Aeronautisches Observatorium Berlin-Tegel

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AERONAUTISCHES OBSERVATORIUM BERLIN-TEGEL


1899 - 1905


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Das Aeronautische Observatorium in Berlin-Tegel von 1899 bis 1905
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Die wichtigsten Persönlichkeiten des Aeronautischen Observatoriums Berlin-Tegel
Jahres-Chroniken
Länderchroniken
Ereignis
1860
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Deutscher Bund / Königreich Preußen

Der Leiter des Königlich-Preußischen Meteorologischen Instituts in Berlin, Heinrich Wilhelm Dove, unternimmt erfolglos einen Versuch zu einer internationalen Konferenz der "Land"-Meteorologen.

1870
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Norddeutscher Bund / Königreich Preußen

Richard Aßmann, der seit 1865 Medizin in Berlin studierte und vor zwei Jahren promovierte, wird als praktischer Arzt in Freienwalde (Oder) tätig. Hier richtet er sich ein privates meteorologisches Observatorium ein.

1872
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Sachsen

In Leipzig treffen sich 52 Meteorologen zu einer Versammlung, um einen offiziellen Kongress vorzubereiten.

29.10.1880
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Der 35 Jahre alte Mediziner Richard Aßmann, der bis zum vorigen Jahr als praktischer Arzt in Freienwalde (Oder) tätig war und anschließend in seine Geburtsstadt Magdeburg zurückging, gründet gemeinsam mit dem 36 Jahre alten Zeitungsverleger Alexander Faber das "Meteorologische Institut der Magdeburgischen Zeitung" und übernimmt dessen Leitung.

12.12.1880
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

In der Magdeburgischen Zeitung wird erstmals in Deutschland eine Zeitungswetterkarte veröffentlicht. Dies geht auf den Leiter des "Meteorologischen Instituts", das diese Zeitung sechs Wochen zuvor gründete, Richard Aßmann, zurück.

1881
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Der Mediziner Richard Aßmann, seit dem Vorjahr Leiter des "Meteorologischen Instituts der Magdeburgischen Zeitung", begründet den Verein für landwirtschaftliche Wetterkunde.

1882
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Der Mediziner Richard Aßmann begründet die "Monatszeitschrift für praktische Wetterkunde".

1883
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Deutsches Kaiserreich

Der deutsche Reichskanzler Otto Fürst von Bismarck begründet seine Ablehnung einer amtlichen Organisation des Wettervorhersagedienstes mit der Gefahr, dass die Regierung bei fehlerhaften "Wetterprophezeiungen" Spott und Verstimmung ernten würde.

1885
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Der Mediziner Richard Aßmann, der sich seit seiner Kindheit mit der Meteorologie beschäftigt und seit 1880 Leiter des "Meteorologischen Instituts der Magdeburgischen Zeitung" ist, beendet mit einer Promotion sein Zweitstudium an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

1886
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Der promovierte Mediziner und Naturwissenschaftler Richard Aßmann wird wissenschaftlicher Oberbeamter am Königlichen Meteorologischen Institut in Berlin-Grünau.

1887
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen
  • Der promovierte Mediziner und Naturwissenschaftler Richard Aßmann beginnt gemeinsam mit Hans Bartsch von Sigsfeld die Entwicklung dess "Aßmann'schen Aspirationspsychrometers zur Messung der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit unter Ausschluss der Strahlung, dessen technische Umsetzung und Fertigung in der Werkstatt von Rudolf Fuess erfolgen soll.
  • Der in Galizien geborene, promovierte Philologe mit österreichischem Oberlehrerexamen, Arthur Berson, gibt seine bisherige Stellung auf, um an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin Geographie und Meteorologie zu studieren, unter anderem bei Ferdinand von Richthofen und Wilhelm von Bezold.
02.06.1888
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Der Physiker und Meteorologe Wilhelm von Bezold hält vor dem "Deutschen Verein zur Förderung der Luftschiffahrt" eine Festrede zum Thema "Die Bedeutung der Luftschifffahrt für die Meteorologie". Das darin vorgestellte Programm soll im folgenden Jahrzehnt durch die "Berliner wissenschaftlichen Luftfahrten" umgesetzt werden, deren Organisatoren der Meteorologe Richard Aßmann und der Militärluftschiffer Hans Groß sein werden.

23.06.1888
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Die "1. Berliner wissenschaftliche Luftfahrt" mit einem bemannten Freiballon findet statt. Der Ballon, der mit mindestens zwei Meteorologen besetzt ist, hat ein Aspirations-Psychrometer an Bord. Bis 1890 sollen 75 Freiballonfahrten zur Erforschung der Atmosphäre durchgeführt werden. Diese Freiballonfahrten sollen die wissenschaftlichen Voraussetzungen für die Schaffung einer Institution zur Überwachung der freien Atmosphäre in Deutschland und in der Welt schaffen. Initiiert wird diese Luftfahrtreihe von Richard Aßmann in seiner Eigenschaft als Mitglied des "Berliner Vereins zur Förderung der Luftschiffahrt".

01.04.1890
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Der angehende Physiker und Meteorologe Arthur Berson wird Assistent Richard Aßmanns, der der Organisator der "Berliner wissenschaftlichen Luftfahrten" ist. Die Serie der 75 Freiballonfahrten hat bereits begonnen, Berson wird als Besatzungsmitglied der 4. Luftfahrt mit dem Ballon "M.W." eingeteilt.

Ende 1890
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Die "Berliner wissenschaftlichen Luftfahrten", die im Juni 1888 beschlossen und von Richard Aßmann organisiert wurden, finden nach 75 Freiballonfahrten ihr Ende. Arthur Berson, seit diesem Jahr Assistens Aßmanns, war an 50 dieser bemannten Ballonaufstiege als Observator beteiligt, 19 Mal war er gleichzeitig Ballonführer, eine Rolle, die gewöhnlich von Offizieren der preußischen Luftschifferabteilung wahrgenommen wurde.

Januar 1891
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Der Ballon des M.W. mit dem Ausleger für das Psychrometer
Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Kurzfristig stellt der Geschäftsführer der Berliner Börsen-Zeitung, Kurt Killisch-Horn dem Vorhaben "Berliner wissenschaftliche Luftfahrten" seinen privaten Ballon für die Durchführung von wissenschaftlichen Ballonfahrten zur Verfügung. Der Name "M.W." ist eine gerade populäre, scherzhafte Abkürzung von „Machen wir!“. Der Ballon wurde nach Plänen des Premierleutnants der Berliner Luftschifferabteilung, Hans Groß, gefertigt und besitzt ein Fassungsvermögen von 1180 Kubikmetern. Beim Entwurf des Korbs wurden die besonderen Anforderungen der Meteorologen berücksichtigt. Er erhielt zum Beispiel einen Ausleger, damit die Temperatur außerhalb des Korbs gemessen werden kann, also ungestört durch die Körperwärme der Passagiere oder den von der Sonnenstrahlung aufgeheizten Korb. Zum Ablesen kann der Ausleger kurzzeitig herangezogen werden. Neben privaten Fahrten des Eigentümers sollen mit dem Ballon "M.W." zwischen Januar und November 1891 fünf wissenschaftliche Luftfahrten unternommen werden. Startplatz soll jeweils ein von Werner von Siemens zur Verfügung gestelltes Gelände neben der Charlottenburger Gasanstalt sein. Da der Ballon relativ schwer ist, werden keine großen Höhen erreicht werden können. Aßmann wird später diese Fahrten mit dem M.W. als vorbereitende Fahrten bezeichnen, da sie vor allem dazu dienen, die Beobachtungsmethodik zu verfeinern und Erfahrungen mit den Instrumenten zu sammeln, insbesondere mit dem von ihm in Zusammenarbeit mit Hans Bartsch von Sigsfeld gerade entwickelten Aspirationspsychrometer.

30.01.1891
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Zum ersten Mal wird der private Ballon "M.W." ("Machen wir!") zu wissenschaftlichen Zwecken gestartet. An Bord befindet sich die Besatzung, bestehend aus Hans Groß, Richard Aßmann und der Besitzer Killisch-Horn. Nach 3:03 Stunden hat der Ballon eine Strecke von 139 Kilometern und eine maximale Höhe von 1330 Metern zurückgelegt und landet in Schönwalde in Vorpommern.

13.03.1891
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Zum zweiten Mal wird der private Ballon "M.W." ("Machen wir!") zu wissenschaftlichen Zwecken gestartet. An Bord befindet sich die Besatzung, bestehend aus Hans Groß und Richard Aßmann. Nach 4:17 Stunden hat der Ballon eine Strecke von 54 Kilometern und eine maximale Höhe von 1805 Metern zurückgelegt und landet in Fehrbellin.

08.08.1891
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Zum dritten Mal wird der private Ballon "M.W." ("Machen wir!") zu wissenschaftlichen Zwecken gestartet. An Bord befindet sich die Besatzung, bestehend aus Gurlitt, Arthur Berson und dem Besitzer Killisch-Horn. Nach 2:46 Stunden hat der Ballon eine Strecke von 89 Kilometern und eine maximale Höhe von 1720 Metern zurückgelegt und landet in Bärwalde In der Neumark. Es ist die erste Fahrt von Arthur Berson, der sich künftig zum wichtigsten Akteur der Berliner wissenschaftlichen Luftfahrten entwickeln wird.

24.10.1891
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen / Vereinigte Staaten von Amerika

Zum vierten Mal wird der private Ballon "M.W." ("Machen wir!") zu wissenschaftlichen Zwecken gestartet. An Bord befindet sich die Besatzung, bestehend aus Hans Groß, Arthur Berson und Abbott Lawrence Rotch. Nach 3:05 Stunden hat der Ballon eine Strecke von 34 Kilometern und eine maximale Höhe von 1240 Metern zurückgelegt und landet in Schmachtenhagen. Es ist die erste Fahrt des US-amerikanischen Meteorologen Lawrence Rotch, der Direktor des Blue-Hill-Observatoriums und auch Mitglied des "Deutschen Vereins zur Förderung der Luftschiffahrt" ist.

27.11.1891
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Zum fünften und letzten Mal wird der private Ballon "M.W." ("Machen wir!") zu wissenschaftlichen Zwecken gestartet. An Bord befindet sich die Besatzung, bestehend aus Hans Groß, Arthur Berson und dem Besitzer des Ballons, Kurt Killisch-Horn. Nach 3:14 Stunden hat der Ballon eine Strecke von 90 Kilometern und eine maximale Höhe von 1870 Metern zurückgelegt und landet in Königsberg in der Neumark.

Mitte 1892
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Für die Durchführung der "Berliner wissenschaftlichen Luftfahrten" sind weiterhin bedeutende Geldmittel erforderlich. Durch Spenden von Vereinsmitgliedern wie Rudolph Hertzog, Werner von Siemens und Otto Lilienthal kann der Fesselballon METEOR angeschafft werden. Die Königlich-Preußische Akademie der Wissenschaften gewährt einmalig einen Betrag von 2000 Reichsmark. Mehrmals stellen Privatpersonen ihre privaten Ballone zur Verfügung. Insgesamt ist der Verein jedoch nicht in der Lage, die benötigten Mittel für den Bau und Betrieb eines geeigneten Ballons aufzubringen. Daraufhin verfasst ein „Ausschuss zur Veranstaltung wissenschaftlicher Luftfahrten“, bestehend aus Richard Aßmann, Wilhelm von Bezold, Hermann von Helmholtz, Werner von Siemens, Wilhelm Foerster, August Kundt und Paul Güßfeldt, eine Immediateingabe an Kaiser Wilhelm II., die von der Akademie der Wissenschaften unterstützt wird. Der Kaiser gewährt die beantragten 50.000 Reichsmark für den Bau und den Betrieb des Ballons HUMBOLDT aus seinem „Allerhöchsten Dispositionsfonds“. Eine starke immaterielle Förderung erfährt das Unternehmen auch durch das preußische Militär, das ein ausgeprägtes Interesse an einer militärischen Nutzung des Luftraums hat. Offiziere der Luftschifferabteilung übernehmen in den meisten Fällen die Führung der Ballons. Mehrmals wird den Meteorologen gestattet, an militärischen Ausbildungsfahrten teilzunehmen. Premierleutnant Hans Groß wird zeitweise von seinen Dienstverpflichtungen freigestellt und ist nun ausschließlich für die Konstruktion der für die Hauptfahrten verwendeten Ballone verantwortlich.

01.03.1893
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Ballon HUMBOLDT
Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Beim ersten Aufstieg des bemannten Wetterballons HUMBOLDT ist der deutsche Kaiser Wilhelm II. in Berlin-Reinickendorf anwesend. Der kugelförmige Ballon hat ein Fassungsvermögen von 2514 Kubikmetern und einen Durchmesser von 16,87 Metern. Seine aus gummierter Baumwolle gefertigte Hülle wiegt 350 kg. Die Mittel zum Bau und Betrieb des HUMBOLDT in Höhe von 50.000 Reichsmark hat Kaiser Wilhelm II. im Vorjahr persönlich aus seinem Allerhöchsten Dispositionsfonds bereitgestellt. Hans Groß, Richard Aßmann und Victor Kremser bilden die erste Besatzung des neuen Ballons, der auf seiner Jungfernfahrt eine Höhe von 4355 Metern erreicht. Die Fahrt endet nach 6:16 Stunden und einer Strecke von 202 Kilometern in Wussow bei Naugard in Pommern jedoch damit, dass der Meteorologe Richard Aßmann bei der Landung das rechte Bein bricht.

14.03.1893
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Die deutschen Aeronauten Hans Groß und Arthur Berson brechen als Besatzungsmitglieder der zweiten Fahrt des bemannten Wetterballons HUMBOLDT von Berlin-Reinickendorf auf. Nach 3:47 Stunden haben sie 250 Kilometer zurückgelegt und eine Höhe von 6105 Metern erreicht, bevor sie in Rogasen in Posen landen. Die große Höhe wird erreicht, weil sich ein Ventil nicht mehr schließen lässt, woraufhin der Ballon zunächst sehr an Höhe gewinnt, dann aber unkontrolliert und zu schnell zur Erde zurückfällt. Die beiden Aeronauten überstehen die überaus harte Landung mit nur leichten Blessuren.

28.03.1893
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Ballon HUMBOLDT
Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Zum dritten Mal innerhalb von vier Wochen wird der wissenschaftliche bemannte Wetterballon HUMBOLDT in Berlin-Reinickendorf gestartet. An Bord befindet sich die Besatzung mit Hans Groß, Arthur Berson und Reinhard Süring. Nach 9:02 Stunden hat der Ballon 275 Kilometer zurückgelegt und landet in Hermannsdorf bei Annaberg im Erzgebirge. Als höchste Höhe, die der Ballon erreichte, werden 3590 Metern angegeben. Auf der Fahrt reißt der Blitzableiter der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt ein etwa drei Meter großes Loch in die Ballonhülle, was zum Abbruch der Mission und zu einer sicheren Landung führt.

07.04.1893
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Zum vierten Mal seit dem 1. März 1893 wird der wissenschaftliche bemannte Wetterballon HUMBOLDT in Berlin-Reinickendorf gestartet. An Bord befindet sich die Besatzung mit Hans Groß, Arthur Berson und Köbke. Nach 8:34 Stunden hat der Ballon seine bislang längste Strecke von 320 Kilometern zurückgelegt und landet in Kronach in Oberfranken. Als höchste Höhe, die der Ballon erreichte, werden 5215 Metern angegeben. Für den Ballonführer Groß ist dies die vierte Fahrt mit diesem Ballon, für den Meteorologen Berson die dritte.

19.04.1893
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Zum fünften Mal seit dem 1. März 1893 wird der wissenschaftliche bemannte Wetterballon HUMBOLDT in Berlin-Reinickendorf gestartet. An Bord befindet sich die Besatzung mit Hans Groß, Arthur Berson und Otto Baschin. Nach 7:30 Stunden hat der Ballon eine Strecke von 150 Kilometern zurückgelegt und landet in Preschen bei Muskau in der Niederlausitz. Als höchste Höhe, die der Ballon erreichte, werden 4565 Metern angegeben. Für den Ballonführer Groß ist dies die fünfte Fahrt mit diesem Ballon, für den Meteorologen Berson die vierte.

26.04.1893
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Zum sechsten Mal seit dem 1. März 1893 wird der wissenschaftliche bemannte Wetterballon HUMBOLDT in Berlin-Reinickendorf gestartet. An Bord befindet sich die Besatzung mit Hans Groß, Arthur Berson und Reinhard. Nach 10:59 Stunden hat der Ballon eine Strecke von 370 Kilometern zurückgelegt, was für diesen Ballon einen neuen Rekord darstellt, und landet in Kloster Heinrichsau bei Münsterberg in Schlesien. Als höchste Höhe, die der Ballon erreichte, werden 4265 Metern angegeben. Für den Ballonführer Groß ist dies die sechste Fahrt mit diesem Ballon, für den Meteorologen Berson die fünfte, für den Meteorologen Süring die zweite. Als das Wasserstoffgas nach der Landung aus der Ballonhülle abgelassen wird, gibt es aufgrund einer elektrostatischen Entladung eine Explosion, die den Ballon zerstört.

Mai 1893
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Nach der Explosion der PHÖNIX, eines Ballons des "Deutschen Vereins zur Förderung der Luftschiffahrt" bewilligt Kaiser Wilhelm II. für den Bau und Betrieb eines neuen Ballons noch einmal 32.000 Reichsmark aus seinem Allerhöchsten Dispositionsfonds. Die Konstruktionspläne für den PHÖNIX wurden von Premierleutnant Hans Groß der Berliner Luftschifferabteilung ausgearbeitet. Um die Ballonhülle bei der Landung schnell entleeren zu können und damit ein Wiederabheben oder eine gefährliche Schleiffahrt zu verhindern, hat Groß eine neuartige Reißvorrichtung entwickelt, wie sie noch 100 Jahre später jeder Gasballon besitzen wird. Die Hülle des Ballons wird aus zwei Lagen eines von der Berliner Firma Rudolph Hertzog gelieferten feinen Baumwollstoffes bestehen. Die innere Lage wird von der Continental-Caoutchouc- und Gutta-Percha Compagnie in Hannover beidseitig gummiert und vulkanisiert werden. Auf diesen Stoff wird die zweite Lage mit großem Druck diagonal aufgewalzt. Die äußere Lage wird mit einer speziellen Farbe imprägniert, um sie vor Schäden durch die in der Höhe starke Sonnenstrahlung zu schützen. Ein Quadratmeter des Ballonstoffs wiegt 330 Gramm. Der Ballonkorb aus spanischem Rohr hat eine Grundfläche von 1,60 Meter mal 1,20 Meter und eine Höhe von 1,25 Meter. Er wird damit so geräumig, dass drei Personen bequem stehen und zwei gleichzeitig sitzen können. Zum Schutz gegen Kälte wird der Korbboden mit einer Matratze ausgelegt und die Wand von innen mit Filz ausgeschlagen werden. Ein Kasten aus Rattan dient gleichzeitig als Sitz und zur Unterbringung von Proviant, Landkarten, Kleidungsstücken und ähnlichem. Weitere Utensilien können in einer Segeltuchtasche untergebracht werden. Für Hochfahrten wird ein kleinerer Korb (1,20 x 1,00 x 1,20 Meter) für maximal zwei Personen verwendet. Der Ballast wird teilweise außen am Korb angebracht. Neben einem Anker wird ein 150 Meter langes Schlepptau mitgeführt werden. Die Messungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit erfolgen außerhalb des Korbs. Dazu wird ein Aßmann'sches Aspirationspsychrometer an einem einholbaren Ausleger angebracht werden. Die Hülle des PHÖNIX besitzt ein Fassungsvermögen von 2630 Kubikmeter Gas und wiegt mit großem Ballonkorb vor der Gasbefüllung 775 kg, mit kleinem Korb nur 713 kg.

14.07.1893
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen / Königreich Schweden / Russisches Kaiserreich

Der deutsche Meteorologe Richard Aßmann in Berlin-Tegel, der schwedische Ingenieur und Polarforscher Salomon August Andrée in Stockholm und der russische Oberst Michail M. Pomortzew in Sankt-Peterburg verwirklichen erstmals eine bemannte, simultan durchgeführte Ballonfahrt.

1894
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Dem deutschen Meteorologen Richard Aßmann gelingt es bei einer Forschungsfahrt, mit seinem Ballon PHÖNIX bis auf eine Höhe von 9155 Metern aufzusteigen.

Juli 1894
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen / Königreich Dänemark

Der deutsche Meteorologe Arthur Berson unternimmt mit dem Freiballon PHÖNIX von Berlin aus nach Troldhede in Dänemark und stellt mit 515 zurückgelegten Kilometern einen deutschen Streckenrekord für Freiballone auf. Die Fahrtdauer von 18:35 Stunden wird gleichzeitig neuer deutscher Dauerfahrtrekord.

07.07.1894
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Dem deutschen Meteorologen Richard Aßmann gelingt die erste unbemannte Ballonsondierung, bei der 17,4 Kilometer Höhe erreicht und vom Barothermographen eine Temperatur von -53 Grad Celsius registriert wird. Den seltsamen Temperaturverlauf bei etwa 10 Kilometern Höhe interpretiert Aßmann zunächst als Messfehler (die Existenz der Stratosphäre ist noch nicht bekannt).

04.12.1894
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Arthur Berson
Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Der deutsche Meteorologe Arthur Berson unternimmt eine Alleinfahrt mit dem Wasserstoffballon PHÖNIX. Von Leopoldshall bei Staßfurt aufsteigend erreicht der Ballon innerhalb von zweieinhalb Stunden eine Höhe von 9155 Metern ü. NN. Berson misst eine Temperatur von −47,9 °C und kann der Wirkung des geringen Luftdrucks nur durch Atmung von reinem Sauerstoff widerstehen. Nach sechseinhalb Stunden endet die Fahrt in der Nähe von Schönwohld westlich von Kiel. Da vor Berson niemand eine solche Höhe erreichte, trägt ihm diese Ballonfahrt den Beinamen "der höchste Mensch" ein. Arthur Berson ist seit 1. April 1890 Assistent des Berliner Meteorologie-Professors Richard Aßmann. An 50 der insgesamt bisher 65 bemannten Ballonaufstiege des Meteorologischen Institutes nahm er als meteorologischer Observator teil, 19mal davon war er gleichzeitig Ballonführer, eine Rolle, die gewöhnlich von Offizieren der preußischen Luftschifferabteilung wahrgenommen wird. Nach seiner Landung wird der Ballon PHÖNIX an die Luftschifferabteilung verkauft.

1896
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Der deutsche Meteorologe Arthur Berson wird Schriftführer des "Deutschen Vereins zur Förderung der Luftschiffahrt" und wird in den nächsten drei Jahren die "Zeitschrift für Luftfahrt und Physik der Atmosphäre" redigieren.

14.11.1896
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen / Französische Republik / Königreich Schweden / Russisches Kaiserreich

Der deutsche Meteorologe Hugo Hergesell, ein Mitarbeiter Richard Aßmanns und Vorsitzender der Internationalen Aeronautischen Kommission, organisiert für den heutigen Tag eine Simultan-Sondierung mit vier bemannten Freiballonen, die gleichzeitig in Berlin, München, Sankt-Peterburg und in Warschau gestartet werden, sowie mit 4 Registrierballonsonden, die in Berlin, Straßburg, Paris und Sankt-Peterburg gestartet werden.

1897
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Erstmals werden in Deutschland Drachen eingesetzt, um Registriergeräte in die freie Atmosphäre hinauf und sicher wieder herunter zu bringen.

1897
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen / Königreich Schweden

Der deutsche Meteorologe, Pionier der Aerologie und Schriftführer der "Zeitschrift für Luftfahrt und Physik der Atmosphäre" des "Deutschen Vereins zur Förderung der Luftschiffahrt", Josef Arthur Stanislaus Berson, veröffentlicht einen dramatischen Warnruf an den Schweden Salomon Andrée, der sich anschickt, den Nordpol mit dem Freiballon zu überfliegen. Berson steht dem Unternehmen entschieden kritisch gegenüber und hat es bereits vor zwei Jahren "nicht viel besser als sicherer Selbstmord" genannt.

15.09.1898
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland

In Crystal Palace steigt der deutsche Meteorologe Arthur Berson gemeinsam mit seinem britischen Kollegen Stanley Spencer mit dem englischen Ballon EXCELSIOR auf. Gleichzeitig startet in Berlin Reinhard Süring mit einem Ballon. Dieser Simultanaufstieg weist nach, dass die Temperatur in den höheren Atmosphärenschichten über Großbritannien mit denen auf dem europäischen Festland vergleichbar ist. Ältere und, wie sich herausstellte, unzuverlässige Temperaturmessungen James Glaishers hatten für die Britischen Inseln deutlich höhere Temperaturen ergeben.

01.04.1899
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Das Preußische Meteorologische Institut in Berlin gründet eine Aeronautische Abteilung, die wiederum im kommenden Jahr ein Aeronautisches Observatorium in Berlin-Tegel gründen soll. Der Abteilung gehören Richard Aßmann, Arthur Berson und Hermann Elias an.

1900
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Die "Berliner wissenschaftlichen Luftfahrten", organisiert von dem Meteorologen Richard Aßmann, enden nach zehn Jahren mit der Herausgabe des dritten Bandes der Berichterstattung über diese Messreihe. Aus der Feder des Meteorologen Arthur Berson, der die meisten Fahrten selbst absolvierte, stammt etwa die Hälfte des Inhalts.

01.04.1900
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Ein Jahr nach der Gründung einer Aeronautischen Abteilung des Preußischen Meteorologischen Instituts in Berlin wird das Aeronautische Observatorium in Berlin Tegel gegründet. Hier sollen regelmäßige Drachen- und Fesselballonaufstiege durchgeführt werden. Leiter des Observatoriums wird Richard Aßmann und Arthur Berson wird sein Hauptobservator. Hermann Schreck, der in Berlin-Reinickendorf eine Tischlerei mit Sarglager und Leichenfuhrwesen betreibt, wird dafür gewonnen, "im Stundenlohn" für das Aeronautische Observatorium als Drachentischler zu arbeiten.

Juni 1900
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Die deutschen Meteorologen Arthur Berson und Reinhard Süring stellen mit 20:08 Stunden einen neuen deutschen Dauerfahrtrekord für Freiballons auf. Bisheriger alleiniger Titelträger war Arthur Berson mit 18:35 Stunden; diesen Rekord stellte er im Juli 1894 auf.

Dezember 1900
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Nach neun Monaten des Dienstes des Aeronautischen Observatoriums in Berlin Tegel klagen die Mitarbeiter des benachbarten Luftschiffer-Bataillons über Störungen ihrer Tätigkeit durch die vom Observatorium durchgeführten Drachen- und Fesselballonaufstiege. Es wird klar, dass Tegel nicht der richtige Standort für das Observatorium ist.

1901
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen
  • Der deutsche Meteorologe Richard Aßmann führt geschlossene Gummiballone als Träger von Registrierinstrumenten zur unbemannten Sondierung der Atmosphäre ein und schafft damit die Voraussetzung für regelmäßige Messungen für Höhen bis 30 Kilometern.
  • Der Hamburger Meteorologe Reinhard Süring wird Leiter der Gewitterabteilung des Preußischen Meteorologischen Institutes.
10.01.1901
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Arthur Berson
Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen / Königreich Schweden

Der deutsche Meteorologe Arthur Berson unternimmt mit dem Artillerieoffizier Alfred Hildebrandt eine wissenschaftliche Ballonfahrt, die die Beiden aufgrund eines starken Südwindes innerhalb von fünf Stunden von Berlin nach Stralsund führt. In Anbetracht des noch reichlich vorhandenen Ballasts entscheiden die Ballonfahrer, die Fahrt über die Ostsee fortzusetzen. Sie landen schließlich bei Markaryd in Schweden und vollbringen damit die erste Ostseeüberquerung mit dem Freiballon.

11.07.1901
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Ballon PREUSSEN
Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Der mit Leuchtgas befüllte Ballon PREUSSEN startet von Berlin aus mit den Meteorologen Josef Arthur Stanislaus Berson und Reinhard Süring, die von dem österreichischen Arzt und Fachmann auf dem Gebiet der Höhenkrankheit Hermann von Schrötter begleitet werden. Der Ballon erreicht eine Höhe von 7450 Meter und landet bei Pirmasens.

31.07.1901
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Ablesung des Messgerätes mit dem Fernrohr
Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Die beiden deutschen Meteorologen Josef Arthur Stanislaus Berson und Reinhard Süring, beide Hauptakteure der "Berliner wissenschaftlichen Luftfahrten", unternehmen eine Ballonhochfahrt bis auf etwa 10.800 Meter Höhe, die zur Entdeckung der Stratosphäre führt. Vorher waren mit unbemannten Registrierballons in Höhen über 10 Kilometern eine Konstanz oder gar ein Anstieg der Temperatur gemessen worden. Ähnliche Beobachtungen machte auch bereits der französische Meteorologe Léon-Philippe Teisserenc de Bort in Trappes bei Paris. So entstand der Wunsch, die Zuverlässigkeit der automatischen Messungen in diesen Höhen durch einen bemannten Ballonaufstieg zu überprüfen. Zunächst stand in Berlin aber kein geeigneter Ballon zur Verfügung. Erst als der Potsdamer Bauunternehmer Carl Enders dem Aeronautischen Observation den Ballon PREUSSEN mit einem Fassungsvermögen von 8400 Kubikmetern zum Geschenk machte und Kaiser Wilhelm II. die Summe von 10.000 Mark für das Unternehmen zur Verfügung stellte, konnten die Vorbereitungen beginnen. Man ist sich der persönlichen Risiken für die Ballonfahrer beim geplanten Aufstieg bewusst. Deshalb findet die Erprobung des PREUSSEN durch Berson und Süring in Anwesenheit des österreichischen Arztes Hermann von Schrötter statt, eines Fachmanns auf dem Gebiet der Höhenkrankheit. Nachdem der Aufstieg um 6 Uhr beschlossen wurde, wird der PREUSSEN auf dem Tempelhofer Feld bei Berlin innerhalb von viereinhalb Stunden mit 5.400 Kubikmetern Wasserstoff befüllt und beladen. Der Aufstieg beginnt um 1050 Uhr. In einer Höhe von 6000 Metern beginnen die Ballonfahrer mit der Sauerstoffatmung durch Schläuche, die mit den mitgeführten Sauerstoffflaschen verbunden sind. Oberhalb von 10.000 Metern werden beide Meteorologen bewusstlos, nachdem Berson eine Höhe von 10.500 m registriert und Wasserstoff durch mehrmaliges Ziehen der Ventilleine abgelassen hat. Da der Ballon noch im Steigen begriffen war, schätzt man später die letztlich erreichte Höhe auf 10.800 m ü. NN. Nach ihrem Erwachen können Berson und Süring den Ballon nach 7,5 Stunden Fahrt bei Briesen nördlich von Cottbus sicher landen. Der von ihnen aufgestellte Höhenrekord wird 30 Jahre lang Bestand haben, hat aber auch eine große wissenschaftliche Bedeutung. Die von Süring direkt abgelesenen Temperaturwerte stimmen auch in großen Höhen gut mit denen eines simultan gestarteten Registrierballons überein. Der Leiter des Aeronautischen Observatoriums in Berlin-Tegel, Richard Aßmann, hat nun keinen Grund mehr, den mit Hilfe unbemannter Freiballons gemessenen Temperaturen zu misstrauen.

November 1901
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Die deutschen Meteorologen und Aeronauten Arthur Berson und Hermann Elias stellen einen neuen Streckenrekord für Freiballone auf, der bisher im Besitz von Hans Bartsch von Sigsfeld gewesen ist.

10.01.1902
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Die deutschen Meteorologen und Aeronauten Arthur Berson und Hermann Elias stellen nur zwei Monate nach ihrer letzten Rekordfahrt einen neuen Streckenrekord für Freiballone auf, als sie von Berlin aus nach Pyrjatyn in der östlichen Ukraine eine über 1470 Kilometer lange Strecke bewältigen. Außerdem stellt ihre Fahrtzeit von 28:47 Stunden einen neuen Dauerrekord dar.

Frühjahr 1902
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Das vom Kriegsministerium in Berlin-Tegel gepachtete Gelände des im Jahre 1900 in Dienst gestellten Aeronautischen Observatoriums in Berlin Tegel wird seitens des Kriegsministeriums gekündigt, da die Drachen- und Fesselballonaufstiege des Observatoriums zu häufig Störungen für den Dienst des Luftschifferbataillons hervorrufen. Außerdem birgt der zunehmende Stadtverkehr der preußischen Hauptstadt Berlin bis nach Tegel die Gefahr, dass Menschen beim Abreißen von Drachendrähten zu Schaden kommen könnten, insbesondere dann, wenn der Draht auf eine Oberleitung der Straßenbahn fallen würde. Aus diesem Grund befasst sich der Meteorologe Richard Aßmann mit der Frage eines Umzuges des Observatoriums in die preußische Provinz Brandenburg.

28.04.1902
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Französische Republik

Der französische Meteorologe Léon-Philippe Teisserenc de Bort veröffentlicht die erste Abhandlung über die Entdeckung der Stratosphäre.

01.05.1902
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Drei Tage nach dem französischen Meteorologen Léon-Philippe Teisserenc de Bort veröffentlicht auch der Deutsche Richard Aßmann die in seinem Aeronautischen Observatorium in Berlin Tegel gesammelten Erkenntnisse zum Vorhandensein der Stratosphäre.

Mai 1902
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen / Vereinigte Staaten von Amerika

Die Meteorologen Arthur Berson aus Deutschland und Abbott Lawrence Rotch aus den USA, beide Mitglied des "Deutschen Vereins zur Förderung der Luftschiffahrt", legen auf der dritten Konferenz der Internationalen Aeronautischen Kommission in Berlin gemeinsam einen Plan zur Erforschung der Atmosphäre über den Weltmeeren vor. Der Amerikaner hat bereits ein Jahr zuvor auf dem Atlantik erste vorbereitende Drachenaufstiege von Bord eines Schiffes durchgeführt. Die Kommission verabschiedet eine Resolution, die eine Schiffsexpedition in die ozeanische Passatregion ausdrücklich befürwortet.

21.06.1902
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Der deutsche Meteorologe und Aeronaut Arthur Berson, der sich in den letzten zehn Jahren mehrmals in enorme gesundheitliche Gefahren durch Ballonfahrten in großen Höhen gebracht hat und daher den Fortschritt der sich entwickelnden Luftfahrtmedizin unterstützt, unternimmt eine Ballonfahrt mit den Pionieren dieses neuen Medizinzweiges, Hermann von Schrötter und Nathan Zuntz, die Aufschlüsse über die zweckmäßige Art der Sauerstoffatmung suchen. Der Ballon bewegt sich dabei in einer durchschnittlichen Höhe von 5200 Metern. Berson wird sich später auch von Schrötter für medizinische Experimente in der pneumatischen Kammer des Jüdischen Krankenhauses in Berlin zur Verfügung stellen.

03.07.1902
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Der deutsche Meteorologe und Aeronaut Hermann Elias erreicht mit einem wissenschaftlichen Freiballon eine Höhe von 7830 Metern.

19.07.1902
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Beginn einer viertägigen Reise der am Aeronautischen Observatorium in Berlin Tegel beschäftigten Meteorologen Richard Aßmann, Arthur Berson und H. Elias zur Suche nach einem neuen Observatoriumsstandort in der Nähe des Scharmützelsees; es zeichnet sich ab, dass ein Gelände zwischen Lindenberg und Herzberg in der preußischen Provinz Brandenburg der günstigste Standort sein könnte.

August 1902
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen / Russisches Kaiserreich (Großherzogtum Finnland)

Der deutsche Meteorologe Arthur Berson lässt auf einer von Kapitän Wilhelm Bade veranstalteten Kreuzfahrt mit dem finnischen Dampfer Oihonna nach Spitzbergen gemeinsam mit Hermann Elias Wetterdrachen aufsteigen. Dies sind die ersten Untersuchungen der freien Atmosphäre unter Einsatz von Wetterdrachen in der Arktis. Mit Hermann Elias, dem Schweizer Vulkanologen Albert Brun und zwei weiteren Passagieren der Oihonna gelingt Berson auch die Erstbesteigung eines 922 m hohen Berges am Sassenfjord, der heute den Namen Albert Bruntoppen trägt.

07.11.1902
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SMY HOHENZOLLERN
Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Der preußische Meteorologe Richard Aßmann, der mit dem Umzug des Aeronautischen Observatoriums von Berlin-Tegel zu einem neuen Standort in Lindenberg befasst ist, steht vor einer großen Herausforderung, da der preußische Finanzminister zunächst keine Möglichkeit sah, die für die neue Forschungsstätte notwendigen 458.000 Reichsmark und daher die Umzugspläne zu finanzieren. In dieser Situation gewann Aßmann den mit ihm befreundeten Oberregierungsrat im Kultusministerium Friedrich Schmidt für sein Vorhaben. Als Schmidt den Kaiser Wilhelm II. auf einer Fahrt nach England an Bord der SMY HOHENZOLLERN begleitet, erreicht er unter Umgehung des offiziellen Dienstweges die Zustimmung des Kaisers für Aßmanns Lindenberger Projekt.

1903
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Hermann Elias, seit 1899 Mitarbeiter des Aeronautischen Observatoriums Berlin-Tegel stellt seine Dissertation zur Meteorologie fertig.

24.06.1903
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Der deutsche Meteorologe und Aeronaut Arthur Berson und der Luftfahrtmediziner Hermann von Schrötter steigen mit einem wissenschaftlichen Ballon auf 8800 Meter auf, um die Verwendung von Druckflaschen mit flüssigem Sauerstoff zu erproben.

14.04.1904
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Das Preußische Abgeordnetenhaus stimmt in seiner 52. Sitzung dem Neubau eines Aeronautischen Observatoriums in Lindenberg in der Grenzregion zwischen den Dörfern Lindenberg und Herzberg im ostbrandenburgischen Kreis Beeskow-Storkow zu. Die Kostenübernahme von 458.000 Reichsmark wird zugesichert.

04.04.1905
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Nach dem Umzug des Aeronautischen Observatoriums von Berlin-Tegel in die Grenzregion zwischen den Dörfern Lindenberg und Herzberg in den Kreis Beeskow-Storkow in der preußischen Provinz Brandenburg wird das neue Observatorium um 1029 Uhr durch den Start des ersten Fesselballons eröffnet. Die offizielle Eröffnung soll am 16. Oktober in Anwesenheit des Kaisers stattfinden. Richard Aßmann wird der erste Direktor dieses Observatoriums. Auch Arthur Berson wechselt zum neuen Observatorium, obwohl das Verhältnis zwischen ihm und Aßmann nicht mehr das Beste ist. Der Meteorologe und Aeronaut Hermann Elias zieht nicht nach Lindenberg, da er zum Kaiserlichen Patentamt in Berlin wechselt.

November 1905
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Richard Aßmann, der Direktor des Aeronautischen Observatoriums in Lindenberg (Brandenburg), schreibt an Friedrich Schmidt im preußischen Kultusministerium: "Sie kennen im allgemeinen meine persönliche Antipathie gegen Berson ... er entfremdet mir meine jungen Beamten, indem er ihnen schmeichelt und sie gegen mich aufhetzt. Daher arbeitet er so gut wie nichts, was nicht "Sport" ist, und mein sehnlichster Wunsch ist, ihn auf anständige Art loszuwerden."

August 1908
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Deutsches Kaiserreich / Deutsch-Ostafrika

Nachdem die deutschen Meteorologen Arthur Berson und Hermann Elias am 12. Juni 1908 Berlin in Richtung Ostafrika verließen, lassen sie nun Registrier- und Pilotballone sowie Wetterdrachen steigen, um die vertikale Temperatur- und Windverteilung über Ostafrika zu erforschen. Als Standorte für die Untersuchungen wählt Berson den Victoriasee und Daressalam. Zeitweise werden Simultanaufstiege an beiden Orten durchgeführt. Abschließend werden Sondierungen auf dem Indischen Ozean vor der Küste von Deutsch-Ostafrika vorgenommen. Die Expedition ist insgesamt sehr ergebnisreich und gilt noch hundert Jahre später als „Meilenstein der Geschichte der Meteorologie“. Berson kann die Existenz der Stratosphäre in den Tropen nachweisen und feststellen, dass sie sehr viel höher liegt als in den gemäßigten Breiten. Dadurch werden in der oberen Troposphäre tiefere Temperaturen erreicht. Berson misst in 19.300 Metern Höhe nur noch −84,3 °C – die tiefste Temperatur, die bis dahin außerhalb eines Labors gemessen wurde. Bedeutend ist vor allem seine Entdeckung der heute nach ihm benannten Westwinde in über 18.000 Metern Höhe. Bis dahin hatte man aus Beobachtungen der Rauch- und Staubwolke des Krakatau nach dessen Ausbruch im Jahr 1883 geschlossen, dass in diesen Höhen stabile Ostwinde über der Äquatorialregion herrschen.

September 1908
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Deutsches Kaiserreich / Deutsch-Ostafrika

Im September 1908 überquert die Expedition der deutschen Meteorologen Arthur Berson und Hermann Elias mit dem Dampfer Husseni erstmals den Victoriasee von Schirati nach Bukoba. Durch regelmäßige Lotungen wird festgestellt, dass der Victoriasee eine gleichmäßige Mulde in etwa 70 Metern Tiefe bildet.

1910
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Der deutsche Meteorologe und Pionier der Aerologie Josef Arthur Stanislaus Berson nimmt seinen Abschied vom Aeronautischen Observatorium Lindenberg und übernimmt die Leitung der Abteilung für meteorologische und aeronautische Instrumente der "Optischen Anstalt C.P. Goerz" in Friedenau bei Berlin.

1913
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen / Südamerika

Der deutsche Meteorologe und Pionier der Aerologie Josef Arthur Stanislaus Berson unternimmt seine zweite aerologische Expedition in die Tropen. Ziel ist es, den Ursprung der großen Regenmengen am Amazonas zu untersuchen. Es handelt sich um eine vorbereitende Expedition, die Hauptexpedition ist für das nächste Jahr geplant.

1914
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Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Der Magdeburger Mediziner und Naturwissenschaftler Richard Aßmann, seit 1905 Direktor des Königlich-Preußischen Aeronautischen Observatoriums in Lindenberg (Brandenburg), scheidet als Geheimer Regierungsrat aus dem Amt und wird Honorarprofessor an der Universität Gießen.

28.05.1918
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Richard Aßmann
Deutsches Kaiserreich / Königreich Preußen

Der deutsche Meteorologe Richard Adolph Aßmann (* 13.04.1845 in Magdeburg) stirbt in Gießen. Er entwickelte das nach ihm benannte Aspirationspsychrometer, wirkte für eine Popularisierung der Wetterkunde und gilt als Mitbegründer der Aerologie. Neun Jahre lang war Aßmann Leiter des Königlich-Preußischen Aeronautischen Observatoriums in Lindenberg (Brandenburg), zuvor Leiter verschiedener Institutionen, die sich mit der Wetterkunde befassten. Der promovierte Mediziner und Naturwissenschaftler gilt als der "Vater der Meteorologie" in Deutschland.

1920
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Deutsches Reich / Freistaat Preußen

Der deutsche Meteorologe und Pionier der Aerologie Josef Arthur Stanislaus Berson wird Mitarbeiter der Junkers-Werke in Dessau. Daneben ist Berson Berater der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt, dessen Vorstandsrat er angehört.

27.05.1932
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Schweizerische Eidgenossenschaft

Auguste Piccard und Paul Kipfer erreichen in der hermetisch abgedichteten Gondel ihres Stratosphärenballons "FNRS-1" die Höhe von 15.781 Meter und brechen damit den am 31. Juli 1901 von Josef Arthur Stanislaus Berson und Reinhard Süring aufgestellten Höhenrekord, der bei 10.800 Meter lag.

03.12.1942
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(siehe Fußnote)
Arthur Berson
Deutsches Reich

Der deutsche Meteorologe und Wegbereiter der Aerologie Josef Arthur Stanislaus Berson (* 06.08.1859 in Neu-Sandez in Galizien) stirbt nach einem Schlaganfall in Berlin. Bekannt wurde er auch durch seine spektakulären Ballonfahrten zu wissenschaftlichen Zwecken. Von 1894 bis zur Stratosphärenfahrt Auguste Piccards im Jahre 1931 hielt er den Höhenweltrekord für Ballonfahrer. Berson war in den 1890er Jahren ein Hauptakteur der Berliner wissenschaftlichen Luftfahrten und führte am 31. Juli 1901 mit Reinhard Süring eine Ballonhochfahrt bis auf etwa 10.800 m Höhe aus, die zur Entdeckung der Stratosphäre führte. Die Resultate seiner aerologischen Expedition nach Ostafrika im Jahre 1908 beeinflussten wesentlich die weitere Entwicklung der Klimatologie. 1920 wurde Berson Mitarbeiter der Junkers-Werke in Dessau. Mit Hugo Junkers pflegte er freundschaftliche Beziehungen. Daneben war er Berater der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt, dessen Vorstandsrat er angehörte. 1922 gehörte Berson dem vorbereitenden wissenschaftlichen Ausschuss zur Erforschung der Arktis mit Luftschiffen an, dessen Denkschrift "Das Luftschiff als Forschungsmittel in der Arktis" 1924 zur Grundlage bei der Gründung der Internationalen Studiengesellschaft zur Erforschung der Arktis mit Luftfahrzeugen (Aeroarctic) wurde. Berson war stellvertretender Generalsekretär im Gesamtvorstand der Aeroarctic und redigierte von 1928 bis 1930 deren Zeitschrift "Arktis". Nach dem Tod Fridtjof Nansens wurde Berson 1930 neben Leonid Breitfuß und Walther Bruns (1889–1955) Herausgeber der Zeitschrift.

Mai 1945
Alliierter Kontrollrat.png UdSSR 1923-1955.png
Alliierter Kontrollrat für Deutschland / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken

Die sowjetische Besatzungsmacht betraut den 80 Jahre alten Meteorologen Reinhard Süring mit der Leitung des Meteorologisch-Magnetischen Observatoriums Potsdam, nachdem dieser zum Kriegsende die säkulare Beobachtungsreihe der Station nahezu lückenlos über das Kriegsgeschehen in Potsdam rettete. Außerdem unternimmt Süring die ersten Schritte zum Aufbau eines einheitlichen meteorologischen Beobachtungsnetzes in der sowjetischen Besatzungszone.

19.12.1950
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Reinhard Süring
Deutsche Demokratische Republik

Reinhard Joachim Süring (* 15.05.1866 in Hamburg), einer der bedeutendsten deutschen Meteorologen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, stirbt in Potsdam. Unter seiner Leitung wurde das meteorologische Observatorium in Potsdam ein Wolkenforschungszentrum von internationalem Ruf. Süring gehörte zahlreichen internationalen Kommissionen an. Seine wissenschaftlichen Leistungen liegen in der Erforschung der Hochatmosphäre sowie in der Wolken- und Strahlungsforschung. Ab 1887, noch als Student, war er Assistent an der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt. Sein Interesse galt den höheren Luftschichten. 1890 promovierte er mit einer Arbeit über Die vertikale Temperaturabnahme in Gebirgsgegenden in ihrer Abhängigkeit von der Bewölkung. Im gleichen Jahr wurde er Assistent am Preußischen Meteorologischen Institut in Berlin und mit Gründung des Meteorologisch-Magnetischen Observatoriums in Potsdam im Jahre 1892 auch dort. Die erste offizielle Wetterbeobachtung der säkularen (von lateinisch saeculum = Jahrhundert) Potsdamer Beobachtungsreihe am Neujahrstag des Jahres 1893 wurde von ihm vorgenommen. Vorgesehen war eine Wetterstation, die über sehr lange Zeiträume unter möglichst unveränderten Mess- und Randbedingungen arbeitet (säkulum = Jahrhundert). Zwischen 1893 und 1921 beteiligte er sich an zahlreichen wissenschaftlichen Ballon-Hochfahrten. Weltweites Aufsehen erregte seine Freiballon-Rekordfahrt am 31. Juli 1901, die er gemeinsam mit Arthur Berson zu wissenschaftlichen Zwecken durchführte. Anlass war die Beobachtung Richard Aßmanns mit unbemannten Registrierballons, dass in einer Höhe von 10 bis 13 km die Abnahme der Lufttemperatur mit zunehmender Höhe aufhört. Die Richtigkeit dieser Messungen wurde angezweifelt, lange sogar von Aßmann selbst. Süring und Berson stiegen mit dem Ballon PREUSSEN am Tempelhofer Feld auf und erreichten eine Höhe von 10.800 m in einer offenen Gondel. Wenn sie auch die isotherme Schicht nicht erreichten, so konnten sie doch die Richtigkeit der Messwerte eines simultan aufgestiegenen Registrierballons bestätigen, der auf eine Höhe von 17.500 Meter stieg. Damit schufen sie die Voraussetzung für die Entdeckung der Stratosphäre durch Aßmann und Teisserenc de Bort im Jahre 1902. Ab 1901 leitete Süring die Gewitterabteilung des Preußischen Meteorologischen Instituts. Seit Ende der 1890er Jahre arbeitete Süring eng mit dem Wiener Physiologen Hermann von Schrötter zusammen, einem Pionier der Luftfahrtmedizin. 1897 begleiteten ihn auf Schrötters Bitte Versuchstiere (Kaninchen) auf einer Ballonhochfahrt. Gemeinsam mit Berson stellte er sich Schrötter als Versuchsperson im pneumatischen Kabinett des Jüdischen Krankenhauses in Berlin zur Verfügung, wobei Schrötter die physiologischen Auswirkungen des atmosphärischen Unterdrucks (Höhenkrankheit) beobachtete. 1901 und 1902 unternahmen Süring und Schrötter gemeinsame Ballonfahrten, an denen auch Berson und der Berliner Physiologe Nathan Zuntz beteiligt waren. Bereits 1901 hatten Süring und Schrötter die Höhe abgeschätzt, ab der wegen des geringen Luftdrucks auch die Atmung von reinem Sauerstoff nicht mehr genügen würde, um den menschlichen Körper selbst bei absoluter Ruhe ausreichend zu versorgen. Ihr Ergebnis lag bei 12.500 Metern. Seit 1907 gab er gemeinsam mit Julius von Hann die Meteorologische Zeitschrift heraus, die ab 1946 mit dem Titel Zeitschrift für Meteorologie von ihm weiter geführt wurde. Nach dem Tod Adolf Sprungs wurde Süring 1909 Vorsteher der meteorologischen Abteilung des Meteorologisch-Magnetischen Observatoriums Potsdam. In Nachfolge von Adolf Schmidt, der 1928 in Pension ging, wurde er Direktor dieses Observatoriums, das er bis zu seiner eigenen Pensionierung im Jahre 1932 zu internationalem Ansehen führte. Nachdem er zum Kriegsende die säkulare Beobachtungsreihe nahezu lückenlos über das Kriegsgeschehen in Potsdam gerettet hatte, wurde er 1945 von der sowjetischen Besatzungsmacht nochmals mit der Leitung des Observatoriums betraut, das als zentrale Einrichtung zum Aufbau eines einheitlichen meteorologischen Beobachtungsnetzes in der sowjetischen Besatzungszone bestimmt worden war. Er leitete das Observatorium bis zum 31. März 1950.

10.11.1955
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Bundesrepublik Deutschland

Der deutsche Meteorologe und Aeronaut Alfred Albert Hermann Elias (* 02.10.1876 in Cottbus) stirbt. Elias war Sohn eines Cottbuser Kaufmanns. Von 1899 bis 1905 arbeitete er bei Richard Aßmann am Aeronautischen Observatorium Berlin-Tegel, anschließend beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin. 1903 stellte er seine Dissertation zur Meteorologie fertig. Elias betätigte sich aktiv im "Berliner Verein für Luftschiffahrt". Er gehörte dem 1907 vom Verein eingesetzten flugtechnischen Ausschuss an und redigierte von 1907 bis 1911 die Vereinszeitschrift "Deutsche Zeitschrift für Luftschiffahrt - Illustrierte Aeronautische Mitteilungen". 1919 übernahm er den Vorsitz des Vereins. Elias war ein leidenschaftlicher Ballonfahrer. Gemeinsam mit Arthur Berson stellte er im November 1901 einen deutschen Langstreckenrekord auf. Diesen konnten sie am 9. und 10. Januar 1902 noch überbieten, als ihr Ballon sie über 1470 km von Berlin nach Pyrjatyn in der östlichen Ukraine trug. Die Fahrtdauer von 28:47 Stunden stellte außerdem einen neuen deutschen Dauerrekord auf. Bei einer wissenschaftlichen Freiballonfahrt am 3. Juli 1902 erreichte Elias eine Höhe von 7830 Metern. 1902 unternahm er mit Berson eine Schiffsreise nach Spitzbergen, während der sie als Erste Wetterdrachen in der Arktis einsetzten. Finanziert vom Berliner Lokal-Anzeiger fuhr er im Sommer 1907 mit dem Journalisten und Polarforscher Theodor Lerner erneut nach Spitzbergen, um den Amerikaner Walter Wellman bei dessen Versuch, den Nordpol mit dem Luftschiff AMERICA zu erreichen, in meteorologischen Fragen zu beraten. In Wellmans Camp auf Danskøya ließ er wiederum Wetterdrachen und -ballons aufsteigen. 1908 nahm er an der von Berson geleiteten aerologischen Expedition des Aeronautischen Observatoriums Lindenberg nach Ostafrika teil. 1913 begleitete Elias als Navigator den Piloten Alfred Friedrich auf dem Flug von Berlin-Johannisthal nach Paris. Ihre Etrich-Taube mit einem 100-PS-Sechszylinder-Mercedes-Motor benötigte eine reine Flugzeit von zwölf Stunden. Allerdings mussten mehrere Zwischenstopps eingelegt werden, um nachzutanken oder sich nach dem Weg zu erkundigen. Elias navigierte mit Kompass und einer Eisenbahnkarte im Maßstab 1:100.000. 1914 flog er mit Friedrich von Berlin nach Konstantinopel. Im Ersten Weltkrieg war er Fliegeroffizier, wurde 1915 zum Hauptmann befördert und war ab Dezember 1916 Abteilungsführer der Feldfliegerabteilung 17 an der Westfront. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz erster und zweiter Klasse und dem österreichischen Verdienstkreuz mit der Kriegsdekoration ausgezeichnet.

16.10.2005
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Bundesrepublik Deutschland / Brandenburg

Das Meteorologische Observatorium des Deutschen Wetterdienstes in Lindenberg erhält den Namen seines Begründers "Richard-Aßmann-Observatorium", kurz MOL-RAO.

24.08.2011
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Bundesrepublik Deutschland / Brandenburg

Die Gemeindevertretung der Gemeinde Schönefeld beschließt, eine Straße des Eingangsbereiches des Flughafens Berlin-Brandenburg nach Arthur Berson zu benennen.

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Fußnote

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Für Österreich gilt der § 3 des Verbotsgesetzes. In anderen Ländern können ähnliche Regelungen bestehen. Die Rechtslage in der Schweiz, in Südtirol, Luxemburg, Liechtenstein, den deutschsprachigen Gemeinschaften Belgiens und anderen deutschsprachigen Gebieten kann davon abweichen.