Stamm der Magyaren 930: Unterschied zwischen den Versionen
(Die Seite wurde neu angelegt: „__NOTOC__ <font face="Verdana"> 150px|thumb|left|''Das Lehel-Horn von Jászberény'' = <center> '''Stamm der Magyaren''' </center>…“) |
K |
||
| (8 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 11: | Zeile 11: | ||
{| class="wikitable" | style="color:blue;background-color:#ffffcc;" cellpadding="2" cellspacing="0" border="2" | {| class="wikitable" | style="color:blue;background-color:#ffffcc;" cellpadding="2" cellspacing="0" border="2" | ||
| '''[[Hauptseite]]''' | | '''[[Hauptseite]]''' | ||
| − | | rowspan="3" colspan="2" | [[Datei: | + | | rowspan="3" colspan="2" | [[Datei:Ungarische Streifzüge.jpg|800px]] <br> '''Ungarische Streifzüge 899-970''' |
|- | |- | ||
| '''[[Jahreschroniken|Jahres-Chroniken]]''' <!--Column 2 occupied by cell --> | | '''[[Jahreschroniken|Jahres-Chroniken]]''' <!--Column 2 occupied by cell --> | ||
| Zeile 38: | Zeile 38: | ||
! width="15%" | Jahre | ! width="15%" | Jahre | ||
|- | |- | ||
| − | | <center> [[Datei: | + | | <center> [[Datei:Solt fia Árpád.jpg|70px]] </center> || <center> '''Kündü'''<br>''(Häuptling und religiöser Führer)''</center> || <center> '''Solt fia Árpád''' <br>(* ~ 890)'' </center> || <center>'''907''' </center> || <center>'''23''' </center> |
|} | |} | ||
|- valign="top" | |- valign="top" | ||
| Zeile 44: | Zeile 44: | ||
Rund sechs Jahre nach dem Abschluss eines neunjährigen Waffenstillstandes zwischen den Magyaren und den Ostfranken, der vorsieht, dass die Ostfranken den Magyaren einen jährlichen Tribut zu zollen haben, hat König Heinrich die Zeit genutzt, um neue Befestigungen zu errichten und die slawischen Abodriten, Wilzen, Heveller, Daleminzier, Böhmen und Redarier zu unterwerfen und dem Reich gegenüber tributpflichtig zu machen. Durch seine kluge, zurückhaltende Innenpolitik, die den anderen Stammesherzögen eine weitgehende Selbstständigkeit zusichert, hat Heinrich sich deren Unterstützung versichert. Als eine Gesandtschaft der Magyaren nun den fälligen Tribut entgegennehmen will, gibt er den Befehl, ihnen stattdessen einen toten Hund vor die Füße zu schleudern. Diese schmähliche Behandlung bedeutet das Ende des Waffenstillstands zwischen Magyaren und Ostfranken. <br> | Rund sechs Jahre nach dem Abschluss eines neunjährigen Waffenstillstandes zwischen den Magyaren und den Ostfranken, der vorsieht, dass die Ostfranken den Magyaren einen jährlichen Tribut zu zollen haben, hat König Heinrich die Zeit genutzt, um neue Befestigungen zu errichten und die slawischen Abodriten, Wilzen, Heveller, Daleminzier, Böhmen und Redarier zu unterwerfen und dem Reich gegenüber tributpflichtig zu machen. Durch seine kluge, zurückhaltende Innenpolitik, die den anderen Stammesherzögen eine weitgehende Selbstständigkeit zusichert, hat Heinrich sich deren Unterstützung versichert. Als eine Gesandtschaft der Magyaren nun den fälligen Tribut entgegennehmen will, gibt er den Befehl, ihnen stattdessen einen toten Hund vor die Füße zu schleudern. Diese schmähliche Behandlung bedeutet das Ende des Waffenstillstands zwischen Magyaren und Ostfranken. <br> | ||
|- valign="top" | |- valign="top" | ||
| − | | style="color:blue;background-color:#eeffcc | <center>'''[[Chronik 933|15.03.933]]''' <br> [[Datei:Lehel-Horn.jpg|50px]] [[Datei:Franken.gif|50px]] </center> || style="color:blue;background-color:#eeffcc | '''[[Stamm der Magyaren 930|Stamm der Magyaren]] / [[Ostfränkisches Reich | + | | style="color:blue;background-color:#eeffcc | <center>'''[[Chronik 933|15.03.933]]''' <br> [[Datei:Lehel-Horn.jpg|50px]] [[Datei:Franken.gif|50px]] </center> || style="color:blue;background-color:#eeffcc | '''[[Stamm der Magyaren 930|Stamm der Magyaren]] / [[Ostfränkisches Reich 935|Ostfränkisches Reich]] / [[Stammesherzogtum Sachsen]]''' <br> |
In dem Gebiet einer später nicht mehr lokalisierbaren "Burg des Wido" in der Region der Helme-Unstrut-Niederung oder im Raum der heutigen Stadt Merseburg findet eine Schlacht zwischen Magyaren und Ostfranken statt. Auch der Lagerplatz des ostfränkischen Königs Heinrich I., Riade genannt, wird später ohne durchschlagenden Erfolg gesucht werden. Manche Historiker vermuten Riade im heutigen Kalbsriether Ortsteil Ritteburg an der Mündung der Helme in die Unstrut und setzt sie mit dem in Urkunden genannten Ort Reot, Rieda oder Riede gleich. Andere Historiker vermuten das Schlachtfeld bei Radewell im Ried am Zusammenfluss zwischen Elster und Saale. Ebenso wird das Schlachtfeld um Riethgen (auch Riedchen) bei Weißensee/Thüringen angesetzt, wobei man auf den Flurnamen in der Hunne oder Hunnenfeld, angeblich benannt nach den so im Volksmund genannten Magyaren, verweist. Dort soll Heinrich angeblich vom sogenannten Kains- oder Königsberg seine Truppen befehligen. Die Armee der Magyaren besteht aus leichter Reiterei. Es sind hervorragende Bogenschützen, deren Taktik darin besteht, in kleinen Gruppen auf den Feind zuzustürmen, tödliche Pfeile abzuschießen und dann genauso schnell wieder zu verschwinden. Bisher war diese Taktik der Magyaren immer erfolgreich. Heinrich setzt, nach Auskunft des Geschichtsschreibers Widukind von Corvey, eine wohl in den vorangegangenen Ungarnkriegen entwickelte Taktik ein: Leicht bewaffnete Krieger (cum raro milite armato) sollen durch vermeintliche Wehrlosigkeit (inermes) die feindliche Armee zum Angriff herausfordern. Die Magyaren greifen die vorausgeschickten Thüringer auch tatsächlich an, wenden sich allerdings zum Rückzug, sobald sie das voll ausgerüstete Heer (exercitum armatum) erblicken. Dem Heer Heinrichs bleibt nur noch, das Heerlager des Gegners zu plündern und die von den Magyaren gemachten Gefangenen zu befreien. Auch der Geschichtsschreiber Liudprand beschreibt eine heillose Flucht der Magyaren. <br> | In dem Gebiet einer später nicht mehr lokalisierbaren "Burg des Wido" in der Region der Helme-Unstrut-Niederung oder im Raum der heutigen Stadt Merseburg findet eine Schlacht zwischen Magyaren und Ostfranken statt. Auch der Lagerplatz des ostfränkischen Königs Heinrich I., Riade genannt, wird später ohne durchschlagenden Erfolg gesucht werden. Manche Historiker vermuten Riade im heutigen Kalbsriether Ortsteil Ritteburg an der Mündung der Helme in die Unstrut und setzt sie mit dem in Urkunden genannten Ort Reot, Rieda oder Riede gleich. Andere Historiker vermuten das Schlachtfeld bei Radewell im Ried am Zusammenfluss zwischen Elster und Saale. Ebenso wird das Schlachtfeld um Riethgen (auch Riedchen) bei Weißensee/Thüringen angesetzt, wobei man auf den Flurnamen in der Hunne oder Hunnenfeld, angeblich benannt nach den so im Volksmund genannten Magyaren, verweist. Dort soll Heinrich angeblich vom sogenannten Kains- oder Königsberg seine Truppen befehligen. Die Armee der Magyaren besteht aus leichter Reiterei. Es sind hervorragende Bogenschützen, deren Taktik darin besteht, in kleinen Gruppen auf den Feind zuzustürmen, tödliche Pfeile abzuschießen und dann genauso schnell wieder zu verschwinden. Bisher war diese Taktik der Magyaren immer erfolgreich. Heinrich setzt, nach Auskunft des Geschichtsschreibers Widukind von Corvey, eine wohl in den vorangegangenen Ungarnkriegen entwickelte Taktik ein: Leicht bewaffnete Krieger (cum raro milite armato) sollen durch vermeintliche Wehrlosigkeit (inermes) die feindliche Armee zum Angriff herausfordern. Die Magyaren greifen die vorausgeschickten Thüringer auch tatsächlich an, wenden sich allerdings zum Rückzug, sobald sie das voll ausgerüstete Heer (exercitum armatum) erblicken. Dem Heer Heinrichs bleibt nur noch, das Heerlager des Gegners zu plündern und die von den Magyaren gemachten Gefangenen zu befreien. Auch der Geschichtsschreiber Liudprand beschreibt eine heillose Flucht der Magyaren. <br> | ||
|- valign="top" | |- valign="top" | ||
| − | + | | <center>'''[[Chronik 936|936]]''' <br> [[Datei:Lehel-Horn.jpg|50px]] [[Datei:Franken.gif|50px]] </center> || '''[[Stamm der Magyaren 930|Stamm der Magyaren]] / [[Ostfränkisches Reich 935|Ostfränkisches Reich]] / [[Stammesherzogtum Sachsen]]''' <br> | |
| − | + | Magyarische Reiter durchpflügen Elsass, Lothringen sowie den Norden des Westfrankenreiches bis zum Atlantik. Von dort eilen sie durch den Mittelteil Westfrankens zu den Alpen, übersteigen diese und plündern Oberitalien bis hinab nach Capua. <br> | |
| − | + | |- valign="top" | |
| − | |- | + | | style="color:blue;background-color:#eeffcc | <center>'''[[Chronik 937|937]]''' <br> [[Datei:Lehel-Horn.jpg|50px]] [[Datei:Franken.gif|50px]] </center> || style="color:blue;background-color:#eeffcc | '''[[Stamm der Magyaren 930|Stamm der Magyaren]] / [[Ostfränkisches Reich 935|Ostfränkisches Reich]]''' <br> |
| − | | | + | Die sorglos aus Oberitalien heimkehrenden Magyaren werden größtenteils von Bewohnern der heutigen Schweiz erschlagen. Die Beute, die die Überlebenden nach Hause bringen, besteht aus einer "großen silbernen Krone mit silbernen Ketten, vier silbernen Bechern, einem silbernen Rauchfass, vergoldet, drei silberne Löffel ein Pfund schwer, zwanzig Goldstücke, eine rosenfarbene Schüssel, zwanzig Byzantiner wert, eine andere, mit silbernen Leisten, sechzen Byzantiner wert, eine andere Schüssel mit Löwen, einen Mantel vier Schritte lang, drei Ellen breit, ein rosenfarbenes Altartuch, acht Byzantiner wert, seidene Pölster, zehn Byzantiner wert. Magyarische Reiter unternehmen noch einen Beutezug in die blühenden Gegenden von Kampanien und kehren in ihre neue Heimat ins Gebiet des heutigen Ungarn und nach Transsylvanien zurück. <br> |
| − | |||
| − | |||
| − | |||
| − | |||
| − | |||
| − | |||
| − | |||
| − | |||
| − | |||
|- valign="top" | |- valign="top" | ||
| − | | <center>'''[[Chronik 938|938]]''' <br> [[Datei:Lehel-Horn.jpg|50px]] [[Datei:Franken.gif|50px]] </center> || '''[[Stamm der Magyaren 930|Stamm der Magyaren]] / [[Ostfränkisches Reich | + | | <center>'''[[Chronik 938|938]]''' <br> [[Datei:Lehel-Horn.jpg|50px]] [[Datei:Franken.gif|50px]] </center> || '''[[Stamm der Magyaren 930|Stamm der Magyaren]] / [[Ostfränkisches Reich 935|Ostfränkisches Reich]]''' <br> |
Fünf Jahre nach ihrer Niederlage in der Schlacht bei Riade unternehmen magyarische Reiter einen neuen Einfall in das ostfränkische Gebiet, der jedoch rasch abgeschlagen wird. <br> | Fünf Jahre nach ihrer Niederlage in der Schlacht bei Riade unternehmen magyarische Reiter einen neuen Einfall in das ostfränkische Gebiet, der jedoch rasch abgeschlagen wird. <br> | ||
|- valign="top" | |- valign="top" | ||
| Zeile 76: | Zeile 67: | ||
! width="15%" | Jahre | ! width="15%" | Jahre | ||
|- | |- | ||
| − | | <center> [[Datei:Solt fia Árpád.jpg|70px]] </center> || <center> '''Kündü'''<br>''(Häuptling und religiöser Führer)''</center> || <center> '''Solt | + | | <center> [[Datei:Solt fia Árpád.jpg|70px]] </center> || <center> '''Kündü'''<br>''(Häuptling und religiöser Führer)''</center> || <center> '''Solt fia Árpád''' <br>(* ~ 890)'' </center> || <center>'''907''' </center> || <center>'''32''' </center> |
|} | |} | ||
|- valign="top" | |- valign="top" | ||
| Zeile 93: | Zeile 84: | ||
| <center> [[Datei:Álmos.jpg|70px]] </center> || <center> '''Gyula'''<br> ''(830-895)'' </center> || <center> '''Álmos''' </center> || <center>'''65'''</center> | | <center> [[Datei:Álmos.jpg|70px]] </center> || <center> '''Gyula'''<br> ''(830-895)'' </center> || <center> '''Álmos''' </center> || <center>'''65'''</center> | ||
|- | |- | ||
| − | | <center> [[Datei: | + | | <center> [[Datei:Solt fia Árpád.jpg|70px]] </center> || <center> '''Häuptling'''<br> ''(seit 907)'' </center> || <center> '''Solt fia Árpád''' </center> || <center>'''32'''</center> |
|} | |} | ||
|- valign="top" | |- valign="top" | ||
| − | | style="color:blue;background-color:#f6f610;"|<center> '''''Chronik der Magyaren der folgenden Dekaden''''' </center> || style="color:blue;background-color:#f6f610;"| '''[[Stamm der Magyaren 940|940]] / [[Stamm der Magyaren 950|950]] / [[Stamm der Magyaren 960|960]] / [[Stamm der Magyaren 970|970]] / [[Stamm der Magyaren 980|980]] / [[Stamm der Magyaren 990|990]]''' <br> | + | | style="color:blue;background-color:#f6f610;"|<center> '''''Chronik der Magyaren der folgenden Dekaden''''' </center> || style="color:blue;background-color:#f6f610;"| '''[[Stamm der Magyaren 940|940]] / [[Stamm der Magyaren 950|950]] / [[Stamm der Magyaren 960|960]] / [[Stamm der Magyaren 970|970]] / [[Stamm der Magyaren 980|980]] / [[Stamm der Magyaren 990|990]] / [[Stamm der Magyaren 1000|1000]]''' <br> |
|- valign="top" | |- valign="top" | ||
| − | | style="color:blue;background-color:#f6f610;"|<center> '''''Chronik des Königreichs Ungarn der folgenden Dekaden''''' </center> || style="color:blue;background-color:#f6f610;"| ''' | + | | style="color:blue;background-color:#f6f610;"|<center> '''''Chronik des Königreichs Ungarn der folgenden Dekaden''''' </center> || style="color:blue;background-color:#f6f610;"| '''[[Königreich Ungarn 1000|1000]] / [[Königreich Ungarn 1010|1010]] / [[Königreich Ungarn 1020|1020]] / [[Königreich Ungarn 1030|1030]]''' <br> |
|- valign="top" | |- valign="top" | ||
| <center>'''Weblinks'''</center> || | | <center>'''Weblinks'''</center> || | ||
Aktuelle Version vom 24. Dezember 2017, 08:25 Uhr
Stamm der Magyaren
Dekade 930-939
| Hauptseite | Ungarische Streifzüge 899-970 | |
| Jahres-Chroniken | ||
| Länderchroniken | ||
| frühere Chroniken | ||||||||||||||||||||||||||
| 830 / 840 / 850 / 860 / 870 / 880 / 890 / 900 / 910 / 920 | ||||||||||||||||||||||||||
| Stamm der Magyaren / Ostfränkisches Reich Zu Beginn des 10. Jahrhunderts wird das Ostfränkische Reich mehrfach von Beutezügen des magyarischen Reitervolks heimgesucht. Die Magyaren wollen nicht erobern – sie fallen blitzartig ins Land ein, rauben und brandschatzen und verschwinden wieder. Manche Unternehmungen führen sie tief nach Süddeutschland, nach Oberitalien und sogar nach Lothringen. | ||||||||||||||||||||||||||
Stamm der Magyaren
| ||||||||||||||||||||||||||
| Stamm der Magyaren / Ostfränkisches Reich / Stammesherzogtum Sachsen Rund sechs Jahre nach dem Abschluss eines neunjährigen Waffenstillstandes zwischen den Magyaren und den Ostfranken, der vorsieht, dass die Ostfranken den Magyaren einen jährlichen Tribut zu zollen haben, hat König Heinrich die Zeit genutzt, um neue Befestigungen zu errichten und die slawischen Abodriten, Wilzen, Heveller, Daleminzier, Böhmen und Redarier zu unterwerfen und dem Reich gegenüber tributpflichtig zu machen. Durch seine kluge, zurückhaltende Innenpolitik, die den anderen Stammesherzögen eine weitgehende Selbstständigkeit zusichert, hat Heinrich sich deren Unterstützung versichert. Als eine Gesandtschaft der Magyaren nun den fälligen Tribut entgegennehmen will, gibt er den Befehl, ihnen stattdessen einen toten Hund vor die Füße zu schleudern. Diese schmähliche Behandlung bedeutet das Ende des Waffenstillstands zwischen Magyaren und Ostfranken. | ||||||||||||||||||||||||||
| Stamm der Magyaren / Ostfränkisches Reich / Stammesherzogtum Sachsen In dem Gebiet einer später nicht mehr lokalisierbaren "Burg des Wido" in der Region der Helme-Unstrut-Niederung oder im Raum der heutigen Stadt Merseburg findet eine Schlacht zwischen Magyaren und Ostfranken statt. Auch der Lagerplatz des ostfränkischen Königs Heinrich I., Riade genannt, wird später ohne durchschlagenden Erfolg gesucht werden. Manche Historiker vermuten Riade im heutigen Kalbsriether Ortsteil Ritteburg an der Mündung der Helme in die Unstrut und setzt sie mit dem in Urkunden genannten Ort Reot, Rieda oder Riede gleich. Andere Historiker vermuten das Schlachtfeld bei Radewell im Ried am Zusammenfluss zwischen Elster und Saale. Ebenso wird das Schlachtfeld um Riethgen (auch Riedchen) bei Weißensee/Thüringen angesetzt, wobei man auf den Flurnamen in der Hunne oder Hunnenfeld, angeblich benannt nach den so im Volksmund genannten Magyaren, verweist. Dort soll Heinrich angeblich vom sogenannten Kains- oder Königsberg seine Truppen befehligen. Die Armee der Magyaren besteht aus leichter Reiterei. Es sind hervorragende Bogenschützen, deren Taktik darin besteht, in kleinen Gruppen auf den Feind zuzustürmen, tödliche Pfeile abzuschießen und dann genauso schnell wieder zu verschwinden. Bisher war diese Taktik der Magyaren immer erfolgreich. Heinrich setzt, nach Auskunft des Geschichtsschreibers Widukind von Corvey, eine wohl in den vorangegangenen Ungarnkriegen entwickelte Taktik ein: Leicht bewaffnete Krieger (cum raro milite armato) sollen durch vermeintliche Wehrlosigkeit (inermes) die feindliche Armee zum Angriff herausfordern. Die Magyaren greifen die vorausgeschickten Thüringer auch tatsächlich an, wenden sich allerdings zum Rückzug, sobald sie das voll ausgerüstete Heer (exercitum armatum) erblicken. Dem Heer Heinrichs bleibt nur noch, das Heerlager des Gegners zu plündern und die von den Magyaren gemachten Gefangenen zu befreien. Auch der Geschichtsschreiber Liudprand beschreibt eine heillose Flucht der Magyaren. | ||||||||||||||||||||||||||
| Stamm der Magyaren / Ostfränkisches Reich / Stammesherzogtum Sachsen Magyarische Reiter durchpflügen Elsass, Lothringen sowie den Norden des Westfrankenreiches bis zum Atlantik. Von dort eilen sie durch den Mittelteil Westfrankens zu den Alpen, übersteigen diese und plündern Oberitalien bis hinab nach Capua. | ||||||||||||||||||||||||||
| Stamm der Magyaren / Ostfränkisches Reich Die sorglos aus Oberitalien heimkehrenden Magyaren werden größtenteils von Bewohnern der heutigen Schweiz erschlagen. Die Beute, die die Überlebenden nach Hause bringen, besteht aus einer "großen silbernen Krone mit silbernen Ketten, vier silbernen Bechern, einem silbernen Rauchfass, vergoldet, drei silberne Löffel ein Pfund schwer, zwanzig Goldstücke, eine rosenfarbene Schüssel, zwanzig Byzantiner wert, eine andere, mit silbernen Leisten, sechzen Byzantiner wert, eine andere Schüssel mit Löwen, einen Mantel vier Schritte lang, drei Ellen breit, ein rosenfarbenes Altartuch, acht Byzantiner wert, seidene Pölster, zehn Byzantiner wert. Magyarische Reiter unternehmen noch einen Beutezug in die blühenden Gegenden von Kampanien und kehren in ihre neue Heimat ins Gebiet des heutigen Ungarn und nach Transsylvanien zurück. | ||||||||||||||||||||||||||
| Stamm der Magyaren / Ostfränkisches Reich Fünf Jahre nach ihrer Niederlage in der Schlacht bei Riade unternehmen magyarische Reiter einen neuen Einfall in das ostfränkische Gebiet, der jedoch rasch abgeschlagen wird. | ||||||||||||||||||||||||||
Stamm der Magyaren
| ||||||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||||||
| 940 / 950 / 960 / 970 / 980 / 990 / 1000 | ||||||||||||||||||||||||||
| 1000 / 1010 / 1020 / 1030 | ||||||||||||||||||||||||||
| Ungarn gibt sich die erste Flagge im Jahre 997. | ||||||||||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||||||||||

