Chronik 1945.10-III
Weltchronik der dritten Dekade des Oktober 1945
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| Französische Republik / Vereinigte Staaten von Amerika
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| Vereinigte Staaten von Amerika / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland Sonntag, 21. Oktober 1945 LUXEMBURG Wahlen in Luxemburg, wohin die Exilregierung mit der Großherzogin zurück gekehrt ist und wo etwa 10.000 Prozesse gegen Kollaborateure durchgeführt werden. Bildung einer Koalitionsregierung. In einem Leitartikel zur Anerkennung Österreichs durch die Alliierten schreibt das "Neue Österreich": "Die Regierung wird, unter der Oberhoheit und Kontrolle der Alliierten, ihre bisher auf die sowjetische Zone beschränkte Machtbefugnis über ganz Österreich ausdehnen. Österreich... hat nicht nur seinen Namen und seine Freiheit zurückgewonnen, es fügt sich nun auch zur staatlichen Einheit zusammen. Der Wille aller Provinzen und aller Parteien wurde berücksichtigt: die vom Volke anerkannte Regierung wird von den Mächten anerkannt". Im Zuge der Vorbereitung der Nationalratswahlen werden die Grenzen zwischen Wien und Niederösterreich neu festgelegt. "Und zwar so", berichtet das "Neue Österreich", "dass 81 Gemeinden, die bisher der (von den Nazi gebildeten) Großgemeinde Wien angehörten, von Wien wieder abgetrennt und Niederösterreich wieder angeschlossen werden sollen. 17 Gemeinden einschließlich des Alberner Hafens, der vor 1938 nicht zu Wien gehörte, verbleiben innerhalb des neuen Wiener Gemeindegebietes. Die bei Wien bleibenden Gemeinden sind folgende: Albern, Alt-Erlaa, Atzgersdorf, Breitenlee, Eßling, Inzersdorf, Kalksburg, Liesing, Mauer (einschließlich Lainzer Tiergarten), Neu-Erlaa, Oberlaa, Rothneusiedl, Rodaun, Siebenhirten, Süßenbrunn, Stammersdorf, Unterlaa". Durch die Fertigstellung der zweiten Fernleitung aus dem Westen und den Anschluss der inneren Bezirke an das Umspannwerk Nord in Floridsdorf hat sich die Stromversorgung Wiens verbessert. Die Stromsparmaßnahmen bleiben aufrecht. Montag, 22. Oktober 1945 In einer Erklärung macht das Wiener Wohnungsamt alle Haupmieter darauf aufmerksam, "dass im Zuge der Rückführung der evakuierten Wiener sowie infolge der bestehenden Raumnot Untermieten vergeben werden müssen. Es ist verboten, Untermieter mit einem grünen Einweisungsschein - ausgestellt durch das zuständige Untermietreferat - abzuweisen. Einsprüche jeder Art können erst nachher schriftlich eingereicht werden". Am Gürtel gibt es ab heute zwischen Lichtenwerder Platz und Gumpendorfer Straße wieder Straßenbeleuchtung. Weitere Teile des 12. Bezirks werden mit Gas versorgt. Die Ravag startet eine Sendung, in der die Post sowjetischer Kriegsgefangener behandelt wird und Grüße an die Angehörigen vermittelt werden. Österreicher, die bereits eine Identitätskarte besitzen, dürfen im ganzen Land mit der Eisenbahn fahren. An den Grenzen der Besatzungszonen wird allerdings streng kontrolliert, wodurch die Züge ein bis zwei Stunden, oft noch länger aufgehalten werden. Dienstag, 23. Oktober 1945 In einem Schreiben teilt Marschall Konjew, der sowjetische Oberbefehlshaber in Österreich, Staatskanzler Renner mit, dass die Sowjetunion Österreich die Aufnahme diplomatischer Beziehungen und den Austausch diplomatischer Vertreter vorschlägt. Staatskanzler Renner nennt gegenüber einem Korrespondenten aus den USA drei Phasen für den Aufbau des freien Österreich: 1. Anerkennung der Provisorischen Regierung; 2. Wiederaufbau von Landwirtschaft, Industrie und Handelsbeziehungen; 3. Wiedererlangung der vollen Souveränität und Abzug der Besatzungstruppen. ÖVP-Generalsekretär Hurdes spricht in einer Parteiversammlung von zwei "Herzenswünschen" der Österreicher: 1. Rückkehr der österreichischen Kriegsgefangenen und 2. Rückkehr Südtirols zu Österreich. Anläßlich seines halbjährigen Bestandes erinnert das "Neue Österreich" an die schwierigen Startbedingungen: ".....die geistige Vorbereitung mussten wir selbstverständlich alleine leisten, wir Journalisten allein, ohne all jene Befehle, die sonst in der Zeitungswerkstatt unentbehrlich scheinen, ohne Telephon, Telegraph und Post, ohne Nachschlagwerke und Hilfspersonal, einfach aus uns selbst heraus". 24. Oktober 1945 VEREINTE NATIONEN Die UN-Charta tritt nach Eingang der erforderlichen Anzahl von Ratifizierungen in Kraft. UN membership (193) Date of Admission Member Nations 24 Oct 1945 Argentina, Byelorussian S.S.R.1, Brazil, Chile, China2, Cuba, Czechoslovakia3, Denmark, Dominican Republic, Egypt4, El Salvador, France, Haiti, Iran, Lebanon, Luxembourg, New Zealand, Nicaragua, Paraguay, Philippines, Poland, Saudi Arabia, Soviet Union5, Syria4, Turkey, Ukrainian S.S.R.6, United Kingdom, United States, Yugoslavia7 25 Oct 1945 Greece 30 Oct 1945 India 31 Oct 1945 Peru 1 Nov 1945 Australia 2 Nov 1945 Costa Rica, Liberia 5 Nov 1945 Colombia 7 Nov 1945 Mexico, South Africa8 9 Nov 1945 Canada 13 Nov 1945 Ethiopia, Panama 14 Nov 1945 Bolivia 15 Nov 1945 Venezuela 21 Nov 1945 Guatemala 27 Nov 1945 Norway 10 Dec 1945 The Netherlands 17 Dec 1945 Honduras 18 Dec 1945 Uruguay 21 Dec 1945 Ecuador, Iraq 27 Dec 1945 Belgium 19 Nov 1946 Afghanistan, Iceland, Sweden http://www.worldstatesmen.org/International_Organizations2.html#UN
Königreich Norwegen Der Führer der norwegischen Nationalsozialisten und „Staatspräsident“ Norwegens in der Zeit der deutschen Besetzung Vidkun Quisling sowie die weiteren Parteigrößen Albert Viljam Hagelin und Ragnar Skancke werden durch ein Erschießungskommando in der Festung Akershus in Oslo wegen Hochverrats hingerichtet.
Donnerstag, 25. Oktober 1945 Die in Wien tagende 3. Länderkonferenz beschließt eine Resolution an die Alliierten. In ihr heißt es: "Die Länderkonferenz sieht voraus, dass.... unser Land im bevorstehenden Winter durch die dreifache Katastrophe des Hungers, des Frostes und der Seuchen bedroht ist. In der schmerzlichen Erkenntnis, dass dieses unser Volk bei den größten Anstrengungen aller, der Regierung wie der Massen, auf sich allein gestellt, der drohenden Gefahr nicht Herr werden kann, richten die Staatsregierung und die Länderkonferenz an die Regierungen der alliierten Mächte wie an den Alliierten Rat den Appell, leitend und helfend an dem Rettungswerk mitzuwirken und mit der Provisorischen Staatsregierung eine ständige Kooperation der militärischen und zivilen Organe zur Abwehr des Unheils zu organisieren". Das "Neue Österreich" berichtet umfassend und auf Seite 1 über eine Sitzung der Interalliierten Kommandantur über Wiener Probleme. Wörtlich heißt es: "Die Gemeinde Wien hat sich mit der Bitte um Gerätebeistellung bei der Schuttaktion an die alliierten Stellen gewandt. Die Besatzungsmächte sind jedoch einmütig der Meinung, dass auch die verfügbaren Behelfe mangels entsprechender Durchorganisation nicht richtig ausgenützt sind und legen der Stadtverwaltung daher nahe, zuerst Maßnahmen organisatorischer Art zu treffen. ... Das Problem der Stromversorgung bereitet den Besatzungsmächten ernste Sorgen, und wenn der Appell an die Bevölkerung, durch Stromsparen ... das Netz zu entlasten, kein Echo findet, müssen von den Elektrizitätswerken kategorische Maßnahmen ergriffen werden". Die Straßenbahnlinie 17 nimmt den Betrieb vom Bismarkplatz (seit 1949 Hoßplatz) in Floridsdorf über Kagran bis zur Ostbahn in Stadlau auf. Über den Auftritt einer britischen Militärmannschaft auf dem Wackerplatz, in der ehemalige Professionals von Vereinen wie Aston Villa und Blackburn Rowers mitwirkten, berichtet das "Neue Österreich" unter dem bezeichnenden Titel: "Wir haben englische Profis gesehen". Im Börsengebäude wird die erste Nachkriegsmesse eröffnet, die "Export-Musterschau". Die ausgestellten Waren sind für Österreicher nicht käuflich. Trotzdem kommen viele Besucher, die erstaunt feststellen, was in Österreich bereits produziert wird. Freitag, 26. Oktober 1945 Der ÖGB teilt mit, dass Nationalsozialisten bei Betriebsratswahlen ebenfalls nicht zugelassen sind. Der Stadtsenat billigt außerplanmäßige Ausgaben in der Höhe von 300.000 RM zur Vorbereitung der Nationalrats- und Landtagswahlen. Unter anderem müssen zwei Drittel der erforderlichen Urnen angeschafft werden. Die Wiener Verkehrsbetriebe weisen darauf hin, dass der Straßenbahnverkehr zu Allerheiligen den üblichen Beschränkungen unterworfen ist. Die Straßenbahnlinie 71 wird jedoch, wie gewohnt, bis zum 3. Tor des Zentralfriedhofs geführt. In Teilen der Bezirke 14, 15 und 16 gibt es wieder Straßenbeleuchtung. Samstag, 27. Oktober 1945 In Deutschland sind 15 Millionen Menschen auf Wanderschaft. General Clark, der Oberkommandierende der USA in Österreich, erklärt in Paris vor der Presse, er halte das Problem der Lebensmittelversorgung Österreichs in diesem Winter für gelöst. Die Bauern in Niederösterreich haben ihre Ablieferungspflicht im Vergleich zum Vorjahr bisher erst zu 14,5 Prozent bei Weizen, 13,5 Prozent bei Roggen und 8,5 Prozent bei Gerste erfüllt; das Kabinett beschließt, dass die sogenannte Mehlkarte für die Vermahlung des Eigenbedarfs erst nach Erfüllung der Ablieferungspflicht ausgehändigt wird. Sonntag, 28. Oktober 1945 Die Regierung veröffentlicht einen Wahlaufruf, in dem es unter anderem heißt: "Österreicher! Die Provisorische Staatsregierung, die von den Weltmächten anerkannt ist, wirbt um Eure Anerkennung. Versagt sie den Männern nicht, die alle Kräfte des Leibes und des Geistes in den Dienst der Wiederherstellung unseres freien Staates gestellt haben! Zugleich aber bittet sie Euch, dessen bewusst zu sein, dass Ihr mit Eurer Stimme über die Zukunft des ganzen österreichischen Volkes entscheidet. Einig in ihrer Hingabe für unser Vaterland vertreten die drei Parteien alle freiheitlichen Weltanschauungen und politischen Richtungen. Entscheidet Euch für eine derselben! Prüft und wählt! .... Und beweist durch ausnahmslose Wahlbeteiligung, dass das österreichische Volk geschlossen zu seinem Staate steht, zu der freien, unabhängigen demokratischen Republik Österreich!" Nach einem 4:3 Sieg der Vienna über Austria Wien titelt das "Neue Österreich": "Es gibt kein Unbesiegten mehr". Montag, 29. Oktober 1945 Die Ravag steht ab heute an Werktagen jeweils 15 Minuten abwechselnd den politischen Parteien zur Verfügung. Von Wahlwerbung ist keine Rede; vielmehr "ist es dadurch möglich, dass jeder Österreicher überall die namhaftesten Vertreter der drei demokratischen Parteien direkt hören kann". Die Wahlsendungen beginnen jeweils um 20.20 Uhr. Dienstag, 30. Oktober 1945 Der Alliierte Rat bestätigt das von Kabinettsrat und Länderkonferenz beschlossene Wahlgesetz und sagt seine Unterstützung bei der Wahlkontrolle zu. Staatssekretär Heinl nimmt gegenüber einer Nachrichtenagentur zum Ausbau der Wasserkraft in Österreich Stellung. Wörtlich führt er aus: "In der nächsten Zeit werden auch die Arbeiten am Donaukraftwerk Ybbs-Persenbeug wieder aufgenommen werden, das die Belastung des Wiener Industriegebietes zu tragen haben wird. Das Donaukraftwerk, das in etwa fünf Jahren fertiggestellt werden soll, wird so viel Strom erzeugen, dass in fünf Jahren Österreich, seine Industrie und sein Verkehr, von Kohle völlig unabhängig sein werden". Gemeinsam mit den Alliierten wird geplant, in Wien 350 beschädigte Gebäude zu sprengen. Nach einem Bericht des Staatsamtes für öffentliche Bauten wurden an folgenden Prunkgebäuden Aufräumgs- und Sicherungsarbeiten (wie Errichtung provisorischer Dächer) durchgeführt: Parlament, Natur- und Kunsthistorisches Museum, Hofburg, Schloss Belvedere, Messepalast und Schloss Schönbrunn. Der Wiederaufbau im engeren Sinn wird kommenden Jahren vorbehalten. Mittwoch, 31. Oktober 1945 Die Bezüge der Gemeindebediensteten werden erstmals wieder in voller Höhe ausbezahlt. Pensionisten bekommen allerdings nur 80 Prozent ihrer Bezüge, außer Dienst gestellte Nationalsozialisten höchstens 204 Reichsmark. Das Durchschnittseinkommen der Arbeiter und der öffentlich Bediensteten liegt bei 180 Reichsmark im Monat, der Angestellten bei 220 Reichsmark. Auf dem Schwarzmarkt kostet ein Kilo Brot 40 Reichsmark, ein Kilo Schmalz 1000 Reichsmark. Ungarische und bulgarische Zigaretten gibt es um eine Reichsmark pro Stück, amerikanische Zigaretten kosten 5 bis 10 Reichsmark pro Stück. Ab 11 Uhr werden die Bezirke 12, 13 und 14 zur Gänze mit Gas beliefert. Die Wiener Landesregierung beschließt, dass der am 25. November zu wählende Landtag und Gemeinderat 100 Mitglieder haben wird. Die Mandate werden ebenso in sieben Wahlkreisen vergeben wie die Mandate zum Nationalrat. Der Feuerwehrmann Josef Holaubek wird zum Branddirektor für Wien bestellt. Die Alliierten ordnen für die Wienerinnen und Wiener ein obligate Typhus-Impfung an. Unfälle nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Datum Ort Fluggesellschaft / Flugnummer Luftfahrzeugtyp Opfer Beschreibung 31. Oktober 1945 Laguna de Rocha (Uruguay) Air France Latécoère 631 2 An dem französischen Großflugboot löste sich der Propeller vom linken Triebwerk Nr. 3 und schlitzte den Rumpf auf fast 3 m Länge auf, wobei zwei Passagiere getötet wurden. Da auch ein kleines Feuer ausbrach, wurde eine Notlandung in der Lagune durchgeführt.[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Flugunf%C3%A4llen_bis_1950
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