Chronik 511

DIE EREIGNISSE DES JAHRES 511
DIE SCHLAGZEILEN DES JAHRES
Theoderich der Große übernimmt die Herrschaft im Westgotenreich
Frankenkönig Clovis I. (Chlodwig I.) stirbt
Das Frankenreich wird unter den vier Söhnen Clovis' aufgeteilt
| Home | ![]() |
| |
| Jahres-Chroniken | |||
| Länderchroniken |
| Chronik 501 / Chronik 502 / Chronik 503 / Chronik 504 / Chronik 505 / Chronik 506 / Chronik 507 / Chronik 508 / Chronik 509 / Chronik 510 | |||||
| * Ereignis (seit ...) | |||||
| Ostgotisches Reich / Westgotisches Reich / Reich der Vandalen Ein ostgotisches Heer besetzt Septimanien, einen Küstenstreifen nordöstlich der Pyrenäen, der dadurch als einziger Rest des früheren westgotischen Herrschaftsbereichs in Gallien dem Westgotenreich erhalten blieb. Dann dringen die Ostgoten bis nach Barcelona vor, wo sich bei den Westgoten bereits Opposition gegen ihren König Gesalech regt. Nun wird Gesalech von den Ostgoten gestürzt und vertrieben; er flieht nach Nordafrika ins Reich Thrasamunds, des Königs der Vandalen. Theoderich der Große übernimmt die Herrschaft im Westgotenreich; er regiert dort als König in eigenem Namen, nicht als Vormund von Alarichs II. unmündigem Sohn Amalarich. Die Verwaltung des Westgotenreichs führen Beauftragte Theoderichs. Thrasamund ist ein Gegner Theoderichs; daher gewährt er Gesalech nicht nur Asyl, sondern stattet ihn mit Geld aus und ermöglicht ihm so den Versuch, die verlorene Herrschaft wiederzuerlangen. Gesalech begibt sich nach Südgallien, wo er Anhänger sammelt und dann einen Angriff auf die Ostgoten in Hispanien wagt. Das Unternehmen schlägt fehl; Gesalechs Truppen werden vor Barcelona von Theoderichs Feldherrn Ibba besiegt, worauf er nach Gallien flieht. Er will ins Reich der Burgunden gelangen, um dort Asyl zu finden, doch wird er auf der Flucht an der Durance getötet. Nun ist der ostgotische König Theoderich der Große auch Herrscher des Westgotischen Reiches. Fränkisches Reich | |||||
| Fränkisches Reich Chlodwig I., König der Franken, beruft eine Bischofskonzil nach Orléans ein. Das erste Reichskonzil im Frankenreich regelt Glaubensfragen und die Kirchenorganisation im Reich sowie das Machtverhältnis zwischen kirchlichen und weltlichen Herrschern. Dem König wird im Sinne des germanischen Eigenkirchenwesens ein maßgeblicher Einfluss bei der Einsetzung der Bischöfe zugestanden. Ein weiterer Schwerpunkt des Konzils ist die Bekämpfung des Arianismus sowie das Asylrecht in Kirchen. | |||||
| Fränkisches Reich In Orléans unterzeichnen die 32 Teilnehmer des Bischofskonzils des Frankenreiches die von König Clovis I. vorgeschlagenen Beschlüsse. Im Konzilsbeschluss wird schließlich das Wahrsagen unter Androhung der Exkommunikation verboten. | |||||
| Oströmisches Reich Der oströmische Kaiser Anastasios I. setzt den im Jahr 496 von ihm selbst eingesetzten Patriarchen von Konstantinopel, Mazedonius II., ab und ersetzt ihn durch Timotheos I., den monophysitischen Patriarchen von Antiochia. Daraufhin kommt es im Reich zu Aufständen, die zum Teil die nächsten Jahre über andauern werden. | |||||
| Oströmisches Reich / Patrimonium Petri Der oströmische Kaiser Anastasios I. setzt den im Jahr 496 von ihm selbst eingesetzten Patriarchen von Konstantinopel, Mazedonius II., ab und ersetzt ihn durch Timotheos I., den monophysitischen Patriarchen von Antiochia. Daraufhin kommt es im Reich, besonders aber auf den Straßen Antiochias, zu Unruhen und zu Kämpfen zwischen den Anhängern des Patriarchen Flavian II. und denen des Kaisers Anastasios I. auf, da das Volk im Gegensatz zum Kaiser dem Nicht-Chalcedonismus zugeneigt ist. Nicht-Chalcedonianismus ist eine Lehre einiger christlicher Kirchen, die das Bekenntnis des Konzils von Chalkedon im Jahre 451 nicht akzeptieren wollen. Es ging hier um die Frage, wie sich Gottheit und Menschheit in Jesus Christus verhalten. Ist Jesus Christus kein vollständiger, richtiger Mensch dann hat es keinen Sinn, von Ihm als dem zu sprechen, der der Bruder der Menschen wurde. Ist er nicht wirklich Gott, dann kann er bestenfalls sittliches Vorbild für gute Menschen sein, nicht der Erlöser und Retter, denn das kann nur Gott selbst sein. Das Konzil von Chalkedon verurteilte den Monophysitismus, der von der vorherigen „Räubersynode” anerkannt worden war. Die Definition des Konzils, die sich auf Papst Leos Formulierungen in einem Brief an Flavian von Konstantinopel sowie auf die Synodalbriefe des Cyrill von Alexandria an Nestorios - den Begründer des Nestorianismus - gründete, legte fest, dass Jesus Christus sowohl eine göttliche als auch eine menschliche Natur besitze, die untrennbar voneinander seien. Die heute orientalisch-orthodoxen Kirchen genannten, so die Koptische Kirche und die Syrisch-Orthodoxe Kirche, haben die in Chalkedon gefassten Beschlüsse nicht anerkannt. Doch für die meisten der christlichen Kirchen sind seine Beschlüsse bis heute verbindlich. Das Konzil verkündete darüber hinaus 27 kirchenrechtliche Vorschriften, welche die kirchliche Disziplin und Hierarchie sowie das geistliche Verhalten regelten, und die alle von der Westkirche angenommen wurden. Von der Kirche des Westens abgelehnt wurde dagegen die 28. Vorschrift, die dem Bischof von Konstantinopel - dem heutigen Istanbul - den Titel eines Patriarchen und damit einen Status gleich dem des Papstes von Rom verlieh. Die bedeutendste Nicht-Chalcedonische Tradition wird als "orientalische Orthodoxie" bezeichnet. Aus dieser Richtung werden später die Koptisch-Orthodoxe Kirche in Alexandria, die Syrisch-Orthodoxe Kirche (die manchmal als "Jakobiner" bezeichnet wird), die Armenisch-Apostolische Kirche, die Äthiopisch-Orthodoxe Kirche Tewahedo, die Eritreisch-Orthodoxe Kirche Tewahedo und die Orthodoxe Malankara-Kirche in Syrien hervorgehen. Innerhalb der Patriarchate von Alexandria und Antiochien wird die Ablehnung der Chalcedonischen Definition zu einem Grund der Trennung (Schisma) werden. Im Jahre 511 beherrscht noch keine der beiden Gruppen die Kirche. | |||||
Fränkisches Reich
Das Frankenreich wird unter seinen vier Söhnen aufgeteilt:
| |||||
| |||||



