Chronik 1948.02

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Weltchronik des Februar 1948


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06.02.1948
Deutschland 1945.png UdSSR 1923-1955.png

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Alliierter Kontrollrat für Deutschland / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken / Sowjetisch Besetzte Zone

Bereits am 2. April 1947 wurde in der Zeitung "Tägliche Rundschau" ein Artikel unter der Überschrift "Die Berliner sollten Zeitgeschichte lernen" veröffentlicht. Darin wurde gefordert, dass die Zentralstelle der Volksbildungsabteilung des Magistrats unterstellt werden sollte. Außerdem sollte die Einrichtung der Universität angegliedert werden. Aber die Universität gehörte zur Zentralverwaltung für Volksbildung der Sowjetischen Besatzungszone. Heute wird diese Einrichtung unter dem Namen „Institut für Zeitgeschichte“ in Berlin-Friedrichsfelde wieder eröffnet.


09.02.1948
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Alliierter Kontrollrat für Deutschland / Vereinigte Staaten von Amerika / Bayern

Der Kabarettist, Volkssänger, Autor, Filmproduzent und Komiker Karl Valentin, geb. 1882 in München als Valentin Ludwig Fey, stirbt in Planegg. Dem Nazi-Regime stand Valentin naiv-skeptisch gegenüber; er äußerte sich aber nicht öffentlich. Zwar schrieb er für das Propagandablatt Münchner Feldpost nach dem Desaster des Panoptikums aus Geldnot unpolitische Artikel, ließ sich aber von den Nationalsozialisten nicht vereinnahmen und scheute sich nicht vor satirischen Bildern wie „Auf zum Endsieg“ oder „Das letzte Aufgebot“. Bekannt sind auch seine Bühnenworte „Heil …, heil …, heil …! ja wie heißt er denn nur – ich kann mir einfach den Namen nicht merken.“ Oder auch: „Wie gut ist es doch, dass der Führer nicht Kräuter heißt, sonst müsste man ihn mit ‘Heil Kräuter’ grüßen.“ Einer der „offenen Feldpostbriefe“ – weil er ja nicht jedem Soldaten schreiben kann – ist in den Erinnerungen seiner Tochter veröffentlicht. Er berichtet über Vorkommnisse, Klatsch und Tratsch in der Nachbarschaft. 1941 schrieb er „Die Laugenbrezel“, eine satirische Polemik im Stile einer Hitlerrede, gefunden im Nachlass. 2007 berichtete der Spiegel, dass Valentin den Filmemacher Walter Jerven denunziert habe, indem er behauptet habe, er würde in Wirklichkeit Samuel Wucherpfennig heißen. Walter Jerven konnte jedoch innerhalb von vier Tagen den Ariernachweis erbringen.


11.02.1948
UdSSR 1923-1955.png
Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken

Der russische Regisseur und Filmtheoretiker Sergej Eisenstein (* 1898 in Riga, Russisches Kaiserreich) stirbt in Moskau an einem Herzinfarkt, während er an einem Text zur Geschichte des sowjetischen Films arbeitet. Eisenstein gilt, obwohl unter schwierigen Umständen tätig, theoretisch wie handwerklich (insbesondere durch seine innovative Montagetechnik) als einer der größten Regisseure und Visionäre der Filmgeschichte. Seine Werke hinterließen bleibenden Eindruck und werden bis heute oft zitiert. Für seine Verdienste erhielt Eisenstein 1941 und 1946 den Stalinpreis. Seinen internationalen Durchbruch als Regisseur hatte er mit dem Revolutionsfilm Panzerkreuzer Potemkin, der heute genauso zu den wegweisenden Klassikern der Filmgeschichte gezählt wird wie seine Filme Oktober und Iwan der Schreckliche. Seine späteren Filme wurden teilweise Opfer der sowjetischen Zensur. Ab 1934 war Eisenstein mit der Journalistin und Filmkritikerin Pera Ataschewa (* 1900) verheiratet. Während der Stalinschen Säuberungen 1937/38 bereitete die Geheimpolizei NKWD einen Schauprozess mit ihm als Angeklagten vor, doch kam es nicht zu dem Verfahren. Eisenstein arbeitete mit dem russischen Komponisten Sergei Prokofjew für zwei seiner Filme zusammen: Alexander Newski und Iwan der Schreckliche (Teil I und Teil II). Letzterer war als Dreiteiler geplant, jedoch konnte Eisenstein nur die ersten beiden Teile fertigstellen. Während der erste Teil von Iwan der Schreckliche 1945 noch mit dem Stalinpreis ausgezeichnet wurde, unterlag der zweite Teil wegen der nicht ausreichend linientreuen Umsetzung sowjetischer Geschichtsbilder gemäß der Schdanowschtschina, einer repressiven Kulturpolitik, einem Aufführungsverbot. Stalin persönlich verlangte eine „Nachbearbeitung“. Gemeinsam mit Premierminister Wjatscheslaw Molotow gab Stalin Eisenstein dafür konkrete Anweisungen. So bemängelte er, dass Eisenstein den Zaren als unentschlossenen Herrscher so wie Hamlet dargestellt habe. Überdies sei die Opritschnina nicht als „fortschrittliche Kraft“ gezeigt. Wie in „Frauennot – Frauenglück“ arbeitete Eisenstein in seinem Film Streik wieder mit dem Kameramann und Regisseur Eduard Tisse zusammen. Die Musik für Oktober schrieb Edmund Meisel, eine spätere Musikbegleitung wurde zusammengestellt aus Sinfonien von Dmitri Schostakowitsch.

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Alliierter Kontrollrat für Deutschland / Berlin / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken / Sowjetisch Besetzte Zone (SBZ)

In Westberlin findet der 3. Landesparteitag des Berliner Landesverbandes der LDP (Liberaldemokratische Partei) ohne Delegierte aus dem Ostsektor abgehalten, weil die Sowjetische Militäradministration (SMAD) eine Neugründung eines Landesverbandes für Ostberlin fordert. Währenddessen trennt sich der Berliner Landesverband der CDU (Christlich-Demokratisch Union) von der CDU in der SBZ.

13.02.1948
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Alliierter Kontrollrat für Deutschland / Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland / Nordrhein-Westfalen

Die Kölner Sportvereine Kölner BC 01 und SpVgg Sülz 07 schließen sich zusammen zum 1. FC Köln. Die Vereinsfarben von Sülz sind Rot und Weiß. Als 1947 der Fußballbetrieb im Westen Deutschlands wieder startete, spielten mit dem VfR Köln 04 rrh. und Preußen Dellbrück zwei Kölner Vereine in der höchsten Spielklasse, der neugegründeten Oberliga West. Doch diese spielten dort nur eine untergeordnete Rolle, fanden sich rasch in den Niederungen der Tabelle wieder und mussten beide in die Bezirksliga absteigen. Deren Misserfolg erschien KBC-Chef Franz Kremer als Chance, einen Kölner Großverein zu etablieren. Dieser soll nach seinen Vorstellungen nicht nur in der Oberliga mitmischen, sondern in den Kampf um die deutsche Meisterschaft eingreifen können. Als der von Kremer angefragte SV Union Köln eine Fusion mit dem KBC ablehnte, richtete sich die Aufmerksamkeit auf die SpVgg Sülz 07. Zwar verband die beiden Klubs eine traditionelle Rivalität, doch Kremer gelang es, bei beiden Vereinen die Zweifel zu beseitigen. So warb er unter anderem mit dem Spruch „Wollen Sie mit mir Deutscher Meister werden?“, was durchaus gewagt war, handelte es sich doch um ein Zusammengehen eines zweitklassigen mit einem drittklassigen Verein. Und auch der ursprünglich angedachte, anspruchsvolle Name, Erster Fußballclub Köln, war weder durch das Alter der Fusionsvereine noch durch deren damaligen sportlichen Stellenwert gerechtfertigt, was anderen Vereine der Stadt als anmaßend erschien. Der langjährige Vorsitzende der SpVgg, Karl Büttgen, befürwortete die Fusion und trieb sie an. Die meisten Vereinsmitglieder, die gegen die Fusion waren, begründeten dies damit, dass sie die Tradition des jeweiligen Vereins nicht aufgeben wollten; doch sie waren damit in der Minderheit. Franz Kremer sagte: „Tradition hat nur dann Sinn, wenn der Wille zu noch größeren Taten vorhanden ist.“ Auf der heutigen Mitgliederversammlung stimmten schließlich 121 von 156 Mitgliedern der SpVgg Sülz 07 für eine Fusion. Die Mitglieder des Kölner BC stimmten mit 156:10 ebenfalls dafür. Noch am selben Tag wurde in der Kneipe „Roggendorf“ in Sülz (Luxemburger Straße 188) der 1. FC Köln offiziell gegründet. Franz Kremer wurde einstimmig zum ersten Präsidenten gewählt.


23.02.1948
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USA 1912-1959.png Frankreich.png

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Alliierter Kontrollrat für Deutschland / Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland / Vereinigte Staaten von Amerika / Französische Republik / Königreich Belgien / Königreich der Niederlande / Großherzogtum Luxemburg

In London beginnt die erste Sitzungsperiode der Londoner Sechsmächtekonferenz, zu der die Sowjetunion nicht eingeladen wurde: Die drei Westalliierten und die Benelux-Staaten empfehlen die Schaffung eines bundesstaatlichen Systems in Westdeutschland sowie dessen Einbeziehung in das European Recovery Program (Marshallplan) und die Ruhrkontrolle.


24.02.1948
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Alliierter Kontrollrat für Deutschland

Gründung der "Arbeitsgemeinschaft Eisen und Metall" als Vorstufe zu einem "Bundesverband der Deutschen Industrie" (BDI).


25.02.1948
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Tschechoslowakische Republik

Der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei gelingt in dem sogenannten Februarumsturz die endgültige Machtübernahme. Die Nationalversammlung spricht der rekonstruierten Regierung unter der Führung von Klement Gottwald mit 230 Stimmen der anwesenden Volksvertreter das Vertrauen aus. Die Partei Tschechoslowakische Nationale Sozialistische Partei (&Ccaron;eskoslovenská strana národn&ecaron; socialistická; nicht im deutschen „nationalsozialistischen“ Sinne) wurde in Tschechoslowakische Sozialistische Partei umbenannt und mit Anhängern der Politik der KS&Ccaron; besetzt. Viele Funktionäre der sozialdemokratischen &Ccaron;SSD gehen nach dem Umsturz erneut ins Exil. In diesem Jahr soll auch die Kommunistische Partei der Slowakei (KSS) mit der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei (KS&Ccaron;) wiedervereinigt werden und von da an nur noch als eine territoriale Gebietsorganisation weiter existieren, die der gesamttschechoslowakischen Partei untergeordnet wird.

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Alliierter Kontrollrat für Deutschland

Gründung der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften als Rechtsnachfolgerin der 1911 gegründeten Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft.


26.02.1948
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Alliierter Kontrollrat für Deutschland / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken / Sowjetisch Besetzte Zone

Der Befehl 35/48 des Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) führt zur Auflösung der Entnazifizierungskommissionen in der Sowjetisch Besetzten Zone (SBZ). Bis zum heutigen Tag wurden über eine halbe Million Menschen aus Dienststellen und staatlichen Einrichtungen der SBZ aufgrund ihrer NSDAP-Zugehörigkeit oder -Unterstützung entfernt.

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Alliierter Kontrollrat für Deutschland / Vereinigte Staaten von Amerika / Bayern

Walter Oehmichen eröffnet im historischen Heilig-Geist-Spital in der Augsburger Altstadt die Augsburger Puppenkiste mit dem Märchen "Der gestiefelte Kater". Zunächst schnitzt Oehmichen die Marionetten selbst, übergibt diese Aufgabe aber bald an seine Tochter Hannelore. Unter ihrer Leitung entstehen die berühmten „Stars an Fäden“. Ihre erste Figur schnitzte Hannelore bereits im Alter von 13 Jahren heimlich, weil sie das scharfe Schnitzmesser eigentlich nicht hätte benutzen dürfen. Ihre erste bekannte Figur war der kleine Prinz. In der Premierenvorstellung des Theaters führt Hannelore den gestiefelten Kater. Oehmichens Frau Rose kleidet die Puppen ein und übernimmt als Sprecherin viele Mutter- und Großmutterrollen.


27.02.1948
Deutschland 1945.png UdSSR 1923-1955.png

Ostberlin 1948-1956.png
Alliierter Kontrollrat für Deutschland / Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken / Sowjetisch Besetzte Zone

Offizielles Ende der Entnazifizierung in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ).


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