August Friedrich Ferdinand von der Goltz

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Biografie

AUGUST FRIEDRICH FERDINAND GRAF VON DER GOLTZ

* 20. Juli 1765 in Dresden, † 17. Januar 1832 in Berlin

August Friedrich Ferdinand von der Goltz
  • Preußischer Staatsminister der auswärtigen Angelegenheiten
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20.07.1765 - August Friedrich Ferdinand von der Goltz wird in Dresden geboren. Seine Eltern sind der kursächsische Oberst und Direktor der Feuer-Sozietätskasse und Landschaftskasse Graf Carl Friedrich von der Goltz und dessen Frau Anna Maria geborene von Rummel (* 1735). Der russische Feldmarschall-Leutnant Heinrich von der Goltz ist sein Urgroßvater. August Friedrich Ferdinand von der Goltz wird in Leipzig und in Frankfurt (Oder) studieren.

06.04.1787 - August Friedrich Ferdinand von der Goltz wird auf Empfehlung des Grafen von Hertzberg zum Legationsrat ernannt und tritt in das preußische diplomatische Corps ein.

September 1788 - August Friedrich Ferdinand von der Goltz wird als Folge des Planes einer russisch-polnischen Allianz, dem das Berliner Cabinet eine erhöhte Aufmerksamkeit zuzuwenden veranlasst wird, vom Leiter im Departement für auswärtige Beziehungen Ewald Friedrich Graf von Hertzberg an den preußisch gesinnten Grafen Sulkowski in Lissa und dann nach Warschau entsandt, wo er, durch manche Familienverbindungen unterstützt, für das preußische Interesse eifrig und erfolgreich tätig wird. Er erwirbt sich dabei so sehr den Beifall des Grafen Hertzberg und des preußischen Gesandten in Warschau, des Marquis Lucchesini, daß er zum Geheinen Legationsrat befördert wird.

1790 - Der Geheime Legationsrat August Friedrich Ferdinand von der Goltz wird für die Dauer der Abwesenheit des preußischen Gesandten in Warschau Marquis Lucchesini auf dem Kongress von Sistowa als preußischer Geschäftsträger in Warschau bevollmächtigt.

Ende 1791 - August Friedrich Ferdinand von der Goltz wird zum preußischen Gesandten in Kopenhagen ernannt, wird diesen Posten jedoch erst im Juli 1792 antreten können.

1793 - Da die völlig unproblematischen Beziehungen zwischen Preußen und Dänemark der Wirksamkeit eines Diplomaten wenig Raum bieten, nimmt der preußische Gesandte in Kopenhagen August Friedrich Ferdinand von der Goltz mit Freuden an, als ihm die Gesandtschaft beim Kurfürsten von Mainz angeboten wird.

Januar 1794 - Der preußische Gesandte in Kopenhagen August Friedrich Ferdinand von der Goltz verlässt Kopenhagen zu einem längeren Aufenthalt auf den Besitzungen seiner Familie in Westpreußen.

Oktober 1794 - Der ehemalige preußische Gesandte in Kopenhagen August Friedrich Ferdinand von der Goltz tritt sein Amt als Gesandter beim Kurfürsten von Mainz an.

April 1795 - Da die politischen Beziehungen zwischen Preußen und Hessen ohne größere Probleme verlaufen, nimmt der preußische Gesandte August Friedrich Ferdinand von der Goltz einen Urlaub; er wird nicht nach Hessen zurückkehren.

September 1795 - Dem ehemaligen preußischen Gesandten in Warschau, Kopenhagen und Mainz, August Friedrich Ferdinand von der Goltz, wird die Gesandtschaft in Madrid angetragen, was er jedoch ablehnt, da er ständig in Geldverlegenheiten steht.

1796 - August Friedrich Ferdinand von der Goltz heiratet Juliane Louise von Schwack, Witwe von Heinrich Siegmund von Czettritz und Neuhaus, der am 22. November 1787 starb.

Januar 1797 - August Friedrich Ferdinand von der Goltz geht nach Stockholm, in Erwiderung der Sendung des Barons Hamilton, durch den Gustav IV. seine Thronbesteigung in Berlin hat anzeigen lassen.

März 1797 - Der preußische Gesandte in Madrid August Friedrich Ferdinand von der Goltz wird von seinem Posten entbunden; er lebt zurzeit in Stockholm.

April 1797 - August Friedrich Ferdinand von der Goltz kehrt nach Berlin zurück.

Dezember 1797 - August Friedrich Ferdinand von der Goltz wird abermals nach Schweden geschickt, um den Regierungsantritt Friedrich Wilhelms III. zu notifizieren und die Glückwünsche desselben zur Vermählung Gustavs IV. mit einer badischen Prinzessin zu überbringen. In den folgenden Jahren wird von der Goltz meist wieder in Westpreußen leben, meist sehr in Anspruch genommen durch seine Geldangelegenheiten, die ihn in immer größere Schwierigkeiten bringen.

Januar 1801 - August Friedrich Ferdinand von der Goltz wird zum preußischen Gesandten in München ernannt, wird jedoch die Stelle nie antreten.

April 1802 - Der preußische Diplomat August Friedrich Ferdinand von der Goltz wird zum Vertreter Preußens in Russland ernannt, wird jedoch erst in ein paar Monaten abreisen.

September 1802 - Der preußische Gesandte in Russland August Friedrich Ferdinand von der Goltz tritt seine Stelle in St. Petersburg an und wird diese Aufgabe zur großen Zufriedenheit sowohl der Preußen als auch der Russen wahrnehmen. Da jedoch am russischen Hof Ressentiments gegenüber den Deutschen herrschen, erhält er nur wenige für Preußen wichtige Informationen zur russischen Bündnispolitik.

1806 - Die Stellung des preußischen Gesandten in Russland August Friedrich Ferdinand von der Goltz bessert sich, je inniger sich die Beziehungen zwischen Preußen und Russland gestalten. An den geheimen Verhandlungen, die jetzt beginnen, und welche Friedrich Wilhelm III. ohne Wissen seines Ministeriums durch Hardenbergs Vermittlung mit Zar Alexander pflegt, hat von der Goltz bedeutenden Anteil.

06.07.1807 - August Friedrich Ferdinand von der Goltz folgt dem russischen Zaren Alexander I. in das Hauptquartier nach Ostpreußen und übernimmt, als Napoléon bei den Friedensunterhandlungen in Tilsit die Zuziehung des Ministers Karl August von Hardenberg verweigert, das Portefeuille des Auswärtigen, worauf er gemeinschaftlich mit dem Grafen Friedrich Adolf von Kalckreuth den den Tilsiter Frieden abschließt. So lange Freiherr vom Stein an der Spitze des Ministeriums steht, wird von der Goltz vorerst mehr im Hintergrund bleiben.

1808 - Der Leiter des Departements der auswärtigen Affairen August Friedrich Ferdinand von der Goltz wohnt dem Kongress von Erfurt als preußischer Bevollmächtigter bei, wo er eine Senkung der Kontributionszahlungen an Frankreich um 20 Millionen Francs.

1809 - Der Leiter des Departements der auswärtigen Affairen August Friedrich Ferdinand von der Goltz verhandelt in Berlin mit dem österreichischen Gesandten Wessenberg über die Teilnahme Preußens an einem etwaigen Krieg gegen Frankreich, für den er bei seinem König Friedrich Wilhelm III. mit großem Eifer eintritt.

1812 - Der Leiter des Departements der auswärtigen Affairen August Friedrich Ferdinand von der Goltz schließt die Verträge mit Frankreich ab, die Preußen zu einem Krieg gegen Russland verpflichten. Außerdem erwirbt er das von Preußen 1810 säkularisierte Klostergut Würben bei Schweidnitz in Schlesien.

20.01.1813 - Nachdem der König und der Staatskanzler Berlin verlassen haben, wird der Leiter des Departements der auswärtigen Affairen August Friedrich Ferdinand von der Goltz zum Vorsitzenden der Ober-Regierungskommission ernannt, in welcher Stellung er jedoch durch zu große Nachgiebigkeit gegen die abziehenden Franzosen Unzufriedenheit erwecken wird.

Frühjahr 1813 - Nach einer kurzen Abwesenheit in Stralsund, wo er vergeblich den Kronprinzen von Schweden erwarten wird, wird August Friedrich Ferdinand von der Goltz nach Schlesien in die Nähe der verbündeten Heere gehen, ohne doch zu irgend welchem Anteil an den diplomatischen Geschäften hinzugezogen zu werden.

August 1814 - Karl August von Hardenberg übernimmt wieder die Leitung der auswärtigen Affairen und der bisherige Minister dieses Portefeuilles, August Friedrich Ferdinand von der Goltz, wird nach dem ersten Pariser Frieden mit der Ernennung zum Oberhofmarschall entschädigt.

1816 - August Friedrich Ferdinand von der Goltz wird als Nachfolger Wilhelm von Humboldts preußischer Gesandter am Bundestag in Frankfurt am Main.

1817 - Der preußische Gesandte am Bundestag August Friedrich Ferdinand von der Goltz wird Staatsrat.

1824 - Der preußische Gesandte am Bundestag August Friedrich Ferdinand von der Goltz wird vom Bundestag abberufen und tritt wieder als Oberhofmarschall ein. In Frankfurt wird er durch Karl Ferdinand Friedrich von Nagler ersetzt.

17.01.1832 - Der ehemalige Leiter des Departements der auswärtigen Affairen August Friedrich Ferdinand von der Goltz stirbt in Berlin. Er wird betrauert von seiner Tochter Auguste Maria Amalie Louise (* 1798), verheiratet mit Joachim Carl Ludwig Mortimer von Maltzahn. Sein einziger Sohn Reinhold starb als Kleinkind.

August Friedrich Ferdinand Graf von der Goltz
(Königreich Preußen)
Vorgänger Amt Nachfolger
Karl August von Hardenberg
1807
Leiter des Departements der auswärtigen Affairen
1808-1814
Karl August von Hardenberg
1814-1818

Quellen: