Chronik 62

DIE EREIGNISSE DES JAHRES 62
Nacht mehr als fünf Jahren wird der Apostel Paulus aus der Haft entlassen
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(Simon bar Jona) |
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Imperium Romanum
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| Imperium Romanum / Römische Provinzen in Südosteuropa / Christliche Gemeinschaft In der Gefangenschaft, die man von der Form eher als eine Art "Hausarrest" bezeichnen kann, schreibt der Apostel Paulus einen Brief an die Christen in Philippi, die zurzeit Colonia Augusta Iulia Philippensis heißt. Diese Stadt, die urprünglich von Philipp von Makedonien angelegt wurde, steht seit 167 BC unter römischer Herrschaft. Paulus gründete hier die erste christliche Gemeinde auf europäischem Boden. Nach der Apostelgeschichte Kapitel 16 Vers 12 heißt der Ort "eine Stadt des ersten Bezirks von Makedonien, eine (römische) Kolonie". Die Veranlassung zu dem Brief ist die Bestätigung einer Spende, die dem Apostel von der Gemeinde in Philippi durch Epaphroditus, der ein Mitglied dieser Gemeinde ist, überbracht wurde. Es ist ein liebevoller Brief an die Schar von Gläubigen, die dem Herzen des Apostel Paulus' nahe stehen. Im Vergleich zu anderen paulinischen Briefen ist hier sehr wenig von Lehrirrtümern die Rede. Der Schlüsselvers dieses Briefes ist "Das Leben ist für mich Christus und das Sterben Gewinn" (1,21). Paulus ist zwar der Gefangene von Kaiser Nero, aber der Brief spricht von "Triumph" und von "Freude". Die wahre Erfahrung des Gläubigen ist die Auswirkung des Lebens, des Wesens und der Gesinnung Christi, der in uns lebt, wie auch immer unsere Verhältnisse sein mögen. Der Höhepunkt des Philipperbriefes sind folgende Verse aus Kapitel 2, in denen die herrliche und tiefe Darstellung der Erniedrigung und Erhöhung des Herrn Jesus Christus gegeben wird (mit Versangaben):
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| Imperium Romanum / Römische Provinzen in Asien / Christliche Gemeinschaft
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| Imperium Romanum Kaiser Nero, der seit Jahren seine Geliebte Poppaea Sabina heiraten will, lässt seiner Ehefrau Octavia ein Verhältnis mit einem Sklaven anhängen und verbannt sie. Andere Quellen sagen, dass Nero sie verstoßen habe, da sie unfruchtbar sei, woraufhin es zu Unruhen und Aufständen in Rom kommt, da Octavia beim Volk sehr beliebt ist. Nero lässt das Gerücht streuen, dass Octavia zusammen mit ihrem Geliebten versucht habe, den Kaiser abzusetzen und verbannt Octavia auf die Insel Pandateria. Den dortigen Bediensteten gibt er den Auftrag, Octavia die Pulsadern aufzuschneiden und sie in heißem Dampf zu ersticken. | |||||||||
| Imperium Romanum Consul Publius Marius übergibt sein Amt an Consul suffectus Quintus Junius Marullus. | |||||||||
| Imperium Romanum Die Ehefrau des Kaisers Nero, Octavia, wird auf der pontinischen Insel Pandateria umgebracht: "Ihr Haupt wurde abgeschnitten und in die Stadt gebracht und Poppaea betrachtete es." Da die Handlungsweisen Neros immer schlechter vorhersagbar sind, beschließt sein Berater Seneca seinen Rückzug aus der Politik. | |||||||||
| Imperium Romanum Zwölf Tage nach der Ermordung seiner Ehefrau heratet Nero seine Geliebte Poppaea Sabina, für die es bereits die dritte Ehe ist. Poppaeas Ruf ist bestimmt von Zügellosigkeit und Berechnung, sie tritt auf mit halb verschleiertem Gesicht, „um dem Auge nicht volle Befriedigung zu gewähren“, vielleicht auch nur, um sich die vornehme Blässe zu erhalten, für die sie berühmt ist. Auf ihren Ruf nimmt sie keinerlei Rücksichten und verfolgte ihren eigenen Vorteil, wenn sie ihre Sinnlichkeit einsetzt. Allein auf ihre Schönheit verwendet sie größte Mühe und äußerte den Wunsch, „sterben zu dürfen, ehe sie verblühe“. Mal schmeichelt sie Nero und lobt seine Schönheit, mal macht sie ihm Vorwürfe, nennt ihn „unmündig“ und „unfrei“. Ihr Zorn und ihre Grausamkeit werden gefürchtet. Von ihrem Vermögen weiß der Geschichtsschreiber Tacitus zu berichten, dass es der Berühmtheit ihrer Familie entspricht. Unter anderem setzt sie es ein, um ihrer ohnehin luxuriösen Körperpflege noch einen besonderen Akzent zu geben. So führt sie üblicherweise immer 500, frisch gefohlt habende Eselinnen mit, in deren Milch sie badet, um der Haut Blässe und Straffheit zu verleihen. Den Eseln aber lässt sie Fußfesseln aus Gold anlegen.“ Obgleich schon so mancher Römer wegen Astrologie verurteilt und verbannt wurde, hält sich Poppaea einen ganzen Stab von Astrologen und ihre Neigung zur Sternkunde ist offenbar bekannt und wird geduldet. Der Astronom und Epigrammatiker Leonidas von Alexandria schenkte Poppaea zum Geburtstag einen Himmelsglobus: | |||||||||
| Imperium Romanum Der zweite wichtige Berater des Kaisers, der Praetorianerpraefekt Sextus Africanus Burrus, stirbt an einem Tumor in Rachen- oder Kehlkopfbereich. Der Geschichtsschreiber Sueton berichtet, dass Nero ihm ein giftiges Medikament gegen die Geschwulst im Rachen gesandt habe. Der Tod des Burrus, Senecas Rückzug aus der Politik und die Heirat Neros mit Poppaea Sabina markieren den Übergang zu einem despotischen Regime. Nero beruft als Nachfolger von Burrus Lucius Faenius Rufus und Gaius Ofonius Tigellinus, die sich den Oberbefehl über die Praetorianer teilen sollen. Insbesondere Tigellinus unterstützt Neros autokratische Politik, durch die die Mitsprachemöglichkeiten des Senates wesentlich beschnitten wurden. Dadurch und durch den Machtverlust Senecas wurde im Nachhinein deutlich, welche politische Bedeutung Burrus in der neronischen Zeit offenbar besaß. Burrus hatte sich aber schon seit Jahren nicht mehr durchsetzen können; der Kaiser ignorierte seinen Rat insbesondere der Entsagung von privaten Vergnügungen wie Theaterauftritten und Teinahmen an Wagenrennen und hatte sich - erfolgloc - der Ermordung von Neros Ehefrau Octavia widersetzt. Burrus hatte in den ersten fünf Jahren der Herrschaft des Nero die Regierungsgeschäfte geleitet. | |||||||||
| Imperium Romanum Consul Quintus Junius Marullus übergibt sein Amt an Consul suffectus Titus Clodius Eprius Marcellus. | |||||||||
| Imperium Romanum / Römische Provinzen in Asien / Römische Provinzen in Südosteuropa Der Jude Flavius Josephus berichtet in seinen Jüdischen Altertümern, dass Agrippa II. in Jerusalem ein hohes Gebäude errichtet hatte, von dem aus man den Tempel beobachten konnte. Die „Vornehmen“ der Stadt erbauten nun eine Mauer, die den Einblick verhinderte, allerdings auch den Römern die Kontrolle versperrte. Als der Statthalter Festus die Mauer niederreißen lassen wollte, erwirkten die vornehmen Bürger die Erlaubnis, eine Abordnung nach Rom zu schicken, um die Angelegenheit Nero vorzutragen. Ergebnis der erteilten Audienz war das Zugeständnis, das Bauwerk erhalten zu dürfen, was Nero der Poppaea zuliebe gestattete, denn sie war laut Josephus „eine gottesfürchtige Frau“, die sich deshalb für die Juden einsetzte. Allerdings behielt Poppaea Hohepriester Ismael und den Tempelschatzmeister Helkias aus der Delegation als Geiseln zurück. In seiner wenig später entstandenen Selbstbiographie berichtet Josephus von einem persönlichen Treffen mit Poppaea, bei der er die Freilassung einiger inhaftierter Priester erwirkte und von ihr noch reichlich beschenkt wurde. Es ist möglich, dass auch der Apostel Paulus Nutznießer dieser "Amnestien" ist, jedenfalls gehen die meisten Geschichtsforscher davon aus, dass Paulus sich ab 62 wieder frei bewegen konnte. Es wird angenommen, dass Paulus nach Makedonien reist, wo er bis zum Ende des Winters bleiben wird. In Makedonien angekommen, beginnt der freigelassene Apostel Paulus mit dem Schreiben eines Briefes an Timotheus. Dieser Brief, der auch Eingang in den Kanon der Bibel finden wird, wird später 1. Timotheusbrief genannt werden. Timotheus, ein enger Mitarbeiter des Paulus, wird in den Pastoralbriefen mehrfach erwähnt. Der junge Missionar ist mit dem alten Paulus in vertrauter Weise verbunden. Timotheus ist der Sohn eines griechischen heidnischen Vaters und einer frommen jüdischen Mutter namens Eunike. Seit der zweiten Missionsreise ist Timotheus Teil des Missionsteams von Paulus. Der 1. Brief des Paulus an Timotheus wird für viele Christen, die eine klare Meinung zur Ordination von Frauen in Kirchen- oder Gemeindeleitungen oder zum Beibehaltung des Zölibats für Priester haben, eine Zumutung werden. Die Bibelstelle 1. Timotheus 2,12 wird angeführt, wenn es um die Stellung der Frau in kirchlichen Ämtern geht (mit Versangaben):
Der Apostel Paulus legt sehr häufig in seinen Briefen das Wort Gottes aus. Worte wie "Ich will..." oder "ich erlaube aber nicht..." sind entweder eine Folge der langen Gefangenschaft in römischen Gefängnissen oder sie sind einfach aufgrund des geradezu familiären Verhältnisses zwischen Paulus und Timotheus entstanden. Dass er nun aber nicht mehr im Namen Jesu, sondern sozusagen in seinem eigenen Namen Befehle erteilt, lässt vermuten, dass er selbst sich nicht mehr der Gottgefälligkeit dieser Aussagen sicher ist. Paulus schreibt weiter in Kapitel 3 (mit Versangaben):
Nach diesen Worten dürfte nur jemand Bischof oder Gemeindeleiter werden können, der verheiratet ist und bewiesen hat, dass er seinem eigenen Haushabt "vorstehen" kann. In älteren evangelischen Bibeln steht oft: „Mann einer Frau“, in älteren katholischen Bibeln „Mann einer einzigen Frau“. Die Einheitsübersetzung (1980) gibt die Stelle ab Vers 4 wie folgt wieder:
Im Urchristentum existierte kein verpflichtender Zölibat. Der Gründer der christlichen Kirche und Jünger Jesu, Petrus, und die von Jesus auserwählten Apostel waren zum größten Teil verheiratete Männer. Das neue Testament gibt zu verstehen, daß Frauen bei der Feier des Abendmahls in der frühen Kirche vorstanden. Befürworter und Gegner des Zölibats interpretieren dieses Kapitel unterschiedlich. In Kapitel 4 schreibt Paulus noch einmal denkwürdige Aussagen: (mit Versangaben):
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Jakobus der Jüngere erleidet in Jerusalem den Märtyrertod. | |||||||||
| Imperium Romanum / Königreich Armenien
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