier der Feldarchäologie Heinrich Schliemann
Osmanisches Reich / Deutsches Kaiserreich / Großherzogtum Mecklenburg

Nachdem der deutsche Kaufmann und Pionier der Feldarchäologie Heinrich Schliemann fast zwei Jahre auf die Grabungsgenehmigung gewartet hat, beginnt er mit seinen Helfern die ersten offiziellen Grabungen auf dem Hügel Hissarlik (türkisch für Burghügel) an der Nordwestspitze Kleinasiens mit dem Ziel, die legendäre Stadt Troia (Troja) der Epen Homers, der vermutlich im 8. Jahrhundert BC lebte, zu finden. Schliemann und seine Leute befinden sich schon eineinhalb Jahre hier; bislang haben sie illegal in Kleinasien gegraben.

12.10.1871
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13.10.1871
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14.10.1871
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15.10.1871
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16.10.1871
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Kaiser eröffnet den Deutschen Reichstag in Berlin. Das Gremium tritt erstmals in seinem neuen Sitzungsgebäude in der Leipziger Straße 4 zusammen, das in nur 116 Tagen auf dem Gelände der Königlichen Porzellan-Manufaktur errichtet worden ist.


17.10.1871
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18.10.1871
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19.10.1871
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20.10.1871
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21.10.1871
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22.10.1871
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23.10.1871
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen
  • Der Berliner Magistrat fordert in einem Bericht an den Handelsminister, die sich immer mehr ausbreitende Stadt mit einem entsprechenden Verkehrsnetz zu versehen.
  • Die chemische Fabrik E. Schering in der Müllerstraße in Berlin-Wedding wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Sie hat etwa 80 Beschäftigte.
24.10.1871
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26.10.1871
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27.10.1871
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28.10.1871
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29.10.1871
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31.10.1871

01.11.1871
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Die Pferdebahn der Westend-Gesellschaft H. Quistorp & Co. hat Betriebseröffnung. Die erste Strecke führt vom Pferdebahnhof in Charlottenburg zur Kastanienallee in Westend.

02.11.1871
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03.11.1871
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04.11.1871
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Deutsches Kaiserreich / Freie und Hansestadt Hamburg

Die Hamburg-Südamerikanische Dampfschifffahrtsgesellschaft wird von elf Handelshäusern gegründet.

05.11.1871
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen
06.11.1871

07.11.1871
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08.11.1871
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Die Große Berliner Pferde-Eisenbahn AG wird als zweite Pferdebahn in der Stadt gegründet.

09.11.1871
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10.11.1871
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11.11.1871
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Deutsches Kaiserreich

Kaiser Wilhelm I. erlässt das Gesetz über das Bilden eines Reichskriegsschatzes aus den französischen Kontributionen, die der Friede von Frankfurt dem Verlierer des Deutsch-Französischen Kriegs abverlangt.

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13.11.1871
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15.11.1871
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29.11.1871
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30.11.1871
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01.12.1871
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen
  • Das Schlussstück der Berlin-Lehrter Bahn von Gardelegen nach Lehrte wird eröffnet. Damit ist die 101,8 Kilometer lange Gesamtstrecke Berlin – Lehrte befahrbar. Der durchgehende Personenverkehr ab Lehrter Bahnhof (in Berlin-Tiergarten) soll am 1. Dezember 1871 aufnehmen.
  • Die Pferdebahn der Westend-Gesellschaft H. Quistorp & Co. hat Betriebseröffnung. Die erste Strecke führt vom Pferdebahnhof in Charlottenburg zur Kastanienallee in Westend.
02.12.1871
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Die Generalversammlung des Lette-Vereins beschließt, dass Mitglieder des Vereins ohne Unterschied des Geschlechts in Ämter des Vorstandes wählbar sein sollten.

03.12.1871
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04.12.1871
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Im deutschen Reichstag wird das erste Reichsmünzgesetz verabschiedet, das die Einführung der Papiermark beschließt. Der Name der ersten gemeinsamen Währung in Deutschland leitet sich von der ursprünglichen germanischen Gewichtseinheit "Mark" ab, der später auf die Mark als Währung vor allem im Bereich der norddeutschen Hansestädte als "Mark Courant" überging. Gelegentlich wird in der Literatur von Goldmark und von Reichsmark gesprochen. Tatsächlich ist die neue Währung zu einem Drittel goldgedeckt, der Ausdruck "Goldmark" ist jedoch zum Zeitpunkt der Entstehung der Währung noch unbekannt. "Reichsmark" ist noch keine offizielle Bezeichnung, sie bezeichnet vielmehr die Tatsache, dass diese Währung im gesamten Reich gültig ist. Das buchhalterische Zeichen für die "Mark" ist ein "M" in lateinischer Schreibschrift. Ursprünglich sollte diese Währung "Deutscher Franc" heißen, was durch den Deutsch-Französischen Krieg verhindert wurde. Die "Mark" kann in 100 Pfennig geteilt werden. In die Definition des Goldgehalts der Mark flossen verschiedene Überlegungen ein. Erstens soll die Mark in einem einfachen Verhältnis zu den noch existierenden gängigen deutschen Silbermünzen und den Vereinstalern des Deutschen Zollvereins stehen. Zweitens soll sich die Mark am Wert der in Norddeutschland (Hamburg, Lübeck) aus Rechnungseinheit genutzten "Courantmark" orientieren. Da drei Kurantmark grob so viel Silber enthielten wie ein Vereinstaler, wurde das Verhältnis von Vereinstaler zur Mark als 1:3 festgelegt. Aus einem Zollpfund Silber à 500 g wurden 30 Vereinstaler geprägt. Ein Vereinstaler hat somit einen Feinsilbergehalt von 16,667 g. Im Verhältnis 1:3 zu Mark ergibt sich für die Mark ein rechnerisches Silberäquivalent von 5,556 g. Da die Mark aber eine Währung nach dem Goldstandard ist, muss der Silbergehalt in einen Goldgehalt umgerechnet werden. Das Wertverhältnis von Gold zu Silber liegt in diesem Jahr bei 1:15,5. Daraus ergibt sich ein Goldgehalt der Mark von 0,35842 g Feingold. Selbst bei einer stark kupferhaltigen Goldlegierung würde ein Einmarkstück in Gold kaum ein Gramm wiegen. Daher werden keine einzelnen „Goldmark“-Stücke geprägt. Die Einmarkstücke sind tatsächlich aus 900/1000 Silber. Ihr Feinsilbergehalt liegt jedoch nicht bei 5,556 g, sondern nur bei 5 g; die Silbermünzen der Mark sind Scheidemünzen. Selbst die Prägung von Fünfmarkstücken in Gold wird nach wenigen Jahren wieder eingestellt werden. Die Reichsbank, die Reichsschuldenverwaltung und einige weitere privilegierte Privatnotenbanken geben auf Mark lautende Banknoten aus. Die Banknoten der Reichsbank haben Nominale von 20 Mark, 50 Mark, 100 Mark und 1000 Mark, die Reichskassenscheine der Reichsschuldenverwaltung Nominale in 5 Mark, 10 Mark, 20 Mark und 50 Mark bei relativ geringer Emissionszahl. Die Reichsbank wird eine Zentralnotenbank, sie besitzt gegenüber den „normalen“ Privatnotenbanken eine Reihe von Vorzugsrechten. Geldscheine werden vorerst nicht nur von der Reichsbank ausgegeben, sondern auch in den Ländern von anfangs 32 Privatnotenbanken (z. B. Sächsische Bank in Dresden, Bayerische Notenbank in München) sowie von der Reichsschuldenverwaltung als Reichskassenscheine. Reichs- und Privatbanknoten müssen mindestens zu einem Drittel mit Gold abgedeckt sein. Weiterhin reichen auch später neben diskontierten Wechseln auch Reichskassenscheine der Regierung dafür aus. Das bedeutete, dass Reichsbanknoten zumindest teilweise mit Reichskassenscheinen – also Papier mit Papier abgedeckt war. Jedem Bundesstaat ist es erlaubt, die Vorderseite, das Avers, zu gestalten und Münzen zu prägen. In der Regel wird dort das Abbild des jeweiligen regierenden Monarchen zu sehen sein. Die freien Städte Bremen, Hamburg und Lübeck werden das Stadtwappen auf ihre Münzen prägen. Die Rückseite, das Revers, hingegen wird einheitlich mit dem Reichsadler versehen.


05.12.1871
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06.12.1871
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07.12.1871
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Die Stadtverordnetenversammlung von Berlin bewilligt zur Bekämpfung einer ausgebrochenen Pockenepidemie 150.000 Mark zum Ausbau der Isolierbaracken in Moabit.

08.12.1871
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09.12.1871
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10.12.1871
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Der auf bayerischen Antrag hin von Bundesrat und Reichstag verabschiedete "Kanzelparagraph" tritt als Reichsgesetz in Kraft. Als Zusatz zum Strafgesetzbuch stellt er politische, den öffentlichen Frieden gefährdende Kanzeläußerungen unter Strafe und gilt als eine der ersten staatlichen Maßnahmen im so genannten Kulturkampf gegen den politischen Katholizismus. Der vom Pietismus beeinflusste Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck empfindet den politischen Katholizismus als Bedrohung für die preußisch-protestantische Monarchie. Die Verkündung des “ Infallibilitätsdogmas” durch Papst Pius IX. in Glaubensfragen für unfehlbar erklärt, wird auch von den Liberalen als unerhörte Provokation und eine Art Kriegserklärung gegen den modernen Nationalstaat verstanden. Zwischen der katholischen Kirche und den liberal ausgerichteten Regierungen im deutschen Reich kommt es zu Auseinandersetzungen. Sie finden ihre dramatische Zuspitzung, als Preußen per Gesetz den Kirchen (auch den protestantischen) das Recht zur Schulaufsicht entzieht. Alle Schulen werden nun einer staatlichen Inspektion unterstellt. Diese Maßnahme führt zum Bruch Bismarcks mit den preußischen Altkonservativen, die sich der protestantischen Kirche verbunden fühlen. In diesem Gesetz heißt es unter anderem: „...Ein Geistlicher..., welcher in Ausübung oder in Veranlassung der Ausübung seines Berufes öffentlich vor einer Menschenmenge, oder welcher in einer Kirche oder an einem andern zu religiösen Versammlungen bestimmten Orte vor Mehreren Angelegenheiten des Staates in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise zum Gegenstande einer Verkündigung oder Erörterung macht, wird mit Gefängnis oder Festungshaft bis zu zwei Jahren bestraft...“

11.12.1871
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12.12.1871
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13.12.1871
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14.12.1871
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15.12.1871
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16.12.1871
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Der aus einer hugenottischen Familie namens Harenc aus der Bretagne stammende Georg Wilhelm Heinrich Häring, der bekannt ist unter dem Namen Willibald Alexis (* 29. Juni 1798 in Breslau) stirbt nach zwei Gehirnschlägen geistig umnachtet in Arnstadt. Alexis war ein deutscher Schriftsteller, der als Begründer des realistischen historischen Romans in der deutschen Literatur gilt. Um Witze über seinen Namen zu vermeiden, nahm er den Namen Alexis an, da „alex“ die lateinische Übersetzung von Hering ist. Alexis war Redakteur verschiedener Zeitungen, freier Schriftsteller und Feuilletonist.

17.12.1871
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18.12.1871
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19.12.1871
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20.12.1871
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21.12.1871
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22.12.1871
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23.12.1871
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25.12.1871
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26.12.1871
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27.12.1871
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28.12.1871
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29.12.1871
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30.12.1871
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31.12.1871
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Auf dem Platz der Republik vor dem Reichstagsgebäude findet eine dritte Grundsteinlegung für die Siegessäule statt. Ursprünglicher Anlass zur Erbauung der Säule war der Sieg Preußens im Deutsch-Dänischen Krieg 1864. Innerhalb weniger Jahre kamen zwei weitere siegreiche Kriege hinzu, der Deutsche Krieg 1866 gegen Österreich sowie der Deutsch-Französische Krieg 1870/71. An diese drei Siege soll durch die drei ursprünglichen Segmente erinnert werden, denen eine Bronzeskulptur aufgesetzt werden soll.

Die Regierung des Deutschen Kaiserreiches am Jahresende
Deutsches Reich.gif Funktion Name seit Tage Jahre im Amt
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Kaiser
Wilhelm I.
(* 1797 Berlin)
18.01.1871
347
1,0
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Reichskanzler
Otto Fürst von Bismarck
(* 1815 Schönhausen)
(parteilos)
21.03.1871
285
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Erster Staatssekretär
im Auswärtigen Amt
(Außenminister)
Hermann von Thile
(* 1812 Berlin)
(parteilos)
21.03.1871
285
0,8
Albrecht von Roon.jpg
Militärischer Berater
des Reichskanzlers
General Albrecht von Roon
(* 1803 Pleushagen b. Kolberg)
(preußischer Kriegsminister)
21.03.1871
285
0,8
Heinrich von Stephan.jpg
Generalpostdirektor
Heinrich Stephan
(* 1831 Stolp)
(parteilos)
21.03.1871
285
0,8
Die Regierungsmitglieder des Deutschen Kaiserreiches mit der längsten Zeit im kaiserlichen Dienst
Deutsches Reich.gif Funktion Name von - bis Jahre
Otto von Bismarck.jpg
Reichskanzler
Otto Fürst von Bismarck
(* 1815 Schönhausen)
(parteilos)
seit 21.03.1871
0,8
Hermann von Thile.jpg
Erster Staatssekretär
im Auswärtigen Amt
(Außenminister)
Hermann von Thile
(* 1812 Berlin)
(parteilos)
seit 21.03.1871
0,8
Albrecht von Roon.jpg
Militärischer Berater
des Reichskanzlers
General Albrecht von Roon
(* 1803 Pleushagen b. Kolberg)
(preußischer Kriegsminister)
seit 21.03.1871
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Generalpostdirektor
Heinrich Stephan
(* 1831 Stolp)
(parteilos)
seit 21.03.1871
0,8
Dezember 1870
EREIGNISSE DES QUARTALS OHNE GENAUE DATUMSANGABE
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Eine Volkszählung ergibt 825.937 Einwohner für Berlin, davon 442.668 Berufstätige.

Jahresnachrichten 1871
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland beträgt im Jahre 1871 bei Männern 35, bei Frauen 38 Jahre.

Chronik des
Deutschen Kaiserreiches
des Jahres 1871
I. Quartal - II. Quartal - III. Quartal - IV. Quartal
Chronik des
Deutschen Kaiserreiches
des Jahres 1872
I. Quartal - II. Quartal - III. Quartal - IV. Quartal
Chronik des
Deutschen Kaiserreiches
des Jahres ...
1873 - 1874 - 1875 - 1876 - 1877 - 1878 - 1879 - 1880 - 1881
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