Chronik 1770.05

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Weltchronik der ersten Dekade des Mai 1770

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01.05.1770 (Dienstag)
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Königreich Frankreich / Heiliges Römisches Reich / Erzherzogtum Österreich

Der Brautzug der österreichischen Erzherzogin und französischen Dauphine Maria Antonia begibt sich auf den Weg zum Kloster Obermarchtal, wo der östliche Pavillon des Klosters als Logis für die Erzherzogin errichtet wurde. Die Straße zwischen Ulm und Riedlingen wurde in diesem Jahr anlässlich der Brautreise zur Chaussee ausgebaut. Bei Riedlingen wurde eine als Dauphinestraße bezeichnete Umgehungsstraße gebaut. In Oberdischingen ließ Franz Ludwig Graf Schenk von Castell anlässlich des Brautzuges eine 600 Meter lange Kastanienallee anlegen.

Mai 1770 (Dienstag)
England 1660-1801.png
Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika

In der britischen Kolonie Nova Scotia findet die Wahl zur 5. Generalversammlung statt.

02.05.1770 (Mittwoch)
Osmanisches Reich 1517-1793.png Russland 1697-1858.png
Osmanisches Reich / Russisches Reich

Der General der russischen Flotte, Alexej Orlow, sendet ein Manifest, in dem er die Griechen auffordert, das Joch der Osmanen abzuschütteln. Jetzt muss er durch den zweiten Teil des russischen Marinegeschwaders evakuiert werden, das zu seiner Rettung kommt. Die osmanische Flotte dreht ab, weil sie eine Konfrontation mit der russischen Flotte vermeiden will. Sie fahren zunächst nach Nafplion. Anschließend beginnt die russische Flotte mit der Belagerung von Koroni und Methoni.

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Königreich Frankreich / Heiliges Römisches Reich / Erzherzogtum Österreich

Der Brautzug der österreichischen Erzherzogin und französischen Dauphine Maria Antonia begibt sich auf den Weg über Mengen und Zoznegg zur Übernachtung nach Stockach. In Krauchenwies wird ein Imbiss eingenommen.

03.05.1770 (Donnerstag)
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Königreich Frankreich / Heiliges Römisches Reich / Erzherzogtum Österreich

Der Brautzug der österreichischen Erzherzogin und französischen Dauphine Maria Antonia begibt sich auf den Weg nach Schloss Donaueschingen über Nenzingen, Eigeltingen, Aach, Engen, Geislingen und Unadingen.

04.05.1770 (Freitag)
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Königreich Frankreich / Heiliges Römisches Reich / Erzherzogtum Österreich

Der Brautzug der österreichischen Erzherzogin und französischen Dauphine Maria Antonia begibt sich auf den Weg nach Hinterzarten, um dort im "Weißen Rössle" einzukehren. Die Straße durch das Höllental (heute: Teil der Bundesstraße 31) soll nach mehreren Quellen eigens für die Durchfahrt des Wagenzuges ausgebaut worden sein. Jedoch handelt es sich bei diesem Ausbau lediglich um Verbesserungen an der Felsschlucht beim Hirschsprung sowie um einige Schönheitsreparaturen, die zwischen 1769 und 1770 stattfanden. Der Teil zwischen der Gemarkungsgrenze von Hinterzarten und Hüfingen wurde beispielsweise bereits ab 1751 modernisiert. Die Landständische Ehrenpforte wurde aus Anlass des Brautzugs in Freiburg aufgebaut. Sie war eine von drei Ehrenpforten in der „Großen Gass“ (heute Kaiser-Joseph-Straße), ungefähr auf Höhe des Bertoldbrunnens. Der Brautzug geht durch das Breisacher Tor in die Stadt ein und übernachtet im Kageneck’schen Haus in Freiburg, wo er am Nachmittag eintrifft.

05.05.1770 (Samstag)
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Königreich Frankreich / Heiliges Römisches Reich / Erzherzogtum Österreich

Der Brautzug der österreichischen Erzherzogin und französischen Dauphine Maria Antonia begibt sich zu einem Festgottesdienst in das Freiburger Münster. Während des Besuches der Marie Antoinette wird die Salzstraße kurzfristig in Dauphinegasse umbenannt. Extra für den Brautzug wurden in Freiburg neue Straßen errichtet, da die Salzstraße, die durch die Stadt führt, zu schmal ist. Freiburg wurde umfangreich renoviert. Die Hauptgassen wurden neu gepflastert, die Häuser wurden geweißelt, anstelle der Drachenköpfen an den Dachrinnen wurden Rohre bis zur Erde angebracht. Hinzu kam die durchgehende Nummerierung anstelle der Häusernamen. Freiburg im Breisgau, das in der Vergangenheit besonders unter den Auseinandersetzungen zwischen Österreich und Frankreich gelitten hat, feiert die Verbindung der beiden Herrscherhäuser ausgiebig. Hier wird während des Aufenthaltes der Braut sogar die Spitze des Freiburger Münsters mit einem „chimischem Feuer“ illuminiert. Dazu wurden auf dem Turm Tausende von Tonschälchen, in die eine Brennpaste gefüllt wurde, aufgestellt. In Freiburg werden die Osterferien der Freiburger Universität verlängert und das Patronatsfest der Theologen verlegt.

06.05.1770 (Sonntag)
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Königreich Frankreich / Heiliges Römisches Reich / Erzherzogtum Österreich

Der Brautzug der österreichischen Erzherzogin und französischen Dauphine Maria Antonia begibt sich auf die Reise nach Emmendingen, wo er das Gasthaus "Krone-Post" besucht. Nach der Weiterreise über Kenzingen und der Durchfahrt durch Herbolzheim übernachtet der Zug im Kloster Schuttern. Die Marie-Antoinette-Brücke zwischen Schutterzell und Schuttern wurde anlässlich des Brautzuges benötigt und daher gebaut.

England 1660-1801.png Australien.jpg
Königreich Großbritannien

Acht Tage nach der Landung in Botany Bay in New Holland (heute Australien) segelt die HMS ENDEAVOUR unter ihrem englischen Kommandanten James Cook entlang der Küstenlinie und sammelt kartografische Informationen vom Osten des Kontinents.

07.05.1770 (Montag)
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Königreich Frankreich / Heiliges Römisches Reich / Erzherzogtum Österreich

Der Brautzug der österreichischen Erzherzogin und französischen Dauphine Maria Antonia erreicht eine unbewohnte Rheininsel vor Straßburg, die als neutrales Gebiet gilt. Hier erfolgt die "Übergabe" des 14 Jahre alten Mädchens an Frankreich. Marie-Antoinette wird von Fürst Georg Adam von Starhemberg, der bisher die Reise geleitet hatte, in die Hände von Philippe de Noailles, duc de Mouchy, den Bevollmächtigten des französischen Königs und Ehemann der neuen Hofdame, gegeben. Die Erzherzogin wird in einem extra errichteten Pavillon mit mehreren Räumen untergebracht. Diese sind prächtig ausgestattet und mit Wandteppichen geschmückt. Eine dieser Tapisserien zeigt die Vermählung des mythischen Paares Jason und Medea. Als der junge Johann Wolfgang von Goethe den Ort besichtigt, zürnte er: „Ist es erlaubt, einer jungen Königin das Beispiel der grässlichsten Hochzeit, die vielleicht jemals vollzogen worden, bei dem ersten Schritt in ihr Land so unbesonnen vors Auge zu bringen?“ In Straßburg verfolgt Goethe den Brautzug: "Eine merkwürdige Staatsbegebenheit setzte alles in Bewegung und verschaffte uns eine ziemliche Reihe Feiertage. Marie Antoinette, Erzherzogin von Österreich, Königin von Frankreich, sollte auf ihrem Weg nach Paris über Straßburg gehen... Der schönen und vornehmen, so heitren als imposanten Miene dieser jungen Dame erinnere ich mich noch recht wohl. Sie schien, in ihrem Glaswagen uns allen vollkommen sichtbar, mit ihren Begleiterinnen in vertraulicher Unterhaltung über die Menge, die ihrem Zug entgegenströmte, zu scherzen. Abends zogen wir durch die Straßen, um die verschiedenen illuminierten Gebäude, besonders aber den brennenden Gipfel des Münsters zu sehen, an dem wir sowohl in der Nähe als in der Ferne unsere Augen nicht genugsam weiden konnten.“ Marie Antoinette verabschiedet ihr Wiener Gefolge und legt ihre Kleider im österreichischen Ostteil des Pavillons ab, bevor ihre neue Hofdame Anne-Claude-Louise d’Arpajon, Gräfin von Noailles, sie nackt in den französischen Westteil geleitet und dort neu einkleidet. So wird aus der Erzherzogin Maria Antonia auch äußerlich die Dauphine Marie Antoinette. Dem Niemandsland zwischen den zwei Reichen kommt als Ort des symbolischen Grenzübertritts und dem damit verbundenen Übergang der Braut von einer Familie in die andere im damaligen Verständnis eine große Bedeutung zu. Nach der Einkleidung wurden Marie-Antoinette ihr Ehrenkavalier, der Comte de Saulx-Tavannes, und weitere Mitglieder des angereisten französischen Hofstaates vorgestellt. Die komplette Trennung von ihren bisherigen Bediensteten dient ebenso wie die Neueinkeidung dem radikalen Bruch mit der früheren Heimat, so dass von der Dauphine in Folge wohl so gut wie kein kultureller Einfluss auf die neue Umgebung wird ausgehen können. Nach der Neueinkleidung macht sich der Tross auf zu einem Empfang am Straßburger Münster durch Bischof Louis de Rohan. Anschließend finden eine Theateraufführung sowie ein Ball statt.

08.05.1770 (Dienstag)
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Königreich Frankreich / Heiliges Römisches Reich / Erzherzogtum Österreich

Der Brautzug der österreichischen Erzherzogin und französischen Dauphine Marie Antoinette nimmt an einer Messe im Straßburger Münster teil. Anschließend begibt sich die Dauphine mit ihrem Gefolge in ein Konzert im bischöflichen Palais Rohan. Die Übernachtung des Brautzuges ist in Saverne.

09.05.1770 (Mittwoch)
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Königreich Frankreich / Heiliges Römisches Reich / Erzherzogtum Österreich

Der Brautzug der österreichischen Erzherzogin und französischen Dauphine Marie Antoinette führt über Lunéville nach Nancy und übernachtet dort im Hotel der Regierung.

10.05.1770 (Donnerstag)
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Königreich Spanien / Vizekönigreich Neugranada / Vizekönigreich Peru

König Carlos III. bestätigt in Aranjuez (50 km südlich von Madrid) die Sprachpolitik mit einer reichsweiten Cédula (Erlass), die für die Reinos de Indias, die Inselgebiete und die Philippinen gilt. Der Erlass ordnet an, dass Verwaltung, Justiz und religiöse Unterweisung ausschließlich in kastilischer Sprache erfolgen und dass die Behörden darauf hinwirken, die Vielzahl indigener Sprachen zurückzudrängen. Die Krone begründet dies mit dem Ziel einer einheitlichen politischen und kirchlichen Ordnung, die nur durch sprachliche Homogenität erreichbar sei. Frühere lokale Ausnahmen verlieren ihre Gültigkeit, und die sprachliche Zentralisierung wird zu einem verbindlichen Bestandteil der imperialen Reformen.

Frankreich 1632-1790.png HRR 1402-1806.png Österreich 1230-1786.png
Königreich Frankreich / Heiliges Römisches Reich / Erzherzogtum Österreich

Der Brautzug der österreichischen Erzherzogin und französischen Dauphine Marie Antoinette führt über Commercy nach Bar-le-Duc. Die Übernachtung findet in Bar statt.

Chronik 1770.05-II
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Chronik 1770.05-III
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