USA 1776
DIE KOLONIEN BRITISCH-AMERIKAS
und die VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
Chronik des Jahres 1776
Dreizehn britische Kolonien in Nordamerika erklären sich unabhängig von Großbritannien
Das unabhängige Nordamerika schafft sich eine eigene Währung, den Kontinental-Dollar
| Chronik der Kolonie Britisch-Amerika vor 1766 | |
| Hier geht es zu den Ereignissen der Jahre... | 1756 – 1757 – 1758 – 1759 – 1760 – 1761 – 1762 – 1763 – 1764 – 1765 – 1766 – 1767 – 1768 – 1769 – 1770 – 1771 – 1772 – 1773 – 1774 – 1775 – 1776 |
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Die wichtigsten Persönlichkeiten des Jahres | ||||||
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| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Vereinigte Staaten von Amerika | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Massachusetts Bay Die britische Truppen, die im Mai 1775 Boston im heutigen US-Bundesstaat Massachusetts unter Militärverwaltung stellten, ziehen aus Boston wieder ab in Richtung New York. Die im Jahre 1692 begründete Province of Massachusetts Bay wird von Großbritannien zur Province of Massachusetts Bay degradiert. Die Verwaltung der Provinz, die während der Besetzung Bostons nach Watertown übergesiedelt war, kehrt in die alte Hauptstadt zurück. George Washington übernimmt offiziell die neu organisierte Kontinentalarmee vor Bosten, nachdem der Kongress die bisherigen Provinzialtruppen in eine einheitliche Kontinentalarmee überführt hat, und er lässt die neue Flagge hissen, während die britischen Truppen weiterhin in der Stadt eingeschlossen sind und die Belagerung ohne größere Kampfhandlungen fortgesetzt wird. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Colony and Dominion of Virginia In Virginia herrscht am heutigen Neujahrstag 1776 ein Zustand des offenen Krieges zwischen den Truppen der Patrioten und dem entmachteten königlichen Gouverneur von Virginia John Murray, 4. Earl of Dunmore, kurz Lord Dunmore. Die politische Lage ist bis zum Zerreißpunkt gespannt, da Dunmore bereits im November 1775 eine Proklamation erließ, die Sklaven die Freiheit verspricht, wenn sie gegen ihre rebellischen Herren kämpfen, was eine Welle des Zorns unter den Plantagenbesitzern auslöst und die Fronten endgültig verhärtet. Nach seiner Niederlage in der Schlacht von Great Bridge im Dezember 1775 ist Dunmore gezwungen, sich auf britische Kriegsschiffe im Hafen von Norfolk zurückzuziehen, wo er nun mit einer Flotte, bestehend aus der HMS LIVERPOOL, HMS OTTER und HMS FINGFISHER, vor der Stadt liegt. Norfolk selbst gilt als Nest der Loyalisten und ist ein strategisch wichtiger Handelsplatz, der nun jedoch von den Milizen Virginias und Truppen aus North Carolina besetzt ist, die jegliche Versorgung der britischen Schiffe vom Land aus unterbinden. Am Nachmittag gibt Dunmore den Befehl zum Angriff, nachdem die Milizen seine Forderungen nach Proviant ablehnen und Scharfschützen von den Häusern am Kai aus das Feuer auf seine Seeleute eröffnen. Um ca. 1515 Uhr beginnt das schwere Bombardement der Flotte, die mit 100 Kanonen ausgerüstet ist, während Landungstrupps unter Deckungsfeuer an Land gehen, um gezielt Gebäude am Ufer in Brand zu setzen, damit die Rebellen ihre Deckung verlieren. Das Feuer breitet sich rasend schnell aus, da ein starker Wind die Flammen in das Stadtinnere treibt, doch die Zerstörung wird durch die Handlungen der Milizsoldaten massiv verstärkt. Anstatt die Flammen zu bekämpfen, nutzen die Milizionäre das Chaos, um die Häuser der verhassten loyalistischen Kaufleute zu plündern und sie anschließend selbst anzuzünden, da sie die Stadt als feindliches Bollwerk betrachten, das den Briten in der Zukunft nicht mehr als Stützpunkt dienen soll. In den Straßen herrscht Panik, tausende Einwohner fliehen vor den Flammen und dem Kanonendonner in das Umland, während die Stadt systematisch vernichtet wird. Bis zum Abend liegt der Großteil von Norfolk in Schutt und Asche, was die Propaganda der Patrioten sofort nutzt, um die alleinige Schuld den Briten zuzuweisen und so den Widerstand in der gesamten Kolonie Virginia zu radikalisieren. Dieser Tag markiert das Ende jeder Hoffnung auf eine friedliche Beilegung des Konflikts in Virginia, da die Ruinen der Stadt als mahnendes Denkmal für die vermeintliche Tyrannei der Krone stehen. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Pennsylvania Reverend Alexander Dobbin errichtet in der noch unbenannten ländlichen Siedlungsregion, die später als Gettysburg in Pennsylvania bekannt werden wird, ein großes Wohnhaus aus Stein. Das Gebäude dient seiner Familie als neues Heim in den britischen Kolonien und gehört zu den frühesten festen Bauten der Region. Das Haus, heute als Dobbin House Tavern bekannt, wird in 200 Jahren das älteste erhaltene Gebäude des späteren Gettysburg sein. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Massachusetts Bay Vermutlich im Frühjahr oder Sommer lassen sich erste Siedler im Gebiet des heutigen Gill (Massachusetts) nieder, das zum nördlichen Teil von Greenfield am Connecticut River gehört. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of North Carolina 1776 steht die Flat Swamp Primitive Baptist Church in einem dünn besiedelten, damals namenlosen Gebiet bei 35°49′30″N 77°15′12″W; die Region wird seit langem von den Tuscarora und Morotock, zwei indigenen Völkern, bewohnt, und laut Landurkunden, Familienbibeln, Testamenten und Kirchenregistern leben hier bereits seit vielen Jahren europäische Siedler, darunter die Familie des aus England stammenden Henry Robason (geb. 1710), deren Name sich später zu „Roberson“ wandelt und die der 1872 inkorporierten Stadt Robersonville ihren Namen geben wird — ein Ort, der 1776 noch keinen offiziellen Namen trägt. „Primitive Baptist“ bedeutet „ursprünglich baptistisch“ und bezeichnet Gemeinden, die bewusst an der einfachen, frühen Form des Baptismus festhalten: schlichte Gottesdienste, starke Schriftgebundenheit, Gemeindeautonomie und Misstrauen gegenüber späteren kirchlichen Entwicklungen. Der Begriff ist historisch-theologisch gemeint und nicht wertend. "Flat Swamp" ist eine Ortsbezeichnung und bedeutet "Flacher Sumpf". | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika Die amerikanischen Truppen halten weiterhin ihre Stellungen vor Québec. Die Belagerung zieht sich hin. Die Versorgung ist schlecht, viele Soldaten sind krank, und die Pocken breiten sich aus. Die britische Garnison zeigt keine Anzeichen, die Stadt aufzugeben. | |
<br Datei:British Virginia |
Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Colony and Dominion of Virginia Die Revolutionäre Virginias errichten Fort Nelson am Elizabeth River, um die Werften von Norfolk und Portsmouth gegen britische Marineangriffe zu sichern; die Anlage bildet den Kern der neuen Küstenverteidigung gegen die Briten. Fort Nelson entsteht auf der Portsmouth-Seite des Elizabeth Rivers. Es ist ein Erdwerk mit Palisaden, ausgelegt für schwere Geschütze und ein System von Flussbefestigungen. Die Anlage ist strategisch entscheidend, weil sie den Zugang zu einem der wichtigsten Schiffbau- und Versorgungsräumen Virginias bietet. Auch in Point Pleasant am Zusammenfluss von Ohio und dem Kanawha River entsteht eine Verteidigungsanlage, das Fort Randolph, welches die westlichen Siedlungen gegen Angriffe aus dem Ohio Valley sichern soll. Dieses Holzblockhaus-Fort dient nicht nur zur Verteidigung gegen die Briten, sondern auch gegen die Shawnee, die dieses Gebiet als ihr Territorium betrachten, während die Amerikaner es als Teil der westlichen Expansion Virginias betrachten (später wird diese Gegend zu West Virginia gehören). |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Colony and Dominion of Virginia Die Brände, die am Vortag durch britische Geschütze und patriotische Plünderungen ausgelöst worden sind, wüten am 2. Januar unvermindert weiter. Die patriotischen Truppen unter Oberst Howe und Oberst Woodford unternehmen keine Löschversuche. Stattdessen setzen sie die Zerstörung loyalistischer Häuser fort und plündern weitere Gebäude. Die britische Flotte greift an diesem Tag nicht erneut ein, doch die Schäden aus der Bombardierung des 1. Januar sind so groß, dass ganze Straßenzüge in Norfolk in Flammen stehen. Die Ausmaße der Zerstörung durch die patriotischen Kräfte übertreffen bereits jetzt deutlich die Schäden, die die britische Bombardierung verursacht hat. Insgesamt werden in Norfolk 863 Gebäude vernichtet, deren Wert zeitgenössisch auf £120.000 geschätzt wird. Das britische Bombardement selbst zerstört lediglich 19 Gebäude im Wert von £3.000; weitere Schäden entstehen später während der britischen Besetzung der Stadt durch kleinere Überfälle Lord Dunmores. Howe lässt in seinem Bericht an die Konvention von Virginia den eigenen Anteil der Patrioten an der Zerstörung aus und wiederholt lediglich die Empfehlung, Norfolk vollständig zu vernichten, um es der britischen Flotte unbrauchbar zu machen. Ein von Lord Rawdon veröffentlichter Zeitungsbericht wirft Fragen über den tatsächlichen Verlauf der Ereignisse auf, doch viele Patrioten gehen weiterhin davon aus, dass die britischen Streitkräfte für den größten Teil der Schäden verantwortlich sind. Unmittelbar nach den Ereignissen wird keine Untersuchung eingeleitet. Die Konvention genehmigt schließlich Howes Plan zur vollständigen Zerstörung der Stadt, der die letzten 416 noch stehenden Gebäude betrifft. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Pennsylvania Auf dem Zweiten Kontinentalkongress in Philadelphia in Pennsylvania wird der „Tory Act“ unterzeichnet. Vorher beraten die Abgeordneten darüber, wie die dreizehn Kolonien mit den Loyalisten umgehen sollen, also mit jenen Einwohnern, die weiterhin dem König von Großbritannien verpflichtet bleiben. Philadelphia ist das politische Zentrum der Revolutionsbewegung. Der Kongress unterscheidet in seinem Beschluss zwischen zwei Gruppen: Einer großen Zahl von Menschen, die als ehrlich, gutmeinend, aber irregeführt gelten, und einer kleineren Gruppe, die bewusst mit der britischen Regierung kooperiert und gegen die Sache der amerikanischen Freiheit arbeitet. Die erste Gruppe soll mit Milde und Aufklärung behandelt werden; man erklärt ihr die Ursachen des Konflikts mit Großbritannien, die vergeblichen Petitionen an den König und die Gründe, warum die Kolonien zum Widerstand greifen. Die zweite Gruppe gilt als gefährlich; ihre Mitglieder sollen entwaffnet, überwacht oder in Gewahrsam genommen werden, wenn ihr Verhalten die Sicherheit der Kolonien bedroht. Lokale Sicherheitskomitees und Kolonialregierungen setzen diese Linie um, indem sie Loyalisten registrieren, Waffen einsammeln und im Ernstfall Haft oder Auflagen verhängen. Der Tory Act zeigt damit, dass der Konflikt nicht nur zwischen London und den Kolonien verläuft, sondern mitten durch die amerikanische Gesellschaft. Viele Loyalisten entscheiden sich in den folgenden Kriegsjahren zur Emigration in andere Teile des Empires, vor allem nach Kanada, während die Patrioten versuchen, die Unentschlossenen auf ihre Seite zu ziehen. Der Beschluss markiert einen Übergang: Die Kolonien verstehen Loyalität zur Krone zunehmend als ein Sicherheitsrisiko, versuchen aber gleichzeitig, nicht jeden Andersdenkenden sofort als Feind zu behandeln, sondern zwischen Skepsis und bewusster Gegnerschaft zu unterscheiden. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Massachusetts Bay Über dem Hauptquartier der Kontinentalarmee steigt am Morgen erstmals die neue Flagge der vereinten Kolonien auf. Dreizehn rot‑weiße Streifen laufen über das Tuch, im Kanton steht noch immer das britische Zeichen, ein sichtbarer Rest der alten Ordnung. Die Flagge ist bereits im späten Jahr 1775 in einzelnen Regimentern und auf Schiffen der Kontinentalmarine im Gebrauch, doch hier in Cambridge erhält sie zum ersten Mal einen öffentlichen, bewusst gesetzten Rahmen. Washington lässt sie vor den Linien hissen, während britische Beobachter aus Boston das Schauspiel verfolgen und die Bedeutung des neuen Banners unterschiedlich deuten. Für die einen wirkt der Union Jack im Kanton wie ein Zeichen der Loyalität, für andere wie eine Herausforderung. In Wahrheit spiegelt das Tuch den Zustand der Kolonien im Winter 1775/76: Bewaffneter Widerstand ohne erklärte Loslösung, Einigkeit ohne Nation, ein Übergangssymbol in einer Zeit, in der die politische Form noch unklar bleibt. Die Hissung in Cambridge markiert keinen Ursprung, sondern einen Moment der Sichtbarkeit, in dem die Flagge der vereinten Kolonien erstmals als gemeinsames Zeichen im öffentlichen Raum steht und die militärische wie politische Lage der Provinzen in einem einzigen Bild bündelt. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of New Hampshire Der Kongress von New Hampshire trifft sich in Exeter und stimmt für die Gründung einer Zivilregierung, die das erste amerikanische Commonwealth wird, das seine eigene Verfassung ratifiziert. Auf Drängen des Kontinentalkongresses entworfen, ersetzt die Verfassung von 1776 die königliche Herrschaft durch eine zweiteilige Legislative: Der im Volk gewählte Konvent, der diese Verfassung formuliert, wird Kongress genannt. Seine Verfassung verwandelt den Konvent in ein laufendes Repräsentantenhaus (oder eine Versammlung). Ein Oberhaus, der Rat, würde vom Haus ausgewählt werden: zwölf Freibesitzer, eine bestimmte Anzahl aus jedem Landkreis. Sollte der Konflikt mit Großbritannien über 1776 hinaus bestehen und Anweisungen des Kontinentalkongresses verbieten, sieht die Verfassung die Volkswahl der Ratsmitglieder vor. Gemeinsam sind nun die Versammlung und der Rat für die Leitung der Regierung der Kolonie verantwortlich, einschließlich der Ernennung aller Zivil- und Militäroffiziere. Die Verfassung schließt eine exekutive Spitze absichtlich aus. Dies spiegelt einen klaren Bruch mit der von oben herab ausgeübten Autorität des Kolonialgouverneurs wider und markiert einen Wandel in der öffentlichen Einstellung hin zu einer repräsentativen Regierung. Anders als bei den Unruhen von 1772 während des ‚Pine Tree Riot‘, bei denen Kolonisten dazu übergingen, königliche Agenten zu teeren und zu federn, kanalisiert die neue Regierung den Volkswillen nun durch Wahlen und lokale Kontrolle. Obwohl der Verfassung ein Grundrechtekatalog fehlt und sie niemals einer Volksabstimmung vorgelegt wurde, signalisiert sie eine bedeutende Transformation: Die Menschen in New Hampshire gehen vom Widerstand zur Selbstverwaltung über. Mit der neuen Staatsverfassung verabschiedet man sich vom Status einer britischen "Province" oder "Colony". Bisher spricht man von den "Thirteen Colonies" als Gesamtheit oder den einzelnen Provinzen als offizielle Bezeichnung der Kronkolonien. Jedoch geht die gesellschaftliche Meinung in Amerika in die Richtung, dass der Begriff "Colony" als Zeichen der Abhängigkeit empfunden und später durch "State" ersetzt werden wird. Es wird aber deutlich, dass New Hampshire nicht auf eine Erlaubnis aus Philadelphia gewartet hat, sondern jetzt selbst Fakten schafft. Die Phase der Staatsbildung beginnt heute. Der britische Gouverneur flieht. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Pennsylvania Thomas Paine, der erst im November 1774 aus Großbritannien kommend, wo er als rangniedriger Zollbeamter tätig war und dort für bessere Arbeitsbedingungen und gerechtere Entlohnungen zu kämpfen, schreibt ein 47-Seiten-langes Pamphlet mit dem Titel "Common Sense" (Gesunder Menschenverstand). Es wird zu einem Bestseller, der 500.000 Mal verkauft wird und viele Kolonisten davon überzeugt, dass Unabhängigkeit der einzige Weg sei, der für die 13 Kolonien in Frage käme. Auch George Washington erhält ein Exemplar dieses Pamphlets. Dieses Traktat soll ein Wegbereiter der amerikanischen Unabhängigkeit sein. Paine bricht in seiner Schrift radikal mit der Tradition, die Schuld an der Unterdrückung allein beim britischen Parlament zu suchen. Er greift stattdessen das Fundament der Monarchie selbst an, bezeichnet König Georg III. als „gekrönten Unhold“ und erklärt das Erbrecht der Könige für naturwidrig und absurd. Seine Argumentation folgt dem „gesunden Menschenverstand“: Er legt dar, dass es der Vernunft widerspricht, wenn eine kleine, ferne Insel dauerhaft einen gewaltigen Kontinent regiert, der ökonomisch und moralisch längst auf eigenen Füßen stehen kann. Paine nutzt eine bewusst einfache, biblisch geprägte Sprache, die nicht die Eliten, sondern die breite Masse der Bevölkerung anspricht und mobilisiert. Durch die Forderung nach einer sofortigen Gründung einer Republik verwandelt er den verfahrenen Steuerstreit in eine visionäre Mission für die Freiheit. Das Pamphlet zerstört die letzte Hoffnung auf Versöhnung mit London und bereitet den Boden für eine Unabhängigkeitserklärung vor, die von der Mehrheit der Bevölkerung als folgerichtig angesehen werden könnte. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Georgia / Province of South Carolina Drei britische Kriegsschiffe werden vor Tybee Island in Georgia vor Anker gesichtet: Es sind die HMS CHEROKEE, HMS SIREN, HMS RAVEN, HMS TAMAR und eine Reihe kleinerer Schiffe. Der britische Gouverneur von Georgia, William Wright, äußert die Vermutung, dass die Flotte geschickt wurde, um die Rebellen in Georgia zu bestrafen. Tatsächlich bilden diese Schiffe die Anfänge einer Flotte, die zusammengestellt wurde, um in Savannah Rückstellungen für die bedrängten britischen Truppen in Boston zu bilden. Im Dezember 1775 hatte der britische General William Howe eine Expedition zum Kauf von Reis und anderen Vorräten in Georgia angeordnet. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Georgia / Province of South Carolina Das patriotische Georgia Committee of Safety veranlasst die Verhaftung des britischen Gouverneurs William Wright und anderer Provinzvertreter der Krone. Joseph Habersham, ein Major in der Georgia-Miliz, stellt Wright unter Hausarrest und nimmt ihm das Versprechen ab, dass er nicht versuchen würde, mit den vor der Küste liegenden britischen Schiffen zu kommunizieren. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Massachusetts Bay / Province of New York Der Kontinentalarmee-Generalmajor Henry Clinton verlässt Boston mit zwei Kompanien leichter Infanterie. Sein Auftrag besteht darin, in den südlichen Kolonien eine neue Operationsbasis zu schaffen, da die britischen Kräfte in Boston durch die Belagerung gebunden sind. Clinton segelt zunächst nach New York, um sich mit William Tryon, dem königlichen Gouverneur der Kolonie, zu beraten. Die Lage in New York ist angespannt: Patriotische Kräfte beginnen, Loyalisten zu entwaffnen und aus der Stadt zu drängen, während die britische Flotte Schwierigkeiten hat, Proviant zu beschaffen. Am selben Tag trifft auch Generalmajor Charles Lee, von Oberbefehlshaber George Washington entsandt, in New York ein, um die Verteidigung der Stadt zu organisieren. Clinton macht kein Geheimnis daraus, dass sein Ziel im Süden liegt. Lee bemerkt, dass Clinton seine Pläne ungewöhnlich offen kommuniziert, obwohl bereits im Dezember ein abgefangener Brief Hinweise auf die britische Südexpedition geliefert hat. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Georgia / Province of South Carolina Loyalisten aus South Carolina unter Robert Cunningham unterzeichnen im Gefängnis eine Erklärung, in der sie allen Forderungen der neu gebildeten Staatsregierung von South Carolina zustimmen. Cunningham ist im Hinterland eine bekannte Figur, ein wohlhabender Farmer mit Einfluss auf die dortigen Siedlerfamilien, die ihre Bindung an die Krone nicht aufgeben wollen. Seine Festsetzung erklärt sich aus dieser Stellung: Die neue Regierung will verhindern, dass die Königstreuen im Backcountry eine eigene bewaffnete Bewegung aufbauen, während die politische Ordnung der Kolonie noch im Umbruch ist. Die heutige Erklärung entsteht daher nicht aus Überzeugung, sondern aus einer Lage, in der die Gefangenen nur durch ein schriftliches Zugeständnis ihre Freilassung erreichen können. Für Cunningham bedeutet dies, Zeit zu gewinnen, ohne seine Haltung zugunsten der Krone aufzugeben. Für die revolutionäre Führung ist es ein Versuch, die Lage im Hinterland zu beruhigen, denn die Spannungen zwischen den Küstengebieten und den Siedlern im Landesinneren haben bereits zu offenen Auseinandersetzungen geführt. Die heutige Erklärung kann die Situation vorerst entschärfen, doch niemand weiß, wie stabil diese Ruhe sein wird oder ob die Königstreuen sich dauerhaft zurückhalten. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Massachusetts Bay / Province of New York Henry Knox trifft in Cambridge, Massachusetts, mit der Artillerie ein, die er von Fort Ticonderoga herangeschafft hat. Fort Ticonderoga selbst liegt weit im Norden der Kolonie New York, an einer schmalen Stelle zwischen Lake George und Lake Champlain, wo ein alter Portageweg die beiden Gewässer verbindet. Die Lage ist so eng, dass man mit wenigen Geschützen die gesamte Verbindung kontrollieren kann, weshalb die Franzosen dort im Siebenjährigen Krieg eine große Festung errichteten, die später in britische Hände fiel. Für die amerikanische Sache ist der Ort seit dem vergangenen Jahr bedeutsam, weil dort zahlreiche schwere Geschütze erbeutet wurden, die in Boston dringend gebraucht werden. Knox hat sich mit einem kleinen Trupp auf den Weg gemacht, um diese Kanonen über gefrorene Flüsse, verschneite Wälder und unwegsames Gelände nach Massachusetts zu bringen, eine Unternehmung, die wegen des Gewichts der Geschütze und der winterlichen Bedingungen als außergewöhnlich gilt. Dass er heute mit dieser Artillerie in Cambridge eintrifft, verschafft der amerikanischen Seite erstmals die Möglichkeit, die britischen Stellungen rund um Boston ernsthaft unter Druck zu setzen. Fort Ticonderoga bleibt damit ein Ort, dessen strategische Bedeutung weit über seine abgelegene Lage hinausreicht, denn ohne die dort erbeuteten Geschütze wäre die militärische Lage der amerikanischen Truppen in Neuengland deutlich schwächer. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Pennsylvania / Provinz of Quebec Der Kontinentalkongress schreibt den dritten und letzten Brief an die Einwohner der Provinz Quebec und fordert sie auf, sich der Amerikanischen Revolution anzuschließen. Die Provinz steht seit der britischen Eroberung unter einer einheitlichen Verwaltung, und ihre Bevölkerung ist überwiegend französischsprachig, katholisch und in ihren überlieferten Rechts- und Sozialstrukturen fest verankert. Die britische Regierung hat ihnen ihre Religion, ihr Zivilrecht und ihre gewachsenen Ordnungen belassen, was ihnen ein Maß an Stabilität verschafft, das sie nicht leichtfertig aufs Spiel setzen wollen. Der Kongress richtet sein Schreiben daher an die Bewohner dieser Provinz, in der Hoffnung, sie könnten sich von der britischen Herrschaft lösen und sich den aufständischen Kolonien anschließen. Doch die bisherigen Bemühungen haben kaum Wirkung gezeigt. Die französischsprachigen Siedler beklagen zwar einzelne Belastungen unter der britischen Verwaltung, misstrauen aber den Absichten der Amerikaner, deren protestantische Rhetorik und politischen Vorstellungen ihnen fremd sind. Vor allem aber fürchten sie, ihre durch den Quebec Act gesicherte Lebensordnung durch einen offenen Aufstand zu verlieren. Der Brief des amerikanischen Kontinentalkongresses an Quebec:(eigene Übersetzung) | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Maryland In der Hauptstadt der Kolonie Maryland, in Annapolis am Chesapeake Bay, tritt eine Körperschaft zusammen, die seit zwei Jahren die Aufgaben der aufgelösten kolonialen Regierung trug. Sie entstand aus den County‑Versammlungen, nachdem der königliche Gouverneur die gesetzliche Generalversammlung entmachtet hatte, und übernahm nach und nach die Verwaltung des Landes, die Organisation der Miliz und die Verbindung zum Kontinentalkongress. Bislang nannte sie sich Convention, ein Name, der ihren provisorischen Charakter betonte und den Anspruch vermied, eine eigentliche Legislative zu sein. Nun aber hat sich die politische Wirklichkeit so weit verschoben, dass die Männer, die hier sitzen, nicht mehr als Notkomitee handeln, sondern als die faktische Vertretung der Bevölkerung. Mit diesem Selbstverständnis geben sie sich heute eine neue Bezeichnung und treten fortan als "Assembly of the Freemen of Maryland" auf. Die Umbenennung ist unscheinbar, doch sie markiert den Moment, in dem die Kolonie nicht mehr von der Krone verwaltet wird, sondern sich selbst verwaltet, ohne dies ausdrücklich auszusprechen. Im politischen Leben der britischen Kolonien ist der Sonntag traditionell ein Tag der Ruhe, des Gottesdienstes und der familiären Pflichten. Öffentliche Geschäfte wurden an diesem Tag normalerweise nicht geführt, und selbst dringliche Angelegenheiten wurden oft auf den Montag verschoben. Wenn eine Körperschaft wie die Versammlung in Annapolis dennoch an einem Sonntag zusammentritt, zeigt das zweierlei. Zum einen, dass die Lage als so ernst empfunden wird, dass man die gewohnte Ordnung des Wochenrhythmus durchbricht. Zum anderen, dass diese Männer sich nicht mehr als Teil der kolonialen Verwaltung verstehen, die sich an die kirchlich geprägten Konventionen zu halten hat, sondern als Vertreter eines politischen Gemeinwesens, das seine eigenen Prioritäten setzt. Der Sonntag verliert damit seinen Charakter als Grenze, die staatliches Handeln zurückhält, und wird zu einem Tag, an dem politische Entscheidungen getroffen werden dürfen, wenn die Notwendigkeit es verlangt. Es ist ein stilles, aber deutliches Zeichen dafür, dass die alte Ordnung nicht mehr bindet. Nicht im Sinne eines antichristlichen Affronts, sondern im Sinne einer Verschiebung der Autorität: Die politische Verantwortung tritt an die Stelle der kirchlichen Norm. Die Männer, die hier sitzen, handeln nicht gegen den Sonntag, sondern über ihn hinweg, weil sie sich in einer Lage sehen, in der die Geschäfte des Landes keinen Aufschub dulden. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Georgia / Province of South Carolina Aus den wenigen britischen Kriegsschiffen, die seit 12. Januar vor Tybee Island vor Anker liegen, um bei eventuellen Versorgungsengpässen für die Truppen im besetzten Boston einzugreifen, sind die Schiffe HMS SCARBOROUGH, die HMS HINCHINBROOK und zwei Transportschiffe, die WHITBY und die SYMMETRY, auf denen etwa 200 britische Armeesoldaten unter dem Kommando von Major James Grant dienen. Die Flottille fährt unter dem Gesamtkommando von Captain Andrew Barclay (auch Barkley geschrieben). | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika Die Lage vor Québec bleibt unverändert. Die amerikanischen Kräfte sind geschwächt, die Pocken fordern weitere Opfer, und Desertionen nehmen zu. Die britische Seite verharrt weiterhin in der Defensive und wartet auf Verstärkung aus England. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Colony and Dominion of Virginia Gemäß der Entscheidung der Konvention, die Stadt Norfolk zu zerstören, um sie für die Nutzung sowohl des Handelns als auch für das britische Militär unbrauchbar zu machen, wird gemeldet, das alle 416 vom Brand des 1. Januar übriggebliebenen Gebäude nunmehr zerstört wurden, woraufhin sich die patriotischen Kräfte aus den Ruinen zurückziehen, nachdem sie ihre Zerstörung abgeschlossen hatten, und nehmen Posten in anderen nahe gelegenen Städten ein. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Georgia / Province of South Carolina Der unter Hausarrest stehende britische Gouverneur von Georgia, der trotz seiner Gefangenschaft weiterhin von der Bevölkerung belästigt wird, fürchtet um sein Leben und entkommt dem Ort seiner Gefangenschaft in der Nacht. Er macht sich auf den Weg zur Plantage eines loyalistischen Unterstützers und wird von dort nach Scarborough gebracht. In der Zwischenzeit hat sich die georgische Provinzversammlung getroffen, die Vertreter des Zweiten Kontinentalkongresses gewählt und den Prozess der Aushebung von Regimentern für die Kontinentalarmee begonnen. Nachdem Gouverneur Wright an Bord der HMS SCARBOROUGH angekommen ist, schreibt er unverzüglich einen Brief an die verbliebenen Mitglieder seines Rates, in dem er Frustration darüber äußerte, Sicherheit und Zugang zu den gewünschten Lieferungen von den Patriot-Behörden zu erhalten. Georgien hat zusammen mit den anderen zwölf Kolonien 1774 die Bedingungen des Kontinentalverbands übernommen, der durch den ersten Kontinentalkongress geschaffen wurde, der den Handel mit Großbritannien verbietet. | |
| Königreich Großbritannien / Königreich Irland / Britisch-Amerika / Province of North Carolina Eine britische Flotte unter Admiral Sir Peter Parker und die Truppen unter General Charles Cornwallis läuft nach einer Wartezeit von etwa 10 Wochen endlich aus. An Bord befinden sich mehrere Regimenter, die in Irland stationiert waren. Der Plan ist, in Cape Fear in North Carolina zu landen. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of New York Die HMS DUCHESS OF GORDON dient als schwimmendes Hauptquartier für den Gouverneur von New York, Tryon, der von hier aus die Ernennung von David Mathews zum Bürgermeister vollzieht. Diese Konstellation verdeutlicht die Zerrissenheit der Stadt: Während die zivile Spitze der Loyalisten auf einem Kriegsschiff der Royal Navy Schutz sucht, übernehmen die Truppen der Kontinentalarmee unter General Charles Lee zunehmend die Kontrolle über die Befestigungen an Land. Die Anwesenheit der HMS DUCHESS OF GORDON im Hafen ist ein machtvolles Signal an die Stadtbevölkerung, doch Thomas Paines Pamphlet „Common Sense“ untergräbt diese Autorität bereits wirkungsvoll in den lokalen Tavernen. Mathews steht somit vor der unmöglichen Aufgabe, eine Verwaltung zu führen, deren Rückhalt auf dem Festland schwindet, während die Kanonen des Schiffes im Hafen die einzige verbliebene Machtbasis der Krone darstellen. | |
Königreich Großbritannien / Königreich Irland / Britisch-Amerika / Province of North Carolina
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| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Colony of the Bahama Islands Die amerikanische revolutionäre Flotte unter Commander Esek Hopkins legt bei Cape Henlopen, Delaware ab. Sie besteht aus dem Flaggschiff ALFRED; der HORNET, WASP, FLY, ANDREW DORIA, CABOT, PROVIDENCE und der COLUMBBUS, dazu 200 Continental Marines unter Samuel Nicholas. Das Ziel des Raids ist laut geheimen Instruktionen, Nassau auf den Bahamas zu überfallen und das dort gelagerte britische Pulver zu holen. Ein Sturm reißt FLY und HORNET aus dem Verband; die HORNET muss zurück, die FLY plant, sich der Flotte wieder anzuschließen. Die übrigen Schiffe halten Kurs auf die Bahamas und bleiben trotz schwerer See zusammen. | |
| Königreich Großbritannien / Königreich Irland / Britisch-Amerika / Province of North Carolina Das letzte der Schiffe der britisch-irischen Südexpedition, die am 12. Februar Cork in Richtung Nordamerika verließen und wegen eines massiven Sturms, der die Flotte zerstreute, kehrt nach Cork in Irland zurück. | |
| Königreich Großbritannien / Königreich Irland / Britisch-Amerika / Province of North Carolina Die wegen des Sturms nach Cork in Irland zurückgekehrten Schiffe der britisch-irischen Südexpedition melden, dass die Reparaturen an den beschädigten Schiffen länger als erwartet dauern und dass sich die Abfahrt um Wochen verzögern wird. | |
| Königreich Großbritannien / Königreich Irland / Britisch-Amerika / Province of North Carolina Die Schlacht an der Moore’s Creek Bridge in der Nähe von Wilmington im heutigen Pender County in der Province of North Carolina ist ein nicht unbedeutender, folgenreicher Zusammenstoß im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg in North Carolina. Der Sieg der Miliz des Provinzkongresses von North Carolina über die Verstärkungen des britischen Gouverneurs Josiah Martin und Tristan Worsley ist überraschend. Mit den Nachrichten über die Gefechte von Lexington und Concord beginnen die Loyalisten im Landesinneren von North Carolina verstärkt mit der Rekrutierung, während die Patrioten ihre Milizen und Kontinentaleinheiten organisieren. Als im Januar 1776 die Nachricht über eine geplante britische Expedition eintraf, befahl Martin seinen loyalistischen Milizen, sich zu sammeln, um die Ankunft der britischen Truppen zu unterstützen. Patriotische Milizen und Kontinentaleinheiten mobilisieren sofort, um die Vereinigung der Loyalisten mit den britischen Kräften zu verhindern, blockieren mehrere Routen und zwingen die schlecht bewaffneten Loyalisten schließlich dazu, sich bei der Moore’s Creek Bridge rund 29 Kilometer nördlich von Wilmington zu stellen. Im Morgengrauen kommt es zu einem kurzen, aber entscheidenden Gefecht: Ein Angriff von 1400-1600 hochlandschottischer Loyalisten, die mit Schwertern bewaffnet über die Brücke stürmen, wird durch konzentriertes Musketen- und Artilleriefeuer von 1050 Patrioten zerschlagen. Zwei loyalistische Anführer, Donald MacLeod und John Campbell, fallen, ein weiterer, Donald MacDonald, wird gefangen genommen, und die gesamte Truppe zerstreut sich. In den folgenden Tagen werden zahlreiche Loyalisten festgenommen, was die Rekrutierungsbemühungen der Krone erheblich schwächt. Das Gefecht endet mit einem Toten auf der Seite North Carolinas und 50 Toten oder Verwundeten und 850 Gefangenen von der britischen Seite. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Massachusetts Bay In Boston stellt die Zeitung Boston News‑Letter ihr Erscheinen ein. Das Blatt war seit 1704 im Umlauf und gilt als die erste dauerhaft veröffentlichte Zeitung in den britischen Kolonien Nordamerikas. Gegründet wurde es von John Campbell, dem Postmeister der Stadt, der die Nachrichten, die er bisher handschriftlich an die Gouverneure verschickt hatte, in gedruckter Form verbreiten wollte. Die frühen Ausgaben bestanden fast ausschließlich aus Meldungen aus Londoner Zeitungen, ergänzt um Hinweise auf Schiffsbewegungen und lokale Bekanntmachungen. Über die Jahrzehnte ging das Blatt durch die Hände mehrerer Druckerfamilien, zuletzt der Familie Draper, die es fest auf die Seite der Krone stellte. Unter Richard Draper und nach seinem Tod unter seiner Witwe Margaret Green Draper wurde das News‑Letter zu einem der wichtigsten loyalistischen Organe Bostons. Dass die Zeitung nun verstummt, liegt nicht an Geldmangel oder Papierknappheit, sondern an der politischen Lage der Stadt. Die britischen Truppen ziehen ab, und mit ihnen verlassen viele Loyalisten Boston. Margaret Draper schließt sich diesem Zug an. Ohne Schutz, ohne Leserschaft und ohne die politische Ordnung, auf die sie sich stützte, kann das Blatt nicht weiterbestehen. Mit ihrem Weggang endet auch die Geschichte der Zeitung, die über siebzig Jahre lang ein fester Bestandteil des öffentlichen Lebens in Boston war. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Colony of the Bahama Islands Die Flotte der 13 Colonies erreicht das Great Abaco Island. Zwei britische Sloops werden von den Rebellen gekapert und ihre Kapitäne als Lotsen verpflichtet. Ein Einheimischer, George Dorsett, segelt nach Nassau und warnt den britischen Gouverneur Browne. Die Marines werden auf die Sloops und die Providence verteilt, um den Landungsverband zu bilden; der Angriff soll bei Tagesanbruch erfolgen. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Georgia / Province of South Carolina Die britischen Kriegsschiffe HMS SCARBOROUGH, TAMAR, CHEROKEE und HINCHINBROOK segeln hinauf zum Fünf-Fathorn-Loch und begleiten Transporte mit 200-300 Männern unter dem Kommando von Major James Grant. Die HMS HINCHENBROOK und einer der Transporter segeln dem Back River hinauf. Der Transport ankert gegenüber dem Hafengebiet, während die HMS HINCHENBROOK in einem Versuch, eine Position über der Stadt einzunehmen, auf einem Sandufer des Flusses strandet. Abgefeuerte Schüsse der unter Joseph Habershams stehenden Georgia-Miliz räumen die Decks der HMS HINCHENBROOK, aber ohne geeignete Boote bleiben Habersham die Hände gebunden für mehr Einsatz, auch weil die Briten versuchen, das Schiff bei der kommenden Flut wieder freizubekommen. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Pennsylvania / Colony of Rhode Island and Providence Plantations Durch die strategische Platzierung schwerer Kanonen auf den Dorchester Heights in Boston durch amerikanische Truppen unter General John Thomas wird die britische Flotte im flachen Hafen von Boston unmanövrierbar und liegt schutzlos unter Feuer, was zur britischen Evakuierung führt. Die britischen Truppen beginnen mit dem Abzug der Blockadetruppen um Boston. Britische und mit ihnen verbündete Soldaten hatten die Stadt seit 19. April 1775 belagert. Der Abzug der Briten wird von die Bevölkerung von Boston als entscheidender Sieg über Großbritannien gefeiert. In Newport, Rhode Island, wird den britischen Truppen von den örtlichen Patrioten jegliche Hilfe verweitert und außerdem wird deren Flottile noch von der Feldartillerie der Kontinentaltruppen mit Kanonen beschossen. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Pennsylvania Die Continental Powder Works am French Creek werden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit im Frühjahr 1776 errichtet, weil alle verfügbaren Indizien genau in diese Richtung weisen: Der Beschluss des Pennsylvania Committee of Safety zur Errichtung einer Pulvermühle fällt nachweislich in den frühen Winter 1775/76, doch der tatsächliche Baubeginn konnte erst erfolgen, sobald die klimatischen Bedingungen im östlichen Pennsylvania dies zuließen. Januar und oft auch Februar sind dort zu kalt, zu nass oder zu gefroren, um Erdarbeiten, Fundamentlegung, Mühlgrabenbau und das Setzen der wassergetriebenen Mechanik durchzuführen. Die Region Chester County hat typischerweise erst ab Anfang bis Mitte März ausreichend frostfreie Tage, um Mühlenbau und Wasserbau sicher zu beginnen. Gleichzeitig drängt die strategische Lage: Der Continental Congress weiß spätestens im Februar 1776, dass die Pulvervorräte dramatisch knapp sind, und verlangt eine schnelle Inbetriebnahme. Die Kombination aus politischem Druck, militärischer Notwendigkeit und klimatischer Realität macht den März zum logischsten Monat. Der Standort ist eindeutig: East Pikeland Township, Chester County, Pennsylvania, am French Creek, wo Wasserkraft, Rohstoffe und relative Sicherheit vor britischen Angriffen zusammenkamen. Die Anlage musste spätestens im April betriebsbereit sein, um die Armee vor der Sommerkampagne zu versorgen, was wiederum bedeutet, dass der Bau im März abgeschlossen oder weitgehend abgeschlossen gewesen sein muss. Damit ergibt sich für die Chronik ein klarer Rahmen: Ort gesichert, Zeitraum gesichert, und innerhalb dieses Rahmens ist der März 1776 der wahrscheinlichste Monat für die Errichtung der Continental Powder Works. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika Die amerikanischen Stellungen vor Québec bleiben bestehen, doch die Lage verschlechtert sich weiter. Viele Soldaten sind krank oder erschöpft, und die Truppenstärke nimmt ab. Ein geordneter Rückzug wird noch nicht eingeleitet. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Georgia / Province of South Carolina Am späten Abend landen die Milizionäre Georgiens unter Major James Grant auf Hutchinson Island. Sie machen sich auf den Weg über die Insel, um die Versorgungsschiffe der Briten, "Reisboote" genannt, zu kapern. Die Insel ist jetzt praktisch wieder in britischer Hand. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Colony of the Bahama Islands Die drei von den abtrünnigen Kolonisten gekaperten britischen Landungsschiffe laufen wie geplant am Morgen in Richtung Hafen von Nassau ein, doch das Licht verrät sie und die Überraschung ist verloren. Fort Nassau feuert vier Alarmkanonen ab; zwei Geschütze brechen dabei von ihren Lafetten. Gouverneur Montfort Browne springt aus dem Bett, lässt die Miliz alarmieren und schickt 30 Mann nach Fort Montagu. Er überlegt kurz, das Pulver sofort auf ein schnelles Schiff zu verladen, verwirft den Plan aber zunächst. Am Vormittag brechen die Amerikaner den Hafenangriff ab und ziehen sich nach Hanover Sound zurück. Der Commander der Kolonisten Esek Hopkins hält Kriegsrat. Der neue Plan lautet so: Die Landung soll östlich von Fort Montagu erfolgen, außerhalb der Sichtlinie der Stadt. Die Truppe wird um 50 Seeleute verstärkt. Die WASP übernimmt den Feuerschutz. Zwischen 12 und 14 Uhr landet die amerikanische Truppe südöstlich von Fort Montagu, was die erste amphibische Operation der Kolonisten Amerikas darstellt. Es gibt keine Gegenwehr. Ein britischer Lieutenant (Burke) kommt mit weißer Flagge, erkennt die Übermacht und erkundet die Absichten der Amerikaner. Er erfährt, dass das Ziel des Überfalls das Pulver und die militärischen Vorräte sind, was er Browne meldet. Dieser rückt mit 80 Milizionären zu Fort Montagu vor, feuert drei Kanonen ab und zieht sich dann in die Stadt zurück. Da diese Aktion eher symbolisch gedeutet wird, Die Miliz zerstreut sich; viele gehen einfach nach Hause. Die Amerikaner besetzen Fort Montagu kampflos. Burke erscheint erneut unter weißer Flagge, erhält dieselbe Antwort: Die Amerikaner wollen das Pulver und sind bereit, die Stadt anzugreifen. Nicholas entscheidet, die Nacht im Fort zu verbringen, statt sofort vorzurücken. In der Nacht beschließt er, das Pulver zu retten. 162 von 200 Fässern werden heimlich auf die HMS MISSISSIPPI PACKET und die HMS ST. JOHN verladen. Um 0200 Uhr morgens laufen beide Schiffe aus – ungehindert, denn Hopkins hat keinen einzigen Blockadeschiff an die Hafeneinfahrt gestellt.
Ein strategischer Fehler, der den Amerikanern den Großteil der Beute kostet. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Georgia / Province of South Carolina Um 0400 Uhr erreicht der Miliz-Major James Grant die vor der Insel Hutchinson Island verankerten britischen Reisboote. Die Milizionäre hatten sich gegenseitig eingeschärft, unter allen Umständen ruhig zu bleiben. Aus diesem Grund lösen die Briten erst gegen 0900 Uhr Alarm aus. Als der Alarm ausgelöst wird, nimmt Colonel McIntosh 300 Milizionäre und stellt drei 4-Pfund-Kanonen auf Yamacraw Bluff auf. Dann schickt er Lieutenant Daniel Roberts und Major Raymond Demeré II als Parlamentarier zu einem der besetzten Schiffe, wo sie sofort verhaftet werden. Als eine zweite, größere Parlamentariergruppe eintrifft, um die Freilassung der beiden Gefangenen und der Schiffe zu besprechen, wird die Situation unzivilisiert, als Captain Rogers, Kopf der Verhandler, von den Briten beleidigt wird. Nachdem er auf jemanden auf dem besetzten Schiff geschossen hat, reagieren die Briten besonnen, verletzten einen Gegner und versenken fast das Boot der Parlamentarier-Gruppe. Nach dem Rückzug des Bootes eröffnete McIntosh das Feuer mit den Kanonen auf dem Bluff und beginnt eine Schießerei, die vier Stunden dauert. Als der Sicherheitsausschuss von Georgia zusammentrifft, um die Situation zu erörtern und zu beschließen, dass die Versorgungsschiffe verbrannt werden sollen, wird eine Gruppe von Milizen wurde zusammengestellt, um diese Aufgabe zu erfüllen. Ein Versorgungsschiff, die HMS INVERNESS, wird abgefackelt und in Richtung der besetzten Schiffe getrieben, was zu einem Gerangel führt, als die Briten sich beeilten, sie angesichts des ankommenden brennenden Schiffes zu verlassen. Während der Verwirrung wird die amerikanische Miliz aus Georgia und aus South Carolina aktiv und belegen die Briten mit Musketenfeuer und Traubenschuss. Zwei der besetzten Schiffe schaffen es, flussabwärts zu entkommen, und zwei weitere entkommen den Flammen, indem sie flussaufwärts fahren, aber gezwungen werden, anzulegen, um ihre Besatzungen gefangen nehmen zu lassen. Drei Schiffe erliegen den Flammen, die bis weit in die Nacht brennen. Die Aktion wird durch die rechtzeitige Ankunft von 500 Teilnehmern der South-Carolina-Miliz als Reaktion auf die frühere Berufung unterstützt. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Colony of the Bahama Islands Um 0200 Uhr laufen die beiden britischen Schiffe HMS MISSISSIPPI PACKET und die HMS ST. JOHN aus, denn der amerikanische Commander Esek Hopkins hatte kein einziges Blockadeschiff an die Hafeneinfahrt gestellt. Ein strategischer Fehler, der den Amerikanern den Großteil der Beute kostet. Morgens erscheinen die Amerikaner vor Fort Montagu in Richtung Stadt. Es regt sich kein Widerstand im Fort und in der Stadt. Ein Flugblatt des Hopkins' wird verteilt, auf dem versprochen wird, dass jeder, der nicht kämpft, sein Eigentum auf Bermuda behalten darf. Die Einwohner akzeptieren es. Eine Delegation der Stadt kommt den Marines entgegen und übergibt die Schlüssel von Nassau. Die Stadt fällt kampflos. Die Amerikaner sichern die Stadt, durchsuchen Lagerhäuser und Fort Nassau. Sie finden nur 38 Fässer Pulver, da Browne den Rest in der Nacht zuvor fortgeschafft hat. Weitere Waffen, Munition und militärische Ausrüstung werden beschlagnahmt. Browne wird verhaftet und in Ketten auf die ALFRED gebracht. Die Besatzung beginnt, Vorräte und Kriegsmaterial auf die Schiffe zu verladen. Die Amerikaner richten sich auf eine zweiwöchige Besatzung ein. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Georgia / Province of South Carolina Der britische Chef der Flotte vor Georgia und South Carolina, Colonel McIntosh, schickt seinerseite heute eine Parlamentariergruppe an Captain Barclay und bietet einen Gefangenenaustausch an. Als Berclay den Austausch ablehnt, ordnet das Sicherheitskomitee die Verhaftung der verbleibenden Mitglieder von Gouverneur Wrights Rat an. Dieser Schritt erweist sich als erfolgreich; die von Großbritannien gehaltenen Gefangenen wurden im Austausch für die Versprechen des Schutzes dieser Ratsmitglieder freigelassen. Trotz der Aktion fahren die Briten erfolgreich die meisten Handelsschiffe den Back River hinunter, obwohl einige der Schiffe bereits einen Teil ihrer Ladung abladen mussten, um es in den flachen Kanal zu schaffen. Sobald sie Tybee Island erreicht hatten, werden die gewünschten Vorräte in Höhe von 1.600 Barrel Reis auf die beiden britischen Transportschiffe verladen. Die Flotte bleibt vor Tybee Island vor Anker, während die Verhandlungen über den Austausch von Gefangenen fortgesetzt werden. Die Briten planen, von Tybee Island aus vorbeifahrende Schiffe zu kapern. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Colony of the Bahama Islands Die Amerikaner festigen ihre Kontrolle über Nassau und beginnen mit der systematischen Durchsuchung der Lagerhäuser, der Werftanlagen und der privaten Depots der Kaufleute. Die Einwohner bleiben ruhig, da Hopkins’ Flugblatt Wirkung zeigt und niemand sein Eigentum gefährdet sieht, solange kein Widerstand geleistet wird. Gouverneur Montfort Browne sitzt in Ketten auf der ALFRED und wird verhört, ohne jedoch preiszugeben, wohin die beiden Schiffe mit dem Pulver gesegelt sind. Die Marines richten in Fort Nassau eine provisorische Kommandostelle ein und inspizieren die Geschütze, von denen viele in schlechtem Zustand sind. Weitere Waffen, Musketen, Werkzeuge und Vorräte werden auf die amerikanischen Schiffe verladen. Die Miliz der Insel existiert faktisch nicht mehr; viele Männer haben sich auf ihre Plantagen zurückgezogen oder halten sich in den Außenbezirken verborgen. Die amerikanischen Offiziere notieren, dass die Bevölkerung eingeschüchtert, aber nicht feindselig wirkt. Die Nacht verläuft ruhig, während die Amerikaner ihre Positionen festigen und die Vorbereitungen für den Abtransport der erbeuteten Güter fortsetzen. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Massachusetts Bay In der Nacht zu heute erfolgt der entscheidende Schritt zur Entsetzung der von den Briten besetzten Stadt Boston, als General George Washington die Höhen von Dorchester, einem nicht weit von Boston entfernten Ort, überraschend befestigen lässt und damit die britische Position in Boston unmittelbar bedroht, was zu der unmittelbaren Entscheidung des britischen General William Howe nach Tagesanbruch führt, Boston aufzugeben, weil ihm klar ist, dass ein Angriff auf die stark verschanzten Stellungen der amerikanischen Patrioten zu verlustreich wäre und die britische Position militärisch nicht mehr haltbar ist. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Colony of the Bahama Islands Die Amerikaner setzen ihre Besatzung von Nassau fort und konzentrieren sich darauf, die erbeuteten Vorräte zu sortieren und auf die Schiffe zu verladen, während die Marines die Kontrolle über die Stadt aufrechterhalten und die wenigen verbliebenen Milizionäre der Insel keine Anstalten machen, sich neu zu organisieren. Die Offiziere der Flotte inspizieren die lokalen Schiffe und pressen die HMS ENDEAVOUR in den Dienst, um zusätzliches Material transportieren zu können. Gouverneur Browne bleibt weiterhin in Ketten und beklagt sich über die Behandlung durch die amerikanischen Offiziere, die seine Vorräte an Alkohol nahezu vollständig verbrauchen. Die Stimmung in der Stadt bleibt ruhig, da die Einwohner sich an die Besatzung gewöhnen und erkennen, dass die Amerikaner vor allem an militärischen Gütern interessiert sind. Die Marines halten Fort Nassau besetzt und überprüfen die dortigen Geschütze, während die Schiffsbesatzungen Reparaturen durchführen und die Flotte auf die spätere Abfahrt vorbereiten. Die Fly trifft ein und berichtet, dass sie und die Hornet im Sturm ihre Takelage ineinander verhakt hatten und die Hornet schwere Schäden davongetragen hat. Die Amerikaner nutzen den Tag, um ihre Positionen zu festigen, die Vorräte zu sichern und die Gefangenen zu bewachen, während die Vorbereitungen für den Abtransport der restlichen militärischen Ausrüstung weiterlaufen. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Massachusetts Bay Die britischen Besatzungstruppen von Boston unter General William Howe beginnen mit den konkreten Vorbereitungen zur Räumung Bostons, nachdem die amerikanische Befestigung der Dorchester Heights ihre Stellung unhaltbar gemacht hat, und sie ordnen das Verladen von Material, die Organisation der Loyalisten und die Bereitstellung der Schiffe an, während der amerikanische General George Washington die amerikanischen Linien verstärkt und die Artillerie auf den Höhen in Stellung hält, sodass die britische Armee und die mit ihr fliehenden Zivilisten in den folgenden Tagen systematisch auf die Evakuierung hinarbeiten, ohne dass es zu weiteren Kampfhandlungen kommt. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Colony of the Bahama Islands Die Amerikaner nutzen den Tag, um die erbeuteten Vorräte weiter zu sortieren und auf die Schiffe zu verladen, während die Marines die Kontrolle über Nassau festigen und die wenigen verbliebenen Milizionäre der Insel keine Anstalten machen, sich neu zu formieren. Die Offiziere inspizieren die lokalen Schiffe und prüfen weiter, welche davon für den Transport weiterer militärischer Güter geeignet sind, während die Endeavour bereits für zusätzliche Ladung vorbereitet wird. Gouverneur Browne bleibt in Ketten und beklagt sich über die Behandlung durch die amerikanischen Offiziere, die seine Vorräte an Alkohol nahezu vollständig verbraucht haben, während die Gefangenen an Bord streng bewacht werden. Die Stimmung in der Stadt bleibt ruhig, da die Einwohner sich an die Besatzung gewöhnt haben und erkennen, dass die Amerikaner vor allem an militärischen Gütern interessiert sind und ziviles Eigentum unangetastet lassen. Die Milizen der Kolonien halten Fort Nassau weiterhin besetzt und überprüfen die dortigen Geschütze, während die Schiffsbesatzungen kleinere Reparaturen durchführen und die Flotte auf die spätere Abfahrt vorbereiten. Die FLY bleibt vor Ort und berichtet erneut über die Schäden der HORNET, die nach dem Zusammenstoß im Sturm nicht einsatzfähig ist. Die Amerikaner verbringen den Tag damit, ihre Positionen zu sichern, die Vorräte zu verstauen und die Gefangenen zu bewachen, während die Vorbereitungen für den Abtransport der restlichen militärischen Ausrüstung weiterlaufen und die Besatzung sich auf eine baldige Abreise einstellt. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Massachusetts Bay Die britischen Truppen setzen ihre Vorbereitungen zur Räumung Bostons fort, indem sie Material, Verwundete und loyalistische Familien auf die Transportschiffe bringen, während General William Howe die Lage weiter beobachtet und erkennt, dass die amerikanischen Stellungen auf den Dorchester Heights uneinnehmbar sind, sodass der Tag vom geordneten Rückzug und der fortschreitenden Verladung geprägt ist, ohne dass es zu Kampfhandlungen kommt. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of South Carolina Oberst William Moultrie und das 2nd South Carolina Regiment erreichen Sullivan’s Island und beginnen mit dem Bau eines Forts zur Sicherung des Hafeneingangs von Charleston. Die Insel erstreckt sich über etwa vier Meilen Länge und nur wenige hundert Yards Breite. Moultrie erkennt, dass jedes britische Schiff, das Charleston anlaufen will, zuerst die Charleston Bar überqueren und dann dicht an der Südspitze der Insel vorbeisegeln muss. Die Arbeiten am Fort kommen nur langsam voran. Die Palmetto‑Stämme werden zu massiven Wänden geschichtet, die mit Sand gefüllt sind. Kapitän Peter Horry beschreibt das entstehende Werk als „einen riesigen Kasten, 500 Fuß lang und 16 Fuß breit, mit Sand gefüllt, um die Schüsse zu stoppen“. Die Geschützplattformen bestehen aus zwei Zoll dicken Planken, die mit Holzstiften befestigt sind. Moultries Regiment erhält Unterstützung durch drei Infanterieregimenter, zwei Schützenregimenter, ein Artillerieregiment und drei unabhängige Artilleriekompanien. Insgesamt stehen ihm etwa 2.000 Mann zur Verfügung. Weitere 1.900 Kontinentaltruppen aus North Carolina und Virginia sowie 2.700 Milizionäre aus Charleston und dem Hinterland verstärken die Verteidigung. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Massachusetts Bay Die britischen Truppen in Boston setzen ihre Vorbereitungen zur Evakuierung fort, indem sie weitere Versorgungsgüter, Artillerie und loyalistische Familien auf die bereitliegenden Schiffe bringen, während ihr General William Howe die amerikanischen Stellungen auf den Dorchester Heights beobachtet und erkennt, dass Washington seine Position weiter verstärkt, sodass der Tag vom geordneten Rückzug und der zunehmenden Konzentration der britischen Kräfte im Hafen geprägt ist, ohne dass es zu Kampfhandlungen kommt. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of North Carolina Henry Clinton erreicht Cape Fear und erwartet dort die Ankunft der irischen Verstärkungen. Stattdessen erfährt er, dass die schottischen Loyalisten aus dem Hinterland North Carolinas, die sich ihm anschließen sollen, zwei Wochen zuvor bei der Schlacht von Moore’s Creek Bridge geschlagen worden sind. Der geplante Loyalistenaufstand in der Kolonie ist damit zusammengebrochen. Clinton trifft sich mit den königlichen Gouverneuren Josiah Martin (North Carolina) und William Campbell (South Carolina), um die Lage neu zu bewerten. Beide berichten, dass die patriotischen Kräfte in den südlichen Kolonien zunehmend die Kontrolle übernehmen. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Georgia Der britische Oberbefehlshaber Nordamerikas General Sir Henry Clinton erhält ein Hilfegesuch des königlichen Gouverneurs von Georgia, Sir James Wright. Wright ist von patriotischen Kräften verhaftet worden, konnte jedoch entkommen und sich auf ein Schiff der Royal Navy retten. Er berichtet, dass die königliche Verwaltung in Georgia zusammengebrochen sei und dass Loyalisten in der Kolonie kaum noch Schutz finden. Clinton erkennt, dass die Lage im Süden instabiler ist als erwartet und dass die britische Expedition ohne die schottischen Loyalisten und ohne die irischen Verstärkungen nur eingeschränkt handlungsfähig ist. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Georgia Die amerikanische Flotte bricht aus Nassau auf und nimmt Kurs auf Block Island vor Newport, Rhode Island, nachdem die Schiffe so viel militärisches Material aufgenommen haben, wie sie tragen können, einschließlich der 38 verbliebenen Pulverfässer und der auf die Endeavour verladenen Ausrüstung. Gouverneur Browne und mehrere britische Beamte werden als Gefangene an Bord behalten, während die beschädigte HORNET zurückbleibt und die übrigen Schiffe in geordneter Formation aus dem Hafen laufen. Die Abfahrt verläuft ohne britische Gegenwehr, da die beiden in der Nacht des 4. März entkommenen Schiffe mit dem Großteil des Pulvers längst außer Reichweite sind und keine weiteren britischen Kräfte in der Nähe operieren. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Massachusetts Bay Die britische Truppen, die im Mai 1775 Boston im heutigen US-Bundesstaat Massachusetts unter Militärverwaltung stellten, ziehen aus Boston ab in Richtung New York und Halifax. Die Verwaltung der Kolonie, die während der Besetzung Bostons nach Watertown übergesiedelt war, kehrt in die alte Hauptstadt zurück. Gemeinsam mit den Briten ziehen mehrere hundert loyalistische Familien Boston, nachdem die amerikanischen Befestigung der Dorchester Heights ihre Stellung unhaltbar gemacht hat, und die britische Flotte segelt nach Halifax in Nova Scotia ab, während General George Washington mit der Kontinentalarmee in die Stadt einzieht und damit die elfmonatige Belagerung Bostons beendet. Mit der Evakuierung der britischen Truppen aus Boston verliert die Stadt schlagartig jene politische Spannung, aus der der Boston Caucus jahrzehntelang seine Bedeutung gezogen hatte. Dieses informelle, aber einflussreiche Netzwerk, das seit den 1710er Jahren in Tavernen wie der Green Dragon Tavern die patriotische Politik koordinierte, Wahlen vorbereitete und die Richtung der Town Meetings bestimmte, war ein Instrument des Widerstands gewesen, ein Hinterzimmer der Opposition, das im Verborgenen wirkte, solange die königliche Verwaltung dominierte. Doch heute endet die britische Präsenz in Boston. Die Loyalisten fliehen, die Stadt fällt vollständig unter die Kontrolle der Patrioten, und die revolutionären Institutionen übernehmen offiziell die politische Führung. Damit verliert der Boston Caucus seine Funktion. Was zuvor im Schatten organisiert werden musste, kann nun offen und gesetzlich legitimiert geschehen. Der Caucus löst sich auf, nicht aus Schwäche, sondern weil er sein Ziel erreicht hat: Die politische Macht liegt nun bei jenen, die er über Jahre hinweg unterstützt und vorbereitet hat. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Georgia Die amerikanische Invasionsflotte befindet sich auf der Rückfahrt von Nassau, ohne dass für diesen Tag besondere Ereignisse überliefert sind, und die Schiffe halten ihren Kurs in Richtung Block Island. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Massachusetts Bay Die Patrioten in Boston rufen vor dem State House den "State of Massachusetts Bay" aus und proklamieren die Unabhängigkeit eines "freien und unabhängigen Staates". | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Georgia / Province of South Carolina Milizionäre aus Savannah unter der Führung von Archibald Bulloch landen mit 40 bis 100 Mann sowie etwa 30 verbündeten Creek‑Kriegern auf dem von britischen Kräften kontrollierten Tybee Island. Ziel des Einsatzes ist es, entlaufene Sklaven aufzuspüren, die dort Zuflucht gesucht haben und von denen befürchtet wird, dass sie sich den britischen Streitkräften anschließen könnten. Die amerikanischen Milizen sehen in den Geflüchteten vor allem einen möglichen militärischen Zugewinn für die Krone, während britische Offiziere befürchten, dass die Rebellen durch die Rückgewinnung der Arbeitskräfte wirtschaftlich gestärkt würden. Beide Seiten betrachten die entlaufenen Sklaven daher primär unter strategischen Gesichtspunkten und nicht als eigenständige Akteure. Der Überfall endet mit der Gefangennahme von etwa einem Dutzend entlaufener Sklaven sowie mehrerer weißer Loyalisten und eines britischen Marinesoldaten. Anschließend setzen die Milizionäre die auf der Insel verbliebenen Gebäude in Brand, um deren weitere Nutzung durch den abgesetzten Gouverneur James Wright und Offiziere der britischen Kriegsschiffe zu verhindern. Unter den insgesamt rund 200 Geflüchteten befanden sich 65 Sklaven des Pflanzers und Delegierten Arthur Middleton aus South Carolina. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of South Carolina Die Verfassung, die heute in South Carolina verabschiedet wird, regelt die neue Regierungsform, aber sie legt keinen offiziellen Staatsnamen fest. Die Abgeordneten der General Assembly arbeiten unter dem Druck des Krieges und ersetzen die königliche Verwaltung durch eine eigene, doch sie halten am bisherigen Stil fest. In den offiziellen Dokumenten steht weiterhin „Colony of South Carolina“, weil niemand den Namen ändert und die Verwaltungssprache träge bleibt. Die Regierung arbeitet bereits unabhängig von der Krone, aber die Bezeichnung folgt noch der alten Ordnung. Der Vorsitzende des Sicherheitskomitees von South Carolina, Henry Laurens, scheidet aus seinem Amt aus, weil das Komitee im Zuge der politischen Neuordnung der Provinz aufgelöst wird. Seit 1775 hatte dieses Gremium als faktische Revolutionsregierung gedient, doch mit der Einführung einer neuen provisorischen Verfassung wird es durch eine reguläre Regierungsstruktur ersetzt. Laurens wird daraufhin zum Vizepräsidenten der Provinz gewählt – einem Amt, das dem eines stellvertretenden Gouverneurs entspricht – womit der Übergang von einer improvisierten Revolutionsverwaltung zu einer formalisierten politischen Führung vollzogen wird. Dieser Wechsel markiert die politische Stabilisierung der Kolonie inmitten der beginnenden Unabhängigkeitsbewegung. Am selben Tag verabschiedet South Carolina seine erste provisorische Verfassung, die die bisherige Revolutionsverwaltung ablöst und eine regulierte Regierungsform mit Präsident, Vizepräsident und einem Zweikammerparlament einführt. Damit wird die politische Neuordnung der Provinz rechtlich fixiert und die Grundlage für die spätere Staatsbildung geschaffen. | |
| Königreich Spanien / Neu‑Spanien / Provincia de Las Californias Der aus Fronteras in der Provinz Sonora stammende Offizier Juan Bautista de Anza, geboren am 7. Juli 1736, erreicht als Kommandant einer aus Soldaten, Siedlern und ihren Familien bestehenden Expedition die nördliche Einfahrt der Bahía de San Francisco. Diese Bucht war 1769 von der Portolá‑Expedition entdeckt und vom Franziskaner Juan Crespí zu Ehren des heiligen Franz von Assisi benannt worden, im Zusammenhang mit der bereits geplanten Mission San Francisco de Asís. De Anza handelt im Auftrag des Gouverneurs der Provinz, Fernando José Rivera y Moncada, der die Anlage eines Presidios an der Bahía de San Francisco angeordnet hat, um die nördliche Grenze der spanischen Präsenz zu sichern. Jetzt untersucht de Anza gemeinsam mit seinem Stellvertreter José Joaquín Moraga die Höhen oberhalb der Meerenge, um einen geeigneten Standort festzulegen. Die zeitgenössischen Tagebücher berichten von Vermessungen, Markierungen und der Prüfung von Wasserquellen sowie der strategischen Lage. Aussagen über Eindrücke oder Kommentare einzelner Expeditionsteilnehmer sind in den Quellen nicht überliefert. Mit der heutigen Ortsbestimmung erfüllt de Anza den zentralen Auftrag seiner Expedition: die Vorbereitung der Errichtung eines Presidios an der Bahía de San Francisco innerhalb der Provincia de Las Californias. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Colony and Dominion of Virginia Der General der Kontinentalarmee Charles Lee trifft in Williamsburg in Virginia ein, um das Kommando über das südliche Department zu übernehmen und die Verteidigung Virginias zu sichern. Er kommt direkt aus New York und wird von den Patrioten Virginias sehnsüchtig erwartet, da man sich von seinem militärischen Fachwissen Schutz gegen die britische Flotte des entmachteten Gouverneurs von Virginia, Lord Dunmore, erhofft. Faktisch ist Dunmore nur noch ein Gouverneur im Exil auf dem Wasser, der seit dem Juni 1775 seinen Gouverneurspalast in Williamsburg nicht mehr gesehen hat. Lee mobilisiert zuerst die Miliz, um den britischen Vertreter Lord Dunmore aus einem Lager zu vertreiben, das dieser in der Nähe von Portsmouth gegründet hatte. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Georgia / Province of South Carolina Der Captain der britischen Flottille Barcley lässt die Anker aller Kriegsschiffe lichten, die sich noch in der Nähe der Tybee Insel befinden und segelt nach Norden, um den Konvoi von Handelsschiffen und Transportern zu führen. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of North Carolina / Province of South Carolina Der britische Oberbefehlshaber in Nordamerika General Sir Henry Clinton wartet weiterhin auf die irische Flotte unter Admiral Parker. Die Verzögerung zwingt ihn, seine Pläne anzupassen. Die britischen Kräfte bleiben in Cape Fear vorerst in einer defensiven Position, während die patriotischen Milizen in North Carolina und South Carolina ihre Stellungen festigen. Clinton erkennt, dass die südliche Expedition nur mit vereinten Kräften möglich ist und dass die Initiative vorerst bei den Patrioten liegt. | |
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Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Colony of Pennsylvania Im März und April verfasst John Adams in seiner Unterkunft eine Reihe politischer Schreiben, die später unter dem Titel „Thoughts on Government“ bekannt werden. Mehrere Kolonialversammlungen – besonders jene von North Carolina und Virginia – hatten Adams um Rat gebeten, wie eine neue Regierungsform beschaffen sein müsse, falls die Trennung von Großbritannien unausweichlich werde. Die Kolonien stehen in diesen Wochen an einem Wendepunkt: Die königliche Autorität ist weitgehend zusammengebrochen, die britischen Gouverneure sind geflohen oder abgesetzt, und die lokalen Provinzialkongresse übernehmen die tatsächliche Regierungsgewalt. Adams reagiert auf diese Lage mit einem politischen Entwurf, der die Grundzüge einer republikanischen Ordnung beschreibt. Er lehnt sowohl eine zu starke Exekutive als auch eine ungezügelte Volksdemokratie ab und plädiert stattdessen für eine ausgewogene Gewaltenteilung. Seine Schrift empfiehlt eine zweikammerige Legislative, um überstürzte Entscheidungen zu verhindern, eine Exekutive, die stark genug ist, um Gesetze durchzusetzen, aber durch die Legislative kontrolliert wird, sowie eine unabhängige Justiz, die als Schutzwall gegen Machtmissbrauch dienen soll. Adams betont, dass eine Republik nur bestehen könne, wenn sie auf bürgerlicher Tugend, öffentlicher Pflicht und dem Gemeinwohl beruhe. „Thoughts on Government“ wird noch im Frühjahr 1776 in mehreren Zeitungen der 13 Kolonien veröffentlicht und verbreitet sich rasch. Die Schrift gehört zu den einflussreichsten politischen Texten in dieser politischen Phase. Sie wird dankbar von den Verantwortlichen von North Carolina und Virginia angenommen werden, die sich gerade mit diesen Gedanken beschäftigen. Adams’ Überlegungen bilden einen wichtigen Baustein jener republikanischen Tradition, die später in die Verfassung anderer Gebiete einfließen soll. Der Entstehungsort ist eindeutig: Adams schreibt die Schrift in Philadelphia, Pennsylvania, wo der Kontinentalkongress tagt und wo er sich im Frühjahr 1776 fast ununterbrochen aufhält. Seine politischen Briefe entstehen in unmittelbarer Nähe zu den Debatten des Kongresses, der in diesen Wochen die Frage der Unabhängigkeit immer offener diskutiert. „Thoughts on Government“ ist damit ein Dokument der Übergangszeit, verfasst in einer Phase, in der die Kolonien noch formal britisch sind, aber bereits beginnen, ihre eigenen republikanischen Ordnungen zu entwerfen. |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Massachusetts Bay Auf einer Anhöhe bei Hull, Massachusetts (später Telegraph Hill, ca. 60 m hoch) beginnen Patriot‑Truppen im Frühjahr 1776 – unmittelbar nach der britischen Räumung Bostons – mit der Anlage erster Erdwerke zur Sicherung der Hafeneinfahrt (später Fort Revers). Außerdem wird das 20. Continental Regiment aufgeboten als Teil der Reorganisation der Kontinentalarmee und geht aus einem bereits 1775 aufgestellten Massachusetts‑Regiment hervor. Es dient unter Colonel John Patterson und nimmt an der Verteidigung von Boston teil. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of North Carolina Im Westen von North Carolina entsteht der Washington District, ein Zusammenschluss der Siedler am Watauga River. Die Bewohner erklären, dass sie den Vereinigten Kolonien loyal gegenüberstehen und ihre eigene Ordnung aufrechterhalten, weil die Regierung von North Carolina in diesem Grenzgebiet kaum präsent ist. Der District versteht sich als Teil der amerikanischen Sache, aber weder North Carolina noch der Continental Congress erkennen ihn als eigenständige politische Einheit an. Die Siedler regeln ihre Angelegenheiten selbst, ohne dass eine offizielle Regierung sie bestätigt. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of South Carolina South Carolina nimmt sein eigenes Staatssiegel an. Das neue Siegel besteht aus zwei ovalen Feldern: Auf der Vorderseite symbolisiert ein Palmetto‑Baum mit dem Motto „Animis opibusque parati“ („Bereit mit Mut und Mitteln“) die Wehrhaftigkeit der Kolonie; die Rückseite zeigt eine weibliche Gestalt mit Lorbeerzweig und dem Motto „Dum spiro spero“ („Solange ich atme, hoffe ich“), das Hoffnung und Beständigkeit ausdrückt. Das Siegel wird im Zusammenhang mit der neuen provisorischen Verfassung eingeführt und gehört zu den ersten Staatssymbolen der späteren Vereinigten Staaten. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika Die amerikanischen Stellungen vor Québec bestehen weiter. Viele Soldaten sind krank, und die Truppenstärke nimmt ab. Die Versorgungslage bleibt schlecht, und ein Rückzug wird weiterhin nicht eingeleitet. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Colony of Rhode Island and Providence Plantations Nicholas Cooke wird zum ersten Gouverneur von Rhode Island gewählt. Cooke ist 59 Jahre als und wurde in Providence geboren. Er wurde als Sohn von Daniel Cooke und dessen Frau Mary Power geboren und wuchs in Wohlstand auf. Seine Eltern besaßen wie auch er Ländereien, nicht nur in Rhode Island, sondern auch in Massachusetts und Connecticut. Auch verdiente sich Cooke als Besitzer einer Destillation und Reeder den Lebensunterhalt und verbrachte einige Jahre als Kapitän auf See. Im September 1740 heiratete er; der Name seiner Frau wird an einigen Stellen mit Hannah Labin, an anderen wiederum mit Mary Sabin angegeben. Gesichert jedoch gilt, dass er Vater von zwölf Kindern ist. 1752 wurde Cooke als Assistent ins Abgeordnetenhaus von Rhode Island gewählt, und wurde in Folge sechsmal, bis 1759, wiedergewählt. Im Mai 1768 – in einer Zeit, in der Rhode Island noch keinen Gouverneur, sondern Kolonialverwalter stellte – wurde Cooke in das Amt des Vizeverwalters gewählt, ein Amt, das später in jenes des Vizegouverneurs adaptiert wurde. Cooke übte diese Funktion bis Mai 1769 aus. Sechs Jahre später, im Mai 1775, wurde Cooke erneut in dasselbe Amt gewählt, übte es jedoch nur sechs Monate, bis November 1775, aus. Nachdem Rhode Island im Herbst 1775 seine Unabhängigkeitserklärung ratifizierte, wurde Cooke im November 1775 in das Amt des Gouverneurs gewählt. Parallel zu seiner Arbeit als Politiker übt er seit 1766 das Amt des Schatzmeisters der Brown University aus. Cooke ist ein entschlossener Unterstützer der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Colony of the Bahama Islands Die amerikanische Invasionsflotte trifft in den Gewässern von Long Island auf die britische HMS HAWK, die ohne größeren Widerstand erbeutet wird, wobei das Schiff samt Ladung in amerikanische Hände fällt und die Fahrt anschließend fortgesetzt wird. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of North Carolina In Halifax, North Carolina, tritt der vierte Provinzkongress zum ersten Mal zusammen. Präsident der Versammlung ist Samuel Johnston, Vizepräsident ist Allan Jones. Auf dem Kongress soll eine gemeinsame Stimme zu den Fragen gefunden werden, die im Zusammenhang mit dem Unabhängigkeitskongress, der im Sommer bevorsteht, stehen. Präsident Samuel Johnston, der 1733 in Dundee, Schottland, geboren wurde und gemeinsam mit seinen Eltern nach North Carolina ausgewandert war, ist ein führendes Mitglied der Patriot-Fraktion. Johnston ist Jurist und Plantagenbesitzer, politisch gebildet und einflussreich. Im letzten Jahr wurde er zum Präsidenten des Provinzkongresses gewählt und plant jetzt, eine revolutionäre Übergangsregierung für den Fall zu organisieren, dass die britisch-königliche Verwaltung kollabieren sollte. Vizepräsident Allen Jones, der 1739 in Northampton County in North Carolina geboren wurde, ist wohlhabender Pflanzer und Offizier der örtlichen Miliz. Seit zwei Jahren ist er Mitglied des Provinzkongresses. Im Gegensatz zu seinem prominenten Bruder Willie Jones gilt Allen als politisch gemäßigter. Während Willie die Revolution als Pflicht ansieht, sieht sie sein jüngerer Bruder als Mission an. Gegenwärtig ist North Carolina eine der radikalsten britischen Kolonien. Der Halifax-Kongress ist der erste, der offiziell über die Unabhängigkeit der Kolonie abstimmen will. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Connecticut Colony Jonathan Trumbull wird zum 16. Gouverneur von Connecticut gewählt. Trumbull, der seinen ursprünglichen Namen 1765 von Trumble in Trumbull änderte, wurde 1710 in Lebanon, Colony of Connecticut and New Haven geboren. Jonathan Trumbull war Sohn von Joseph und Hannah Trumble, geb. Higley. Sie waren im Jahr 1705 aus Rowley, Massachusetts, nach Lebanon gezogen. Jonathan Trumbull besuchte ab 1723 mit 13 Jahren bereits die Harvard-Universität, um dort Theologie zu studieren. Im Jahr 1727 schloss er das Studium mit einem Bachelor ab, im Jahr 1730 erwarb er zusätzlich den Master-of-Arts-Abschluss und damit am 13. Oktober 1730 auch die Lizenz, in Colchester predigen zu dürfen. Er predigte für kurze Zeit in dieser Gemeinde, und eine Zeit lang sah es so aus, als würde er zum festen Pfarrer berufen werden. Jedoch entschied er sich im Sommer 1731, seinem Vater und seinem älteren Bruder Joseph Trumble, jr. in deren Handelshaus zu helfen. Nachdem sein Bruder im Frühjahr 1732 während einer Handelsreise auf hoher See gestorben war, intensivierte er seine Bemühungen um die Geschäfte. Er handelte mit europäischen Händlern am Hafen von Boston und verkaufte ihnen Rinder und andere Güter oder tauschte sie gegen Waren ein, die er wieder in den Regionen um Lebanon verkaufte und erlangte so beträchtlichen Wohlstand. Während er als Händler tätig war, studierte er nebenbei Jura und erwog eine Karriere im öffentlichen Dienst, die im Mai 1733 mit der Wahl in die Generalversammlung (General Assembly) von Connecticut begann. Am 9. Dezember 1735 heiratete er die Pfarrerstochter Faith Robinson (1718–1780), Tochter von Reverend John Robinson und Hannah Wiswall aus Duxbury, Massachusetts. Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor. Im Mai 1733 wurde er als Abgeordneter in das Repräsentantenhaus der Connecticut Colony gewählt, von 1739 bis 1740 war er der Sprecher des Hauses. Durch seine Hochzeit – die Familie seiner Ehefrau Faith Robinson war äußerst bekannt und angesehen – wurde er zu einem gern gesehenen Gast der höheren Gesellschaft Connecticuts. Dieser enorme Popularitätsgewinn kam ihm bei den Wahlen sehr gelegen: Im Jahr 1740 wurde er in den Senat Connecticuts gewählt und insgesamt 22 Mal in diesem Amt bestätigt. Anschließend wurde er zum Richter am Gerichtshof seines Countys berufen, später Beigeordneter Richter (assistant judge) am Obersten Gerichtshof in Connecticut und schließlich von 1766 bis 1769 Oberster Richter (chief justice) an diesem Gericht. Als der damalige Gouverneur Thomas Fitch im Jahr 1765 beschloss, den British Stamp Act einzuführen, ein Gesetz der Britischen Regierung, um Geld von den Kolonien zu erhalten, lehnte Trumbull dieses Gesetz ab. Dadurch erhielt er politische Unterstützung der Sons of Liberty, einer Bewegung amerikanischer Patrioten gegen ihr Mutterland Großbritannien, die William Pitkin zum Gouverneur Connecticuts machte und Trumbull zum stellvertretenden Gouverneur. Nach dem Tod Pitkins am 1. Oktober 1769 legte er sein Amt als Richter nieder und wurde selber Gouverneur von Connecticut. Als er ein Jahr später seine Wahl verteidigen musste, bekam Trumbull zwar mehr Stimmen als der erneut angetretene Thomas Fitch, jedoch konnte keiner der beiden die notwendige absolute Mehrheit für sich vereinen, da sich noch eine Reihe weiterer Kandidaten zur Wahl aufstellen ließen. Bemerkenswert war, dass die Wahl Connecticut in zwei Teile spaltete. Während der große Teil der Wähler Trumbulls aus dem Osten des Staates kam, konzentrierten sich die konservativen Wähler Fitchs im Westen Connecticuts. Nach dem nicht eindeutigen Wahlergebnis war die Versammlung der beiden Kammern (General Assembly) dazu aufgerufen, den Wahlsieger zu ermitteln. Sie bestätigten daraufhin Jonathan Trumbull in seinem Amt. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of North Carolina Der 4. Provincial Congress of North Carolina in Halifax fasst einen sensationellen Beschluss unter der Bezeichnung "Halifax Resolves": Demzufolge wird North Carolina die erste Kolonie in Nordamerika, die ihre Delegierten offiziell ermächtigt, im Kontinentalkongress für die Unabhängigkeit zu stimmen. Der politische Dammbruch wird wörtlich so ausgedrückt: "Ihr dürft - und sollt - für die Unabhängigkeit stimmen." Der Provincial Congress of North Carolina ist eine revolutionäre Selbstverwaltung, gewählt von den Countys, nachdem der königliche Gouverneur Josiah Martin 1775 entmachtet wurde. Es handelt sich also nicht um ein Parlament der Krone, sondern ein Revolutionsparlament, das die Kolonie gegenwärtig faktisch regiert. | |
| Königreich Großbritannien / Königreich Irland / Britisch-Amerika / Province of North Carolina Die britisch-irische Südexpedition mit dem Ziel der Kolonie von North Carolina startet erneut, dieses Mal scheint das Wetter günstiger zu sein. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Georgia Archibald Bulloch wird als erster patriotischer Gouverneur des revolutionären Georgia vereidigt. Er wurde 1730 in Charleston in South Carolina geboren, als Sohn von James Bulloch und dessen Frau Jean, der Tochter des presbyterianischen Geistlichen Archibald Stobo. Beide Eltern stammten aus Schottland. Die Familie zog 1758 von South Carolina in die Province of Georgia. Am 10. Oktober 1764 heiratete Archibald Bulloch Mary De Veaux, die Tochter von Colonel James De Veaux, einem bekannten Landbesitzer aus Savannah, und dessen Frau Ann Fairchild. Im vergangenen Jahr wurden die Eheleute Eltern eines Sohnes, Archibald Stobo Bulloch jr. Bulloch wurde 1768 erstmals in ein politisches Amt in Georgia gewählt. Er diente als Präsident des ersten und zweiten Provincial Congresses und war 1775 Delegierter im Kontinentalkongress. Heute wird er zum Präsidenten des Council of Safety, des revolutionären Sicherheitsrates, gewählt. Dieses Amt entspricht faktisch dem Gouverneur des revolutionären Georgia. Bulloch gilt als einer der wichtigsten Organisatoren der georgischen Revolution. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Massachusetts Bay Die Patrioten in der britischen Province of Massachusetts Bay geben sich als äußeres Zeichen der Rebellion gegen Großbritannien eine eigene Flagge. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika Im Verlauf des Monats treffen weitere britische Schiffe mit Truppen und Versorgungsgütern in Québec ein. Die amerikanischen Kräfte sind weiterhin geschwächt, und die Lage bleibt angespannt. | |
| Königreich Großbritannien / Königreich Irland / Britisch-Amerika / Province of North Carolina Die am 13. April 1776 in Cork, Irland, gestartete britisch-irische Südexpedition erreicht die Küste North Carolinas. Der Admiral der Expedition, Admiral Peter Parker, erfährt, dass die Loyalisten bereits am 27. Februar bei Moore's Creek Bridge vernichtend geschlagen; der ursprüngliche Plan ist damit hinfällig. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Colony of Rhode Island and Providence Plantations Rhode Island löst sich als erste Kolonie von der Krone und vollzieht einen Schritt, der weit über seine geografische Größe hinausreicht. Die politische Kultur der Kolonie ist seit ihrer Gründung auf Eigenständigkeit ausgerichtet, geprägt von Handel, Seefahrt und einer tief verwurzelten Abneigung gegen jede Form zentraler Kontrolle. Als die Spannungen mit London wachsen, reagiert Rhode Island nicht mit Bitten oder diplomatischen Gesten, sondern mit einem klaren Bruch. Der bisherige königliche Gouverneur verliert sein Amt, und mit William Coddington tritt ein Mann an die Spitze, der die Bindung an die Krone nicht mehr als Grundlage politischer Ordnung akzeptiert. Unter seiner Führung verschwindet die Autorität des Königs aus den Gesetzen, die Eide richten sich nicht mehr nach London, sondern nach der eigenen Gemeinschaft, und die Kolonie tritt offen als eigenständiger Staat auf. Dieser Schritt ist kein symbolischer Protest, sondern ein vollzogener Akt politischer Souveränität. Während Georgia zuvor laut über Unabhängigkeit spricht, aber die Strukturen der Krone unangetastet lässt, schafft Rhode Island Fakten. Georgia sendet ein Signal, Rhode Island verändert die Ordnung. Die Kolonie zeigt, dass Unabhängigkeit nicht nur ein Gedanke ist, sondern eine Entscheidung, die man trifft und trägt. Die politische Landschaft der Kolonien gerät in Bewegung, und in dieser Bewegung entsteht eine neue Sehnsucht: die Vorstellung eines politischen Gebildes, das nicht mehr von London aus gelenkt wird, sondern aus der eigenen Erfahrung, aus der eigenen Freiheit, aus der eigenen Verantwortung. Rhode Island öffnet den Raum für diese Idee, ohne zu wissen, wohin sie führt, und gerade darin liegt die Kraft dieses Moments. Der Name des neuen Staates lautet State of Rhode Island and Providence Plantations. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of North Carolina North Carolina richtet seine militärischen Strukturen neu aus und gliedert das Territorium in Distriktbrigaden, die jeweils einen klaren regionalen Verantwortungsbereich erhalten. Die Kolonie schafft damit eine Grundlage für eine koordinierte Verteidigung und stärkt ihre Fähigkeit, auf die wachsenden Spannungen zu reagieren. Diese Entscheidung ist kein politischer Bruch mit der Krone, sondern ein organisatorischer Schritt, der die militärische Handlungsfähigkeit erhöht. Während andere Kolonien über Unabhängigkeit sprechen oder sie bereits vollziehen, konzentriert sich North Carolina auf die praktische Vorbereitung. Die Kolonie schafft Ordnung, wo zuvor verstreute Milizen stehen, und formt aus lokalen Kräften eine strukturierte Verteidigungslandschaft. Dieser Schritt zeigt Entschlossenheit, ohne den Weg der offenen Loslösung zu gehen, und macht deutlich, dass die Auseinandersetzung längst Realität ist, auch wenn die politische Form noch unklar bleibt. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Colony and Dominion of Virginia In Williamsburg tritt das House of Burgesses nicht mehr zusammen, nachdem die königliche Verwaltung in Virginia ihre Tätigkeit eingestellt hat und die bisherigen politischen Strukturen der Kolonie außer Kraft geraten. Die Abgeordneten, die zuvor im Rahmen der königlichen Verfassung gewählt worden waren, verlieren mit dem Zusammenbruch der kolonialen Regierung ihre institutionelle Grundlage. Die Sitzungen werden nicht fortgeführt, da weder ein königlicher Gouverneur noch eine funktionsfähige koloniale Verwaltung vorhanden ist, die das Gremium einberufen oder bestätigen könnte. Die politischen Aktivitäten verlagern sich auf andere Versammlungen, die ohne Bezug zur bisherigen kolonialen Ordnung zusammentreten und ihre Autorität aus den lokalen Gemeinden und den revolutionären Komitees beziehen. Das House of Burgesses besteht damit faktisch nicht mehr, da seine rechtliche Grundlage entfällt und keine weiteren Sitzungen stattfinden. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika Drei britische Kriegsschiffe laufen in Québec ein. Die amerikanischen Truppen lösen ihre Stellungen auf und beginnen einen hastigen Rückzug den Sankt‑Lorenz‑Strom aufwärts in Richtung Trois‑Rivières und Sorel. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Connecticut Colony Die Verwaltung der Colony and Dominion of Virginia stellt fest, dass sie nicht mehr die königliche Autorität vertritt; von heute an erfolgen sämtliche Regierungsakte im Namen der Governor and Company of the Colony of Connecticut, gestützt auf den weiterhin gültigen "Freibrief" (Charter von 1662), der die Selbstverwaltung ohne strukturellen Bruch fortsetzt. Die General Assembly beschließt, dass künftig keine Regierungsakte mehr im Namen des Königs ausgestellt werden. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of North Carolina In North Carolina endet die Sitzung des Provinzkongresses, und die Delegierten verlassen den Versammlungsort mit dem Bewusstsein, dass ihre Entscheidungen die Kolonie in eine neue Phase führen. Der Kongress arbeitet nicht an einer offenen Loslösung, sondern an der inneren Festigung. Er ordnet Verwaltung, Milizen, Versorgung und Kommunikation und schafft damit die Grundlage für eine Kolonie, die in einem Konflikt bestehen kann, der längst Realität ist. Die Männer, die hier beraten, handeln nicht aus revolutionärem Überschwang, sondern aus nüchterner Notwendigkeit. Sie wissen, dass politische Worte ohne organisatorische Strukturen wertlos sind. North Carolina zeigt in diesem Moment eine Form von Entschlossenheit, die leiser ist als der offene Bruch anderer Kolonien, aber nicht weniger bedeutend. Die Kolonie richtet sich innerlich aus, bevor sie sich äußerlich positioniert. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika Der Kontinentalkongress nimmt die Präambel von John Adams an und verschiebt damit den inneren Schwerpunkt der Debatte. Die Delegierten sprechen nicht mehr über Beschwerden, sondern über Prinzipien. Die Präambel erklärt, dass jede Kolonie das Recht besitzt, ihre eigene Regierung zu bilden, wenn die bestehende Ordnung ihre Sicherheit und Freiheit nicht mehr schützt. In diesem Moment entsteht ein politischer Rahmen, der den Bruch nicht fordert, aber legitimiert. Gleichzeitig bringt Richard Henry Lee eine Resolution ein, die offen ausspricht, was bisher nur zwischen den Zeilen steht: die Auflösung der politischen Verbindung mit der Krone. Die Resolution wird nicht sofort angenommen, aber sie liegt im Raum wie ein Schritt, der unausweichlich wirkt. Der Kongress bewegt sich damit von der Verteidigung zur Gestaltung und schafft die Grundlage für eine gemeinsame Handlung, ohne sie bereits auszusprechen. | |
Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Colony and Dominion of Virginia
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| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika Der amerikanische Rückzug erreicht Sorel, das weiter unten am Fluss liegt, wo der Richelieu-Fluss in den St.-Lorenz-Strom mündet. Die Truppen sind erschöpft, viele Soldaten krank, und die Ordnung ist nur teilweise wiederhergestellt. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika Britische Schiffe mit Teilen des 47th und 29th Foot treffen in Trois-Rivières ein und beginnen, Stellungen entlang des St.-Lorenz-Stromes zu besetzen. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Colony and Dominion of Virginia Die Provisional Government of Transylvania wird ausgerufen. Es basiert auf einem privaten Landkauf der Transylvania Company unter Richard Henderson und erhebt Anspruch auf ein großes Gebiet westlich der Appalachen (im späteren Kentucky und in Tennessee). Weder die Colony/State of Virginia noch der Kontinentalkongress erkennen diese Regierung an, da es sich nicht um eine Kolonie, nicht um einen Staat, sondern um ein privat initiiertes, politisch nicht anerkanntes Siedlungsprojekt handelt. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika Der Entwurf der Unabhängigkeitserklärung liegt der Versammlung der Delegierten vor, und der Text geht aus den Händen des eingesetzten Komitees in die gemeinsame Beratung über. Die Delegierten prüfen Formulierungen, streichen, ergänzen und bereiten die weitere Diskussion vor. Der Vorgang markiert den Übergang von der Arbeit eines kleinen Ausschusses zur Verantwortung des gesamten Gremiums. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of North Carolina Die britische Flotte unter Admiral Sir Peter Parker lichtet vor Cape Fear die Anker. Sie besteht aus neun Kriegsschiffen: den 50‑Kanonen‑Schiffen HMS BRISTOL und HMS EXPERIMENT sowie den Fregatten HMS ACTAEON, HMS ACTIVE, HMS SOLEBAY, HMS SIREN, HMS SPHINX, dem Kriegsschiff HMS FRIENDSHIP und dem Bombenschiff HMS THUNDER. Insgesamt führen sie fast dreihundert Geschütze. General Henry Clinton kommandiert die Landstreitkräfte: die Regimenter Nr. 15, 28, 33, 37, 54 und 57 sowie Teile des 46th Regiment of Foot. Die Flotte nimmt Kurs auf Charleston. | |
Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of South Carolina
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| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika In Trois-Rivières treffen weitere britische Truppen ein, darunter Teile des 9th, 20th, 29th, 53rd und 60th Foot sowie hessische Kontingente unter Riedesel. Die britische Präsenz in Trois‑Rivières wächst deutlich an. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika Richard Henry Lee legt der gemeinsamen Versammlung der Delegierten der dreizehn Kolonien eine Resolution vor, die offen erklärt, dass die Kolonien freie und unabhängige Staaten sind und das Recht besitzen, sich als solche zu organisieren. Die Delegierten vertreten ihre jeweiligen Kolonien in einem Gremium, das über gemeinsame Maßnahmen berät und Beschlüsse fasst. Mit der Resolution steht erstmals im gesamten Kreis der Vertreter der vollständige Bruch mit der Krone zur Entscheidung. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of South Carolina General Clinton lässt 2.200 Soldaten auf Long Island (später: Isle of Palms) landen. Der Plan sieht vor, dass die Truppen den Kanal zwischen Long Island und Sullivan’s Island – das späteren Breach Inlet – zu Fuß durchqueren. Die britische Führung geht davon aus, dass das Wasser flach genug ist. Clinton veröffentlicht eine Proklamation, in der er die Rebellen auffordert, die Waffen niederzulegen. Das Boot, das die Proklamation unter einer Flagge des Waffenstillstands überbringen soll, wird jedoch von unerfahrenen amerikanischen Verteidigern beschossen. Die Proklamation erreicht ihr Ziel erst am nächsten Tag. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika Die amerikanischen Truppen lösen ihre Stellungen auf und beginnen einen hastigen Rückzug den Sankt‑Lorenz‑Strom aufwärts in Richtung Trois‑Rivières und Sorel. Drei britische Kriegsschiffe laufen in Québec ein. Die britischen Kräfte in Trois-Rivières erreichen etwa 1000 Mann und 25 Schiffe liegen im Fluss vor der Siedlung. In der Nacht zum 8. Juni setzen die Patrioten unter Thompson und St. Clair mit etwa 2000 Mann über den Fluss und landen bei Pointe-du-Lac. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of South Carolina Der Großteil der britischen Flotte überquert die Charleston Bar und ankert in Five Fathom Hole, einem tiefen Ankerplatz zwischen der Bar und dem Hafeneingang. Admiral Parker zeigt sich zuversichtlich, dass seine Schiffe das unvollendete Fort auf Sullivan’s Island rasch niederkämpfen können. Er schreibt General Clinton, dass er nach dem Ausschalten der amerikanischen Geschütze Seeleute und Marines an Land setzen werde, um die Stellung zu halten. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika In Trois‑Rivières in der Provinz Québec trifft eine britische Armee unter Guy Carleton, dem Gouverneur der Provinz, auf ein Heer der Dreizehn Kolonien, das für die Unabhängigkeit Amerikas kämpft. Die amerikanische Armee in Kanada hatte mit der desaströsen Schlacht von Québec am Ende des Jahres 1775 einen schweren Rückschlag erlitten. Umfangreicher Nachschub an Ausrüstung und Verstärkung erlaubte den Amerikanern, bis heute im Umland von Québec präsent zu bleiben, doch die massiv überlegene britische Artillerie machte eine Belagerung unmöglich, während Krankheit und Desertion ihre Reihen weiter ausdünnten. Im Mai segelte ein Entsatzgeschwader der Royal Navy in den Hafen von Québec. Carleton fügte die 9., 20., 29., 53. und 60. Infanterieregimenter sowie hessische Kontingente seinem Kommando hinzu und stürmte gegen die Amerikaner an. Der Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte in Kanada, John Sullivan, beginnt angesichts der Übermacht sofort mit dem Rückzug Richtung Montréal. Die taktische Führung des Gegenangriffs bei Trois‑Rivières übernimmt Brigadier General William Thompson. Obgleich Thompsons Männer von der professionellen britischen Infanterie klar geschlagen werden, gelingt es dem Großteil der amerikanischen Truppen, wegen Carletons übervorsichtiger Verfolgung nach Montréal zu entkommen. Das bietet jedoch nur zeitweilige Sicherheit. Britische Überfallkommandos operierten während des ganzen Frühjahrs in den Außenbezirken Montréals, griffen erfolgreich die Besatzer an und machten fast 500 Gefangene in den Gefechten von Les Cèdres und Vaudreuil. 236 Amerikaner werden gefangengenommen, darunter auch General Thompson. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika Nach der Niederlage bei Trois‑Rivières ziehen sich die amerikanischen Truppen in Richtung Sorel zurück. Die britischen Verbände folgen nur vorsichtig und sichern ihre Stellungen entlang des Sankt‑Lorenz‑Stroms. Die Briten rücken in Richtung Montreal und Fort Saint-Jean vor. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika Versprengte Teile der amerikanischen Truppen erreichen nach dem Rückzug von Trois‑Rivières Berthier und Sorel. General Sullivan erwägt zunächst, in Sorel eine Verteidigungsstellung zu halten, doch Krankheiten, Desertionen und Meldungen über die britische Flotte lassen ihn den weiteren Rückzug vorbereiten. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Pennsylvania Das vom Kontinentalkongress in Philadelphia eingesetzte Komitee der Fünf besteht aus Thomas Jefferson aus Virginia, John Adams aus Massachusetts, Benjamin Franklin aus Pennsylvania, Roger Sherman aus Connecticut und Robert R. Livingston aus New York, und es erhält den Auftrag, einen Entwurf für eine Erklärung auszuarbeiten, in der die Kolonien ihre Unabhängigkeit begründen. Jefferson übernimmt die Hauptarbeit am Text, weil er für seine klare und präzise Ausdrucksweise bekannt ist und weil mehrere Delegierte seine Fähigkeit schätzen, politische Gedanken in eine verständliche Form zu bringen. Adams unterstützt ihn dabei, formuliert die einleitenden Grundgedanken und achtet darauf, dass der Entwurf den politischen Willen des Kongresses widerspiegelt. Franklin bringt seine Erfahrung und seinen Sinn für sprachliche Schärfe ein und glättet Formulierungen, ohne den Inhalt zu verändern. Sherman arbeitet nüchtern und konzentriert an der Struktur des Textes und achtet darauf, dass die Argumentation logisch aufgebaut ist. Livingston beteiligt sich an den Beratungen und vertritt die Positionen seiner Kolonie, die sich in den Debatten des Kongresses oft zurückhaltend zeigt. Das Komitee arbeitet unter Zeitdruck, weil der Kongress eine klare Grundlage für die bevorstehende Abstimmung über die Unabhängigkeit benötigt, und die fünf Männer versuchen, einen Text zu schaffen, der sowohl die politischen Überzeugungen der Delegierten als auch die Stimmung in den Kolonien widerspiegelt. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika Die amerikanischen Truppen setzen ihren Rückzug aus dem Gebiet von Trois‑Rivières fort. In Sorel sammeln sich weitere versprengte Einheiten, während britische Verbände vorsichtig entlang des Sankt‑Lorenz‑Stroms nachrücken und ihre Stellungen sichern. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Colony and Dominion of Virginia Die von George Mason verfasste Virginia Declaration of Rights wird von der Delegiertenversammlung Virginias in Williamsburg im Capitol-Gebäude angenommen und entwickelt sich in diesem Moment zu einem zentralen Dokument der politischen Philosophie der Kolonien, weil sie in klarer und systematischer Form die natürlichen Rechte des Menschen, die Herkunft politischer Macht und das Recht des Volkes auf Widerstand gegen eine ungerechte Regierung formuliert. Mason, ein einflussreicher Pflanzer und politischer Denker aus Fairfax County, fasst darin zusammen, dass alle Menschen von Natur aus frei und gleich sind, dass jede legitime Regierung auf der Zustimmung der Regierten beruht und dass das Volk das Recht besitzt, eine Regierung zu verändern oder abzuschaffen, wenn sie das Gemeinwohl verletzt. Der Text enthält Bestimmungen über Religionsfreiheit, Pressefreiheit, Geschworenengerichte und den Schutz vor grausamen Strafen, und seine klare Sprache lässt erwarten, dass seine Grundsätze nicht nur für Virginia Bedeutung haben, sondern auch für andere Kolonien, die ähnliche Fragen nach Rechten, Freiheit und politischer Ordnung verhandeln. Mason arbeitet ohne rhetorische Ausschmückung, aber mit großer Präzision, und sein Entwurf zeigt, wie weit die politische Diskussion in Virginia bereits entwickelt ist und wie stark das Bedürfnis nach einer schriftlich fixierten Grundlage bürgerlicher Rechte geworden ist. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Georgia Die britische Provinz Georgia ist noch eine britische Kolonie, aber sie greift bereits zu revolutionären Maßnahmen: So werden in gerichtlichen Dokumenten die bisherigen Verweise auf den König des Vereinigten Königreichs durch Verweise auf die Province of Georgia ersetzt. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika Die britische Armee bricht von Québec auf. General Carleton schließt sich den Truppen an, die flussaufwärts in Richtung Sorel verlegt werden. Die letzten amerikanischen Nachzügler der Schlacht von Trois‑Rivières werden gefangen genommen. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika Die britische Flotte erreicht Sorel. Die amerikanischen Truppen haben den Ort erst am Morgen verlassen und entgehen damit einer Einkesselung. Britische Verbände sichern die Umgebung entlang des Sankt‑Lorenz‑Stroms. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Pennsylvania / The Delaware State Die Generalversammlung der Lower Counties on the Delaware tritt im Gerichtshaus von New Castle zusammen und stellt fest, dass die königliche Autorität in der Region nicht länger wirksam ausgeübt werden kann. Sie erklärt daher, dass Delaware seine öffentlichen Angelegenheiten ab sofort in eigener Verantwortung führt und sich nicht mehr an die bisherige Verwaltungsordnung unter Pennsylvania gebunden sieht. Damit entsteht ein neuer politischer Handlungsspielraum, und der Delaware State wird zum ersten unabhängigen Staat in Nordamerika. Da die königliche Autorität beendet ist, fallen nun die drei Lower Counties New Cast.e, Kent und Sussex, die formal Teil der Province of Pennsylvania sind, doch seit Jahrzehnten über eine eigene Legislative verfügen und weitgehend getrennt verwaltet werden, von der Verwaltung Pennsylvanias ab und werden von jetzt an unter die Regierungsgewalt der "Government of Counties of New Castle, Kent and Sussex upon Delaware", kurz The Delaware State, gestellt. Dies ist der Beginn der staatlichen Selbstständigkeit Delawares, noch ohne formelle Staatsverfassung, aber mit klarer institutioneller Identität. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika Weil er das Gebiet von Montreal nicht beherrschen kann, zieht sich der General der Patrioten, Benedict Arnold, aus Montreal zurück, nachdem er versucht hatte, die Stadt niederzubrennen. Seine Briefe an seinen Kollegen John Sullivan sind dringlich: „Lass es uns beenden … und unser eigenes Land sichern, bevor es zu spät ist.“ | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of South Carolina Ein britischer Versuch, den Kanal zwischen Long Island und Sullivan’s Island zu durchwaten, scheitert. Die Soldaten stellen fest, dass das Wasser stellenweise schultertief ist und die Strömung stark. Ein Übergang unter feindlichem Beschuss ist unmöglich. General Clinton erwägt, Boote einzusetzen, doch die Patrioten haben auf General Lees Rat hin starke Stellungen am nördlichen Ende von Sullivan’s Island errichtet. Diese Positionen sind von See aus kaum zu beschießen und von Long Island aus nicht zu umgehen. Die beiden Armeen stehen sich nun über den Kanal hinweg gegenüber und tauschen gelegentlich Artillerieschüsse aus, ohne dass sich die Lage verändert. Clinton schreibt, Admiral Parker werde nun „die Ehre haben, allein geschlagen zu werden“. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Maryland / Colony and Dominion of Virginia Das Maryland and Virginia Rifle Regiment wird als gemeinsames Scharfschützenregiment der beiden Kolonien aufgestellt. Die Einheit rekrutiert sich überwiegend aus Grenzbewohnern, die mit dem Langgewehr vertraut sind und für ihre Treffsicherheit bekannt sind. Das Regiment ergänzt die Kontinentalarmee um eine spezialisierte Truppe von Riflemen, deren größere Reichweite und Genauigkeit gegenüber den üblichen Musketen als taktischer Vorteil gilt. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika Die amerikanischen Truppen verlassen die Provinz Québec vollständig. Britische Einheiten erreichen Montréal und rücken bis Fort Saint‑Jean vor, wo sie die letzten amerikanischen Soldaten beim Verlassen der brennenden Anlage beobachten. | |
| Königreich Spanien / Neu‑Spanien / Provincia de Las Californias Leutnant José Joaquín Moraga bricht mit einer Gruppe von Kolonisten vom Presidio in Monterey auf und führt den Zug nach Norden, um den vom Gouverneur angeordneten neuen Standort an der Bucht von San Francisco zu erreichen; Pater Francisco Palóu begleitet die Expedition und bereitet die Gründung einer neuen Mission vor, während die Soldaten und Siedler entlang der Küste vorrücken und den geeigneten Platz für das künftige Presidio erkunden. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Pennsylvania In der Carpenters’ Hall in Philadelphia tritt die Provinzkonferenz von Pennsylvania zusammen. Die Delegierten beraten über die politische Lage der Kolonie, die Haltung gegenüber der Krone und die Frage einer möglichen Unabhängigkeitserklärung. Die Sitzung markiert den Auftakt zu einer Reihe von Beschlüssen, die Pennsylvania auf einen eigenständigen politischen Kurs führen sollen. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Pennsylvania Die Provinzkonferenz von Pennsylvania schließt nach einer Woche ihre Beratungen in der Carpenters’ Hall ab. Die Delegierten verabschieden eine neue provisorische Verfassung und sprechen sich für die Bildung eines unabhängigen Staatswesens aus. Mit dem Abschluss der Konferenz legt Pennsylvania die Grundlage für seine spätere Rolle als eigenständiger Staat innerhalb der Vereinigten Staaten. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Philadelphia / Province of Maryland Das German Battalion wird vom Kontinentalkongress in den Dienst gestellt. Es ist ein besonderes Regiment der Kontinentalarmee, das ausdrücklich aus deutschsprachigen Einwanderern gebildet wird. Die Rekrutierung findet vor allem in Pennsylvania und Maryland statt, wo große deutsche Gemeinden leben, darunter Lutheraner, Reformierte und viele aus dem Rheinland und aus Württemberg. Die Aufstellung erfolgt nach dem Beschluss des Kongresses, und die formelle Vereidigung und Organisation geschieht in Pennsylvania, hauptsächlich in Philadelphia und Umgebung, wo die Offiziere ernannt und die ersten Kompanien gesammelt werden. Kommandeur wird Colonel Nicholas Haussegger, ein aus der Schweiz stammender Offizier, der sich in Pennsylvania niedergelassen hat. Das German Battalion gehört zu den sogenannten Extra Continental Regiments, die nicht einem einzelnen Staat unterstehen, sondern direkt dem Kongress. Die Soldaten gelten als besonders diszipliniert, da viele von ihnen militärische Traditionen aus deutschen Fürstentümern mitbringen. Das German Battalion liegt bei seiner Aufstellung im üblichen Rahmen und umfasst ungefähr 600 Soldaten, verteilt auf acht Kompanien. Die Sollstärke einer Kompanie beträgt rund 70 bis 80 Mann, wird aber in der Praxis selten vollständig erreicht. Da viele deutschsprachige Einwanderer in Pennsylvania und Maryland leben, wird sich das Regiment schneller als andere Einheiten füllen, jedoch dennoch unter der theoretischen Maximalstärke von etwa 800 Mann bleiben. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of South Carolina Der britische Angriff, ursprünglich für den 24. Juni vorgesehen, verzögert sich wegen ungünstigen Wetters und widriger Winde. Admiral Parker verschob den Angriff mehrfach. General Lee versuchte in dieser Zeit, eine Brücke aus Booten zu errichten, um der Besatzung von Fort Sullivan einen Rückzugsweg zu schaffen. Das Vorhaben scheitert an der Länge des Kanals und am Mangel an Booten. Moultrie und Rutledge unterstützen das Projekt nur zögerlich. Die Patrioten verstärken ihre Stellungen am nördlichen Ende der Insel und errichten zusätzliche Befestigungen bei Haddrell’s Point auf dem Festland. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Pennsylvania Das Komitee der in Philadelphia tagenden "Fünf" — Thomas Jefferson, John Adams, Benjamin Franklin, Roger Sherman und Robert R. Livingston — legt dem Kontinentalkongress seinen Entwurf der Unabhängigkeitserklärung vor, ein Dokument, das nicht nur politische Forderungen bündelt, sondern auch den Anspruch erhebt, die Rechte des Menschen als von Gott gegeben zu benennen. Jefferson formuliert den Haupttext in der Überzeugung, dass Freiheit und Menschenwürde nicht aus königlicher Gnade stammen, sondern aus einer höheren Ordnung, der sich auch Staaten zu stellen haben; Adams und Franklin schärfen Argumentation und Stil, damit der Text sowohl vor Menschen als auch vor Gott Bestand hat, während Sherman und Livingston den politischen Konsens sichern. Mit der Vorlage beginnt der Kongress eine intensive Prüfung: Delegierte wägen jedes Wort, streichen Passagen und suchen eine Formulierung, die sowohl der Gerechtigkeit als auch der Einheit der Kolonien dient. Besonders umstritten ist Jeffersons Anklage gegen die Krone wegen der Ausbreitung der Sklaverei; sie wird verworfen, um die fragile Einmütigkeit nicht zu gefährden, obwohl die moralische Spannung bestehen bleibt. Die Beratungen über den endgültigen Wortlaut sollen sich in den folgenden Tagen fortsetzen und zu einem Text führen, der sich ausdrücklich auf die „Gesetze der Natur und des Gottes der Natur“ beruft und damit den politischen Bruch mit einer geistlichen Begründung verbindet. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of New York Thomas Hickey wird als erster Mensch von der Kontinentalarmee wegen Meuterei, Aufruhr und Verrat hingerichtet. Die Hinrichtung wird am Bowery in New York öffentlich vor 20.000 Zeugen durchgeführt. Hickey war ein irisch geborener Soldat, der zunächst in der britischen Armee diente und im Franzosen- und Indianerkrieg kämpfte. Später desertierte er, schloss sich den amerikanischen Patrioten an und wurde Teil der Commander‑in‑Chief’s Guard, der persönlichen Leibgarde von George Washington. Diese Einheit war klein, elitär und sollte Washington, seinen Stab und die Kasse der Armee schützen. Im Frühjahr wurde Hickey wegen Besitzes von Falschgeldes festgenommen. Während seiner Haft prahlte er gegenüber Mitgefangenen, er sei Teil einer größeren Verschwörung, in der Soldaten zur britischen Seite überlaufen sollten. Diese Aussagen lösten Alarm aus, denn New York war damals voller Loyalisten und Spione. Es gibt auch plausible, aber nicht endgültig bewiesene Hinweise, dass Hickey in einen Plan verwickelt war, der Washington entführen oder töten sollte. Es ist zu vermuten, dass Hickey eine loyalistische Verschwörung in New York unterstützte oder ein Teil davon war. Ob er selbst aktiv an einem Attentat beteiligt war, bleibt unklar. Washington selbst erwähnte in seiner offiziellen Erklärung nur Meuterei, Aufruhr und Verrat, nicht explizit eine Vorbereitung zu einem Attentat. Vor zwei Tagen war Hickey vor ein Kriegsgericht gestellt und für schuldig befunden worden. Washington nutzt die Hinrichtung als abschreckendes Beispiel, um die Disziplin in der jungen Armee zu stärken. Dieses Vorkommnis zeigt, wie fragil die amerikanische Revolution zu diesem Zeitpunkt noch ist. Hickey war Teil von Washingtons engstem Schutzkreis, und trotzdem unzuverlässig. Sein Tod wird als ein Signal wahrgenommen: Verrat wird nicht toleriert. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of South Carolina Am Morgen stehen 435 Mann unter Oberst William Moultrie im unvollendeten Fort Sullivan auf der Südspitze von Sullivan’s Island. Die Besatzung besteht aus dem 2ND SOUTH CAROLINA REGIMENT und einer Kompanie der 4TH SOUTH CAROLINA ARTILLERY. Das Fort aus Palmetto‑Stämmen und Sand wirkt improvisiert, doch seine weichen Wände werden sich als entscheidender Vorteil erweisen. Vor der Insel liegt die britische Flotte unter Admiral Sir Peter Parker, neun Kriegsschiffe mit fast dreihundert Kanonen, darunter die HMS BRISTOL, HMS EXPERIMENT, HMS ACTIVE und HMS SOLEBAY. Weiter draußen ankern die HMS THUNDER und die HMS FRIENDSHIP. An Land führt General Henry Clinton rund 2200 Infanteristen, insgesamt über 6000 reguläre Soldaten und Milizionäre. Die britisch‑irische Südexpedition hat beschlossen, die Offensive von North Carolina nach South Carolina zu verlegen und Charleston im ersten Anlauf zu nehmen. Gegen 9 Uhr feuert ein britisches Schiff ein Signalgeschütz, und weniger als eine Stunde später liegen die Schiffe in Angriffsposition. Gegen 11.30 Uhr eröffnen die britischen Schiffe das Feuer. Die schweren Breitseiten prallen an den Palmetto‑Wällen ab oder versinken wirkungslos im Sand. Die Bomben der HMS THUNDER schlagen im Fort ein, richten jedoch kaum Schaden an; die überladenen Mörser brechen schließlich aus ihren Halterungen, sodass das Schiff seine Rolle im Gefecht verliert. Moultries Männer antworten langsam, aber gezielt, da Pulver knapp ist. Die Kanoniere feuern in kleinen Salven von vier Geschützen, ein britischer Beobachter beschreibt das amerikanische Feuer als „langsam, aber äußerst wirkungsvoll“. Während die Seegefechte toben, versucht General Clinton, die Insel von der Landseite her zu nehmen. Britische Infanterie auf Long Island soll Breach Inlet durchwaten, um die amerikanischen Stellungen zu umgehen und das Fort von hinten anzugreifen. Doch das Wasser ist tiefer als angenommen, die Strömung stark, und die amerikanischen Stellungen unter Oberst William Thomson eröffnen ein präzises Feuer mit Kartätschen und Gewehrschüssen. Die britischen Boote geraten unter schweren Beschuss, und Clinton bricht den Versuch ab. Gegen Mittag laufen die Fregatten HMS SPHINX, HMS SYREN und HMS ACTAEON über eine Nebenroute an, um das Fort in der Flanke zu beschießen und gleichzeitig die Verbindung der Amerikaner zum Festland abzuschneiden. Doch alle drei Schiffe laufen auf einer unkartierten Sandbank auf Grund. Die HMS SPHINX und die HMS SYREN können sich später wieder freimachen, die HMS ACTAEON bleibt jedoch fest im Sand stecken und ist dem amerikanischen Feuer ausgeliefert. Moultrie erkennt sofort, dass dies das Fort vor einem gefährlichen Enfiladefeuer bewahrt. Im Fort konzentriert Moultrie das Feuer auf die beiden großen 50‑Kanonen‑Schiffe HMS BRISTOL und HMS EXPERIMENT. Beide Schiffe erleiden schwere Treffer. Kettenkugeln zerreißen die Takelage der HMS BRISTOL, beschädigen Groß- und Kreuzmast, und ein Schuss trifft das Achterdeck, verwundet Admiral Parker an Knie und Oberschenkel und zerreißt seine Uniform. Die Flagge der HMS BRISTOL wird mehrfach heruntergeschossen und wieder gehisst. Die amerikanischen Geschütze richten erheblichen Schaden an den hölzernen Rümpfen an, während die britischen Breitseiten kaum Wirkung erzielen. Am Nachmittag geht den Verteidigern das Pulver aus, und das Feuer verstummt kurzzeitig. General Charles Lee lässt Pulver und Munition vom Festland herüberschaffen, besucht das Fort kurz, erklärt Moultrie, dass er „hier sehr gut zurechtkomme“, und kehrt nach Charleston zurück. Sobald das Pulver eintrifft, nehmen die amerikanischen Geschütze das Feuer wieder auf. Während des Gefechts wird die Fahne des Forts abgeschossen. Sergeant William Jasper springt auf die Brustwehr, hebt die Fahne wieder auf und hält sie hoch, bis ein neuer Flaggenmast bereitsteht. Moultrie schreibt ihm später zu, die Moral der Besatzung gestärkt zu haben. Der Beschuss zieht sich bis etwa 21 Uhr hin. Die britischen Schiffe feuern tausende Schuss, doch die Wirkung bleibt begrenzt. Die Palmetto‑Wände halten, die Geschütze bleiben einsatzfähig, und die Besatzung behält die Feuerdisziplin. Auf amerikanischer Seite fallen 12 Mann, 25 werden verwundet. Die britischen Verluste sind erheblich höher: Auf der HMS BRISTOL sterben 40 Seeleute, 71 werden verwundet; das Schiff wird mehr als 70‑mal getroffen. Auf der HMS EXPERIMENT fallen 23 Mann, 56 werden verwundet. HMS ACTIVE und HMS SOLEBAY melden jeweils 15 Verluste. Insgesamt verlieren die Briten über zweihundert Mann. Als die Dunkelheit einsetzt, bricht die britische Flotte das Gefecht ab und zieht sich außer Reichweite zurück. Am Morgen des 29. Juni setzen die Briten die auf Grund gelaufene HMS ACTAEON in Brand, um zu verhindern, dass sie in amerikanische Hände fällt. Amerikanische Boote nähern sich dem brennenden Schiff, feuern einige Geschütze ab, bergen Vorräte und ziehen sich zurück, bevor das Pulvermagazin explodiert. Der Versuch, Charleston 1776 im ersten Anlauf zu nehmen, ist gescheitert. Die britisch‑irische Südexpedition wird sich aus der Region zurückziehen und ihre Kräfte nach Norden verlegen, um sich der Offensive gegen New York anzuschließen. Für die Amerikaner und insbesondere für South Carolina hat dieser Tag eine enorme symbolische Bedeutung. Die Verteidigung von Fort Sullivan zeigt, dass ein improvisiertes Werk aus Palmetto‑Stämmen und Sand einer massiven britischen Flotte standhalten kann. Die Palmetto‑Bäume werden zum Symbol des Staates werden. Politisch stärkt der Sieg die Unabhängigkeitsbefürworter, und militärisch bleibt Charleston zunächst von einem größeren britischen Angriff verschont. Cornwallis und Parker segeln nach Norden, um sich der Hauptarmee anzuschließen. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of New Jersey Am Turtle Gut Inlet (später Turtle Guts Inlet) bei Cape May County gelingt der Kontinentalmarine ein seltener früher Erfolg gegen die Royal Navy. Das amerikanische Versorgungsschiff NANCY, beladen mit Pulver und Kriegsmaterial, wird von britischen Schiffen verfolgt und läuft in das seichte Inlet ein, wo die Briten nicht folgen können. Amerikanische Seeleute und Marinesoldaten unter Lieutenant John Barry beginnen unter Beschuss, die Ladung zu bergen; ein Großteil des Pulvers wird an Land gebracht. Um zu verhindern, dass die NANCY in britische Hände fällt, legen die Amerikaner eine Sprengladung im Pulverraum. Als britische Entertrupps das Schiff erreichen, detoniert das Magazin und zerstört das Schiff vollständig. Die Amerikaner ziehen sich mit den geborgenen Vorräten zurück und durchbrechen die britische Blockade vor Cape May. Der Vorfall gilt als einer der ersten klaren taktischen Erfolge der jungen Kontinentalmarine. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Colony and Dominion of Virginia Die Delegierten der verfassungsgebenden Versammlung von Virginia nehmen in Williamsburg die erste Verfassung des künftigen Bundesstaates an. Das Dokument löst die königliche Regierung endgültig ab und begründet eine zivile Ordnung, die sich auf natürliche Rechte, Volkssouveränität und die Verantwortung der Amtsträger vor Gott und den Menschen stützt. Gleichzeitig wählt die Versammlung Patrick Henry zum ersten Gouverneur von Virginia; er setzt sich gegen Thomas Nelson Jr. durch. Mit der neuen Verfassung erhält Virginia eine eigenständige Exekutive, eine zweikammerige Legislative und eine Erklärung grundlegender Rechte, die späteren amerikanischen Staatsverfassungen als Vorbild dient. Die Wahl Henrys markiert den politischen Übergang von der königlichen Kolonialverwaltung zu einer von den Bürgern getragenen Regierung. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of South Carolina Am Morgen nach der Schlacht ziehen sich die britischen Schiffe aus der Reichweite der amerikanischen Geschütze zurück. Die auf Grund gelaufene HMS ACTAEON kann nicht geborgen werden; die britische Besatzung setzt das Schiff in Brand, um eine Einnahme durch die Patrioten zu verhindern. Amerikanische Boote nähern sich dem brennenden Wrack, feuern einige Geschütze ab, bergen Vorräte und verlassen das Schiff kurz bevor das Pulvermagazin explodiert. Die britischen Truppen auf Long Island (später Isle of Palms) werden wieder eingeschifft. Ein erneuter Angriff auf Fort Sullivan findet nicht statt. Die amerikanischen Verteidiger halten ihre Stellungen, und Charleston bleibt unter Kontrolle der revolutionären Regierung. | |
| Königreich Spanien / Neu‑Spanien / Provincia de Las Californias Die von Leutnant José Joaquín Moraga geführte Gruppe erreicht die Bucht von San Francisco und richtet am ausgewählten Platz das neue Presidio ein; Pater Francisco Palóu weiht die Mission San Francisco de Asís mit einer ersten Messe ein, die später als „Mission Dolores“ bekannt wird, und errichtet das erste Gebäude der Anlage. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Massachusetts Bay Im westlichen Massachusetts wird die Town „Hancock“ gegründet, ein bewusstes politisches Bekenntnis der Kolonie. Die Namenswahl ehrt John Hancock, den amtierenden Präsidenten des Continental Congress', unterstützt offen die revolutionäre Führung und setzt inmitten der laufenden Debatten in Philadelphia ein deutliches Zeichen der Loyalität gegenüber dem patriotischen Kurs. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of Pennsylvania Der Kontinentalkongress tritt in Philadelphia als „Committee of the Whole“ zusammen, um ohne formale Protokollpflicht über die Frage der Unabhängigkeit zu beraten. In dieser weniger strengen Sitzungsform stimmen die Delegierten mehrheitlich dafür, sich von der britischen Krone zu lösen. Die Abstimmung ist noch nicht endgültig, aber sie schafft die politische Grundlage für die formale Entscheidung des Kongresses. Die Delegationen aus Pennsylvania und South Carolina sind zunächst gespalten, während Delaware und New York noch keine klare Weisung ihrer Heimatversammlungen besitzen. Dennoch setzt sich die Linie der Unabhängigkeitsbefürworter durch und bereitet den Weg für die offizielle Abstimmung am folgenden Tag. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika Britische Truppen unter General William Howe landen auf Staten Island, das überwiegend loyalistisch geprägt ist und daher keinen Widerstand leistet. Die Insel bietet der britischen Flotte einen geschützten Ankerplatz und dient als idealer Brückenkopf für eine großangelegte Operation gegen New York. In den folgenden Stunden sichern britische Einheiten die umliegenden Dörfer und richten erste Lager ein. Die amerikanische Führung auf Manhattan erkennt, dass die britische Armee in großer Stärke im Raum New York eingetroffen ist und eine umfassende Offensive vorbereitet, kann jedoch aufgrund der geografischen Lage nicht unmittelbar eingreifen. Die Landung markiert den Beginn der britischen New‑York‑Kampagne, ohne dass die Stadt selbst bereits bedroht ist. In Philadelphia beschließt der Kontinentalkongress die von Richard Henry Lee eingebrachte Resolution, die die dreizehn Kolonien zu „freien und unabhängigen Staaten“ erklärt. Damit ist die politische Trennung vom Königreich Großbritannien vollzogen. Der Entwurf der späteren Unabhängigkeitserklärung liegt bereits vor und wird in den kommenden Tagen sprachlich überarbeitet. Die Abstimmung erfolgt mit zwölf Stimmen; die Delegation aus New York enthält sich mangels Instruktionen. Viele Delegierte betrachten diesen Tag als den eigentlichen Beginn der amerikanischen Unabhängigkeit, da hier der rechtliche Akt der Loslösung vollzogen wird. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of New Jersey Das Königreich Großbritannien erklärt seine Province of New Jersey zur Province of New Jersey. Der bisherige Präsident der Kronkolonie, Samuel Tucker, bleibt im Amt. | |
| Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Province of New York Vor New York City landen britische Truppen unter General William Howe auf Staten Island, das überwiegend loyalistisch geprägt ist und daher keinen Widerstand leistet. Die Insel bietet der britischen Flotte einen geschützten Ankerplatz und liegt strategisch günstig für weitere Operationen im Raum New York. Die Landung erfolgt geordnet und ohne Gefechte; britische Einheiten sichern die umliegenden Dörfer und richten erste Stellungen ein. Für die amerikanischen Beobachter auf der gegenüberliegenden Seite des Hafens wird damit sichtbar, dass die britische Armee in großer Stärke im Raum New York eingetroffen ist und eine größere Operation vorbereitet. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika In Philadelphia verabschiedet der Kontinentalkongress den endgültigen Text der Declaration of Independence, den Thomas Jefferson im Auftrag des Kongresses ausgearbeitet hat. Die Resolution zur Unabhängigkeit war bereits am 2. Juli beschlossen worden; der heutige Tag dient der sprachlichen Festlegung und Annahme des Dokuments. Dreizehn britische Provinzen in Nordamerika sagen sich vom Mutterland los und beschließen eine Declaration of Independence (Unabhängigkeitserklärung), die von Thomas Jefferson aus Virginia verfasst und von John Hancock als Erstem unterschrieben wird. Ursprünglich sollte Friedensrichter Richard Henry Lee aus Virginia die Unabhängigkeitserklärung verfassen, da er die politischen Weichen für diese Aktion gestellt hatte; aufgrund der Erkrankung seiner Frau reiste er jedoch vorzeitig ab und die Aufgabe fällt an Jefferson. Da der Präsident des Kontinentalkongresses, John Hancock, als erster unterschreibt und mit 13 Zentimentern - im Vergleich zu allen anderen Unterzeichnern - eine markante und extrem große Signatur auf dem Dokument hinterlässt, wird der Name "John Hancock" im amerikanischen Englisch zu einem Synonym für "Unterschrift", analog zum deutschen "Friedrich Wilhelm", was in der typischen Aufforderung "Please, put your John Hancock here!" ("Unterschreiben Sie bitte hier!") zum Ausdruck kommt. 13 britische Provinzen oder die "Thirteen Colonies" im Osten Nordamerikas sagen sich von Großbritannien los. Die Unabhängigkeitserklärung spricht konsequent von den "United States of America". Die frühere französische Kolonie Québec, jetzt Provinz Quebec, sowie die Provinzen Nova Scotia, Island of St. John, Kolonie Neufoundland und Rupert's Land bleiben aber der britischen Krone loyal verbunden. Die Provinzen Ostflorida und Westflorida bleiben ebenfalls loyal. Die Vertreter der Kolonien und Provinzen, die von nun an die Vereinigten Staaten von Amerika bilden sollen, unterzeichnen folgende Deklaration: | |
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Die Unabhängigkeitserklärung der USA wird von Thomas Jefferson vorgelegt. Die im Kontinentalkongress vertretenen britischen Kolonien werden gemäß dieser in Philadelphia verabschiedeten Erklärung alle als "freie und unabhängige Staaten" proklamiert, auch solche, die institutionell noch kein Staat, aber dennoch politisch unabhängig sind. |
Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Nordamerika Einstimmige Erklärung der dreizehn Vereinigten Staaten von Nordamerika (Deutscher Text von 1848) | |
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Die Vertreter der Kolonien und Provinzen, die von nun an die Vereinigten Staaten von Amerika bilden sollen, unterzeichnen folgende Deklaration:
Bei jedem grade dieser Unterdrückungen haben wir in den unterthänigsten Ausdrücken um Abhülfe gebeten: unsere wiederholten Bitten wurden nur durch wiederholtes Unrecht beantwortet. - Ein Fürst, dessen Charakter so durch jede seiner Handlungen als Tyrann bezeichnet wird, ist untüchtig, der Herrscher eines freien Volkes zu sein. | ||
Unterzeichnet wird die Erklärung von John Hancock (Präsident) und Charles Thompson (Sekretär) sowie den Abgesandten der 13 Staaten:
Weitere Amtsträger innerhalb und außerhalb des Kontinentalkongresses
Vereinigte Staaten von Amerika / Königreich Großbritannien / Colony and Dominion of Virginia / Commonwealth of Virginia
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| Vereinigte Staaten von Amerika / State of New York / Königreich Großbritannien Auf dem 2. Provincial Congress in White Plains akzeptiert New York offiziell die Unabhängigkeitserklärung. Unverzüglich beginnt die Umstrukturierung der Kolonialverwaltung in eine Staatsverwaltung. Das Amt eines Treasurers wird geschaffen – in einer solchen Übergangsphase eines der wichtigsten Ämter. Die Kontinentalarmee unter George Washington verteidigt gegenwärtig New York, und die Revolutionäre müssen sofort Geld für die Versorgung von Armee und Milizen bereitstellen, einschließlich der Regelung von Kreditaufnahmen. De facto wird Peter Van Brugh Livingston der erste Finanzchef des neuen Staates; gleichzeitig sollen ein Secretary, ein Auditor, ein Commissary‑General und ein Quartermaster‑General ernannt werden (Staatssekretär als oberster Verwaltungsbeamter, ein Staatsrevisor bzw. Rechnungsprüfer, ein Proviantmeister und ein Quartiermeister). Peter Van Brugh Livingston, zweiter Sohn von Catharine Van Brugh (1689–1756) und Philip Livingston (1686–1749), dem zweiten Lord von Livingston Manor, wurde während der Regierungszeit von Königin Anne am 3. November 1710 in Albany, New York, geboren und wuchs dort auf. Er wurde nach seinem Großvater Pieter Van Brugh, dem Bürgermeister von Albany, benannt. 1731 machte er seinen Abschluss am Yale College und ließ sich anschließend in New York City nieder. Dort war er mit William Alexander, Lord Stirling, im Reedereigeschäft tätig. Am 3. November 1739 heiratete er dessen Schwester Mary Alexander. Livingston wurde 1748 einer der ursprünglichen Trustees des College of New Jersey (heute Princeton University), ein Amt, das er bis 1761 innehatte. Während dieser Zeit stattete er die Expedition von Gouverneur William Shirley nach Akadien mit Nachschub aus. Am 9. April 1771 heiratete er in Elizabethtown (New Jersey) seine zweite Ehefrau, Mrs. Ricketts, die Witwe von William Ricketts. Seit Beginn des Unabhängigkeitskrieges sitzt Livingston im Committee of One Hundred. Er nahm als Delegierter an den New York Provincial Congresses teil, wo er derzeit Präsident ist. Nun erhält er auch den Vorsitz im Committee of Safety. Übrigens war die Kolonie New York beim Continental Congress am 4. Juli noch uneins und hatte kein Mandat, die Erklärung zu unterschreiben. Erst der 2. New York Provincial Congress mit Livingston als führender Figur gibt heute die Zustimmung. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of New York / Königreich Großbritannien Der Präsident des Kongresses der bislang britischen Province of New York, Nathaniel Woodhull, wird nach Auflösung des Kongresses zum Präsidenten des neu eingerichteten Repräsentantenhauses gewählt. In dieser Eigenschaft erklärt er die Unabhängigkeit von Großbritannien als nunmehr unabhängiger State of New York. Der Staat existiert im revolutionären Sinne, auch wenn seine größte Stadt noch nicht gesichert ist. Der neue Name zeigt den Bruch mit der Krone und dass New York sich nicht mehr als britische Provinz versteht. Die Delegierten handeln im Bewusstsein, dass die Lage instabil bleibt, aber sie formulieren den Anspruch, ein eigener Staat zu sein, der sich selbst regiert. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of New York / Königreich Großbritannien In Brooklyn, an der südwestlichen Spitze von Long Island bei Red Hook, lässt Kontinentalarmee-General Nathanael Greene eine neue Befestigungsanlage anlegen, die den Namen Fort Defiance erhält. Greene handelt als Offizier der Kontinentalarmee, nicht als „US‑General“, da die Vereinigten Staaten erst seit wenigen Tagen bestehen und die militärischen Titel weiterhin aus der Vorkriegsorganisation stammen. Die Soldaten errichten Erdschanzen, Palisaden und Geschützstellungen, die den Zugang zur Upper Bay und die südliche Annäherung an Manhattan sichern sollen. Das Gelände wird gerodet, Gräben werden ausgehoben, und mehrere Kanonen werden auf die Hafeneinfahrt ausgerichtet. Fort Defiance bildet einen Teil der amerikanischen Verteidigungslinie, die den erwarteten britischen Angriff auf New York abwehren soll. Hinweis: Dieses Fort Defiance ist nicht mit dem späteren Fort gleichen Namens am Niagara River zu verwechseln. Das hier beschriebene Werk liegt in den Hudson‑Buchten von Brooklyn, direkt an der Upper New York Bay. Demgegenüber errichten britische Regulars einen Lookout Place auf einer Anhöhe im Norden von Staten Island, um die Annäherungswege zur New York Bay zu überwachen und das britische Hauptquartier zu sichern. "Lookout Places" sind kleine Erdwerke mit Palisaden für leichte Artilleriestellungen, die von "Regulars" (professionelle Soldaten der britischen Armee) und nicht von Loyalistenmilizen (amerikanische pro-britische Kolonisten) bemannt werden. Dadurch wird deutlich, dass die Lookout Places eine strategische Kernstellung der britischen Armee ist. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of New Jersey / Königreich Großbritannien Die britische Province of New Jersey erklärt durch ihren Kongresspräsidenten Samuel Tucker die Unabhängigkeit von Großbritannien und wählt Tucker zu ihrem neuen Ratspräsidenten. Die bisherige Kolonie trägt nun den Namen State of New Jersey. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of Massachusetts Bay / Königreich Großbritannien In Boston, der Hauptstadt der bisherigen britischen Kolonie Massachusetts, wird der unabhängige State of Massachusetts Bay ausgerufen. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of Pennsylvania / Königreich Großbritannien Die politische Landschaft Pennsylvanias ordnet sich in diesen Tagen grundlegend neu. Nachdem die Unabhängigkeitserklärung den endgültigen Bruch mit der britischen Krone besiegelt hat, hat die Provinzversammlung heute neue Delegierte ernannt, um die zögerlichen Stimmen der Vergangenheit durch Männer von entschiedener Entschlossenheit zu ersetzen. Einer von ihnen ist der angesehene Kaufmann und Mitunterzeichner der Erklärung, George Clymer. In seinem Privatleben führt Clymer einen Haushalt, der seinem Stand als wohlhabender Bürger entspricht. Er ist seit elf Jahren mit Elizabeth Meredith verheiratet und Vater von fünf Kindern. Wie in den Häusern der wohlhabenden Elite Philadelphias üblich, werden auch in seinem Haushalt Sklaven für die tägliche Arbeit und die Instandhaltung des Besitzes eingesetzt – eine Realität, die Clymer mit vielen seiner Standesgenossen teilt, während sie gleichzeitig über die Natur der Freiheit debattieren. Was Clymer für den Kontinentalkongress so wertvoll macht, ist nicht die laute Rhetorik. Er gilt als ein Mann der leisen, aber unermüdlichen Arbeit. In den vergangenen Monaten hat er im Sicherheitskomitee von Pennsylvania bewiesen, dass er die logistischen und finanziellen Herausforderungen eines Krieges versteht. Er ist ein Experte darin, Mittel aufzutreiben und die Ausrüstung der Truppen zu koordinieren – Fähigkeiten, die jetzt, da die amerikanische Armee vor ihren größten Prüfungen steht, dringender benötigt werden als je zuvor. Mit der heutigen Ernennung tritt George Clymer offiziell in die nationale Arena. Er gehört zu jener Generation von Kaufleuten, die bereit sind, ihr persönliches Vermögen und ihre geschäftliche Reputation für die Sache der Unabhängigkeit aufs Spiel zu setzen. Seine Unterschrift unter das Dokument der Freiheit wird in Kürze erwartet – ein formaler Akt, der lediglich bestätigen wird, wofür Clymer schon seit Jahren durch sein Handeln im Hintergrund eingetreten ist. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of Rhode Island and Providence Plantations Die General Assembly von Rhode Island führt den Namen State of Rhode Island and Providence Plantations ein. Die Abgeordneten sitzen in einer politisch angespannten Lage, denn die Kolonie hat bereits im Mai den Treueeid auf den König abgeschafft und regiert seitdem ohne königliche Autorität. Die General Assembly beschreibt mit dem neuen Staatsnamen die politische Einheit, die aus den beiden historischen Siedlungsbereichen hervorgeht: dem Gebiet um Providence und den Plantations an der Küste. Die Abgeordneten handeln selbstbewusst, sie lösen sich von der britischen Ordnung und definieren ihre Gemeinschaft als Staat, der sich aus eigener Autorität trägt. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / Königreich Großbritannien / State of South Carolina Die britische Flotte verlässt die Gewässer vor Charleston und nimmt Kurs nach Norden, um sich der Hauptarmee in der Kampagne gegen New York anzuschließen. Ein britischer Transporter läuft vor Long Island auf Grund und wird von amerikanischen Kräften erbeutet. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of Pennsylvania / Königreich Großbritannien Der Präsident des Sicherheitsrates von Pennsylvania, Thomas Wharton, jr., ruft den von Großbritannien unabhängigen State of Pennsylvania aus. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of New York / Königreich Großbritannien Am Westufer des Hudson River beginnt die Kontinentalarmee mit der Errichtung von Fort Clinton, einer neuen Befestigungsanlage oberhalb der Engstelle bei den Hudson Highlands. Die Stellung soll gemeinsam mit dem gegenüberliegenden Fort Montgomery den Fluss sperren und einen britischen Vorstoß nach Norden verhindern. Ingenieure und Soldaten legen Erdwerke, Palisaden und Geschützstellungen an; das Gelände wird gerodet und für eine Kettenbarriere vorbereitet, die später quer über den Hudson gespannt werden soll. Die Arbeiten erfolgen unter Zeitdruck, da britische Truppen in New York City konzentriert werden und ein Angriff auf die amerikanischen Stellungen im Hudson‑Tal erwartet wird. Fort Clinton bildet einen zentralen Teil der amerikanischen Verteidigungslinie im mittleren Hudson‑Gebiet. Hinweis: Dieses Fort Clinton ist nicht mit dem gleichnamigen Fort am Niagara River zu verwechseln. Das hier beschriebene Fort Clinton liegt in den Hudson Highlands am Westufer des Hudson River, unmittelbar neben Fort Montgomery und südlich des späteren Standorts von West Point. Es gehört zur amerikanischen Verteidigungslinie des Jahres 1776 im mittleren Hudson‑Tal und hat keinerlei geographische oder historische Verbindung zu den Befestigungen im Gebiet der Niagara‑Fälle. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / Königreich Großbritannien / Commonwealth of Virginia Die verbliebene Flotte des abgesetzten britischen Gouverneurs von Virginia Lord Dunmore segelt aus der Chesapeake Bay hinaus auf den Atlantik. Ein Teil der Schiffe steuert Richtung New York, um sich der britischen Hauptarmee anzuschließen, während Dunmore selbst schließlich nach England zurückkehrt. Damit endet die britische Kolonialherrschaft über Virginia auch physisch, Wochen nachdem in Philadelphia die Unabhängigkeit erklärt wurde. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of New York / Königreich Großbritannien In der Nacht gelingt Washington eine geordnete Evakuierung seiner Truppen über den East River nach Manhattan. Dichte Nebelbänke und die Zurückhaltung der britischen Marine ermöglichen den Amerikanern, nahezu unbemerkt zu entkommen. Die Überfahrt erfolgt in kleinen Booten, die ununterbrochen zwischen Brooklyn und Manhattan pendeln, bis die gesamte Armee in Sicherheit ist. Dieser Rückzug verhindert die vollständige Einschließung der amerikanischen Streitkräfte und bewahrt Washingtons Armee vor einer vernichtenden Niederlage. Am Morgen des 30. August stellen die Briten fest, dass die amerikanischen Stellungen leer sind, und besetzen Brooklyn ohne Widerstand. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / Georgia (Revolutionary Government) / Königreich Großbritannien Die vom Kontinentalkongress verabschiedete Unabhängigkeitserklärung wird bei einer öffentlichen Zeremonie in Savannah verkündet. Der revolutionäre Teil der Bevölkerung reagiert mit verhaltener Zustimmung, während viele Loyalisten fernbleiben oder schweigend protestieren. Die Stimmung ist geprägt von einer Mischung aus Hoffnung und Unsicherheit, da Georgia politisch gespalten und militärisch verwundbar ist. Die Verlesung ist ein offizieller Akt, aber kein Volksfest. Die Zeremonie zeigt aber, dass die Revolution in Georgia sichtbar geworden ist. Viele Einwohner begreifen erst heute, dass die Trennung von Großbritannien real ist. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of New York North Carolina nimmt das Gebiet von Washington, wo überwiegend Loyalisten siedeln, offiziell an und bezeichnet es als Washington District. Die Regierung in Halifax erkennt damit an, dass die Siedlungen am Watauga River zu North Carolina gehören und unter seiner Autorität stehen. Der District erhält einen klaren rechtlichen Status innerhalb des Staates, auch wenn seine Verwaltung noch einfach bleibt. Die Eingliederung beendet die Phase der selbstorganisierten Grenzverwaltung und bindet das Gebiet fest an North Carolina. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of New York / Königreich Großbritannien Nach Wochen des Aufmarsches und der Konzentration ihrer Streitkräfte eröffnen die Briten die erste große Operation gegen die amerikanischen Stellungen auf Long Island. Howe setzt seine Truppen südlich von Brooklyn ein und führt einen weit ausholenden Flankenmarsch durch, der die amerikanischen Linien überrascht und aufrollt. Die amerikanischen Verteidigungsstellungen geraten unter Druck, einzelne Einheiten werden abgeschnitten, und die britische Übermacht zwingt Washingtons Armee zum Rückzug in die Befestigungen von Brooklyn Heights. Trotz des britischen Erfolgs unterbleibt ein sofortiger Sturmangriff, da Howe eine verlustreiche Entscheidungsschlacht vermeiden will und weiterhin auf eine politische Lösung des Konflikts hofft. Die Schlacht endet mit einem klaren britischen Vorteil und zwingt die Amerikaner in eine prekäre Lage. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / Königreich Großbritannien / State of South Carolina Die erfolgreiche Verteidigung von Sullivan’s Island stärkt die Position der revolutionären Regierung in South Carolina. Die südlichen Kolonien liefern militärische Ausrüstung und Handelsgüter für den Krieg im Norden und tragen damit zur Finanzierung des amerikanischen Kriegsaufwands bei. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of Pennsylvania / The Delaware State Nachdem sich der State of Pennsylvania bereits Ende Juli von Großbritannien losgesagt und seine Unabhängigkeit erklärt hat, erklären auch die ehemals unter dem Gouverneur von Pennsylvania selbstverwalteten Counties of New Castle, Kent und Sussex am Fluss Delaware unter ihrem Versammlungsleiter George Read einen sowohl von Großbritannien als auch von Pennsylvania unabhängigen Staat namens The Delaware State. Die Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 machte es notwendig, die eigene politische Ordnung zu definieren. Heute verabschiedet die Convention, die in New Castle zusammentritt, eine Grundrechts- und Regierungsordnung, die zwei Ziele verfolgt: Rechtsklarheit: Festlegung der grundlegenden Rechte der Einwohner und der Prinzipien der neuen Regierung. Institutionelle Kontinuität: Überführung der bisherigen Regierungsstrukturen der Counties in eine neue, eigenständige staatliche Form. Die Convention von Delaware verabschiedet die „Declaration of Rights and Fundamental Rules of the Delaware State, formerly styled the Government of the Counties of New Castle, Kent and Sussex, upon Delaware“. Damit geschieht Folgendes: Die bisherige Körperschaft der drei Counties wird rückwirkend als Vorläufer des neuen Staates definiert. Die neue Ordnung legte die Grundrechte, die Legislative, die Exekutive und die Gerichtsorganisation fest. Der Name „Delaware State“ wird erstmals in einem grundlegenden Dokument verwendet. Dies ist der konstitutionelle Schritt, der die politische Selbstständigkeit vom Juni in eine rechtlich definierte Staatsform überführt. Die neue Verfassung des Staates soll noch in diesem Monat verabschiedet werden. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of New Hampshire / Königreich Großbritannien Der Ratspräsident und Präsident des Sicherheitskomitees der Province of New Hampshire, Meshech Weare, erklärt die Unabhängigkeit von Großbritannien. Der neue unabhängige Staat trägt nunmehr den Namen State of New Hampshire. Dies war bereits am 5. Januar von den Patrioten ausgerufen worden, nachdem ihr Kongress die erste eigenständige Verfassung der 13 Kolonien in Amerika verkündet hatten. Trotzdem war es noch viele Monate eine Kolonie Großbritanniens geblieben und ist nun der unabhängige State of New Hampshire. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of New York / Königreich Großbritannien Britische Truppen landen an der Ostseite Manhattans bei Kips Bay, unterstützt von einem intensiven Beschuss der Kriegsschiffe im East River. Die amerikanische Miliz, die diesen Abschnitt verteidigen soll, hält dem Druck nicht stand und löst sich beim Anblick der anrückenden britischen Infanterie rasch auf. Washington versucht, die fliehenden Soldaten aufzuhalten, muss jedoch erkennen, dass die Verteidigungslinien nicht mehr zu stabilisieren sind. Die britischen Einheiten rücken ohne nennenswerten Widerstand in die Stadt vor, sichern die wichtigsten Straßen und Hafenanlagen und übernehmen die Kontrolle über die öffentlichen Gebäude. New York fällt damit in britische Hand und wird zum zentralen Stützpunkt der britischen Armee in Nordamerika, der in den kommenden Jahren für militärische, politische und logistische Zwecke ausgebaut wird. Der State of New York existiert weiter, aber seine wichtigste und größte Stadt steht unter britischer Kontrolle. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of New York / Königreich Großbritannien Am Morgen stoßen britische Leichtinfanteristen nördlich von New York auf amerikanische Vorposten, die sich nach der Besetzung der Stadt in die höher gelegenen Gebiete um Harlem Heights zurückgezogen haben. Ein zunächst kleiner Scharmützel entwickelt sich rasch zu einem ausgedehnten Gefecht, als amerikanische Einheiten unter Nathanael Greene und Thomas Knowlton die britischen Truppen in unwegsamem Gelände binden. Washington erkennt die Gelegenheit, die Moral seiner erschöpften Soldaten zu stärken, und lässt Verstärkungen heranführen, die den britischen Vormarsch verlangsamen und schließlich zum Stillstand bringen. Die britischen Einheiten ziehen sich nach mehreren Stunden geordneter Kampfhandlungen zurück, ohne dass eine Seite einen entscheidenden Vorteil erzielt. Für die amerikanischen Soldaten, die wenige Tage zuvor aus New York geflohen waren, bedeutet das Gefecht jedoch einen wichtigen moralischen Erfolg, da sie erstmals seit Beginn der New‑York‑Kampagne britische Truppen in offener Feldschlacht zurückdrängen konnten. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / The Delaware State Die Verfassung des Delaware State wird angenommen; der Staat erhält eine vollständige Regierungsordnung und tritt nun als voll konstituierter Staat innerhalb der Vereinigten Staaten auf. Die Verfassung bestätigt den Namen des Staates, regelt die Zusammensetzung der General Assembly (Legislative), schafft ein Exekutivamt (Präsident eines Staates, definiert die Gerichtsorganisation und löst die bisherige Regierungsform der drei Counties endgültig ab. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of New York / Königreich Großbritannien In den frühen Morgenstunden bricht in New York ein Feuer aus, das sich rasch ausbreitet und große Teile der westlichen Stadt erfasst. Die engen Straßen, die hölzernen Gebäude und der starke Wind begünstigen die Ausbreitung der Flammen, während die britischen Besatzungstruppen nur begrenzt eingreifen können. Innerhalb weniger Stunden werden ganze Straßenzüge zerstört, darunter Wohnhäuser, Lagerhäuser und mehrere öffentliche Gebäude. Die Ursache des Brandes bleibt ungeklärt; britische Offiziere vermuten eine gezielte Brandstiftung durch amerikanische Sympathisanten, während amerikanische Quellen auf die chaotischen Verhältnisse nach der Besetzung verweisen. Unabhängig von der Ursache verändert das Feuer das Stadtbild nachhaltig und erschwert den britischen Behörden die Organisation der Besatzung, da zahlreiche Einwohner obdachlos werden und die Versorgungslage angespannt bleibt. Die Ruinen im Westen der Stadt prägen das Bild New Yorks für Jahre und gehören zu den schwersten Zerstörungen, die eine nordamerikanische Kolonialstadt im 18. Jahrhundert erlebt. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of Pennsylvania / Commonwealth of Pennsylvania Das "Pennsylvania Provincial Council hört auf zu existieren, weil heute eine neue Verfassung verabschiedet wird, die eine neue, republikanische Regierunsstruktur in Kraft setzt. Der alte koloniale Regierungsapparat mit einem Gouverneur und einem Provincial Council erlischt automatisch, wie ldieser in der neuen Ordnung nicht mehr vorgesehen ist. Die bisherigen Funktionen des Councils gehen unmittelbar auf den Supreme Executive Council über. Außerdem ändert der Staat seine Bezeichnung in Commonwealth of Pennsylvania. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of Massachusetts Bay In Boston erscheint die erste Ausgabe des Independent Chronicle, einer neuen patriotischen Zeitung, die sich sofort als Stimme der revolutionären Bewegung etabliert und die öffentliche Meinung Neuenglands in den entscheidenden Monaten vor der Unabhängigkeit prägt. Drucker und Herausgeber der Zeitung ist die Firma Powars & Willis. Nathaniel Willis (* 1755) ist ein Patriot der ersten Stunde. Er war Teilnehmer an der "Boston Tea Party" im Jahre 1773 und Verleger und Herausgeber mehrerer Zeitungen und in enger Zusammenarbeit mit Edward Eveleth Powars. Dieser ist ein Bostoner Drucker, der politisch klar positioniert ist und das Ziel hat, eine "freie Presse" zu betreiben. Die neue Zeitung "Independent Chronicle" ist eine Fortsetzung der Zeitung "New-England Chronicle, die die beiden bereits am 18. Juli 1776 in Boston herausgaben, was ein politischer Akt von enormer Bedeutung war. Die Firma ist keine große Druckerei, sondern ein engagiertes, politisch klares Duo: Patriotisch, risikobereit und technisch versiert. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of Connecticut / Königreich Großbritannien Der Gouverneur der ehemaligen Connecticut Colony, Jonathan Trumbull, bestätigt den State of Connecticut als einen von Großbritannien unabhängigen Staat und richtet die Verwaltung vollständig auf die neue republikanische Ordnung aus. Die bestehende Regierungsordnung bleibt auf Grundlage der alten Verfassungsurkunde (Charter von 1662) unverändert in Kraft, nun jedoch ohne jeden Bezug zur britischen Krone. Gouverneur Trumbull ist nun nicht mehr "Gouverneur einer Kolonie", sondern "Gouverneur eines Staates". Die General Assembly tritt nun als Legislative eines souveränen Staates auf. Die Verwaltung arbeitete weiter nach denselben Regeln, nur ohne königliche Bezugnahme. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of New York / Königreich Großbritannien Die britische Armee rückt nach den Ereignissen in Manhattan weiter nach Norden vor und trifft bei White Plains auf die amerikanischen Stellungen, die Washington entlang einer Reihe von Höhenzügen angelegt hat, um den Zugang zum Hinterland zu sichern. Howe lässt seine Truppen in breiter Front aufmarschieren und konzentriert den Angriff auf die amerikanische linke Flanke, die auf einem Hügel liegt und den Schlüssel zur gesamten Verteidigungslinie bildet. Nach heftigem Artilleriefeuer gelingt es britischen und hessischen Einheiten, die Stellung zu nehmen und die amerikanischen Truppen zum Rückzug zu zwingen. Washington erkennt, dass seine Linien nicht zu halten sind, und zieht seine Armee geordnet weiter nach Norden zurück, um einer möglichen Einschließung zu entgehen. Die Briten verfolgen ihn nur zögerlich, da Howe seine Kräfte schont und einen direkten Schlag gegen die amerikanische Hauptarmee vermeidet. Das Gefecht endet ohne entscheidende Entscheidung, verschiebt aber die Initiative weiter zugunsten der britischen Armee und zwingt Washington, seine Verteidigung auf das Gebiet westlich des Hudson zu verlagern. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of Maryland / Königreich Großbritannien Der State of Maryland verabschiedet eine neue Staatsverfassung. Er nennt sich von jetzt an zwar verfassungsgemäß, aber es ist noch keine Regierung im Amt. Der Präsident des Sicherheitsrates des State of Maryland, Daniel of St. Thomas Jenifer, bestätigt die Unabhängigkeit von Großbritannien und proklamiert einen unabhängigen Staat, der das Ziel hat, Mitglied der Vereinigten Staaten von Amerika zu werden. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of Maryland / Königreich Großbritannien In Annapolis nimmt die verfassungsgebende Versammlung von Maryland die neue Verfassung des Jahres 1776 an. Mit Artikel 56 schafft das Dokument ein oberstes Berufungsgericht, den Maryland Court of Appeals, der die bisherige koloniale Gerichtsstruktur ersetzt. Das Gericht soll aus mehreren von der Legislative gewählten Richtern bestehen und dient als höchste Instanz zur Überprüfung der Entscheidungen der unteren Gerichte. Mit der Annahme der Verfassung erhält Maryland eine eigenständige, vom britischen Kronrecht gelöste Justizordnung. Die Einrichtung des Court of Appeals ist damit unmittelbar an die Verfassungsannahme gebunden und tritt mit diesem Beschluss in Kraft. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of New York / Königreich Großbritannien Die britischen und hessischen Truppen beginnen am Morgen einen koordinierten Angriff auf Fort Washington, die letzte größere amerikanische Stellung auf der Nordspitze Manhattans. Das Fort war ursprünglich als Stützpunkt zur Kontrolle des Hudson gedacht, ist jedoch nach dem Verlust der umliegenden Höhen militärisch kaum noch zu halten. General Howe setzt seine Kräfte von mehreren Seiten an, unterstützt von Artillerie, die die amerikanischen Linien unter anhaltenden Beschuss nimmt. Hessische Grenadiere dringen über die steilen Hänge im Norden vor, während britische Einheiten von Osten und Süden her ansetzen und die Verteidiger zunehmend einkesseln. Die amerikanischen Truppen leisten Widerstand, können jedoch der Übermacht nicht standhalten und werden schrittweise in das Innere des Forts zurückgedrängt. Am Nachmittag kapituliert die Garnison, und mehr als zweitausend amerikanische Soldaten geraten in Gefangenschaft. Mit dem Verlust des Forts fällt auch das verbliebene amerikanische Material in britische Hände, darunter Geschütze, Munition und Vorräte. Der Fall von Fort Washington beendet die amerikanische Präsenz auf Manhattan und verschafft der britischen Armee die vollständige Kontrolle über die Insel. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of New York / Königreich Großbritannien Nach dem Verlust von Fort Washington richten sich die britischen Operationen auf das gegenüberliegende Ufer des Hudson, wo Fort Lee die westliche Seite des Flusses sichert. Die amerikanische Stellung ist jedoch nach dem Fall des Schwesterforts militärisch kaum noch haltbar, da die Briten nun freie Passage über den Hudson haben und sowohl von Norden als auch von Süden ansetzen können. In den frühen Morgenstunden setzen britische und hessische Truppen unter Lord Cornwallis über den Fluss und landen südlich des Forts, um die amerikanischen Verteidiger abzuschneiden. Die Nachricht von der britischen Landung erreicht die Garnison erst spät, sodass Washington und General Nathanael Greene nur wenig Zeit bleibt, die Truppen und das bewegliche Material in Sicherheit zu bringen. Die Amerikaner verlassen das Fort in Eile und ziehen sich entlang der Straßen von Bergen County nach Westen zurück, während die Briten das Gelände ohne Widerstand besetzen. Zurück bleiben Geschütze, Vorräte und Ausrüstung, die nicht mehr gerettet werden konnten. Mit der Aufgabe von Fort Lee verlieren die Amerikaner ihre letzte befestigte Stellung am unteren Hudson und beginnen einen langen Rückzug durch New Jersey, der die britische Armee tief ins Landesinnere führt und die strategische Lage der Amerikaner weiter verschlechtert. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of Virginia Die Virginians der westlichen Grenzregion gründen Washington County, ein selbstverwaltetes County an der Frontier (Grenze), benannt nach General George Washington und getragen von einer Kultur der Unabhängigkeit und lokalen Verantwortung; gleichzeitig entsteht aus dem mittleren Teil des alten Verwaltungsgebietes Montgomery County, ein verbindendes County zwischen den etablierten Siedlungsräumen im Osten und der rauen Grenzlinie im Westen, benannt nach General Richard Montgomery und geprägt von einer langsam wachsenden, aber stabilen Verwaltungsstruktur; noch weiter westlich wird Kentucky County gebildet, ein riesiges Verwaltungsgebiet jenseits der Appalachen, das die gesamte ferne Frontier umfasst und nur lose organisiert ist, da die Siedlungen weit verstreut liegen und die Wege zu Gerichten und Verwaltungseinrichtungen groß sind, sodass es eher als territoriale Rahmensetzung denn als funktionierendes County wirkt, ohne direkten Bezug zu den beiden östlicheren Countys außer der gemeinsamen Herkunft aus der Neuordnung der westlichen Verwaltungsstrukturen Virginias. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of New York / State of New Jersey Königreich Großbritannien Die amerikanische Armee zieht sich nach der Aufgabe von Fort Lee weiter durch New Jersey zurück und erreicht Newark, wo Washington seine erschöpften Truppen nur kurz sammeln kann. Die britischen Vorausabteilungen folgen in geringem Abstand, sodass kaum Zeit bleibt, Vorräte aufzunehmen oder die Verteidigung zu organisieren. Die amerikanischen Einheiten bestehen zum großen Teil aus Soldaten, deren Dienstzeit bald abläuft, und die anhaltenden Märsche bei winterlichem Wetter schwächen die Moral zusätzlich. Washington lässt die Brücken hinter seiner Armee zerstören, um den britischen Vormarsch zu verlangsamen, und hält nur so lange in Newark, wie es die Lage zulässt. Die Stadt bietet keine natürlichen Verteidigungsstellungen, und die amerikanische Führung erkennt, dass ein längerer Aufenthalt die Armee der Gefahr einer Umfassung aussetzen würde. Noch am selben Tag setzt sich der Rückzug nach Süden fort, während die britischen Truppen Newark kurz darauf ohne Widerstand besetzen. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of New Jersey / Königreich Großbritannien Die amerikanische Armee erreicht Trenton und setzt über den Delaware, um sich der britischen Verfolgung zu entziehen. Die Überquerung erfolgt unter Zeitdruck, da britische Vorausabteilungen nur wenige Stunden entfernt sind und der Fluss bei winterlichen Temperaturen bereits erste Eisschollen führt. Washington lässt Boote, Fähren und alles verfügbare Material einsetzen, um die Truppen, die Artillerie und die verbliebenen Vorräte auf das westliche Ufer zu bringen. Die amerikanischen Einheiten überqueren den Fluss in mehreren Etappen, während Nachhuten die Straßen sichern und die Brücken zerstören, um den britischen Vormarsch zu verlangsamen. Die Erschöpfung der Soldaten ist deutlich spürbar, doch die erfolgreiche Überschreitung verschafft der Armee einen Moment der Sicherheit und trennt sie durch ein natürliches Hindernis von den britischen Kräften. Auf der westlichen Seite des Delaware richtet Washington provisorische Stellungen ein, ohne jedoch über ausreichende Mittel zu verfügen, um eine längere Verteidigung zu gewährleisten. Die britischen Truppen erreichen kurz darauf das Ostufer, können den Fluss jedoch aufgrund der Strömung und der einsetzenden Vereisung nicht unmittelbar überqueren. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of North Carolina Im frühen 18. Jahrhundert entstand an der Gabelung des Tar River eine kleine Siedlung, die schlicht Forks of the Tar genannt wurde – ein typischer Funktionsname der Kolonialzeit, der die Lage an der Flussgabelung beschrieb. Die Region gehörte damals zur Province of North Carolina, einer der 13 britischen Kolonien. Die offizielle Siedlungsgründung erfolgt heute durch Colonel James Bonner. Diese Lage war strategisch ideal: Der Tar River öffnete sich hier zum breiten Pamlico River, sodass sowohl Flachboote aus dem Hinterland als auch größere seegängige Schiffe aus dem Atlantik den Ort erreichen konnten. Dadurch entwickelte sich Forks of the Tar rasch zu einem regionalen Handelsplatz. Mitten im Unabhängigkeitskrieg entscheidet Bonner, der jungen Siedlung den Namen Washington, zu Ehren von General George Washington, der zu diesem Zeitpunkt bereits die zentrale Symbolfigur des amerikanischen Widerstands ist, zu verleihen. Washington, North Carolina, gilt damit als erste Stadt der Vereinigten Staaten, die diesen Namen trägt. Die Lage am schiffbaren Pamlico River macht Washington zu einem der wenigen sicheren Versorgungspunkte für die Kontinentalarmee. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of Rhode Island and Providence Plantations / Königreich Großbritannien Britische Truppen besetzen Newport und die gesamte Insel Aquidneck. Die Besatzung beginnt ohne große Verzögerung, denn die amerikanischen Kräfte ziehen sich zurück und überlassen den Briten die Kontrolle über den wichtigsten Hafen des Staates. Newport verliert sofort seine Rolle als wirtschaftliches Zentrum der Region, und die Besatzungsmacht richtet sich dauerhaft ein. Die Insel wird zu einem festen britischen Stützpunkt, der Handel bricht ein, und viele Einwohner verlassen die Stadt. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of New Jersey / Königreich Großbritannien Britische Vorausabteilungen treffen am Ostufer des Delaware ein und stoßen auf die zerstörten Brücken und die Spuren des amerikanischen Rückzugs. Die britischen Kommandeure erkennen, dass Washingtons Armee den Fluss vollständig überschritten hat und sich nun auf der westlichen Seite in Sicherheit befindet. Die Strömung, die winterlichen Temperaturen und die einsetzende Vereisung erschweren jede unmittelbare Überquerung, sodass die britischen Truppen gezwungen sind, ihre Bewegungen zu verlangsamen und geeignete Übergangsmöglichkeiten zu suchen. Patrouillen erkunden die Uferbereiche, während die Hauptkräfte in und um Trenton lagern und auf weitere Befehle warten. Die britische Führung geht davon aus, dass die amerikanische Armee sich in Auflösung befindet und nur noch begrenzte Widerstandskraft besitzt, weshalb keine überstürzten Maßnahmen ergriffen werden. Die Verzögerung verschafft Washington jedoch wertvolle Zeit, seine verstreuten Einheiten zu sammeln, die Verteidigung am Westufer zu ordnen und die Lage neu zu bewerten, während die britischen Truppen am gegenüberliegenden Ufer verharren und den weiteren Verlauf der Operationen abwägen. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of Pennsylvania / Königreich Großbritannien Washington verlegt sein Hauptquartier nach Newtown, um die verstreuten amerikanischen Einheiten entlang des westlichen Delaware-Ufers zu ordnen und die Lage gegenüber den britischen Stellungen in New Jersey neu zu bewerten. Die Armee ist durch den langen Rückzug geschwächt, viele Soldaten stehen kurz vor dem Ablauf ihrer Dienstzeit, und die Versorgungslage bleibt angespannt. In Newtown gelingt es Washington, die verbliebenen Brigaden zu sammeln, die Artillerie neu zu organisieren und die Kommunikation zwischen den einzelnen Posten entlang des Flusses zu verbessern. Die britischen Truppen halten sich weiterhin auf der gegenüberliegenden Seite des Delaware, ohne einen unmittelbaren Versuch zu unternehmen, den Fluss zu überqueren, da die Strömung, das winterliche Wetter und die beginnende Vereisung größere Operationen erschweren. Die amerikanische Führung nutzt die relative Ruhe, um die Lage zu stabilisieren und mögliche Gegenmaßnahmen zu prüfen, während die britische Armee davon ausgeht, dass der amerikanische Widerstand weitgehend zusammengebrochen ist und keine größeren Aktionen mehr zu erwarten sind. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of Pennsylvania / Königreich Großbritannien Die britische Armee richtet ihre Winterquartiere in den Ortschaften nördlich von New Brunswick ein, während Vorposten bis in die Region um Morristown vorgeschoben werden, um die amerikanischen Bewegungen westlich des Passaic und entlang der Straßen nach Pennsylvania zu beobachten. Die britische Führung geht davon aus, dass die amerikanische Armee nach dem langen Rückzug kaum noch handlungsfähig ist und keine größeren Operationen mehr plant. Die Versorgungslage der britischen Truppen ist trotz der winterlichen Bedingungen stabil, da die umliegenden Ortschaften und Farmen ausreichende Ressourcen bieten. Die amerikanischen Einheiten halten sich weiterhin auf der westlichen Seite des Delaware, ohne unmittelbare Absicht, den Fluss erneut zu überschreiten. Die britischen Kommandeure betrachten die Lage als weitgehend gesichert und konzentrieren sich darauf, ihre Stellungen zu festigen und die Kommunikation zwischen den einzelnen Garnisonen aufrechtzuerhalten. Die Ruhe täuscht jedoch über die tatsächliche Absicht Washingtons hinweg, der in seinen Hauptquartieren in Pennsylvania bereits über mögliche Gegenangriffe nachdenkt. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of Pennsylvania / Königreich Großbritannien In der Nacht setzt Washington seine Truppen bei heftigem Schneetreiben und starkem Wind über den Delaware, um die in Trenton stationierten hessischen Einheiten anzugreifen. Die Überquerung erfolgt in mehreren Wellen, unterstützt von erfahrenen Bootsführern aus Pennsylvania, die die Artillerie und die Infanterie trotz vereister Ufer und treibender Schollen sicher auf das östliche Ufer bringen. Der Marsch nach der Landung gestaltet sich schwierig, da die Straßen vereist sind und die Kolonnen nur langsam vorankommen. Die amerikanischen Einheiten erreichen Trenton in den frühen Morgenstunden und treffen auf hessische Posten, die vom nächtlichen Wetter und der Annahme britischer Überlegenheit in Sicherheit gewiegt wurden. Der Angriff setzt die Verteidiger rasch unter Druck, da die amerikanischen Brigaden gleichzeitig aus mehreren Richtungen in die Stadt eindringen und die wichtigsten Straßen besetzen. Die hessischen Truppen versuchen, sich zu sammeln, geraten jedoch in ein unübersichtliches Gefecht, das durch die engen Straßen und die winterlichen Bedingungen zusätzlich erschwert wird. Nach kurzer, aber intensiver Gegenwehr kapituliert die Garnison, und die amerikanischen Truppen sichern Gefangene, Waffen und Vorräte. Der Erfolg verschafft Washingtons Armee einen dringend benötigten moralischen und strategischen Vorteil und zeigt, dass die amerikanischen Streitkräfte trotz der Rückschläge der vergangenen Monate zu offensiven Operationen fähig sind. | |
| Vereinigte Staaten von Amerika / State of Virginia Das House of Delegates in Williamsburg erklärt den Landkauf der Hendersons in Transylvania für illegal, weil dieses Land dem Staat Virginia gehört. Es wird offiziell Teil von Virginia und als Kentucke County organisiert. Damit endet die Existenz der Transylvania-Regierung. Henderson protestiert schriftlich, hat aber keine Truppen, keine Anerkennung und keine Unterstützung durch den Kontinentalkongress. Somit endet dieses Experiment ohne militärische Auseinandersetzung. Henry Henderson (* 1735) war ursprünglich Richter in North Carolina, später Unternehmer und Landinvestor sowie Gründer der Transylvania Company. Henderson war mit Elizabeth Keeling verheiratet; das Paar hatte 6-8 Kinder: Leonard, Archibald, Peasant, Richard, John Williams und Elizabeth. Im Jahre 1775 kaufte er von mehreren Cherokee-Häuptlingen Land westlich dr Appalachen, um ein privates "Kolonieprojekt" zu schaffen. Er beachtete dabei nicht, dass nur die Krone und später die Staaten Land erwerben dürfen. Und die Cherokee hatten nicht die Autorität, das gesamte Gebiet abzutreten. Als Henderson klar wurde, nichts ans Ziel kommen zu können, bat er seinen Freund Daniel Boone (* 1734), einen Pfadfinder, Jäger und Fallensteller, sich um die Besiedlung dieses Gebietes zu kümmern. Boone hatte 1775 einen Weg durch die Cumberland Gap gefunden, der Siedler nach Westen führen konnte, außerdem hatte er die Wilderness Road angelegt und Boonesborough gegründet, das Zentrum von Transylvanien. Boone führe häufig Siedler durch gefährliche Gebiete und scheute auch die Auseinandersetzung mit den Ureinwohnern nicht. Ohne ihn hätte Transylvania nie existiert. Boone ist seit 20 Jahren mit Rebecca Bryan Boone verheirate, das Paar bekam zehn Kinder. Boone war ein politisch aktiver Gemeinschaftsmensch, der immer eingebunden war in soziale Netzwerke. Entgegen der Darstellung seiner Person in vielen Filmen als "einsamer Wolf" war er ein Mann, der eine Farm führte, seine Familie ernährte, Siedlungen gründete und Verantwortung trug, auch als Abgeordneter in Virginia. Henderson träumte von einem Staat, Boone baute den Weg dorthin. | |
1777 - 1778 - 1779 - 1780 - 1781 - 1782 - 1783 - 1784 - 1785 - 1786 - 1787 - 1788 - 1789 - 1790 - 1791 - 1792 - 1793 - 1794 - 1795 - 1796 | ||||||||
Die amerikanischen Truppen bewegen sich nach dem Gefecht bei Trenton rasch nach Norden, um der britischen Hauptarmee auszuweichen und gleichzeitig deren Nachhut zu treffen. Die Marschwege sind vom Winterwetter gezeichnet, doch die amerikanischen Einheiten erreichen die Umgebung von Princeton am frühen Morgen und stoßen dort auf britische Regimenter, die auf dem Weg nach Trenton sind. Die ersten amerikanischen Angriffe geraten ins Stocken, als britische Linieninfanterie die Vorstöße abfängt und die amerikanischen Vorhuten zurückdrängt. Washington führt daraufhin persönlich Verstärkungen heran und richtet die Linien neu aus, wodurch es gelingt, den britischen Widerstand zu brechen und die gegnerischen Einheiten zum Rückzug zu zwingen. Die britischen Truppen ziehen sich in Richtung New Brunswick zurück, während die Amerikaner das Gelände sichern und erbeutetes Material aufnehmen. Der Erfolg bei Princeton stärkt die amerikanische Moral und zwingt die britische Armee, ihre Winterquartiere neu zu ordnen, da die bisherigen Stellungen in New Jersey nicht mehr als sicher gelten. Die amerikanische Armee zieht sich anschließend nach Norden zurück und richtet sich in den Höhen um Morristown ein, wo sie den Winter überdauert.
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