Carl Heinrich von Wylich und Lottum

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Biografie

CARL FRIEDRICH HEINRICH VON WYLICH UND LOTTUM

* 5. November 1767 in Berlin, † 14. Februar 1841 in Berlin

Carl Friedrich Heinrich von Wylich und Lottum
  • Schatzminister Preußens
  • Vortragender Kabinettsminister Preußens
  • General der Infanterie
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05.11.1767 - Carl Friedrich Heinrich von Wylich und Lottum wird als Sohn des preußischen Generalmajors Friedrich Wilhelm von Wylich und Lottum (* 1716) und dessen Ehefrau Anna Dorothea geborene Scherff (* 1744) in Berlin geboren.

09.04.1784 - Der 17jährige Carl Friedrich Heinrich von Wylich und Lottum wird nach seiner Ausbildung an der von König Friedrich dem Großen gegründeten "Académie des nobles" in Berlin zum Fähnrich im Infanterieregiment "Anhalt-Bernburg" Nr. 3 ernannt.

29.10.1786 - Der Fähnrich der Infanterie Carl Friedrich Heinrich von Wylich und Lottum wird zum Leutnant im Infanterieregiment "Anhalt-Bernburg" Nr. 3 befördert.

1787 - Leutnant Carl Friedrich Heinrich von Wylich und Lottum nimmt am Feldzug gegen die Niederlande teil.

Frühjahr 1793 - Leutnant Carl Friedrich Heinrich von Wylich und Lottum nimmt am Ersten Koalitionskrieg als Ordonnanzoffizier von General Wilhelm von der Schulenburg-Kehnert teil. Bereits am Anfang des Krieges bricht er sich bei einem Sturz vom Pferd einen Fuß, so dass er nicht mehr felddienstfähig ist. Noch im gleichen Jahr kehrt er nach Berlin zurück und tritt in das Ober-Kriegs-Collegium ein.

06.06.1795 - Carl Friedrich Heinrich von Wylich und Lottum heiratet Sophie Luise Friederike geborene von Lamprecht (* 1772).

18.08.1807 - Nach dem Frieden von Tilsit scheidet Leutnant Carl Friedrich Heinrich von Wylich und Lottum aus dem Ober-Kriegs-Collegium aus und wird als vortragender Generaladjutant zu einem der militärischen Berater von König Friedrich Wilhelm III. Entscheidend für seine Laufbahn wird, dass er an des Oberst von Kleists Stelle den Vortrag vor dem König hält. Mit seiner konservativen Haltung, die einen Großteil der Preußischen Reformen ablehnt, erlangt er schnell das Wohlwollen des Monarchen, der ihn zunächst zum Vorsitzenden des Komitees für die Reorganisation der Armee ernennt. Er warnt vor der Zulassung bürgerlicher Offiziere und wird später das Landsturmgesetz und die Städteordnung politisch bekämpfen.

16.12.1808 - Der Vorsitzende des Komitees für die Reorganisation der Armee Leutnant Carl Friedrich Heinrich von Wylich und Lottum wird zum Abteilungsleiter für Militärökonomie im Kriegsministerium ernannt. Mit diesem Wechsel in die Verwaltung legt von Wylich und Lottum auch seinen militärischen Rang ab und wird zum Staatsrat ernannt. Abteilungsleiter des Kriegsdepartements und damit Leiter "auf Augenhöhe" wird Scharnhorst.

03.02.1810 - Nachdem seine Wirksamkeit im neuen Amt des Leiters der Militärökonomie auf die Fürung der Geschäfte als Direktor des Großen Potsdamer Miliärwaisenhauses und einiger Nebendinge beschränkt wird, erbittet Carl Friedrich Heinrich von Wylich und Lottum seine Ablösung und kehrt als Generalmajor wieder in den Militärdienst zurück.

1812 - Generalmajor Carl Friedrich Heinrich von Wylich und Lottum reist nach Warschau, um dort über den geplanten Durchzug von Napoléons Truppen auf dem Feldzug gegen Russland zu verhandeln.

Frühjahr 1813 - Generalmajor Carl Friedrich Heinrich von Wylich und Lottum tritt dem Regierungskollegium zur Führung der Staatsgeschäfte in Abwesenheit des Königs bei. Schon bald wird er dem russischen Hauptquartier als preußischer Bevollmächtigter für die Verpflegungssachen beigegeben, eine Verwendung, für welche Einsicht, Gerechtigkeitsempfinden und Menschenfreundlichkeit ihn als besonders geeignet erscheinen lassen.

1814 - Generalmajor Carl Friedrich Heinrich von Wylich und Lottum geht als Diplomat nach Paris, um bis zum Ende des Jahres Kriegsabgaben des geschlagenen Landes einzutreiben.

1815 - Generalmajor Carl Friedrich Heinrich von Wylich und Lottum, der im Vorjahr wegen der Kontributionszahlungen Frankreichs an Preußen in Paris weilte, kehrt gemeinsam mit dem König von Preußen nach Paris zurück.

März 1817 - Generalmajor Carl Friedrich Heinrich von Wylich und Lottum kehrt von Paris nach Berlin zurück und verlässt erneut den Militärdienst. Von diesem Zeitpunkt an gehört er als Staatsminister dem Staatsrat an und übernimmt die Leitung der Finanzgeschäfte.

1818 - Der frühere Generalmajor Carl Friedrich Heinrich von Wylich und Lottum übernimmt eine hohe Stellung im Staatsministerium des Innern und wird nun auch für die Verwaltung der königlichen Finanzen zuständig.

16.09.1822 - Der bisherige Verwalter der königlichen Finanzen Carl Friedrich Heinrich von Wylich und Lottum wird unter dem neuen Präsidenten des Staatsrates und Vortragender Kabinettsminister Otto von Voß neuer Schatzminister des Königreiches.

30.01.1823 - Der Präsident des Staatsrates Otto von Voß stirbt. Sein Amt wird nicht wieder besetzt. Das neue höchste Amt eines Beamten in Preußen lautet "Vortragender Kabinettsminister". Mit der Aufgabe wird der bisherige Schatzminister Carl Friedrich Heinrich von Wylich und Lottum betraut, der sein bisheriges Amt zusätzlich beibehält.

1825 - Der Vortragende Kabinettsminister und Schatzmeister Carl Friedrich Heinrich von Wylich und Lottum wird zusätzlich Leiter des Rechnungshofes und der Generalkontrolle.

03.08.1828 - Der Vortragende Kabinettsminister und Schatzmeister Carl Friedrich Heinrich von Wylich und Lottum wird zum General der Infanterie ernannt.

01.01.1830 - Der Vortragende Kabinettsminister und Schatzmeister Carl Friedrich Heinrich von Wylich und Lottum erhält die Brillanten zum Schwarzen Adlerorden verliehen.

08.04.1834 - Der Vortragende Kabinettsminister und Schatzmeister Carl Friedrich Heinrich von Wylich und Lottum wird anlässlich seines 50jährigen Dienstjubiläums mit einer Dotation von 100.000 Talern gewürdigt, von denen er die Herrschaft Lissa bei Breslau kaufen wird. Außerdem wird von Wylich und Lottum der neunte Träger des Titels "Ehrenbürger von Berlin". Zugleich verleiht ihm die juristische Fakultät der Berliner Universität die Ehrendoktorwürde.

06.02.1841 - Sophie Luise Friederike, die Gemahlin von Carl Friedrich Heinrich von Wylich und Lottum, stirbt im Alter von 69 Jahren in Berlin.

14.02.1841 - Der Vortragende Kabinettsminister und Schatzmeister Carl Friedrich Heinrich von Wylich und Lottum stirbt sechs Tage nach seiner Frau in Berlin. Er wird betrauert von seinen beiden Söhnen Hermann Friedrich und Hermann Heinrich. Der Verstorbene, ein reicher Mann, der seinen Sommeraufenthalt in dem der Residenz nahe gelegenen Dorf Französisch-Buchholz verbrachte, gilt ein fleißiger und gewissenhafter Arbeiter, ohne politischen Ehrgeiz; seine sanften Formen, vornehme Gelassenheit und allen Einflüssen unzugänglicher Geradsinn sagten dem Könige in hohem Grade zu; ohne Tatendrang und Willenskraft, jeglicher Neuerung, wie sein Auftreten nach dem Tilsiter Frieden gezeigt hat, abhold, war er zufrieden, wenn alles in gewohnter Weise weiterging.

1860 - Im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg wird eine Straße auf dem Grundbesitz der Familie Lottum in Lottumstraße umbenannt.

1937 - Die Grabkapelle der Familie von Lottum an der Dorfkirche von Buchholz wird abgerissen und die enthaltenen Särge nahe dem Kircheneingang beigesetzt.

Carl Friedrich Heinrich von Wylich und Lottum
(Königreich Preußen)
Vorgänger Amt Nachfolger
Karl August von Hardenberg
1817-1822
Schatzminister
1822-1841
Ludwig Gustav von Thile
1841-1848
Otto von Voß
1822-1823
Vortragender Kabinettsminister
1823-1841
Ludwig Gustav von Thile
1841-1848

Quellen: