Chronik 1945.04-II: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage in Südosteuropa:''' <br> | '''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage in Südosteuropa:''' <br> | ||
* In der Nacht vom 8./9.4. ein Kommando-Unternehmen gegen die Insel Kalino. In Kroatien Befehlsumgliederung im Raum des XVII. Armee-Kommandos. Das LXXXIX. Armee-Kommando übernahm den Befehl in Nordwestkroatien; dessen Raum übernahm zuzüglich das General-Kommando XXXIV. Armee-Kommando zur besonderen Verfügung; einen neuen Abschnitt erhielt das LXXXIV. Armee-Kommando zur besonderen Verfügung. Bei Zenica wurde ein Sperriegel bezogen. | * In der Nacht vom 8./9.4. ein Kommando-Unternehmen gegen die Insel Kalino. In Kroatien Befehlsumgliederung im Raum des XVII. Armee-Kommandos. Das LXXXIX. Armee-Kommando übernahm den Befehl in Nordwestkroatien; dessen Raum übernahm zuzüglich das General-Kommando XXXIV. Armee-Kommando zur besonderen Verfügung; einen neuen Abschnitt erhielt das LXXXIV. Armee-Kommando zur besonderen Verfügung. Bei Zenica wurde ein Sperriegel bezogen. | ||
| − | * An der Westfront nur geringe Tätigkeit. Beim Feinde ist jetzt zu rechnen mit der 1. und 2. bulgarische und der 37. und 38. Tito-Division; bei Doboj wurden Fortschritte nach Süden erzielt. Da der Raum zusammengeschrumpft ist, reichen die Kohlenbestände des | + | * An der Westfront nur geringe Tätigkeit. Beim Feinde ist jetzt zu rechnen mit der 1. und 2. bulgarische und der 37. und 38. Tito-Division; bei Doboj wurden Fortschritte nach Süden erzielt. Da der Raum zusammengeschrumpft ist, reichen die Kohlenbestände des Oberbefehlshaber Südost zur Zeit aus. In Syrmien lebhafte Tätigkeit der feindliche Luftwaffe. Dazu Übersetzen über die Drau von Norden. In Dalmatien versuchen eigene Kräfte, die eingeschlossen waren, durchzubrechen; einige kamen durch. Die 104. Jäger-Division weiter in Bewegung. Aus dem Raum ostwärts Istrien Antreten eigener Kräfte nach Süden, um den Feind aufzuhalten. |
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'''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage an der deutschen Westfront:''' <br> | '''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage an der deutschen Westfront:''' <br> | ||
* 1200 Amerikaner gegen die Bodenorganisationen in Norddeutschland, am Vortag gegen den südlich anschließenden Raum. Dabei rund 100 Flugzeuge am Boden zerstört. Dagegen 65 eigene Jäger, zwölf Abschüsse, 32 Verluste (davon 24 Vermisste). Ferner 120 Briten gegen Leipzig, wo erhebliche Schäden entstanden. 73 eigene im Raum von Mühlhausen, 46 im Raum von Würzburg und 41 im Raum von Crailsheim und so weiter. | * 1200 Amerikaner gegen die Bodenorganisationen in Norddeutschland, am Vortag gegen den südlich anschließenden Raum. Dabei rund 100 Flugzeuge am Boden zerstört. Dagegen 65 eigene Jäger, zwölf Abschüsse, 32 Verluste (davon 24 Vermisste). Ferner 120 Briten gegen Leipzig, wo erhebliche Schäden entstanden. 73 eigene im Raum von Mühlhausen, 46 im Raum von Würzburg und 41 im Raum von Crailsheim und so weiter. | ||
| − | * In der Nacht Störflüge von Süden, dreimaliger Angriff mit je 30 Moskitos gegen Berlin. Weitere Angriffe gegen | + | * In der Nacht Störflüge von Süden, dreimaliger Angriff mit je 30 Moskitos gegen Berlin. Weitere Angriffe gegen Leipzig, Dessau und Plauen. Dagegen 20 Jäger. |
| − | Leipzig, Dessau und Plauen. Dagegen 20 Jäger. | ||
* Drei Dampfer mit 22.000 BRT um England versenkt. Durch Vorstöße aus Dünkirchen und Lorient Erfolge. | * Drei Dampfer mit 22.000 BRT um England versenkt. Durch Vorstöße aus Dünkirchen und Lorient Erfolge. | ||
* Bei der Heeresgruppe B weitere Flugplätze zum Landen und zum Abwurf vorbereitet beziehungsweise eingerichtet. In der Nacht 13 Flugzeuge zur Versorgung. | * Bei der Heeresgruppe B weitere Flugplätze zum Landen und zum Abwurf vorbereitet beziehungsweise eingerichtet. In der Nacht 13 Flugzeuge zur Versorgung. | ||
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* Festung Holland: Da der letzte Kanal durch Nordostholland bedroht und das Herumfahren in die Zuider-See nicht möglich ist, ist damit zu rechnen, daß die Versorgung der „Festung Holland" abreißt. Auf der Insel Texel kam der Feind nicht weiter vor. An der Südfront keine besonderen Ereignisse. Bei Deventer wurde der innere Ring der Verteidigung durch Terroristen gesprengt. Am Westrand der Stadt wird eine neue Abriegelung auf gebaut. Der Ijssel-Kanal wird noch gehalten. Am Oranje-Kanal schwache Panzer-Spitzen. Südlich Groningen Panzer-Aufklärung. Auch westlich der Ems Terroristen. | * Festung Holland: Da der letzte Kanal durch Nordostholland bedroht und das Herumfahren in die Zuider-See nicht möglich ist, ist damit zu rechnen, daß die Versorgung der „Festung Holland" abreißt. Auf der Insel Texel kam der Feind nicht weiter vor. An der Südfront keine besonderen Ereignisse. Bei Deventer wurde der innere Ring der Verteidigung durch Terroristen gesprengt. Am Westrand der Stadt wird eine neue Abriegelung auf gebaut. Der Ijssel-Kanal wird noch gehalten. Am Oranje-Kanal schwache Panzer-Spitzen. Südlich Groningen Panzer-Aufklärung. Auch westlich der Ems Terroristen. | ||
* Beim Fallschirm-Armee-Oberkommando kam der Feind etwas vor, wurde dann jedoch zurückgedrückt. Nordostwärts Fürstenau feindliche Druck. | * Beim Fallschirm-Armee-Oberkommando kam der Feind etwas vor, wurde dann jedoch zurückgedrückt. Nordostwärts Fürstenau feindliche Druck. | ||
| − | * Südlich Bremen Kämpfe. Feindliche Artillerie-Feuer auf die Straßenbrücke in Bremen. Die 15. Panzer-Grenadier-Division | + | * Südlich Bremen Kämpfe. Feindliche Artillerie-Feuer auf die Straßenbrücke in Bremen. Die 15. Panzer-Grenadier-Division kam beim Gegenangriff nicht weiter voran. Bei Buchholz wurde der Gegner abgewiesen. Von Peine aus Vorstöße nach Norden und Osten bis nach Uchte-Fallersleben, das im Augenblick feindfrei ist. Im Raum von Wolfenbüttel gingen Orte verloren. Angriffe gegen Salzgitter; 24 Panzer sollen abgeschossen sein. |
| − | kam beim Gegenangriff nicht weiter voran. Bei Buchholz wurde der Gegner abgewiesen. Von Peine aus Vorstöße nach Norden und Osten bis nach Uchte-Fallersleben, das im Augenblick feindfrei ist. Im Raum von Wolfenbüttel gingen Orte verloren. Angriffe gegen Salzgitter; 24 Panzer sollen abgeschossen sein. | ||
* Heeresgruppe B: An der Nordostfront örtliche Verluste. Im Ruhrgebiet schwere Einbrüche zwischen Essen und Dortmund. In Bochum Häuserkämpfe. An der Südfront keine besondere Änderung, jedoch an der Südostecke an der Armeenaht ein 15 Kilometer tiefer Einbruch des Feindes nach Nordosten bei Olpe. Da die eigenen Kräfte hier schwach sind, ist dies als ernst zu betrachten. | * Heeresgruppe B: An der Nordostfront örtliche Verluste. Im Ruhrgebiet schwere Einbrüche zwischen Essen und Dortmund. In Bochum Häuserkämpfe. An der Südfront keine besondere Änderung, jedoch an der Südostecke an der Armeenaht ein 15 Kilometer tiefer Einbruch des Feindes nach Nordosten bei Olpe. Da die eigenen Kräfte hier schwach sind, ist dies als ernst zu betrachten. | ||
* Es gelang dem Gegner, bis in den Harz-Raum vorzudringen und Goslar sowie Bad Harzburg zu nehmen. Von der 11. Armee wegen Stellungswechsels keine vollständigen Meldungen. Von Mühlhausen kam der Feind bis in den Raum von Nordhausen vor. Im Thüringer Wald Abklingen der Kämpfe. Einbrüche bis ins Eichsfeld. | * Es gelang dem Gegner, bis in den Harz-Raum vorzudringen und Goslar sowie Bad Harzburg zu nehmen. Von der 11. Armee wegen Stellungswechsels keine vollständigen Meldungen. Von Mühlhausen kam der Feind bis in den Raum von Nordhausen vor. Im Thüringer Wald Abklingen der Kämpfe. Einbrüche bis ins Eichsfeld. | ||
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| − | US-Präsident Franklin D. Roosevelt stirbt an einem Gehirnschlag. Hitler, Goebbels und Bormann fantasieren von der „Kriegswende“, die jetzt unmittelbar bevorstehe. Bormann ruft die wenigen verbliebenen Gauleiter an: „Sagen Sie allen Männern, der gefährlichste Mann dieses Krieges ist tot.“ Äußerung Joachim von Ribbentrops: Hitler ist mit den Beinen nicht mehr auf der Erde. Er schwebt irgendwo im Himmel. Goebbels, diese Kanaille, hat ihm eingeredet, dass der Tod Roosevelts die große Wende sei. | + | US-Präsident Franklin D. Roosevelt stirbt an einem Gehirnschlag. Hitler, Goebbels und Bormann fantasieren von der „Kriegswende“, die jetzt unmittelbar bevorstehe. Bormann ruft die wenigen verbliebenen Gauleiter an: „Sagen Sie allen Männern, der gefährlichste Mann dieses Krieges ist tot.“ Äußerung Joachim von Ribbentrops: Hitler ist mit den Beinen nicht mehr auf der Erde. Er schwebt irgendwo im Himmel. Goebbels, diese Kanaille, hat ihm eingeredet, dass der Tod Roosevelts die große Wende sei. <br> |
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| <center> [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] [[Datei:Polen 1939-1945.png|70px]] <br> <br> ''siehe Fußnote'' <br> [[Datei:UdSSR 1923-1955.png|70px]] </center> || '''[[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]] / [[Generalgouvernement 1945|Generalgouvernement]] / [[Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken 1945|Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken]]''' <br> | | <center> [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] [[Datei:Polen 1939-1945.png|70px]] <br> <br> ''siehe Fußnote'' <br> [[Datei:UdSSR 1923-1955.png|70px]] </center> || '''[[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]] / [[Generalgouvernement 1945|Generalgouvernement]] / [[Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken 1945|Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken]]''' <br> | ||
| − | Generaloberst Guderian informiert die Heeresgruppe über die Lageeinschätzung des Oberbefehlshabers, die wieder ein Mal von der militärischen Realität weit entfernt ist: „Der Führer ist nach Vortrag der Gesamtlage der Heeresgruppen insbesondere auch über die Stärke und Gruppierung der | + | * Generaloberst Guderian informiert die Heeresgruppe über die Lageeinschätzung des Oberbefehlshabers, die wieder ein Mal von der militärischen Realität weit entfernt ist: „Der Führer ist nach Vortrag der Gesamtlage der Heeresgruppen insbesondere auch über die Stärke und Gruppierung der Artillerie fest davon überzeugt, dass Heeresgruppen einen ungeheueren Abwehrsieg über den angreifenden Russen erringen wird. Dieses ist jedem Soldaten einzuhämmern.“ |
| − | Auf eine sowjetischen Artilleriestellungen im Raum Lebus | + | * Auf eine sowjetischen Artilleriestellungen im Raum Lebus-Reitwein führen ca. 200 Maschinen der Luftwaffe Angriffe mit Bomben und Maschinenwaffen. Es wird eine „gute Trefferlage“ gemeldet. Durch Artilleriebeschuss versuchen deutsche Einheiten an verschiedenen Frontabschnitten sowjetischen Pioniere am Räumen von Minenfeldern zu hindern. Die Brücken bei Rathstock und Göritz werden durch Bombentreffer unterbrochen. |
| − | Die 9. Armee wird aufgefordert, einen Bericht über den inneren Kampfwert der Divisionen zu verfassen. Dabei sind folgende Kriterien ausschlaggebend: Kampfmoral, Härte, Kampferfahrung und Ausbildungsstand. Es soll eine Einteilung von „Besonders hochwertige Divisionen, unbedingt zuverlässig, in Krisenlagen besonders bewährt“ bis hin zu „Wenig zuverlässige Divisionen, die zum Versagen neigen“ vorgenommen werden. Trotz der Einschätzung, „dass der | + | * Die 9. Armee wird aufgefordert, einen Bericht über den inneren Kampfwert der Divisionen zu verfassen. Dabei sind folgende Kriterien ausschlaggebend: Kampfmoral, Härte, Kampferfahrung und Ausbildungsstand. Es soll eine Einteilung von „Besonders hochwertige Divisionen, unbedingt zuverlässig, in Krisenlagen besonders bewährt“ bis hin zu „Wenig zuverlässige Divisionen, die zum Versagen neigen“ vorgenommen werden. Trotz der Einschätzung, „dass der russische Großangriff durch einen LW Einsatz [Luftwaffen] ungeahnten Ausmaßes unterstützt wird“, lautet die Weisung, gegen Luftziele nur Flugabwehr-Geschütze unter 8,8 cm einzusetzen. Die Gefechtsordnung der 9. Armee sieht am Vorabend der Operation wie folgt aus: Das CI. Armeekorps mit seinen Divisionen verteidigt den 47 Kilometer breiten Abschnitt vom Hohenzollernkanal (in Höhe von Hohensaaten) bis südlich von Letschin. Das XI. SS-Panzerkorps verteidigt den 37 Kilometer breiten Abschnitt Zechin-Wüste Kunersdorf, nördlich von Frankfurt (Oder). Das V. SS-Gebirgskorps verteidigt einen 39 Kilometer breiten Abschnitt südlich von Frankfurt (Oder) bis Ratzdorf. Am Nachmittag des 15. April 1945 wird das LVI. Panzerkorps den nördlichen Flügel des XI. SS-Panzerkorps und somit den Abschnitt Zechin-Sachsendorf (ausschließlich) übernehmen. Die Stärke der Kompanien beträgt wieder bis zu 100 Mann, die der Divisionen etwa 5000 Mann und die der Armee 90.836 Mann. An gepanzerten Fahrzeugen stehen 512 Panzer und Sturmgeschütze, an Artillerie 658 Batterien mit 2625 Rohren zur Verfügung. Die Armee ist auf die Zusammenarbeit mit der 4. Fliegerdivision, die noch über 300 Maschinen mit wenig Flugbenzin verfügt, und der 23. Flakdivision mit 32 schweren Batterien angewiesen. |
| − | Die Gefechtsordnung der 9. Armee sieht am Vorabend der Operation wie folgt aus: Das CI. Armeekorps mit seinen Divisionen verteidigt den 47 Kilometer breiten Abschnitt vom Hohenzollernkanal (in Höhe von Hohensaaten) bis südlich von Letschin. Das XI. SS-Panzerkorps verteidigt den 37 Kilometer breiten Abschnitt Zechin | + | <table border rules="1"> |
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'''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage an der deutschen Ostfront:''' <br> | '''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage an der deutschen Ostfront:''' <br> | ||
| − | + | * Heeresgruppe Mitte: Gegen Breslau weiter starke Angriffe. | |
| − | + | * Heeresgruppe Weichsel: Es wird heute oder morgen mit Beginn des feindliche Großangriffs gerechnet. Starke Luftangriffe gegen die Halbinsel Hela. Ein Lazarett-Schiff wurde vernichtet; drei Schiffe beschädigt. | |
| − | + | * Im Samland sind die feindliche Angriffsvorbereitungen abgeschlossen. In Königsberg halten sich noch eigene Kräfte (Der Wehrmachts-Bericht teilte mit, dass der Kommandant von Königsberg wegen der ohne Erlaubnis vollzogenen Kapitulation zum Tode durch den Strang verurteilt wurde). | |
| − | + | * In Kurland keine besonderen Ereignisse. | |
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| − | Starke Luftangriffe gegen die Halbinsel | ||
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'''Die militärische Nachrichtenagentur der Sowjetunion, "SowInformbüro", berichtet über die Lage an den Fronten:''' <br> | '''Die militärische Nachrichtenagentur der Sowjetunion, "SowInformbüro", berichtet über die Lage an den Fronten:''' <br> | ||
| − | * Am 9. und 10. April flogen die Luftstreitkräfte der Baltischen Rotbanner-Flotte Angriffe gegen Kriegsschiffe und Transportschiffe der Deutschen im Hafen Pillau und auf dem offenen Meer nordwestlich von Pillau. Durch diese Angriffe wurden zwei deutsche Zerstörer, zwei Patrouillenboote und zehn Transportschiffe mit einer Wasserverdrängung von insgesamt 60.000 Tonnen und ein Tankschiff mit einer Wasserverdrängung von | + | * Am 9. und 10. April flogen die Luftstreitkräfte der Baltischen Rotbanner-Flotte Angriffe gegen Kriegsschiffe und Transportschiffe der Deutschen im Hafen Pillau und auf dem offenen Meer nordwestlich von Pillau. Durch diese Angriffe wurden zwei deutsche Zerstörer, zwei Patrouillenboote und zehn Transportschiffe mit einer Wasserverdrängung von insgesamt 60.000 Tonnen und ein Tankschiff mit einer Wasserverdrängung von 2000 Tonnen versenkt. Außerdem wurden ein Zerstörer, ein Patrouillenboot und sieben Transportschiffe des Gegners durch Volltreffer beschädigt. |
| + | * Der gefangen genommene deutsche Oberst Hans Janus gab an: „Im Laufe langer Zeit hatten Militärabteilungen und die Zivilbevölkerung auf dem Gebiet von Pommern Verteidigungsanlagen errichtet. Wir nahmen an, dass die russischen Verbände vor diesen mächtigen Befestigungen zum Stehen kommen. Unsere Rechnung ging aber nicht auf. Die Rote Armee machte die Pläne der deutschen Heeresführung zunichte. In Pommern umzingelten die sowjetischen Truppen mehrere deutsche Einheiten und vernichteten sie. Die Division „Märkisch-Friedland“ war Ende Januar 1945 aufgestellt worden. Die neue Division existierte nur kurz und wurde zerschlagen. Die am Leben gebliebenen Soldaten verstreuten sich in den Wäldern und wurden gefangen genommen.“ | ||
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'''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage in Ungarn und in der Slowakei:''' <br> | '''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage in Ungarn und in der Slowakei:''' <br> | ||
| − | In Ungarn | + | In Ungarn 1200 feindliche Einsätze, dagegen 77 eigene. Sonst geringe Luftwaffen-Tätigkeit. Die Brücke bei Göritz wurde erneut getroffen. <br> |
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'''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage in Südosteuropa:''' <br> | '''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage in Südosteuropa:''' <br> | ||
| − | In der letzten Nacht (11./12 . 4.) wurde Zenica geräumt. Angriffe gegen | + | * In der letzten Nacht (11./12.4.) wurde Zenica geräumt. Angriffe gegen Doboj wurden abgewiesen. Die Syrmien-Front wurde von der unteren Save gelöst. Der Feind drückt stark nach. Westlich davon bildet die 22. Infanterie-Division einen Brückenkopf nach Süden über die Save. Weitere Angriffe von Osten; südlich der Drau ein tieferer Einbruch. Ferner drei Übersetzunternehmungen bei Esseg, Valpovo und Miholjac. Der Feind geht also zu einer geschlossenen Operation gegen die deutsche Ostfront vor. In Dalmatien hat die 104. Jäger-Division zähen Widerstand bei Slunj gebrochen. Die Gruppe Hammerschmidt ist zum Stoß nach Süden angetreten. Ferner Kräfte von Istrien und in Richtung Novi. |
| − | Doboj wurden abgewiesen. Die Syrmien | + | * Teile der Besatzung von Senj haben sich durchgeschlagen. Auf der Insel Rab eine Landung; Kräfte noch unbekannt. Bei den nach Kroatien übergetretenen und von den Kroaten entwaffneten Cetniks (nach kroatischer Meldung 5500 Mann), die dort bleiben sollen, handelt es sich um das montenegrische Freiwilligen-Korps Djurisic. Die Draza Mihajlovic-Kräfte stehen noch südlich Brod. Sie wollen sich - nachdem ihnen zugesagt wurde, sie mit Waffen [und Proviant] zu versorgen - noch weiter halten. Unklarheit besteht noch über einen Zwischenfall bei der Räumung von Serajewo, wo sich Ustascha der Sprengung einer Brücke widersetzten. Die Bevölkerung ist in Kroatien pessimistisch. |
| − | gelöst. Der Feind drückt stark nach. Westlich davon bildet die 22. Infanterie-Division | ||
| − | einen Brückenkopf nach Süden über die Save. Weitere Angriffe von Osten; | ||
| − | südlich der Drau ein tieferer Einbruch. Ferner | ||
| − | Esseg, Valpovo und Miholjac. Der Feind geht also zu einer geschlossenen | ||
| − | Operation gegen die deutsche Ostfront vor. In Dalmatien hat die 104. | ||
| − | zähen Widerstand bei Slunj gebrochen. Die Gruppe Hammerschmidt ist zum | ||
| − | Stoß nach Süden angetreten. Ferner Kräfte von Istrien und in Richtung Novi. | ||
| − | Teile der Besatzung von Senj haben sich durchgeschlagen. Auf der Insel Rab | ||
| − | eine Landung; Kräfte noch unbekannt. Bei den nach Kroatien übergetretenen | ||
| − | und von den Kroaten entwaffneten Cetniks (nach | ||
| − | die dort bleiben sollen, handelt es sich um das montenegrische | ||
| − | Djurisic. Die | ||
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| − | Räumung von Serajewo, wo sich Ustascha der Sprengung einer Brücke | ||
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| <center> [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] [[Datei:USA 1912-1959.png|70px]] <br> <br> ''siehe Fußnote'' <br><br>[[Datei:Frankreich.png|70px]] [[Datei:Belgien.png|70px]]<br><br>[[Datei:Niederlande.png|70px]] [[Datei:Großbritannien.png|70px]] </center> || '''[[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]] / [[Reichsland Elsaß-Lothringen]] / [[Vereinigte Staaten von Amerika 1945.04|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)]] / [[Französische Republik 1945|Französische Republik]] / [[Königreich Belgien 1945|Königreich Belgien]] / [[Königreich der Niederlande 1945|Königreich der Niederlande]] / [[Großherzogtum Luxemburg 1945|Großherzogtum Luxemburg]] / [[Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland 1945|Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland]]''' <br> | | <center> [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] [[Datei:USA 1912-1959.png|70px]] <br> <br> ''siehe Fußnote'' <br><br>[[Datei:Frankreich.png|70px]] [[Datei:Belgien.png|70px]]<br><br>[[Datei:Niederlande.png|70px]] [[Datei:Großbritannien.png|70px]] </center> || '''[[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]] / [[Reichsland Elsaß-Lothringen]] / [[Vereinigte Staaten von Amerika 1945.04|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)]] / [[Französische Republik 1945|Französische Republik]] / [[Königreich Belgien 1945|Königreich Belgien]] / [[Königreich der Niederlande 1945|Königreich der Niederlande]] / [[Großherzogtum Luxemburg 1945|Großherzogtum Luxemburg]] / [[Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland 1945|Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland]]''' <br> | ||
| − | Wehrmachtsbericht: Zwischen der Aller und dem Harz setzte der Feind seine Angriffe auf breiter Front fort. Von Norden drückten die Amerikaner unsere Divisionen im Abschnitt Unna und beiderseits Bochums, das nach heldenhaftem Kampf verlorenging. Südöstlich Würzburgs trat der Feind mit zusammengefassten Kräften zum Angriff an. | + | * Wehrmachtsbericht: Zwischen der Aller und dem Harz setzte der Feind seine Angriffe auf breiter Front fort. Von Norden drückten die Amerikaner unsere Divisionen im Abschnitt Unna und beiderseits Bochums, das nach heldenhaftem Kampf verlorenging. Südöstlich Würzburgs trat der Feind mit zusammengefassten Kräften zum Angriff an. |
| − | + | * "New York Times": Rasende Tanks der 2. Panzerdivision der 9. US-Armee stehen nur 63 Meilen vor Berlin, nachdem eine Welle sie gestern mehr als 50 Meilen trug. Sie erreichten die Elbe bei Magdeburg. | |
| − | "New York Times": Rasende Tanks der 2. Panzerdivision der 9. US-Armee stehen nur 63 Meilen vor Berlin, nachdem eine Welle sie gestern mehr als 50 Meilen trug. Sie erreichten die Elbe bei Magdeburg. | ||
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'''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage an der deutschen Westfront:''' <br> | '''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage an der deutschen Westfront:''' <br> | ||
| − | + | * 1200 Amerikaner vom Westen gegen München, Regensburg und Lufthorste. 200 Briten gegen Bayreuth und so weiter. Hier starker Einsatz von ein- und zweimotorigen Jagdbombern. In der Nacht 100 Moskitos gegen Berlin. 17 Junkers Ju zur Heeresgruppe B. Eine Reihe von Flugzeugen wird bereits vermißt. | |
| − | vom Westen gegen München, Regensburg und Lufthorste. 200 Briten gegen | + | * Bei Magdeburg handelt die 2. und 5. US-amerikanische Panzer-Division. Die 3. US-amerikanische Armee stößt nördlich des Thüringer Waldes nach Osten, südlich von ihm nach Südosten vor. Bei Coburg die 11. und 14. Panzer-Division. Neu aufgetreten ist an der Südwestecke der Heeresgruppe B die 13. Panzer-Division. |
| − | Bayreuth | + | * Auf Texel eigene Fortschritte. Südlich Deventer bildete der Gegner einen kleinen Kopf über die Ijssel. Ostwärts Zwolle wurde er abgewiesen. Nach Nordostholland kam er weiter vor. |
| − | Nacht 100 Moskitos gegen Berlin. 17 Ju zur Heeresgruppe B. Eine Reihe von | + | * Weiter lebhafte Kämpfe im Abschnitt des Fallschirm-Armee-Oberkommando 1 am rechten Flügel, wo der Feind jedoch aufgefangen wurde. Vor der eigenen Front kämpfen noch Reste. Kämpfe bei Quackenbrück. Südlich Bremen geringe Tätigkeit. Bei Schwarmstedt wechselvolle Kämpfe. Der Gegner konnte über die Aller einen Kopf bilden. Heute früh ging Celle verloren. Gegen Braunschweig eine Panzer- und eine Infanterie-Division Die Gauleiter-Meldung von einer vollzogenen Übergabe muss falsch sein. Über Gifhorn drang der Gegner nach Norden, vor. Bei Gardelegen 200 Fahrzeuge, die nach Norden in Richtung Salzwedel einbogen und sich bis Kalbe vorschoben. Ferner erschien der Gegner bei Schönebeck an der Elbe. Der Abschnitt von Magdeburg wurde zum Fallschirm-Armee-Oberkommando herangezogen. |
| − | + | * Heeresgruppe B: Von Norden und Süden weiter Druck. Der größte Teil des Industrieraums ist nun verloren, darunter Mülheim. Vom Rhein werden die eigenen Kräfte bald abgedrückt sein. Als Rest verbleibt noch das Industriegebiet von Hagen und Witten. Bedrohlich ist der feindliche Vorstoß bei Olpe in Richtung Lüdenscheidt; dagegen die Panzer-Lehr-Division. | |
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| − | Bei Magdeburg handelt | ||
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| − | ihm nach Südosten vor. Bei Coburg die | ||
| − | ist an der Südwestecke der Heeresgruppe B die 13 . Panzer-Division | ||
| − | Auf Texel eigene Fortschritte. Südlich Deventer bildete der Gegner einen | ||
| − | kleinen Kopf über die Ijssel. Ostwärts Zwolle wurde er abgewiesen. Nach | ||
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| − | Schwarmstedt wechselvolle Kämpfe. Der Gegner konnte über die Aller einen | ||
| − | Kopf bilden. Heute früh ging Celle verloren. Gegen Braunschweig eine | ||
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| − | Industrieraums ist nun verloren, darunter Mülheim. Vom Rhein werden die | ||
| − | eigenen Kräfte bald abgedrückt sein. Als Rest verbleibt noch das | ||
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| − | Richtung Lüdenscheidt; dagegen die Panzer-Lehr-Division | ||
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| − | * Durch den Vorstoß der Briten in Richtung Ostfriesland ist Holland, das noch von deutschen Truppen besetzt bleibt, vom übrigen deutschen Kampfraum getrennt und wird zur „Festung“ erklärt. | + | * Durch den Vorstoß der Briten in Richtung Ostfriesland ist Holland, das noch von deutschen Truppen besetzt bleibt, vom übrigen deutschen Kampfraum getrennt und wird zur „Festung“ erklärt. <br> |
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'''Die militärische Lage der Seekriegsführung:''' <br> | '''Die militärische Lage der Seekriegsführung:''' <br> | ||
| − | + | * Seit Februar sind nunmehr durch Luftangriffe 29 U-Boote verlorengegangen. | |
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| <center> [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] <br> ''siehe Fußnote'' </center> || '''[[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]] / [[Alpen- und Donau-Reichsgaue]]''' <br> | | <center> [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] <br> ''siehe Fußnote'' </center> || '''[[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]] / [[Alpen- und Donau-Reichsgaue]]''' <br> | ||
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| + | '''Die Kriegslage in den Alpen- und Donau-Reichsgauen:''' <br> | ||
| + | * Heeresgruppe Süd: Einbrüche in Richtung Graz. Gegenstöße der 16. SS-Panzer-Grenadier-Division und der 41. Infanterie-Division Im Abschnitt Güssing Zurücknahme der Front gemäß Weisung nach erfolgtem feindliche Stoß. Am rechten Flügel der 6. Panzer-Armee und bei Baden örtliche Kämpfe. Westlich Wien weiterer Druck. In Wien wurden Angriffe im allgemeinen abgewiesen. Von sechs Kanonenbooten wurden vier vernichtet und die Infanterie abgeriegelt. Bei Tulln ist jetzt das VIII. russische Panzer-Korps nachgewiesen. Bei der 8. Armee verschärfte sich die Lage; der Feind kam bis zur Straße Wien-Lundenburg. Von der March setzten sich die eigenen Kräfte weiter ab, ebenso bei Lundenburg. | ||
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'''Die militärische Nachrichtenagentur der Sowjetunion, "SowInformbüro", berichtet über die Lage in Österreich:''' <br> | '''Die militärische Nachrichtenagentur der Sowjetunion, "SowInformbüro", berichtet über die Lage in Österreich:''' <br> | ||
* Nordöstlich von Wien rückten Verbände der 2. Ukrainischen Front unter Kämpfen weiter vor. Die Deutschen haben eine weitere Panzerdivision und starke Infanteriekräfte in die Schlacht geworfen und versuchen mit Gegenangriffen, das Vordringen unserer Abteilungen in den Rückraum ihrer Wiener Gruppierung zu verhindern. Den hartnäckigen Widerstand des Gegners überwindend, eroberten unsere Verbände die Eisenbahnstation Eibesbrunn und schnitten damit die Eisenbahn- und Straßenverbindung zwischen Wien und Brno ab. | * Nordöstlich von Wien rückten Verbände der 2. Ukrainischen Front unter Kämpfen weiter vor. Die Deutschen haben eine weitere Panzerdivision und starke Infanteriekräfte in die Schlacht geworfen und versuchen mit Gegenangriffen, das Vordringen unserer Abteilungen in den Rückraum ihrer Wiener Gruppierung zu verhindern. Den hartnäckigen Widerstand des Gegners überwindend, eroberten unsere Verbände die Eisenbahnstation Eibesbrunn und schnitten damit die Eisenbahn- und Straßenverbindung zwischen Wien und Brno ab. | ||
| − | + | * Damit steht den im Raum Wien agierenden deutschen Truppen nur noch eine einzige Eisenbahnlinie zur Verfügung; sie führt am Nordufer der Donau entlang nach Nordwesten. Die Linie steht unter dem Beschuss der sowjetischen Artilleristen, die an das Südufer der Donau nordwestlich der österreichischen Hauptstadt vorgerückt sind. | |
| − | Damit steht den im Raum Wien agierenden deutschen Truppen nur noch eine einzige Eisenbahnlinie zur Verfügung; sie führt am Nordufer der Donau entlang nach Nordwesten. Die Linie steht unter dem Beschuss der sowjetischen Artilleristen, die an das Südufer der Donau nordwestlich der österreichischen Hauptstadt vorgerückt sind. | + | * Verbände der 3. Ukrainischen Front setzen ihre Kämpfe in den Straßen von Wien fort. Sowjetische Einheiten überquerten an weiteren Stellen den Donaukanal und bewegen sich, die Gegenangriffe der Deutschen abwehrend, Schritt für Schritt weiter voran. Zu besonders erbitterten Kämpfen kommt es in der Gegend um den Nordwestbahnhof. Die gemeinsam mit den Artilleristen agierenden Sturmabteilungen blockieren die Widerstandsnester der Deutschen und liquidieren sie. Der Gegner hat schwere Verluste. An einem Gefechtstag wurden mehr als 4.000 deutsche Soldaten und Offiziere vernichtet. |
| − | + | * Die deutschen Truppen werden vom Donaukanal zurückgedrängt und halten abends am rechten Donauufer nur mehr den Bereich zwischen Friedrich-Engels-Platz und Nordwestbahnhof. Die Sprengung der Reichsbrücke wird befohlen. Als Folge dieses Befehls kommt es um die Brücke zu nicht mehr völlig rekonstruierbaren Geschehnissen. Offenbar wurden die vorbereiteten Sprengladungen von Widerstandskämpfern beseitigt. Als daraufhin neuerlich Sprengladungen angebracht wurden, sind auch diese im Schutze der Dunkelheit unschädlich gemacht worden. In der Nacht zum 13. April wurde von Booten der sowjetischen Donauflotte aus die Brücke besetzt. So blieb die Reichsbrücke als einzige Donaubrücke zwischen Linz und Budapest erhalten. Sie ist für die Versorgung Wiens und den Beginn des Wiederaufbaus von gar nicht zu überschätzender Bedeutung. | |
| − | Verbände der 3. Ukrainischen Front setzen ihre Kämpfe in den Straßen von Wien fort. Sowjetische Einheiten überquerten an weiteren Stellen den Donaukanal und bewegen sich, die Gegenangriffe der Deutschen abwehrend, Schritt für Schritt weiter voran. Zu besonders erbitterten Kämpfen kommt es in der Gegend um den Nordwestbahnhof. Die gemeinsam mit den Artilleristen agierenden Sturmabteilungen blockieren die Widerstandsnester der Deutschen und liquidieren sie. Der Gegner hat schwere Verluste. An einem Gefechtstag wurden mehr als 4.000 deutsche Soldaten und Offiziere vernichtet. | + | * Von Floridsdorf aus beschoss deutsche Artillerie die Bezirke zwischen Donaukanal und Gürtel. Dabei wurde auch der Stephansdom mehrmals getroffen, um etwa 10 Uhr kommt es dadurch zum Großbrand. Binnen kurzer Zeit steht der mächtige Dachstuhl in Flammen. Am Nachmittag beginnt der Glockenstuhl des Hauptturms zu brennen, in der Gluthitze zerspringt die Pummerin. |
| − | + | * Überall in Wien geschieht etwas, was Renner später als "historisches Phänomen" bezeichnet hat: Obwohl es keine Verbindungen gibt, kein Telephon, keine Post, keinen Verkehr, kommen in den Bezirken und in Bezirksteilen Menschen zusammen und beginnen mit dem Aufbau demokratischer Strukturen. Was sich überall im örtlichen Rahmen abspielt, geschieht auch zentral: Führende Vertreter der einstigen politischen Parteien kommen zusammen. Für die Sozialdemokrten und deren illegale Nachfolgeorganisation, die Revolutionären Sozialisten, ist es selbstverständlich, ins Rathaus zu kommen. Die ehemaligen Christlichsozialen finden nach einigem Suchen im Schottenstift auf der Freyung einen zentralen Treffpunkt. Sie haben sich schon bei privaten Gesprächen während des Krieges darauf geeinigt, nicht den alten Parteinamen wieder aufleben zu lassen, sondern durch den neuen Namen "Österreichische Volkspartei" das Zeichen eines Neubeginns zu setzen. | |
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| − | Die deutschen Truppen werden vom Donaukanal zurückgedrängt und halten abends am rechten Donauufer nur mehr den Bereich zwischen Friedrich-Engels-Platz und Nordwestbahnhof. Die Sprengung der Reichsbrücke wird befohlen. Als Folge dieses Befehls kommt es um die Brücke zu nicht mehr völlig rekonstruierbaren Geschehnissen. Offenbar wurden die vorbereiteten Sprengladungen von Widerstandskämpfern beseitigt. Als daraufhin neuerlich Sprengladungen angebracht wurden, sind auch diese im Schutze der Dunkelheit unschädlich gemacht worden. In der Nacht zum 13. April wurde von Booten der sowjetischen Donauflotte aus die Brücke besetzt. So blieb die Reichsbrücke als einzige Donaubrücke zwischen Linz und Budapest erhalten. Sie | ||
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| − | Von Floridsdorf aus beschoss deutsche Artillerie die Bezirke zwischen Donaukanal und Gürtel. Dabei wurde auch der Stephansdom mehrmals getroffen, um etwa 10 Uhr kommt es dadurch zum Großbrand. Binnen kurzer Zeit steht der mächtige Dachstuhl in Flammen. Am Nachmittag beginnt der Glockenstuhl des Hauptturms zu brennen, in der Gluthitze zerspringt die Pummerin. | ||
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| − | Überall in Wien geschieht etwas, was Renner später als "historisches Phänomen" bezeichnet hat: Obwohl es keine Verbindungen gibt, kein Telephon, keine Post, keinen Verkehr, kommen in den Bezirken und in Bezirksteilen Menschen zusammen und beginnen mit dem Aufbau demokratischer Strukturen. Was sich überall im örtlichen Rahmen abspielt, geschieht auch zentral: Führende Vertreter der einstigen politischen Parteien kommen zusammen. Für die Sozialdemokrten und deren illegale Nachfolgeorganisation, die Revolutionären Sozialisten, ist es selbstverständlich, ins Rathaus zu kommen. Die ehemaligen Christlichsozialen finden nach einigem Suchen im Schottenstift auf der Freyung einen zentralen Treffpunkt. Sie haben sich schon bei privaten Gesprächen während des Krieges darauf geeinigt, nicht den alten Parteinamen wieder aufleben zu lassen, sondern durch den neuen Namen "Österreichische Volkspartei" das Zeichen eines Neubeginns zu setzen. | ||
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'''Wehrmachtsbericht: Die Lage im Südraum:''' <br> | '''Wehrmachtsbericht: Die Lage im Südraum:''' <br> | ||
| − | + | 600 alliierte Bomber gegen die italienische Ostfront und den Brenner. <br> | |
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* "Westfälische Landeszeitung" Reichsführer SS Heinrich Himmler hat folgenden Befehl erlassen: Jedes Dorf und jede Stadt werden mit allen Mitteln verteidigt und gehalten. Jeder für die Verteidigung eines Ortes verantwortliche Mann, der gegen diese selbstverständliche nationale Pflicht verstößt, verliert Ehre und Leben. | * "Westfälische Landeszeitung" Reichsführer SS Heinrich Himmler hat folgenden Befehl erlassen: Jedes Dorf und jede Stadt werden mit allen Mitteln verteidigt und gehalten. Jeder für die Verteidigung eines Ortes verantwortliche Mann, der gegen diese selbstverständliche nationale Pflicht verstößt, verliert Ehre und Leben. | ||
* Der katholische Theologe und Oekumeniker Robert Grosche aus Köln schreibt in sein Tagebuch: Gestern Abend Gespräch mit Adenauer, der von meinem Vorhaben gehört hat, mich im Namen des Klerus gegen die unterschiedslose Behandlung der Parteigenossen durch die Amerikaner einzusetzen. Adenauer glaubt, mich dringend davon abhalten zu müssen: einmal, weil der Schritt wirkungslos sei, was ich auch einsehe; dann aber, weil er überhaupt unangebracht sei, denn alle diese Parteigenossen seien schuldig durch ihre Feigheit; wenn sich das deutsche Volk von Anfang an gewehrt hätte, so wäre die ganze Geschichte unmöglich gewesen. Ich widerspreche dem und bringe Beispiele, wo nicht Feigheit der Grund für einen Eintritt in die Partei gewesen ist, sondern das Bemühen zu retten, Einrichtungen vor nationalsozialistischer Durchseuchung zu bewahren. Es wirft Schuldige und Unschuldige in einen Topf. | * Der katholische Theologe und Oekumeniker Robert Grosche aus Köln schreibt in sein Tagebuch: Gestern Abend Gespräch mit Adenauer, der von meinem Vorhaben gehört hat, mich im Namen des Klerus gegen die unterschiedslose Behandlung der Parteigenossen durch die Amerikaner einzusetzen. Adenauer glaubt, mich dringend davon abhalten zu müssen: einmal, weil der Schritt wirkungslos sei, was ich auch einsehe; dann aber, weil er überhaupt unangebracht sei, denn alle diese Parteigenossen seien schuldig durch ihre Feigheit; wenn sich das deutsche Volk von Anfang an gewehrt hätte, so wäre die ganze Geschichte unmöglich gewesen. Ich widerspreche dem und bringe Beispiele, wo nicht Feigheit der Grund für einen Eintritt in die Partei gewesen ist, sondern das Bemühen zu retten, Einrichtungen vor nationalsozialistischer Durchseuchung zu bewahren. Es wirft Schuldige und Unschuldige in einen Topf. | ||
| − | + | * Tagebuch Hugo Hartung. Für den heutigen Abend ist eine Feierstunde besonderer Art angesetzt. Der Oberst verleiht Auszeichnungen. Ich muss Gedichte von Schiller, Goethe, Eichendorff und Fontane sprechen. Am Schluss aber begibt sich etwas Spukhaftes: Junge Frauen und Mädchen werden als Kampfhelferinnen vereidigt. Sie müssen den üblichen Soldateneid sprechen und sollen an der Nordfront an Geschütze gestellt werden. | |
| − | Tagebuch Hugo Hartung. Für den heutigen Abend ist eine Feierstunde besonderer Art angesetzt. Der Oberst verleiht Auszeichnungen. Ich muss Gedichte von Schiller, Goethe, Eichendorff und Fontane sprechen. Am Schluss aber begibt sich etwas Spukhaftes: Junge Frauen und Mädchen werden als Kampfhelferinnen vereidigt. Sie müssen den üblichen Soldateneid sprechen und sollen an der Nordfront an Geschütze gestellt werden. | ||
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| <center> [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] [[Datei:Polen 1939-1945.png|70px]] <br> <br> ''siehe Fußnote'' <br> [[Datei:UdSSR 1923-1955.png|70px]] </center> || '''[[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]] / [[Generalgouvernement 1945|Generalgouvernement]] / [[Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken 1945|Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken]]''' <br> | | <center> [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] [[Datei:Polen 1939-1945.png|70px]] <br> <br> ''siehe Fußnote'' <br> [[Datei:UdSSR 1923-1955.png|70px]] </center> || '''[[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]] / [[Generalgouvernement 1945|Generalgouvernement]] / [[Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken 1945|Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken]]''' <br> | ||
| − | Wehrmachtsbericht - Marinekampffähren versenkten vor der Frischen Nehrung ein sowjetisches Schnellboot. Bei Wittenberge an der Elbe stehen Aufklärungskräfte im Kampf mit unserer Brückenkopfbesatzung auf dem Westufer. Weiter südlich drangen die Amerikaner gegen Magdeburg vor. | + | * Wehrmachtsbericht - Marinekampffähren versenkten vor der Frischen Nehrung ein sowjetisches Schnellboot. Bei Wittenberge an der Elbe stehen Aufklärungskräfte im Kampf mit unserer Brückenkopfbesatzung auf dem Westufer. Weiter südlich drangen die Amerikaner gegen Magdeburg vor. |
| − | + | * In der Nacht fliegen 170 deutsche Flugzeuge stärkere Angriffe im Raum Lebus-Reitwein und auf gegnerische Fahrzeugkolonnen im Raum Cammin-Altdamm-Reetz-Greifenhagen. In der Nacht werden über sowjetischen Bereitstellungen 400.000 Flugblätter und 72.000 Zeitungen abgeworfen. | |
| − | In der Nacht fliegen 170 deutsche Flugzeuge stärkere Angriffe im Raum Lebus | + | * Zur Beseitigung des sowjetischen Brückenkopfes südlich von Fürstenberg tritt eine Regimentsgruppe der 600. (russische) Infanteriedivision und zwei Stoßtrupps der 391. Sicherungsdivision an. Das Unternehmen trägt den Namen „Aprilwetter“. Trotz Artillerieunterstützung bleibt der Angriff nach 500 Metern im starken Granatwerfer- und Artilleriefeuer liegen. Auch der Einsatz von 26 Schlachtfliegern bringt keinen Erfolg. Das Oberkommando fordert daraufhin den Stab der 9. Armee auf, einen Vorschlag über die künftige Verwendung der 600. (russische) Infanteriedivision zu melden, die über eine Gefechtsstärke von 7065 Mann verfügt. Die Antwort lautet: In „Verbindung mit der Inkompetenz der Division während des heutigen Angriffs und erhaltener Meldung über Disziplinlosigkeit, diese zu entwaffnen und in einen anderen Raum zu verlegen.“ Die Angehörigen der „Wlassow-Armee“ werden zur Heeresgruppe Mitte verlegt und nehmen dadurch nicht an den Kämpfen teil. |
| − | Zur Beseitigung des sowjetischen Brückenkopfes südlich von Fürstenberg tritt eine Regimentsgruppe der 600. ( | + | * An die Divisions- und Korpsstäbe der 9. Armee ergeht der Befehl, bis zum 14. April die im Gelände eingebauten Großkampfgefechtsstände zu beziehen. Sämtliche Truppen, außer Versorgungseinheiten, haben in der gleichen Zeit die Ortschaften zu verlassen. |
| − | An die Divisions- und Korpsstäbe der 9. Armee ergeht der Befehl, bis zum 14. April die im Gelände eingebauten Großkampfgefechtsstände zu beziehen. Sämtliche Truppen, außer Versorgungseinheiten, haben in der gleichen Zeit die Ortschaften zu verlassen. | + | * Bereits am 11. April 1945 hat Marschall Schukow der 3. und 5. Stoßarmee, der 8. Gardearmee, der 69., 33. und 47. Armee folgenden Befehl erteilt: „Mit dem Ziel der Feststellung des Systems und der Ausbaustufe der Verteidigung und des Systems aller Feuerarten der Hauptverteidigungslinie des Gegners, befehle ich: 1. Am 13.4.45 eine gewaltsame Aufklärung durchzuführen. 2. Zur Durchführung der Aufklärung sind zwei Schützenbataillone [je Armee] einzusetzen. Den Bataillonen der ersten Staffel sind 5 Panzer und vier bis sechs Selbstfahrlafetten zu unterstellen, der Angriff der Bataillone ist mit Feuer von zwei Artillerieregimentern sowie dem Feuer aus Granat- und Geschosswerfern zu unterstützen. 3. Die Aufklärung hat am 13.4.45 um 6.00 Uhr nach einem zehnminütigen Feuerüberfall zu beginnen. Die Aufklärung ist an schwächeren Verteidigungsabschnitten durchzuführen und die angreifenden Einheiten sind nicht gegen starke Stützpunkte in der Verteidigung des Gegners zu führen.“ Dieser Vorausangriff wird jedoch wenige Stunden vor dem geplanten Beginn auf den nächsten Tag verschoben. |
| − | Bereits am 11. April 1945 hat Marschall Schukow der 3. und 5. Stoßarmee, der 8. Gardearmee, der 69., 33. und 47. Armee folgenden Befehl erteilt: „Mit dem Ziel der Feststellung des Systems und der Ausbaustufe der Verteidigung und des Systems aller Feuerarten der Hauptverteidigungslinie des Gegners, befehle ich: 1. Am 13.4.45 eine gewaltsame Aufklärung durchzuführen. 2. Zur Durchführung der Aufklärung sind zwei Schützenbataillone [je Armee] einzusetzen. Den Bataillonen der ersten Staffel sind 5 Panzer und | + | <table border rules="1"> |
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'''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage an der deutschen Ostfront:''' <br> | '''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage an der deutschen Ostfront:''' <br> | ||
| − | Heeresgruppe Süd: Das Panzer-Armee-Oberkommando 2 wurde weiter zurückgedrückt. Westlich Wien | + | * Heeresgruppe Süd: Das Panzer-Armee-Oberkommando 2 wurde weiter zurückgedrückt. Westlich Wien neue Einbrüche. In der Stadt selbst wird noch ein kleiner Brückenkopf gehalten. Nordostwärts von ihr eine Lücke. Bei der 8. Armee keine wesentlichen Veränderungen. |
| − | neue Einbrüche. In der Stadt selbst wird noch ein kleiner Brückenkopf gehalten. | + | * Heeresgruppe Mitte: Der Feind hat zwischen Bunzlau und Triebei-Porst drei Schwerpunkte gebildet. |
| − | Nordostwärts von ihr eine Lücke. Bei der 8. Armee keine wesentlichen | + | * Heeresgruppe Weichsel: Weitere Schwerpunkte bei Frankfurt, Küstrin und Zehden (südlich Stettin). |
| − | + | * 1670 feindliche und etwa 400 eigene Einsätze. Schwerpunkte in Österreich und Ostpreußen. | |
| − | Heeresgruppe Mitte: Der Feind hat zwischen Bunzlau und | ||
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| − | Heeresgruppe Weichsel: Weitere Schwerpunkte bei Frankfurt, Küstrin und | ||
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| − | Ostpreußen. | ||
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| − | Die überlebenden dänischen Juden aus dem Konzentrationslager Theresienstadt werden im Rahmen der „Rettungsaktion der Weißen Busse“ des Schwedischen Roten Kreuzes in einem Konvoi durch Deutschland über die jütländische Grenze bei Padborg nach Schweden in Sicherheit gebracht. | + | Die überlebenden dänischen Juden aus dem Konzentrationslager Theresienstadt werden im Rahmen der „Rettungsaktion der Weißen Busse“ des Schwedischen Roten Kreuzes in einem Konvoi durch Deutschland über die jütländische Grenze bei Padborg nach Schweden in Sicherheit gebracht. <br> |
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'''Die militärische Nachrichtenagentur der Sowjetunion, "SowInformbüro", berichtet über die Lage in Ungarn:''' <br> | '''Die militärische Nachrichtenagentur der Sowjetunion, "SowInformbüro", berichtet über die Lage in Ungarn:''' <br> | ||
| − | Die Verbände der 2. Ukrainischen Front setzten ihre Offensive fort. Die sowjetischen Abteilungen bewegen sich auf einem sumpfigen und unzugänglichen Terrain; sie nahmen die Ortschaft Mala Buda ein und überquerten unter dem Schutz der Artillerie den Fluss Morava. Den Widerstand des Gegners überwindend, schnitten unsere Abteilungen die Eisenbahnlinie von Hodonin nach Nordosten ab. Andere Abteilungen überquerten heute im Morgengrauen den Fluss Morava südlich von Hodonin und schnitten durch einen schnellen Schlag die Eisenbahnlinie und die Straße nach Südosten ab. | + | * Die Verbände der 2. Ukrainischen Front setzten ihre Offensive fort. Die sowjetischen Abteilungen bewegen sich auf einem sumpfigen und unzugänglichen Terrain; sie nahmen die Ortschaft Mala Buda ein und überquerten unter dem Schutz der Artillerie den Fluss Morava. Den Widerstand des Gegners überwindend, schnitten unsere Abteilungen die Eisenbahnlinie von Hodonin nach Nordosten ab. Andere Abteilungen überquerten heute im Morgengrauen den Fluss Morava südlich von Hodonin und schnitten durch einen schnellen Schlag die Eisenbahnlinie und die Straße nach Südosten ab. |
| − | + | * Beim Versuch, Hodonin zu halten, unternahmen die Deutschen mehrere Gegenangriffe. Sie hatten die Stadt zur Rundumverteidigung hergerichtet und an den Stadträndern Artillerie- und Maschinengewehrbunker angelegt. Mit einem raschen Angriff drangen die sowjetischen Abteilungen von Nordosten in die Stadt ein. Bei erbitterten Straßenkämpfen zerschlugen unsere Truppen die Garnison des Gegners und eroberten gegen Mittag die Stadt. In der Schlacht um Hodonin wurde ein deutsches Infanterieregiment zerschlagen. Es wurden 350 Gefangene gemacht und viele Trophäen erbeutet. | |
| − | Beim Versuch, Hodonin zu halten, unternahmen die Deutschen mehrere Gegenangriffe. Sie hatten die Stadt zur Rundumverteidigung hergerichtet und an den Stadträndern Artillerie- und Maschinengewehrbunker angelegt. Mit einem raschen Angriff drangen die sowjetischen Abteilungen von Nordosten in die Stadt ein. Bei erbitterten Straßenkämpfen zerschlugen unsere Truppen die Garnison des Gegners und eroberten gegen Mittag die Stadt. In der Schlacht um Hodonin wurde ein deutsches Infanterieregiment zerschlagen. Es wurden 350 Gefangene gemacht und viele Trophäen erbeutet. | ||
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'''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage in Ungarn und in der Slowakei:''' <br> | '''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage in Ungarn und in der Slowakei:''' <br> | ||
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'''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage in Südosteuropa:''' <br> | '''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage in Südosteuropa:''' <br> | ||
| − | Planmäßiges Absetzen bei Zenica und an der Syrmien | + | * Planmäßiges Absetzen bei Zenica und an der Syrmien-Front, an der 65 Panzer angriffen und 14 abgeschossen wurden. |
| − | + | * Die 11. Luftwaffen-Feld-Division ist jetzt bis auf zwei Züge abgefahren worden. Die Drau-Köpfe wurden eingeengt oder abgeriegelt. Nur bei Valpovo sind größere Kräfte über die Drau getreten. Die Gruppe Hammerschmidt hat sich mit der 104. Jäger-Division vereinigt. | |
| − | + | * Auf der Insel Arbe landete der Feind. Nordostwärts Istrien hat sich ein Bandenkorps versammelt. | |
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| − | Gruppe Hammerschmidt hat sich mit der 104. | ||
| − | Insel Arbe landete der Feind. Nordostwärts Istrien hat sich ein Bandenkorps | ||
| − | versammelt. | ||
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'''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage an der deutschen Westfront:''' <br> | '''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage an der deutschen Westfront:''' <br> | ||
| − | + | * Vom Westen aus wegen des Wetters kein Großeinsatz, jedoch starke Jäger-Tätigkeit. Der eigene Einsatz nur gering. Nachts dreimaliger Angriff auf Berlin. In Ostengland keine unmittelbaren Vorbereitungen für eine Großlandung. Die Versorgung der Heeresgruppe B scheint jetzt in Ordnung gekommen zu sein. Starker Druck an dem rechten Flügel der Armeegruppe Student, bei der anzunehmen ist, daß sie in Kürze auf die Küste zurückgedrängt wird. Gehalten wird noch die Linie Cloppenburg-Bremen. Im Abschnitt Bremen-Celle gleiche Lage. Von Celle aus feindlicher Druck; ein Regiment nördlich der Stadt aufgestellt. Weiter Druck gegen Halberstadt. Ein Combat-Command kam bis Wittenberg vor, wo die Brücke gesprengt wurde. Feind auch in Stendal und bei Tangermünde. | |
| − | Vom Westen aus wegen des Wetters kein Großeinsatz, jedoch starke Jäger | + | * Westlich Magdeburg nahm der Gegner den Flugplatz weg. Zwischen Magdeburg und Schönebeck gelang es einer kleinen Gruppe, nachts über die Elbe zu setzen, worauf der Brückenbau eingeleitet wurde. Der Oberbefehlshaber der 12. Armee unterstellt sich den Kommandanten von Magdeburg. Kräfte gegen den Übersetzversuch wurden eingesetzt. Da die Divisionen „Scharnhorst" und „Hutten" fast fertig sind, ist ein Rückhalt gegeben. Im Harz-Raum kam der Gegner bis Hettstedt und südlich desselben bis Schafstädt in Gegend Merseburg. Der Harz ist nun also von drei Seiten eingeklammert; er wird durch die 11. Armee verteidigt. Ob Weißenfels besetzt ist, ist unklar. Jedoch befinden sich im Raum von Leipzig schwächere Kräfte des Feindes. |
| − | Tätigkeit. Der eigene Einsatz nur gering. Nachts dreimaliger Angriff auf Berlin. | + | * Bei einem Stoß gegen Bamberg kam der Gegner weiter voran. Bei Schweinfurt Angriffe, dabei ein Durchbruch bis zur Straße, so daß sich nunmehr um Schweinfurt fast ein Igel gebildet hat. Bis Rothenburg keine besonderen Kampfhandlungen. Die Lage bei Crailsheim hat sich gut entwickelt. |
| − | In Ostengland keine unmittelbaren Vorbereitungen für eine Großlandung. | + | * Die Heeresgruppe B verfügt noch über 17 Verbände, jedoch nur mit einer Stärke von je 3000 Mann, so daß es sich in Wirklichkeit um fünf bis sechs Verbände handelt. Nördlich des Harzes drehte der Feind gegen Blankenburg ein und kam in Richtung Dessau vor. Bei der 11. Armee feindliche Druck, aber keine wesentlichen Veränderungen. |
| − | Die Versorgung der Heeresgruppe B scheint jetzt in Ordnung gekommen zu | + | * Die Nordwestecke wurde verkleinert. Die Lage im Raum von Nordhausen ist unklar. Südlich des Harzes hat sich die Lage verschärft. Erfurt und Weimar sind heute morgen verlorengegangen. Druck in Richtung von Naumburg, da der Gegner bei Kannenberg über die Saale gehen konnte. Er steht vor Jena. Im Thüringer Wald gleiche Lage. Bei Coburg verhält sich der Feind ruhig. |
| − | sein. Starker Druck an dem rechten Flügel der Armeegruppe Student, bei der anzunehmen ist, daß sie in Kürze auf die Küste zurückgedrängt wird. Gehalten | + | * Eine neue Gefahr jedoch durch einen Vorstoß vom Norden bis acht Kilometer vor Bamberg. Dadurch ist wieder die 1. Armee im Rücken bedroht. Im Raum Crailsheim Vorstöße. Die Annahme des Oberbefehlshabers West, dass es sich um den Beginn eines größeren Angriffs handelt, hat sich nicht bestätigt; jedoch ist die Absicht des Feindes, in südlicher Richtung vorzustoßen, erkennbar. Vorstöße gegen Nürnberg und ?, die bedrohlich sind. Südlich davon wurde der Feind aufgehalten. Bei Heilbronn konnte der Gegner seinen Brückenkopf erweitern, da die 2. Infanterie-Division weggezogen ist. Ein Panzer-Einbruch ostwärts Baden. Von der 19. Armee wird die 17. SS-Division nach Nürnberg, die 189. nach Regensburg abgegeben. Die 98. Infanterie-Division ersetzt an der Front die 17. Freiwilligen-Division. Es besteht der Befehl, den Harz zu halten. Unklar ist ein angeblicher Befehl des Reichsführers SS an das Armee-Oberkommando 11 im gegenteiligen Sinne, den ein Offizier überbrachte. Die 12. Armee führt der General Wenck, früher Chef der Operations-Abteilung im Generalstab des Heeres. Dass keine Stadt zur offenen Stadt erklärt werden soll, hat der Reichsführer SS als Reichsinnenminister bekanntgegeben. |
| − | wird noch die Linie | ||
| − | gleiche Lage. Von Celle aus | ||
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| − | Zwischen Magdeburg und Schönebeck gelang es einer kleinen Gruppe, nachts | ||
| − | über die Elbe zu setzen, worauf der Brückenbau eingeleitet wurde. Der | ||
| − | 12. Armee unterstellt sich den Kommandanten von Magdeburg. Kräfte gegen | ||
| − | den Übersetzversuch wurden eingesetzt. Da die Divisionen „Scharnhorst" und | ||
| − | „Hutten" fast fertig sind, ist ein Rückhalt gegeben. Im Harz | ||
| − | Gegner bis Hettstedt und südlich desselben bis Schafstädt in Gegend | ||
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| − | sind heute morgen verlorengegangen. Druck in Richtung von Naumburg, da | ||
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| − | Im Thüringer Wald gleiche Lage. Bei Coburg verhält sich der Feind ruhig. | ||
| − | Eine neue Gefahr jedoch durch einen Vorstoß vom Norden bis | ||
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| − | größeren Angriffs handelt, hat sich nicht bestätigt; jedoch ist die Absicht des | ||
| − | Feindes, in südlicher Richtung vorzustoßen, erkennbar. Vorstöße gegen | ||
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| − | Von der 19. Armee wird die 17 . SS-Division nach Nürnberg, die 189. nach | ||
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| − | Es besteht der Befehl, den Harz zu halten. Unklar ist ein angeblicher Befehl | ||
| − | des Reichsführers SS an das Armee-Oberkommando | ||
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| − | Reichsführer SS als Reichsinnenminister bekanntgegeben. | ||
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| − | Nach heftigen Kämpfen geht Wien an die sowjetische 4. Gardearmee verloren. Die schließt die Eroberung der österreichischen Hauptstadt Wien ab. Am 7. April hatte die Armee die Stadtgrenze erreicht. Der deutsche Wehrmachtsbericht meldet nur lakonisch: "In Wien dauen die schweren Straßenkämpfe an." Das sowjetische Oberkommando veröffentlichte nachmittags folgende Sondermeldung: "Am 13. April nahmen die Truppen der 2. Ukrainischen Front nach heftigen Kämpfen die Hauptstadt Österreichs, Wien, einen strategisch wichtigen Verteidigungsknotenpunkt der Deutschen, der den Weg nach Süddeutschland versperrte. In den Kämpfen um die Anmarschwege nach Wien und um Wien selbst zerschlugen die Truppen der Front vom 16. März bis 13. April elf deutsche Panzerdivisionen, darunter die 6. SS-Panzerarmee, nahmen über 130.000 Soldaten und Offiziere gefangen, vernichteten | + | * Nach heftigen Kämpfen geht Wien an die sowjetische 4. Gardearmee verloren. Die schließt die Eroberung der österreichischen Hauptstadt Wien ab. Am 7. April hatte die Armee die Stadtgrenze erreicht. Der deutsche Wehrmachtsbericht meldet nur lakonisch: "In Wien dauen die schweren Straßenkämpfe an." Das sowjetische Oberkommando veröffentlichte nachmittags folgende Sondermeldung: "Am 13. April nahmen die Truppen der 2. Ukrainischen Front nach heftigen Kämpfen die Hauptstadt Österreichs, Wien, einen strategisch wichtigen Verteidigungsknotenpunkt der Deutschen, der den Weg nach Süddeutschland versperrte. In den Kämpfen um die Anmarschwege nach Wien und um Wien selbst zerschlugen die Truppen der Front vom 16. März bis 13. April elf deutsche Panzerdivisionen, darunter die 6. SS-Panzerarmee, nahmen über 130.000 Soldaten und Offiziere gefangen, vernichteten oder erbeuteten 1345 Panzer und Sturmgeschütze, 2250 Feldgeschütze sowie viel sonstiges Kriegsgerät. Auf Befehl des Obersten Befehlhabers der Roten Armee, Marschall der Sowjetunion J. Stalin, grüßte Moskau die heldenhaften Truppen der 3. Ukrainischen Front, die Wien genommen haben, mit einem Salut von 24 Salven aus 324 Geschützen." In einem deutschsprachigen Kommentar von Radio Moskau heißt es: "Die Bevölkerung Wiens und anderer Teile Österreichs hat der Roten Armee Unterstützung gewährt und die Deutschen daran gehindert, die Kämpfe zum Stehen zu bringen... Sie haben die Ehre der österreichischen Nation gerettet." |
| − | + | * Nach Westen dringen sowjetische Truppen unter Marschall Malinowski bis in die Gegend von St. Pölten vor; im Norden bedrohen sie die Heeresgruppe Mitte durch Angriffe bei Brünn. Sowjetische Truppen setzen bei Klosterneuburg über die Donau und dringen in Korneuburg ein. Daraufhin kommt es zum fluchtartigen Rückzug der deutschen Truppen aus dem Brückenkopf vor der Floridsdorfer Brücke und aus Floridsdorf, um der Einkesselung zu entgehen. Die Floridsdorfer Brücke wird gesprengt. Im Tagesbericht der Heeresgruppe Süd wird kurz festgestellt: "Die 6. Panzerdivision wurde fast völlig aufgerieben". | |
| − | Nach Westen dringen sowjetische Truppen unter Marschall Malinowski bis in die Gegend von St. Pölten vor; im Norden bedrohen sie die Heeresgruppe Mitte durch Angriffe bei Brünn. Sowjetische Truppen setzen bei Klosterneuburg über die Donau und dringen in Korneuburg ein. Daraufhin kommt es zum fluchtartigen Rückzug der deutschen Truppen aus dem Brückenkopf vor der Floridsdorfer Brücke und aus Floridsdorf, um der Einkesselung zu entgehen. Die Floridsdorfer Brücke wird gesprengt. Im Tagesbericht der Heeresgruppe Süd wird kurz festgestellt: "Die 6. Panzerdivision wurde fast völlig aufgerieben". | + | * Angriffe von 350 Bombern gegen den Raum Venedig-Villach-Linz und so weiter. |
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| − | Angriffe von 350 Bombern gegen den Raum | ||
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'''Die militärische Nachrichtenagentur der Sowjetunion, "SowInformbüro", berichtet über die Lage in Österreich:''' <br> | '''Die militärische Nachrichtenagentur der Sowjetunion, "SowInformbüro", berichtet über die Lage in Österreich:''' <br> | ||
| − | Truppen der 3. Ukrainischen Front eroberten heute mit Unterstützung von Verbänden der 2. Ukrainischen Front Wien. In den Kämpfen um die Befreiung der Hauptstadt von Österreich von den deutsch-faschistischen Eroberern bedeckten die sowjetischen Abteilungen ihre Banner mit unvergänglichem Ruhm. Nach den Plänen der deutschen Heeresführung sollte die Stadt zum Schauplatz langwieriger Kämpfe werden. | + | * Truppen der 3. Ukrainischen Front eroberten heute mit Unterstützung von Verbänden der 2. Ukrainischen Front Wien. In den Kämpfen um die Befreiung der Hauptstadt von Österreich von den deutsch-faschistischen Eroberern bedeckten die sowjetischen Abteilungen ihre Banner mit unvergänglichem Ruhm. Nach den Plänen der deutschen Heeresführung sollte die Stadt zum Schauplatz langwieriger Kämpfe werden. |
| − | + | * Noch 1944 hatte der Gegner mit dem Bau von Verteidigungsanlagen rund um Wien begonnen. Die Bedingungen des Geländes waren vorteilhaft für die Verteidigung. Von Westen wird die Stadt von einer Gebirgskette gedeckt, von Norden und Osten von der breiten und wasserreichen Donau. An den südlichen Zufahrtsstraßen hatten die Deutschen eine mächtige Verteidigungsanlage mit Panzerabwehrgräben, einem weit verzweigten System an Laufgräben und einer Vielzahl an Bunkern und Feuernestern errichtet. Jede Ortschaft in der Nähe von Wien war für eine langwierige Rundumverteidigung eingerichtet worden. | |
| − | Noch 1944 hatte der Gegner mit dem Bau von Verteidigungsanlagen rund um Wien begonnen. Die Bedingungen des Geländes waren vorteilhaft für die Verteidigung. Von Westen wird die Stadt von einer Gebirgskette gedeckt, von Norden und Osten von der breiten und wasserreichen Donau. An den südlichen Zufahrtsstraßen hatten die Deutschen eine mächtige Verteidigungsanlage mit Panzerabwehrgräben, einem weit verzweigten System an Laufgräben und einer Vielzahl an Bunkern und Feuernestern errichtet. Jede Ortschaft in der Nähe von Wien war für eine langwierige Rundumverteidigung eingerichtet worden. | + | * Im Laufe von erbitterten Kämpfen hatten die Verbände der 3. Ukrainischen Front den äußeren Verteidigungsring durchbrochen und am 7. April Straßenkämpfe im Südteil der Stadt aufgenommen. Zugleich rückten sowjetische mobile Einheiten nach einem schnellen Umgehungsmanöver durch die Berge nordwestlich von Wien an die Donau vor und begannen den Sturm der Stadt von Westen und Nordwesten. Am 10. April hatten unsere Truppen den größten Teil der Stadt am Westufer des Donaukanals vom Gegner gesäubert. |
| − | + | * Die Kämpfe verlagerten sich in den Raum zwischen dem Kanal und der Donau. Hier leisteten die Deutschen hartnäckigen Widerstand. Sie zogen frische Kräfte an Panzern und Infanterie heran und klammerten sich buchstäblich an jedes Haus, wobei sie oft wütende Gegenangriffe unternahmen. Die durch Artillerie verstärkten sowjetischen Abteilungen nahmen jedes Gebäude im Sturm. Gestern drangen unsere Einheiten zum Nordbahnhof vor; sie nahmen den Kampf um das Gelände des größten Wiener Eisenbahnknotenpunkts auf und drängten den Gegner an die Donau zurück. | |
| − | Im Laufe von erbitterten Kämpfen hatten die Verbände der 3. Ukrainischen Front den äußeren Verteidigungsring durchbrochen und am 7. April Straßenkämpfe im Südteil der Stadt aufgenommen. Zugleich rückten sowjetische mobile Einheiten nach einem schnellen Umgehungsmanöver durch die Berge nordwestlich von Wien an die Donau vor und begannen den Sturm der Stadt von Westen und Nordwesten. Am 10. April hatten unsere Truppen den größten Teil der Stadt am Westufer des Donaukanals vom Gegner gesäubert. | + | * Einer der Kämpfer fand zufällig einen unterirdischen Gang, der zur Donau führt. Durch diesen Gang drangen die sowjetischen Abteilungen in den Rücken des Gegners vor und griffen die Deutschen plötzlich an. Die ganze Nacht liefen pausenlos Straßenkämpfe. Heute machten unsere Truppen die letzten Widerstandsherde der Deutschen nieder und säuberten die österreichische Hauptstadt vom Gegner. |
| − | + | * Die Hitleristen hatten die Absicht, Wien in eine Steinwüste zu verwandeln. Sie wollten die Bewohner der Stadt den Schrecken einer langen Belagerung und andauernder Straßenkämpfe aussetzen. Durch kluges und entschlossenes Handeln vereitelten unsere Truppen die verbrecherischen Pläne der deutschen Heeresführung. Wien, die Hauptstadt von Österreich, wurde in wenigen Tagen von den deutsch-faschistischen Eroberern befreit. | |
| − | Die Kämpfe verlagerten sich in den Raum zwischen dem Kanal und der Donau. Hier leisteten die Deutschen hartnäckigen Widerstand. Sie zogen frische Kräfte an Panzern und Infanterie heran und klammerten sich buchstäblich an jedes Haus, wobei sie oft wütende Gegenangriffe unternahmen. Die durch Artillerie verstärkten sowjetischen Abteilungen nahmen jedes Gebäude im Sturm. Gestern drangen unsere Einheiten zum Nordbahnhof vor; sie nahmen den Kampf um das Gelände des größten Wiener Eisenbahnknotenpunkts auf und drängten den Gegner an die Donau zurück. | ||
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| − | Einer der Kämpfer fand zufällig einen unterirdischen Gang, der zur Donau führt. Durch diesen Gang drangen die sowjetischen Abteilungen in den Rücken des Gegners vor und griffen die Deutschen plötzlich an. Die ganze Nacht liefen pausenlos Straßenkämpfe. Heute machten unsere Truppen die letzten Widerstandsherde der Deutschen nieder und säuberten die österreichische Hauptstadt vom Gegner. | ||
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| − | Die Hitleristen hatten die Absicht, Wien in eine Steinwüste zu verwandeln. Sie wollten die Bewohner der Stadt den Schrecken einer langen Belagerung und andauernder Straßenkämpfe aussetzen. Durch kluges und entschlossenes Handeln vereitelten unsere Truppen die verbrecherischen Pläne der deutschen Heeresführung. Wien, die Hauptstadt von Österreich, wurde in wenigen Tagen von den deutsch-faschistischen Eroberern befreit. | ||
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| − | + | * Sowjetische Offizieren suchen in Wien verschiedene Persönlichkeiten, die als führende Funktionäre bei der Neugründung des Österreichischen Staates geeignet erscheinen. Unter ihnen sind die späteren Vorsitzenden der beiden großen demokratischen Parteien, Ing. Leopold Figl und Dr. Adolf Schärf. Sie werden mit Autos zu den zentralen Treffpunkten gebracht. | |
| − | Sowjetische Offizieren suchen in Wien verschiedene Persönlichkeiten, die als führende Funktionäre bei der Neugründung des Österreichischen Staates geeignet erscheinen. Unter ihnen sind die späteren Vorsitzenden der beiden großen demokratischen Parteien, Ing. Leopold Figl und Dr. Adolf Schärf. Sie werden mit Autos zu den zentralen Treffpunkten gebracht. | + | * In den Roten Salon des Rathauses, wo immer mehr Sozialisten eintreffen, kommen auch Vertreter der Volkspartei zu einem ersten Kontaktgespräch. |
| − | + | * Im Palais Auersperg tagen nach wie vor die Vertreter der Widerstandsgruppen, die sich in der O 5 zusammengeschlossen haben. Sie haben mit Zustimmung der sowjetischen Ortskommandantur den Kommunisten Rudolf Prikryl zum Bürgermeister ernannt. Er sitzt in einem kleinen Zimmer des Rathauses und gibt so gut wie jedem, der zu ihm kommt, eine gestempelte Vollmacht. Das wurde später als äußerst wertvoll beurteilt, weil diese Vollmachten von den sowjetischen Stellen anerkannt wurden und viele Aktivitäten ermöglichten, von Aufräumungsarbeiten in Betrieben bis zur Einrichtung von Notspitälern. | |
| − | In den Roten Salon des Rathauses, wo immer mehr Sozialisten eintreffen, kommen auch Vertreter der Volkspartei zu einem ersten Kontaktgespräch. | + | * In der Wohnung des Bauarbeiter-Funktionärs Jose Battisti, 7, Kenyongasse 3, kommen sozialdemokratische Gewerkschaftler zusammen. Sie beschließen die Orientierung auf Bildung eines einheitlichen Gewerkschaftsbundes. Noch am gleichen Tag wird mit christlichen und kommunistischen Gewerkschaftlern Kontakt aufgenommen. |
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| − | In der Wohnung des Bauarbeiter-Funktionärs Jose Battisti, 7, Kenyongasse 3, kommen sozialdemokratische Gewerkschaftler zusammen. Sie beschließen die Orientierung auf Bildung eines einheitlichen Gewerkschaftsbundes. Noch am gleichen Tag wird mit christlichen und kommunistischen Gewerkschaftlern Kontakt aufgenommen. | ||
[https://www.oegb.at/themen/geschichte/josef-battisti-und-die-gruendung-des-oegb] | [https://www.oegb.at/themen/geschichte/josef-battisti-und-die-gruendung-des-oegb] | ||
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'''Politischer Lageüberblick der Wehrmacht:''' <br> | '''Politischer Lageüberblick der Wehrmacht:''' <br> | ||
| − | Tagesbefehl Hitlers: Der Bolschewist wird dieses Mal das alte Schicksal Asiens erleben, er muss und wird vor der Hauptstadt des Deutschen Reiches verbluten. Berlin bleibt deutsch, Wien wird wieder deutsch, und Europa wird niemals russisch. | + | Tagesbefehl Hitlers: Der Bolschewist wird dieses Mal das alte Schicksal Asiens erleben, er muss und wird vor der Hauptstadt des Deutschen Reiches verbluten. Berlin bleibt deutsch, Wien wird wieder deutsch, und Europa wird niemals russisch. <br> |
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| <center> [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] <br> <br> ''siehe Fußnote'' </center> || '''[[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]]''' <br> | | <center> [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] <br> <br> ''siehe Fußnote'' </center> || '''[[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]]''' <br> | ||
| − | Robert Ley im "Angriff": Meinen Sonnabendartikel für die "Nachtausgabe" hatte ich bereits geschrieben, als mich am Freitag auf einer Dienstfahrt im Osten die Nachricht vom Tode Roosevelts erreichte. Wenn ich mir mit dem ganzen deutschen Volk auch klar bin, dass das Verschwinden des größten Kriegsverbrechers aller Zeiten die Lage auf den Schlachtfeldern nicht von heute auf morgen ändern wird, so besteht doch kein Zweifel, dass der Tod Roosevelts eine Zäsur im Gesamtgeschehen des Krieges darstellt. | + | Robert Ley im "Angriff": Meinen Sonnabendartikel für die "Nachtausgabe" hatte ich bereits geschrieben, als mich am Freitag auf einer Dienstfahrt im Osten die Nachricht vom Tode Roosevelts erreichte. Wenn ich mir mit dem ganzen deutschen Volk auch klar bin, dass das Verschwinden des größten Kriegsverbrechers aller Zeiten die Lage auf den Schlachtfeldern nicht von heute auf morgen ändern wird, so besteht doch kein Zweifel, dass der Tod Roosevelts eine Zäsur im Gesamtgeschehen des Krieges darstellt. <br> |
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| <center> [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] [[Datei:Polen 1939-1945.png|70px]] <br> <br> ''siehe Fußnote'' <br> [[Datei:UdSSR 1923-1955.png|70px]] </center> || '''[[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]] / [[Generalgouvernement 1945|Generalgouvernement]] / [[Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken 1945|Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken]]''' <br> | | <center> [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] [[Datei:Polen 1939-1945.png|70px]] <br> <br> ''siehe Fußnote'' <br> [[Datei:UdSSR 1923-1955.png|70px]] </center> || '''[[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]] / [[Generalgouvernement 1945|Generalgouvernement]] / [[Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken 1945|Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken]]''' <br> | ||
| − | Gegen 5.40 Uhr greifen nach einer 10-minutigen Artillerievorbereitung die in der Regel mit einer Kompanie gepanzerter Fahrzeuge und einer Artilleriebatterie verstärkten sowjetischen Bataillone in allen Abschnitten an. In der deutschen Tagesmeldung heißt es dazu kurz: „Gegen die Front der 9. Armee trat der Feind in den heutigen Morgenstunden zu den seit Tagen erwarteten Vorangriffen an.“ | + | * Gegen 5.40 Uhr greifen nach einer 10-minutigen Artillerievorbereitung die in der Regel mit einer Kompanie gepanzerter Fahrzeuge und einer Artilleriebatterie verstärkten sowjetischen Bataillone in allen Abschnitten an. In der deutschen Tagesmeldung heißt es dazu kurz: „Gegen die Front der 9. Armee trat der Feind in den heutigen Morgenstunden zu den seit Tagen erwarteten Vorangriffen an.“ |
| − | Die 5. Stoßarmee hat nicht nur in ihrem eigenen Interesse aufzuklären, sondern gleichzeitig Voraussetzungen für die Überführung der Hauptkräfte der 47. Armee und der 3. Stoßarmee in den Brückenkopf zu schaffen. Trotz der Unterstützung durch 664 Geschütze dringen die angreifenden drei Bataillone nur 400 Meter vor. Nachdem General Bersarin gegen 14.00 Uhr weitere starke Kräfte eingeführt hat, stoßen seine Einheiten bis zu 2,5 Kilometer vor. Die 47. Armee beginnt zunächst mit drei eigenen Bataillonen und einem Bataillon der 5. Stoßarmee die Gefechtshandlungen. Bereits gegen Mittag stehen 15 Bataillone im Kampf. Sie dringen unter Verlust von 109 Toten und 319 Verwundeten bis zum ersten deutschen Graben vor. | + | * Die 5. Stoßarmee hat nicht nur in ihrem eigenen Interesse aufzuklären, sondern gleichzeitig Voraussetzungen für die Überführung der Hauptkräfte der 47. Armee und der 3. Stoßarmee in den Brückenkopf zu schaffen. Trotz der Unterstützung durch 664 Geschütze dringen die angreifenden drei Bataillone nur 400 Meter vor. Nachdem General Bersarin gegen 14.00 Uhr weitere starke Kräfte eingeführt hat, stoßen seine Einheiten bis zu 2,5 Kilometer vor. Die 47. Armee beginnt zunächst mit drei eigenen Bataillonen und einem Bataillon der 5. Stoßarmee die Gefechtshandlungen. Bereits gegen Mittag stehen 15 Bataillone im Kampf. Sie dringen unter Verlust von 109 Toten und 319 Verwundeten bis zum ersten deutschen Graben vor. |
| − | Die 8. Gardearmee klärt mit Teilen aller Korps auf. Alt Tucheband und Sachsendorf werden eingenommen. Der Sturmgeschützlehrbrigade 920 gelingt es, im Gegenangriff Sachsendorf wieder einzunehmen und 36 feindliche Panzer abzuschießen. Der Verlust des Ortes Golzow kann am Nachmittag durch die schwer angeschlagene 20. Panzer-Grenadier-Division jedoch nicht mehr abgewendet werden. Die 8. Gardearmee verliert bei ihrem bis zu fünf Kilometer tiefen Vorstoß 128 Tote und 511 Verwundete. | + | * Die 8. Gardearmee klärt mit Teilen aller Korps auf. Alt Tucheband und Sachsendorf werden eingenommen. Der Sturmgeschützlehrbrigade 920 gelingt es, im Gegenangriff Sachsendorf wieder einzunehmen und 36 feindliche Panzer abzuschießen. Der Verlust des Ortes Golzow kann am Nachmittag durch die schwer angeschlagene 20. Panzer-Grenadier-Division jedoch nicht mehr abgewendet werden. Die 8. Gardearmee verliert bei ihrem bis zu fünf Kilometer tiefen Vorstoß 128 Tote und 511 Verwundete. |
| − | Die 69. Armee verzeichnet, trotz des Verlustes von 67 Toten und 241 Verwundeten, an diesem Tag gegen die 169. und die 712. Infanteriedivision (Abschnitte nördl. Podelzig bis | + | * Die 69. Armee verzeichnet, trotz des Verlustes von 67 Toten und 241 Verwundeten, an diesem Tag gegen die 169. und die 712. Infanteriedivision (Abschnitte nördl. Podelzig bis südlich Klessin und nördlich Lebus bis Elisenberg) keinen nennenswerten Erfolg. Südlich von Frankfurt (Oder) handelt die 33. Armee mit einem Bataillon je Division gegen die 32. SS-Freiwilligen-Grenadierdivision und die 286. Infanteriedivision mit unterschiedlichem Erfolg. Nur bei Lossow gelingt mit der Einnahme des ersten und zweiten Grabens die Erfüllung des Auftrages. |
| − | Gegen 5.30 Uhr überwindet ein Bataillon des 2. Regiments der 1. Polnischen Infanteriedivision nördlich von Zäckerick die Oder, um bei Christiansaue einen Brückenkopf zu bilden. Bei Erfolg soll dieser durch die 1. Infanteriedivision erweitert werden, damit alle polnischen Infanterieverbände die Offensive vom Westufer beginnen können. Der Angriff bleibt jedoch im starken Abwehrfeuer der Aufklärungsabteilung der 5. Jägerdivision sowie der deutschen Artillerie liegen. Im Abschnitt des CI. Armeekorps muss Gieshof und der Nordteil von Karlsbiese aufgegeben werden. | + | * Gegen 5.30 Uhr überwindet ein Bataillon des 2. Regiments der 1. Polnischen Infanteriedivision nördlich von Zäckerick die Oder, um bei Christiansaue einen Brückenkopf zu bilden. Bei Erfolg soll dieser durch die 1. Infanteriedivision erweitert werden, damit alle polnischen Infanterieverbände die Offensive vom Westufer beginnen können. Der Angriff bleibt jedoch im starken Abwehrfeuer der Aufklärungsabteilung der 5. Jägerdivision sowie der deutschen Artillerie liegen. Im Abschnitt des CI. Armeekorps muss Gieshof und der Nordteil von Karlsbiese aufgegeben werden. |
| − | Der Stab der 9. Armee schätzt am Abend ein, dass am nächsten Tag der Großangriff der 1. Weißrussischen Front beginnt. An die unterstellten Divisionen geht der Befehl, die Großkampf- | + | * Der Stab der 9. Armee schätzt am Abend ein, dass am nächsten Tag der Großangriff der 1. Weißrussischen Front beginnt. An die unterstellten Divisionen geht der Befehl, die Großkampf-Hauptkampflinie zwischen südostwärts Letschin und Sachsendorf zu beziehen sowie die Panzerdivision Müncheberg nach vorne zu verlegen, weil die 20. Panzergrenadierdivision aufgrund der heutigen Kampfergebnisse einem starken Angriff nicht gewachsen sei. |
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'''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage an der deutschen Ostfront:''' <br> | '''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage an der deutschen Ostfront:''' <br> | ||
| − | Der feindliche Luftaufmarsch ist beendet. Lebhafte feindliche Aufklärung, jedoch | + | * Der feindliche Luftaufmarsch ist beendet. Lebhafte feindliche Aufklärung, jedoch Zurückhalten der Kampfstärke. |
| − | Zurückhalten der Kampfstärke. | + | * Heeresgruppe Mitte: Auf dem rechten Flügel Kämpfe, die keine Veränderung brachten, unter anderem bei Trentschin und Sillein. In Schlesien nur wenig Kampfhandlungen. Angriffe gegen die West- und Südfront von Breslau wurden abgewiesen. Die feindliche Bewegungen dauern an. |
| − | + | * Heeresgruppe Weichsel: Von dem Korps „Hermann Göring", das von der Nehrung zugeführt wird, trafen bisher in Swinemünde über 3000 Mann ein. Das Korps muß erst aufgefrischt werden, örtliche Angriffe der auf eigener Seite eingesetzten russischen Kräfte blieben liegen, zeigten aber, daß diese zum Angriff bereit sind. Heute von 6.30 bis 7.00 Uhr feindliche Artillerie-Feuer, dann Angriff bis zu Regiments-Stärke mit kleinen Einbrüchen - vermutlich, um das deutsche Feuer herauszulocken und um Klarheit über die deutsche Abwehr zu gewinnen. | |
| − | Heeresgruppe Mitte: Auf dem rechten Flügel Kämpfe, die keine Veränderung | + | * Armee-Oberkommando Ostpreußen: Im Samland wurde der feindliche Großangriff weiter fortgeführt. |
| − | brachten, unter anderem bei Trentschin und Sillein. In Schlesien nur wenig | + | * Bei der Heeresgruppe Kurland keine besonderen Ereignisse. |
| − | Kampfhandlungen. Angriffe gegen die | + | * Ein Flüchtlingsdampfer ging unter (bei Pillau). Zwei Dampfer wurden beschädigt. |
| − | + | * Etwa 730 feindliche Einsätze gegenüber 269 eigenen; dabei neun Abschüsse und vier Verluste. Schwerpunkte im Süden. Nach Aussage eines gefangenen russischen Fliegeroffiziers will der Feind die Angriffe am 15.4. beginnen; diese Aussage wurde nicht geglaubt; vielmehr wurde angenommen, daß der Feind schon vorher angreifen werde. | |
| − | Heeresgruppe Weichsel: Von dem Korps „Hermann Göring", das von der | ||
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| − | Korps muß erst aufgefrischt werden, örtliche Angriffe der auf eigener Seite | ||
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| − | Sowjetische Einheiten beginnen mit einer Offensive auf das Industriegebiet von Mährisch-Ostrau (Ostrau) im Reichsprotektorat Böhmen und Mähren. | + | Sowjetische Einheiten beginnen mit einer Offensive auf das Industriegebiet von Mährisch-Ostrau (Ostrau) im Reichsprotektorat Böhmen und Mähren. <br> |
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'''Die militärische Nachrichtenagentur der Sowjetunion, "SowInformbüro", berichtet über die Lage an den Fronten:''' <br> | '''Die militärische Nachrichtenagentur der Sowjetunion, "SowInformbüro", berichtet über die Lage an den Fronten:''' <br> | ||
* Auf der Halbinsel Samland nordwestlich von Königsberg rückten unsere Verbände unter Kämpfen weiter vor. Der Gegner hatte starke Verteidigungsanlagen aufgebaut, um den Westteil der Halbinsel und den Hafen Pillau zu halten. Er hatte ein von Flüssen, Kanälen und Sümpfen durchzogenes Gelände zur Verteidigung vorbereitet. Die Offensive unserer Truppen begann mit dem Beschuss der feindlichen Positionen und ihres Rückraums durch die Artillerie und aus der Luft. Danach nahmen sowjetische Infanteristen den Kampf auf. Den Widerstand der Hitleristen brechend, nahmen unsere entlang der Küste der Ostsee agierenden Abteilungen die Ortschaft Rantau. Die im waldigen Gelände entlang der Küste des Frischen Haffs angreifenden Truppen überwinden den starken Feuerwiderstand der Deutschen sowie eine Großzahl an verminten Hindernissen in den Wäldern. | * Auf der Halbinsel Samland nordwestlich von Königsberg rückten unsere Verbände unter Kämpfen weiter vor. Der Gegner hatte starke Verteidigungsanlagen aufgebaut, um den Westteil der Halbinsel und den Hafen Pillau zu halten. Er hatte ein von Flüssen, Kanälen und Sümpfen durchzogenes Gelände zur Verteidigung vorbereitet. Die Offensive unserer Truppen begann mit dem Beschuss der feindlichen Positionen und ihres Rückraums durch die Artillerie und aus der Luft. Danach nahmen sowjetische Infanteristen den Kampf auf. Den Widerstand der Hitleristen brechend, nahmen unsere entlang der Küste der Ostsee agierenden Abteilungen die Ortschaft Rantau. Die im waldigen Gelände entlang der Küste des Frischen Haffs angreifenden Truppen überwinden den starken Feuerwiderstand der Deutschen sowie eine Großzahl an verminten Hindernissen in den Wäldern. | ||
| − | + | * Die sowjetischen Abteilungen drangen in die Straßen der großen Ortschaft Groß Heidekrug vor. Nach einem erbitterten Gefecht wurde sie erobert. An einem Gefechtstag haben unsere Truppen mehr als 6000 deutsche Soldaten und Offiziere vernichtet. Es wurden 36 deutsche Panzer und Selbstfahrlafetten, 180 Feldgeschütze und ungefähr 600 Automobile vernichtet. | |
| − | Die sowjetischen Abteilungen drangen in die Straßen der großen Ortschaft Groß Heidekrug vor. Nach einem erbitterten Gefecht wurde sie erobert. An einem Gefechtstag haben unsere Truppen mehr als | ||
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'''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage in Südosteuropa:''' <br> | '''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage in Südosteuropa:''' <br> | ||
| − | Die Absetzbewegung bei Zenica wird durch Banden und Flieger gestört. | + | * Die Absetzbewegung bei Zenica wird durch Banden und Flieger gestört. Planmäßiger Fortgang der Bewegung an der Syrmien-Front; jedoch ungünstige Entwicklung bei Valpovo, wo der Gegner seinen Kopf zu einer Breite von 23 und zu einer Tiefe von acht Kilometern ausweitete. Es besteht jetzt die Absicht, in eine Linie zurückzugehen, die von Miholjac zu den Südostausläufern des Papuk-Gebirges verläuft. Neu aufgetreten ist die 22. Tito-Division, ferner bei Esseg die 51. (nebst bulgarischen Kräften). |
| − | Planmäßiger Fortgang der Bewegung an der Syrmien | + | * Die 104. Jäger-Division hat die Absicht, den nach Westen vorgehenden Feind aufzuhalten. Auf der Insel Arbe drang der Gegner weiter vor. Die Kriegsmarine hat das Unternehmen gegen Senj abgebrochen. |
| − | Entwicklung bei Valpovo, wo der Gegner seinen Kopf zu einer Breite von 23 | ||
| − | und zu einer Tiefe von | ||
| − | Linie zurückzugehen, die von Miholjac zu den Südostausläufern des Papuk | ||
| − | Gebirges verläuft. Neu aufgetreten ist die 22. Tito-Division, ferner bei Esseg die | ||
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| − | Westen vorgehenden Feind aufzuhalten. Auf der Insel Arbe drang der Gegner | ||
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| − | + | * Dresden wird offiziell zur Festung erklärt. Luftbilder der USAAF bestätigen den Fortschritt beim Bau von Verteidigungsanlagen. | |
| + | * Der Oberbefehlshaber der westalliierten Armeen in Europa, Dwight D. Eisenhower, informiert seine Generäle, dass Berlin nicht länger ein militärisches Ziel für seine Truppen sei. Stattdessen sei der Vormarsch nach Süden, zur angeblichen „Alpenfestung“ des Dritten Reiches, die wichtigste Aufgabe. | ||
| + | * Die Amerikaner bilden zwei Zangen um das Ruhrgebiet und schließen 21 von Hitler auf Widerstand bis zum Letzten verpflichtete Divisionen unter Generalfeldmarschall Model (Heeresgruppe B) ein. Der Ruhrkessel wird aufgespalten. Wehrmachtsbericht - Auch im nördlichen Schwarzwald und in der Rheinebene südlich Rastatts setzte der Gegner seine Angriffe fort. | ||
| + | * In der Nacht zum 15. April richtet ein US-amerikanischer Luftangriff auf Potsdam bei Berlin schwere Verwüstungen in der Stadt an und vernichtet die historischen Denkmäler dort. Unter anderem wird die Potsdamer Garnisonskirche stark beschädigt. | ||
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'''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage an der deutschen Westfront:''' <br> | '''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage an der deutschen Westfront:''' <br> | ||
| − | 330 | + | * 330 US-amerikanische Bomber gegen den Raum von Neumünster, Oldenburg und Flugplätze in Norddeutschland. Ferner 150 Briten bis in den Raum von Stettin, wo sie jedoch - ohne Bomben zu werfen - kehrtmachten. Starker Einsatz von Jagd- und Schlachtfliegern. Der eigene Einsatz nur gering. 350 viermotorige Bomber gegen Kiel, Lübeck, Boitzenburg und Moskitos gegen Berlin, Hamburg, Stralsund und so weiter. Lebhafte eigene Tätigkeit, unter anderem 88 gegen die Pontonbrücke bei Schönebeck, die unterbochen wurde. Acht Versorgungsflugzeuge für die Heeresgruppe B. |
| − | Flugplätze in Norddeutschland. Ferner 150 Briten bis in den Raum von Stettin, | + | * Die aus Italien herangeführte 1. kanadische Division ist bei Deventer aufgetaucht. Bei Verden hat der Gegner durch die 7. Panzer-Division, die 52. sowie 53. Infanterie-Division einen Schwerpunkt gebildet; ein Angriff in Richtung Hamburg ist also zu erwarten. Im Raum von Stendal handelt es sich um etwa 60 Panzer. Die 1. US-amerikanische Armee operiert jetzt nur südlich des Harzes. Gegen den Harz zwei Infanterie-Divisionen. Bis Leipzig stieß die 69. Division vor; die Armeegrenze verläuft also südlich Leipzig. Gegen Sachsen operiert die 4. Panzer-Division, vielleicht zusammen mit der 4. Infanterie-Division Dem bei Kulmbach stehenden Feind ist als Ziel Hof gegeben. Der Feind schließt also nach der durch den Thüringer Wald bedingten exzentrischen Bewegung wieder zusammen. |
| − | wo sie jedoch | + | * Auf Texel gleiche Lage. Die Nachrichtenverbindung nach Holland ist erschwert. Auf Groningen liegt bereits feindliche Artillerie-Feuer. Fortgang des Kampfes gegen das Fallschirm-Armee-Oberkommando. Cloppenburg ging verloren. Nördlich davon halten noch Reste von der Division „Groß-Deutschland". Im Abschnitt von Bremen Ruhe. Uber die Aller griff der Feind bei Ottensen an und bildete einen Brückenkopf; auch Fortgang des Kampfes bei Schwarmstedt. Ein eigener Angriff ist ostwärts davon vorgesehen; jedoch ist der derzeitige Aufenthalt der Panzer-Jäger-Abteilung 230, die teilnehmen soll, nicht bekannt. Angriffe gegen den eigenen Brückenkopf wurden abgewiesen. 30 Panzer bei Seehausen. |
| − | + | * Bei der Heeresgruppe B hat sich die Lage verschärft. Der Gegner erweiterte seinen Einbruchsraum bei Lüdenscheidt und südostwärts Hagen. Dadurch besteht zwischen dem Osten und Westen nur noch ein 12 Kilometer breiter Schlauch. Munition und Betriebsstoff sind noch bis zum 14. bzw. 16.4. vorhanden. Die Verpflegung langt noch weiter. Der Anschluß an die Produktion ist zweifelhaft geworden. | |
| − | + | * Am Harz einzelne Einbrüche. Südlich Magdeburg wurden die übergesetzten Kräfte angegriffen; doch ist der Erfolg noch nicht bekannt. Auch bei Barby setzte der Feind in Richtung Zerbst über, wurde dann jedoch wieder zurückgedrückt. An der Saale verfügt die 12 . Armee nur über schwache Kräfte. Der Gegner dringt nach Südosten in Richtung Halle vor. Bis heute kann die Division „Scharnhorst" eingetroffen sein. Im Raum von Leipzig gleiche Lage. Jedoch Verschärfung auf dem rechten Flügel der Heeresgruppe G, da der Gegner Zeitz nehmen konnte und mit Kommandos bis in den Raum von Chemnitz kam. Auch besetzte er Gera und Weida. An dem Saale-Bogen nach Nordwesten weitere Angriffe. Kämpfe bei Lichtenberg. Ein neuer Schwerpunkt südlich davon. | |
| − | + | * Verschärfung der Lage an der Südfront. Der Gegner steht jetzt zwölf Kilometer vor Bayreuth. Über den Einsatz der 189. Infanterie-Division und der 17. SS-Division liegen noch keine Meldungen vor, ebenso über die Lage im Raum von Schweinfurt, wo die 1. Armee bis nach Heilbronn vorkam. Bei der 19. Armee nur örtliche Kämpfe. Jedoch Fortgang der Kämpfe im nördlichen Schwarzwald. Am Rhein keine wesentlichen Veränderungen. | |
| − | Jagd | + | * Gegen die „Festung Holland" ist jetzt auch die 1. polnische Panzer-Division nachgewiesen, ferner die 5. kanadische Panzer-Division Bei Uelzen handelt es sich um die 11. US-amerikanischen Panzer-Division. Der eigene Angriff hier kam zehn Kilometer weit durch leeren Raum vor. Jedoch sind noch nicht alle Kräfte heran, die es erlauben, den Angriff zu nähren. Unklar ist, wo der Gegner die 6. Panzer-Division eingesetzt hat; bei Tangermünde handelt es sich um die 5. Panzer-Division, in Sachsen um die 4. Panzer-Division. Die 3. US-amerikanische Armee hat jetzt wieder die Richtung Nordost. Da vor der Heeresgruppe B die 101. Luftlande-Division eingesetzt ist, ist dies jetzt bei allen drei amerikanischen Luftlande-Divisionen der Fall, so dass für Luftlandungen nur noch Reste in England in Betracht kommen. |
| − | gegen Kiel, Lübeck, Boitzenburg und Moskitos gegen Berlin, Hamburg, | ||
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| − | bei Schönebeck, die unterbochen wurde. | ||
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| − | aufgetaucht. Bei Verden hat der Gegner durch die 7. Panzer-Division, die 52. sowie | ||
| − | 53. Infanterie-Division einen Schwerpunkt gebildet; ein Angriff in Richtung Hamburg ist | ||
| − | also zu erwarten. Im Raum von Stendal handelt es sich um etwa 60 Panzer. Die | ||
| − | 1. | ||
| − | Infanterie-Divisionen. Bis Leipzig stieß die 69. Division vor; die Armeegrenze verläuft also | ||
| − | südlich Leipzig. Gegen Sachsen operiert die 4. Panzer-Division, vielleicht zusammen | ||
| − | mit der 4. Infanterie-Division Dem bei Kulmbach stehenden Feind ist als Ziel Hof | ||
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| − | exzentrischen Bewegung wieder zusammen. | ||
| − | Auf Texel gleiche Lage. Die Nachrichtenverbindung nach Holland ist | ||
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| − | ist ostwärts davon vorgesehen; jedoch ist der derzeitige Aufenthalt der Panzer- | ||
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| − | Brückenkopf wurden abgewiesen. 30 Panzer bei Seehausen. | ||
| − | Bei der Heeresgruppe B hat sich die Lage verschärft. Der Gegner erweiterte | ||
| − | seinen Einbruchsraum bei Lüdenscheidt und südostwärts Hagen. Dadurch | ||
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| − | Munition und Betriebsstoff sind noch bis zum 14. bzw. 16. 4. vorhanden. Die | ||
| − | Verpflegung langt noch weiter. Der Anschluß an die Produktion ist zweifelhaft | ||
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| − | Am Harz einzelne Einbrüche. Südlich Magdeburg wurden die übergesetzten | ||
| − | Kräfte angegriffen; doch ist der Erfolg noch nicht bekannt. Auch bei Barby | ||
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| − | Gegner dringt nach Südosten in Richtung Halle vor. Bis heute kann die Division | ||
| − | „Scharnhorst" eingetroffen sein. Im Raum von Leipzig gleiche Lage. Jedoch | ||
| − | Verschärfung auf dem rechten Flügel der Heeresgruppe G, da der Gegner Zeitz | ||
| − | nehmen konnte und mit Kommandos bis in den Raum von Chemnitz kam. | ||
| − | Auch besetzte er Gera und Weida. An dem Saale | ||
| − | weitere Angriffe. Kämpfe bei Lichtenberg. Ein neuer Schwerpunkt südlich | ||
| − | davon. | ||
| − | Verschärfung der Lage an der Südfront. Der Gegner steht jetzt | ||
| − | Bayreuth. Über den Einsatz der 189. | ||
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| − | die | ||
| − | Kämpfe. Jedoch Fortgang der Kämpfe im nördlichen Schwarzwald. Am Rhein | ||
| − | keine wesentlichen Veränderungen. | ||
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| − | nachgewiesen, ferner die 5. | ||
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| − | Raum vor. Jedoch sind noch nicht alle Kräfte heran, die es erlauben, den Angriff | ||
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| − | Luftlande-Divisionen der Fall, so | ||
| − | Betracht kommen. | ||
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| − | Tagebuch Annemarie Meckel, der Ehefrau des Schriftstellers Eberhard Meckel und Mutter des späteren Ministers Christoph Meckel schreibt in Erfurt: Vormittags die ersten Amerikaner. Langsam erst kommen sie, mit Maschinenpistolen nach allen Seiten, die Straße hinabgefahren. Doch bald spielen sie an der Ecke Fußball. Zunächst Erlösung von der ganz primitiven Angst. Die Kinder vor allem sind befreit und voller brennenden Interesses an allem, was vorgeht. "Nun ist Frieden", sagen sie benommen. Sofort setzt ein widerlicher Kampf um Lebensmittel ein. | + | Tagebuch Annemarie Meckel, der Ehefrau des Schriftstellers Eberhard Meckel und Mutter des späteren Ministers Christoph Meckel schreibt in Erfurt: Vormittags die ersten Amerikaner. Langsam erst kommen sie, mit Maschinenpistolen nach allen Seiten, die Straße hinabgefahren. Doch bald spielen sie an der Ecke Fußball. Zunächst Erlösung von der ganz primitiven Angst. Die Kinder vor allem sind befreit und voller brennenden Interesses an allem, was vorgeht. "Nun ist Frieden", sagen sie benommen. Sofort setzt ein widerlicher Kampf um Lebensmittel ein. <br> |
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| <center> [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] [[Datei:Großbritannien.png|70px]]<br><br> ''siehe Fußnote'' <br> [[Datei:Belgien.png|70px]] [[Datei:USA 1912-1959.png|70px]] </center> || '''[[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]] / [[Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland 1945|Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland]] / [[Niederlande 1945|Reichskommissariat Niederlande]] / [[Königreich Belgien 1945|Königreich Belgien]] / [[Vereinigte Staaten von Amerika 1945.04|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)]]''' <br> | | <center> [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] [[Datei:Großbritannien.png|70px]]<br><br> ''siehe Fußnote'' <br> [[Datei:Belgien.png|70px]] [[Datei:USA 1912-1959.png|70px]] </center> || '''[[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]] / [[Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland 1945|Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland]] / [[Niederlande 1945|Reichskommissariat Niederlande]] / [[Königreich Belgien 1945|Königreich Belgien]] / [[Vereinigte Staaten von Amerika 1945.04|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)]]''' <br> | ||
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'''Die militärische Lage der Seekriegsführung:''' <br> | '''Die militärische Lage der Seekriegsführung:''' <br> | ||
| − | Die deutsche Kriegsmarine bildet aus sechs Unterseebooten im Nordatlantik eine Einsatzgruppe, die gegen alliierte Geleitzüge vorgehen soll. Das Unternehmen unter dem Namen "Seewolf" soll nach dem Willen der deutschen Seekriegsleitung mehrere Monate dauern. | + | Die deutsche Kriegsmarine bildet aus sechs Unterseebooten im Nordatlantik eine Einsatzgruppe, die gegen alliierte Geleitzüge vorgehen soll. Das Unternehmen unter dem Namen "Seewolf" soll nach dem Willen der deutschen Seekriegsleitung mehrere Monate dauern. <br> |
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| <center> [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] <br> ''siehe Fußnote'' </center> || '''[[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]] / [[Alpen- und Donau-Reichsgaue]]''' <br> | | <center> [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] <br> ''siehe Fußnote'' </center> || '''[[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]] / [[Alpen- und Donau-Reichsgaue]]''' <br> | ||
| − | Der deutsche Wehrmachtsbericht meldet: "Die Restbesatzung von Wien kämpft auf dem Westufer der Donau standhaft und tapfer gegen die bolschewistische Übermacht." Tatsächlich geht an diesem Tag der letzte deutsche Widerstand im Bereich zwischen Stammersdorf und Lang-Enzersdorf zu Ende. Sowjetische Truppen erreichen das Ölgebiet von Zistersdorf, Deutschland verliert damit die letzten Ölreserven. | + | * Der deutsche Wehrmachtsbericht meldet: "Die Restbesatzung von Wien kämpft auf dem Westufer der Donau standhaft und tapfer gegen die bolschewistische Übermacht." Tatsächlich geht an diesem Tag der letzte deutsche Widerstand im Bereich zwischen Stammersdorf und Lang-Enzersdorf zu Ende. Sowjetische Truppen erreichen das Ölgebiet von Zistersdorf, Deutschland verliert damit die letzten Ölreserven. |
| − | + | * St. Pölten in Niederösterreich wird von sowjetischen Truppen erobert. | |
| − | St. Pölten in Niederösterreich wird von sowjetischen Truppen erobert. | + | * In Linz verkündet der Gauleiter von Oberdonau (später Oberösterreich), Eigruber: "Oberdonau wird gehalten, der Führer kann sich auf uns verlassen." Die in Linz erscheinende "Oberdonau-Zeitung/Tages-Post" berichtet über Hinrichtungen. |
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| − | In Linz verkündet der Gauleiter von Oberdonau | ||
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'''Die Kriegslage in den Alpen- und Donau-Reichsgauen:''' <br> | '''Die Kriegslage in den Alpen- und Donau-Reichsgauen:''' <br> | ||
| − | Heeresgruppe Süd: Abwehr bei Radkersburg. An der Front von Norden nach | + | * Heeresgruppe Süd: Abwehr bei Radkersburg. An der Front von Norden nach Süden nur örtliche Kämpfe. Bei Friedberg sind 20 Panzer durchgebrochen, die sich trotz des Gebirges Vorarbeiten konnten; dagegen wird ein SS-Polizei-Regiment angesetzt. In Mürz-Zuschlag sind die ersten Züge der 117. Jäger-Division, die der Oberbefehlshaber Südost von der Istrien-Front herausgezogen hat, eingetroffen. Im Donau-Raum ist der Gegner bis sechs Kilometer an St. Pölten herangekommen. Am Fluß wird noch St. Andrä gehalten. In Wien noch ein kleiner Kopf vor der Reichsbrücke, die jetzt gesprengt werden soll. |
| − | Süden nur örtliche Kämpfe. Bei Friedberg sind 20 Panzer durchgebrochen, die | + | * Entlang der 8. Armee zahlreiche Angriffe bis zur March heran. |
| − | sich trotz des Gebirges Vorarbeiten konnten; dagegen wird ein SS | ||
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| − | Raum ist der Gegner bis | ||
| − | noch St. Andrä gehalten. In Wien noch ein kleiner Kopf vor der Reichsbrücke, | ||
| − | die jetzt gesprengt werden soll. | ||
| − | Entlang der 8. Armee zahlreiche Angriffe bis zur March heran. | ||
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'''Die militärische Nachrichtenagentur der Sowjetunion, "SowInformbüro", berichtet über die Lage in Österreich:''' <br> | '''Die militärische Nachrichtenagentur der Sowjetunion, "SowInformbüro", berichtet über die Lage in Österreich:''' <br> | ||
* Nördlich und nordöstlich von Wien setzten die Verbände der 2. Ukrainischen Front ihre Offensive fort. Bei den letzten Kämpfen in diesem Raum hatte der Gegner schwere Verluste; er zieht eilends frische Kräfte heran. Die Deutschen haben drei Panzerdivisionen in die Schlacht geworfen und versuchen mit allen Mitteln, den weiteren Vormarsch unser Truppen aufzuhalten. Sowjetische Abteilungen wehrten mehr als zehn feindliche Gegenangriffe ab. An einem Abschnitt wurde ein Infanterieregiment des Gegners eingekreist und zerschlagen. | * Nördlich und nordöstlich von Wien setzten die Verbände der 2. Ukrainischen Front ihre Offensive fort. Bei den letzten Kämpfen in diesem Raum hatte der Gegner schwere Verluste; er zieht eilends frische Kräfte heran. Die Deutschen haben drei Panzerdivisionen in die Schlacht geworfen und versuchen mit allen Mitteln, den weiteren Vormarsch unser Truppen aufzuhalten. Sowjetische Abteilungen wehrten mehr als zehn feindliche Gegenangriffe ab. An einem Abschnitt wurde ein Infanterieregiment des Gegners eingekreist und zerschlagen. | ||
| − | + | * Westlich von Wien setzten die in einem Gebirgs- und Waldgelände agierenden Verbände der 3. Ukrainischen Front ihre Offensive fort. Den Widerstand des Gegners brechend, rückten die sowjetischen Abteilungen 20 Kilometer weiter vor und überquerten aus der Bewegung heraus den Fluss Traisen. Nach harten Kämpfen wurde die Stadt Herzogenburg am Westufer dieses Flusses genommen. | |
| − | Westlich von Wien setzten die in einem Gebirgs- und Waldgelände agierenden Verbände der 3. Ukrainischen Front ihre Offensive fort. Den Widerstand des Gegners brechend, rückten die sowjetischen Abteilungen 20 Kilometer weiter vor und überquerten aus der Bewegung heraus den Fluss Traisen. Nach harten Kämpfen wurde die Stadt Herzogenburg am Westufer dieses Flusses genommen. | ||
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| − | Im Wiener Rathaus beraten Sozialdemokraten und Revolutionäre Sozialisten über die Parteigründung. Dr. Adolf Schärf vermittelt zwischen den beiden Gruppen, zwischen denen vorerst starke Spannungen auftreten. Schließlich einigt man sich darauf, eine neue Partei mit dem Namen "Sozialistische Partei Österreichs" zu gründen und dem Parteinamen in Klammer "Sozialdemokraten und Revolutionäre Sozialisten" beizufügen. Tatsächlich bleiben noch viele Monate zwei getrennte Fraktionen bestehen, die eigene Sitzungen abhalten und Beschlüsse fassen. Es wird vorläufig kein Parteivorsitzender gewählt. Man hofft auf die baldige Rückkehr von Karl Seitz, Parteivorsitzender und Bürgermeister bis 1934, den die Gestapo ins KZ Ravensbrück verschleppt hatte. | + | * Im Wiener Rathaus beraten Sozialdemokraten und Revolutionäre Sozialisten über die Parteigründung. Dr. Adolf Schärf vermittelt zwischen den beiden Gruppen, zwischen denen vorerst starke Spannungen auftreten. Schließlich einigt man sich darauf, eine neue Partei mit dem Namen "Sozialistische Partei Österreichs" zu gründen und dem Parteinamen in Klammer "Sozialdemokraten und Revolutionäre Sozialisten" beizufügen. Tatsächlich bleiben noch viele Monate zwei getrennte Fraktionen bestehen, die eigene Sitzungen abhalten und Beschlüsse fassen. Es wird vorläufig kein Parteivorsitzender gewählt. Man hofft auf die baldige Rückkehr von Karl Seitz, Parteivorsitzender und Bürgermeister bis 1934, den die Gestapo ins KZ Ravensbrück verschleppt hatte. |
| − | + | * In Wien wüten nach wie vor zahlreiche Brände. In manchen Bezirksteilen ist nun auch die Wasserversorgung ausgefallen. Viele Menschen irren oft stundenlang mit Kübeln umher, bis sie Wasser bekommen. | |
| − | In Wien wüten nach wie vor zahlreiche Brände. In manchen Bezirksteilen ist nun auch die Wasserversorgung ausgefallen. Viele Menschen irren oft stundenlang mit Kübeln umher, bis sie Wasser bekommen. | + | * Eine Abordnung hoher sowjetischer Offiziere legt bei den Musikergräbern auf dem Zentralfriedhof (Beethoven, Schubert, Johann Strauß) Kränze nieder. |
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| − | Eine Abordnung hoher sowjetischer Offiziere legt bei den Musikergräbern auf dem Zentralfriedhof (Beethoven, Schubert, Johann Strauß) Kränze nieder. | ||
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| <center> [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] <br> <br> ''siehe Fußnote'' </center> || '''[[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]]''' <br> | | <center> [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] <br> <br> ''siehe Fußnote'' </center> || '''[[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]]''' <br> | ||
| − | "New York Times" Jenseits der Speerspitzen der alliierten Kolonnen finden die Flügel ein Land, das langsam stirbt. Die deutschen Schienen liegen ruhig. Nur gelegentlich erscheint eine Lokomotive mit einem oder zwei Wagen aus der Deckung des Waldes oder eines Tunnels, um geradewegs in den nächsten Unterschlupf zu dampfen. Die Landstraßen sind ebenfalls leer, um zerstreute Soldatenkolonnen zu schützen. | + | * "New York Times": Jenseits der Speerspitzen der alliierten Kolonnen finden die Flügel ein Land, das langsam stirbt. Die deutschen Schienen liegen ruhig. Nur gelegentlich erscheint eine Lokomotive mit einem oder zwei Wagen aus der Deckung des Waldes oder eines Tunnels, um geradewegs in den nächsten Unterschlupf zu dampfen. Die Landstraßen sind ebenfalls leer, um zerstreute Soldatenkolonnen zu schützen. |
| − | + | * "Berliner Morgenpost": Auf Anordnung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft kann in der 74. Zuteilungsperiode für Kinder und Jugendliche von 10-18 Jahren ein wöchentlicher Zuschuss von 250 Gramm Brot ausgegeben werden. Die Anträge sind bei dem zuständigen NSV-Blockwalter zu stellen. | |
| − | "Berliner Morgenpost": Auf Anordnung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft kann in der 74. Zuteilungsperiode für Kinder und Jugendliche von 10-18 Jahren ein wöchentlicher Zuschuss von 250 Gramm Brot ausgegeben werden. Die Anträge sind bei dem zuständigen NSV-Blockwalter zu stellen. | ||
* Der 48 Jahre alte Chronik Udo von Alvensleben schreibt in sein Tagebuch: Mechanisch läuft der Betrieb weiter, im Kino bringt der Lautsprecher jetzt stets den "Spruch des Tages", eine Propaganda des heroischen Untergangs. Der Kartenraum, in dem die Fähnchen gesteckt werden, ist ständig von Interessenten belagert. Glücklich, wer die Seinen in der Hand der Westmächte und nicht der Sowjets weiß. | * Der 48 Jahre alte Chronik Udo von Alvensleben schreibt in sein Tagebuch: Mechanisch läuft der Betrieb weiter, im Kino bringt der Lautsprecher jetzt stets den "Spruch des Tages", eine Propaganda des heroischen Untergangs. Der Kartenraum, in dem die Fähnchen gesteckt werden, ist ständig von Interessenten belagert. Glücklich, wer die Seinen in der Hand der Westmächte und nicht der Sowjets weiß. | ||
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| <center> [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] [[Datei:Polen 1939-1945.png|70px]] <br> <br> ''siehe Fußnote'' <br> [[Datei:UdSSR 1923-1955.png|70px]] </center> || '''[[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]] / [[Generalgouvernement 1945|Generalgouvernement]] / [[Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken 1945|Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken]]''' <br> | | <center> [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] [[Datei:Polen 1939-1945.png|70px]] <br> <br> ''siehe Fußnote'' <br> [[Datei:UdSSR 1923-1955.png|70px]] </center> || '''[[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]] / [[Generalgouvernement 1945|Generalgouvernement]] / [[Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken 1945|Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken]]''' <br> | ||
| − | Wehrmachtsbericht | + | * Wehrmachtsbericht: Zwischen der Neiße-Mündung und dem Oderbruch führten die Sowjets zahlreiche Angriffe. Südlich Bernburgs erzwang eine stärkere amerikanische Kampfgruppe den Saale-Übergang und stieß nach Osten vor. |
| − | + | * Britische Truppen befreien das deutsche Konzentrationslager Bergen-Belsen in der Lüneburger Heide. | |
| − | Britische Truppen befreien das deutsche Konzentrationslager Bergen-Belsen in der Lüneburger Heide. | + | * 50.000 Häftlinge der Konzentrationslager Sachsenhausen und Ravensbrück werden von den SS-Wachmannschaften evakuiert und auf einen Marsch nach Westen gezwungen. |
| − | + | * Generalfeldmarschall Walter Model, ein überzeugter Nationalsozialist und Kommandeur des Ruhrkessels, ordnet die sofortige Entlassung aller jungen und alten Männer aus der Wehrmacht an. Alle anderen Soldaten sollen selbst entscheiden, ob sie weiterkämpfen wollen oder sich einzeln ergeben. | |
| − | 50.000 Häftlinge der Konzentrationslager Sachsenhausen und Ravensbrück werden von den SS-Wachmannschaften evakuiert und auf einen Marsch nach Westen gezwungen. | + | * Aus der Morgenmeldung der Heeresgruppe Weichsel an das Oberkommando des Heeres geht hervor, dass die Korps der 9. Armee Gegenangriffe mit dem Ziel führen, die Vorstöße der sowjetischen Verbände vom 14. April zu bereinigen. So kann der Einbruch nordwestlich Wiesenau und bei der Buschmühle im Bereich der Festung Frankfurt (Oder) beseitigt werden. Weiterhin heißt es: „Gegenangriffe zur Säuberung der Großkampf-Hauptkampflinie hart südlich der Bahnlinie Sachsendorf-Alt Tucheband noch im Gange. 20. Panzer-Grenadier-Division wehrt battailonsstarken Feindangriff im Zuge der Straße Küstrin-Seelow sowie entlang der Eisenbahnlinie zum Teil im Gegenstoß ab.“ Im Bereich der 712. Infanteriedivision gelingt die Abwehr von bataillonsstarken Angriffen mit Schwerpunkt Straße Lebus-Schönfließ. Auch bei der 169. Infanteriedivision kommt es zu erneuten sowjetischen Angriffen. Ein Gehöft 500 Meter südlich des Vorwerks Podelzig kann trotz sofortigem Gegenstoß nicht wieder eingenommen werden. Gefechtsvorposten der 303. Infanteriedivision müssen sich bis zur Seelake zurückziehen. |
| − | + | * Deutsche Angriffe auf Golzow bleiben aufgrund der starken sowjetischen Gegenwehr erfolglos. Die deutsche Verteidigung bei Zechin durchbrechend, dringt gegen 15.00 Uhr das 26. sowjetischen Gardeschützenkorps 3,5 Kilometer vor und drängte das Fallschirmjägerregiment 26 bis Buschdorf zurück. Im Abschnitt der 309. Infanteriedivision stoßen zwei sowjetischen Divisionen bis 1,5 km östlich von Letschin vor. Ein deutscher Angriff gewinnt gegen 13.00 Uhr die Zuckerfabrik Voßberg wieder zurück. Deutsche Soldaten dringen bis zum Südrand von Ortwig vor. Zwischen Neu Barnim und Neu Lewin klafft eine Lücke in der deutschen Verteidigung. | |
| − | Generalfeldmarschall Walter Model, ein überzeugter Nationalsozialist und Kommandeur des Ruhrkessels, ordnet die sofortige Entlassung aller jungen und alten Männer aus der Wehrmacht an. Alle anderen Soldaten sollen selbst entscheiden, ob sie weiterkämpfen wollen oder sich einzeln ergeben. | + | * Angesichts des Misserfolges vom Vortag setzt auch die 1. Polnische Armee gegen 5.30 Uhr die gewaltsame Aufklärung fort. Ein Überwinden der Oder nahe der Zäckericker Eisenbahnbrücke durch eine polnische Schützenkompanie mit 30 Booten scheitert jedoch am Widerstand der 5. Jägerdivision. Neun Boote werden bei diesem Versuch vernichtet. Bei Güstebieser Loose überwinden zwei Bataillone der 3. (polnische) Infanteriedivision erfolgreich die Alte Oder und besetzen den nördlichen Deichabschnitt. |
| − | + | * Die deutsche Artillerie beginnt bereits in der Nacht mit der Bekämpfung sowjetischen Truppen im Brückenkopf, der Brücken bei Göritz und erkannter Nachschubbewegungen. Am Tag liegen die Räume Golzow und östlich Letschin im Wirkungsbereich der deutschen Geschütze. | |
| − | Aus der Morgenmeldung der Heeresgruppe Weichsel an das Oberkommando des Heeres geht hervor, dass die Korps der 9. Armee Gegenangriffe mit dem Ziel führen, die Vorstöße der sowjetischen Verbände vom 14. April zu bereinigen. So kann der Einbruch nordwestlich Wiesenau und bei der Buschmühle im Bereich der Festung Frankfurt (Oder) beseitigt werden. Weiterhin heißt es: „Gegenangriffe zur Säuberung der Großkampf- | + | * Gestern und heute werden insgesamt 366 Schlachtfliegereinsätze gegen sowjetischen Bereitstellungen beiderseits der Reichsstraße 1 und den Raum Küstrin sowie erfolgreich gegen die Brücken Kalenzig, Zellin, Rathstock und Groß Neuendorf geflogen. Bei Luftkämpfen gehen neun deutsche und 13 sowjetischen Flugzeuge verloren. |
| − | Deutsche Angriffe auf Golzow bleiben aufgrund der starken sowjetischen Gegenwehr erfolglos. Die deutsche Verteidigung bei Zechin durchbrechend, dringt gegen 15.00 Uhr das 26. sowjetischen Gardeschützenkorps 3,5 Kilometer vor und drängte das Fallschirmjägerregiment 26 bis Buschdorf zurück. Im Abschnitt der 309. Infanteriedivision stoßen zwei sowjetischen Divisionen bis 1,5 km östlich von Letschin vor. Ein deutscher Angriff gewinnt gegen 13.00 Uhr die Zuckerfabrik Voßberg wieder zurück. Deutsche Soldaten dringen bis zum Südrand von Ortwig vor. Zwischen Neu Barnim und Neu Lewin klafft eine Lücke in der deutschen Verteidigung. | + | * Um 15.30 Uhr übernimmt das LVI. Panzerkorps die Panzerdivision Müncheberg und die 9. Fallschirmjägerdivision. Die beiden Tage der Vorausaufklärung der 1. Weißrussischen Front waren für beide Seiten verlustreich. Angaben zur 9. Armee sind nicht bekannt. Die Verluste der 5. Stoßarmee mit 321 Toten und 969 Verwundeten sind besonders hoch. Schukows Front verliert 85 Panzer durch gegnerische Einwirkungen und 38 durch technische Ausfälle. An einigen Abschnitten haben sowjetische Einheiten die erste und zweite deutsche Stellung durchbrochen und stehen somit vor der Großkampflinie. Die linke Flanke des XI. SS-Panzerkorps und des V. SS-Gebirgskorps hat dagegen den Angriffen standgehalten. General Busse schätzte später die entstandene Lage realistisch ein: „Der Feind füllte auf, schob neue Divisionen ein und rüstete zum letzten großen Schlag. In Übereinstimmung mit der Heeresgruppe wurde daher die Großkampf-Hauptkampflinie im Abschnitt des XI. SS-Korps erst in der Nacht zum 16. eingenommen, soweit sie nicht schon durch die Geländeverluste der Vortage zur Hauptkampflinie geworden war.“ |
| − | Angesichts des Misserfolges vom Vortag setzt auch die 1. Polnische Armee gegen 5.30 Uhr die gewaltsame Aufklärung fort. Ein Überwinden der Oder nahe der Zäckericker Eisenbahnbrücke durch eine | + | <table border rules="1"> |
| − | Die deutsche Artillerie beginnt bereits in der Nacht mit der Bekämpfung sowjetischen Truppen im Brückenkopf, der Brücken bei Göritz und erkannter Nachschubbewegungen. Am Tag liegen die Räume Golzow und östlich Letschin im Wirkungsbereich der deutschen Geschütze. | ||
| − | Gestern und heute werden insgesamt 366 Schlachtfliegereinsätze gegen sowjetischen Bereitstellungen beiderseits der Reichsstraße 1 und den Raum Küstrin sowie erfolgreich gegen die Brücken Kalenzig, Zellin, Rathstock und Groß Neuendorf geflogen. Bei Luftkämpfen gehen neun deutsche und 13 sowjetischen Flugzeuge verloren. | ||
| − | Um 15.30 Uhr übernimmt das LVI. Panzerkorps die Panzerdivision Müncheberg und die 9. Fallschirmjägerdivision. | ||
| − | Die beiden Tage der Vorausaufklärung der 1. Weißrussischen Front waren für beide Seiten verlustreich. Angaben zur 9. Armee sind nicht bekannt. Die Verluste der 5. Stoßarmee mit 321 Toten und 969 Verwundeten sind besonders hoch. Schukows Front verliert 85 Panzer durch gegnerische Einwirkungen und 38 durch technische Ausfälle. An einigen Abschnitten haben sowjetische Einheiten die erste und zweite deutsche Stellung durchbrochen und stehen somit vor der Großkampflinie. Die linke Flanke des XI. SS-Panzerkorps und des V. SS-Gebirgskorps hat dagegen den Angriffen standgehalten. General Busse schätzte später die entstandene Lage realistisch ein: „Der Feind füllte auf, schob neue Divisionen ein und rüstete zum letzten großen Schlag. In Übereinstimmung mit der Heeresgruppe wurde daher die Großkampf- | ||
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'''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage an der deutschen Ostfront:''' <br> | '''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage an der deutschen Ostfront:''' <br> | ||
| − | + | * Heeresgruppe Mitte: Keine besonderen Ereignisse. | |
| − | + | * Heeresgruppe Weichsel: Am 14. 4. nur geringe Einbrüche, dabei wurden 98 Panzer abgeschossen von 200 Panzern. Am heutigen Tage hat der Gegner wider Erwarten die Angriffe noch nicht fortgesetzt. | |
| − | + | * Armee-Oberkommando Ostpreußen: Einbrüche im Samland. Vorbereitet ist ein Tagesbefehl des Führers: Appell an die im Osten kämpfenden Streitkräfte: „Berlin bleibt deutsch, Wien wird wieder deutsch!" | |
| − | + | * 650 gegen 131 eigenen Einsätzen, dabei sieben Abschüsse. Schwerpunkt bei Küstrin, außerdem bei Schwedt. Eine feindliche Brücke wurde zerstört. | |
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| − | Heeresgruppe Weichsel: Am 14. 4. nur geringe Einbrüche, dabei wurden 98 | ||
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| − | Erwarten die Angriffe noch nicht fortgesetzt. | ||
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| − | des Führers: Appell an die im Osten kämpfenden Streitkräfte: „Berlin bleibt | ||
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'''Die militärische Nachrichtenagentur der Sowjetunion, "SowInformbüro", berichtet über die Lage an den Fronten:''' <br> | '''Die militärische Nachrichtenagentur der Sowjetunion, "SowInformbüro", berichtet über die Lage an den Fronten:''' <br> | ||
* Auf der Halbinsel Samland setzten unsere Truppen nordwestlich und westlich von Königsberg ihre Offensive fort. Sowjetische Panzer und Infanterie brachen den feindlichen Widerstand und rückten mit einem schnellen Vorstoß an den Wald westlich der Ortschaft St. Lorenz vor. Die Deutschen hatten in diesem Raum viel Artillerie konzentriert. Außerdem verkehrte auf der Eisenbahnlinie entlang der Küste ein deutscher Panzerzug. Der Schlag unserer Verbände kam derart überraschend, dass die sorgfältig vorbereitete Verteidigung des Gegners völlig auseinander fiel. Sowjetische Panzer griffen den feindlichen Panzerzug an und setzten ihn außer Gefecht. Zugleich wurden die Artilleriestellungen des Gegners zerschlagen. | * Auf der Halbinsel Samland setzten unsere Truppen nordwestlich und westlich von Königsberg ihre Offensive fort. Sowjetische Panzer und Infanterie brachen den feindlichen Widerstand und rückten mit einem schnellen Vorstoß an den Wald westlich der Ortschaft St. Lorenz vor. Die Deutschen hatten in diesem Raum viel Artillerie konzentriert. Außerdem verkehrte auf der Eisenbahnlinie entlang der Küste ein deutscher Panzerzug. Der Schlag unserer Verbände kam derart überraschend, dass die sorgfältig vorbereitete Verteidigung des Gegners völlig auseinander fiel. Sowjetische Panzer griffen den feindlichen Panzerzug an und setzten ihn außer Gefecht. Zugleich wurden die Artilleriestellungen des Gegners zerschlagen. | ||
| − | + | * Den Erfolg ausbauend, rückten unsere Verbände 15 Kilometer weiter vor und säuberten den Nordwestteil der Halbinsel Samland von den Deutschen. Zu erbitterten Kämpfen kommt es in den Wäldern an der Küste des Frischen Haffs. Unsere Truppen wehrten in diesem Raum zwölf feindliche Gegenangriffe ab und nahmen mehrere Eisenbetonbunker und stark befestigte Stützpunkte. Im Laufe des Tages wurden mehr als 5000 deutsche Soldaten und Offiziere vernichtet. | |
| − | Den Erfolg ausbauend, rückten unsere Verbände 15 Kilometer weiter vor und säuberten den Nordwestteil der Halbinsel Samland von den Deutschen. Zu erbitterten Kämpfen kommt es in den Wäldern an der Küste des Frischen Haffs. Unsere Truppen wehrten in diesem Raum zwölf feindliche Gegenangriffe ab und nahmen mehrere Eisenbetonbunker und stark befestigte Stützpunkte. Im Laufe des Tages wurden mehr als | ||
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'''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage in Südosteuropa:''' <br> | '''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage in Südosteuropa:''' <br> | ||
| − | Im Raum von Brod Kampf zwischen Cetniks und den Ustaschen. Es wurde | + | * Im Raum von Brod Kampf zwischen Cetniks und den Ustaschen. Es wurde befohlen, daß die Truppen den Ustaschen helfen sollen. Das Absetzen auf die Linie Save-Papuk-Gebirge ist trotz des feindliche Druckes im wesentlichen gelungen. Die 1. Kosaken-Division hat sich gut geschlagen. Die Bulgaren versuchten, von Norden vorzustoßen. Im Rücken der eigenen Truppen regt sich das VI. Banden-Korps. Das Hauptquartier der 1. bulgarischen Armee wird jetzt im Raum von Varazdin vermutet. |
| − | befohlen, daß die Truppen den Ustaschen helfen sollen. Das Absetzen auf die | + | * Der Widerstand auf der Insel Arbe scheint erloschen zu sein. Teile der 392. (kroatischen) Division sind zerschlagen. |
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| − | von Norden vorzustoßen. Im Rücken der eigenen Truppen regt sich das VI. | ||
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| <center> [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] [[Datei:USA 1912-1959.png|70px]] <br> <br> ''siehe Fußnote'' <br><br>[[Datei:Frankreich.png|70px]] [[Datei:Belgien.png|70px]]<br><br>[[Datei:Niederlande.png|70px]] [[Datei:Großbritannien.png|70px]] </center> || '''[[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]] / [[Reichsland Elsaß-Lothringen|Reichsland Elsaß-Lothringen]] / [[Vereinigte Staaten von Amerika 1945.04|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)]] / [[Französische Republik 1945|Französische Republik]] / [[Königreich Belgien 1945|Königreich Belgien]] / [[Königreich der Niederlande 1945|Königreich der Niederlande]] / [[Großherzogtum Luxemburg 1945|Großherzogtum Luxemburg]] / [[Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland 1945|Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland]]''' <br> | | <center> [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] [[Datei:USA 1912-1959.png|70px]] <br> <br> ''siehe Fußnote'' <br><br>[[Datei:Frankreich.png|70px]] [[Datei:Belgien.png|70px]]<br><br>[[Datei:Niederlande.png|70px]] [[Datei:Großbritannien.png|70px]] </center> || '''[[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]] / [[Reichsland Elsaß-Lothringen|Reichsland Elsaß-Lothringen]] / [[Vereinigte Staaten von Amerika 1945.04|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)]] / [[Französische Republik 1945|Französische Republik]] / [[Königreich Belgien 1945|Königreich Belgien]] / [[Königreich der Niederlande 1945|Königreich der Niederlande]] / [[Großherzogtum Luxemburg 1945|Großherzogtum Luxemburg]] / [[Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland 1945|Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland]]''' <br> | ||
| − | Einheiten der deutschen 12. Armee unter dem Oberbefehl von General Walter Wenck gelingt es, einen US-amerikanischen Brückenkopf auf dem Ostufer der Elbe in der Nähe der Stadt Magdeburg aufzureiben. | + | * Einheiten der deutschen 12. Armee unter dem Oberbefehl von General Walter Wenck gelingt es, einen US-amerikanischen Brückenkopf auf dem Ostufer der Elbe in der Nähe der Stadt Magdeburg aufzureiben. |
* Die niederländische Stadt Arnheim, deren Eroberung durch alliierte Truppen im Jahr 1944 gescheitert war, wird von britischen und US-amerikanischen Verbänden vollständig eingenommen. | * Die niederländische Stadt Arnheim, deren Eroberung durch alliierte Truppen im Jahr 1944 gescheitert war, wird von britischen und US-amerikanischen Verbänden vollständig eingenommen. | ||
* Britische Truppen befreien das deutsche Konzentrationslager Bergen-Belsen in der Lüneburger Heide. | * Britische Truppen befreien das deutsche Konzentrationslager Bergen-Belsen in der Lüneburger Heide. | ||
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'''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage an der deutschen Westfront:''' <br> | '''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage an der deutschen Westfront:''' <br> | ||
| − | + | * Im Westen die drei amerikanischen Divisionen nicht gegen das Reich, sondern gegen die Gironde-Mündung. Die Jagd-Division Berlin fliegt jetzt Aufklärung; es wurde festgestellt, dass die Brücke bei Schönebeck zerstört ist. In den Abendstunden ein Terrorangriff von 200 britische Bombern gegen Potsdam; dabei wurden die historischen Gebäude zerstört (Garnisonskirche), 50 Moskitos gegen Berlin. | |
| − | + | * Nach Kündigung des Vertrages Angriff der Franzosen gegen die Festung Gironde-Nord und -Süd, getragen durch den Angriff der 1200 US-amerikanischen Bomber. Dazu eine französische kasuistische Erklärung, wonach Zerstörungen infolge dieses Kampfes als Sabotage angesehen werden, weil das Ergebnis des Krieges bereits feststehe. | |
| − | + | * Auf Texel ist die Lage noch nicht bereinigt; Arnheim ging verloren. Von hier aus weitere Stöße nach Norden und Nordosten. Im Brückenkopf bei Deventer gleiche Lage. Hier verstärkt sich der Feind; bei Zwolle stellt er sich bereit. Das Westufer der Insel wird noch gehalten. In Groningen drang der Feind ein; Terroristen beteiligten sich. 20 Panzer wurden abgeschossen. Teilkräfte des Feindes schwenkten nach Osten zur Ems ein. Friesoythe wird umkämpft. Weitere Kämpfe bei Cloppenburg; gleiche Lage bei Bremen. Über die Aller bildete der Feind einen neuen Brückenkopf. Außerdem vergrößerte er den weiteren bei Schwarmstedt. Bei Uelzen wurden 20 Panzer abgewiesen. | |
| − | + | * Beginn des eigenen Angriffs heute früh um 5 Uhr, der auf Widerstand bei Nettelkamp stieß. Zur Zeit Umgruppierung. Salzwedel und Arendsee gingen verloren. | |
| − | + | * Bei der Heeresgruppe B erhebliche Verschärfung der Lage. Der Munitionsverbrauch ist höher als veranschlagt. Den Trossen fehlen die Waffen. Weiteres Gelände ging verloren. Ebenso verschärfte sich die Lage bei der 11. Armee im Harz, der von Westen und Süden angegriffen wurde. Bei Stolberg Kämpfe. Angriff bei Blankenburg nach Süden. Jedoch festigte sich dort die Lage. Es besteht keine Verbindung mehr nach dem Osten. Bei der 12 . Armee an der Elbe hat sich die Lage gefestigt. Der feindliche Brückenkopf südlich Magdeburg wurde eingeengt und die Brücke zerstört. Jedoch konnte der Feind seinen Kopf bei Barby erweitern. Doch besteht hier noch keine Brücke, und daher sind auch noch keine Panzer eingesetzt. Bei Bernburg keine besonderen Kampfhandlungen. Über Bitterfeld stieß der Gegner gegen Dessau vor. Vier Battailone „Scharnhorst" werden hier eingesetzt. Die Division „Hutten" folgt zum Einsatz an der Mulde. Zwischen Halle und Leipzig gleiche Lage. Westlich der Saale gingen die eigenen Kräfte zurück, nachdem die Brücke zerstört war. Teile von Merseburg noch in eigener Hand. Lützen ging verloren. Es besteht noch eine Verbindung mit Leipzig. | |
| − | Gebäude zerstört (Garnisonskirche), 50 Moskitos gegen Berlin. | + | * Heeresgruppe G: Südlich von Leipzig hat sich die Lage verschärft, da der Gegner von Chemnitz aus nach Nordosten auf Kolditz zustieß. Im Westteil von Chemnitz Panzer. Glauchau wird umkämpft. An der nördlichen Saale gleiche Lage. Von Hof aus Vorstöße nach Hirschberg. Bayreuth ging verloren. Südlich Barnberg drang der Feind weiter vor bis Heilbronn. Dann gleiche Lage. In der Rhein-Ebene gelangte der Gegner 15 bis 20 Kilometer weiter nach Süden. |
| − | Nach Kündigung des Vertrages Angriff der Franzosen gegen die Festung | ||
| − | Gironde | ||
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| − | Kampfes als Sabotage angesehen werden, weil das Ergebnis des Krieges bereits | ||
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| − | hier aus weitere Stöße nach Norden und Nordosten. Im Brückenkopf bei | ||
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| − | Angriff bei Blankenburg nach Süden. Jedoch festigte sich dort die Lage. Es | ||
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| − | Elbe hat sich die Lage gefestigt. Der feindliche Brückenkopf südlich Magdeburg | ||
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| − | eigener Hand. Lützen ging verloren. Es besteht noch eine Verbindung mit | ||
| − | Leipzig. | ||
| − | Heeresgruppe G : Südlich von Leipzig hat sich die Lage verschärft, da der Gegner | ||
| − | von Chemnitz aus nach Nordosten auf Kolditz zustieß. Im Westteil von | ||
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Sowjetische Truppen besetzen St. Pölten. Unmittelbar vorher wurden dreizehn Österreicher, unter ihnen Gräfin und Graf Trautmannsdorff sowie der stellvertretende Polizeichef der Stadt, standrechtlich verurteilt und erschossen, weil sie verlangt hatten, die zu 40 Prozent zerstörte Stadt nicht zu verteidigen, sondern kampflos zu übergeben. | Sowjetische Truppen besetzen St. Pölten. Unmittelbar vorher wurden dreizehn Österreicher, unter ihnen Gräfin und Graf Trautmannsdorff sowie der stellvertretende Polizeichef der Stadt, standrechtlich verurteilt und erschossen, weil sie verlangt hatten, die zu 40 Prozent zerstörte Stadt nicht zu verteidigen, sondern kampflos zu übergeben. | ||
* In Gloggnitz schreibt Dr. Karl Renner einen Brief an Josef Stalin, in dem er sich anbietet, an die Spitze einer provisorischen Regierung Österreichs zu treten. Stalins positive schriftliche Antwort trifft erst am 12. Mai ein, aber offenbar hat Stalin sofort veranlasst, dass der Vorschlag Renners in die Tat umgesetzt wird. | * In Gloggnitz schreibt Dr. Karl Renner einen Brief an Josef Stalin, in dem er sich anbietet, an die Spitze einer provisorischen Regierung Österreichs zu treten. Stalins positive schriftliche Antwort trifft erst am 12. Mai ein, aber offenbar hat Stalin sofort veranlasst, dass der Vorschlag Renners in die Tat umgesetzt wird. | ||
| − | + | * Im halbzerstörten Direktionsgebäude des Westbahnhofs gründen sozialdemokratische, christliche und kommunistische Gewerkschaftler den Österreichischen Gewerkschaftsbund. Zum Präsidenten wird Johann Böhm gewählt. Noch am gleichen Tag anerkennt die sowjetische Kommandantur den ÖGB. | |
| − | Im halbzerstörten Direktionsgebäude des Westbahnhofs gründen sozialdemokratische, christliche und kommunistische Gewerkschaftler den Österreichischen Gewerkschaftsbund. Zum Präsidenten wird Johann Böhm gewählt. Noch am gleichen Tag anerkennt die sowjetische Kommandantur den ÖGB. | + | * Rotarmisten verteilen in ganz Wien die erste Nummer einer neuen Zeitung. Sie heißt "Österreichische Zeitung, Frontzeitung für die Bevölkerung Österreichs" und wird vom Sowjetkommando für Österreich herausgegeben. Sie erscheint vorerst unregelmäßig. Auf der Titelseite sind ein Bild des Stephansdoms mit einer rotweißroten Fahne und Aufrufe an die Bevölkerung Österreichs mit dem Hinweis, dass die Wiederherstellung eines selbständigen Österreichs das Ziel der Alliierten sei. |
| − | + | * Radio Moskau meldet in den deutschsprachigen Sendungen, dass beim Kampf um Wien von 3. bis 13. April 19.000 deutsche und 18.000 sowjetische Soldaten gefallen sind. Tatsächlich liegen tausende Tote in Wiens Straßen. Während die Sowjetarmee für die Bestattung ihrer Toten sorgt, nimmt sie Zivilisten für einen mehrstündigen Arbeitseinsatz zur Bestattung der deutschen und österreichischen Toten fest. Bestattungsstätten, auch für gestorbene Zivilisten, sind vor allem Parks, aber auch Bombentrichter. Passanten werden auch zu anderen mehrstündigen Arbeitseinsätzen gezwungen, vor allem zur Freilegung von Verkehrswegen. Die meisten Straßen und Gassen sind nämlich wegen der Berge von Schutt und Trümmern kaum passierbar. | |
| − | Rotarmisten verteilen in ganz Wien die erste Nummer einer neuen Zeitung. Sie heißt "Österreichische Zeitung, Frontzeitung für die Bevölkerung Österreichs" und wird vom Sowjetkommando für Österreich herausgegeben. Sie erscheint vorerst unregelmäßig. Auf der Titelseite sind ein Bild des Stephansdoms mit einer rotweißroten Fahne und Aufrufe an die Bevölkerung Österreichs mit dem Hinweis, dass die Wiederherstellung eines selbständigen Österreichs das Ziel der Alliierten sei. | + | * Die letzten Vorratslager werden geplündert, unter anderem die Großkaufhäuser in der Mariahilfer Straße und die Firma Ankerbrot, wo zwei Millionen Kilogramm Mehl und 80.000 Kilogramm Salz gelagert waren. Es kommt wieder zu Kämpfen zwischen den Plünderern mit Toten und Verletzten. Im Ankerbrot-Lager waten die Menschen knöcheltief durch Mehl. |
| − | + | * In den Bezirken wird Hilfspolizei gebildet, gekennzeichnet durch rotweißrote Armbinden mit Stempeln in deutscher und russischer Sprache. | |
| − | Radio Moskau meldet in den deutschsprachigen Sendungen, dass beim Kampf um Wien von 3. bis 13. April 19.000 deutsche und 18.000 sowjetische Soldaten gefallen sind. Tatsächlich liegen tausende Tote in Wiens Straßen. Während die Sowjetarmee für die Bestattung ihrer Toten sorgt, nimmt sie Zivilisten für einen mehrstündigen Arbeitseinsatz zur Bestattung der deutschen und österreichischen Toten fest. Bestattungsstätten, auch für gestorbene Zivilisten, sind vor allem Parks, aber auch Bombentrichter. Passanten werden auch zu anderen mehrstündigen Arbeitseinsätzen gezwungen, vor allem zur Freilegung von Verkehrswegen. Die meisten Straßen und Gassen sind nämlich wegen der Berge von Schutt und Trümmern kaum passierbar. | ||
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| − | Die letzten Vorratslager werden geplündert, | ||
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| − | In den Bezirken wird Hilfspolizei gebildet, gekennzeichnet durch rotweißrote Armbinden mit Stempeln in deutscher und russischer Sprache. | ||
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'''Die Kriegslage in den Alpen- und Donau-Reichsgauen:''' <br> | '''Die Kriegslage in den Alpen- und Donau-Reichsgauen:''' <br> | ||
| − | + | * Von Süden 150 Bomber gegen Villach-Klagenfurt. | |
| + | * Heeresgruppe Süd: Bei der 2. Panzer-Armee wurden stärkere Angriffe abgewiesen. Der eigene Kopf bei Radkersburg ging verloren. Der Feind drang in die Stadt ein. Die von Norden nach Süden verlaufende Front wurde erneut zurückgenommen. Im Einsatzraum von Mürz-Zuschlag wurde der Feind teilweise zurückgedrängt. Angriffe gegen den rechten Flügel der 6. Panzer-Armee wurden abgewiesen. Südwestlich St. Pölten drang der Gegner über den Fluß, so dass er sowohl nördlich als südlich der Stadt steht. 20 Panzer wurden abgeschossen. | ||
| + | * Im Raum von Wien Absetzen bis zum Bisamberg bei Neuburg. Zwischen der Donau und der March weitere Angriffe. Bei Lundenburg tiefe Einbrüche in Richtung Norden (Brünn). Lundenburg ging verloren. Der linke Abschnitt der Heeresgruppe Süd wurde mit zur Heeresgruppe Mitte verlegt, so dass die Grenze jetzt scharf nach Süden abbiegt. Die 8. Panzer-Division wird herangezogen. | ||
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'''Die militärische Nachrichtenagentur der Sowjetunion, "SowInformbüro", berichtet über die Lage in Österreich:''' <br> | '''Die militärische Nachrichtenagentur der Sowjetunion, "SowInformbüro", berichtet über die Lage in Österreich:''' <br> | ||
| − | Die Verbände der 2. Ukrainischen Front brachen den hartnäckigen Widerstand des Gegners und drangen von Osten in die Stadt Korneuburg zehn Kilometer nördlich von Wien ein. Zugleich setzten Abteilungen der 3. Ukrainischen Front über die Donau über und marschierten von Süden in Korneuburg ein. Bei Straßenkämpfen hatte die Garnison des Gegners große Verluste und zog sich ungeordnet zurück. Damit haben unsere Truppen der deutschen Gruppierung, die von Wien Richtung Norden abzuziehen versucht, alle Rückzugswege abgeschnitten. | + | * Die Verbände der 2. Ukrainischen Front brachen den hartnäckigen Widerstand des Gegners und drangen von Osten in die Stadt Korneuburg zehn Kilometer nördlich von Wien ein. Zugleich setzten Abteilungen der 3. Ukrainischen Front über die Donau über und marschierten von Süden in Korneuburg ein. Bei Straßenkämpfen hatte die Garnison des Gegners große Verluste und zog sich ungeordnet zurück. Damit haben unsere Truppen der deutschen Gruppierung, die von Wien Richtung Norden abzuziehen versucht, alle Rückzugswege abgeschnitten. |
| − | + | * Die sowjetischen Einheiten haben den eingekreisten Gegner von allen Seiten angegriffen. Die Deutschen leisteten wütenden Widerstand, hielten dem Druck der sowjetischen Truppen aber nicht stand. Unsere Infanteristen und Panzerbesatzungen haben den Gegner mit Unterstützung von Artillerie zuerst gespalten und die eingekesselte Gruppe dann in der zweiten Tageshälfte zerschlagen. Auf dem Schlachtfeld blieben Tausende Leichen von Soldaten und Offizieren des Gegners zurück. | |
| − | Die sowjetischen Einheiten haben den eingekreisten Gegner von allen Seiten angegriffen. Die Deutschen leisteten wütenden Widerstand, hielten dem Druck der sowjetischen Truppen aber nicht stand. Unsere Infanteristen und Panzerbesatzungen haben den Gegner mit Unterstützung von Artillerie zuerst gespalten und die eingekesselte Gruppe dann in der zweiten Tageshälfte zerschlagen. Auf dem Schlachtfeld blieben Tausende Leichen von Soldaten und Offizieren des Gegners zurück. | + | * Westlich von Wien sind die Verbände der 3. Ukrainischen Front auf breiter Front zum Fluss Traisen vorgerückt. Vereinzelte deutsche Gruppen wurden an den Fluss zurückgedrängt und vernichtet. Dem zurückflutenden Gegner auf den Fersen bleibend, überquerten die sowjetischen Abteilungen den Fluss nördlich und südlich der Stadt St. Pölten und nahmen diesen mächtigen Verteidigungsstützpunkt der Deutschen im Sturm. Der Gegner zieht sich unter großen Verlusten zurück. |
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| − | Westlich von Wien sind die Verbände der 3. Ukrainischen Front auf breiter Front zum Fluss Traisen vorgerückt. Vereinzelte deutsche Gruppen wurden an den Fluss zurückgedrängt und vernichtet. Dem zurückflutenden Gegner auf den Fersen bleibend, überquerten die sowjetischen Abteilungen den Fluss nördlich und südlich der Stadt St. Pölten und nahmen diesen mächtigen Verteidigungsstützpunkt der Deutschen im Sturm. Der Gegner zieht sich unter großen Verlusten zurück. | ||
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'''Wehrmachtsbericht: Die Lage im Südraum:''' <br> | '''Wehrmachtsbericht: Die Lage im Südraum:''' <br> | ||
| − | Beginn einer Generaloffensive der Alliierten von Meer zu Meer. | + | Beginn einer Generaloffensive der Alliierten von Meer zu Meer. <br> |
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Beginn der Konzentration der amerikanischen Luftangriffe auf Kyushu. | Beginn der Konzentration der amerikanischen Luftangriffe auf Kyushu. | ||
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| <center> [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] <br> <br> ''siehe Fußnote'' </center> || '''[[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]]''' <br> | | <center> [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] <br> <br> ''siehe Fußnote'' </center> || '''[[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]]''' <br> | ||
| − | Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler veröffentlicht einen Tagesbefehl, in dem es heißt: "Zum letzten Mal ist der jüdisch-bolschewistische Todfeind mit seinen Massen zum Angriff angetreten. Er versucht, Deutschland zu zertrümmern und unser Volk auszurotten. Ihr Soldaten aus dem Osten wisst, welches Schicksal vor allem den deutschen Frauen, Mädchen und Kindern droht. Während die alten Männer und Kinder ermordet werden, werden Frauen und Mädchen zu Kasernenhuren erniedrigt. Der Rest marschiert nach Sibirien. Wir haben diesen Stoß vorausgesehen, und es ist seit dem Jänner alles geschehen, um eine starke Front aufzubauen.... Wer euch Befehl zum Rückzug gibt, ist sofort festzunehmen und nötigenfalls augenblicklich umzulegen, ganz gleich, welchen Rang er besitzt. Wenn in diesen kommenden Tagen und Wochen jeder Soldat an der Ostfront seine Pflicht erfüllt, wird der letzte Ansturms Asiens zerbrechen, genauso, wie am Ende auch der Einbruch unserer Gegner im Westen trotz allem scheitern wird. Berlin bleibt deutsch, Wien wird wieder deutsch und Europa wird niemals russisch." | + | * Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler veröffentlicht einen Tagesbefehl, in dem es heißt: "Zum letzten Mal ist der jüdisch-bolschewistische Todfeind mit seinen Massen zum Angriff angetreten. Er versucht, Deutschland zu zertrümmern und unser Volk auszurotten. Ihr Soldaten aus dem Osten wisst, welches Schicksal vor allem den deutschen Frauen, Mädchen und Kindern droht. Während die alten Männer und Kinder ermordet werden, werden Frauen und Mädchen zu Kasernenhuren erniedrigt. Der Rest marschiert nach Sibirien. Wir haben diesen Stoß vorausgesehen, und es ist seit dem Jänner alles geschehen, um eine starke Front aufzubauen.... Wer euch Befehl zum Rückzug gibt, ist sofort festzunehmen und nötigenfalls augenblicklich umzulegen, ganz gleich, welchen Rang er besitzt. Wenn in diesen kommenden Tagen und Wochen jeder Soldat an der Ostfront seine Pflicht erfüllt, wird der letzte Ansturms Asiens zerbrechen, genauso, wie am Ende auch der Einbruch unserer Gegner im Westen trotz allem scheitern wird. Berlin bleibt deutsch, Wien wird wieder deutsch und Europa wird niemals russisch." |
| − | + | * Die Schriftstellerin und Journalistin Ruth-Andreas Friedrich schreibt in ihr Tagebuch: „Wir leben für ein gemeinsames Ziel. Da geht es nicht, dass man an verschiedenen Strängen zieht. Niemand von uns hat je einer Partei angehört. Aber wir haben das Erbe derer angetreten, die im Kampf um ihr Menschentum untergingen. Sie haben uns ihren Auftrag weitergegeben. Die Moltke und Scholls, Witzleben und Trott, Ursel Reuber, Eva Gerichter, Doktor Mühsam und Bernsteins, Anna Lehmann und Margot Rosenthal - sie machten uns zu Sachwaltern ihrer unvollendeten Lebensaufgaben.“ | |
| − | Die Schriftstellerin und Journalistin Ruth-Andreas Friedrich schreibt in ihr Tagebuch: „Wir leben für ein gemeinsames Ziel. Da geht es nicht, dass man an verschiedenen Strängen zieht. Niemand von uns hat je einer Partei angehört. Aber wir haben das Erbe derer angetreten, die im Kampf um ihr Menschentum untergingen. Sie haben uns ihren Auftrag weitergegeben. Die Moltke und Scholls, Witzleben und Trott, Ursel Reuber, Eva Gerichter, Doktor Mühsam und Bernsteins, Anna Lehmann und Margot Rosenthal - sie machten uns zu Sachwaltern ihrer unvollendeten Lebensaufgaben.“ | + | * Tagebuch "Missie" Wassiltschikow: Da es keine Züge mehr gibt, fuhr ich die 40 Kilometer nach Bad Ischl mit dem Fahrrad. Die Landschaft hier ist wunderhübsch. Aber unterwegs kam ich an einem weiteren Konzentrationslager vorbei. Es war gänzlich von Stacheldraht umgeben. Es heißt Ebensee. Niemand scheint zu wissen, wer hier eigentlich eingesperrt ist, noch wie viele es sind, aber es gilt als eines der schlimmsten Lager in Österreich, und auch nur nahe an ihm vorbeizufahren ist ein quälendes Erlebnis. |
| − | + | * Tagebuch Dieter Borkowski. Überall auf den Straßen begegnet man den Feldgendarmen, kräftigen Soldaten mit Messingschildern auf der Brust, nach Flüchtigen und Deserteuren fahndend, die sofort abgeurteilt werden. | |
| − | Tagebuch "Missie" Wassiltschikow: Da es keine Züge mehr gibt, fuhr ich die 40 Kilometer nach Bad Ischl mit dem Fahrrad. Die Landschaft hier ist wunderhübsch. Aber unterwegs kam ich an einem weiteren Konzentrationslager vorbei. Es war gänzlich von Stacheldraht umgeben. Es heißt Ebensee. Niemand scheint zu wissen, wer hier eigentlich eingesperrt ist, noch wie viele es sind, aber es gilt als eines der schlimmsten Lager in Österreich, und auch nur nahe an ihm vorbeizufahren ist ein quälendes Erlebnis. | ||
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| − | Tagebuch Dieter Borkowski. Überall auf den Straßen begegnet man den Feldgendarmen, kräftigen Soldaten mit Messingschildern auf der Brust, nach Flüchtigen und Deserteuren fahndend, die sofort abgeurteilt werden. | ||
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| <center> [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] [[Datei:Polen 1939-1945.png|70px]] <br> <br> ''siehe Fußnote'' <br> [[Datei:UdSSR 1923-1955.png|70px]] </center> || '''[[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]] / [[Generalgouvernement 1945|Generalgouvernement]] / [[Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken 1945|Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken]]''' <br> | | <center> [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] [[Datei:Polen 1939-1945.png|70px]] <br> <br> ''siehe Fußnote'' <br> [[Datei:UdSSR 1923-1955.png|70px]] </center> || '''[[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]] / [[Generalgouvernement 1945|Generalgouvernement]] / [[Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken 1945|Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken]]''' <br> | ||
| − | Teilen der sowjetischen 1. Weißrussischen und der 1. Ukrainischen Front gelingt es, im Raum nördlich von Küstrin und Guben an der Oder die Verteidigungslinien der Wehrmacht zu durchbrechen und in Richtung auf die deutsche Reichshauptstadt Berlin vorzustoßen. | + | * Teilen der sowjetischen 1. Weißrussischen und der 1. Ukrainischen Front gelingt es, im Raum nördlich von Küstrin und Guben an der Oder die Verteidigungslinien der Wehrmacht zu durchbrechen und in Richtung auf die deutsche Reichshauptstadt Berlin vorzustoßen. Entlang der Oder beginnt die sowjetischen Schlussoffensive gegen Berlin. Mit 2,5 Millionen Mann, mehr als 6000 Panzern und 12.000 Geschützen greifen drei Heeresgruppen der Roten Armee an. Zwei umgehen die deutschen Stellungen, die dritte versucht, direkt auf dem kürzesten Weg vorzustoßen. |
| − | Entlang der Oder beginnt die sowjetischen Schlussoffensive gegen Berlin. Mit 2,5 Millionen Mann, mehr als 6000 Panzern und 12.000 Geschützen greifen drei Heeresgruppen der Roten Armee an. Zwei umgehen die deutschen Stellungen, die dritte versucht, direkt auf dem kürzesten Weg vorzustoßen. | + | * Im Hafen von Swinemünde auf der Insel Usedom wird der Schwere Kreuzer LÜTZOW der deutschen Kriegsmarine von der Royal Air Force versenkt. |
| − | Im Hafen von Swinemünde auf der Insel Usedom wird der Schwere Kreuzer | + | * Um 4.00 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit beginnt die Berliner Operation mit dem Angriff der 1. Weißrussischen Front. Die Heeresgruppe Weichsel meldet: „An der Front der 9. Armee ist der Feind zu dem erwarteten entscheidungssuchenden Großangriff angetreten. Der Angriff wurde unterstützt durch stärkstes zweieinhalbstündiges Trommelfeuer aus 2500 Rohren Artillerie und 1600 Rohren Granatwerfer mit einem Munitionsaufwand von 450 000 Schuß, durch rollende Kampf- und Schlachtfliegereinsätze mit etwa 2000 Einflügen, durch Einsatz von 450 Panzern.“ |
| − | Um 4.00 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit beginnt die Berliner Operation mit dem Angriff der 1. Weißrussischen Front. Die Heeresgruppe Weichsel meldet: „An der Front der 9. Armee ist der Feind zu dem erwarteten entscheidungssuchenden Großangriff angetreten. Der Angriff wurde unterstützt durch stärkstes | + | * Die 5. Stoßarmee hat mit fünf Divisionen auf einer Breite von neun Kilometern das Panzergrenadierregiment 652 und die Fallschirmjägerregimenter 25 bzw. 26 angegriffen. Gegen 14.00 Uhr erreichen die sowjetischen Verbände die Eisenbahnstrecke Bad Freienwalde-Seelow. Bis 22.00 Uhr dringen sie weitere drei Kilometer vor. Am diesem ersten Operationstag verliert die 5. Stoßarmee 369 Gefallene und 1298 Verwundete sowie zwölf T-34, 17 IS-2 und eine SU-76. |
| − | Die 5. Stoßarmee hat mit fünf Divisionen auf einer Breite von neun Kilometern das Panzergrenadierregiment 652 und die Fallschirmjägerregimenter 25 bzw. 26 angegriffen. Gegen 14.00 Uhr erreichen die sowjetischen Verbände die Eisenbahnstrecke Bad Freienwalde | + | * Die 8. Gardearmee hat auf einer Breite von 13 Kilometern die 20. Panzergrenadierdivision, Teile der Panzerdivision „Müncheberg“ und die 303. Infanteriedivision angegriffen. Der Angriffsschwerpunkt liegt beiderseits der Reichsstraße 1. Beim Hauptgraben bleiben gegen 11.00 Uhr die Angriffsspitzen der 47. und 57. Gardeschützendivision liegen. Erfolgreicher ist das links davon handelnde 29. Gardeschützenkorps, das bereits gegen 8.00 Uhr Sachsendorf und noch am Vormittag den Höhenzug erreicht. Gegen 15.00 Uhr bleibt der Angriff vor Dolgelin liegen. |
| − | Die 8. Gardearmee hat auf einer Breite von 13 Kilometern die 20. Panzergrenadierdivision, Teile der Panzerdivision „Müncheberg“ und die 303. Infanteriedivision angegriffen. Der Angriffsschwerpunkt liegt beiderseits der Reichsstraße 1. Beim Hauptgraben bleiben gegen 11.00 Uhr die Angriffsspitzen der 47. und 57. Gardeschützendivision liegen. Erfolgreicher ist das links davon handelnde 29. Gardeschützenkorps, das bereits gegen 8.00 Uhr Sachsendorf und noch am Vormittag den Höhenzug erreicht. Gegen 15.00 Uhr bleibt der Angriff vor Dolgelin liegen. | + | * Wegen des geringen Angriffserfolges entfalten im Angriffsstreifen der 5. Stoßarmee die Hauptkräfte der 2. Gardepanzerarmee und bei der 8. Gardearmee die der 1.Gardepanzerarmee. Gegen 12.30 Uhr erhält die 1. Gardepanzerarmee den Befehl, die Infanterie der 8. Gardearmee zu überholen und zur Gefechtsordnung zu entfalten. Sie können aufgrund der Geländebedingungen ihre Stoßkraft nicht entfalten und stehen am Abend noch vor und nicht auf den Seelower Höhen. |
| − | Wegen des geringen Angriffserfolges entfalten im Angriffsstreifen der 5. Stoßarmee die Hauptkräfte der 2. Gardepanzerarmee und bei der 8. Gardearmee die der 1.Gardepanzerarmee. Gegen 12.30 Uhr erhält die 1. Gardepanzerarmee den Befehl, die Infanterie der 8. Gardearmee zu überholen und zur Gefechtsordnung zu entfalten. Sie können aufgrund der Geländebedingungen ihre Stoßkraft nicht entfalten und stehen am Abend noch vor und nicht auf den Seelower Höhen. | + | * An der nördlichen Flanke des Küstriner Brückenkopfes kämpfen die 3. Stoßarmee und die 47. Armee. Die 3. Stoßarmee erreicht mit dem 79. Schützenkorps den Posedingraben und Neubarnim. Der Frontalangriff auf Letschin misslingt. Diese Armee, die 148 Tote und 483 Verwundete zu beklagen hat, erreicht an diesem Tag eine Angriffstiefe von maximal acht Kilometern. Die 47. Armee besetzt die Orte Karlsbiese, Neulewin, Neubarnim und Altlewin. Gegen diesen erfolgreichen Vorstoß riegelt die Kampfgruppe „1001 Nacht“ die Linie Alt Lewin-Thöringswerder ab. |
| − | An der nördlichen Flanke des Küstriner Brückenkopfes kämpfen die 3. Stoßarmee und die 47. Armee. Die 3. Stoßarmee erreicht mit dem 79. Schützenkorps den Posedingraben und Neubarnim. Der Frontalangriff auf Letschin misslingt. Diese Armee, die 148 Tote und 483 Verwundete zu beklagen hat, erreicht an diesem Tag eine Angriffstiefe von maximal acht Kilometern. Die 47. Armee besetzt die Orte Karlsbiese, Neulewin, Neubarnim und Altlewin. Gegen diesen erfolgreichen Vorstoß riegelt die Kampfgruppe „1001 Nacht“ die Linie Alt Lewin | + | * Die 69. Armee überwindet am linken Flügel des Brückenkopfes gegen 6.30 Uhr den ersten Graben der 169. und der 712. Infanteriedivision und dringt bis Niederjesar bzw. den südlichen Ortsrand von Libbenichen vor. Deutsche Einheiten nehmen das verloren gegangene Mallnow wieder ein. Im Wesentlichen kann das XI. SS-Panzerkorps die Einbrüche in den Abschnitten der 303., 169. und 712. Infanteriedivision bereinigen. Deutsche Einheiten nehmen Schönfließ durch einen Gegenstoß wieder ein. |
| − | Die 69. Armee überwindet am linken Flügel des Brückenkopfes gegen 6.30 Uhr den ersten Graben der 169. und der 712. Infanteriedivision und dringt bis Niederjesar bzw. den südlichen Ortsrand von Libbenichen vor. Deutsche Einheiten nehmen das verloren gegangene Mallnow wieder ein. Im Wesentlichen kann das XI. SS-Panzerkorps die Einbrüche in den Abschnitten der 303., 169. und 712. Infanteriedivision bereinigen. Deutsche Einheiten nehmen Schönfließ durch einen Gegenstoß wieder ein. | + | * Südlich von Frankfurt (Oder) handelt die 33. (sowjetischen) Armee. Sie durchbricht nach anfänglich hartnäckigem Widerstand die Verteidigung der 286. Infanteriedivision bei Brieskow und die der weiter südlich liegenden 32. SS-Freiwilligen-Grenadierdivision „30. Januar“ und dringt bis maximal sieben Kilometer vor. |
| − | Südlich von Frankfurt (Oder) handelt die 33.(sowjetischen) Armee. Sie durchbricht nach anfänglich hartnäckigem Widerstand die Verteidigung der 286. Infanteriedivision bei Brieskow und die der weiter südlich liegenden 32. SS-Freiwilligen-Grenadierdivision „30. Januar“ und dringt bis maximal sieben Kilometer vor. | + | * Ebenfalls außerhalb des Küstriner Brückenkopfes greifen an der äußersten rechten Frontflanke die 1. Polnische Armee und die 61. Armee an. Die 1. und Teile der 2. (polnische) Infanteriedivision beginnen mit dem Überwinden der Oder. Gleichzeitig beginnen die 3. und Hauptkräfte der 2. Infanteriedivision aus dem Brückenkopf Güstebiese mit den Angriffshandlungen. Der Angriff der 3. Infanteriedivision bleibt vor Alt Wriezen-Neukietz liegen. Das Überwinden der Oder gestaltet sich verlustreich. Die 1. Infanteriedivision hat zwar einen Brückenkopf gebildet, kann aber den Angriff nicht in die Tiefe entwickeln und verliert 1365 Mann. |
| − | Ebenfalls außerhalb des Küstriner Brückenkopfes greifen an der äußersten rechten Frontflanke die 1. Polnische Armee und die 61. Armee an. Die 1. und Teile der 2. ( | + | * Die 61. Armee erreicht das Westufer der Oder und führt den Angriff gegen Neu Glietzen, wo sich Teile des Jägerregiments 56 hartnäckig verteidigen. Die 61. Armee erreicht heute keine der befohlenen Ziele. |
| − | Die 61. Armee erreicht das Westufer der Oder und führt den Angriff gegen Neu Glietzen, wo sich Teile des Jägerregiments 56 hartnäckig verteidigen. Die 61. Armee erreicht heute keine der befohlenen Ziele. | + | * Die 9. Armee meldet: „Alle im Kampf stehenden Verbände erlitten schwere Ausfälle, ihre Einsatzfähigkeit zum Teil beeinträchtigt.“ Die deutsche Artillerie verschießt ca. 30.000 Granaten. Die Artillerie des XI. SS-Panzerkorps hat 44 % des Munitionsbestandes verschossen. Es stehen keine Reserven mehr zur Verfügung, deshalb bitte die 9. Armee um die Freigabe der 25. und 18. Panzergrenadierdivision. |
| − | Die 9. Armee meldet: „Alle im Kampf stehenden Verbände erlitten schwere Ausfälle, ihre Einsatzfähigkeit zum Teil beeinträchtigt.“ Die deutsche Artillerie verschießt ca. 30 000 Granaten. Die Artillerie des XI. SS-Panzerkorps hat 44 % des Munitionsbestandes verschossen. Es stehen keine Reserven mehr zur Verfügung, deshalb bitte die 9. Armee um die Freigabe der 25. und 18. Panzergrenadierdivision. | + | * Das Berliner Radio verbreitete heute folgende Nachricht: „Im Raum Fürstenfeld errangen die deutschen Truppen einen weiteren vollen Erfolg in der Abwehr.“ Als diese Nachricht gesendet wurde, waren die Deutschen bereits aus Fürstenfeld verdrängt worden und zogen sich unter den Schlägen der sowjetischen Verbände nach Westen zurück. |
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| − | Das Berliner Radio verbreitete heute folgende Nachricht: „Im Raum Fürstenfeld errangen die deutschen Truppen einen weiteren vollen Erfolg in der Abwehr.“ Als diese Nachricht gesendet wurde, waren die Deutschen bereits aus Fürstenfeld verdrängt worden und zogen sich unter den Schlägen der sowjetischen Verbände nach Westen zurück. | ||
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'''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage an der deutschen Ostfront:''' <br> | '''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage an der deutschen Ostfront:''' <br> | ||
| − | Heeresgruppe Süd: Im wesentlichen gleiche Lage. Der Einbruchsraum bei der | + | * Heeresgruppe Süd: Im wesentlichen gleiche Lage. Der Einbruchsraum bei der 6. Armee wurde weiter verengt; dazu eigene Stöße von Süden nach Norden. St. Pölten ging verloren. Entlang der 8. Armee weiter zahlreiche Angriffe. |
| − | 6. Armee wurde weiter | + | * Heeresgruppe Mitte: Starke Angriffe des Feindes südwestlich Ratibor und südwestlich Loslau; dabei 1000 Flugzeuge. Die 97. Infanterie-Division wurde sechs Kilometer zurückgedrängt; jedoch konnte der Feind aufgefangen werden. Eingesetzt wurden die 19. und 17. Panzer-Division. Bei der 4. Panzer-Armee begann heute um 3.00 Uhr starkes Artillerie-Feuer und um 7.30 Uhr der erwartete Großangriff im Raum von Muskau-Forst. Bisher einzelne Einbrüche. Herangeführt wird die 600. (russische) Division. |
| − | St. Pölten ging verloren. Entlang der 8. Armee weiter zahlreiche Angriffe. | + | * Eine weitere Division von Guben aus und vom Süden die 21. Panzer-Division. |
| − | Heeresgruppe Mitte: Starke Angriffe des Feindes südwestlich Ratibor und | + | * Heeresgruppe Weichsel: Ferner trat der Feind zum Großangriff an der Oder an. 3.50 bis 6.30 Uhr Artillerie-Feuer und Bomben, dann Antreten des Gegners, und zwar südlich und nördlich Frankfurt, wo er mehrere Kilometer vorankam; zweitens an der Straße Küstrin-Berlin, wo er bis zur Höhenstufe gelangte (dagegen die Division „Kurmark"), drittens nördlich davon mit Stoßrichtung nach Südwesten. |
| − | + | * Armee-Oberkommando Ostpreußen: Im Samland wurden die eigenen Kräfte zurückgedrängt. Die 7. Panzer-Division (vier Dampfer) ist nunmehr aus dem Danziger Raum nach Swinemünde abgefahren. | |
| − | + | * Etwa 2000 feindliche Einsätze. vier eigene Treffer auf der Brücke bei Kietz. | |
| − | 19. und 17 . Panzer-Division Bei der 4. Panzer-Armee begann heute um 3.00 Uhr starkes | ||
| − | Artillerie-Feuer und um 7.30 Uhr der erwartete Großangriff im Raum von | ||
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| − | Eine weitere Division von Guben aus und vom Süden die 21. Panzer-Division | ||
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| − | Armee-Oberkommando Ostpreußen: Im Samland wurden die eigenen Kräfte zurückgedrängt. | ||
| − | Die 7. Panzer-Division ( | ||
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| − | Etwa 2000 feindliche Einsätze. | ||
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'''Die militärische Nachrichtenagentur der Sowjetunion, "SowInformbüro", berichtet über die Lage an den Fronten:''' <br> | '''Die militärische Nachrichtenagentur der Sowjetunion, "SowInformbüro", berichtet über die Lage an den Fronten:''' <br> | ||
* Auf der Halbinsel Samland nordwestlich und westlich von Königsberg setzten die Truppen der 3. Weißrussischen Front ihre erfolgreiche Offensive fort. Der Gegner hat sich vor der Stadt Fischhausen und dem Hafen Pillau festgesetzt und leistet hartnäckigen Widerstand. Sowjetische Infanteristen und Panzerbesatzungen haben mit Hilfe der Artillerie die entlang der Eisenbahnlinie Fischhausen-Palmnicken angelegten Verteidigungsstellungen der Deutschen durchbrochen. Andere Abteilungen drangen in den äußeren Verteidigungsring von Fischhausen durch und führen Kämpfe nordöstlich der Stadt. | * Auf der Halbinsel Samland nordwestlich und westlich von Königsberg setzten die Truppen der 3. Weißrussischen Front ihre erfolgreiche Offensive fort. Der Gegner hat sich vor der Stadt Fischhausen und dem Hafen Pillau festgesetzt und leistet hartnäckigen Widerstand. Sowjetische Infanteristen und Panzerbesatzungen haben mit Hilfe der Artillerie die entlang der Eisenbahnlinie Fischhausen-Palmnicken angelegten Verteidigungsstellungen der Deutschen durchbrochen. Andere Abteilungen drangen in den äußeren Verteidigungsring von Fischhausen durch und führen Kämpfe nordöstlich der Stadt. | ||
| − | + | * Unsere Luftstreitkräfte greifen ununterbrochen die Stellungen und den Rückraum der Deutschen auf der Halbinsel Samland an. Die mit Tausenden Automobilen und Fuhrwerken verstopfte Straße von Fischhausen nach Pillau ist massierten Schlägen sowjetischer Sturmkampfbomber und Jagdbomber ausgesetzt. Bei Luftkämpfen wurden vier deutsche Flugzeuge abgeschossen, 25 Maschinen wurden auf Flughäfen vernichtet. | |
| − | Unsere Luftstreitkräfte greifen ununterbrochen die Stellungen und den Rückraum der Deutschen auf der Halbinsel Samland an. Die mit Tausenden Automobilen und Fuhrwerken verstopfte Straße von Fischhausen nach Pillau ist massierten Schlägen sowjetischer Sturmkampfbomber und Jagdbomber ausgesetzt. Bei Luftkämpfen wurden vier deutsche Flugzeuge abgeschossen, 25 Maschinen wurden auf Flughäfen vernichtet. | ||
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'''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage in Südosteuropa:''' <br> | '''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage in Südosteuropa:''' <br> | ||
| − | Die Nachhuten des XXI. Gebirgs | + | * Die Nachhuten des XXI. Gebirgs-Armeekommandos stehen jetzt nördlich Maglaj. Die Bewegung wird innerhalb der bis Brod vorgesehenen Zwischenstellung durchgeführt. Bei Potsega wurde eine neue Front nach Osten eingerichtet. |
| − | + | * Im Syrmien-Raum Einbrüche im Raum der 11. Luftwaffen-Feld-Division; dadurch eine Lücke von acht Kilometern. Im rückwärtigen Raum Banden. | |
| − | + | * Nördlich der Drau feindliche Vorbereitungen. | |
| − | Im Syrmien | + | * Die 104. Jäger-Division in Verteidigung, jedoch weiter mit der Absicht, nach Westen anzugreifen. |
| − | Lücke von | ||
| − | Nördlich der Drau feindliche Vorbereitungen. | ||
| − | Die 104. | ||
| − | Westen anzugreifen. | ||
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| <center> [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] [[Datei:USA 1912-1959.png|70px]] <br> <br> ''siehe Fußnote'' <br><br>[[Datei:Frankreich.png|70px]] [[Datei:Belgien.png|70px]]<br><br>[[Datei:Niederlande.png|70px]] [[Datei:Großbritannien.png|70px]] </center> || '''[[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]] / [[Reichsland Elsaß-Lothringen|Reichsland Elsaß-Lothringen]] / [[Vereinigte Staaten von Amerika 1945.04|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)]] / [[Französische Republik 1945|Französische Republik]] / [[Königreich Belgien 1945|Königreich Belgien]] / [[Königreich der Niederlande 1945|Königreich der Niederlande]] / [[Großherzogtum Luxemburg 1945|Großherzogtum Luxemburg]] / [[Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland 1945|Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland]]''' <br> | | <center> [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] [[Datei:USA 1912-1959.png|70px]] <br> <br> ''siehe Fußnote'' <br><br>[[Datei:Frankreich.png|70px]] [[Datei:Belgien.png|70px]]<br><br>[[Datei:Niederlande.png|70px]] [[Datei:Großbritannien.png|70px]] </center> || '''[[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]] / [[Reichsland Elsaß-Lothringen|Reichsland Elsaß-Lothringen]] / [[Vereinigte Staaten von Amerika 1945.04|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)]] / [[Französische Republik 1945|Französische Republik]] / [[Königreich Belgien 1945|Königreich Belgien]] / [[Königreich der Niederlande 1945|Königreich der Niederlande]] / [[Großherzogtum Luxemburg 1945|Großherzogtum Luxemburg]] / [[Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland 1945|Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland]]''' <br> | ||
| − | Die im östlichen Teil des rheinisch-westfälischen Industriegebiets eingekesselten Truppen der deutschen Wehrmacht kapitulieren vor der US-amerikanischen 9. Armee. | + | Die im östlichen Teil des rheinisch-westfälischen Industriegebiets eingekesselten Truppen der deutschen Wehrmacht kapitulieren vor der US-amerikanischen 9. Armee. Das erbitterte Ringen an der Ruhr und im Bergischen Land nahm seinen Fortgang. Während Lüdenscheid verlorenging, toben in Hagen weitere heftige Straßenkämpfe. |
| − | Das erbitterte Ringen an der Ruhr und im Bergischen Land nahm seinen Fortgang. Während Lüdenscheid verlorenging, toben in Hagen weitere heftige Straßenkämpfe. | ||
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'''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage an der deutschen Westfront:''' <br> | '''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage an der deutschen Westfront:''' <br> | ||
| − | + | * Von Westen Angriffe gegen die Festungen an der Gironde. Nachts dreimaliger Angriff von je 30 Moskitos gegen Berlin, dazu lebhafte Jäger-Tätigkeit. Zum zweiten Mal 1200 Amerikaner gegen Gironde-Nord und -Süd, dabei Einbrüche in die Hauptkampflinie. Gleichzeitig Feuer von See aus. Um 23.30 Uhr setzte der Kommandant, Konteradmiral Michahelles, einen Funkspruch ab, wonach feindliche Panzer bereits vor seinem Gefechtsstand kämpften. Der Endkampf hat begonnen. An Truppen sind Franzosen eingesetzt. | |
| − | gegen die Festungen an der Gironde | + | * Fortgang der Kämpfe um die „Festung Holland" und in Nordwestdeutschland. Bei Seehausen wurde die Bereitstellung stärkerer Kräfte erkannt. Südlich Magdeburg wurde der feindliche Brückenkopf bereinigt. Südostwärts Barby ist der Gegner bis hart westlich Zerbst herangekommen. Gegen den eigenen, noch großen Brückenkopf zwischen Bernburg-Dessau-Bitterfeld starker feindliche Druck. Gegenangriffe brachten örtlichen Gewinn. Der Feind stieß gegen Halle vor, wo er bis zum Dom gelangte. Südlich Halle hat er seinen Kopf erweitert. In Merseburg ist noch der Nordteil in eigener Hand. Im Raum von Leipzig Ruhe. Jedoch stieß der Gegner über Grimma bis Mutzschen vor. |
| − | je 30 Moskitos gegen Berlin, dazu lebhafte Jäger | + | * Der Harz wurde weiter von Westen und Süden angegriffen. |
| − | Zum zweiten | + | * Bei der Heeresgruppe B verschärft sich die Lage schnell weiter. Der Gegner hat nunmehr die Kräfte aufgespalten. Ostwärts ein kleinerer Kessel mit dem Armee-Oberkommando 13 , der von Süden und Osten angegriffen wurde, und ein größerer, westlicher Kessel mit dem Panzer-Armee-Oberkommando 5, der gleichfalls von Süden und Osten angegriffen wurde. An der Rheinfront noch Ruhe. |
| − | Einbrüche in die | + | * Heeresgruppe G: Feindliche Vorstöße auf Nürnberg; Formbach ging verloren. Bei Heilbronn konnte der Gegner seinen eigenen Brückenkopf erweitern. Am Oberrhein drangen die feindliche Panzer weiter stark nach Süden. Im Raum von Lahr wurde die Schwarzwald-Randstellung bezogen. Der Feind meldet, dass ihm der Feldmarschall von Mackensen und der Prinz August Wilhelm in die Hände gefallen seien. Am Vortage hatte er bereits dasselbe vom Botschafter von Papen gemeldet. |
| − | der Kommandant, Konteradmiral Michahelles, einen Funkspruch ab, wonach | ||
| − | feindliche Panzer bereits vor seinem Gefechtsstand kämpften. Der Endkampf hat | ||
| − | begonnen. | ||
| − | Fortgang der Kämpfe um die „Festung Holland" und in | ||
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| − | Magdeburg wurde der feindliche Brückenkopf bereinigt. Südostwärts Barby ist | ||
| − | der Gegner bis hart westlich Zerbst herangekommen. Gegen den eigenen, noch | ||
| − | großen Brückenkopf zwischen Bernburg-Dessau-Bitterfeld starker feindliche Druck. | ||
| − | Gegenangriffe brachten örtlichen Gewinn. Der Feind stieß gegen Halle vor, | ||
| − | wo er bis zum Dom gelangte. Südlich Halle hat er seinen Kopf erweitert. In | ||
| − | Merseburg ist noch der Nordteil in eigener Hand. Im Raum von Leipzig Ruhe. | ||
| − | Jedoch stieß der Gegner über Grimma bis Mutzschen vor. | ||
| − | Der Harz wurde weiter von Westen und Süden angegriffen. | ||
| − | Bei der Heeresgruppe B verschärft sich die Lage schnell weiter. Der Gegner hat | ||
| − | nunmehr die Kräfte | ||
| − | Armee-Oberkommando 13 , der von Süden und Osten angegriffen wurde, und ein größerer, | ||
| − | westlicher Kessel mit dem Panzer-Armee-Oberkommando 5, der gleichfalls von Süden und Osten | ||
| − | angegriffen wurde. An der Rheinfront noch Ruhe. | ||
| − | Heeresgruppe G : | ||
| − | Heilbronn konnte der Gegner seinen eigenen Brückenkopf erweitern. Am | ||
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| − | wurde die Schwarzwald | ||
| − | Feldmarschall von Mackensen und der Prinz August Wilhelm in die Hände | ||
| − | gefallen seien. Am Vortage hatte er bereits dasselbe vom Botschafter von | ||
| − | Papen gemeldet. | ||
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| − | Königreich der Niederlande | + | |- valign="top" |
| − | Einheiten der kanadischen Armee besetzen in den nördlichen Niederlanden die Stadt Groningen. | + | | <center> [[Datei:Niederlande.png|70px]] [[Datei:Großbritannien.png|70px]]<br><br> [[Datei:Kanada 1922-1957.png|70px]] </center> || '''[[Königreich der Niederlande 1945|Königreich der Niederlande]] / [[Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland 1945|Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland]] / [[Dominion Kanada 1945|Dominion Kanada]]''' <br> |
| − | + | Einheiten der kanadischen Armee besetzen in den nördlichen Niederlanden die Stadt Groningen. <br> | |
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| <center> [[Datei:USA 1912-1959.png|70px]] [[Datei:Großbritannien.png|70px]]<br><br>[[Datei:Belgien.png|70px]] [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] <br> ''siehe Fußnote'' </center> || '''[[Vereinigte Staaten von Amerika 1945.04|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)]] / [[Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland 1945|Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland]] / [[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]] / [[Niederlande 1945|Reichskommissariat Niederlande]] / [[Königreich Belgien 1945|Königreich Belgien]]''' <br> | | <center> [[Datei:USA 1912-1959.png|70px]] [[Datei:Großbritannien.png|70px]]<br><br>[[Datei:Belgien.png|70px]] [[Datei:Großdeutsches Reich.png|70px]] <br> ''siehe Fußnote'' </center> || '''[[Vereinigte Staaten von Amerika 1945.04|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)]] / [[Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland 1945|Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland]] / [[Großdeutsches Reich 1945.04|Großdeutsches Reich]] / [[Niederlande 1945|Reichskommissariat Niederlande]] / [[Königreich Belgien 1945|Königreich Belgien]]''' <br> | ||
| − | Nach Ansicht des Oberbefehlshabers der US-amerikanischen Luftstreitkräfte in Europa, General Carl A. Spaatz, ist der strategische Luftkrieg der Alliierten gegen das Deutsche Reich entschieden. | + | Nach Ansicht des Oberbefehlshabers der US-amerikanischen Luftstreitkräfte in Europa, General Carl A. Spaatz, ist der strategische Luftkrieg der Alliierten gegen das Deutsche Reich entschieden. <br> |
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| − | Wehrmachtsbericht | + | * Wehrmachtsbericht: In Wien haben die Sowjets unseren Brückenkopf überwältigt. |
| − | + | * Im Wiener Rathaus wird über die Bildung einer Stadtregierung verhandelt. ÖVP und KPÖ anerkennen die SPÖ als führende Kraft. In der SPÖ einigt man sich nach langen Diskussionen auf General Theodor Körner als Bürgermeister. Ihm zur Seite stehen drei Vizebürgermeister: Paul Speiser (SPÖ), Leopold Kunschak (ÖVP) und Karl Steinhardt (KPÖ). Der von 0 5 ernannte Bürgermeister Prikryl verlässt daraufhin das Rathaus. | |
| − | Im Wiener Rathaus wird über die Bildung einer Stadtregierung verhandelt. ÖVP und KPÖ anerkennen die SPÖ als führende Kraft. In der SPÖ einigt man sich nach langen Diskussionen auf General Theodor Körner als Bürgermeister. Ihm zur Seite stehen drei Vizebürgermeister: Paul Speiser (SPÖ), Leopold Kunschak (ÖVP) und Karl Steinhardt (KPÖ). Der von | ||
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'''Die militärische Nachrichtenagentur der Sowjetunion, "SowInformbüro", berichtet über die Lage in Österreich:''' <br> | '''Die militärische Nachrichtenagentur der Sowjetunion, "SowInformbüro", berichtet über die Lage in Österreich:''' <br> | ||
* Nördlich von Wien rückten die Verbände unter Kämpfen weiter vor. Beim Versuch, unsere angreifenden Truppen aufzuhalten, wirft der Gegner starke Panzerkräfte in die Schlacht. An einem Gefechtstag wurden 39 deutsche Panzer und Selbstfahrlafetten angeschossen und vernichtet. | * Nördlich von Wien rückten die Verbände unter Kämpfen weiter vor. Beim Versuch, unsere angreifenden Truppen aufzuhalten, wirft der Gegner starke Panzerkräfte in die Schlacht. An einem Gefechtstag wurden 39 deutsche Panzer und Selbstfahrlafetten angeschossen und vernichtet. | ||
| − | + | * Westlich von Wien rückten die Verbände der 3. Ukrainischen Front unter Kämpfen weiter am Südufer der Donau vor. Die sowjetischen Abteilungen, die gestern St. Pölten eingenommen haben, besetzten mehrere Ortschaften. Östlich von Graz setzten unsere in schwierigem Berg- und Waldgelände agierenden Verbände über den Fluss Lassnitz über. Der Gegner leistet hartnäckigen Widerstand. Sowjetische Einheiten durchbrachen die Verteidigungslinie der Deutschen und nahmen die Stadt Fürstenfeld 45 Kilometer vor Graz. | |
| − | Westlich von Wien rückten die Verbände der 3. Ukrainischen Front unter Kämpfen weiter am Südufer der Donau vor. Die sowjetischen Abteilungen, die gestern St. Pölten eingenommen haben, besetzten mehrere Ortschaften. Östlich von Graz setzten unsere in schwierigem Berg- und Waldgelände agierenden Verbände über den Fluss Lassnitz über. Der Gegner leistet hartnäckigen Widerstand. Sowjetische Einheiten durchbrachen die Verteidigungslinie der Deutschen und nahmen die Stadt Fürstenfeld 45 Kilometer vor Graz. | ||
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'''Wehrmachtsbericht: Die Lage im Südraum:''' <br> | '''Wehrmachtsbericht: Die Lage im Südraum:''' <br> | ||
| − | + | Von Süden Einbrüche in den Raum Udine-Brescia. <br> | |
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| <center> [[Datei:USA 1912-1959.png|70px]] [[Datei:Philippinen 1941-1945.png|70px]] <br><br>[[Datei:Japan 1889-1945.png|70px]] </center> || '''[[Vereinigte Staaten von Amerika 1945.04|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)]] / [[Republik der Philippinen 1945|Republik der Philippinen]] / [[Kaiserreich Großjapan 1945|Kaiserreich Großjapan]]''' <br> | | <center> [[Datei:USA 1912-1959.png|70px]] [[Datei:Philippinen 1941-1945.png|70px]] <br><br>[[Datei:Japan 1889-1945.png|70px]] </center> || '''[[Vereinigte Staaten von Amerika 1945.04|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)]] / [[Republik der Philippinen 1945|Republik der Philippinen]] / [[Kaiserreich Großjapan 1945|Kaiserreich Großjapan]]''' <br> | ||
| − | Beginn der Konzentration der amerikanischen Luftangriffe auf Kyushu. | + | Beginn der Konzentration der amerikanischen Luftangriffe auf Kyushu. <br> |
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eigene Verluste. | eigene Verluste. | ||
Durch den Totaleinsatz von 60 Flugzeugen wurden 2 Oderbrücken vernichtet. | Durch den Totaleinsatz von 60 Flugzeugen wurden 2 Oderbrücken vernichtet. | ||
| − | In der Zeit vom 1 . — 15 . 4. wurden von der Halbinsel | + | In der Zeit vom 1 . — 15 . 4. wurden von der Halbinsel Hela 245 000 Menschen abtransportiert, nämlich 96 000 Verwundete, 8 1 000 Flüchtlinge und 66 000 |
Mann. | Mann. | ||
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'''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage in Südosteuropa:''' <br> | '''Wehrmachtsbericht. Die militärische Lage in Südosteuropa:''' <br> | ||
Nach Durchführung der Absetzbewegung wurde nunmehr das General-Kommando | Nach Durchführung der Absetzbewegung wurde nunmehr das General-Kommando | ||
| − | XXI. Gebirgs=Korps nach Agram zur besonderen Verfügung des | + | XXI. Gebirgs=Korps nach Agram zur besonderen Verfügung des Oberbefehlshaber Südost ver= |
legt. In Syrmien sind jetzt 12 Tito-Divisionen eingesetzt, nachdem von Belgrad das | legt. In Syrmien sind jetzt 12 Tito-Divisionen eingesetzt, nachdem von Belgrad das | ||
XV. Korps herangeführt wurde und über die Drau die 2 1. Division vorstieß. Es | XV. Korps herangeführt wurde und über die Drau die 2 1. Division vorstieß. Es | ||
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Eine Division von Westen gegen Verkehrsziele im Raum von Nürnberg — Ingol= | Eine Division von Westen gegen Verkehrsziele im Raum von Nürnberg — Ingol= | ||
stadt; dabei nach feindliche Meldung 8 Bomber und 32 Jäger abgeschossen. Ferner | stadt; dabei nach feindliche Meldung 8 Bomber und 32 Jäger abgeschossen. Ferner | ||
| − | 20 | + | 20 viermotorige Bomber gegen Swinemünde, wo der Kreuzer „Lützow" 3 Treffer |
erhielt und (mit Schlagseite) mit dem Heck auf Grund geriet. Das Schulschiff | erhielt und (mit Schlagseite) mit dem Heck auf Grund geriet. Das Schulschiff | ||
„Schlesien" erlitt keine Beschädigungen. | „Schlesien" erlitt keine Beschädigungen. | ||
Gegen die Festung Gironde zum 3. M al Großangriff, jedoch nur von einer | Gegen die Festung Gironde zum 3. M al Großangriff, jedoch nur von einer | ||
Division Eigene Einsätze in 3 Gruppen gegen die Bereitstellungen von Seehausen | Division Eigene Einsätze in 3 Gruppen gegen die Bereitstellungen von Seehausen | ||
| − | und | + | und Uelzen. Die Brücke bei Barby soll bekämpft werden. Der Oberbefehlshaber der feindliche |
Luftstreitkräfte, General Spaatz, meldet, daß seine Verbände jetzt mit dem | Luftstreitkräfte, General Spaatz, meldet, daß seine Verbände jetzt mit dem | ||
Heer taktisch Zusammenarbeiten würden, da die operativen Ziele erreicht seien. | Heer taktisch Zusammenarbeiten würden, da die operativen Ziele erreicht seien. | ||
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lind aus der Luft. | lind aus der Luft. | ||
Feindlage: In Holland sind zum Angriff für die Ems Kräfte freigeworden. | Feindlage: In Holland sind zum Angriff für die Ems Kräfte freigeworden. | ||
| − | Südlich Bremen verhält der Gegner weiter. Schwerpunkt bei | + | Südlich Bremen verhält der Gegner weiter. Schwerpunkt bei Uelzen durch das |
VIII. britische Korps. Bei Barby handelt es sich um die 83. Inf.*Division, vielleicht auch | VIII. britische Korps. Bei Barby handelt es sich um die 83. Inf.*Division, vielleicht auch | ||
um d ie . . .* Panzer-Division Unklar ist, welche Kräfte der Gegner am Nordharz ein* | um d ie . . .* Panzer-Division Unklar ist, welche Kräfte der Gegner am Nordharz ein* | ||
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nach Norden. Bei Friesoythe wurde er erneut abgewiesen. Südlich Bremen kam | nach Norden. Bei Friesoythe wurde er erneut abgewiesen. Südlich Bremen kam | ||
er nur wenig vor. Der Gegner stieß an Soltau vorbei bis Schneverdingen. Druck | er nur wenig vor. Der Gegner stieß an Soltau vorbei bis Schneverdingen. Druck | ||
| − | westlich | + | westlich Uelzen. Unklar ist, wie weit der Gegner bereits in den Raum südlich |
Lüneburg gelangt ist. Die Division „Clausewitz" kam weiter voran. Über Salzwedel | Lüneburg gelangt ist. Die Division „Clausewitz" kam weiter voran. Über Salzwedel | ||
und den Raum südlich liegen keine neuen Ergebnisse vor. Die Ansammlungen | und den Raum südlich liegen keine neuen Ergebnisse vor. Die Ansammlungen | ||
bei Seehausen scheinen sich nicht zu bestätigen. | bei Seehausen scheinen sich nicht zu bestätigen. | ||
Heeresgruppe B: Der Endkam pf hat begonnen. Von der 15 . Armee liegen keine | Heeresgruppe B: Der Endkam pf hat begonnen. Von der 15 . Armee liegen keine | ||
| − | Meldungen mehr vor. Der | + | Meldungen mehr vor. Der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe meldet 2 tiefe Einbrüche. |
Einzelne Teile sind bereits überrollt. W affen und Munition fehlen. Gehalten | Einzelne Teile sind bereits überrollt. W affen und Munition fehlen. Gehalten | ||
| − | wird noch die Ecke um Düsseldorf. Der Stab des | + | wird noch die Ecke um Düsseldorf. Der Stab des Oberbefehlshaber dient als Eingreifreserve. |
Die Aufforderung zur Übergabe wurde abgelehnt. Die Funkverbindung funk« | Die Aufforderung zur Übergabe wurde abgelehnt. Die Funkverbindung funk« | ||
tioniert noch. | tioniert noch. | ||
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12 . Arm ee: Die Aufforderung zur Übergabe von Magdeburg, das von Artillerie und Bomben angegriffen wurde, wurde abgelehnt. Bei Barby beiderseitig Ver« | 12 . Arm ee: Die Aufforderung zur Übergabe von Magdeburg, das von Artillerie und Bomben angegriffen wurde, wurde abgelehnt. Bei Barby beiderseitig Ver« | ||
luste. Der Feind schiebt nach. Die Division „Scharnhorst" soll ihn einengen. Bei | luste. Der Feind schiebt nach. Die Division „Scharnhorst" soll ihn einengen. Bei | ||
| − | Bernburg zur Zeit Ruhe. Bei Dessau soll eine geschlossene | + | Bernburg zur Zeit Ruhe. Bei Dessau soll eine geschlossene Hauptkampflinie aufgebaut |
werden. Die Division „Hutten" kämpft nördlich von Bitterfeld. In Halle hält sich | werden. Die Division „Hutten" kämpft nördlich von Bitterfeld. In Halle hält sich | ||
noch eine kleine Gruppe tapfer weiter, ebenso in Merseburg. Nach Leipzig | noch eine kleine Gruppe tapfer weiter, ebenso in Merseburg. Nach Leipzig | ||
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Gegner einen Brückenkopf. | Gegner einen Brückenkopf. | ||
Südwestlich Lüneburg kam der Gegner bis an die Straße nach Soltau heran. | Südwestlich Lüneburg kam der Gegner bis an die Straße nach Soltau heran. | ||
| − | + | Uelzen ist noch von Nordosten zugänglich. Unter dem Befehl des XXXIX. Panzer- | |
Korps griff die Division „Clausewitz" an, wurde dabei jedoch durch 50 Panzer | Korps griff die Division „Clausewitz" an, wurde dabei jedoch durch 50 Panzer | ||
aufgehalten. Ihre Absicht zum neuen Angriff in Richtung Fallersleben ist an* | aufgehalten. Ihre Absicht zum neuen Angriff in Richtung Fallersleben ist an* | ||
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Am 17 . 4. wurden 256, am 18. 4. 2 1 1 Panzer abgeschossen. Vor dem Panzer-Armee-Oberkommando 3 | Am 17 . 4. wurden 256, am 18. 4. 2 1 1 Panzer abgeschossen. Vor dem Panzer-Armee-Oberkommando 3 | ||
Vorbereitungen zum Angriff. | Vorbereitungen zum Angriff. | ||
| − | Armee-Oberkommando Ostpreußen: Die Halbinsel | + | Armee-Oberkommando Ostpreußen: Die Halbinsel Hela wurde wieder stark aus der Luft an« |
gegriffen, wodurch ein Schiff versenkt, drei weitere beschädigt wurden. Im | gegriffen, wodurch ein Schiff versenkt, drei weitere beschädigt wurden. Im | ||
Samland Einbruch in den Riegel. Starkes Feuer auf den Raum von Pillau, da« | Samland Einbruch in den Riegel. Starkes Feuer auf den Raum von Pillau, da« | ||
Version vom 14. August 2024, 15:38 Uhr
Weltchronik der zweiten Dekade des April 1945
DIESE SEITE IST EINE BAUSTELLE
Die dunkelrot gefärbten Gebiete gingen Deutschland in den letzten zwei Wochen verloren.
| Hier geht es zu den Ereignissen der Jahre... | 1935 / 1936 / 1937 / 1938 / 1939 / 1940 / 1941 / 1942 / 1943 |
| Hier geht es zu den Ereignissen der Monate des Jahres 1944 | Januar / Februar / März / April / Mai / Juni / Juli / August / September / Oktober / November / Dezember |
| Hier geht es zu den Ereignissen der Monate des Jahres 1945 | Januar / Februar / März / April / Mai / Juni / Juli / August / September / Oktober / November / Dezember |
siehe Fußnote |
Großdeutsches Reich / Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Republik Polen / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
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siehe Fußnote |
Großdeutsches Reich Tagebuch Ernst Jünger. Von einer solchen Niederlage erholt man sich nicht wieder wie einst nach Jena oder nach Sedan. Sie deutet eine Wende im Leben der Völker an, vieles, was uns im Innersten bewegte, geht unter bei diesem Übergang. | ||||
siehe Fußnote |
Großdeutsches Reich / Generalgouvernement / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
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siehe Fußnote |
Großdeutsches Reich / Generalgouvernement / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken / Königreich Schweden TBD
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siehe Fußnote |
Großdeutsches Reich / Königreich Ungarn / Slowakische Republik / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
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siehe Fußnote |
Großdeutsches Reich / Reichsland Elsaß-Lothringen / Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Französische Republik / Königreich Belgien / Königreich der Niederlande / Großherzogtum Luxemburg / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland
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siehe Fußnote |
Großdeutsches Reich / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Reichskommissariat Niederlande / Königreich Belgien / Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
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siehe Fußnote |
Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Großdeutsches Reich / Reichskommissariat Niederlande / Königreich Belgien
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siehe Fußnote |
Großdeutsches Reich / Alpen- und Donau-Reichsgaue
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Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken / Demokratische Bundesrepublik Jugoslawien In Moskau unterzeichnen der jugoslawische Ministerpräsident, Marschall Josip Tito, und der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw M. Molotow einen Freundschafts- und Beistandspakt. | ||||
siehe Fußnote |
Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Königreich Italien / Italienische Sozialrepublik / Großdeutsches Reich
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| Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Republik der Philippinen / Kaiserreich Großjapan | |||||
| Kaiserreich Großjapan Der japanische Ministerpräsident Suzuki tritt zurück. |
| Vereinigte Staaten von Amerika (USA) In Warm Springs im US-Bundesstaat Georgia erliegt US-Präsident Franklin Delano Roosevelt (* 30.1. 1882 in Hyde Park, US-Bundesstaat New York) plötzlich und unerwartet einer Gehirnblutung. Am selben Tag wird Vizepräsident Harry Spencer Truman als Nachfolger vereidigt. Tagebuch Thomas Manns: Empfingen nachmittags mit tiefer Bewegung die Nachricht vom Tode Franklin Roosevelts. Improvisierte Radio-Äußerung lehnte ich ab. Mit K. und der Kahn-Redaktion eines längeren Telegramms an Mrs. Roosevelt. Hörten im Lauf des Abends viel dem Radio zu, ergriffen von Huldigungen und Trauerkundgebungen aus aller Welt. Die Erschütterung ist groß. Merkwürdige Verbeugung des japanischen Radios vor dem "großen Mann". Vice-President Truman als Präsident eingeschworen. Der neue Präsident behält den Mitarbeiterstab des verblichenen. - Détails über seinen Tod. Plötzliche Schmerzen im Hinterkopf, Ohnmacht und Stillstand nach ein paar Stunden. Bertolt Brecht, "Journal Amerika": Roosevelt stirbt. Mit dem Tod des aufgeklärten Demokraten geht die Führung der Demokratien an Churchill über. Winges Freundin berichtet, dass viele der Arbeiterinnen in ihrem Betrieb weinten. Gandhi schickt Frau Roosevelt ein Telegramm: Kondolation zum Tod Ihres Mannes. Gratulation, dass der Mann des Friedens den Mord des Friedens nicht mehr erleben muss. | |||||
siehe Fußnote |
Großdeutsches Reich / Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Republik Polen / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
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Großdeutsches Reich US-Präsident Franklin D. Roosevelt stirbt an einem Gehirnschlag. Hitler, Goebbels und Bormann fantasieren von der „Kriegswende“, die jetzt unmittelbar bevorstehe. Bormann ruft die wenigen verbliebenen Gauleiter an: „Sagen Sie allen Männern, der gefährlichste Mann dieses Krieges ist tot.“ Äußerung Joachim von Ribbentrops: Hitler ist mit den Beinen nicht mehr auf der Erde. Er schwebt irgendwo im Himmel. Goebbels, diese Kanaille, hat ihm eingeredet, dass der Tod Roosevelts die große Wende sei. | ||||
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Großdeutsches Reich / Generalgouvernement / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
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Großdeutsches Reich / Generalgouvernement / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken / Königreich Schweden TBD
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Großdeutsches Reich / Königreich Ungarn / Slowakische Republik / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken Nordöstlich von Bratislava setzten unsere Truppen ihre Offensive fort. Der Gegner hat im Raum Bile Karpaty Sperren und viele Bunker eingerichtet und leistet hartnäckigen Widerstand. Die in dem schwierigen Gebirgs- und Waldgelände agierenden sowjetischen Abteilungen rücken unaufhaltsam weiter vor. Unsere Einheiten dringen in den Rückraum der Deutschen ein und desorganisieren durch Überraschungsangriffe ihre Verteidigung.
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siehe Fußnote |
Großdeutsches Reich / Reichsland Elsaß-Lothringen / Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Französische Republik / Königreich Belgien / Königreich der Niederlande / Großherzogtum Luxemburg / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland
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siehe Fußnote |
Großdeutsches Reich / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Reichskommissariat Niederlande / Königreich Belgien / Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
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siehe Fußnote |
Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Großdeutsches Reich / Reichskommissariat Niederlande / Königreich Belgien
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Großdeutsches Reich / Alpen- und Donau-Reichsgaue
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siehe Fußnote |
Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Königreich Italien / Italienische Sozialrepublik / Großdeutsches Reich
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| Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Republik der Philippinen / Kaiserreich Großjapan |
siehe Fußnote |
Großdeutsches Reich / Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Republik Polen / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
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Großdeutsches Reich
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siehe Fußnote |
Großdeutsches Reich / Generalgouvernement / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
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Großdeutsches Reich / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken / Königreich Schweden / Republik Polen Die überlebenden dänischen Juden aus dem Konzentrationslager Theresienstadt werden im Rahmen der „Rettungsaktion der Weißen Busse“ des Schwedischen Roten Kreuzes in einem Konvoi durch Deutschland über die jütländische Grenze bei Padborg nach Schweden in Sicherheit gebracht. | ||||
siehe Fußnote |
Großdeutsches Reich / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken / Königreich Schweden TBD
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Großdeutsches Reich / Königreich Ungarn / Slowakische Republik / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
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Großdeutsches Reich / Reichsland Elsaß-Lothringen / Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Französische Republik / Königreich Belgien / Königreich der Niederlande / Großherzogtum Luxemburg / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland
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siehe Fußnote |
Großdeutsches Reich / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Reichskommissariat Niederlande / Königreich Belgien / Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
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Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Großdeutsches Reich / Reichskommissariat Niederlande / Königreich Belgien
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Großdeutsches Reich / Alpen- und Donau-Reichsgaue
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Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Königreich Italien / Italienische Sozialrepublik / Großdeutsches Reich
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| Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Republik der Philippinen / Kaiserreich Großjapan Mehr zufällig wird eines der beiden Zyklotrone im Atomforschungszentrum Riken nahe Tokio bei einem Bombenangriff zerstört. Die japanischen Kernphysiker sind dem streng geheimen US-Nuklearwaffenprogramm um Jahre hinterher und weit entfernt von der Konstruktion einer einsatzfähigen Waffe. |
siehe Fußnote |
Großdeutsches Reich / Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Republik Polen / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
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Großdeutsches Reich Robert Ley im "Angriff": Meinen Sonnabendartikel für die "Nachtausgabe" hatte ich bereits geschrieben, als mich am Freitag auf einer Dienstfahrt im Osten die Nachricht vom Tode Roosevelts erreichte. Wenn ich mir mit dem ganzen deutschen Volk auch klar bin, dass das Verschwinden des größten Kriegsverbrechers aller Zeiten die Lage auf den Schlachtfeldern nicht von heute auf morgen ändern wird, so besteht doch kein Zweifel, dass der Tod Roosevelts eine Zäsur im Gesamtgeschehen des Krieges darstellt. | ||||
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Großdeutsches Reich / Generalgouvernement / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
Sowjetische Einheiten beginnen mit einer Offensive auf das Industriegebiet von Mährisch-Ostrau (Ostrau) im Reichsprotektorat Böhmen und Mähren.
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Großdeutsches Reich / Generalgouvernement / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken / Königreich Schweden TBD
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Großdeutsches Reich / Königreich Ungarn / Slowakische Republik / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
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Großdeutsches Reich / Reichsland Elsaß-Lothringen / Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Französische Republik / Königreich Belgien / Königreich der Niederlande / Großherzogtum Luxemburg / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland
Tagebuch Annemarie Meckel, der Ehefrau des Schriftstellers Eberhard Meckel und Mutter des späteren Ministers Christoph Meckel schreibt in Erfurt: Vormittags die ersten Amerikaner. Langsam erst kommen sie, mit Maschinenpistolen nach allen Seiten, die Straße hinabgefahren. Doch bald spielen sie an der Ecke Fußball. Zunächst Erlösung von der ganz primitiven Angst. Die Kinder vor allem sind befreit und voller brennenden Interesses an allem, was vorgeht. "Nun ist Frieden", sagen sie benommen. Sofort setzt ein widerlicher Kampf um Lebensmittel ein. | ||||
siehe Fußnote |
Großdeutsches Reich / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Reichskommissariat Niederlande / Königreich Belgien / Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
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Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Großdeutsches Reich / Reichskommissariat Niederlande / Königreich Belgien
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Großdeutsches Reich / Alpen- und Donau-Reichsgaue
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Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Königreich Italien / Italienische Sozialrepublik / Großdeutsches Reich In Norditalien startet die US-amerikanische Armee eine Großoffensive gegen die deutsche 14. Armee, die sich daraufhin auf das Nordufer des Po zurückziehen muß.
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| Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Republik der Philippinen / Kaiserreich Großjapan |
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Großdeutsches Reich / Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Republik Polen / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
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Großdeutsches Reich
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Großdeutsches Reich / Generalgouvernement / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
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Großdeutsches Reich / Generalgouvernement / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken / Königreich Schweden TBD
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Großdeutsches Reich / Königreich Ungarn / Slowakische Republik / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
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Großdeutsches Reich / Reichsland Elsaß-Lothringen / Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Französische Republik / Königreich Belgien / Königreich der Niederlande / Großherzogtum Luxemburg / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland
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Großdeutsches Reich / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Reichskommissariat Niederlande / Königreich Belgien / Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
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Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Großdeutsches Reich / Reichskommissariat Niederlande / Königreich Belgien
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Großdeutsches Reich / Alpen- und Donau-Reichsgaue Sowjetische Truppen besetzen St. Pölten. Unmittelbar vorher wurden dreizehn Österreicher, unter ihnen Gräfin und Graf Trautmannsdorff sowie der stellvertretende Polizeichef der Stadt, standrechtlich verurteilt und erschossen, weil sie verlangt hatten, die zu 40 Prozent zerstörte Stadt nicht zu verteidigen, sondern kampflos zu übergeben.
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Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Königreich Italien / Italienische Sozialrepublik / Großdeutsches Reich
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| Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Republik der Philippinen / Kaiserreich Großjapan Beginn der Konzentration der amerikanischen Luftangriffe auf Kyushu. |
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Großdeutsches Reich / Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Republik Polen / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
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Großdeutsches Reich
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Großdeutsches Reich / Generalgouvernement / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
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siehe Fußnote |
Großdeutsches Reich / Generalgouvernement / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken / Königreich Schweden TBD
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Großdeutsches Reich / Königreich Ungarn / Slowakische Republik / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
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Großdeutsches Reich / Reichsland Elsaß-Lothringen / Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Französische Republik / Königreich Belgien / Königreich der Niederlande / Großherzogtum Luxemburg / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland Die im östlichen Teil des rheinisch-westfälischen Industriegebiets eingekesselten Truppen der deutschen Wehrmacht kapitulieren vor der US-amerikanischen 9. Armee. Das erbitterte Ringen an der Ruhr und im Bergischen Land nahm seinen Fortgang. Während Lüdenscheid verlorenging, toben in Hagen weitere heftige Straßenkämpfe.
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| Königreich der Niederlande / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Dominion Kanada Einheiten der kanadischen Armee besetzen in den nördlichen Niederlanden die Stadt Groningen. | |||||
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Großdeutsches Reich / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Reichskommissariat Niederlande / Königreich Belgien / Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
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Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Großdeutsches Reich / Reichskommissariat Niederlande / Königreich Belgien Nach Ansicht des Oberbefehlshabers der US-amerikanischen Luftstreitkräfte in Europa, General Carl A. Spaatz, ist der strategische Luftkrieg der Alliierten gegen das Deutsche Reich entschieden.
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Großdeutsches Reich / Alpen- und Donau-Reichsgaue
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Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Königreich Italien / Italienische Sozialrepublik / Großdeutsches Reich Beginn einer Generaloffensive der Alliierten von Meer zu Meer.
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| Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Republik der Philippinen / Kaiserreich Großjapan Beginn der Konzentration der amerikanischen Luftangriffe auf Kyushu. |
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Großdeutsches Reich / Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Republik Polen / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
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Großdeutsches Reich TBD | ||||
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Großdeutsches Reich / Generalgouvernement / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken „Dem Gegner, der mit einem gewaltigen Aufwand an Menschen und Material angriff, blieb ein Durchbruch im Oder-Bruch dank der tapferen Haltung unserer Truppen und ihrer wendigen Führung versagt“, meldet das OKW. Verschwiegen wird, dass der Vormarsch im Norden und Süden gelingt. Die Truppen der 1. Weißrussischen Front haben in der Nacht präzisierte Aufgaben für den zweiten Operationstag erhalten. Der Angriff der Infanterie und Panzer beginnt um 7.00 Uhr. Die 5. Stoßarmee und die 2. Gardepanzerarmee erreichen in den frühen Morgenstunden die Alte Oder bzw. den Friedländer Strom. Ein Überwinden dieser Wasserhindernisse gelingt aufgrund der starken deutschen Gegenwehr jedoch nicht. Die 301. Schützendivision bleibt in Folge der hartnäckigen Gegenwehr der Fallschirmjäger vor dem Ortsstützpunkt Gusow liegen. Erst nach Einführung der 248. Schützendivision besetzen beide Divisionen Gusow. Nun ist der Weg für das 1. mechanisierte Korps frei. Es greift westlich der Alten Oder in nördliche Richtung an und erfasst die 9. Fallschirmjägerdivision in ihrer Flanke. Gegen 16.30 Uhr nehmen die sowjetischen Verbände Platkow und gegen 18.00 Uhr Neuhardenberg ein. Damit hört in diesem Abschnitt der Widerstand am zweiten deutschen Verteidigungsstreifen auf. Obwohl die 5. Stoßarmee ihr Angriffstempo erhöht hat und bis zu 14 Kilometer vorgestoßen ist, hat sie erst die Aufgaben des Vortages erfüllt. Ihre Verluste betragen heute 615 Tote und 2034 Verwundete. Bei der 8. Gardearmee und der 1. Gardepanzerarmee entwickelt sich der Angriff erneut nicht erfolgreich. Den tiefsten Einbruch erzielen sie – unter Ausnutzung des Erfolges des 1. mechanisierten Korps – an der rechten Armeeflanke. Am Abend erreicht eine Brigade des 11. Panzerkorps das Dorf Wulkow und klärt in Richtung Buckow auf. Wiederum entbrennen härteste Kämpfe beiderseits der Reichsstraße 1. Als Erstes fasst gegen 11.00 Uhr das 11. Panzerkorps auf der Höhe Fuß und nimmt Friedersdorf ein. Ein weiteres Vordringen verhindern jedoch das Feuer aus dem Ortsstützpunkt Seelow und ein Gegenangriff von Teilen der Panzerabteilung „Brandenburg“. Auch dem 8. mechanisierten Gardekorps gelingt mit der Einnahme Dolgelins die Überwindung der Höhenstufe. Vor Libbenichen jedoch bleibt das Korps liegen. Die 57. Gardeschützendivision besetzt um 14.00 Uhr nach einem Umfassungsmanöver Teile von Seelow. Gegen Abend erreichen die Spitzen des 4. Gardeschützenkorps das Fließ bei Görlsdorf. Die 69. Armee bleibt auch heute weit hinter den gestellten Tagesaufgaben zurück, da nur zwei Kilometer Einbruchstiefe erreicht werden. Gegen 11.00 Uhr besetzen Einheiten des 25. Schützenkorps Mallnow. Die Tagesmeldung der Heeresgruppe Weichsel schildert: „Durch umfassende, von 60 Panzern unterstützte Feindangriffe ging Mallnow am Nachmittag verloren. Die Besatzung wurde aufgerieben.“ Um 16.30 Uhr überwindet das 25. Schützenkorps in einigen Abschnitten den ersten Verteidigungsgraben der 169. Infanteriedivision. Die Angriffe des 61. Schützenkorps können von Teilen der 712. Infanteriedivision mit Unterstützung einer „Tiger-Kompanie“ abgewehrt werden. An der südlichen Flanke der 1. Weißrussischen Front beginnt die 33. Armee gegen 10.00 Uhr ihren Angriff. Das 16. Schützenkorps besetzt am Abend Markendorf, das 63. Schützenkorps überwindet mit einem Regiment den Oder-Spree-Kanal. Die am Vortag bereits recht erfolgreich angreifende 47. Armee erhält das 7. Gardekavalleriekorps unterstellt, da sich hier der Durchbruch durch den zweiten deutschen Verteidigungssteifen abzeichnet. Am Abend des zweiten Tages des Großangriffs führt die 47. Armee bereits den Kampf um das Oderbruchstädtchen Wriezen. Den größten Erfolg hat die 3. Stoßarmee, die bis zu acht Kilometer vordringt. Die 61. Armee überwindet die Oder und bildet einen kleinen Brückenkopf bei Neu Glietzen. Ein tieferes Vordringen verhindert das Jägerregiment 56 durch seinen hartnäckigen Widerstand. Die 1. Polnische Armee schafft den Durchbruch durch den zweiten Verteidigungsstreifen erneut nicht. Nach einer ernüchternden Lagebeurteilung befiehlt General Busse, die 18. Panzergrenadierdivision in den Abschnitt der schwer angeschlagenen 9. Fallschirmjägerdivision beiderseits von Wulkow einzuführen. Die Heeresgruppe meldet sachlich: „Die Schlacht zwischen Frankfurt und der Freienwalder Senke steht auf dem Höhepunkt.“ Trotz des Anmarsches von zwei Divisionen der 3. Panzerarmee und weiterer schnell zusammengestellter Bataillone zeichnet sich deutlich der Verlust der Offensivkraft der 9. Armee ab. Zur Stabilisierung der Front bei Wriezen soll die 25. Panzergrenadierdivision beitragen. Allerdings muss die Heeresgruppe Weichsel eingestehen: „Der gegen den drohenden Durchbruch aus dem Raum ostwärts und südostwärts Wriezen angesetzte Angriff der 25.PanzerGrenadierDivision kam gegen überlegenen Panzerfeind nicht zur Entfaltung. Zur Verteidigung gezwungen, fing die Division den Ansturm starker feindlicher Angriffskeile in der Linie südlich Neu Trebbin – Metzdorf – Bliesdorf auf und steht z.Zt. in schwerem Abwehrkampf.“ Um 19.00 Uhr erhält General Busse die Meldung, dass die SS-Freiwilligen-Panzergrenadierdivisionen „Nederland“ aus Angermünde und „Nordland“ aus Schwedt zur 9. Armee in Marsch sind und vier Bataillone aus Frankfurt (O.) herauszuziehen sind. Für den 18. April werden die letzten Anstrengungen der Luftwaffe, einschließlich der SO-Einsätze – der „Selbstopferer“ – koordiniert.
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Großdeutsches Reich / Generalgouvernement / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken / Königreich Schweden TBD
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Großdeutsches Reich / Königreich Ungarn / Slowakische Republik / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
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Großdeutsches Reich / Reichsland Elsaß-Lothringen / Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Französische Republik / Königreich Belgien / Königreich der Niederlande / Großherzogtum Luxemburg / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland Die 8. Bomberflotte der USAAF fliegt mit 572 Maschinen einen weiteren, letzten Angriff auf das Stadtgebiet von Dresden. Über den Rangierbahnhöfen wirft sie 1385 Tonnen Sprengbomben und 150 Tonnen Brandbomben, auf ein nicht genanntes Industriegebiet weitere 25 Tonnen Sprengbomben ab. Erst dabei wird der Bahnverkehr durch Dresden wirksam unterbrochen. Das NS-Regime nutzt die verheerenden Angriffe zur Propaganda gegen die Alliierten, um die letzten Kräfte der Überlebenden zu mobilisieren. Man hofft, die Anti-Hitler-Koalition könnte im letzten Moment zerfallen, und erteilt deshalb für die Elblinie den Befehl: Halten bis zum Letzten! Bis heute werden auf dem Heidefriedhof (Dresden) rund 25.000 Tote begraben. Weitere Opfer finden auf dem damaligen Standortfriedhof ihre letzte Ruhestätte. Der Gauleiter lässt ganze Stadtteile Dresdens abriegeln und zu „toten Gebieten“ erklären. Amerikanische Truppen erobern Nürnberg und Magdeburg. Die Reste der im Ruhrgebiet eingekesselten deutschen Truppen ergeben sich. 325.000 Soldaten geraten in US-amerikansche Kriegsgefangenschaft. Ihr Oberbefehlshaber, Generalfeldmarschall Walter Model, begeht Selbstmord. General Lucius Dubignon Clay wird zum Stellvertreter des Oberbefehlshabers der US-Militärregierung in Deutschland, General Dwight D. Eisenhower, ernannt.
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Großdeutsches Reich / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Reichskommissariat Niederlande / Königreich Belgien / Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
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Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Großdeutsches Reich / Reichskommissariat Niederlande / Königreich Belgien
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Großdeutsches Reich / Alpen- und Donau-Reichsgaue Gauleiter Eigruber verkündet in Linz über Radio und Zeitungen: "So wie die Verräter ihr Schicksal unbarmherzig erleiden, auch wenn sie als Offiziere getarnt durch die Lande ziehen, so werden Deserteure nunmehr hart angepackt. Die ersten zwei Fahnenflüchtigen, welche die Front verließen und nicht bereit waren, Frauen und Kinder gegen den bolschewistischen Mob zu verteidigen, hängen seit gestern an der Brücke in Enns, zur Warnung aller Feiglinge und Verräter". Im Wiener Schottenstift wird die Österreichische Volkspartei gegründet. Leopold Kunschak wird Parteivorsitzender, gibt das Amt jedoch einige Tage später an Leopold Figl ab. Ohne Kenntnis dieser Vorgänge bemüht sich in Baden der frühere Finanzminister Josef Kollmann um Neugründung einer christlichsozialen Partei. Kollmann, 1919-38 Bürgermeister von Baden, war von der sowjetischen Kommandantur wieder in dieser Funktion eingesetzt worden. In Gloggnitz wird Renner von sowjetischen Offizieren über die Bemühungen von Schärf und Kollmann informiert. Er schreibt an beide Briefe, in denen er Zusammenarbeit anbietet. Im Brief an Schärf steht die Notwendigkeit einer Regierungsbildung im Vordergrund. Im Brief an Kollmann bezeichnet Renner eine Zusammenarbeit als wünschenswert, doch "die engere Dollfußclique sowie die enragierten Heimwehrführer bitte ich in der Versenkung verschwinden zu lassen". In Wien sind die großen Mengen von Waffen und Munition, die von den deutschen Truppen auf der Flucht weggeworfen wurden, ein großes Sicherheitsproblem. Kriminelle Banden, die sich zum Teil mit Armbinden als Hilfspolizei tarnen, verüben mit diesen Waffen Überfälle und Plünderungen. Die wirkliche Hilfspolizei ist unbewaffnet und muss die sowjetischen Organe um Hilfe bitten. Militärpolizei führt in ganz Wien große Suchaktionen nach diesen Waffen durch, wobei auch Schuldlose zu Opfern werden.
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Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Königreich Italien / Italienische Sozialrepublik / Großdeutsches Reich
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| Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Republik der Philippinen / Kaiserreich Großjapan Die Amerikaner landen mit einer neuen Gruppe auf Mindanao. |
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Großdeutsches Reich / Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Republik Polen / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
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Großdeutsches Reich TBD | ||||
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Großdeutsches Reich / Generalgouvernement / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken Wehrmachtsbericht - An der Westfront von Breslau dauern erbitterte Abwehrkämpfe an. Im Schwarzwald greifen gaullistische Verbände aus dem Nagoldtal nach Osten und Südosten an. In der Ostsee versenken sowjetische U-Boote den Dampfer "Goya" mit etwa 7.000 Soldaten und Flüchtlingen an Bord. Nur 170 Personen können sich retten. Seelow wird umfasst. Der von Marschall Schukow befohlene Schlag an der Nahtstelle zwischen der 8. Gardearmee und der 5. Stoßarmee triff die eilends herangeführten deutschen Reserven. Der Kommandierende General des LVI. Panzerkorps, Helmuth Weidling, erteilt der 11. SS-Freiwilligen-Panzergrenadierdivision „Nordland“ den Befehl, am Morgen einen Gegenschlag aus dem Raum südöstlich Jahnsfelde nach Südosten zu führen. Da aber erst gegen Abend Treibstoff eintrifft, kann der Befehl nicht ausgeführt werden. Deshalb wird die 23. SS- Freiwilligen-Panzergrenadierdivision „Nederland“ in diesen Abschnitt verlegt, um einen Durchbruch nördlich von Seelow zu verhindern. Die 1. Gardepanzerarmee führt in diesem Abschnitt einen erfolgreichen Angriff. Daraufhin nimmt die 8. Gardearmee den Angriff wieder auf. Am Weitesten stürmt die 35. Gardeschützendivision mit Unterstützung des 11. Gardepanzerkorps vor und erreicht kämpfend den Raum beiderseits von Trebnitz. Das 8. mechanisierte Gardekorps kämpft in südwestliche Richtung, um in den Rücken der Verteidiger der Seelower Höhen zu gelangen. Gegen 18.00 Uhr erreicht das Korps Marxdorf. Nachdem auch Worin durch die 82. Schützendivision und die 7. schwere Panzerbrigade besetzt und die Reichsstraße 1 aus nördlicher Richtung erreicht ist, sind die deutschen Kräfte, die sich vor der 8. Gardearmee verteidigen, umfasst. Die 5. Stoßarmee kann das Angriffstempo vom Vortrag nicht wieder erreichen. Neben dem deutschen Widerstand behindern Wälder und zahlreiche Wasserhindernisse das Vorankommen. Im Steifen der 5. Stoßarmee handeln zwei Korps der 2. Gardepanzerarmee, die Ringenwalde, Wulkow, Hermersdorf, Batzlow, Ihlow und Obersdorf einnehmen. Ein weiterer Durchbruch misslingt aufgrund der Gegenwehr der 18. Panzer-Grenadier-Division und Teilen der 11. SS. Freiwilligen-Panzergrenadierdivision „Nordland“. Beide sowjetischen Gardepanzerarmeen, die heute ihre Stoßkraft besser entfaltet haben, verlieren aber 164 ihrer Fahrzeuge. Die 712. Infanteriedivision wehrt mehrere Angriffe gegen das Dorf und den Bahnhof Schönfließ ab. Die Front der 169. Infanteriedivision hält nicht stand. Sowjetischen Truppen nehmen Niederjesar. Es gelingt, eine Abwehrfront Niederjesar – Carzig aufzubauen. Teile von Dolgelin müssen von den Kräften der 303. Infanteriedivision aufgegeben werden. Die 3. Stoßarmee nimmt Kunersdorf ein und überwindet gegen Mittag die Verteidigung der 25. Panzergrenadierdivision bei Schulzendorf – Möglin. Am Abend erhält die Armee das 9. Panzerkorps der 2. Gardepanzerarmee zugeteilt, um in Richtung Prötzel – Bernau angreifen zu können. Die 3. Stoßarmee dringt bis zu sechs Kilometer vor und durchstößt den zweiten Verteidigungsstreifen der 9. Armee. Den gleichen Erfolg verbucht die 47. Armee. Sie besetzt nach Straßenkämpfen gegen Mitternacht Wriezen. Bereits um 19.00 Uhr kämpfen Teile der Armee westlich der Chaussee Wriezen – Schulzendorf. Obwohl die sowjetischen Truppen den Durchbruch durch die Tiefe der deutschen Verteidigung nicht schaffen, ist dies angesichts der nicht mehr auszugleichenden Verluste der 9. Armee nur noch eine Frage von Stunden. In einem Ferngespräch mit dem Reichsmarschall Göring teilt der erste Generalstabsoffizier der Heeresgruppe Weichsel mit, dass der Kommandeur der 9. Fallschirmjägerdivision, General Bräuer, die „dumme Frage“ gestellt hat, „ob seine Division nicht für 24 Stunden herausgelöst werden kann“. Wegen dieser Äußerung hat er den General abgelöst und durch den „fähigen Offizier“ Oberstleutnant Herrmann ersetzt.
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Großdeutsches Reich / Generalgouvernement / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken / Königreich Schweden TBD
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Großdeutsches Reich / Königreich Ungarn / Slowakische Republik / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
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Großdeutsches Reich / Reichsland Elsaß-Lothringen / Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Französische Republik / Königreich Belgien / Königreich der Niederlande / Großherzogtum Luxemburg / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland Nach einem verheerenden Bombardement der britischen Luftwaffe, bei dem 1000 britische Flieger innerhalb von 104 Minuten etwa 7000 Bomben (ca. 5000 Tonnen) auf Helgoland abwerfen, ist die Insel unbewohnbar und wird evakuiert. Ein Teil der Bevölkerung findet eine Bleibe auf Sylt. Die letzten Teile der deutschen Wehrmacht im Ruhrkessel ergeben sich den Amerikanern. Mehr als 300.000 deutsche Soldaten im Ruhrkessel haben kapituliert. Die Kämpfe in Westdeutschland sind bis auf ganz wenige Ausnahmen vorbei. US-Militärpolizei und Nachrichtendienste suchen nach den deutschen Befehlshabern, vor allem nach Generalfeldmarschall Walter Model. US-Truppen besetzen die Städte Düsseldorf und Magdeburg. "New York Times": Der Ostvorstoß der Zwölften Armeegruppe, General Dwight D. Eisenhowers Hauptstreitmacht in der Schlacht um Deutschland, hat gestoppt. Es wird unzweifelhaft nachrückende Operationen geben, und Pattons Panzer werden vielleicht bis Dresden ziehen. Generell jedoch ist unsere große Offensive zum Stehen gekommen. Deshalb werden die Russen und nicht die Amerikaner zuerst Berlin erobern. Einheiten der US-amerikanischen 3. Armee dringen in Westböhmen gegen Pilsen und Budweis vor. Kanadische Einheiten dringen in den Niederlanden bis zur Zuidersee vor.
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Großdeutsches Reich / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Reichskommissariat Niederlande / Königreich Belgien / Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
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Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Großdeutsches Reich / Reichskommissariat Niederlande / Königreich Belgien
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Großdeutsches Reich / Alpen- und Donau-Reichsgaue In Wien werden die Verhandlungen der drei Parteien über die Bildung der Stadtverwaltung abgeschlossen. Bürgermeister Körner bestellt als Stadträte von den Sozialisten Josef Afritsch (Allgemeine Verwaltung), Karl Honay (Finanzen), Felix Slavik (Wohnung), Paul Speiser (Städtische Unternehmungen) und Anton Weber (Bau), von der Volkspartei Dr. Ludwig Herberth (Wirtschaft), Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Kerl (Gesundheit) und Leopold Kunschak (Schule), von den Kommunisten Franz Fritsch (Ernährung, tritt wenige Tage später zur SPÖ über), Dr. Viktor Matejka (Kultur) und Karl Steinhardt (Wohlfahrtswesen). In Gloggnitz akzeptiert Renner das sowjetische Angebot, ihn am nächsten Tag nach Wien zu bringen. Mit unverstellbarem persönlichen Einsatz gelingt es Mitarbeitern der Stadt Wien, in großen Teilen der Stadt die Wasserversorgung wiederherzustellen, das E-Werk Simmering in Betrieb zu nehmen und mit dem schrittweisen Aufbau der Stromversorgung zu beginnen sowie die Reparatur des Gasrohr- und Kanalnetzes anzufangen. Gasrohre werden transportiert, indem man sie auf Baumstämme legt, vorschiebt, dann wieder den letzten Baumstamm nach vorne trägt, unter das Gasrohr legt und wieder weiterschiebt.
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Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Königreich Italien / Italienische Sozialrepublik / Großdeutsches Reich
SPANIEN Die spanische Regierung in Madrid verbietet allen deutschen Flugzeugen die Landung auf spanischem Gebiet. | ||||
| Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Republik der Philippinen / Kaiserreich Großjapan |
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Großdeutsches Reich / Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Republik Polen / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
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Großdeutsches Reich Am Vorabend von Hitlers Geburtstag hört man über alle Radiosender in Österreich - ausgenommen Radio Wien im bereits befreiten Teil Österreichs - die letzte Rede von Propagandaminister Goebbels: "Der Krieg neigt sich seinem Ende zu... Gott wird Luzifer, wie so oft schon, wenn er vor den Toren der Macht über die Völker stand, wieder in den Abgrund zurückschleudern, aus dem er gekommen ist." Goebbels verkündet, "dass der Feind vergeblich gegen unsere Verteidigungslinien anstürmt" und "dass Deutschland in wenigen Jahren wie nie zuvor mit schöneren Städten und reichen Kornfeldern wieder aufblühen wird". Er schließt mit dem jetzt täglich mehrmals verkündeten Versprechen Hitlers: "Berlin bleibt deutsch, Wien wird wieder deutsch und Europa wird niemals russisch". | ||||
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Großdeutsches Reich / Generalgouvernement / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken Der Chef der sowjetischen Geheimpolizei NKWD, Lawrenti Berija, ordnet an, dass deutsche Kriegsgefangene in spezielle Arbeitslager eingewiesen werden sollen. Das Gleiche gilt für alle Sowjetbürger, die auf deutschem Boden aufgefunden werden – ob ehemalige Kriegsgefangene, Zivil- oder Zwangsarbeiter. Der deutsche Wehrmachtsbericht meldet: "Der Kampf zwischen Ruhr und Rhein ist beendet". Das bedeutet, dass das wichtigste Rüstungszentrum Deutschlands in Hand der Alliierten ist. Leipzig wird von US-amerikanischen Truppen besetzt; am selben Tag stoßen Einheiten der britischen Armee bis zur Elbe vor. Wehrmachtsbericht: Am dritten Tag der großen Abwehrschlacht vor Berlin warfen die Bolschewisten Menschen und Material in bisher nicht gekanntem Ausmaß in den Kampf. Die beiderseits Seelows bis östlich Münchebergs vorgedrungenen Bolschewisten wurden durch sofortige Gegenstöße abgeriegelt. Tagebuch Matthias Menzel: Die Front ist mit der Vorortbahn zu erreichen. In den östlichen Ausflugsorten der Berliner tobt die Schlacht. Die deutsche Führung sieht sich in der Nacht gezwungen, den Brückenkopf östlich der Festung Frankfurt (Oder) kampflos aufzugeben. Um 5.29 Uhr sprengen deutsche Pioniere die Oderbrücke. Sowjetischen Truppen dringen in Güldendorf ein. Die Stadt wird bis zum 23. April 1945 von den deutschen Truppen restlos geräumt werden. Wieder gelingt es Teilen der 69. Armee nicht, das Dorf Schönfließ zu nehmen. Alt Mahlisch wechselt heute mehrfach den Besitzer und kann bis zum Abend gehalten werden. Die Lage bei Marxdorf wird für die „Kampfgruppe Nederland“ kompliziert. Am frühen Morgen reagiert Schukow auf die Lage – den Schwierigkeiten bei dem CI. Armeekorps – und verändert die Trennungslinien der 47. Armee, der 3. Stoßarmee und der 5. Stoßarmee. Diese schwenken nun nach Südwesten und haben folgenden Auftrag: Vorstoß bis zum Nordostrand Berlins und mit der Umfassung der „Berliner Gruppierung“ beginnen. Die 2. Gardepanzerarmee entwickelt noch in der Nacht zum 19. April den Angriff auf Grunow und führt ihn weiter in die Tiefe, um damit für den nächsten Tag günstige Ausgangspositionen einzunehmen. Das Waldgebiet westlich Wriezen stellt kein ernst zu nehmendes Hindernis dar, aber besonders heftiger Widerstand schlägt den Panzern an der Wegekreuzung Prädikow – Prötzel entgegen. Erst gegen 18.00 Uhr besetzen die sowjetischen Truppen Prötzel. Am späten Nachmittag entbrennen heftige Kämpfe um Müncheberg, an denen Verbände des 29. Gardeschützenkorps der 8. Gardearmee und Kräfte der 1. Gardepanzerarmee teilnehmen. Gegen 20.00 Uhr ist die Stadt nach harten Kämpfen in sowjetischer Hand. Das 4. Gardeschützenkorps handelt mit dem 11. Panzerkorps bei Buckow und Dahmsdorf. Das 28. Gardeschützenkorps, das noch am Rand der Seelower Höhen steht, beginnt ebenfalls mit der Entwicklung des Angriffs in südwestliche Richtung. Gegen 16.45 und 18.20 führt Generaloberst Heinrici mit Oberst Hölz Ferngespräche, in denen die Lage kritisch beurteilt wird. Mit Sorge wird die Lage im Nordabschnitt der 9. Armee beim CI. Armeekorps eingeschätzt. Hier wird der Stoß der sowjetischen Truppen in Richtung Strausberg und Werneuchen – Bernau erwartet. Die deutsche Luftwaffe meldet, dass Panzerkräfte vor Klosterdorf stehen. Am späten Abend haben die Truppen von Marschall Schukow den Durchbruch durch die operative Verteidigung der 9. Armee auf einer Breite von ca. 70 Kilometern geschafft, die Seelower Höhen sind vollständig eingenommen. Die 9. Armee ist geschlagen, aber noch nicht zerschlagen. Die Reste ziehen sich zurück, um an anderen Stellen erneut Widerstand zu leisten. Einige der geschlagenen Einheiten erreichen Berlin und stellen sich wiederum kämpfend den Truppen von Marschall Schukow entgegen. Die Schlacht um die Seelower Höhen ist beendet.
Tagebuch Schmuel Hugo Bergman. Am Abend hörten wir fast eine Stund lang Radio, die Amtseinführung des neuen Bischofs von Canterbury, Fisher, und dann grausige Berichte über Buchenwald und Bergen-Belsen (60 Meter langer Haufen von Leichen!) und dann Bericht darüber, dass man die Leute von Weimar gezwungen hat, das Lager von Buchenwald zu sehen, und die Kriegsgefangenen durchgeführt hat und dass Churchill auf Wunsch von Eisenhower sofort eine Delegation des Parlaments und der Lords dort hinschickt. Die Tatsachen, die sie gesehen haben, scheinen elektrisierend gewirkt zu haben. Schwur der befreiten Häftlinge von Buchenwald: Wir Buchenwalder, Russen, Franzosen, Polen, Tschechen, Slowaken und Deutsche, Spanier, Italiener und Österreicher, Belgier und Holländer, Engländer, Luxemburger, Rumänen, Jugoslawen und Ungarn, kämpften gemeinsam gegen die SS, gegen die nazistischen Verbrecher, für unsere eigene Befreiung. Wir führten in vielen Sprachen den gleichen harten, erbarmungslosen, opferreichen Kampf, und dieser Kampf ist noch nicht zu Ende. Noch wehen Hitlerfahnen! Noch leben die Mörder unserer Kameraden! Noch laufen unsere sadistischen Peiniger frei herum! Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht! | ||||
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Großdeutsches Reich / Generalgouvernement / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken / Königreich Schweden TBD
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Großdeutsches Reich / Königreich Ungarn / Slowakische Republik / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
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Großdeutsches Reich / Reichsland Elsaß-Lothringen / Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Französische Republik / Königreich Belgien / Königreich der Niederlande / Großherzogtum Luxemburg / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland Der deutsche Wehrmachtsbericht meldet: "Der Kampf zwischen Ruhr und Rhein ist beendet". Das bedeutet, dass das wichtigste Rüstungszentrum Deutschlands in Hand der Alliierten ist. Leipzig wird von US-amerikanischen Truppen besetzt; am selben Tag stoßen Einheiten der britischen Armee bis zur Elbe vor. Wehrmachtsbericht - Um Lüneburg und Uelzen sind heftige Kämpfe entbrannt.
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Großdeutsches Reich / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Reichskommissariat Niederlande / Königreich Belgien / Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
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Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Großdeutsches Reich / Reichskommissariat Niederlande / Königreich Belgien
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Großdeutsches Reich / Alpen- und Donau-Reichsgaue Die sowjetische Kommandantur übergibt die sogenannte Blaimschein-Villa im 13. Bezirk, Lainzer Straße 28, Ecke Wenzgasse an Karl Renner als Amtssitz. Die Villa trägt ihren Namen nach dem Margarinefabrikanten Blaimschein, der 1938 als Jude aus Wien geflohen ist. Die Nazi-Familie, die sich dann in die Villa setzte, ist 1945 geflohen. Die Wiener Bevölkerung erfährt über die Vorgänge außerhalb ihres unmittelbaren Lebensbereiches nichts. Es gibt weder Radio noch Zeitungen. Sie ist nur über anhaltende Plünderungen, Vergewaltigungen und andere Gewalttaten in ihrer Umgebung informiert. Gleichzeitig können sich immer größere Teile der Stadt darüber freuen, dass es wieder Wasser und Strom gibt. - Im Resselpark entsteht ein illegales Tausch- und Handelszentrum.
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Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Königreich Italien / Italienische Sozialrepublik / Großdeutsches Reich
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Großdeutsches Reich / Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Republik Polen / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
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Großdeutsches Reich Zum letzten Mal begeht Adolf Hitler im Führerbunker seinen Geburtstag. Noch einmal kommen die Spitzenfunktionäre seines Regimes zusammen, einschließlich Heinrich Himmler und Albert Speer, die sich beide aus unterschiedlichen Motiven von Hitler bereits abgewendet haben. Tagebuch Dieter Borkowski: Befehlsgemäß meldete ich mich bei der NSDAP-Ortsgruppe Urban in der Körtestraße. Hier erlebte ich widerwärtige Dinge. Die meisten Parteigenossen saßen oder lagen auf dem Rinnstein; betrunken. Der Ortsgruppenleiter hatte alkoholische Beuteware verteilt. Er stand käsebleich vor den alten Kämpfern des Führers, die sich kaum erheben konnten und teilweise bekotzte Uniformen hatten: „Kameraden, die Stunde der Bewährung hat geschlagen! Ihr werdet an der Reichskanzlei eingesetzt und unseren geliebten Führer retten." "Berliner Morgenpost": Der Führer ist Deutschlands tapferstes Herz! Wir stehen zu ihm in germanischer Gefolgschaftstreue. Sie können uns quälen, aber nicht demütigen und zerbrechen!
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Großdeutsches Reich / Generalgouvernement / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken Die 2. Weißrussische Front der Roten Armee beginnt mit der Eroberung Mecklenburgs und Vorpommerns. Wehrmachtsbericht - Zwischen den Sudeten und dem Oderbruch tobt die Schlacht gegen den russischen Massenansturm mit äußerster Erbitterung. Während die auf engstem Raum zusammengedrängte Besatzung von Halle der Übermacht erlegen ist, hielten die Verteidiger von Leipzig starken Angriffen stand. Aus ihren Angriffskeilen bildet die Rote Armee östlich von Berlin zwei Zangen, die das Vorgelände von Berlin erreichen. Ihre Artillerie nimmt den Beschuss Berlins auf; für die Reichshauptstadt wird der Verteidigungszustand ausgerufen. Hitler, der während der Ardennenoffensive einen Gefechtsstand bei Nauheim bezogen hat und im Januar in die Reichskanzlei nach Berlin zurück gekehrt ist, bezieht deren Bunker. Er beabsichtigt, an seinem Geburtstag angesichts der bevorstehenden Abschnürung Norddeutschlands nach Süddeutschland zu fliegen, überträgt dem Großadmiral Dönitz den Oberbefehl im Norden. Hitlers 56. Geburtstag wird trotzdem in Berlin gefeiert. Reichsmarschall Göring hält die Festrede. Unmittelbar danach setzt er sich in Richtung Süden ab; auf zwei Lastwagen führt er die wertvollsten der Kunstschätze mit, die er in ganz Europa zusammenstehlen ließ. Hitler empfängt nach der Feier Männer des "Volkssturms" und zwölf- bis sechzehnjährige Hitlerjungen, denen er für ihren Kampfeinsatz hohe Orden überreicht. Dabei wird er zum letzten Mal für die Wochenschau gefilmt.
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Großdeutsches Reich / Generalgouvernement / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken / Königreich Schweden TBD
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Großdeutsches Reich / Königreich Ungarn / Slowakische Republik / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
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Großdeutsches Reich / Reichsland Elsaß-Lothringen / Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Französische Republik / Königreich Belgien / Königreich der Niederlande / Großherzogtum Luxemburg / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland Amerikaner und Franzosen besetzen Nürnberg. US-amerikanische Bomberverbände fliegen den letzten strategischen Luftangriff auf die Reichshauptstadt Berlin.
Die deutschen Besatzungstruppen in den Niederlanden sprengen die Deiche an der Nordsee, wodurch große Küstengebiete überflutet werden. Die Besatzungen der letzten deutschen Stützpunkte an der Gironde-Mündung in Frankreich kapitulieren.
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Großdeutsches Reich / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Reichskommissariat Niederlande / Königreich Belgien / Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
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Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Großdeutsches Reich / Reichskommissariat Niederlande / Königreich Belgien
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Großdeutsches Reich / Alpen- und Donau-Reichsgaue In Wien arrangiert das sowjetische Kommando um 10 Uhr in seinen Räumen in der Kantgasse eine Zusammenkunft von Dr. Renner und Dr. Schärf. Anschließend werden beide in die Blaimscheinvilla in Hietzing gebracht. Mit sowjetischen Autos werden auch die anderen Parteienvertreter für die Verhandlungen über eine Regierungsbildung dorthin geführt. Es sind dies für die SPÖ Bürgermeister Theodor Körner und der niederösterreichische Bauernvertreter Alois Mentasti, für die ÖVP Leopold Kunschak und Josef Kollmann, für die KPÖ Johann Koplenig und Ernst Fischer. - Ebenfalls unter Einsatz sowjetischer Militärautos kommt es im Rathaus zu einer ersten Zusammenkunft der Bezirksbürgermeister, die von der Besatzungsmacht eingesetzt wurden. Sie amtieren in den Grenzen der 26 Bezirke vom Oktober 1938. Von ihnen gehören 15 der KPÖ an (Bezirke 1, 5, 7, 8, 9, 10, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 22, 25, 26), neun der SPÖ (Bezirke 2, 3, 4, 11, 12, 19, 21, 23 und 24) und einer der ÖVP (6. Bezirk), einer ist parteilos (20. Bezirk). In den meisten Bezirken gibt es zwei Stellvertreter der jeweils anderen Parteien. Bürgermeister Körner bestätigt diese provisorischen Bezirksvertretungen.
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siehe Fußnote |
Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland / Königreich Italien / Italienische Sozialrepublik / Großdeutsches Reich
NIEDERLÄNDISCH INDIEN Im Rahmen der Operation "Sunfish" stoßen britische Marineeinheiten zur Nordküste von Sumatra vor.
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| Vereinigte Staaten von Amerika (USA) / Republik der Philippinen / Kaiserreich Großjapan | |||||
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