Deutsches Kaiserreich 1871.12

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Wappen des Deutschen Kaiserreiches

DEUTSCHES KAISERREICH

Hauptstadt: Berlin

Chronik des Dezember 1871


Deutschland erhält eine einheitliche Währung: Die Mark

Öffentliche politische Äußerungen von Geistlichen werden in Deutschland mit Festungshaft bedroht

Der Lette-Verein beschließt, dass Mitglieder ohne Unterschied des Geschlechts in den Vorstand gewählt werden können


Hauptseite RM 20 Mark 1871.jpg
Die neue Währung in Deutschland, hier eine 20-Mark-Münze. Jedem Bundesstaat ist es erlaubt, die Vorderseite, das Avers, zu gestalten und Münzen zu prägen. In der Regel wird dort das Abbild des jeweiligen regierenden Monarchen zu sehen sein. Die freien Städte Bremen, Hamburg und Lübeck werden das Stadtwappen auf ihre Münzen prägen. Die Rückseite, das Revers, hingegen wird einheitlich mit dem Reichsadler versehen.
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Chronik des Deutschen Bundes des Jahres ... 1861 - 1862 - 1863 - 1864 - 1865 - 1866
Chronik des Norddeutschen Bundes des Jahres ... 1866 - 1867 - 1868 - 1869 - 1870
Chronik des Deutschen Bundes ... des Zeitraums vom 15.11. bis zum 10.12.1870
Chronik des Deutschen Reiches ... zwischen 10.12.1870 und 17.01.1871
Chronik des Deutschen Kaiserreiches des Jahres 1871
I. Quartal 1871 - April 1871 - Mai 1871 - Juni 1871 - Juli 1871 - August 1871 - September 1871 - Oktober 1871 - November 1871 - Dezember 1871
1871
fortlaufende Ereignisse
01.12.1871
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Deutsches Kaiserreich
Die Regierenden des Deutschen Kaiserreiches am Monatsbeginn
Deutsches Reich.png Funktion Name, Parteizugehörigkeit Beginn der Amtszeit Zeit im Amt
Wilhelm I.jpg
Kaiser
Wilhelm I.
(* 1797 Berlin, Preußen)
18.01.1871
317 Tage
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Reichskanzler
Otto Fürst von Bismarck-Schönhausen
(* 1815 Schönhausen, Brandenburg)
parteilos
21.03.1871
255 Tage
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Erster Staatssekretär
im Auswärtigen Amt
Hermann von Thile
(* 1812 Berlin, Preußen)
parteilos
21.03.1871
255 Tage
Rudolph Delbrück.jpg
Präsident des
Reichskanzleramtes
Rudolph Delbrück
(* 1817 Berlin, Preußen)
parteiloser Liberaler
18.01.1871
-
Albrecht von Roon.jpg
Militärischer Berater
des Reichskanzlers
Generalmajor Albrecht von Roon
(* 1803 Pleushagen b. Kolberg, Pommern)
Preußischer Kriegsminister
(Deutsch-Konservative Partei)
18.01.1871
-
Heinrich von Stephan.jpg
Generalpostdirektor
Heinrich Stephan
(* 1831 Stolp, Pommern)
parteilos
18.01.1871
-
Bemerkungen: Lediglich der Reichskanzler und der Staatssekretär im Auswärtigen Amt bilden - gemeinsam mit dem Kaiser - die eigentliche Regierung. Der Präsident des Reichskanzleramtes Rudolf Delbrück, General von Roon und Generalpostdirektor Heinrich Stephan werden nur bei Bedarf zur Teilnahme an Sitzungen geladen.
Deutsches Reich.png Preußen 1863-1922.png Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Auf der am 1. November fertiggestellten Bahnstrecke von Berlin nach Lehrte wird der durchgehende Personenverkehr ab Lehrter Bahnhof in Tiergarten aufgenommen.

02.12.1871
Deutsches Reich.png Preußen 1863-1922.png
Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Die Generalversammlung des Lette-Vereins beschließt, dass Mitglieder des Vereins ohne Unterschied des Geschlechts in Ämter des Vorstandes wählbar sein sollten.

03.12.1871
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Deutsches Kaiserreich
04.12.1871
Deutsches Reich.png Preußen 1863-1922.png
Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Im deutschen Reichstag wird das erste Reichsmünzgesetz verabschiedet, das die Einführung der Papiermark beschließt. Der Name der ersten gemeinsamen Währung in Deutschland leitet sich von der ursprünglichen germanischen Gewichtseinheit "Mark" ab, der später auf die Mark als Währung vor allem im Bereich der norddeutschen Hansestädte als "Mark Courant" überging. Gelegentlich wird in der Literatur von Goldmark und von Reichsmark gesprochen. Tatsächlich ist die neue Währung zu einem Drittel goldgedeckt, der Ausdruck "Goldmark" ist jedoch zum Zeitpunkt der Entstehung der Währung noch unbekannt. "Reichsmark" ist noch keine offizielle Bezeichnung, sie bezeichnet vielmehr die Tatsache, dass diese Währung im gesamten Reich gültig ist. Das buchhalterische Zeichen für die "Mark" ist ein "M" in lateinischer Schreibschrift. Ursprünglich sollte diese Währung "Deutscher Franc" heißen, was durch den Deutsch-Französischen Krieg verhindert wurde. Die "Mark" kann in 100 Pfennig geteilt werden. In die Definition des Goldgehalts der Mark flossen verschiedene Überlegungen ein. Erstens soll die Mark in einem einfachen Verhältnis zu den noch existierenden gängigen deutschen Silbermünzen und den Vereinstalern des Deutschen Zollvereins stehen. Zweitens soll sich die Mark am Wert der in Norddeutschland (Hamburg, Lübeck) aus Rechnungseinheit genutzten "Courantmark" orientieren. Da drei Kurantmark grob so viel Silber enthielten wie ein Vereinstaler, wurde das Verhältnis von Vereinstaler zur Mark als 1:3 festgelegt. Aus einem Zollpfund Silber à 500 g wurden 30 Vereinstaler geprägt. Ein Vereinstaler hat somit einen Feinsilbergehalt von 16,667 g. Im Verhältnis 1:3 zu Mark ergibt sich für die Mark ein rechnerisches Silberäquivalent von 5,556 g. Da die Mark aber eine Währung nach dem Goldstandard ist, muss der Silbergehalt in einen Goldgehalt umgerechnet werden. Das Wertverhältnis von Gold zu Silber liegt in diesem Jahr bei 1:15,5. Daraus ergibt sich ein Goldgehalt der Mark von 0,35842 g Feingold. Selbst bei einer stark kupferhaltigen Goldlegierung würde ein Einmarkstück in Gold kaum ein Gramm wiegen. Daher werden keine einzelnen „Goldmark“-Stücke geprägt. Die Einmarkstücke sind tatsächlich aus 900/1000 Silber. Ihr Feinsilbergehalt liegt jedoch nicht bei 5,556 g, sondern nur bei 5 g; die Silbermünzen der Mark sind Scheidemünzen. Selbst die Prägung von Fünfmarkstücken in Gold wird nach wenigen Jahren wieder eingestellt werden. Die Reichsbank, die Reichsschuldenverwaltung und einige weitere privilegierte Privatnotenbanken geben auf Mark lautende Banknoten aus. Die Banknoten der Reichsbank haben Nominale von 20 Mark, 50 Mark, 100 Mark und 1000 Mark, die Reichskassenscheine der Reichsschuldenverwaltung Nominale in 5 Mark, 10 Mark, 20 Mark und 50 Mark bei relativ geringer Emissionszahl. Die Reichsbank wird eine Zentralnotenbank, sie besitzt gegenüber den „normalen“ Privatnotenbanken eine Reihe von Vorzugsrechten. Geldscheine werden vorerst nicht nur von der Reichsbank ausgegeben, sondern auch in den Ländern von anfangs 32 Privatnotenbanken (z. B. Sächsische Bank in Dresden, Bayerische Notenbank in München) sowie von der Reichsschuldenverwaltung als Reichskassenscheine. Reichs- und Privatbanknoten müssen mindestens zu einem Drittel mit Gold abgedeckt sein. Weiterhin reichen auch später neben diskontierten Wechseln auch Reichskassenscheine der Regierung dafür aus. Das bedeutete, dass Reichsbanknoten zumindest teilweise mit Reichskassenscheinen – also Papier mit Papier abgedeckt war. Jedem Bundesstaat ist es erlaubt, die Vorderseite, das Avers, zu gestalten und Münzen zu prägen. In der Regel wird dort das Abbild des jeweiligen regierenden Monarchen zu sehen sein. Die freien Städte Bremen, Hamburg und Lübeck werden das Stadtwappen auf ihre Münzen prägen. Die Rückseite, das Revers, hingegen wird einheitlich mit dem Reichsadler versehen.

05.12.1871
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Deutsches Kaiserreich
06.12.1871
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Deutsches Kaiserreich
07.12.1871
Deutsches Reich.png Preußen 1863-1922.png
Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Die Stadtverordnetenversammlung von Berlin bewilligt zur Bekämpfung einer ausgebrochenen Pockenepidemie 150.000 Mark zum Ausbau der Isolierbaracken in Moabit.

08.12.1871
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Deutsches Kaiserreich
09.12.1871
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Deutsches Kaiserreich
10.12.1871
Deutsches Reich.png Preußen 1863-1922.png
Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Der auf bayerischen Antrag hin von Bundesrat und Reichstag verabschiedete "Kanzelparagraph" tritt als Reichsgesetz in Kraft. Als Zusatz zum Strafgesetzbuch stellt er politische, den öffentlichen Frieden gefährdende Kanzeläußerungen unter Strafe und gilt als eine der ersten staatlichen Maßnahmen im so genannten Kulturkampf gegen den politischen Katholizismus. Der vom Pietismus beeinflusste Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck empfindet den politischen Katholizismus als Bedrohung für die preußisch-protestantische Monarchie. Die Verkündung des “ Infallibilitätsdogmas” durch Papst Pius IX. in Glaubensfragen für unfehlbar erklärt, wird auch von den Liberalen als unerhörte Provokation und eine Art Kriegserklärung gegen den modernen Nationalstaat verstanden. Zwischen der katholischen Kirche und den liberal ausgerichteten Regierungen im deutschen Reich kommt es zu Auseinandersetzungen. Sie finden ihre dramatische Zuspitzung, als Preußen per Gesetz den Kirchen (auch den protestantischen) das Recht zur Schulaufsicht entzieht. Alle Schulen werden nun einer staatlichen Inspektion unterstellt. Diese Maßnahme führt zum Bruch Bismarcks mit den preußischen Altkonservativen, die sich der protestantischen Kirche verbunden fühlen. In diesem Gesetz heißt es unter anderem: „...Ein Geistlicher..., welcher in Ausübung oder in Veranlassung der Ausübung seines Berufes öffentlich vor einer Menschenmenge, oder welcher in einer Kirche oder an einem andern zu religiösen Versammlungen bestimmten Orte vor Mehreren Angelegenheiten des Staates in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise zum Gegenstande einer Verkündigung oder Erörterung macht, wird mit Gefängnis oder Festungshaft bis zu zwei Jahren bestraft...“

11.12.1871
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Deutsches Kaiserreich
12.12.1871
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Deutsches Kaiserreich
13.12.1871
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Deutsches Kaiserreich
14.12.1871
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Deutsches Kaiserreich
15.12.1871
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Deutsches Kaiserreich
16.12.1871
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Der aus einer hugenottischen Familie namens Harenc aus der Bretagne stammende Georg Wilhelm Heinrich Häring, der bekannt ist unter dem Namen Willibald Alexis (* 29. Juni 1798 in Breslau) stirbt nach zwei Gehirnschlägen geistig umnachtet in Arnstadt. Alexis war ein deutscher Schriftsteller, der als Begründer des realistischen historischen Romans in der deutschen Literatur gilt. Um Witze über seinen Namen zu vermeiden, nahm er den Namen Alexis an, da „alex“ die lateinische Übersetzung von Hering ist. Alexis war Redakteur verschiedener Zeitungen, freier Schriftsteller und Feuilletonist (unter anderen "Der Roland von Berlin" und "Ruhe ist die erste Bürgerpflicht").

17.12.1871
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Deutsches Kaiserreich
18.12.1871
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Deutsches Kaiserreich
19.12.1871
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Deutsches Kaiserreich
20.12.1871
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Deutsches Kaiserreich
21.12.1871
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Deutsches Kaiserreich
22.12.1871
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Deutsches Kaiserreich
23.12.1871
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Deutsches Kaiserreich
25.12.1871
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26.12.1871
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27.12.1871
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Deutsches Kaiserreich
28.12.1871
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29.12.1871
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Deutsches Kaiserreich
30.12.1871
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Deutsches Kaiserreich
31.12.1871
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Auf dem Platz der Republik vor dem Reichstagsgebäude findet eine dritte Grundsteinlegung für die Siegessäule statt. Ursprünglicher Anlass zur Erbauung der Säule war der Sieg Preußens im Deutsch-Dänischen Krieg 1864. Innerhalb weniger Jahre kamen zwei weitere siegreiche Kriege hinzu, der Deutsche Krieg 1866 gegen Österreich sowie der Deutsch-Französische Krieg 1870/71. An diese drei Siege soll durch die drei ursprünglichen Segmente erinnert werden, denen eine Bronzeskulptur aufgesetzt werden soll.

Die Regierenden des Deutschen Kaiserreiches am Monatsende
Deutsches Reich.png Funktion Name, Parteizugehörigkeit Beginn der Amtszeit Zeit im Amt
Wilhelm I.jpg
Kaiser
Wilhelm I.
(* 1797 Berlin, Preußen)
18.01.1871
347 Tage
Otto von Bismarck.jpg
Reichskanzler
Otto Fürst von Bismarck-Schönhausen
(* 1815 Schönhausen, Brandenburg)
parteilos
21.03.1871
285 Tage
Hermann von Thile.jpg
Erster Staatssekretär
im Auswärtigen Amt
Hermann von Thile
(* 1812 Berlin, Preußen)
parteilos
21.03.1871
285 Tage
Rudolph Delbrück.jpg
Präsident des
Reichskanzleramtes
Rudolph Delbrück
(* 1817 Berlin, Preußen)
parteiloser Liberaler
18.01.1871
-
Albrecht von Roon.jpg
Militärischer Berater
des Reichskanzlers
Generalmajor Albrecht von Roon
(* 1803 Pleushagen b. Kolberg, Pommern)
Preußischer Kriegsminister
(Deutsch-Konservative Partei)
18.01.1871
-
Heinrich von Stephan.jpg
Generalpostdirektor
Heinrich Stephan
(* 1831 Stolp, Pommern)
parteilos
18.01.1871
-
Bemerkungen: Lediglich der Reichskanzler und der Staatssekretär im Auswärtigen Amt bilden - gemeinsam mit dem Kaiser - die eigentliche Regierung. Der Präsident des Reichskanzleramtes Rudolf Delbrück, General von Roon und Generalpostdirektor Heinrich Stephan werden nur bei Bedarf zur Teilnahme an Sitzungen geladen.
Dezember 1870
EREIGNISSE DES MONATS OHNE GENAUE DATUMSANGABE
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Eine Volkszählung ergibt 825.937 Einwohner für Berlin, davon 442.668 Berufstätige.

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Deutsches Kaiserreich

Die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland beträgt im Jahre 1871 bei Männern 35, bei Frauen 38 Jahre.

Chronik des
Deutschen Kaiserreiches
des Jahres 1871
I. Quartal 1871 - April 1871 - Mai 1871 - Juni 1871 - Juli 1871 - August 1871 - September 1871 - Oktober 1871 - November 1871 - Dezember 1871
Chronik des
Deutschen Kaiserreiches
des Jahres 1872
Januar 1872 - Februar 1872 - März 1872 - April 1872 - Mai 1872 - Juni 1872 - Juli 1872 - August 1872 - September 1872 - Oktober 1872 - November 1872 - Dezember 1872
Chronik des
Deutschen Kaiserreiches
des Jahres ...
1873 - 1874 - 1875 - 1876 - 1877 - 1878 - 1879 - 1880 - 1881
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