Stamm der Magyaren 990: Unterschied zwischen den Versionen
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Nach 26 Jahren Herrschaft stirbt Häuptling István, der früher Géza fia Taksony genannt wurde, der Kündü und Fürst der Magyaren. Sein Sohn Vajk István fia Géza tritt dem Wunsch des Verstorbenen zufolge die Nachfolge an. Allerdings hat dies die Wirkung, dass Koppány, der Bruder des Verstorbenen und ein mächtiger Führer der Magyaren, seinen Anspruch auf die Herrschaft anmeldet. Gleichzeitig verkündet er, dass er um die Hand der Witwe Gézas anhalten will. Einem alten magyarischen Brauch zufolge, geht normalerweise die Herrschaft eines Führers auf den noch lebenden Bruder und nicht auf den ältesten Sohn über, somit stellt Istváns letzter Wille, dass István fia Géza den Thron erben soll, einen Bruch mit dem uralten Recht dar. erstgeborener Sohn möge den Thron erben, bedeutete einen Bruch mit dem uralten Recht. | Nach 26 Jahren Herrschaft stirbt Häuptling István, der früher Géza fia Taksony genannt wurde, der Kündü und Fürst der Magyaren. Sein Sohn Vajk István fia Géza tritt dem Wunsch des Verstorbenen zufolge die Nachfolge an. Allerdings hat dies die Wirkung, dass Koppány, der Bruder des Verstorbenen und ein mächtiger Führer der Magyaren, seinen Anspruch auf die Herrschaft anmeldet. Gleichzeitig verkündet er, dass er um die Hand der Witwe Gézas anhalten will. Einem alten magyarischen Brauch zufolge, geht normalerweise die Herrschaft eines Führers auf den noch lebenden Bruder und nicht auf den ältesten Sohn über, somit stellt Istváns letzter Wille, dass István fia Géza den Thron erben soll, einen Bruch mit dem uralten Recht dar. erstgeborener Sohn möge den Thron erben, bedeutete einen Bruch mit dem uralten Recht. | ||
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| − | Koppány | + | | style="color:blue;background-color:#eeffcc | <center>'''[[Chronik 997|Frühjahr 997]]''' <br> [[Datei:Lehel-Horn.jpg|50px]] </center> || style="color:blue;background-color:#eeffcc | '''[[Stamm der Magyaren 990|Stamm der Magyaren]]''' <br> |
| − | + | Koppány, der Bruder des verstorbenen Häuptlings István (Géza), greift zu den Waffen, um den Thron einzunehmen; in Transdanubien schließen sich ihm viele an. Die Aufständischen vertreten Glauben und Ordnung nach althergebrachter Art, die seit Urzeiten gewährten Freiheitsrechte, die Selbständigkeit der Stämme, die heidnische Religion. Koppány zieht mit seinen Kriegern nach Veszprém, wo Sarolt, die Witwe des Verstorbenen, ihren Sitz hat. Auch István fia Géza bereitet sich auf den Angriff vor; noch vor der Schlacht statten ihn seine Anhänger durch Angürten eines Schwertes mit der "Großfürstenwürde" aus. Anschließend bricht er mit seiner Streitmacht, in der sowohl ungarische als auch ausländische Verbände kämpfen, von der Burg Esztergom (Gran) nach Veszprém auf. Die deutschen Ritter (principes) Hont und Pázmány befehligen Istváns Leibgarde. An der Spitze des Heeres steht Vencellin, ein schwäbischer Gast (hospes), dem es im Laufe des Kampfes vor Veszprém gelingt, Koppány zu töten. Nach dem Sieg werden die ihm zu Hilfe geeilten Ritter von István reich belohnt. Den Leichnam Koppánys lässt er vierteilen und zur Abschreckung an vier Burgtoren zur Schau stellen; die ins transdanubische Székesfehérvár (Stuhlweißenburg), Veszprém und Győr (Raab) sowie ins siebenbürgische (Gyula)Fehérvár (Karlsburg) gesandte Warnung aber gilt dem ganzen Land. So will er all jene einschüchtern, die meinen, sich der von ihm vertretenen neuen Ordnung widersetzen zu können. Die sich am Hofe befindenden Fremden treffen überwiegend zusammen mit Gisela ein und spielen nicht nur bei bewaffneten Auseinandersetzungen eine entscheidende Rolle. Mindestens ebenso wichtig ist ihre Tätigkeit im kirchlichen und politischen Bereich, sie beraten den Herrscher bei seinen Regierungsgeschäften. Als es zur Bildung der Gespanschaften und Burgkomitate kommt, kann man im Verwaltungswesen das entwickelte westliche Modell übernehmen. Es müssen solche Zentren geschaffen werden, die zur Festigung der Macht des Königs beitragen; dies aber sind die Burgen. Die Versorgung der Burgen erfolgt durch die burgeigenen Güter und das dort ansässige Gesinde. Ein Großteil der Grundbesitzungen liegt in der Nähe der Burgen, aber auch entferntere Gebiete gehören dazu. Das Leben der Burg lenkt der Burggespan: er spricht Recht und nimmt die Steuern ein, führt die waffenfähigen Männer in den Kampf. Er steht über den Burgsassen, die die Stütze des neuen Machtgefüges darstellten. Aus ihren Reihen kommen die Beamten der Burgorganisation, sie bilden das Gros der im Landesheer Dienenden. Das zur Burg gehörende Gemeinvolk hatte rechtlich zwar seine Freiheit bewahrt, doch ist es auf ewig an den Dienst in der Burg gekettet. In erster Linie befasst es sich mit Ackerbau und Viehzucht, nur ein bestimmter Teil von ihnen ging zum Militär. Sie zahlen Steuern in Form von Geld und Naturalien. Die Einkünfte fließen im Verhältnis 2/3 zu 1/3 in die Kassen des Herrschers und des Gespans. Der königliche Hof geht häufig auf Reisen. Bei solchen Gelegenheiten quartiert sich die zahlreiche Begleitung in den Burgen bzw. den umliegenden Dörfern ein, und das Burgvolk war verpflichtet, sie zu versorgen. Tat es das nicht, durfte stattdessen Quartiergeld (descensus) von ihm gefordert werden. Der Gespan und seine Leute kassieren an den Grenzen des Komitats Straßenzölle und an den Übergangsstellen der Flüsse Brückenzölle. Am Fuße der Burg, außerhalb der Burgmauern, findet an einem bestimmten Tag der Woche ein Wochenmarkt (vásár) statt. Anfangs ist dies der Sonntag (daher im Ungarischen die Bezeichnung "vasárnap"). Mit Verbreitung des Christentums aber wird dieser Tag jedoch zum Feiertag werden - am Sonntag darf nicht gearbeitet werden und die Dorfbewohner gehen zur Kirche -, und man wird den Wochenmarkt auf einen beliebigen anderen Wochentag verlegen. <br> | |
| − | Koppány | ||
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| − | Die am Hofe | ||
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| − | Die Versorgung der Burgen | ||
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| − | Der königliche Hof | ||
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| − | Der Gespan und seine Leute | ||
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Version vom 22. November 2017, 23:54 Uhr
Stamm der Magyaren
Dekade 990-999
| Hauptseite | Ungarische Streifzüge 899-970 | |
| Jahres-Chroniken | ||
| Länderchroniken | ||
| frühere Chroniken | ||||||||||||||||||||||||||
| 890 / 900 / 910 / 920 / 930 / 940 / 950 / 960 / 970 / 980 | ||||||||||||||||||||||||||
Stamm der Magyaren
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| Stamm der Magyaren Nach 26 Jahren Herrschaft stirbt Häuptling István, der früher Géza fia Taksony genannt wurde, der Kündü und Fürst der Magyaren. Sein Sohn Vajk István fia Géza tritt dem Wunsch des Verstorbenen zufolge die Nachfolge an. Allerdings hat dies die Wirkung, dass Koppány, der Bruder des Verstorbenen und ein mächtiger Führer der Magyaren, seinen Anspruch auf die Herrschaft anmeldet. Gleichzeitig verkündet er, dass er um die Hand der Witwe Gézas anhalten will. Einem alten magyarischen Brauch zufolge, geht normalerweise die Herrschaft eines Führers auf den noch lebenden Bruder und nicht auf den ältesten Sohn über, somit stellt Istváns letzter Wille, dass István fia Géza den Thron erben soll, einen Bruch mit dem uralten Recht dar. erstgeborener Sohn möge den Thron erben, bedeutete einen Bruch mit dem uralten Recht. | ||||||||||||||||||||||||||
| Stamm der Magyaren Koppány, der Bruder des verstorbenen Häuptlings István (Géza), greift zu den Waffen, um den Thron einzunehmen; in Transdanubien schließen sich ihm viele an. Die Aufständischen vertreten Glauben und Ordnung nach althergebrachter Art, die seit Urzeiten gewährten Freiheitsrechte, die Selbständigkeit der Stämme, die heidnische Religion. Koppány zieht mit seinen Kriegern nach Veszprém, wo Sarolt, die Witwe des Verstorbenen, ihren Sitz hat. Auch István fia Géza bereitet sich auf den Angriff vor; noch vor der Schlacht statten ihn seine Anhänger durch Angürten eines Schwertes mit der "Großfürstenwürde" aus. Anschließend bricht er mit seiner Streitmacht, in der sowohl ungarische als auch ausländische Verbände kämpfen, von der Burg Esztergom (Gran) nach Veszprém auf. Die deutschen Ritter (principes) Hont und Pázmány befehligen Istváns Leibgarde. An der Spitze des Heeres steht Vencellin, ein schwäbischer Gast (hospes), dem es im Laufe des Kampfes vor Veszprém gelingt, Koppány zu töten. Nach dem Sieg werden die ihm zu Hilfe geeilten Ritter von István reich belohnt. Den Leichnam Koppánys lässt er vierteilen und zur Abschreckung an vier Burgtoren zur Schau stellen; die ins transdanubische Székesfehérvár (Stuhlweißenburg), Veszprém und Győr (Raab) sowie ins siebenbürgische (Gyula)Fehérvár (Karlsburg) gesandte Warnung aber gilt dem ganzen Land. So will er all jene einschüchtern, die meinen, sich der von ihm vertretenen neuen Ordnung widersetzen zu können. Die sich am Hofe befindenden Fremden treffen überwiegend zusammen mit Gisela ein und spielen nicht nur bei bewaffneten Auseinandersetzungen eine entscheidende Rolle. Mindestens ebenso wichtig ist ihre Tätigkeit im kirchlichen und politischen Bereich, sie beraten den Herrscher bei seinen Regierungsgeschäften. Als es zur Bildung der Gespanschaften und Burgkomitate kommt, kann man im Verwaltungswesen das entwickelte westliche Modell übernehmen. Es müssen solche Zentren geschaffen werden, die zur Festigung der Macht des Königs beitragen; dies aber sind die Burgen. Die Versorgung der Burgen erfolgt durch die burgeigenen Güter und das dort ansässige Gesinde. Ein Großteil der Grundbesitzungen liegt in der Nähe der Burgen, aber auch entferntere Gebiete gehören dazu. Das Leben der Burg lenkt der Burggespan: er spricht Recht und nimmt die Steuern ein, führt die waffenfähigen Männer in den Kampf. Er steht über den Burgsassen, die die Stütze des neuen Machtgefüges darstellten. Aus ihren Reihen kommen die Beamten der Burgorganisation, sie bilden das Gros der im Landesheer Dienenden. Das zur Burg gehörende Gemeinvolk hatte rechtlich zwar seine Freiheit bewahrt, doch ist es auf ewig an den Dienst in der Burg gekettet. In erster Linie befasst es sich mit Ackerbau und Viehzucht, nur ein bestimmter Teil von ihnen ging zum Militär. Sie zahlen Steuern in Form von Geld und Naturalien. Die Einkünfte fließen im Verhältnis 2/3 zu 1/3 in die Kassen des Herrschers und des Gespans. Der königliche Hof geht häufig auf Reisen. Bei solchen Gelegenheiten quartiert sich die zahlreiche Begleitung in den Burgen bzw. den umliegenden Dörfern ein, und das Burgvolk war verpflichtet, sie zu versorgen. Tat es das nicht, durfte stattdessen Quartiergeld (descensus) von ihm gefordert werden. Der Gespan und seine Leute kassieren an den Grenzen des Komitats Straßenzölle und an den Übergangsstellen der Flüsse Brückenzölle. Am Fuße der Burg, außerhalb der Burgmauern, findet an einem bestimmten Tag der Woche ein Wochenmarkt (vásár) statt. Anfangs ist dies der Sonntag (daher im Ungarischen die Bezeichnung "vasárnap"). Mit Verbreitung des Christentums aber wird dieser Tag jedoch zum Feiertag werden - am Sonntag darf nicht gearbeitet werden und die Dorfbewohner gehen zur Kirche -, und man wird den Wochenmarkt auf einen beliebigen anderen Wochentag verlegen.
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| Ungarn gibt sich die erste Flagge im Jahre 997. | ||||||||||||||||||||||||||
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