Chronik 9699 BC: Unterschied zwischen den Versionen
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| <center>'''[[Chronik 9699 BC|9699 BC]]'''</center> || '''Phanerozoikum – Quartär – Holozän''' <br> | | <center>'''[[Chronik 9699 BC|9699 BC]]'''</center> || '''Phanerozoikum – Quartär – Holozän''' <br> | ||
| − | Das Holozän, der jüngste Zeitabschnitt der Erdgeschichte, der bis heute andauert, beginnt. Die Bezeichnung Holozän stammt aus dem Griechischen und bedeutet sinngemäß „das völlig Neue“ | + | Das Holozän, der jüngste Zeitabschnitt der Erdgeschichte, der bis heute andauert, beginnt. Die Bezeichnung Holozän stammt aus dem Griechischen und bedeutet sinngemäß „das völlig Neue“. Der Begriff wird um 1867/1869 durch den französischen Zoologen Paul Gervais geprägt. Bereits 1833 prägt Charles Lyell für diesen Zeitabschnitt der Erdgeschichte den Begriff „Present“ geprägt. Auf dem 3. Geologischen Kongress in London 1885 setzt sich jedoch die Bezeichnung „Holocene“ (eingedeutscht Holozän) gegenüber „Present“ (Gegenwart) durch. In der englischsprachigen Literatur ist der Begriff Present im Sinne von Holozän gelegentlich noch zu finden. Eine veraltete Bezeichnung ist auch Alluvium, was soviel wie „das Angeschwemmte“ (von lat. alluvio) bedeutet. Diese Bezeichnung geht auf den britischen Geologen William Buckland zurück, der 1823 die jüngste Erdgeschichte in das (vor-)sintflutliche „Diluvium“ (entspricht etwa Pleistozän) und das nachsintflutliche „Alluvium“ (entspricht grob dem Holozän) unterteilt. In jüngerer Zeit setzt sich der Begriff auch gegen Begriffe wie Neo-Warmzeit oder Flandrische Warmzeit (Flandrium) durch. Der Begriff Flandrium wird 1957 von Heinzelin & Tavernier für marine Transgressionssedimente an der belgischen Küste geprägt. Er wird vor allem von Autoren verwendet, die meinen, dass das Holozän nur ein Interstadial des aktuellen Eiszeitalters sei und deshalb in das Pleistozän mit einbezogen werden sollte. Wegen der besonderen Bedeutung des Holozäns für die Kulturgeschichte der Menschheit hat sich dieser Vorschlag nicht durchsetzen können und wird auch nicht weiter diskutiert. <br> |
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'''[[Nordamerika]]''' <br> | '''[[Nordamerika]]''' <br> | ||
| − | * Im zentralen Nordamerika bildet sich vornehmlich auf dem Gebiet der heutigen '''[[Kanada - Vorzeit|kanadischen Provinz Manitoba]]''' der prähistorische Agassizsee aus der Wisconsin glaciation, dessen Fläche größer ist als die der heutigen „Großen Seen“ zusammengenommen. Der See wird erstmals 1823 von William H. Keating erwähnt und 1879 nach Louis Agassiz benannt werden, die die Entstehung des Sees aus Gletscherwasser erkennen werden. Wie viele große Gletscherrandseen ist der Agassizsee zu großen Teilen ein Eisstausee, der mehrmals innerhalb kurzer Zeit durch Gletscherläufe abfließt, die katastrophale Ausmaße erreichen. Abschätzungen einzelner Flutereignisse ergeben Wasserabflussmengen von 0,07 bis 0,64 Sverdrup (106 m³/s) für einzelne Ereignisse. Der See hat verschiedene Abflüsse in den River Warren, den '''[[ | + | * Im zentralen Nordamerika bildet sich vornehmlich auf dem Gebiet der heutigen '''[[Kanada - Vorzeit|kanadischen Provinz Manitoba]]''' der prähistorische Agassizsee aus der Wisconsin glaciation, dessen Fläche größer ist als die der heutigen „Großen Seen“ zusammengenommen. Der See wird erstmals 1823 von William H. Keating erwähnt und 1879 nach Louis Agassiz benannt werden, die die Entstehung des Sees aus Gletscherwasser erkennen werden. Wie viele große Gletscherrandseen ist der Agassizsee zu großen Teilen ein Eisstausee, der mehrmals innerhalb kurzer Zeit durch Gletscherläufe abfließt, die katastrophale Ausmaße erreichen. Abschätzungen einzelner Flutereignisse ergeben Wasserabflussmengen von 0,07 bis 0,64 Sverdrup (106 m³/s) für einzelne Ereignisse. Der See hat verschiedene Abflüsse in den River Warren, den '''[[Nordamerika|Minnesota River]]''' (ein Teil des Mississippi River), in die Großen Seen oder in westliche Richtung durch das '''[[Kanada - Vorzeit|Yukon-Territorium]]''' und '''[[Nordamerika|Alaska]]'''. |
| − | * Der Atlantik durchbricht am westlichen Ende der heutigen Insel Long Island vor '''[[New York]]''' einen Spalt zwischen Insel und Festland. Die Insel erstreckt sich von den Häfen der Stadt New York in den nördlichen Atlantik. Im Norden liegt der Long Island Sound, der die Insel von '''[[Connecticut]]''' und '''[[Rhode Island]]''' trennt. Im Süden liegen die Great South Bay und die Jamaica Bay; kleinere Inseln umgeben die Küstenlinie. | + | * Der Atlantik durchbricht am westlichen Ende der heutigen Insel Long Island vor '''[[Nordamerika|New York]]''' einen Spalt zwischen Insel und Festland. Die Insel erstreckt sich von den Häfen der Stadt New York in den nördlichen Atlantik. Im Norden liegt der Long Island Sound, der die Insel von '''[[Nordamerika|Connecticut]]''' und '''[[Nordamerika|Rhode Island]]''' trennt. Im Süden liegen die Great South Bay und die Jamaica Bay; kleinere Inseln umgeben die Küstenlinie. |
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| <center>'''[[Pleistozän|9850 BC]]''' </center> || '''Phanerozoikum – Quartär – Pleistozän – Jungpleistozän (Tarantium) - [[Europa|Mitteleuropa]]''' <br> | | <center>'''[[Pleistozän|9850 BC]]''' </center> || '''Phanerozoikum – Quartär – Pleistozän – Jungpleistozän (Tarantium) - [[Europa|Mitteleuropa]]''' <br> | ||
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'''[[Europa|Mitteleuropa]]''' <br> | '''[[Europa|Mitteleuropa]]''' <br> | ||
| − | Der „Rhein-Randfluss“ Neckar, der bis jetzt nach dem Austritt aus dem Odenwald nach Norden fließt und bei Trebur in den Rhein mündet, wendet sich nach Westen, durchbricht den Dünenwall zwischen '''[[Deutschland - Vorzeit|Feudenheim und Seckenheim (heute Stadtbezirke von Mannheim) | + | Der „Rhein-Randfluss“ Neckar, der bis jetzt nach dem Austritt aus dem Odenwald nach Norden fließt und bei Trebur in den Rhein mündet, wendet sich nach Westen, durchbricht den Dünenwall zwischen '''[[Deutschland - Vorzeit|Feudenheim und Seckenheim]]''' (heute Stadtbezirke von Mannheim) und ergießt sich in das mehrere Meter niedrigere Bett des Rheins. <br> |
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| <center>'''[[Chronik 9699 BC|9564 BC]]'''</center> || '''Atlantis''' <br> | | <center>'''[[Chronik 9699 BC|9564 BC]]'''</center> || '''Atlantis''' <br> | ||
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'''[[Nordamerika]]''' <br> | '''[[Nordamerika]]''' <br> | ||
| − | Rund 500 Jahre nach der „Clovis-Kometen-Explosion“, die fast alle Bewohner des Gebietes des heutigen '''[[New Mexico]]''' vernichtete, tritt die Clovis-Kultur erneut in Erscheinung. Diese Menschen sind Jäger und Sammler und bevorzugen die Jagd des Mammuts. <br> | + | Rund 500 Jahre nach der „Clovis-Kometen-Explosion“, die fast alle Bewohner des Gebietes des heutigen '''[[Nordamerika|New Mexico]]''' vernichtete, tritt die Clovis-Kultur erneut in Erscheinung. Diese Menschen sind Jäger und Sammler und bevorzugen die Jagd des Mammuts. <br> |
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'''[[Südamerika]]''' <br> | '''[[Südamerika]]''' <br> | ||
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Vermutete Lebenszeit des Buddha Kashyapa. Kashyapa ist in der indischen Mythologie ein göttlicher Seher und Herr des Polarsterns. Ihm wurden Vinata und Kadru angetraut. Er ist Vater des Garuda, des Aruna und von tausend vielköpfigen Riesenschlangen (Nagas). Nach buddhistischer Überlieferung war Kassapa der Name eines historischen Buddhas, der neben Dipamkara und Kanakamuni als vorzeitiger Buddha gewirkt hat, vor dem Erscheinen von Buddha Shakyamuni, dem Buddha unseres gegenwärtigen Zeitalters. Kashyapas Lebenszeit lässt sich ungefähr auf das 9. Jahrtausend BC. vermuten. Es gibt in Kathmandu den wenig bekannten Svayambhu Stupa, in dem die Reliquien von Buddha Kashyapa aufbewahrt werden. <br> | Vermutete Lebenszeit des Buddha Kashyapa. Kashyapa ist in der indischen Mythologie ein göttlicher Seher und Herr des Polarsterns. Ihm wurden Vinata und Kadru angetraut. Er ist Vater des Garuda, des Aruna und von tausend vielköpfigen Riesenschlangen (Nagas). Nach buddhistischer Überlieferung war Kassapa der Name eines historischen Buddhas, der neben Dipamkara und Kanakamuni als vorzeitiger Buddha gewirkt hat, vor dem Erscheinen von Buddha Shakyamuni, dem Buddha unseres gegenwärtigen Zeitalters. Kashyapas Lebenszeit lässt sich ungefähr auf das 9. Jahrtausend BC. vermuten. Es gibt in Kathmandu den wenig bekannten Svayambhu Stupa, in dem die Reliquien von Buddha Kashyapa aufbewahrt werden. <br> | ||
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| − | [[Datei:Map Iberomaurusier.jpg| | + | [[Datei:Map Iberomaurusier.jpg|thumb|'''Verbreitung des Iberomaurusien''' (grün), '''Kerngebiet der Capsien''' (blau)]] '''[[Nordafrika|Volk der Iberomauren / Volk der Capsier]]''' <br> |
In Nordafrika entsteht die nordafrikanisch-epipaläolithische Kultur im Übergang von der Alt- zur Jungsteinzeit. Die Capsien-Kultur ist benannt nach dem antiken Ort Capsa, dem heutigen Gafsa in Tunesien. Die meisten Funde sind auf den algerischen und tunesischen Hochebenen gemacht worden. Typischerweise finden sich Rückenmesser und Rückenklingen sowie Mikrolithen als Dreiecke, Vierecke und Trapeze. Straußeneier werden als Behälter genutzt und mit Ritzmustern verziert. Dieses Material findet sich auch in Form von runden, durchbohrten Perlen. Erstmals finden sich figürliche Darstellungen. Dem Capsien ging das Atérien voraus, an manchen Stellen finden sich zwischen Atérien und Capsien Spuren des Ibéromaurusien. In das Capsien fällt auch die Zeit der nordafrikanischen Felsbilder. Die frühen Siedlungen liegen meistens auf Anhöhen. An den Chotts (ausgetrockneten Salzseen) liegen Køkkenmøddinger, wie sie auch von den Küsten Europas bekannt sind. Es fanden sich enorme Mengen an Schneckengehäusen, da die Tiere Nahrungszwecken dienten. Die Ernährungsweise ist die der Jäger und Sammler. Totenbestattungen mit Grabbeigaben und Ocker sind bekannt. Die Capsier beginnen Ziegen und Schafe zu halten, möglicherweise wird bereits, ähnlich wie in Dar Tichitt Getreide angebaut. <br> | In Nordafrika entsteht die nordafrikanisch-epipaläolithische Kultur im Übergang von der Alt- zur Jungsteinzeit. Die Capsien-Kultur ist benannt nach dem antiken Ort Capsa, dem heutigen Gafsa in Tunesien. Die meisten Funde sind auf den algerischen und tunesischen Hochebenen gemacht worden. Typischerweise finden sich Rückenmesser und Rückenklingen sowie Mikrolithen als Dreiecke, Vierecke und Trapeze. Straußeneier werden als Behälter genutzt und mit Ritzmustern verziert. Dieses Material findet sich auch in Form von runden, durchbohrten Perlen. Erstmals finden sich figürliche Darstellungen. Dem Capsien ging das Atérien voraus, an manchen Stellen finden sich zwischen Atérien und Capsien Spuren des Ibéromaurusien. In das Capsien fällt auch die Zeit der nordafrikanischen Felsbilder. Die frühen Siedlungen liegen meistens auf Anhöhen. An den Chotts (ausgetrockneten Salzseen) liegen Køkkenmøddinger, wie sie auch von den Küsten Europas bekannt sind. Es fanden sich enorme Mengen an Schneckengehäusen, da die Tiere Nahrungszwecken dienten. Die Ernährungsweise ist die der Jäger und Sammler. Totenbestattungen mit Grabbeigaben und Ocker sind bekannt. Die Capsier beginnen Ziegen und Schafe zu halten, möglicherweise wird bereits, ähnlich wie in Dar Tichitt Getreide angebaut. <br> | ||
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* Der „Rhein-Randfluss“ Neckar, der bis jetzt nach dem Austritt aus dem Odenwald nach Norden fließt und bei Trebur in den Rhein mündet, wendet sich nach Westen, durchbricht den Dünenwall zwischen '''[[Deutschland - Vorzeit|Feudenheim und Seckenheim]]''' (heute Stadtbezirke von Mannheim) und ergießt sich in das mehrere Meter niedrigere Bett des Rheins. | * Der „Rhein-Randfluss“ Neckar, der bis jetzt nach dem Austritt aus dem Odenwald nach Norden fließt und bei Trebur in den Rhein mündet, wendet sich nach Westen, durchbricht den Dünenwall zwischen '''[[Deutschland - Vorzeit|Feudenheim und Seckenheim]]''' (heute Stadtbezirke von Mannheim) und ergießt sich in das mehrere Meter niedrigere Bett des Rheins. | ||
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| − | '''[[Europa|Mitteleuropa / Westeuropa]]''' [[Datei:Map Gemeinsame Mündung von Rhein und Themse. | + | '''[[Europa|Mitteleuropa / Westeuropa]]''' [[Datei:Map Gemeinsame Mündung von Rhein und Themse.jpg|thumb|Gemeinsame Mündung von Rhein und Themse]] <br> |
Kurz vor dem Wiederanstieg des Meeresspiegels infolge der Eisschmelze besitzen der Rhein und die Themse noch ein gemeinsames Delta, welches heute im Kanal zwischen den heutigen '''[[Niederlande - Vorzeit|Niederlanden]]''' und '''[[Großbritannien - Vorzeit|England]]''' liegt, das in den Atlantik und nicht in die Nordsee mündet. Zwischen dem heutigen '''[[Skandinavien|Norwegen]]''' und den '''[[Großbritannien - Vorzeit|Britischen Inseln]]''' existiert eine große Landfläche, die als „Dogger Hills“ bezeichnet wird. Dies ist heute das wichtigste Förderungsgebiet des Nordsee-Öls. <br> | Kurz vor dem Wiederanstieg des Meeresspiegels infolge der Eisschmelze besitzen der Rhein und die Themse noch ein gemeinsames Delta, welches heute im Kanal zwischen den heutigen '''[[Niederlande - Vorzeit|Niederlanden]]''' und '''[[Großbritannien - Vorzeit|England]]''' liegt, das in den Atlantik und nicht in die Nordsee mündet. Zwischen dem heutigen '''[[Skandinavien|Norwegen]]''' und den '''[[Großbritannien - Vorzeit|Britischen Inseln]]''' existiert eine große Landfläche, die als „Dogger Hills“ bezeichnet wird. Dies ist heute das wichtigste Förderungsgebiet des Nordsee-Öls. <br> | ||
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'''[[China - Vorzeit|China]]''' <br> | '''[[China - Vorzeit|China]]''' <br> | ||
| − | Zum ersten Mal überqueren Menschen die Straße von Formosa von '''[[China - Vorzeit|Südchina]]''' nach '''[[Taiwan]]'''. Die Entdecker sind Menschen aus '''[[China - Vorzeit|Südchina]]'''. <br> | + | Zum ersten Mal überqueren Menschen die Straße von Formosa von '''[[China - Vorzeit|Südchina]]''' nach '''[[China - Vorzeit|Taiwan]]'''. Die Entdecker sind Menschen aus '''[[China - Vorzeit|Südchina]]'''. <br> |
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'''[[Nordamerika]]''' <br> | '''[[Nordamerika]]''' <br> | ||
* In der Gegend des heutigen '''[[Mexiko - Vorzeit|Mexiko]]''' beginnen die dort lebenden Menschen mit der Landwirtschaft. <br> | * In der Gegend des heutigen '''[[Mexiko - Vorzeit|Mexiko]]''' beginnen die dort lebenden Menschen mit der Landwirtschaft. <br> | ||
| − | * Paläo-Indianer besiedeln das Gebiet des heutigen '''[[Tennessee]]'''. | + | * Paläo-Indianer besiedeln das Gebiet des heutigen '''[[Nordamerika|Tennessee]]'''. |
| − | * In den Küstengebieten der heutigen US-Bundesstaaten '''[[Alaska | + | * In den Küstengebieten der heutigen US-Bundesstaaten '''[[Nordamerika|Alaska, Washington und Oregon]]''' und der kanadischen Provinz '''[[Kanada - Vorzeit|British Columbia]]''' beginnt die Verbreitung der Altkordillerenkultur. Eines ihrer charakteristischen Merkmale, durch das sie sich von anderen zeitgleichen Kulturen wie den Clovis unterscheiden, sind die wie Weidenblätter geformten Projektilspitzen aus Stein. Die Menschen der Altkordillerenkultur sind Jäger und Sammler, die Tiere bis zur Größe von Hirschen jagen (small game hunters). In dieser Hinsicht unterscheiden sie sich auch von den benachbarten Bison jagenden Völkern (big game hunters) im Osten von ihnen. Aus den archäologischen Funden, unter anderem Angelhaken, lässt sich schließen, dass sie Fischfang betreiben. Insbesondere der Lachsfang spielt entlang der Flussläufe eine zentrale Rolle in ihrer Ernährung. |
| − | * Die im Gebiet des heutigen '''[[Kalifornien]]''' lebenden Menschen ernähren sich von der Großwildjagd. Da sie nahe an der Altkordilleren-Tradition leben, kennen sie blattförmige Spitzen, Bohrer und Schaber. Das Gebiet von '''[[Kalifornien]]''' ist noch feucht und die Niederungen sind mit Wasser gefüllt. | + | * Die im Gebiet des heutigen '''[[Nordamerika|Kalifornien]]''' lebenden Menschen ernähren sich von der Großwildjagd. Da sie nahe an der Altkordilleren-Tradition leben, kennen sie blattförmige Spitzen, Bohrer und Schaber. Das Gebiet von '''[[Nordamerika|Kalifornien]]''' ist noch feucht und die Niederungen sind mit Wasser gefüllt. |
* Von jetzt an sterben die meisten Großtierarten wie Mammut und Riesenbison in '''[[Nordamerika]]''' aus. Die Ureinwohner hängen jetzt vollständig von der Jagd auf kleinere Tiere, vom Fischfang und Sammeln von Wildpflanzen ab. | * Von jetzt an sterben die meisten Großtierarten wie Mammut und Riesenbison in '''[[Nordamerika]]''' aus. Die Ureinwohner hängen jetzt vollständig von der Jagd auf kleinere Tiere, vom Fischfang und Sammeln von Wildpflanzen ab. | ||
| − | * In den Trockenlandkulturen in den Gebieten der heutigen US-Bundesstaaten '''[[Utah | + | * In den Trockenlandkulturen in den Gebieten der heutigen US-Bundesstaaten '''[[Nordamerika|Utah, Nevada und Arizona]]''' fertigen Menschen nicht nur primitive Jagdwaffen, sondern auch die ersten Körbe '''[[Nordamerika]]s''' an. |
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'''[[Südamerika]]''' <br> | '''[[Südamerika]]''' <br> | ||
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* [[Datei:Turm von Jericho.jpg|thumb|'''Der Turm von Jericho''' (heutige Ausgrabungsstätte Tell-es-Sultan; Quelle: Wikipedia.de)]] Zwischen 8350 und 7370 entsteht eine vier Hektar große Siedlung in Jericho mit dem ältesten Steinturm der Welt (Turm von Jericho) und mit runden Lehmziegelbauten. An einer Seite des Schnittes wird eine Steinmauer angeschnitten, entweder eine Stadtmauer oder ein Schutz vor Überflutungen. Man ernährt sich durch den Anbau von Emmer, Gerste und Hülsenfrüchten, Viehhaltung sowie durch die Jagd. Der Turm von Jericho ist 8,25 Meter hoch und hat einen Basisdurchmesser von über acht Metern. Innerhalb des Turms befindet sich die weltweit älteste bekannte Treppe mit 20 Stufen. Der Turm ist Teil der etwa drei Meter hohen Stadtmauer, deren Zweck bislang ungeklärt ist. Eine jüngere Publikation der Universität von Tel Aviv vertritt die These, dass der Turm an der Stelle erbaut wurde, wo der Schatten des benachbarten Gipfels des Quarantals zum Zeitpunkt der Sommersonnenwende die Siedlung verdunkelt. Die Treppe in der Turmachse ist auf diesen Punkt (290° Azimut) ausgerichtet. | * [[Datei:Turm von Jericho.jpg|thumb|'''Der Turm von Jericho''' (heutige Ausgrabungsstätte Tell-es-Sultan; Quelle: Wikipedia.de)]] Zwischen 8350 und 7370 entsteht eine vier Hektar große Siedlung in Jericho mit dem ältesten Steinturm der Welt (Turm von Jericho) und mit runden Lehmziegelbauten. An einer Seite des Schnittes wird eine Steinmauer angeschnitten, entweder eine Stadtmauer oder ein Schutz vor Überflutungen. Man ernährt sich durch den Anbau von Emmer, Gerste und Hülsenfrüchten, Viehhaltung sowie durch die Jagd. Der Turm von Jericho ist 8,25 Meter hoch und hat einen Basisdurchmesser von über acht Metern. Innerhalb des Turms befindet sich die weltweit älteste bekannte Treppe mit 20 Stufen. Der Turm ist Teil der etwa drei Meter hohen Stadtmauer, deren Zweck bislang ungeklärt ist. Eine jüngere Publikation der Universität von Tel Aviv vertritt die These, dass der Turm an der Stelle erbaut wurde, wo der Schatten des benachbarten Gipfels des Quarantals zum Zeitpunkt der Sommersonnenwende die Siedlung verdunkelt. Die Treppe in der Turmachse ist auf diesen Punkt (290° Azimut) ausgerichtet. | ||
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| − | '''[[Tibet]]''' <br> | + | '''[[Tibet - Vorzeit|Tibet]]''' <br> |
| − | Paläolithische Stätten von Duogeze (Xainza) und Zhabu (Rutog) in '''[[Tibet]]'''. <br> | + | Paläolithische Stätten von Duogeze (Xainza) und Zhabu (Rutog) in '''[[Tibet - Vorzeit|Tibet]]'''. <br> |
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'''[[Europa]] / [[Kanada - Vorzeit|Kanada]]''' <br> | '''[[Europa]] / [[Kanada - Vorzeit|Kanada]]''' <br> | ||
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'''[[Deutschland - Vorzeit]]''' <br> | '''[[Deutschland - Vorzeit]]''' <br> | ||
| − | Die Ostseeinsel '''[[ | + | Die Ostseeinsel '''[[Deutschland - Vorzeit|Rügen]]''' ist von Menschen der Altsteinzeit bewohnt, wie später Funde von bearbeiteten Rentiergeweihen im Garzer Moor beweisen werden. <br> |
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'''[[Skandinavien]]''' <br> | '''[[Skandinavien]]''' <br> | ||
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Die Wollnashörner, die früher in Europa und Asien lebten und nunmehr nur noch in Jakutien vorkommen, sterben endgültig aus. <br> | Die Wollnashörner, die früher in Europa und Asien lebten und nunmehr nur noch in Jakutien vorkommen, sterben endgültig aus. <br> | ||
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| − | '''[[Asien|Südostasien]]''' [[Datei:Semang. | + | '''[[Asien|Südostasien]]''' [[Datei:Semang.jpg|thumb|'''Semang-Mann''']] <br> |
In den dichten Regenwäldern der Malaiischen Halbinsel leben die negriden Semang als Jäger und Sammler. Die Semang sind klein, dunkelhäutiger und kraushaarig. Sie leben vor allem im Inneren der Gebirge als Jäger und Sammler in den tropischen Regenwäldern. Die Semang leben nomadisch und legen viel Wert auf die Freiheit der Bewegung. Ihre Ernährung und Riten sind sehr stark an Pflanzen orientiert. Sie suchen im Wald ihre Nahrung, wie zum Beispiel Wild (Affen), Wurzeln, Früchte und Honig. Frauen tragen Bambuskämme und -halsketten. Bei den Semang sind Frauen und Männer gleichberechtigt. Die Aufgaben bei der Nahrungsbeschaffung sind gleichmäßig aufgeteilt: Die Frauen sammeln pflanzliche Nahrung, die Männer jagen kleinere Tiere. Das Recht auf Eigentum, politischer Einfluss und Führerschaft sind gleichermaßen verteilt. Unverheiratete Frauen stecken sich Perlen und Blumen in die Ohrläppchen. Die rituellen Praktiken der Semang sind ebenfalls an den Pflanzen orientiert. Blut spielt für die Semang eine große Rolle, da es ein zentrales Symbol für Fruchtbarkeit darstellt. Aus diesem Grund bringen die Semang Blutopfer. Während dieser religiösen Praxis schneiden sich die Semang, vor allem die Frauen, zunächst ins Bein, danach werden die Blutstropfen auf ein Bambusstöckchen aufgenommen und zusammen in die Luft geworfen. Das Ritual findet für gewöhnlich bei Gewitter statt und hat den Zweck, böse Geister zu beruhigen, um wichtige Gottheiten zusammenzubringen und so den Ertrag der Ernte zu erhöhen. Die Semang kennen vier Arten von Geistern: | In den dichten Regenwäldern der Malaiischen Halbinsel leben die negriden Semang als Jäger und Sammler. Die Semang sind klein, dunkelhäutiger und kraushaarig. Sie leben vor allem im Inneren der Gebirge als Jäger und Sammler in den tropischen Regenwäldern. Die Semang leben nomadisch und legen viel Wert auf die Freiheit der Bewegung. Ihre Ernährung und Riten sind sehr stark an Pflanzen orientiert. Sie suchen im Wald ihre Nahrung, wie zum Beispiel Wild (Affen), Wurzeln, Früchte und Honig. Frauen tragen Bambuskämme und -halsketten. Bei den Semang sind Frauen und Männer gleichberechtigt. Die Aufgaben bei der Nahrungsbeschaffung sind gleichmäßig aufgeteilt: Die Frauen sammeln pflanzliche Nahrung, die Männer jagen kleinere Tiere. Das Recht auf Eigentum, politischer Einfluss und Führerschaft sind gleichermaßen verteilt. Unverheiratete Frauen stecken sich Perlen und Blumen in die Ohrläppchen. Die rituellen Praktiken der Semang sind ebenfalls an den Pflanzen orientiert. Blut spielt für die Semang eine große Rolle, da es ein zentrales Symbol für Fruchtbarkeit darstellt. Aus diesem Grund bringen die Semang Blutopfer. Während dieser religiösen Praxis schneiden sich die Semang, vor allem die Frauen, zunächst ins Bein, danach werden die Blutstropfen auf ein Bambusstöckchen aufgenommen und zusammen in die Luft geworfen. Das Ritual findet für gewöhnlich bei Gewitter statt und hat den Zweck, böse Geister zu beruhigen, um wichtige Gottheiten zusammenzubringen und so den Ertrag der Ernte zu erhöhen. Die Semang kennen vier Arten von Geistern: | ||
# Ya, die menschliche Seele, die vom Körper getrennt ist | # Ya, die menschliche Seele, die vom Körper getrennt ist | ||
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Die Landbrücke „Beringia“ zwischen Asien und Nordamerika wird endgültig überflutet. Die heute so genannte „Bering-Straße“ entsteht. Die Meerenge ist etwa 82 Kilometer breit und zwischen 30 und 50 Meter tief. Wenn die Temperatur dort unter -70 Grad C fällt, ist es möglich, dass die Meerenge zufriert. <br> | Die Landbrücke „Beringia“ zwischen Asien und Nordamerika wird endgültig überflutet. Die heute so genannte „Bering-Straße“ entsteht. Die Meerenge ist etwa 82 Kilometer breit und zwischen 30 und 50 Meter tief. Wenn die Temperatur dort unter -70 Grad C fällt, ist es möglich, dass die Meerenge zufriert. <br> | ||
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Weite Teile der heutigen Wüste Sahara sind eine fruchtbare Gegend, in dem sich Elefanten, Krokodile und Flusspferde tummeln und Menschen siedeln. Im Zeitraum zwischen 9000 und 3000 BC entstehen in Laas Geel bei Hargeysa im Norden '''[[Somalia - Vorzeit|Somalias]]''' Höhlenmalereien. <br> | Weite Teile der heutigen Wüste Sahara sind eine fruchtbare Gegend, in dem sich Elefanten, Krokodile und Flusspferde tummeln und Menschen siedeln. Im Zeitraum zwischen 9000 und 3000 BC entstehen in Laas Geel bei Hargeysa im Norden '''[[Somalia - Vorzeit|Somalias]]''' Höhlenmalereien. <br> | ||
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| − | '''[[ | + | '''[[Westafrika]]''' <br> |
| − | Im Gebiet des heutigen '''[[Westafrika | + | Im Gebiet des heutigen '''[[Westafrika|Akure in Nigeria]]''' werden erste Siedlungen gegründet. <br> |
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'''[[Neuguinea - Vorzeit|Neuguinea]]''' <br> | '''[[Neuguinea - Vorzeit|Neuguinea]]''' <br> | ||
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| <center>'''[[Chronik 9699 BC|7600 BC]]''' </center> || '''[[Japan - Vorzeit|Japan]]''' <br> | | <center>'''[[Chronik 9699 BC|7600 BC]]''' </center> || '''[[Japan - Vorzeit|Japan]]''' <br> | ||
Im Gebiet des heutigen Awatsu-kotei in '''[[Japan - Vorzeit|Japan]]''' wird zwischen möglicherweise zum ersten Mal in der Geschichte der Flaschenkürbis domestiziert. Auch im Gebiet des heutigen Guila Naquitz in '''[[Mexiko - Vorzeit|Mexiko]]''' wird der Flaschenkürbis angebaut, kann aber zeitlich nur in einem Zeitraum zwischen 8000 und 7000 BC angegeben werden. <br> | Im Gebiet des heutigen Awatsu-kotei in '''[[Japan - Vorzeit|Japan]]''' wird zwischen möglicherweise zum ersten Mal in der Geschichte der Flaschenkürbis domestiziert. Auch im Gebiet des heutigen Guila Naquitz in '''[[Mexiko - Vorzeit|Mexiko]]''' wird der Flaschenkürbis angebaut, kann aber zeitlich nur in einem Zeitraum zwischen 8000 und 7000 BC angegeben werden. <br> | ||
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| <center>'''Proximity'''</center> || | | <center>'''Proximity'''</center> || | ||
Version vom 30. November 2016, 19:29 Uhr
DIE EREIGNISSE ZWISCHEN 9699 und 7501 BC
SCHLAGZEILEN
| Home | ![]() Der Agassizsee - der Überrest der letzten Eiszeit wird der Spender großer Flüsse und der "Großen Seen" Nordamerikas (Quelle: Wikipedia.de) | |
| Jahres-Chroniken | ||
| Länderchroniken |
| Phanerozoikum – Quartär – Holozän Das Holozän, der jüngste Zeitabschnitt der Erdgeschichte, der bis heute andauert, beginnt. Die Bezeichnung Holozän stammt aus dem Griechischen und bedeutet sinngemäß „das völlig Neue“. Der Begriff wird um 1867/1869 durch den französischen Zoologen Paul Gervais geprägt. Bereits 1833 prägt Charles Lyell für diesen Zeitabschnitt der Erdgeschichte den Begriff „Present“ geprägt. Auf dem 3. Geologischen Kongress in London 1885 setzt sich jedoch die Bezeichnung „Holocene“ (eingedeutscht Holozän) gegenüber „Present“ (Gegenwart) durch. In der englischsprachigen Literatur ist der Begriff Present im Sinne von Holozän gelegentlich noch zu finden. Eine veraltete Bezeichnung ist auch Alluvium, was soviel wie „das Angeschwemmte“ (von lat. alluvio) bedeutet. Diese Bezeichnung geht auf den britischen Geologen William Buckland zurück, der 1823 die jüngste Erdgeschichte in das (vor-)sintflutliche „Diluvium“ (entspricht etwa Pleistozän) und das nachsintflutliche „Alluvium“ (entspricht grob dem Holozän) unterteilt. In jüngerer Zeit setzt sich der Begriff auch gegen Begriffe wie Neo-Warmzeit oder Flandrische Warmzeit (Flandrium) durch. Der Begriff Flandrium wird 1957 von Heinzelin & Tavernier für marine Transgressionssedimente an der belgischen Küste geprägt. Er wird vor allem von Autoren verwendet, die meinen, dass das Holozän nur ein Interstadial des aktuellen Eiszeitalters sei und deshalb in das Pleistozän mit einbezogen werden sollte. Wegen der besonderen Bedeutung des Holozäns für die Kulturgeschichte der Menschheit hat sich dieser Vorschlag nicht durchsetzen können und wird auch nicht weiter diskutiert.
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| Phanerozoikum – Quartär – Pleistozän – Jungpleistozän (Tarantium) - Mitteleuropa Infolge des steigenden Meeresspiegels beginnt die Überflutung des nördlichen Teils des Elbe-Urstromtals, dessen Ende rund 600 Kilometer nördlicher als 12.000 Jahre später liegt. Auch Doggerland, das das heutige Britannien mit der Westküste des Kontinents Europas verbindet, beginnt von der Oberfläche zu verschwinden. | ||||||||||
| Terra Nach über 1000 Jahren der Zwischenkaltzeit namens „Jüngere Tundenzeit“ beginnt die bis heute herrschende Warmzeit (Neo- oder Flandrische Warmzeit), ein Interglazial. Innerhalb von 20 bis 40 Jahren werden die Durchschnittstemperaturen auf der Nordhalbkugel um sechs Grad Celsius steigen. Die Gesamtbevölkerung der Erde wird zwischen einer und zehn Millionen Menschen geschätzt, von denen die meisten Jäger-Sammler-Gemeinschaften sind, die auf allen Kontinenten außer auf Antarktika und Zealandia verstreut sind. | ||||||||||
Mitteleuropa / Skandinavien / Baltikum
Mitteleuropa | ||||||||||
| Atlantis Einer theosophischen Tradition zufolge geht das angeblich zwischen Amerika und Afrika liegende „Land des Atlas“ („Atlantis“) in den Fluten des Atlantiks unter. Dieses mythische Inselreich beschreibt der griechische Philosoph Platon im 4. Jahrhundert BC als Erster. Atlantis ist laut Platon eine Seemacht, die ausgehend von ihrer „jenseits der Säulen des Herakles“ (gemeint ist die Meerenge von Gibraltar) gelegenen Hauptinsel große Teile Europas und Afrikas unterworfen hat. Nach einem gescheiterten Angriff auf Athen geht Atlantis schließlich infolge einer Naturkatastrophe „innerhalb eines einzigen Tages und einer unglückseligen Nacht“ unter: Tagsüber erschüttern schwere Erdbeben die Insel und in der Nacht versinkt die große Insel schließlich im Meer. Die Macht über die Insel hatte der Mythologie zufolge der Gott Poseidon seinem mit der sterblichen Kleito gezeugten Sohn Atlas übertragen, der der Älteste seiner Nachkommen aus fünf Zwillingspaaren war. Atlas und seine Nachfahren herrschten über die Hauptstadt, die Nachkommen seiner jüngeren Brüder regierten die weiteren Teile des Reiches. Mit der Zeit wandelte sich Atlantis durch immer weiter gehende Baumaßnahmen und Aufrüstungen von einer ursprünglich ländlich geprägten Insel zu einer schlagkräftigen Seemacht. Die Nachfahren des Atlas und seiner Brüder verfügten über ein einzigartiges Heer und eine starke Marine mit 1200 Kriegsschiffen und 240.000 Mann Besatzung allein für die Flotte der Hauptstadt. Mit dieser Streitmacht unterwarfen sie angeblich Europa bis Tyrrhenien und Nordafrika bis Ägypten. Erst die zahlenmäßig weit unterlegenen Athener konnten diesen Vormarsch angeblich zum Erliegen bringen. Diese militärische Niederlage von Atlantis wird dabei als Strafe der Götter für die Hybris seiner Herrscher dargestellt. Weil der „göttliche Anteil“ der Atlantiden durch die Vermischung mit Menschen zusehends geschwunden ist, seien sie von Gier nach Macht und Reichtum ergriffen worden. | ||||||||||
| Mesopotamien Die Architektur der Hütten der Steinzeit-Kultur der Völker Mesopotamiens beginnt sich von rund zu eckig zu wandeln. Es werden Feuersteinklingen benutzt und inzwischen wird auch damit begonnen, Getreide anzubauen. Vorderasien
Südwesteuropa Westeuropa / Skandinavien Nordeuropa / Baltikum Nordeuropa / Skandinavien Nordamerika Südamerika Australien / Neuguinea | ||||||||||
| Asien / Europa / Nordamerika Die Durchschnittstemperaturen steigen auf der Nordhemisphäre innerhalb von etwa 30 Jahren sehr rasant um 6 Grad Celsius. Der Temperaturanstieg betrifft vor allem die Winterdurchschnittstemperaturen, für die Sommerdurchschnittstemperaturen wird nur ein Anstieg bis zu 3 Grad Celsius festgestellt. | ||||||||||
| Asien / Europa / Nordamerika Durch die vor 50 Jahren begonnene enorm schnelle Klimaerwärmung auf der Nordhalbkugel von 6 Grad Celsius innerhalb von 20-40 Jahren etablieren sich weitestgehend feuchte, nasskalte Bedingungen. Vorderasien Skandinavien | ||||||||||
| Terra Der Meeresspiegel der Erde beträgt jetzt 54 Meter unter dem heutigen "Normal Null". | ||||||||||
Terra
Südeuropa / Hellas Indien Volk der Iberomauren / Volk der Capsier In Nordafrika entsteht die nordafrikanisch-epipaläolithische Kultur im Übergang von der Alt- zur Jungsteinzeit. Die Capsien-Kultur ist benannt nach dem antiken Ort Capsa, dem heutigen Gafsa in Tunesien. Die meisten Funde sind auf den algerischen und tunesischen Hochebenen gemacht worden. Typischerweise finden sich Rückenmesser und Rückenklingen sowie Mikrolithen als Dreiecke, Vierecke und Trapeze. Straußeneier werden als Behälter genutzt und mit Ritzmustern verziert. Dieses Material findet sich auch in Form von runden, durchbohrten Perlen. Erstmals finden sich figürliche Darstellungen. Dem Capsien ging das Atérien voraus, an manchen Stellen finden sich zwischen Atérien und Capsien Spuren des Ibéromaurusien. In das Capsien fällt auch die Zeit der nordafrikanischen Felsbilder. Die frühen Siedlungen liegen meistens auf Anhöhen. An den Chotts (ausgetrockneten Salzseen) liegen Køkkenmøddinger, wie sie auch von den Küsten Europas bekannt sind. Es fanden sich enorme Mengen an Schneckengehäusen, da die Tiere Nahrungszwecken dienten. Die Ernährungsweise ist die der Jäger und Sammler. Totenbestattungen mit Grabbeigaben und Ocker sind bekannt. Die Capsier beginnen Ziegen und Schafe zu halten, möglicherweise wird bereits, ähnlich wie in Dar Tichitt Getreide angebaut.
Mitteleuropa / Westeuropa Kurz vor dem Wiederanstieg des Meeresspiegels infolge der Eisschmelze besitzen der Rhein und die Themse noch ein gemeinsames Delta, welches heute im Kanal zwischen den heutigen Niederlanden und England liegt, das in den Atlantik und nicht in die Nordsee mündet. Zwischen dem heutigen Norwegen und den Britischen Inseln existiert eine große Landfläche, die als „Dogger Hills“ bezeichnet wird. Dies ist heute das wichtigste Förderungsgebiet des Nordsee-Öls. Skandinavien China
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| Asien / Europa / Nordamerika Die Durchschnittstemperaturen auf der Nordhalbkugel steigen noch einmal um etwa 4 Grad Celsius (mit einer Abweichung von ± 1,5 °C) an. Vorerst behalten die Temperaturen unter leichten Schwankungen eine leicht ansteigende Tendenz. | ||||||||||
| Mitteleuropa Im heutigen norddeutschen Raum und in den Niederlanden beginnt die Ahrensburg-Kultur, benannt nach einer Stadt im heutigen Schleswig-Holstein. Die Ahrensburger Kultur ist an den gestielten Pfeilspitzen mit abgeschrägter Schneide zu erkennen. Von besonderer Bedeutung ist der im moorigen Grund beim nahen Gut Stellmoor nachgewiesene Kultplatz. Rentierjäger weiden hier erbeutete, weibliche Rentiere aus, füllen die Leiber mit Steinen und füllen die so beschwerten Tierkadaver als Opfergaben in einem Teich oder einem See, der später verlanden wird. Am Ufer des Opfergewässers steht ein zugespitzter, mehr als zwei Meter langer Kultpfahl, dem man den Schädel eines etwa 16 Jahre alten, weiblichen Rentiers aufsetzt. Der Kultplatz von Stellmoor erbringt die bisher ältesten bekannten Zeugnisse von Bräuchen, die aus religiösen Traditionen eurasischer Jägervölker entstanden sind. | ||||||||||
| Skandinavien An der Grenze zwischen Rogaland und West-Agder liegt weit im Landesinneren der See Store Myrvatn, wo ab 8800 BC viele Wohnplätze entstehen. Der Gletscher reicht nur 10 bis 20 Kilometer an den Wohnplatz heran. Nordamerika / Mittelamerika | ||||||||||
| Mesopotamien Die bislang runden Wohnstätten Mesopotamiens wandeln sich zu eckigen Häusern, die nun auch über mehrere Räume verfügen. | ||||||||||
| Asien / Europa / Nordamerika Die Nordhalbkugel der Erde erlebt eine erneute Kaltzeit. Vorderasien / China / Mittelamerika Mitteleuropa Schottland
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| Vorderasien Bereits im frühen Neolithikum wird von der Südküste aus, dem heutigen Pamphylien, Handel mit Obsidian aus dem mittleren Kleinasien nach Syrien und Palästina betrieben. Auf dem zuvor menschenleeren Zypern wird mit der Besiedelung begonnen. Skandinavien / Baltikum | ||||||||||
| Südamerika Die Besiedlung der Südspitze Südamerikas, Feuerlands, ist 1500 Jahren nach dem Eintreffen der ersten Siedler abgeschlossen. | ||||||||||
| Island Auf Island entsteht der Vulkan Saksunarvatn. | ||||||||||
| Zypern Die Insel Zypern wird dauerhaft besiedelt. Skandinavien | ||||||||||
| Indien Mit dem Ende der Eiszeit steigt der Meeresspiegel kontinuierlich an. Die Stadt Dwarka auf dem indischen Subkontinent wird infolgedessen vom Meer überschwemmt und muss aufgegeben werden. | ||||||||||
| Terra Die Weltbevölkerung besteht jetzt aus mehr als fünf Millionen Menschen gegenüber 10 Millionen Menschen vor 2000 Jahren.
Tibet
Deutschland - Vorzeit
Island Sibirien. Südostasien In den dichten Regenwäldern der Malaiischen Halbinsel leben die negriden Semang als Jäger und Sammler. Die Semang sind klein, dunkelhäutiger und kraushaarig. Sie leben vor allem im Inneren der Gebirge als Jäger und Sammler in den tropischen Regenwäldern. Die Semang leben nomadisch und legen viel Wert auf die Freiheit der Bewegung. Ihre Ernährung und Riten sind sehr stark an Pflanzen orientiert. Sie suchen im Wald ihre Nahrung, wie zum Beispiel Wild (Affen), Wurzeln, Früchte und Honig. Frauen tragen Bambuskämme und -halsketten. Bei den Semang sind Frauen und Männer gleichberechtigt. Die Aufgaben bei der Nahrungsbeschaffung sind gleichmäßig aufgeteilt: Die Frauen sammeln pflanzliche Nahrung, die Männer jagen kleinere Tiere. Das Recht auf Eigentum, politischer Einfluss und Führerschaft sind gleichermaßen verteilt. Unverheiratete Frauen stecken sich Perlen und Blumen in die Ohrläppchen. Die rituellen Praktiken der Semang sind ebenfalls an den Pflanzen orientiert. Blut spielt für die Semang eine große Rolle, da es ein zentrales Symbol für Fruchtbarkeit darstellt. Aus diesem Grund bringen die Semang Blutopfer. Während dieser religiösen Praxis schneiden sich die Semang, vor allem die Frauen, zunächst ins Bein, danach werden die Blutstropfen auf ein Bambusstöckchen aufgenommen und zusammen in die Luft geworfen. Das Ritual findet für gewöhnlich bei Gewitter statt und hat den Zweck, böse Geister zu beruhigen, um wichtige Gottheiten zusammenzubringen und so den Ertrag der Ernte zu erhöhen. Die Semang kennen vier Arten von Geistern:
Die Toten werden nicht tief begraben, und der Begräbnisort wird verlassen und durch Geister und Tiger bewacht, die den Leichnam essen sollen. Die Welt der Menschen wird von der Großmutter der Bewohner des Himmels, die Blitz und Donner verursachen, geschaffen. Ihr Name ist Manoij. Anfangs lag die Welt in einem See, auf welchem die Großmutter auf einem Floß mit ihren zwei Enkeln fuhr. Sie bat einen der Enkel, ihr einen Ast zu besorgen, und verletzte damit das Monster, das auf dem Grund des Sees wohnte. Somit konnte das Wasser abfließen. Ein Igel hob nun die nur von Bergen bedeckte Erde aus dem Schlamm. Kurz darauf flog ein Vogel vorbei und glättete mit seinem Flügelschlag die Erdoberfläche und machte sie bewohnbar. Nun wünschte sich die Großmutter ein Kind und bat einen ihrer Enkel, ihr eines zu erschaffen. So gingen beide Enkel in den Wald und einer der beiden formte eine Figur aus Klee, die er in eine Matte hüllte. Nach einem Tag verwandelte sich die Figur in ein Mädchen. Das Gleiche wiederholte er und diesmal entstand ein Junge. Diese Kinder waren zwar noch keine Menschen, aber sie verwandelten eine Blume in ein richtiges Mädchen. Als das Mädchen erwachsen wurde, wünschte es sich einen Mann. Sie ging also in den Wald und pflückte eine Blume, die sie dann in einen Mann verwandelte. Die beiden verliebten sich und wurden so zu den Vorfahren aller Menschen. Asien / Nordamerika Nordafrika Westafrika Neuguinea
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| Georgien Im Gebiet des heutigen Georgien und südlich davon beginnt die Entwicklung des Ackerbaus und der Viehzucht sowie die Keramikherstellung. Neben neuen Fertigungsmethoden finden sich mit Dolomit, Diorit, Nephrit und Jadeit auch neue Materialien. Die ersten Siedlungen bestehen vermutlich aus Holzhäusern, die später vor allem in Westgeorgien gefunden werden. Aruchlo stellt eine der bisher ältesten bekannten jungsteinzeitlichen Siedlungen dar. Nordamerika | ||||||||||
Nordamerika
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| Mesopotamien Im Norden Mesopotamiens bilden sich die Bauerndörfer der Hassunna-Kultur und der Halaf-Kultur sowie im Osten der Samarra-Kultur, die durch die Obed-Kultur abgelöst wird, in der die Besiedlung des südlichen Mesopotamiens durch Ackerbauern erfolgt. Bald wird Keramik auf der Töpferscheibe hergestellt und es finden sich die ersten Schriftzeugnisse. Im Zweistromland ist inzwischen auch ein Totenkult entstanden, was bedeutet, dass man damit beginnt, den Tod als Übergang zu einer anderen Existenzform anzusehen und sich gleichzeitig an seine Vorfahren erinnert. Skandinavien | ||||||||||
| Japan Im Gebiet des heutigen Awatsu-kotei in Japan wird zwischen möglicherweise zum ersten Mal in der Geschichte der Flaschenkürbis domestiziert. Auch im Gebiet des heutigen Guila Naquitz in Mexiko wird der Flaschenkürbis angebaut, kann aber zeitlich nur in einem Zeitraum zwischen 8000 und 7000 BC angegeben werden. | ||||||||||
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