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Königreich Großbritannien / Königreich Irland / Britisch-Amerika / Colony of North Carolina
Die am 13. April 1776 in Cork, Irland, gestartete britisch-irische Südexpedition erreicht die Küste North Carolinas. Der Admiral der Expedition, Admiral Peter Parker, erfährt, dass die Loyalisten bereits am 27. Februar bei Moore's Creek Bridge vernichtend geschlagen; der ursprüngliche Plan ist damit hinfällig.
| 15.05.1776 (Mittwoch)
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Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Colony of Virginia
- Der Präsident des Sicherheitskomitees von Virginia, Edmund Pendleton, erklärt anlässlich des in Williamsburg tagenden Konvents als zweiter Führer einer der 13 Neu-England-Staaten die Unabhängigkeit seiner Kolonie vom Mutterland.
- Der entmachtete britische Gouverneur Lord Dunmore, der seit mehr als vier Monaten auf britischen Kriegsschiffen lebt, versucht auf Gwynn's Island (im späteren Mathews County) einen neuen Stützpunkt zu errichen. Dort hofft er, seine Truppen und die vielen geflohenen Sklaven neu zu organisieren, doch die Lage ist katastrophal: Pocken sind bereits unter seinen Leuten ausgebrochen und die ersten Todesfälle werden gemeldet.
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| 01.06.1776 (Samstag)
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Kongresspräsident Samuel Tucker Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Colony of South Carolina
- Die Schlacht am Round Mountain nahe dem heutigen Columbus in North Carolina findet statt, hier treffen die Cherokee und eine Patriot‑Miliz aufeinander, die von einigen Catawba unter Führung von Thomas Howard Skyuka unterstützt wird. Die Patrioten entsenden eine Delegation zu den Cherokee, um Frieden zu verhandeln. Die Brüder Edward und Preston Hampton, beide Hauptleute der Miliz, reisen als Vertreter. Das Treffen scheitert, und die Cherokee nehmen beide Männer gefangen. Den Brüdern gelingt die Flucht und sie kehren zu ihren Höfen zurück. Kurz darauf erscheinen Cherokee‑Abgesandte auf Prestons Hof. Preston schickt seine Kinder fort, um die Nachbarn zu warnen. Sein Vater Anthony tritt vor das Haus, um mit dem Anführer Big Warrior zu sprechen. Während des Gespräches erschießt ein Cherokee Preston, und Big Warrior tötet Anthony. Prestons Frau und ihr Säugling kommen später ebenfalls ums Leben. Nach dem Angriff versammeln sich die Männer der umliegenden Siedlung im Block House, um über eine Vergeltungsaktion zu beraten. Mit Unterstützung der Catawba greifen sie nach Einbruch der Dunkelheit die Cherokee am Hampton‑Hof an. Der Angriff kommt überraschend, und Berichte sprechen davon, dass nahezu alle Cherokee in diesem Gefecht getötet werden.
- Die britische Flotte erreicht die Gewässer vor Charleston. Moultrie beobachtet ein britisches Erkundungsboot, das mögliche Landungsstellen auf Long Island (heute Isle of Palms) untersucht. Daraufhin besetzen amerikanische Truppen den nördlichen Teil von Sullivan’s Island, um einen Übergang über den schmalen Kanal zu verhindern.
- General Charles Lee schreibt aus Wilmington, dass die britische Flotte Cape Fear verlassen hat. Er weiß nicht, ob die Schiffe nach Virginia oder South Carolina segeln, entscheidet sich jedoch, nach Charleston aufzubrechen. Er bemerkt, dass er „nicht wisse, ob er auf den Feind zugehe oder sich von ihm entferne“. Lee, der von Oberbefehlshaber George Washington zum temporären Kommandeur der Südfront ernannt wurde, trifft kurz darauf in Charleston ein und übernimmt das Kommando über die Verteidigung. Ein Problem entsteht sofort: Die Truppen South Carolinas stehen nicht in der Kontinentalarmee und unterstehen ihm formal nicht. Einige Einheiten verweigern seine Befehle. Der Präsident South Carolinas John Rutledge greift ein und erklärt Lee zum Oberbefehlshaber aller Streitkräfte der Kolonie, also auch der Milizen. (North Carolina hat noch keinen Präsidenten, sondern verfolgt ein anderes Regierungsmodell.)
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| 28.06.1776 (Freitag)
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Kongresspräsident Samuel Tucker Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Colony of South Carolina
Nachdem die Kommandeure der britisch-irischen Südexpedition, Parker und Cornwallis, beschlossen, die Offensive von North Carolina nach South Carolina zu verlegen, nehmen Kurs auf Charleston. Um dorthin zu gelangen, müssen sie zunächst die Einfahrt zum Hafen auf Sullivan's Insel sichern. Vor der Insel liegt eine britische Flotte von neun Kriegsschiffen mit fast dreihundert Kanonen unter dem Kommando von Admiral Sir Peter Parker. An Land führt General Henry Clinton rund 2200 Infanteristen, insgesamt stehen ihm über 6000 reguläre Soldaten und Milizionäre zur Verfügung. Ihnen gegenüber steht auf Sullivan’s Island ein unvollendetes Fort aus Palmetto‑Stämmen und Sand, Fort Sullivan, unter dem Kommando von Oberst William Moultrie, mit etwa 435 Mann und 31 Geschützen. Weitere amerikanische Stellungen sichern Breach Inlet am anderen Ende der Insel, wo etwa 300 Mann unter Oberst William Thomson verhindern sollen, dass britische Truppen von Long Island (SPÄTER Isle of Palms) aus die Insel im Rücken des Forts angreifen. Am Vormittag setzen sich die britischen Schiffe in Bewegung. Gegen 1130 Uhr liegen sechs größere Kriegsschiffe – darunter die HMS BRISTOL und die HMS EXPERIMENT – in Schussweite vor der seeseitigen Front des Forts und eröffnen das Feuer. Die britischen Kanonen schleudern eine schwere Bombardierung gegen die Palmetto‑Wälle, doch die Konstruktion aus weichem Holz und Sand wirkt wie ein Stoßdämpfer: Die Kugeln prallen ab oder versinken, ohne die Struktur ernsthaft zu beschädigen. Moultries Geschütze antworten gezielt. Die amerikanischen Kanoniere konzentrieren ihr Feuer auf die Flaggschiffe und die am dichtesten herangekommenen Schiffe und richten mit ihren Vollkugeln und Kartätschen erheblichen Schaden an den hölzernen Rümpfen an. Während die Seegefechte toben, versucht Clinton, den Plan umzusetzen, die Insel von der Landseite her zu nehmen. Britische Infanterie auf Long Island soll Breach Inlet durchwaten, um die amerikanischen Stellungen zu umgehen und das Fort von hinten anzugreifen. Als die Soldaten jedoch den Inlet erreichen, zeigt sich, dass das Wasser deutlich tiefer ist als angenommen und die Strömung stark ist. Ein Übergang im Wasser ist unter Beschuss nicht möglich. Die amerikanischen Truppen auf Sullivan’s Island und an Breach Inlet halten ihre Stellungen und beschießen jeden britischen Annäherungsversuch. Der Landangriff kommt nicht über das Planungsstadium hinaus und bleibt faktisch stecken. Zur See versuchen drei weitere britische Schiffe, durch den engen Kanal zwischen Sullivan’s Island und dem Festland zu manövrieren, um in die Rückseite des Forts zu gelangen und gleichzeitig die Verbindung der Amerikaner zum Festland abzuschneiden. Beim Versuch, über die Sandbänke zu kommen, laufen jedoch alle drei – darunter die Fregatte HMS ACTAEON – auf Grund. Zwei Schiffe können sich später wieder freimachen, eines bleibt fest im Sand stecken und ist dem amerikanischen Feuer ausgeliefert. Der Beschuss des Forts zieht sich über den ganzen Tag hin. Die britischen Schiffe feuern tausende Schuss, doch die Wirkung bleibt begrenzt. Die Palmetto‑Wände halten, die Geschütze des Forts bleiben einsatzfähig, und die Besatzung behält die Feuerdisziplin. Im Fort fallen wenige Dutzend Mann; die Verluste liegen bei etwa einem Dutzend Toten und zwei Dutzend Verwundeten. Auf britischer Seite sind die Schäden deutlich höher: Mehr als zweihundert Seeleute und Soldaten werden getötet oder verwundet, mehrere Schiffe sind schwer beschädigt, Masten und Takelage zerschossen, Rümpfe durchlöchert. Admiral Parker selbst wird verwundet, seine Flagge wird mehrfach heruntergeschossen und wieder gehisst. Gegen 21 Uhr bricht die britische Flotte das Gefecht ab. Die Schiffe ziehen sich aus der Reichweite der amerikanischen Geschütze zurück. In der Nacht und am folgenden Tag wollen die Briten die auf Grund gelaufene AMS ACTAEON in Brand setzen und ihr Pulvermagazin zum explodieren bringen. Der Versuch, Charleston 1776 im ersten Anlauf zu nehmen, ist gescheitert. Die britische Expedition wird sich aus der Region zurück ziehen und ihre Kräfte nach Norden verschieben, um sich der Offensive gegen New York anzuschließen. Für die Amerikaner und insbesondere für South Carolina hat dieser Tag eine enorme symbolische Bedeutung. Die Verteidigung von Fort Sullivan zeigt, dass ein improvisiertes, aus Palmetto‑Stämmen und Sand errichtetes Werk einer massiven britischen Flotte standhalten kann. Die Palmetto‑Bäume werden zum Symbol des Staates werden. Politisch stärkt der Sieg die Unabhängigkeitsbefürworter in South Carolina, und militärisch bleibt Charleston zunächst von einem größeren britischen Angriff verschont. Die britisch-irische Südexpedition ist beendet, Cornwallis und Parker segeln nach Norden, um sich der Hauptarmee anzuschließen.
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| 04. Juli 1776 (Donnerstag)
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Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Vereinigte Staaten von Amerika
| Die Präsidentschaft des Kontinentalkongresses bei Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika
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Funktion
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Name, Parteizugehörigkeit
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Beginn der Amtszeit
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Tage im Amt
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Präsident des Kontinentalkongresses |
John Hancock (* 1737 Braintree, Massachusetts) (parteilos) |
24.05.1775 |
1,1
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Dreizehn britische Provinzen in Nordamerika sagen sich vom Mutterland los und beschließen eine Declaration of Independence (Unabhängigkeitserklärung), die von Thomas Jefferson aus Virginia verfasst und von John Hancock als Erstem unterschrieben wird. Ursprünglich sollte Friedensrichter Richard Henry Lee aus Virginia die Unabhängigkeitserklärung verfassen, da er die politischen Weichen für diese Aktion gestellt hatte; aufgrund der Erkrankung seiner Frau reiste er jedoch vorzeitig ab und die Aufgabe fällt an Jefferson. Da der Präsident des Kontinentalkongresses, John Hancock, als erster unterschreibt und mit 13 Zentimentern - im Vergleich zu allen anderen Unterzeichnern - eine markante und extrem große Signatur auf dem Dokument hinterlässt, wird der Name "John Hancock" im amerikanischen Englisch zu einem Synonym für "Unterschrift", analog zum deutschen "Friedrich Wilhelm", was in der typischen Aufforderung "Please, put your John Hancock here!" ("Unterschreiben Sie bitte hier!") zum Ausdruck kommt. 13 britische Provinzen oder die "Thirteen Colonies" im Osten Nordamerikas sagen sich von Großbritannien los. Die Unabhängigkeitserklärung spricht konsequent von den "United States of America". Die frühere französische Kolonie Québec, jetzt Provinz Quebec, sowie die Provinzen Nova Scotia, Island of St. John, Kolonie Neufoundland und Rupert's Land bleiben aber der britischen Krone loyal verbunden. Die Provinzen Ostflorida und Westflorida bleiben ebenfalls loyal. Die Vertreter der Kolonien und Provinzen, die von nun an die Vereinigten Staaten von Amerika bilden sollen, unterzeichnen folgende Deklaration:
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Die Unabhängigkeitserklärung der USA wird von Thomas Jefferson vorgelegt
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Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Nordamerika
gegeben im Kongreß am 4. Juli 1776
Einstimmige Erklärung der dreizehn Vereinigten Staaten von Nordamerika (Deutscher Text von 1848)
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Die Vertreter der Kolonien und Provinzen, die von nun an die Vereinigten Staaten von Amerika bilden sollen, unterzeichnen folgende Deklaration:
Wenn im Laufe menschlicher Begebenheiten ein Volk genöthigt wird, die politischen Bande aufzulösen, die es bisher mit einem anderen vereinten, und unter den Mächten der Erde die gesonderte und gleiche Stellung einzunehmen, zu welcher es durch die Gesetze der Natur und des Schöpfers derselben berechtigt ist, so erheischt die geziemende Achtung vor den Meinungen des Menschengeschlechts, daß es die Ursachen öffentlich verkünde, welche jene Trennung veranlassen.
Wir halten die nachfolgenden Wahrheiten für klar an sich und keines Beweises bedürfend, nämlich: daß alle Menschen gleich geboren; daß sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt sind; daß zu diesem Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit gehöre; daß, um diese Rechte zu sichern, Regierungen eingesetzt sein müssen, deren volle Gewalten von der Zustimmung der Regierten herkommen; daß zu jeder Zeit, wenn irgend eine Regierungsform zerstörend auf diese Endzwecke einwirkt, das Volk das Recht hat, jene zu ändern oder abzuschaffen, eine neue Regierung einzusetzen, und diese auf solche Grundsätze zu gründen, und deren Gewalten in solcher Form zu ordnen, wie es ihm zu seiner Sicherheit und seinem Glück eam zweckmäßigsten erscheint. - Klughait zwar gebiete, schon lange bestehende Regierungen nicht um leichter und vorübergehender Ursachen willen zu ändern, und dieser gemäß hat alle Erfahrung gezeigt, daß die Menschheit geneigter ist, zu leiden, so lange Leiden zu ertragen sind, als sich selbst Rechte zu verschaffen, durch Vernichtung der Formen, an welche sie sich einmal gewöhnt. Wenn aber eine lange Reihe von Mißbräuchen und rechtswidrigen Ereignissen, welche unabänderlich den nämlichen Gegenstand verfolgen, die Absicht beweis, ein Volk dem absoluten Despotismus zu unterwerfen, so hat dieses das Recht, so ist es dessen Pflicht, eine solche Regierung umzustürzen, und neue Schutzwehren für seine künftige Sicherheit anzuordnen. Dieser Art war das nachsichtige Dulden dieser Kolonien, und dieser Art ist nun auch die Nothwendigkeit, durch welche sie gezwungen werden, das frühere System der Regierung zu ändern. Die Geschichte des gegenwärtigen Königs von Großbritannien ist eine Geschichte von wiederholten Ungerechtigkeiten und eigenmächtigen Anmaßungen, die alle die direkte Absicht haben, eine unumschränkte Tyrannei über diese Staaten zu errichten. Um dieses zu beweisen, seien hiermit Thatsachen der unpartheiischen Welt vorgelegt:
- Er hat seine Genehmigung den heilsamsten und nothwendigsten Gesetzen für das allgemeine Wohl verweigert.
- Er hat seinen Statthaltern verboten, Gesetze von unaufschiebbarer und dringender Wichtigkeit rechtskräftig zu machen, oder deren Anwendung suspendirt, bis seine Genehmigung dazu erhalten worden, und die so aufgeschobenen hat er zu beachten gänzlich vernachlässigt.
- Er hat es verweigert, andere Gesetze für die Erleichterung ausgedehnter Volksdistrikte zu genehmigen, es sei denn, daß dieses Volk auf sein Vertretungsrecht in der gesetzgebenden Versammlung Verzicht geleistet habe - auf ein Recht, das dem Volke unschätzbar, und nur dem Tyrannen furchtbar ist.
- Er hat gesetzgebende Körper in ungewöhnliche, unbequeme, und von den Bewahrungsörtern ihrer öffentlichen Urkunden entfernte Plätze zusammenberufen, aus der alleinigen Absicht, sie durch Ermüdung zur Willfährigkeit mit seinen Maßregeln zu zwingen.
- Er hat zu wiederholten Malen die Häuser der Abgeordneten aufgelöst, weis sie sich mit männlicher Festigkeit seinen Einriffen in die Rechte des Volkes widersetzt.
- Er hat nach solchen Auflösungen für eine lange Zeit sich geweigert, die Wahl anderer Abgeordneten zu gestatten, wodurch die gesetzgebende Gewalt, die nicht vernichtet werden kann, wiederum vollständig zum Volke, um von diesem ausgeübt zu werden, zurückgekehrt ist; und der Staat blieb mittlerweile allen Gefahren eines feindlichen Einfalls von Außen und Erschütterungen im Innern ausgesetzt.
- Er hat sich bestrebt, das Steigen der Bevölkerung dieser Staaten zu verhindern, und zu diesem Zwecke den gesetzen für die Naturalisation Fremder Schwierigkeiten in den Weg gelegt, andere Gesetze zu erlassen sich geweigert, durch welche die Einwanderung ermuntert werden kann, und die Preisbedingungen zu neuem Ländererwerb erhöht.
- Er hat die Handhabung der Gerechtigkeitspflege gestört, indem er Gesetzen seine Zustimmung verweigerte, welche die Errichtung richterlicher Gewalten bezweckten.
- Er hat die Richter von seinem Alleinwillen abhängig gemacht, hinsichtlich der Dauer ihrer Aemter, und des Betrags und der Bezahlung ihrer Gehalte.
- Er hat eine Unzahl neuer Aemter errichtet, und Schwärme von Beamten hierhergesendet, um unser Volk zu erschöpfen und seinen Lebensunterhalt aufzuzehren.
- Er hat unter uns in Friedenszeiten stehende Heere gehalten, ohne Zustimmung unserer gesetzgebender Behörden.
- Er hat sich bestrebt, die Kriegsmacht unabhängig zu machen von der bürgerlichen Gewalt, und sie über die letztere zu stellen.
- Er hat sich mit Andern verbindet, uns einer Gerichtsbarkeit zu unterwerfen, die unsrer Verfassung fremd, und durch unsre Gesetze nicht anerkannt ist, und hat seine Genehmigung folgenden Aussprüchen dieser anmaßlichen Gesetzgebung ertheilt:
- zur Einquartierung straker, bewaffneter Truppenkorps bei uns;
- zur Beschützung derselben durch ein Scheingericht, vor der Strafe auf Todtschlag, wenn sie einen solchen an den Bewohnern dieser Staaten gehen würden;
- zur Abschniedung unsres Handels mit allen Theilen der Welt;
- zur Auflage von Abgaben auf uns, ohne unsere Zustimmung;
- zur Beraubung der Wohlthaten der Untersuchung durch Geschwornen-Gerichte, in machen Fällen;
- zu unserer Transportierung über das Meer, um, angebliche Verbrechen wegen, gerichtet zu werden;
- zur Aufhebung (Vernichtung) des freien Systems der englischen Gesetze in einer benachbarten Provinz, Einführung einer Willkührregierung in derselben, und Erweiterung derer Grenzen, um sie zu gleicher Zeit als Muster und als taugliches Werkzeug für die Einführung derselben absoluten Herrschaft in diesen Kolonien gebrauchen zu können;
- zur Hinwegnahme unsrer Freibriefe, Vernichtung unsrer werthvollsten Gesetze, und Umänderung unsrer Regierungsformen, von Grund aus;
- zur Suspendierung unsrer eigenen, gesetzgebenden Versammlungen, und hat derselben die Macht verliehen, uns in allen und jeglichen Fällen Gesetze zu geben.
- Er hat der Regierung hier entsagt, indem er uns außerhalb seines Schutzes erklärte, und Krieg gegen uns begann.
- Er hat unsere Meere geplündert, unsere Küsten verwüstet, unsere Städte verbrannt, und das Lebens unsres Volkes vernichtet.
- Er hat, indem er gegenwärtig große Heere ausländischer Söldner überschifft, um das Werk des Todes, der Verwüstung und der Tyrannei zu vollenden, bereits mit Handlungen der Grausamkeit und Persidie begonnen, die kaum ihres Gleichen in den barbarischsten Zeitaltern haben, und völlig unwürdig des Hauptes einer civilisirten Nation sind.
- Er hat unsre Mitbürger, die auf der hohen See gefangen wurden, gezwungen, die Waffen gegen ihr eigenes Vaterland zu führen, die Henker ihrer eigenen Freunde und Brüder zu werden, oder selbst durch deren Hände zu fallen.
- Er hat unter uns innere Aufstände erregt, und gegen die Bewohner unsrer Grenzen jene unbarmherzigen Indianer aufzubringen getrachtet, deren bekannte Kriegsweise ein rücksichtsloses Vertilgen jedes Alters, Geschlechts und Standes ist.
Bei jedem grade dieser Unterdrückungen haben wir in den unterthänigsten Ausdrücken um Abhülfe gebeten: unsere wiederholten Bitten wurden nur durch wiederholtes Unrecht beantwortet. - Ein Fürst, dessen Charakter so durch jede seiner Handlungen als Tyrann bezeichnet wird, ist untüchtig, der Herrscher eines freien Volkes zu sein.
Wir haben es nicht an Aufforderungen an unsere britischen Brüder fehlen lassen. Wir haben sie von Zeit zu Zeit vor den Versuchen gewarnt, durch ihre Gesetzgebung eine unerlaubte Rechtspflege über uns auszuüben. Wir haben sie an die Zeitumstände unserer Auswanderung und hiesigen Niederlassung erinnert. Wir haben an ihre angeborene Gerechtigkeitsliebe, ihre Hochherzigkeit appellirt, und sie bei den Banden unsrer gemeinschaftlichen Abkunft beschworen, jenen rechtswidrigen Eingriffen zu entsagen, die unvermeidlich unsere Verbindungen und unser Einverständnis unterbrechen würden. Doch auch sie waren taub gegen die Stimme der Gerechtigkeit und der Blutsverwandschaft. Wir müssen daher der Nothwendigkeit nachgeben, welche unsre Trennung erheischt, und die Briten für das halten, wofür uns die übrige Menschheit gilt, für - Feinde im Krieg, für Freunde im Frieden.
Wir daher, die Volksvertreter der Vereinigten Staaten von Amerika, versammelt im Generalkongreß, und den höchsten Richter der Welt zum Zeugen für die Reinheit unsrer Absichten anrufend, verkünden hiermit feierlichst im Namen und aus Machtvollkommenheit des guten Volks dieser Kolonien, daß diese vereinten Kolonien freie und unabhängige Staaten sind, und es zu sein, das Recht haben sollen; daß sie losgesprochen sind von allem Gehorsam gegen die britischen Krone, und daß alle politische Verbindung zwischen ihnen und dem britischen Reiche gänzlich aufgelöst ist und sein soll; dass sie als freie und unabhängige Staaten volle Gewalt haben, Krieg anzufangen, Frieden zu schließen, Bündnisse einzugehen, Handelsverbindungen zu eröffnen, und alle andern Beschlüsse und Akte zu verrichten, zu welchen unabhängige Staaten rechtlich befugt sind. Und zur Aufrechterhaltung dieser Erklärung verbürgen wir uns, mit festem Vertrauen auf den Schutz der göttlichen Vorsehung, wechselseitig mit unserm Leben, unserm Vermögen, und unsrer unverletzten Ehre.
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Unterzeichnet wird die Erklärung von John Hancock (Präsident) und Charles Thompson (Sekretär) sowie den Abgesandten der 13 Staaten:
Neuengland
| Britische Kolonie / späterer Staat
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Unterzeichner
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aktuelle Kurzbiografie
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Colony of New Hampshire → später: US-Bundesstaat New Hampshire
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 Josiah Bartlett
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Josiah Bartlett wurde am 21. November 1729 in Amesbury, Province of Massachusetts Bay, geboren. Er entstammte einer calvinistisch geprägten Familie aus dem südenglischen Raum um Hampshire und Dorset, deren Vorfahren im 17. Jahrhundert nach Neuengland eingewandert waren, sodass er wahrscheinlich der dritten Einwanderergeneration angehörte. Sein Vater Stephen Bartlett war Farmer und Landbesitzer. Nach seiner medizinischen Ausbildung ließ sich Bartlett in Kingston, Colony of New Hampshire, als Arzt nieder. Er heiratete Mary Webster, die ebenfalls aus einer calvinistisch geprägten Familie derselben südenglischen Region stammte; das Paar hatte mehrere Kinder, darunter Mary, Lois, Miriam, Rhoda, Josiah Jr., Ezra, Sarah, Hannah und Levi. Bartlett war im gesellschaftlichen Leben New Hampshires fest verankert und trat in den 1760er‑Jahren politisch hervor, als er sich gegen die britischen Steuergesetze stellte und in der New Hampshire Assembly zu einer wichtigen Stimme der kolonialen Opposition wurde. Aus einer Überlieferung ist bekannt, dass er mindestens einen Sklaven namens Elihu besitzt. 1775 entsandte ihn New Hampshire in den Zweiten Kontinentalkongress, wo er in Ausschüssen arbeitete und die Unabhängigkeitsbestrebungen unterstützte.
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 William Whipple
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William Whipple wurde am 14. Januar 1730 in Kittery, Province of Massachusetts Bay, geboren. Er entstammte einer calvinistisch geprägten Familie englischer Herkunft aus dem südenglischen Raum, deren Vorfahren im 17. Jahrhundert nach Neuengland eingewandert waren, sodass er wahrscheinlich der dritten Einwanderergeneration angehörte. Sein Vater William Whipple Sr. war Seemann und Händler. Whipple begann selbst eine Laufbahn zur See, wurde Kapitän im atlantischen Handel und ließ sich später in Portsmouth, Colony of New Hampshire, als Kaufmann nieder. Er heiratete Catherine Moffatt, die aus einer angesehenen Kaufmannsfamilie englischer Herkunft stammte; das Paar hat keine eigenen Kinder. Es ist bekannt, dass Whipple Sklaven besitzt, einer von ihnen hört auf den Namen Prince Whipple. Der Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung Williem Whipple ist im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben Portsmouths fest verankert und wurde in den frühen 1770er‑Jahren politisch aktiv. Jetzt entsandte ihn New Hampshire in den Zweiten Kontinentalkongress, wo er an Beratungen und Ausschüssen teilnimmt und die Unabhängigkeitsbestrebungen unterstützt.
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 Matthew Thornton
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Matthew Thornton wurde am 3. März 1714 in Lisburn, County Antrim, geboren, das damals zum Königreich Irland gehörte. Er entstammt einer Familie schottisch‑irischer Herkunft, deren Vorfahren im 17. Jahrhundert aus dem Lowland‑Gebiet nach Ulster übergesiedelt waren. Seine Eltern wanderten in den frühen 1720er‑Jahren nach Neuengland aus, sodass Thornton der ersten Generation angehörte, die ihre Kindheit bereits in den amerikanischen Kolonien verbrachte. Sein Vater James Thornton war Farmer und Handwerker. Matthew Thornton erhielt eine medizinische Ausbildung und ließ sich in Londonderry, Colony of New Hampshire, als Arzt nieder, wo er eine angesehene Praxis führte. Er heiratete Hannah Jack, deren Familie ebenfalls aus dem schottisch‑irischen Raum stammte; das Paar hatte mehrere Kinder: James, Matthew, Andrew, Mary und Hannah. Thornton war im Gemeindeleben fest verankert und übernahm verschiedene öffentliche Aufgaben, darunter die Tätigkeit als Militärarzt während des französisch‑indianischen Krieges. In den frühen 1770er‑Jahren wurde er politisch aktiv und gehört nun zu den Vertretern New Hampshires im Zweiten Kontinentalkongress. Thornton gehört zu den Unterzeichnern, die mit großer Sicherheit keine Sklaven halten.
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Colony of the Massachusetts Bay → später: Commonwealth of Massachusetts & US-Bundesstaat Maine
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 John Hancock (Präsident)
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John Hancock wurde am 23. Januar 1737 in Braintree, Province of Massachusetts Bay, geboren. Er entstammt einer wohlhabenden Familie englischer Herkunft, deren Vorfahren im 17. Jahrhundert nach Neuengland gekommen waren. Sein Vater, Rev. John Hancock, war Geistlicher, starb jedoch früh, sodass John von seinem Onkel Thomas Hancock, einem der reichsten Kaufleute Bostons, aufgenommen und großgezogen wurde. Nach seiner Ausbildung an der Boston Latin School und am Harvard College trat er in das Handelshaus seines Onkels ein und übernahm es nach dessen Tod. Er heiratete Dorothy Quincy aus einer angesehenen Bostoner Kaufmannsfamilie; das Paar hatte zwei Kinder: Lydia Henchman und John George Washington. Die Namenswahl verbindet die Traditionen beider Familien und spiegelt zugleich die politische Zeit wider. Hancock war im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben Bostons fest verankert und wurde in den 1760er‑Jahren politisch aktiv, als er sich gegen die britische Steuerpolitik stellte und zu einem führenden Unterstützer der kolonialen Opposition wurde. Hancock besitzt Sklaven, die er geerbt hat und in seinem Haushalt beschäftigt. 1775 wurde er Präsident des Provinzkongresses von Massachusetts und 1776 Präsident des Zweiten Kontinentalkongresses, wo er die Beratungen leitete und die Unabhängigkeitsbestrebungen unterstützte.
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 Samuel Adams
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Samuel Adams wurde am 27. September 1722 in Boston, Province of Massachusetts Bay, geboren. Er entstammt einer englischen Familie, deren Vorfahren im 17. Jahrhundert nach Neuengland gekommen waren. Sein Vater, Samuel Adams Sr., war Brauer und Kaufmann, seine Mutter Mary Fifield gehörte einer alteingesessenen Bostoner Familie an. Adams erhielt seine Ausbildung am Harvard College, arbeitete zunächst im Familienbetrieb und später als Steuereinnehmer, wandte sich jedoch zunehmend politischen Fragen zu. 1749 heiratete er Elizabeth Checkley, die Tochter eines Geistlichen; mit ihr hatte er zwei Kinder: Samuel und Hannah. Nach ihrem frühen Tod heiratete er 1764 Elizabeth Wells aus einer angesehenen Bostoner Familie; mit ihr hatte er einen Sohn, der ebenfalls Samuel genannt wurde. Die Namenswahl folgt den Traditionen beider Familien und zeigt die Weitergabe vertrauter Vornamen über Generationen hinweg. Adams wurde zu einem der führenden Organisatoren des Widerstands gegen die britische Kolonialpolitik, spielte eine wichtige Rolle bei der Mobilisierung der Bevölkerung in Boston und gehört seit 1774 dem Kontinentalkongress an, wo er die Unabhängigkeitsbestrebungen seines Staates energisch unterstützt. Über ihn ist bekannt, dass ihm und seiner Frau eine Sklavin namens Surry geschenkt werden sollte. Er bestand darauf, sie zu behalten, wenn sie als freie Frau in ihr Haus kommen wollte.
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 John Adams
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John Adams wurde am 30. Oktober 1735 in Braintree, Province of Massachusetts Bay, geboren. Er entstammt einer englischen Familie, deren Vorfahren im 17. Jahrhundert nach Neuengland gekommen waren. Sein Vater, John Adams, war Bauer, Küfer und in der Gemeindeverwaltung tätig; seine Mutter Susanna Boylston gehörte einer angesehenen Bostoner Familie an. Adams erhielt seine Ausbildung an der Boston Latin School und am Harvard College, arbeitete zunächst als Lehrer und ließ sich später als Jurist nieder. 1764 heiratete er Abigail Smith, die Tochter eines Geistlichen; mit ihr hatte er mehrere Kinder: Abigail, John Quincy, Susanna, Charles, Thomas Boylston und Elizabeth. Die Namenswahl verbindet die Traditionen beider Familien und zeigt die Weitergabe vertrauter Vornamen über Generationen hinweg. Adams engagierte sich früh in der Opposition gegen die britische Kolonialpolitik, wurde 1774 in den Kontinentalkongress entsandt und spielt dort eine zentrale Rolle bei den Beratungen über die Unabhängigkeit. John Adams verabscheut die Sklaverei, hält es aber für gefährlich, sie nach der Unabhängigkeit der USA sofort abzuschaffen.
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 Robert Treat Paine
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Robert Treat Paine wurde am 11. März 1731 in Boston, Province of Massachusetts Bay, geboren. Er entstammt einer englischen Familie, deren Vorfahren im 17. Jahrhundert nach Neuengland gekommen waren. Sein Vater Thomas Paine war Kaufmann und zeitweise Prediger, seine Mutter Eunice Treat gehörte einer angesehenen Familie an, die seit mehreren Generationen im kirchlichen und öffentlichen Leben Neuenglands vertreten war. Paine erhielt seine Ausbildung an der Boston Latin School und am Harvard College, arbeitete zunächst als Lehrer und unternahm mehrere Seereisen, bevor er sich in Boston als Jurist niederließ. 1770 trat er als Staatsanwalt im Prozess nach dem sogenannten Boston Massacre auf, was seine Stellung als Jurist festigte. Im selben Jahr heiratete er Sally Cobb aus Taunton, deren Familie seit dem frühen 18. Jahrhundert in der Region zu den einflussreichen Linien gehörte und in lokalen Ämtern vertreten war. Die Namenswahl ihrer drei Kinder – Robert, Sally und Charles – folgt den Traditionen beider Familien und verbindet die Herkunftslinien der Eltern. 1774 wurde Paine in den Kontinentalkongress entsandt, wo er die Unabhängigkeitsbestrebungen seines Staates unterstützte und vor allem juristische und organisatorische Aufgaben übernahm. Es gibt keine Aufzeichnungen über einen etwaigen Sklavenbesitz in seinem Haushalt; mit großer Wahrscheinlichkeit gibt es keine Sklaven.
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 Elbridge Gerry
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Elbridge Gerry wurde am 17. Juli 1744 in Marblehead, Province of Massachusetts Bay, geboren. Er entstammt einer angesehenen Kaufmannsfamilie englischer Herkunft; sein Großvater Thomas Gerry war zu Beginn des 18. Jahrhunderts aus Devonshire nach Neuengland eingewandert. Sein Vater Thomas Gerry war ein wohlhabender Händler und Reeder, der im Fischhandel und im Küstentransport tätig war und in Marblehead zu den einflussreichen Bürgern gehörte. Seine Mutter Elizabeth Greenleaf stammt aus einer alten calvinistischen Familie, die seit dem 17. Jahrhundert in Massachusetts ansässig ist und mehrere Geistliche hervorgebracht hat. Gerry erhielt eine gründliche Ausbildung an lokalen Schulen und am Harvard College, das er 1762 abschloss. Anschließend trat er in das Geschäft seines Vaters ein und ist am Aufbau eines erfolgreichen Handelsunternehmens beteiligt, das vor allem im Fisch- und Küstenhandel tätig ist. Sein Vater starb vor zwei Jahren. In den politischen Auseinandersetzungen der 1760er und frühen 1770er Jahre schloss er sich den Gegnern der britischen Steuerpolitik an und arbeitete eng mit führenden Persönlichkeiten der Massachusetts‑Patrioten zusammen. Er war Mitglied verschiedener Ausschüsse, die den Handel der Kolonie schützen und die Versorgung sicherstellen sollten, und beteiligte sich an der Organisation des Widerstands gegen die Maßnahmen des Parlaments. 1772 wurde er in das Repräsentantenhaus von Massachusetts gewählt, wo er sich vor allem mit Finanz- und Versorgungsthemen befasst. Gerry wurde im Vorjahr in den Provinzkongress und jetzt in den Kontinentalkongress entsandt. Dort übernimmt er vor allem organisatorische und wirtschaftliche Aufgaben, insbesondere in Fragen der Versorgung des Heeres und der finanziellen Verwaltung. Er unterstützt die Unabhängigkeitsbestrebungen und gehört zu den Delegierten, die sich früh für eine vollständige Loslösung von Großbritannien aussprachen. Gerry ist unverheiratet; seine Mutter und seine Geschwister sind weiterhin im Handel in Marblehead tätig, wo sie die wirtschaftliche Grundlage der Familie sichern. Obwohl Gerry als einen der reichsten Männer unter den Unterzeichnern gilt, gibt es keine Belege für einen Sklavenbesitz in seiner Familie.
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Rhode Island and Providence Plantations → später: US-Bundesstaat Rhode Island
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 Stephen Hopkins
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Stephen Hopkins wurde am 7. März 1707 in Providence, Colony of Rhode Island, geboren und entstammt einer englischen Familie der frühen Siedler von Providence, deren Vorfahren im 17. Jahrhundert nach Neuengland gekommen waren, sodass er der dritten Einwanderergeneration angehört. Sein Vater William Hopkins war Farmer, seine Mutter Ruth, geborene Wilkinson, stammt ebenfalls aus einer in Rhode Island verwurzelten Familie; Hopkins wuchs auf einer Farm im später von Providence abgetrennten Scituate auf und erhielt nur eine begrenzte Schulbildung, bildete sich jedoch autodidaktisch weiter und erlernte unter anderem das Vermessungswesen. Er heiratete Sarah Scott aus einer alteingesessenen Familie der Colony of Rhode Island; mit ihr hat er sieben Kinder: Rufus, Silvanus, John, George, William, Lydia und Ruth. Nach dem Tod seiner Frau heiratet er die Witwe Anne Smith aus Providence, mit der er keine weiteren Kinder hat. In den 1730er‑Jahren trat Hopkins in lokalen Ämtern in Erscheinung, zunächst als Friedensrichter in Scituate, später als Abgeordneter in der kolonialen Legislative von Rhode Island, wo er sich zu einer prägenden Figur entwickelte. 1742 zog er nach Providence, wo er als Kaufmann, Schiffseigner und Landvermesser tätig war und sich im städtischen Leben fest etablierte; zugleich engagierte er sich im Bildungs- und Geistesleben, etwa bei der Gründung einer Abonnementsbibliothek und als Kanzler des Rhode Island College. Politisch stieg Hopkins bis in die Spitze der Kolonie auf: Er war mehrfach Gouverneur der Colony of Rhode Island and Providence Plantations sowie Chief Justice des obersten Gerichts der Kolonie und profilierte sich in den 1760er‑Jahren als Kritiker der britischen Handels- und Steuerpolitik, unter anderem mit seinem 1764 veröffentlichten Pamphlet „The Rights of Colonies Examined“, das in den Kolonien weite Verbreitung fand. Rhode Island entsandte ihn 1754 zum Albany Congress und 1774 sowie 1775 in den Kontinentalkongress, wo er trotz zunehmender gesundheitlicher Beschwerden an den Beratungen teilnahm und die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kolonien unterstützte. Hopkins gehört keiner bestimmten Kirche an; er kennt die Vielfalt der Lehrmeinungen in Neuengland, hält sich aber aus den Auseinandersetzungen der Gemeinden heraus und orientiert sich an allgemeinen moralischen Grundsätzen. Von ihm ist außerdem bekannt, dass er den Prozess der Manumission (Freilassung) seiner Sklaven bereits eingeleitet oder abgeschlossen hat.
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 William Ellery
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William Ellery wurde am 22. Dezember 1727 in Newport, Colony of Rhode Island and Providence Plantations, geboren. Sein Vater William Ellery war Kaufmann, Zollbeamter und später Richter, seine Mutter Elizabeth Almy entstammt einer alten Quäkerfamilie der Region. Ellery erhielt eine gründliche Ausbildung und schloss 1747 das Harvard College ab. Nach seiner Rückkehr nach Newport war er zunächst im Handel tätig, wandte sich dann jedoch dem Rechtswesen zu und wurde Anwalt. In den politischen Auseinandersetzungen der letzten Jahre schloss er sich den Gegnern der britischen Maßnahmen an; die Spannung zwischen der Loyalität seines Vaters zur Krone und der Gewissensethik seiner quäkerischen Mutter prägte seine Haltung. Nach dem Tod von Samuel Ward wurde Ellery im Vorjahr als Delegierter Rhode Islands in den Kontinentalkongress entsandt, wo er vor allem in juristischen und administrativen Fragen wirkt. Er unterstützt die Unabhängigkeitsbestrebungen aus Gründen des Gewissens und gehört zu den Delegierten, die eine Loslösung von Großbritannien für notwendig halten. Ellery war mit Ann Remington aus Cambridge verheiratet, der Tochter des Richters Jonathan Remington; mit ihr hatte er zahlreiche Kinder, darunter William, Benjamin, Ann, Christopher, Elizabeth, Abigail, Mary und Susanna. Seine Frau starb vor einigen Jahren, und Ellery hat bislang nicht wieder geheiratet. Seine Kinder leben überwiegend in Newport, wo sie in der örtlichen Gemeinschaft verankert sind. Ellery gehört der Kongregationalgemeinde seiner Stadt an. Es ist bekannt, dass er Sklaven besitzt.
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Connecticut & New Haven Colony → später: US-Bundesstaat Connecticut
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 Roger Sherman
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„Roger Sherman wurde am 19. April 1721 in Newton, Province of Massachusetts Bay, geboren. Er entstammt einer Familie der englischen Einwanderung des 17. Jahrhunderts, die im zeitgenössischen Sprachgebrauch oft als „Puritaner“ bezeichnet wird. Sein Vater William Sherman war Farmer und Schuhmacher, seine Mutter Mehetabel, geborene Wellington, gehörte ebenfalls zu einer seit dem 17. Jahrhundert in Massachusetts ansässigen Familie. Sherman erhielt nur eine begrenzte Schulbildung und erlernte zunächst das Handwerk eines Schuhmachers, bildete sich jedoch autodidaktisch weiter, insbesondere in Mathematik und Rechtswissenschaften. 1743 zog er mit seiner Familie nach New Milford in Connecticut, wo er als Schuhmacher, Landvermesser und Kaufmann tätig war. In den 1750er‑Jahren trat er in öffentliche Ämter ein: Er war Friedensrichter, später Abgeordneter im Repräsentantenhaus von Connecticut und wurde 1766 in den Gouverneursrat berufen. 1768 zog er nach New Haven, wo er als Schatzmeister des Yale Colleges wirkte. Er war Delegierter im Kontinentalkongress der Jahre 1774 und 1775 und gehört jetzt wieder zu den Vertretern seines Staates. Sherman war zunächst mit Elizabeth Hartwell aus Newton verheiratet; mit ihr hatte er sieben Kinder: William, Mehetabel, Elizabeth, Rebecca, Nathaniel, Josiah und Martha. Die Namenswahl folgt der puritanischen und biblischen Tradition Neuenglands; die wiederholte Vergabe einzelner Namen zeigt, dass die Familie die Erinnerung an verstorbene Kinder bewahrt. Drei Jahre nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete Sherman 1763 Rebecca Prescott aus Danbury. Mit ihr hat er acht weitere Kinder: Rebecca, Elizabeth, Roger, Sally, Samuel, Martha, Susanna und Prescott. Die Namenswahl der zweiten Ehe verbindet die Traditionen der ersten Familie mit den Herkunftslinien der zweiten Ehefrau; der Vorname Prescott – ihr Familienname – zeigt, wie beide Eltern ihre Familien in der nächsten Generation zusammenführten. Sherman gehört der Kongregationalgemeinde seiner Stadt an. Als einfacher Schuhmacher hält er sich keine Sklaven.
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 Samuel Huntington
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Samuel Huntington wurde am 3. Juli 1731 in Windham, Colony of Connecticut, geboren. Er entstammte einer Familie der englischen Einwanderung des 17. Jahrhunderts, die im zeitgenössischen Sprachgebrauch oft als „Puritaner“ bezeichnet wurde. Sein Vater Nathaniel Huntington war Farmer und Handwerker, seine Mutter Mehetabel, geborene Thurston, führte den Haushalt und die kleine Landwirtschaft. Huntington erhielt nur eine begrenzte Schulbildung und erlernte zunächst das Handwerk eines Schmieds, bildete sich jedoch autodidaktisch weiter, insbesondere in Rechtswissenschaften. 1754 wurde er als Anwalt zugelassen und eröffnete eine eigene Kanzlei in Norwich. In den 1760er‑Jahren übernahm Huntington verschiedene öffentliche Ämter: Er war Abgeordneter im Repräsentantenhaus von Connecticut, später Mitglied des Gouverneursrates und wurde 1774 zum Richter am Obersten Gerichtshof der Kolonie berufen. 1775 entsandte Connecticut ihn in den Kontinentalkongress, dem er auch jetzt angehört. Huntington ist verheiratet, das Ehepaar hat keine Kinder. Er gehört der Kongregationalgemeinde seiner Stadt an. Es gibt Belege dafür, dass er ein Sklavenbesitzer ist.
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 William Williams
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William Williams wurde am 18. April 1731 in Lebanon, Colony of Connecticut, geboren. Er war der Sohn des örtlichen Pfarrers Solomon Williams und seiner Frau Mary Porter; beide Familien gehörten zur englischen Einwanderung des 17. Jahrhunderts, die im zeitgenössischen Sprachgebrauch oft als „Puritaner“ bezeichnet wurde. Williams besuchte das Harvard College, das er 1751 abschloss, und kehrte anschließend nach Connecticut zurück, wo er im Handel tätig war und verschiedene Verwaltungsaufgaben in seiner Gemeinde übernahm. Während des Franzosen- und Indianerkrieges diente er als Offizier in einer Versorgungseinheit der Kolonialtruppen. In den folgenden Jahren hatte er mehrere öffentliche Ämter inne, darunter Funktionen im Stadtrat, in der Kolonialversammlung und in Komitees, die sich mit Finanzen, Versorgung und Sicherheit befassten. 1771 heiratete er Mary Trumbull, die Tochter des Gouverneurs Jonathan Trumbull. Das Ehepaar hat drei Kinder: Solomon, Faith und Mary. Williams gehörte der Kongregationalgemeinde seiner Stadt an. Jetzt wurde er als Delegierter Connecticuts in den Kontinentalkongress entsandt.
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 Oliver Wolcott
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Oliver Wolcott wurde am 20. November 1726 in Windsor, Colony of Connecticut, geboren. Er entstammte einer der einflussreichsten Familien Neuenglands; sein Vater Roger Wolcott war Tuchmacher, später Richter, General und Gouverneur von Connecticut, seine Mutter Sarah Drake gehörte zu einer seit dem 17. Jahrhundert in der Kolonie ansässigen Familie der englischen Einwanderung, die im zeitgenössischen Sprachgebrauch oft als „Puritaner“ bezeichnet wurde. Oliver, der jüngste Sohn der Familie, besuchte das Yale College, das er 1747 abschloss, und diente anschließend während des Franzosen- und Indianerkrieges als Captain einer Grenzschutzkompanie. Nach seiner Rückkehr ließ er sich in Litchfield nieder, wo er als Sheriff tätig war und später verschiedene Verwaltungs- und Justizämter übernahm, darunter das Amt im Council of Assistants sowie Aufgaben in Komitees für Finanzen, Versorgung und Milizorganisation. Er trat in seinen Ämtern ohne persönliche Selbstdarstellung auf. 1755 heiratete er Laura Collins, Tochter des Kaufmanns und Gemeindevorstehers Captain Daniel Collins aus Guilford, einer Siedlung, die ursprünglich zur New Haven Colony gehörte und seit 1664 Teil von Connecticut ist. Das Ehepaar hat fünf Kinder: Oliver jun., Laura, Marianna, Frederick und George. Wolcott gehört der Kongregationalgemeinde seiner Stadt an, wie nahezu alle führenden Familien der Kolonie. 1775 wurde er zum Brigadier General der Miliz von Connecticut ernannt, jetzt entsandte ihn die Kolonie in den Kontinentalkongress. Es gibt Belege dafür, dass er ein Sklavenbesitzer für die Arbeit auf seiner Farm in Lichfield ist.
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Mittlere Kolonien
| Britische Kolonie / späterer Staat
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Unterzeichner
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aktuelle Kurzbiografie
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Colony of New York → später: US-Bundesstaat New York & US-Bundesstaat Vermont
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 William Floyd
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William Floyd wurde am 17. Dezember 1734 in Brookhaven auf Long Island, Colony of New York, geboren. Er entstammt einer seit dem späten 17. Jahrhundert in Suffolk County ansässigen Familie von Landbesitzern; sein Vater William Floyd und seine Mutter Tabitha Smith gehörten zu jenen alteingesessenen Haushalten, die durch Landwirtschaft, Gemeindearbeit und Milizpflicht das öffentliche Leben der Region prägten. Nach dem frühen Tod seines Vaters übernahm Floyd als junger Mann die Verantwortung für den umfangreichen Familienbesitz, dessen Bewirtschaftung Viehzucht, Ackerbau und Handel umfasste. Eine akademische Ausbildung erhielt er nicht; seine Bildung beruhte auf privatem Unterricht, praktischer Erfahrung und der engen Einbindung in die kirchlichen und kommunalen Strukturen seiner Heimatgemeinde, die überwiegend der anglikanischen Tradition folgt. 1760 heiratete er Hannah Jones aus Southampton, einer angesehenen Familie der östlichen Inselgemeinden; aus der Ehe gingen die Kinder Nicoll, Mary und Catherine hervor. Floyd ist im gesellschaftlichen und politischen Leben der Region fest verankert und wurde in den frühen 1770er‑Jahren zu einem entschiedenen Gegner der britischen Kolonialpolitik. Er übernahm verschiedene Aufgaben in der lokalen Verwaltung und der Milizorganisation und gewann in den Provinzialversammlungen an Einfluss. Jetzt entsendet ihn New York in den Zweiten Kontinentalkongress, wo er an Beratungen und Ausschüssen teilnimmt und die Unabhängigkeitsbestrebungen unterstützt.
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 Philip Livingston
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Philip Livingston wurde am 15. Januar 1716 in Albany, Colony of New York, geboren und entstammt einer der prägenden niederländischstämmigen Familien der Region, deren Wurzeln bis in die Zeit von Nieuw Amsterdam zurückreichen. Sein Vater Philip Livingston war Kaufmann und später Bürgermeister von Albany, seine Mutter Catharina Van Brugh gehörte zu einer alteingesessenen reformierten Familie, deren Name – typisch für die niederländische Tradition – die Herkunft bezeichnet („Van Brugh“ im Sinne von „von der Brücke“ bzw. aus der flandrischen Brugh‑Linie). Die Livingstons, Van Brughs und Ten Broecks bilden ein eng verflochtenes Netzwerk aus Handel, Grundbesitz, reformierter Religionskultur und kommunaler Führung, das das gesellschaftliche Leben im Hudson Valley prägt und in dem kirchliche Zugehörigkeit ein zentrales Element sozialer Identität ist. Philip erhielt seine Ausbildung am Yale College, kehrte danach nach New York zurück und trat in das weitreichende Handelsgeschäft der Familie ein, das atlantische Verbindungen, städtische Investitionen und die Verwaltung großer Ländereien umfasste. 1740 heiratete er Christina Ten Broeck, Tochter des späteren Bürgermeisters von Albany; auch ihr Name folgt der niederländischen Herkunftslogik („Ten Broeck“ = „an der Bruchwiese“), die in dieser Gesellschaftsschicht bewusst gepflegt wird. Aus der Ehe gingen derzeit die Kinder Catherine, Philip, Christina, Sarah, Abraham, Margaret, Alida und Peter Van Brugh hervor; der zweite Vorname des jüngsten Sohnes hält die mütterliche Linie seines Vaters sichtbar, wie es in niederländischen Haushalten üblich ist, sobald die traditionellen Erstnamen vergeben sind. Livingston ist fest im wirtschaftlichen, religiösen und politischen Leben der Kolonie verankert, wirkt seit den 1750er‑Jahren in der General Assembly und in kommunalen Gremien und gehört zu den führenden Stimmen New Yorks, die sich in den frühen 1770er‑Jahren gegen die britische Kolonialpolitik stellen. Jetzt entsendet ihn New York in den Zweiten Kontinentalkongress, wo er an Beratungen und Ausschüssen teilnimmt und die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kolonien unterstützt.
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 Francis Lewis
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Francis Lewis wurde am 21. März 1713 in Llandaff, Glamorgan, Wales, geboren und entstammt einer walisischen Familie, die seit Generationen im südlichen Wales ansässig war. Sein Vater, ebenfalls Francis Lewis, war anglikanischer Geistlicher der Church of England und diente als Pfarrer in Llandaff; seine Mutter Amy, geborene Pettingale, starb früh, sodass der Junge einen Teil seiner Kindheit bei Verwandten in London verbrachte. Dort erhielt er eine kaufmännische Ausbildung und trat in ein Londoner Handelshaus ein, das im transatlantischen Warenverkehr tätig war. In den 1730er‑Jahren reiste Lewis als Vertreter dieses Unternehmens nach New York und später nach Philadelphia, bevor er sich dauerhaft in der Colony of New York niederließ und ein eigenes Handelshaus gründete, das sich auf Importe aus Großbritannien und den Westindischen Inseln spezialisierte. Seine Heirat mit Elizabeth Annesley verband ihn mit einer angesehenen, englischstämmigen Kaufmannsfamilie New Yorks; die Annesleys gehören zur anglikanisch geprägten englischen Oberschicht der Stadt und nicht zu den alten niederländischen Patrizierfamilien. Das Paar hat drei Kinder: Francis, Morgan und Ann. Lewis selbst ist anglikanisch geprägt, ohne jedoch kirchlich hervorzutreten; er gehört zur weltlich‑kaufmännischen Elite New Yorks und ist im wirtschaftlichen Leben der Stadt fest verankert. Während des Siebenjährigen Krieges diente er zeitweise als ziviler Versorgungsbeamter für britische Truppen und geriet 1756 bei der Einnahme von Fort Oswego durch französische Streitkräfte in Gefangenschaft, wurde jedoch später ausgetauscht und kehrte nach New York zurück. In den frühen 1760er‑Jahren, im Zusammenhang mit den britischen Steuer- und Handelsgesetzen wie dem Sugar Act und dem Stamp Act, schloss er sich den oppositionellen Kreisen der Stadt an; seine Haltung entspringt der Erfahrung eines etablierten Kaufmanns, der die Eingriffe der Krone als wirtschaftliche Belastung wahrnimmt. 1775 entsandte ihn New York in den Kontinentalkongress, wo er vor allem in Handels- und Versorgungsfragen tätig ist und die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kolonien unterstützt.
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 Lewis Morris
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Lewis Morris wurde am 8. April 1726 auf dem herrschaftlichen Gut Morrisania in der Colony of New York geboren. Er entstammt einer der prägenden Grundbesitzerfamilien der Region; die Morrises wirken seit Generationen als Richter und Beamte im politischen Gefüge New Yorks und New Jerseys. Nachdem sein gleichnamiger Vater 1762 verstarb, übernahm er als Familienoberhaupt die alleinige Verwaltung der weitläufigen Familiengüter. Seine Mutter, Katrintje Staats, stammte aus einer niederländisch-reformierten Familie, was die tiefe Verwurzelung der Morrises im Hudson-Tal unterstreicht. Morris ist Absolvent des Yale College (1746) und repräsentiert den Typus des gebildeten Landadels. Vor dem aktuellen Konflikt diente er in verschiedenen öffentlichen Ämtern, darunter als Richter und Mitglied der Assembly, wobei seine politische Haltung stets von der Wahrung kolonialer Rechte geprägt war. 1775 entsandte ihn die Provinz in den Kontinentalkongress nach Philadelphia. Während er dort an den Beratungen zur Unabhängigkeit teilnimmt, ist sein privater Besitz Morrisania durch die herannahende britische Flotte unmittelbar bedroht. Über seine häuslichen Verhältnisse und mögliche Nachkommen mit seiner Ehefrau Mary Walton bewahrt Morris im öffentlichen Wirken eine vornehme Zurückhaltung; sein Fokus gilt am heutigen Tage ganz der Verteidigung der Freiheit und seines Erbes gegen die Krone. Er ist festes Mitglied der Episkopalkirche.
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Colony of New Jersey → später: US-Bundesstaat New Jersey
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 Richard Stockton
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Richard Stockton wurde am 1. Oktober 1730 auf dem Familienanwesen Morven in Princeton, Colony of New Jersey, geboren. Er entstammt einer angesehenen englischstämmigen Familie, die seit den frühen Siedlungsjahren in der Kolonie verwurzelt ist und dort zu den geachteten Grundbesitzern zählt. Stockton ist ein gebildeter Jurist, dessen Urteil in New Jersey Gewicht hat und dessen Auftreten von Höflichkeit, Zurückhaltung und einem ausgeprägten Pflichtbewusstsein geprägt ist. Er ist mit Annis Boudinot Stockton verheiratet, einer Frau, die in Princeton für ihren Geist, ihre Bildung und ihre literarischen Neigungen geschätzt wird. Das Haus der Stocktons ist ein lebendiger Ort, an dem Studenten, Geistliche, Reisende und politische Gäste ein und aus gehen. Die beiden führen ein kultiviertes Familienleben, und ihre Kinder – Julia, Mary, Susan, Richard und Lucius – wachsen in einem Umfeld auf, das von Bildung, Religion und öffentlicher Verantwortung geprägt ist. Stockton gehört der anglikanischen Church of England an, ohne daraus ein besonderes Thema zu machen. Er ist keiner der lautstarken Revolutionäre, doch seine Unterstützung für die Unabhängigkeit wiegt schwer, weil sie aus Abwägung und Überzeugung entsteht. Im Saal von Philadelphia wirkt er als Mann, der die Risiken der Stunde klar erkennt und dennoch bereit ist, seinen Teil zu tragen.
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 John Witherspoon
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John Witherspoon wurde am 5. Februar 1723 in Gifford, East Lothian, in Schottland geboren. Er entstammt einer Familie presbyterianischer Geistlicher; sein Vater James Witherspoon war Pfarrer der Church of Scotland, seine Mutter Anne Walker gehörte ebenfalls einer traditionsreichen Geistlichenfamilie an. Witherspoon erhielt seine Ausbildung an der University of Edinburgh, wo er Theologie studierte und den Grad eines Master of Arts erwarb. Nach seiner Ordination wirkte er zunächst als Pfarrer in Beith und später in Paisley, wo er durch seine Predigten und seine schriftstellerische Tätigkeit Ansehen gewann. 1748 heiratete er Elizabeth Montgomery, Tochter eines schottischen Gemeindevorstehers; aus der Ehe gingen die Kinder James, John, David, Barbara, Frances, George, Anne und Robert hervor. 1768 folgte er dem Ruf nach Nordamerika und übernahm das Amt des Präsidenten des College of New Jersey in Princeton. Dort leitete er das College und ordnete den Lehrbetrieb neu; seine theologische Ausrichtung ist presbyterianisch und von der schottischen Tradition geprägt. Witherspoon ist im geistigen und gesellschaftlichen Leben der mittleren Kolonien fest verankert und wurde in den frühen 1770er‑Jahren zu einem entschiedenen Befürworter der kolonialen Selbstbestimmung. Seine Predigten und Vorlesungen verbinden religiöse Überzeugung mit politischer Verantwortung und finden weit über Princeton hinaus Gehör. Jetzt entsendet ihn New Jersey in den Zweiten Kontinentalkongress, wo er an Beratungen und Ausschüssen teilnimmt und die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kolonien unterstützt.
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 Francis Hopkinson
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Francis Hopkinson wurde am 2. Oktober 1737 in Philadelphia geboren. Als Sohn von Thomas Hopkinson und Mary Johnson entstammt er der intellektuellen Führungsschicht Pennsylvanias; er war der erste Student der Academy of Philadelphia. Hopkinson ist ein Universalgelehrter: Er wirkt als Jurist, profilierter Satiriker und ist leidenschaftlicher Organist an der anglikanischen Christ Church – ein Dienst, den er als Ausdruck seines tiefen Glaubens mit großer Beständigkeit versieht. Im Jahr 1762 sammelte er erste Erfahrungen im öffentlichen Dienst als Sekretär bei einer Vertragsverhandlung mit den Indianern am Lehigh River. Seine Reise nach England in den Jahren 1766 und 1767, bei der er vergeblich versuchte, eine bedeutende Position in der königlichen Verwaltung zu erlangen, führte zur Erkenntnis der Mängel des britischen Patronagesystems und schärfte seine oppositionelle Haltung. Ab 1772 diente er als königlicher Zolleinnehmer in New Castle am Delaware, legte dieses Amt jedoch nieder, als er sich offen der Sache der Freiheit verschrieb. Seit 1768 ist er mit Ann Borden verheiratet; bislang bereichern die Kinder James, Joseph und Elizabeth die Familie. Zum heutigen Anlass bringt er sein vielseitiges Talent als Delegierter New Jerseys in den Kongress ein, fest entschlossen, dem neuen Staat ein rechtliches und kulturelles Fundament zu geben.
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 John Hart
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John Hart wurde um das Jahr 1713 in Stonington, Colony of Connecticut, geboren. Er ist der Sohn von Edward Hart und Martha Sheehan. Im Gegensatz zu den akademisch geprägten Delegierten besitzt Hart keine College-Ausbildung; sein Ansehen gründet auf der erfolgreichen Bewirtschaftung seiner umfangreichen Ländereien sowie seiner Tätigkeit als Mühlenbesitzer in Hopewell, New Jersey. Er ist weithin als „Honest John“ bekannt, ein Ruf, den er sich durch jahrelangen Dienst als Friedensrichter und Abgeordneter in der General Assembly von New Jersey erarbeitet hat. Sein Wohlstand umfasst neben dem Grundbesitz auch die Arbeit von Sklaven; eine Praxis, die im New Jersey jener Zeit rechtlich verankert war und Hart in das Spannungsfeld zwischen ökonomischer Realität und den proklamierten Freiheitsrechten stellte. Seit 1741 ist er mit Deborah Scudder verheiratet; zum heutigen Anlass bereichern die Kinder Sarah, Jesse, Martha, Nathaniel, John, Susanna, Mary, Abigail, Edward, Scudder, Daniel und Deborah die Familie. Hart gehört der baptistischen Gemeinde in Hopewell an, der er das Land für ihr Versammlungshaus zur Verfügung stellte. Trotz seines Alters von 63 Jahren wurde er als verlässliche Stimme der Landwirtschaft in den Kontinentalkongress entsandt, um als Delegierter New Jerseys die grundlegenden politischen Weichenstellungen für die Heimat und seine Nachkommen vorzunehmen.
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 Abraham Clark
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Abraham Clark wurde am 15. Februar 1726 in Elizabethtown, Colony of New Jersey, geboren. Er ist der einzige Sohn von Thomas Clark und Hannah Winans. Clark verfügt über keine akademische Ausbildung; er erlernte das Vermessungswesen und die Rechtskunde im Selbststudium. Aufgrund seiner Praxis, bedürftigen Bürgern bei Landstreitigkeiten ohne Honorar beizustehen, ist er als „Anwalt der Armen“ bekannt. Er diente als Sheriff von Essex County und als Sekretär der Provinzialversammlung von New Jersey. Clark besitzt im Gegensatz zu vielen seiner Delegiertenkollegen keine Sklaven; sein Haushalt und sein bescheidener Wohlstand basieren auf seiner Arbeit als Landvermesser und Farmer. Seit 1748 ist er mit Sarah Hatfield verheiratet. Zum heutigen Zeitpunkt gehören zehn Kinder zur Familie: Aaron, Thomas, Abraham, Hannah, Andrew, Sarah, Elizabeth, Abigail, Christopher und Sarah. Er vertritt im Kontinentalkongress eine radikale Linie der Unabhängigkeit und sieht in der Loslösung von der britischen Krone die einzige Möglichkeit, die rechtliche Integrität der einfachen Bürger zu wahren.
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Colony of Pennsylvania → später: Commonwealth of Pennsylvania
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 Robert Morris
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Robert Morris wurde am 20. Januar 1734 in Liverpool, England, geboren und wanderte als Jugendlicher in die Colony of Maryland aus, bevor er sich in Philadelphia, Colony of Pennsylvania, niederließ. Ohne eine universitäre Ausbildung stieg er durch eine Lehre im Handelshaus von Charles Willing zu einem der wohlhabendsten Kaufleute der Kolonien auf. Er ist Mitbegründer des Handelshauses Willing, Morris & Co., das im internationalen Seehandel agiert. Sein enormer Reichtum stützt sich auch auf den Handel mit Sklaven sowie deren Einsatz in seinen Unternehmungen – eine Tatsache, die ihn zu einem der wirtschaftlich mächtigsten Männer Philadelphias macht. Seit 1769 ist er mit Mary White verheiratet. Zum heutigen Zeitpunkt gehören fünf Kinder zur Familie: Robert, Thomas, William, Hetty und Maria. Morris gilt im Kontinentalkongress als gemäßigt; er stimmte noch am 1. Juli gegen die Unabhängigkeit, da er den Zeitpunkt für verfrüht hielt, ordnete sich jedoch am heutigen Tage dem Gemeinwohl unter, um die Einheit der Kolonien nicht zu gefährden.
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 Benjamin Rush
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Benjamin Rush wurde am 4. Januar 1746 in Byberry, Colony of Pennsylvania, geboren. Er ist der Sohn von John Rush und Susanna Hall. Im Gegensatz zu vielen Kollegen besitzt er eine fundierte akademische Ausbildung; nach seinem Abschluss am College of New Jersey (Princeton) studierte er Medizin in Edinburgh, Schottland. In Philadelphia betreibt er eine erfolgreiche Praxis und bekleidet den ersten Lehrstuhl für Chemie in Amerika am College of Philadelphia. Sein Wohlstand ist moderat und stammt aus seiner ärztlichen Tätigkeit. Rush hält zum jetzigen Zeitpunkt keine Sklaven; er ist ein früher und lautstarker Kritiker der Sklaverei und veröffentlichte bereits 1773 eine Streitschrift gegen den Sklavenhandel, in der er diesen als Verstoß gegen christliche und natürliche Rechte brandmarkte. Seit Januar 1776 ist er mit Julia Stockton verheiratet, dem ältesten Kind seines Delegiertenkollegen Richard Stockton und dessen Frau Annis Boudinot Stockton. Rush gilt im Kontinentalkongress als einer der radikalsten Befürworter der Unabhängigkeit; er sieht in der Revolution die Chance, durch Bildung und medizinische Reformen eine neue, tugendhaftere Gesellschaft zu formen.
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 Benjamin Franklin
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Benjamin Franklin wurde am 17. Januar 1706 in Boston, Colony of the Massachusetts Bay, geboren. Er ist der Sohn des Seifensieders Josiah Franklin und dessen zweiter Frau Abiah Folger. Ohne formale Universitätsbildung stieg er vom Druckerlehrling zum weltweit berühmtesten Gelehrten der amerikanischen Kolonien auf. Sein Wohlstand gründet auf dem Erfolg der „Pennsylvania Gazette“ und des „Poor Richard’s Almanack“. Er ist der Entdecker der Natur des Blitzes, Erfinder des Blitzableiters, des Franklin-Ofens und der Bifokalbrille. In Philadelphia schuf er eine beispiellose zivile Infrastruktur: die erste Leihbibliothek, die Union Fire Company, das Pennsylvania Hospital und die heutige University of Pennsylvania. Franklin war über Jahrzehnte Sklavenhalter; in seiner Zeitung inserierte er den Handel mit Menschen, und die Sklaven George und King gehörten bis vor Kurzem zu seinem persönlichen Haushalt. Nach dem Tod seiner langjährigen Lebensgefährtin Deborah Read im Jahr 1774 lebt er allein. Zum heutigen Zeitpunkt hat er zwei überlebende Kinder: Seinen unehelichen Sohn William, der als königlicher Gouverneur von New Jersey ein erbitterter Loyalist ist, und seine Tochter Sarah. Franklin verbrachte fast zwei Jahrzehnte als diplomatischer Agent in London, wo er bis zuletzt versuchte, das Empire zusammenzuhalten, bevor er 1775 als radikaler Verfechter der Unabhängigkeit zurückkehrte. Am heutigen Tage ist er mit 70 Jahren der intellektuelle Senior und entscheidende Vermittler im Kontinentalkongress.
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 John Morton
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John Morton wurde im Jahr 1724 in Ridley Township, Colony of Pennsylvania, geboren; sein genaues Geburtsdatum ist nicht überliefert, er wurde jedoch im Februar 1724 getauft. Er ist finnischer Abstammung; sein Urgroßvater gehörte zu den Pionieren der Kolonie Neuschweden. Da sein Vater John kurz vor seiner Geburt verstarb, wurde Morton von seinem Stiefvater John Sketchley, einem Landvermesser, in Mathematik und Rechtskunde unterrichtet. Ohne formale Universitätsbildung erarbeitete er sich seinen Wohlstand als Farmer und bekleidete hohe Ämter wie das des Richters am Obersten Gerichtshof von Pennsylvania. In seinem Haushalt setzt er Sklaven für die Bewirtschaftung seiner Ländereien ein. Seit 1754 ist er mit Anne Justice verheiratet. Zum heutigen Zeitpunkt gehören acht Kinder zur Familie: Aaron, Sarah, Lydia, Mary, Elizabeth, Ann, John und Sketchley – letzterer benannt nach Mortons prägendem Stiefvater. Morton gilt als der entscheidende Delegierte, der am 1. Juli das Patt in der Pennsylvania-Delegation brach und somit den Weg für die heutige Unabhängigkeitserklärung ebnete.
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 George Clymer
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George Clymer wurde am 16. März 1739 in Philadelphia, Colony of Pennsylvania, geboren. Er ist der Sohn von Christopher Clymer und Deborah Fitzwater. Er wuchs als Waise bei seinem Onkel William Coleman auf, einem wohlhabenden Kaufmann. Clymer ist Kaufmann und Sklavenhalter; er führt einen Haushalt in Philadelphia, in dem Sklaven für die Hauswirtschaft eingesetzt werden. Er ist seit 1765 mit Elizabeth Meredith verheiratet; zum jetzigen Zeitpunkt hat das Paar fünf Kinder: Henry, Meredith, Elizabeth, Ann und George. Er ist ein erfahrener politischer Akteur in Pennsylvania und war einer der ersten, die den wirtschaftlichen Widerstand gegen die britischen Steuergesetze organisierten. Im aktuellen Geschehen des Juli 1776 arbeitet er unermüdlich im Hintergrund der Revolutionsverwaltung, insbesondere in den Finanz- und Militärausschüssen, um die Ausrüstung der Truppen sicherzustellen. Er gehört zu dem Kreis der entschlossenen Unabhängigkeitsbefürworter, die bereitstehen, die politische Verantwortung für den Bruch mit der Krone zu übernehmen, sobald die formellen Voraussetzungen geschaffen sind.
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 James Smith
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James Smith wurde um das Jahr 1719 in der Nähe von Dublin geboren und kam als Kind mit seinem Vater John Smith nach Pennsylvania. In York betreibt er eine Anwaltspraxis und ein Eisenwerk. Smith ist Sklavenhalter. Seit etwa 1760 ist er mit Eleanor Amor verheiratet, das Paar hat fünf Kinder: Margaret, Mary, Elizabeth, James und John. Er ist Mitglied der Presbyterianischen Kirche von York. Als Oberst befehligt er die Miliz von York County, die er im Jahr 1774 selbst mit begründet hat. Er betrachtet Pennsylvania als seine Heimat und setzt sich am heutigen Tag entschlossen für die Loslösung von der britischen Krone ein, um die Selbstbestimmung der Kolonien zu sichern. Am heutigen Tag setzt er sich für die Loslösung von der britischen Krone ein. Parallel zu seinem militärischen Dienst arbeitet er als Jurist daran, die rechtliche Ordnung Pennsylvanias neu zu begründen, um die koloniale Willkür durch eine eigene Verfassung zu ersetzen.
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 George Taylor
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George Taylor wurde um das Jahr 1716 in Irland geboren. Über seine genaue Herkunft und seinen Geburtsort liegen keine Aufzeichnungen vor. Er kam als „Indentured Servant“ (Vertragsknecht) nach Pennsylvania, um seine Überfahrt abzuarbeiten. In Easton betreibt er heute ein Eisenwerk. Taylor ist Sklavenhalter. Seit etwa 1742 ist er mit Anne Taylor (geborene Savage) verheiratet; das Paar hat zwei Kinder, James und Ann. Er gehört der Presbyterianischen Kirche an. Als Oberst befehligt er ein Regiment der Pennsylvania-Miliz. Er ist am heutigen Tag als Delegierter im Kontinentalkongress anwesend, nachdem er erst kürzlich ernannt wurde, um jene Abgeordneten zu ersetzen, die der Unabhängigkeit die Zustimmung verweigerten.
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 James Wilson
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James Wilson wurde am 14. September 1742 in Carskerdo, Schottland, geboren. Er ist der Sohn von William Wilson und Alison Lansdale. Nachdem er presbyterianisch aufgewachsen ist, schließt er sich in Amerika der Episkopalkirche an. Seit dem 5. November 1771 ist er mit Rachel Bird verheiratet; das Paar hat zum heutigen Tag zwei Kinder, Mary und William. Wilson ist Sklavenhalter. In der Delegation von Pennsylvania nimmt er heute eine Schlüsselrolle ein: Lange Zeit zögerte er, die Trennung vom Mutterland zu unterstützen, da er Anarchie fürchtet und auf eine Versöhnung hofft. Am heutigen Tag stimmt er jedoch für die Unabhängigkeit, da er sich nun dem Willen seiner Wähler in den westlichen Countys verpflichtet fühlt, was den Weg für Pennsylvanias Zustimmung frei macht.
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 George Ross
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George Ross wurde am 10. Mai 1730 in New Castle geboren. Er ist der Sohn des anglikanischen Geistlichen George Ross und Catherine Van Gezel. Er betreibt eine erfolgreiche Anwaltspraxis in Lancaster. Ross ist Sklavenhalter; er beschäftigt Sklaven in seinem Haushalt und auf seinem Grundbesitz. Seit 1751 ist er mit Anne Lawler verheiratet und hat drei Kinder: George, James und Mary. Aktuell, im Juli 1776, ist Ross einer der führenden Köpfe in der Provinzversammlung von Pennsylvania und im Sicherheitskomitee und maßgeblich daran beteiligt, die Verteidigung der Kolonie zu organisieren und die Verfassung Pennsylvanias neu zu gestalten. Er ist ein entschiedener Befürworter des Bruchs mit London und treibt die Mobilisierung der Milizen im Hinterland voran. Zudem pflegt er engen Kontakt zu seiner Verwandtschaft in Philadelphia, darunter die Witwe seines Neffen, Elizabeth „Betsy“ Ross, die in ihrer Werkstatt bereits an den praktischen Symbolen der neuen Ordnung arbeitet.
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Lower Counties of Pennsylvania → später: US-Bundesstaat Delaware
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 Caesar Rodney
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Caesar Rodney wurde am 7. Oktober 1728 auf der Farm „Byfield“ bei Dover, Delaware, geboren. Er ist der Sohn von Caesar Rodney; die Familie ist englischer Herkunft. Er ist Mitglied der Episkopalkirche. Rodney lebt als Junggeselle, ist jedoch ein Familienmensch, der sich hingebungsvoll um die Kinder seines Bruders kümmert. Er ist Sklavenhalter und besitzt rund 200 Sklaven in Kent County. Am heutigen Tag ist er in Philadelphia anwesend, obwohl er schwer an Gesichtskrebs erkrankt ist und sein Gesicht mit einem grünen Seidenschal verhüllt. Er ritt achtzig Meilen durch Gewitter und Dunkelheit, um die Pattsituation in der Delegation von Delaware aufzulösen. Da Thomas McKean für und George Read gegen die Unabhängigkeit stimmen, gibt Rodneys Eintreffen den Ausschlag für eine Mehrheit innerhalb der Delegation. Nur dadurch kann Delaware heute eine positive Stimme abgeben und so die notwendige Einstimmigkeit aller Kolonien im Kontinentalkongress sicherstellen.
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 George Read
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George Read wurde am 18. September 1733 in der Nähe von North East im Cecil County, Maryland, geboren. Er war der Sohn von John Read, einem aus Dublin stammenden Kaufmann und Landbesitzer, und Mary Howell aus einer walisischen anglikanischen Familie, sodass er zu den wenigen Delegierten mit irisch‑walisischer Herkunft gehörte. Er gehört der Episkopalkirche an und wuchs in New Castle in Delaware auf, in einem Umfeld aus anglikanischen Familien, Kaufleuten, Juristen und lokalen Amtsträgern. Er erhielt seine Ausbildung in Chester und New Castle, studierte anschließend bei John Moland in Philadelphia Jura und wurde in Delaware als Anwalt zugelassen. Seit dem 11. Januar 1763 ist er mit Gertrude Ross Till verheiratet, der Schwester des Delegierten George Ross, und das Paar hatte zum heutigen Tag vier überlebende Kinder: John, George, William und Mary. Read war Sklavenhalter. Er war in Delaware früh politisch aktiv, wurde Mitglied der Assembly, später Attorney General (Generalstaatsanwalt), und gehörte zu jener Schicht von Juristen, die Verwaltung, Rechtsprechung und politische Arbeit miteinander verbanden. Er war bekannt für seine vorsichtige, juristisch genaue Art und seine Neigung, Konflikte durch Verfahren und Ausgleich zu lösen. In den Auseinandersetzungen der 1760er und frühen 1770er Jahre trat er gegen die britische Steuerpolitik auf, beteiligte sich an den Korrespondenzkomitees und arbeitete an der politischen Neuordnung Delawares mit. 1774 wurde er in den Kontinentalkongress entsandt und gehörte dort zu den Delegierten, die sich intensiv mit Mandaten, Verfahrensfragen und der rechtlichen Grundlage gemeinsamer Maßnahmen befassten. In der Delegation von Delaware nahm er eine kritische Position ein: Als konservativer Jurist lehnte er die Unabhängigkeit zum damaligen Zeitpunkt ab, da er sie für verfrüht hielt und eine Versöhnung mit dem Mutterland vorzog. Am 1. Juli 1776 stimmte er gegen die Unabhängigkeitserklärung und erzeugte damit ein Patt in der Delegation, das erst durch die Ankunft Caesar Rodneys aufgehoben wurde. Dennoch beugt er sich schließlich dem Mehrheitswillen und unterzeichnet später das Dokument, um die Einigkeit der Kolonien nicht zu gefährden.
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 Thomas McKean
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Thomas McKean wird am 19. März 1734 in New London Township im heutigen Chester County, Pennsylvania, geboren. Sein Vater ist William McKean, ein aus Ulster stammender Presbyterianer, der sich in Pennsylvania als Landbesitzer und Gemeindemitglied etabliert, seine Mutter ist Letitia Finney aus einer ebenfalls presbyterianischen Familie, die in der Region für Bildung, Gemeindearbeit und strenge religiöse Disziplin bekannt ist. McKean erhält eine solide Ausbildung an der New London Academy, wo er Latein, Griechisch, Mathematik und Logik erlernt, und beginnt anschließend eine juristische Ausbildung bei David Finney in Delaware, wo er später als Anwalt zugelassen wird. Er lebt und arbeitet in New Castle, ist tief in die presbyterianische Gemeindestruktur eingebunden und bewegt sich in einem Umfeld aus Kaufleuten, Juristen und politisch aktiven Familien, die die Entwicklung Delawares prägen. 1762 heiratet er Mary Borden aus einer angesehenen presbyterianischen Familie, mit der er die Kinder Joseph, Mary, Letitia, Anne, Sarah und William hat, wobei William früh stirbt. Nach Mary Bordens Tod heiratet er 1774 Sarah Armitage, mit der die Kinder Thomas, Sarah Armitage, Sophia und Maria Louisa geboren werden. McKean hält wie viele wohlhabende Familien Delawares einige Haussklaven, ohne ein großer Sklavenhalter zu sein, und führt einen Haushalt, der von jurischer Arbeit, Gemeindeverpflichtungen und politischer Tätigkeit geprägt ist. Er ist in Delaware politisch früh aktiv, wird Mitglied der Assembly, später deren Sprecher, und vertritt die Kolonie in juristischen und administrativen Fragen. Er ist bekannt für seine Entschlossenheit, seine scharfe juristische Argumentation und seine Fähigkeit, politische Prozesse zu strukturieren. 1774 wird er in den Kontinentalkongress entsandt und gehört dort zu den Delegierten, die sich intensiv mit Verfahrensfragen, Mandaten und der rechtlichen Grundlage gemeinsamer Maßnahmen befassen. Im ersten Halbjahr 1776 nimmt er an den Beratungen teil, die in Delaware und am Sitz des Kongresses in Philadelphia parallel geführt werden, und handelt auf Grundlage des Mandats, das seine Kolonie für die Trennung von Großbritannien erteilt hat.
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Südliche Kolonien
| Britische Kolonie / späterer Staat
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Unterzeichner
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aktuelle Kurzbiografie
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Colony of Maryland → später: US-Bundesstaat Maryland
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 Samuel Chase
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Samuel Chase wurde am 17. April 1741 in Somerset County, Maryland, geboren. Sein Vater war Thomas Chase, ein aus England stammender anglikanischer Geistlicher, seine Mutter war Matilda Walker aus einer alteingesessenen Familie der Region. Die religiösen Pflichten des Vaters, die festen Abläufe des Pfarrhauses und die moralischen Erwartungen der anglikanischen Gemeinde prägten seine Erziehung. Chase erhielt zunächst häuslichen Unterricht, wechselte später nach Annapolis und trat dort in die juristische Ausbildung bei John Hall ein, bevor er als Anwalt zugelassen wurde. Am 2. Mai 1762 heiratete er Ann Baldwin aus Anne Arundel County, deren Familie ebenfalls der anglikanischen Gemeinde angehörte. Bis 1776 wurden mehrere Kinder geboren: Matilda Catherine, Thomas, Mary, Samuel und Ann. Chase bewegte sich damit in einem Milieu aus anglikanischer Geistlichkeit, kolonialer Mittelschicht und aufstrebender Anwaltschaft. In den frühen 1760er Jahren trat er als entschiedener Gegner der britischen Steuerpolitik hervor und schloss sich in Annapolis einem Kreis junger Anwälte an, die den Widerstand gegen den Stamp Act organisierten. In den 1770er Jahren beteiligte er sich an den Sons of Liberty, führte lokale Proteste an und gewann politisches Gewicht. 1774 wurde er in den Kontinentalkongress entsandt, wo er sich als energischer Debattenführer profilierte. Im Verlauf des ersten Halbjahres 1776 reiste er durch Maryland, sprach mit Delegierten, erläuterte die Bedeutung der anstehenden Entscheidungen und arbeitete darauf hin, dass seine Kolonie ein klares Mandat für die Loslösung von Großbritannien gab. Nun sitzt er unter den Delegierten, die die Entscheidung tragen, und vertritt die Auffassung, dass politische Souveränität und wirtschaftliche Selbstbestimmung die Grundlage eines freien Gemeinwesens bilden.
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 William Paca
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William Paca wurde am 31. Oktober 1740 in Abingdon, Harford County, Maryland, geboren. Sein Vater war John Paca, ein aus Italien stammender Nachfahre einer Familie, die sich im 17. Jahrhundert in Maryland niedergelassen hatte, seine Mutter war Elizabeth Smith aus einer anglikanischen Familie der Region. Paca wuchs in einem Haushalt auf, in dem Landwirtschaft, Gemeindeleben und die anglikanische Tradition den Alltag bestimmten. Er besuchte zunächst lokale Schulen, wechselte dann nach Philadelphia und studierte Jura bei Stephen Bordley in Annapolis, bevor er als Anwalt zugelassen wurde. 1763 heiratete er Mary Chew aus der Familie Chew, die in Maryland und Pennsylvania zu den angesehenen anglikanischen Familien gehörte und weitreichende Verbindungen in Politik und Handel besaß. Bis 1776 wurden zwei Kinder geboren: John und William. Pacas familiäres Umfeld verband landwirtschaftlichen Besitz, anglikanische Gemeindestrukturen und die Netzwerke der regionalen Anwaltschaft. In den frühen 1760er Jahren begann er, sich politisch zu engagieren, arbeitete mit Samuel Chase und anderen jungen Anwälten zusammen und beteiligte sich an den Protesten gegen den Stamp Act. In den 1770er Jahren wurde er zu einer festen Größe in der Politik Marylands, diente in lokalen Komitees, arbeitete an Entwürfen für koloniale Beschlüsse und nahm an den Beratungen über die Reaktion auf die britischen Maßnahmen teil. 1774 wurde er in den Kontinentalkongress entsandt, wo er sich durch ruhige, juristisch geprägte Arbeit auszeichnete und an Texten und Abstimmungsfragen mitwirkte. Im Verlauf des Jahres 1776 wartete er auf klare Weisungen aus Maryland und arbeitete in Philadelphia an den Beratungen über die künftige Ordnung der Kolonien. Nachdem die Maryland Convention ein Mandat für die Loslösung gab, sitzt er nun unter den Delegierten, die die Entscheidung tragen, und vertritt die Auffassung, dass eine rechtlich begründete und politisch geschlossene Trennung von Großbritannien notwendig geworden ist, um die Rechte der Kolonien zu sichern.
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 Thomas Stone
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Thomas Stone wurde am 14. Oktober 1743 auf dem Familiengut Poynton Manor im Charles County, Maryland, geboren. Sein Vater war David Stone, Plantagenbesitzer und Nachkomme des früheren Gouverneurs William Stone, seine Mutter war Elizabeth Jenifer aus der Familie Jenifer, deren Name in Maryland seit dem 17. Jahrhundert in dieser Schreibweise geführt wurde und die zu den einflussreichen Familien der Kolonie gehörte. Stone wuchs in einem Umfeld aus Plantagenwirtschaft, anglikanischer Gemeindestruktur und regionaler Oberschicht auf, in dem Landbesitz, kirchliche Bindung und lokale Ämter eng miteinander verbunden waren. Er besuchte zunächst die Schule im County und studierte anschließend Jura bei Thomas Johnson in Annapolis, bevor er als Anwalt zugelassen wurde. 1768 heiratete er Margaret Brown, die Tochter eines presbyterianischen Geistlichen aus der Region, also aus einer nicht-anglikanisch-protestantischen Familie. Bis 1776 wurden drei Kinder geboren: Margaret Eleanor, Mildred und Frederick. Stone baute parallel zu seiner anwaltlichen Tätigkeit seinen Landbesitz aus und lebte mit seiner Familie auf dem Gut, das Landwirtschaft, Familienleben und politische Tätigkeit verband. Als sich die Spannungen mit Großbritannien verschärften, beteiligte er sich an den politischen Beratungen in Charles County und wurde 1774 in das Maryland Committee of Correspondence gewählt. 1775 entsandte ihn Maryland in den Kontinentalkongress, wo er vor allem juristisch arbeitete und sich an Entwürfen für mögliche Formen einer künftigen Union beteiligte. Im Verlauf des Jahres 1776 wartete er auf klare Weisungen aus Maryland und arbeitete in Philadelphia an Texten und Abstimmungsfragen, bis die Maryland Convention ein Mandat für die Loslösung gab. Nun sitzt er unter den Delegierten, die die Entscheidung tragen, und vertritt die Auffassung, dass eine geordnete, rechtsbasiert begründete Trennung notwendig geworden war, um die politischen und wirtschaftlichen Rechte der Kolonien zu sichern.
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 Charles Carroll of Carrollton
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Charles Carroll wurde am 19. September 1737 in Annapolis, Colony of Maryland, geboren. Er ist der Sohn von Charles Carroll of Annapolis und Elizabeth Brooke. Da ihm aufgrund seines katholischen Glaubens eine Ausbildung in den Kolonien verwehrt blieb, verbrachte er 16 Jahre an jesuitischen Kollegien in Europa (Saint-Omer, Reims, Paris) und studierte Rechtswissenschaften in London. Er ist der wohlhabendste Delegierte des Kongresses; sein Reichtum basiert auf riesigen Ländereien, insbesondere dem 10.000 Morgen großen Anwesen Carrollton, sowie Anteilen an Eisenhütten und weitreichenden Geldgeschäften. Carroll ist ein Großgrundbesitzer, der auf seinen Plantagen über 300 Sklaven hält und einsetzt. Seit 1768 ist er mit seiner Cousine Mary „Molly“ Darnall verheiratet. Zum heutigen Zeitpunkt gehören drei überlebende Kinder zur Familie: Mary, Elizabeth und Charles. Er kehrte erst vor wenigen Wochen von einer gefährlichen diplomatischen Mission aus Kanada zurück, wo er zusammen mit Benjamin Franklin und Samuel Chase vergeblich versuchte, die dortigen Provinzen für die Revolution zu gewinnen. Carroll ist ein glühender Verfechter der Unabhängigkeit, da er in der neuen Republik die einzige Chance sieht, die rechtliche Diskriminierung der Katholiken (wie das Verbot der Waffenführung und der Amtsausübung) endgültig zu beenden.
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Colony of Virginia → später: Commonwealth of Virginia & US-Bundesstaat West Virginia
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 George Wythe
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George Wythe wurde am 3. Dezember 1726 in Elizabeth City County, Virginia, geboren. Sein Vater war Thomas Wythe, ein anglikanischer Landbesitzer mittlerer Größe, seine Mutter war Margaret Walker aus einer angesehenen anglikanischen Familie, die in der Region über mehrere Generationen hinweg Gemeindearbeit, Landwirtschaft und lokale Ämter miteinander verband. Der Vater starb früh, sodass Wythe von seiner Mutter erzogen wurde, die ihm Lesen, Schreiben, Latein und grundlegende Rechtskenntnisse vermittelte und damit den Grundstein für seine spätere Laufbahn legte. Wythe erhielt keine formale Universitätsausbildung, sondern bildete sich autodidaktisch weiter, las klassische Autoren, englische Juristen und politische Schriften und erwarb sich einen Ruf als außergewöhnlich gebildeter und gewissenhafter junger Mann. Er wurde in Virginia als Anwalt zugelassen und begann seine Tätigkeit in Spotsylvania County, bevor er nach Williamsburg ging, wo er sich dauerhaft niederließ. Im Jahr 1747 heiratete er Ann Lewis, die jedoch früh verstarb. 1755 heiratete er Elizabeth Taliaferro aus einer angesehenen anglikanischen Familie Virginias. Die Ehe blieb kinderlos, doch das Haus Wythe war ein offenes, von Bildung, Gemeindearbeit und juristischer Tätigkeit geprägtes Umfeld, in dem junge Männer aus Virginia häufig ein- und ausgingen. Thomas Jefferson meint, Wythe sei sein wichtigster juristischer Lehrer gewesen. Wythe ist tief in die anglikanische Gemeindestruktur eingebunden, lebt in Williamsburg in unmittelbarer Nähe des Kapitols und gehört zu jener gebildeten Schicht, die Verwaltung, Rechtsprechung und politische Arbeit miteinander verbindet. Wythe wurde 1754 in das House of Burgesses gewählt und arbeitet dort an Gesetzesentwürfen, Verwaltungsfragen und juristischen Reformen. Er ist bekannt für seine ruhige, sachliche Art, seine Genauigkeit und seine Abneigung gegen rhetorische Übertreibungen. In den 1760er Jahren tritt er offen gegen die britische Steuerpolitik auf, beteiligt sich an den Protesten gegen den Stamp Act (Stempelsteuergesetz) und arbeitet an den Korrespondenzkomitees mit, die die Kolonien politisch miteinander verbinden. 1775 wird er in den Kontinentalkongress entsandt und gehört dort zu den Delegierten, die juristische Fragen, Verfahrensabläufe und die sprachliche Präzision von Entwürfen betreuen. Im ersten Halbjahr 1776 nimmt er an den Beratungen teil, die in Virginia und am Sitz des Kongresses in Philadelphia parallel geführt werden, und handelt auf Grundlage des Mandats, das seine Kolonie für die Trennung von Großbritannien erteilt hat.
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 Richard Henry Lee
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Richard Henry Lee wurde am 20. Januar 1732 auf dem Familiengut Stratford Hall im Westmoreland County, Virginia, geboren. Er entstammte der weitverzweigten Familie Lee, die seit dem 17. Jahrhundert zu den einflussreichsten Familien der Kolonie gehörte und deren Mitglieder in Verwaltung, Militär und Kirche zahlreiche Ämter bekleideten. Sein Vater war Thomas Lee, Plantagenbesitzer, Mitglied des Gouverneursrats und eine zentrale Figur der virginischen Oberschicht, seine Mutter war Hannah Ludwell aus der Familie Ludwell, einer alten südenglischen Familie, die in Virginia seit Generationen zu den führenden anglikanischen Häusern zählte. Lee wuchs in einem Umfeld aus Plantagenwirtschaft, anglikanischer Gemeindestruktur, klassischer Bildung und aristokratischer Selbstverständlichkeit auf. Er erhielt zunächst häuslichen Unterricht, besuchte später eine Schule in Yorkshire in England und kehrte danach nach Virginia zurück, wo er sich in die lokalen politischen Gremien einarbeitete. Im Jahr 1757 heiratete er Anne Aylett aus einer angesehenen anglikanischen Familie Virginias. Bis 1776 wurden mehrere Kinder geboren, darunter Thomas, Ludwell, Mary, Hannah und Richard. Die Familie lebte auf dem Gut Chantilly, das Landwirtschaft, Familienleben und politische Tätigkeit verband und in engem Austausch mit den benachbarten Plantagen der Lees stand. Lee trat früh in die Politik ein, wurde 1758 in das House of Burgesses gewählt – das Unterhaus der virginischen Kolonialversammlung, dessen Mitglieder als gewählte Vertreter der Countys die lokalen Interessen wahrnahmen. Er gehörte zu den Männern, die sich offen gegen die britische Steuerpolitik stellten, arbeitete an lokalen Protesten gegen den Stamp Act mit, unterstützte die Bildung von Korrespondenzkomitees und beteiligte sich an der politischen Vernetzung der Kolonien. 1774 wurde er in den Kontinentalkongress entsandt, wo er sich durch klare Sprache, entschiedene Haltung und aristokratische Selbstsicherheit auszeichnete. Im Verlauf des ersten Halbjahres 1776 arbeitete er in Philadelphia an Entwürfen, Abstimmungsfragen und politischen Strategien, während er zugleich die Instruktionen aus Virginia abwartete. Als seine Kolonie ein Mandat für die Trennung von Großbritannien gab, brachte er den Antrag ein, der die Debatte auslöste, die nun im Sitzungssaal geführt wird. Jetzt sitzt er unter den Delegierten, die die Entscheidung tragen, und vertritt die Auffassung, dass nur eine vollständige politische Loslösung die Rechte und Freiheiten der Kolonien sichern kann.
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 Thomas Jefferson
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Thomas Jefferson wurde am 13. April 1743 auf der Plantage Shadwell, Colony of Virginia, geboren. Er ist der Sohn von Peter Jefferson und Jane Randolph. Er genoss eine exzellente klassische Ausbildung und studierte am College of William & Mary, bevor er unter George Wythe die Rechtswissenschaften erlernte. Jefferson ist ein wohlhabender Aristokrat; sein Reichtum gründet auf dem Erbe seines Vaters und seiner Frau sowie auf dem Besitz von über 175 Sklaven, die seine Plantage Monticello bewirtschaften. Er ist ein passionierter Architekt, Musiker und Naturwissenschaftler. Seit 1772 ist er mit Martha Wayles Skelton verheiratet. Zum heutigen Zeitpunkt hat er nur ein überlebendes Kind: seine Tochter Martha (Patsy). Jefferson ist der alleinige Verfasser des Entwurfs der Unabhängigkeitserklärung; er wurde vom Fünfer-Komitee mit der Niederschrift beauftragt und arbeitete isoliert in einem gemieteten Zimmer in der Market Street. Er leidet unter chronischer Migräne und einer tiefen persönlichen Kränkung: Der Kongress hat in den letzten drei Tagen seinen Text massiv bearbeitet und dabei besonders seine scharfe Verurteilung des Sklavenhandels gestrichen, um die Delegierten aus South Carolina und Georgia nicht zu verlieren. Am heutigen 4. Juli sieht er sein Werk zwar verabschiedet, empfindet die vorgenommenen Änderungen jedoch als Verstümmelung seines geistigen Eigentums.
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 Benjamin Harrison
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Benjamin Harrison wurde am 5. April 1726 auf der Plantage Berkeley, Colony of Virginia, geboren. Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters, der 1745 zusammen mit zwei seiner Schwestern im eigenen Haus durch einen Blitzeinschlag getötet wurde, übernahm er als junger Mann die Führung der Familiendynastie. Harrison ist einer der einflussreichsten Pflanzer Virginias; sein Wohlstand basiert auf der Plantage Berkeley und der Arbeit von über 100 Sklaven. Seit 1748 ist er mit Elizabeth Bassett verheiratet. Zum heutigen Zeitpunkt hat das Paar sieben überlebende Kinder: Elizabeth, Ann, Benjamin, Lucy, Carter, Sarah und den dreijährigen William Henry. Im Kontinentalkongress ist Harrison eine zentrale Figur; als Vorsitzender des „Committee of the Whole“ leitete er die entscheidenden Debatten über die Unabhängigkeit. Er ist bekannt für seine beeindruckende körperliche Statur, seinen direkten Humor und seine pragmatische politische Haltung, die den Bruch mit London fordert, aber die gesellschaftliche Ordnung Virginias bewahren will.
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 Thomas Nelson Jr.
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Thomas Nelson Jr. wurde am 26. Dezember 1738 in Yorktown in Virginia geboren. Er war der Sohn von William Nelson, einem der einflussreichsten Kaufleute und Politiker der Kolonie, und Elizabeth Burwell aus einer der alten Familien Virginias. Er wuchs in einer wohlhabenden, politisch vernetzten Pflanzerfamilie auf, erhielt seine Ausbildung zunächst in Virginia und studierte anschließend am Trinity College in Cambridge. Nach seiner Rückkehr übernahm er Aufgaben im Familienhandel und in der Verwaltung der Plantage. Seit dem 29. Juli 1762 ist er mit Lucy Grymes verheiratet, und das Paar hat bis zum heutigen Tag mehrere Kinder, darunter William, Thomas, Hugh und Elizabeth. Er ist Anglikaner und gehört der Church of England an. Er ist Sklavenhalter. In den 1760er und frühen 1770er Jahren war er in der House of Burgesses (Unterhaus) aktiv, beteiligte sich an den Protesten gegen die britische Steuerpolitik und arbeitete in den Korrespondenzkomitees Virginias. 1775 wurde er in den Kontinentalkongress entsandt und gehörte dort zu den Delegierten, die die militärische Organisation und die Versorgung der Kontinentalarmee vorantreiben. Er ist bekannt für seine Bereitschaft, private Mittel für öffentliche Zwecke einzusetzen, und für seine enge Verbindung zu den führenden Familien Virginias. 1776 kehrte er wegen gesundheitlicher Probleme zeitweise nach Virginia zurück, nahm aber weiterhin an den politischen Beratungen teil.
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 Francis Lightfoot Lee
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Francis Lightfoot Lee wurde am 14. Oktober 1734 auf der Plantage „Leesylvania“ in Westmoreland County in Virginia geboren. Er war ein Sohn von Thomas Lee und Hannah Ludwell und gehörte damit zur weit verzweigten und politisch einflussreichen Lee‑Familie Virginias. Der Familienbeiname „Lightfoot“ ist ein ererbtes englisches Cognomen der Linie und kein Spitzname. Er erhielt seine Ausbildung im Elternhaus und durch Privatlehrer und übernahm früh Aufgaben in der Verwaltung der Familiengüter. Seit dem 1. April 1769 ist er mit Rebecca Tayloe verheiratet, einer Tochter der bedeutenden Tayloe‑Familie von „Mount Airy“. Das Ehepaar hat bis jetzt keine überlebenden Kinder. Francis L. Lee ist Anglikaner und gehört der Church of England an. Er ist Sklavenhalter. In den 1760er Jahren war er Mitglied des House of Burgesses, arbeitete in den Korrespondenzkomitees Virginias und gehörte zu den entschiedenen Gegnern der britischen Steuerpolitik.
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 Carter Braxton
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Carter Braxton wurde am 10. September 1736 in Newington in King and Queen County in Virginia geboren. Er war ein Sohn von George Braxton Jr. und Mary Carter und entstammte damit zwei der ältesten und wohlhabendsten Familien Virginias. Nach dem frühen Tod seiner Eltern wuchs er unter der Obhut seines Großvaters und später seines Onkels auf und erhielt eine Ausbildung, die ihn auf die Verwaltung der weitläufigen Familiengüter vorbereitete. Am 16. Juli 1755 heiratete er mit Judith Robinson verheiratet, die jedoch kurz nach der Geburt ihrer Tochter starb; seit dem 15. Mai 1760 ist er in zweiter Ehe mit Elizabeth Corbin verheiratet, und aus dieser Ehe gingen bislang etwa acht Kinder hervor, die bis jetzt noch leben: George, Carter, Mary, Judith, Elizabeth, Lucy, Hannah und Corbin. Carter Braxton ist Anglikaner und gehört der Church of England an. Er ist Sklavenhalter. In den 1760er und frühen 1770er Jahren war er Mitglied des House of Burgesses (Unterhaus), beteiligte sich an den Korrespondenzkomitees Virginias und übernahm verschiedene lokale Verwaltungsämter. Er trat nach dem Tod von Peyton Randolph als Nachrücker in den Kontinentalkongress ein.
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Province of North Carolina → später: US-Bundesstaat North Carolina
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 William Hooper
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William Hooper wurde am 17. Juni 1742 in Boston, Colony of Massachusetts, geboren. Er ist der Sohn von William Hooper, dem Rektor der Trinity Church in Boston, und Mary Dennie. Er absolvierte das Harvard College und studierte Rechtswissenschaften unter James Otis, bevor er nach Wilmington, North Carolina, zog. Hooper ist ein Anwalt und Sklavenhalter; auf seinen Besitzungen in North Carolina setzt er Sklaven für die Hauswirtschaft und Landwirtschaft ein. Seit 1767 ist er mit Anne Clark verheiratet. Zum heutigen Zeitpunkt gehören drei Kinder zur Familie: William, Elizabeth und Thomas. Sein politischer Weg führte ihn in einen schmerzhaften Konflikt mit seinem Vater, einem Geistlichen der Church of England, der die Unabhängigkeitsbestrebungen seines Sons als Verrat ablehnte. Hooper leidet unter der räumlichen Trennung von seiner Familie; obwohl Boston seit März 1776 nicht mehr britisch besetzt ist, bleibt die Kommunikation unsicher und die Lage für seine loyalistische Verwandtschaft in der nun revolutionären Stadt prekär. Am heutigen 4. Juli besiegelt er mit seiner Unterstützung der Erklärung den endgültigen Bruch mit seiner Herkunft.
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 Joseph Hewes
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Joseph Hewes wurde am 23. Januar 1730 in Maybury Hill, New Jersey, geboren. Er ist der Sohn von Aaron Hewes und Providence Worth. Sein Name und seine Herkunft sind tief in der Tradition der Quäker verwurzelt. Nach einer kaufmännischen Ausbildung in Philadelphia etablierte er sich in Edenton, North Carolina, als erfolgreicher Reeder und Händler. Hewes ist Sklavenhalter; er nutzt Sklaven in seinem Haushalt und für seine Handelsgeschäfte. Er ist ledig, da seine Verlobte Isabella Johnston 1770 kurz vor der Hochzeit verstarb. Im Zuge der Revolution übernahm er die Leitung des Marinekomitees und organisierte den Aufbau der Flotte. Da diese militärische Tätigkeit nicht mit dem Pazifismus seiner Religionsgemeinschaft vereinbar war, kam es zur Trennung von der Gemeinschaft der Freunde; Hewes schied aus der Gemeinschaft aus, noch bevor ein offizielles Ausschlussverfahren abgeschlossen war. Am 4. Juli 1776 ist er der logistische Kopf der amerikanischen Marine und setzt seine privaten Mittel und Schiffe für die Sache der Unabhängigkeit ein.
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 John Penn
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John Penn wurde am 17. Mai 1741 in Caroline County, Virginia, geboren. Sein Vater war Moses Penn, ein angesehener Landbesitzer aus der anglikanischen Gemeinde der Region, seine Mutter war Catherine Taylor aus einer ebenfalls anglikanischen Familie. Die Familie Penn in Virginia stand in keiner verwandtschaftlichen Beziehung zu William Penn, dem Gründer der Provinz Pennsylvania; beide Linien tragen denselben Namen, haben jedoch unterschiedliche Ursprünge und keine gemeinsame genealogische Wurzel. John Penn wuchs in einem Haushalt auf, der zwar nicht zu den großen Familien Virginias gehörte, aber fest in der lokalen Gesellschaft verankert war. Seine formale Schulbildung blieb begrenzt, da sein Vater ihn nur wenige Jahre unterrichten ließ. Erst nach dessen Tod wandte er sich an seinen Onkel Edmund Pendleton, einen angesehenen Anwalt und späteren Richter, der ihm den Zugang zur juristischen Arbeit eröffnete und ihm eine berufliche Perspektive gab. Penn wurde in Virginia als Anwalt zugelassen und zog 1774 nach North Carolina, wo er sich in Hillsborough niederließ und rasch in die politischen Strukturen des County eingebunden wurde. Im Jahr 1763 heiratete er Susannah Lyne aus einer anglikanischen Familie Virginias. Bis 1776 wurden zwei Kinder geboren, Lucy und Robert. Die Familie lebte zunächst in Virginia und später in North Carolina, wo Penn seine anwaltliche Tätigkeit ausbaute und sich in den lokalen Gremien engagierte. Sein Umfeld bestand aus Landbesitzern mittlerer Größe, anglikanischen Gemeindestrukturen und einer politischen Landschaft, die sich in den frühen 1770er Jahren zunehmend gegen die britische Verwaltung stellte. 1775 wurde Penn in den Kontinentalkongress entsandt, nachdem North Carolina seine Delegation erweitert hatte, um die politische Arbeit in Philadelphia zu stärken. Dort arbeitete er an Fragen der Versorgung, der Finanzierung und der militärischen Organisation, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Im ersten Halbjahr 1776 nahm er an den Beratungen teil, die in North Carolina und am Sitz des Kongresses in Philadelphia parallel geführt wurden, und handelte auf Grundlage des Mandats, das seine Kolonie für die Trennung von Großbritannien erteilt hatte.
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Colony of South Carolina → später: US-Bundesstaat South Carolina
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 Edward Rutledge
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Edward Rutledge wurde am 23. November 1749 in Charleston, Colony of South Carolina, geboren. Er ist der jüngste Sohn von Dr. John Rutledge und Sarah Hext. Seine juristische Ausbildung erhielt er am Middle Temple in London, bevor er 1773 als Anwalt in South Carolina zugelassen wurde. Rutledge ist ein wohlhabender Sklavenhalter; sein Reichtum basiert auf Plantagenbesitz und der Arbeit zahlreicher Sklaven. Seit 1774 ist er mit Henrietta Middleton verheiratet; zum jetzigen Zeitpunkt hat das Paar eine Tochter, Sarah. Mit nur 26 Jahren ist er der jüngste Delegierte im Kontinentalkongress. Er gilt als brillanter, wenn auch arroganter Redner, der die Unabhängigkeit lange Zeit skeptisch sah, da er einen Zusammenbruch der sozialen Ordnung und der Handelsbeziehungen befürchtete. Er ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass South Carolina am 2. Juli 1776 schließlich für die Unabhängigkeit stimmte, nachdem er zuvor eine geschlossene Front der südlichen Kolonien organisiert hatte, um weitreichende Zugeständnisse im Text der Erklärung zu erzwingen.
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 Thomas Heyward Jr.
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Thomas Heyward wurde am 28. Juli 1746 auf der Familienplantage Old House in der Nähe von St. Luke’s Parish, Province of South Carolina, geboren. Er entstammte einer wohlhabenden Familie englischer Herkunft aus dem südenglischen Raum, die im 17. Jahrhundert nach Carolina eingewandert war, sodass er der dritten Einwanderergeneration angehörte. Sein Vater Daniel Heyward war Plantagenbesitzer und gehörte zur anglikanisch geprägten Oberschicht der Lowcountry‑Gesellschaft. Thomas Heyward erhielt zunächst Privatunterricht, studierte anschließend Rechtswissenschaften in Charleston und setzte seine juristische Ausbildung in England fort, bevor er sich als Anwalt in Charleston niederließ. Er heiratete Elizabeth Matthews, die aus einer anglikanischen Familie englischer Herkunft aus dem Umfeld von Charleston stammte; bis jetzt ist das Paar kinderlos. Heyward ist in der lokalen Elite fest verankert und übernahm früh öffentliche Aufgaben, unter anderem als Richter und Mitglied lokaler Gremien. Politisch trat er in den 1770er‑Jahren als entschiedener Gegner der britischen Maßnahmen hervor, beteiligte sich an der Organisation des Widerstands in South Carolina und wurde 1775 in den Kontinentalkongress entsandt, wo er die Unabhängigkeitsbestrebungen unterstützt.
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 Thomas Lynch Jr.
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Thomas Lynch Jr. wurde am 5. August 1749 auf der Hopsewee Plantation am North Santee River, Province of South Carolina, geboren. Er entstammte einer anglikanisch geprägten Familie englischer Herkunft aus dem südenglischen Raum, deren Vorfahren im 17. Jahrhundert nach Carolina gekommen waren, sodass er der dritten Einwanderergeneration angehört. Sein Vater Thomas Lynch Sr. war Plantagenbesitzer und politisch einflussreich, unter anderem als Mitglied der Commons House of Assembly. Lynch Jr. erhielt eine umfassende Ausbildung, besuchte zunächst Schulen in South Carolina, studierte anschließend am Eton College und am Gonville and Caius College in Cambridge und vervollständigte seine juristische Ausbildung am Middle Temple in London, bevor er nach South Carolina zurückkehrte. Er heiratete Elizabeth Shubrick, die aus einer anglikanischen Familie englischer Herkunft aus dem Umfeld von Charleston stammte; bisher blieb die Ehe kinderlos. Lynch Jr. ist in der Plantagenwirtschaft und im gesellschaftlichen Leben der Lowcountry‑Elite verankert und übernahm erste öffentliche Aufgaben in der Provinzmiliz. Politisch schloss er sich früh der Opposition gegen die britischen Maßnahmen an, unterstützte die Beschlüsse der Provinzkongresse und wurde 1776 als Delegierter South Carolinas in den Kontinentalkongress entsandt, wo er trotz gesundheitlicher Belastungen an den Beratungen zur Unabhängigkeit teilnimmt.
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 Arthur Middleton
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Arthur Middleton wurde am 26. Juni 1742 auf Middleton Place nahe Charleston in der Provinz South Carolina geboren, als Sohn von Henry Middleton und Mary Williams. Henry Middleton war im Oktober 1774 vier Tage lang Amtierender Präsident des Kontinentalkongresses. Die Familie gehört zu den wohlhabenden Pflanzerfamilien der Kolonie und verfügt über umfangreiche Ländereien sowie eine lange Tradition politischer Ämter. Arthur Middleton erhielt seine Ausbildung in England an der Westminster School und am Trinity Hall College in Cambridge und unternahm anschließend eine Bildungsreise durch Europa, auf der er sich mit Politik, Geschichte, Kunst und Sprachen beschäftigte. Nach seiner Rückkehr nach South Carolina übernahm er Aufgaben in der Verwaltung der Familiengüter. Er ist verheiratet mit Mary Izard, Tochter von Ralph Izard und Elizabeth Gibbs, und sie haben die Kinder Henry, Mary und Harriott.
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Royal Colony of Georgia → später: US-Bundesstaat Georgia
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 Button Gwinnett
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Button Gwinnett wurde vermutlich 1735 in Down Hatherley, Gloucestershire, England, geboren. Er entstammte einer anglikanisch geprägten Familie aus dem englischen Südwesten und gehörte der ersten Einwanderergeneration an, da er erst in den 1760er‑Jahren nach Nordamerika kam. Sein Vater Samuel Gwinnett war anglikanischer Geistlicher. Nach einer kaufmännischen Ausbildung in England ließ sich Button Gwinnett als Händler in Savannah, Province of Georgia, nieder und wandte sich anschließend dem Landbesitz zu, wobei er als Plantagenbesitzer auch versklavte Arbeitskräfte einsetzte. Er heiratete Ann Bourne, die aus einer englischen Familie aus dem Raum Bristol stammte; bis 1776 hatte das Paar mehrere Kinder, deren Namen nicht bekannt sind. In Georgia gewann Gwinnett als Kaufmann, Plantagenbesitzer und lokaler Amtsträger an Einfluss und übernahm Aufgaben in der Provinzmiliz. Politisch schloss er sich der Opposition gegen die britischen Maßnahmen an, arbeitete im Provinzkongress von Georgia mit und wurde 1776 als Delegierter in den Kontinentalkongress entsandt, wo er die Unabhängigkeitsbestrebungen unterstützt.
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 Lyman Hall
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Lyman Hall wurde am 12. April 1724 in Wallingford, Connecticut Colony, geboren. Er entstammte einer puritanischen Familie englischer Herkunft aus dem Raum der südenglischen Grafschaften, deren Vorfahren im 17. Jahrhundert nach Neuengland eingewandert waren, sodass er der dritten Einwanderergeneration angehörte. Sein Vater John Hall war Farmer und zugleich in lokalen Gemeindeangelegenheiten aktiv. Lyman Hall erhielt eine Ausbildung am Yale College, schloss 1747 ab und wurde zunächst als Geistlicher ordiniert, wandte sich jedoch bald der Medizin zu und ließ sich nach seiner ärztlichen Qualifikation in Dorchester, Province of South Carolina, nieder, bevor er sich in der Siedlung Sunbury in der Province of Georgia als Arzt etablierte. Er heiratete Mary Osborne, die aus einer puritanisch geprägten Familie englischer Herkunft aus Neuengland stammte; bis 1776 hatte das Paar ein Kind. Hall war in der kleinen, aber einflussreichen Gemeinschaft der Neuengland‑Siedler in Georgia fest verankert und gewann als Arzt und lokaler Amtsträger Ansehen. Politisch schloss er sich früh der Opposition gegen die britischen Maßnahmen an, unterstützte die Beschlüsse der lokalen Komitees und wurde 1775 als Vertreter des Distrikts St. John’s Parish in den Kontinentalkongress entsandt, wo er die Unabhängigkeitsbestrebungen fördert.
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 George Walton
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George Walton wurde vermutlich 1749 in der Nähe von Farmville, Colony of Virginia, geboren. Er entstammte einer Familie englischer Herkunft aus dem südenglischen Raum, deren genaue Einwanderungszeit nicht eindeutig belegt ist, sodass seine Einordnung in die zweite oder dritte Einwanderergeneration unsicher bleibt. Sein Vater starb früh, und über seine Eltern sind nur wenige gesicherte Angaben überliefert; er wuchs in einfachen Verhältnissen auf und wurde nach seiner Jugendzeit einem Handwerker zur Ausbildung übergeben. In den frühen 1770er‑Jahren ging Walton nach Savannah, Province of Georgia, wo er sich juristisch ausbilden ließ und als Anwalt tätig wurde. Er heiratete Dorothy Camber, die aus einer anglikanisch geprägten Familie englischer Herkunft aus dem Umfeld von Savannah stammte; bis heute blieb die Ehe kinderlos. Walton gewann in Savannah rasch Ansehen als Anwalt und ist im lokalen politischen Leben fest verankert. Politisch schloss er sich früh der Opposition gegen die britischen Maßnahmen an, arbeitete in den revolutionären Komitees Georgias mit und wurde 1776 in den Kontinentalkongress entsandt, wo er die Unabhängigkeitsbestrebungen fördert.
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Weitere Amtsträger innerhalb und außerhalb des Kontinentalkongresses
| Portrait
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Funktion
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Charles Thomson Secretary of the Continental Congress.
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Charles Thomson wurde am 29. November 1729 in Maghera im County Londonderry geboren, als Sohn von John Thomson und dessen Frau, deren Name in den erhaltenen Unterlagen nicht überliefert ist. Die Familie gehört zur protestantischen Gemeinschaft der Ulster Scots, deren Linien sich über Schottland bis nach Dänemark zurückverfolgen lassen. Nach dem Tod der Mutter wanderte der Vater mit allen Kindern nach Amerika aus; während der Überfahrt starb der Vater, und die Kinder erreichten Philadelphia als Waisen. Charles Thomson wurde von angesehenen Familien aufgenommen und erhielt eine gründliche Ausbildung an der New London Academy, wo seine klare, ruhige und gleichmäßige Handschrift früh auffiel. Er arbeitete zunächst als Lehrer und gelangte durch seine Genauigkeit, seine schriftliche Disziplin und seine Zuverlässigkeit in politische Kreise. Seit 1774 ist er Secretary of the Continental Congress. Er ist heute 47 Jahre alt, unverheiratet und ohne eigene Familie, und widmet seine gesamte Zeit der Arbeit des Kongresses, den Protokollen, der Korrespondenz und der Ausfertigung der offiziellen Dokumente. Da er kein Delegierter eines Staates ist, unterschreibt er auch die Deklaration nicht. Heute aber ist er der Mann, dem die Delegierten die endgültige Reinschrift der Declaration of Independence anvertrauen. Diese Reinschrift entsteht auf hochwertigem Pergament und wird von Hand mit Gänsekiel und Tinte ausgeführt. Thomson bereitet das Pergament vor, glättet die Oberfläche, rührt die Tinte an und schneidet den Federkiel so, dass er eine gleichmäßige Strichbreite erzeugt. Er zieht Hilfslinien zur Sicherung der Zeilenführung und schreibt den Text in seiner charakteristischen, ruhigen, klaren Hand nieder. Die Arbeit erfordert mehrere Tage konzentrierter Tätigkeit, da die Tinte trocknen muss und das Pergament währenddessen unverändert liegen soll. Seine Handschrift gilt im Kongress als Maßstab für offizielle Dokumente, und seine Sorgfalt stellt sicher, dass die Worte der Delegierten in einer Form festgehalten werden, die ihrer Bedeutung entspricht.
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George Washington Oberbefehlshaber der Kontinentalarmee der Vereinigten Kolonien.
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George Washington wurde am 22. Februar 1732 auf der Plantage Pope’s Creek im Westmoreland County, Colony of Virginia, als Sohn des Pflanzers und Sklavenhalters Augustine Washington (1694–1743) und dessen zweiter Ehefrau Mary Ball Washington geboren. Sein Vater entstammte einer seit dem 17. Jahrhundert in Virginia etablierten Pflanzerfamilie englischer Herkunft, die durch Tabakanbau, Landbesitz und Sklavenarbeit zu Wohlstand gekommen war. Seine Mutter Mary Ball stammte aus einer ebenfalls in Virginia verwurzelten Familie kleinerer Plantagenbesitzer. Washington wuchs in der anglikanischen Tradition auf, da die Church of England in Virginia Staatskirche war; er blieb dieser kirchlichen Ausrichtung sein Leben lang verbunden. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1743 erbte Washington Landbesitz, jedoch nicht die Hauptplantage, die seinem älteren Halbbruder Lawrence zufiel. Washington erhielt eine praktische Ausbildung in Landvermessung und arbeitete ab 1749 als Surveyor im Auftrag des Culpeper County, was ihm früh Zugang zu Landbesitz, regionalen Netzwerken und der Grenzregion des westlichen Virginia verschaffte. Durch den Tod seines Halbbruders Lawrence Washington im Jahr 1752 und dessen Tochter Anne im Jahr 1754 ging die Plantage Mount Vernon schrittweise in seinen Besitz über, einschließlich der dort gehaltenen versklavten Menschen. Washington war damit spätestens Mitte der 1750er Jahre ein bedeutender Pflanzer und Sklavenhalter Virginias. Seine militärische Laufbahn begann im Kontext der Spannungen zwischen Frankreich und Großbritannien in Nordamerika. 1753 wurde er im Auftrag des Gouverneurs von Virginia, Robert Dinwiddie, als Gesandter an die französischen Forts im Ohio-Tal entsandt. 1754 erhielt er das Kommando über ein virginisches Regiment und war in die frühen Gefechte des späteren French and Indian War eingebunden, darunter die Auseinandersetzung bei Fort Necessity. 1755 diente er als ehrenamtlicher Adjutant unter General Edward Braddock und übernahm nach dessen Tod zeitweise die Führung der verbliebenen Truppen. 1758 nahm er am Feldzug gegen Fort Duquesne teil. Am 6. Januar 1759 heiratete Washington die 28 Jahre alte, wohlhabende Witwe Martha Dandridge Custis, Tochter des Pflanzers John Dandridge und Witwe des reichen Plantagenbesitzers Daniel Parke Custis. Durch diese Ehe wurde Washington Vormund und Stiefvater der beiden Custis‑Kinder John Parke Custis und Martha Parke Custis. Eigene leibliche Kinder hat Washington nicht. Die Ehe brachte ihm erheblichen zusätzlichen Landbesitz, Vermögen und weitere versklavte Menschen aus dem Custis‑Nachlass. In den 1760er und frühen 1770er Jahren gehörte Washington zum Kreis der virginischen Pflanzerelite, die zunehmend gegen die britische Steuer‑ und Handelspolitik opponierte. Er war Mitglied des House of Burgesses und beteiligte sich an den politischen Maßnahmen der Kolonien gegen die britischen Parlamentsakte. Mit Beginn der offenen Auseinandersetzungen in Massachusetts ernannte ihn der Kontinentalkongress am 15. Juni 1775 zum Commander in Chief der Continental Army, womit er der Oberbefehlshaber der Kontinentalarmee der Vereinigten Kolonien wurde. Sein einziger Vorgesetzter war der Kongress als kollektives politisches Organ; militärisch stand niemand über ihm. Washington übernahm das Kommando in Cambridge, Massachusetts, organisierte die Belagerung von Boston und führte die Armee durch das erste Kriegsjahr, das von Versorgungsproblemen, kurzen Dienstzeiten der Soldaten und strukturellen Schwächen geprägt war. Heute, dem Tag der Annahme der Unabhängigkeitserklärung, befindet sich Washington mit der Kontinentalarmee in der Region um New York, wo er die Verteidigung der Stadt gegen die erwartete britische Offensive vorbereitete.
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| 20.07.1776 (Samstag)
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Vereinigte Staaten von Amerika / Colony of Pennsylvania / Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika
Die politische Landschaft Pennsylvanias ordnet sich in diesen Tagen grundlegend neu. Nachdem die Unabhängigkeitserklärung den endgültigen Bruch mit der britischen Krone besiegelt hat, hat die Provinzversammlung heute neue Delegierte ernannt, um die zögerlichen Stimmen der Vergangenheit durch Männer von entschiedener Entschlossenheit zu ersetzen. Einer von ihnen ist der angesehene Kaufmann und Mitunterzeichner der Erklärung, George Clymer. In seinem Privatleben führt Clymer einen Haushalt, der seinem Stand als wohlhabender Bürger entspricht. Er ist seit elf Jahren mit Elizabeth Meredith verheiratet und Vater von fünf Kindern. Wie in den Häusern der wohlhabenden Elite Philadelphias üblich, werden auch in seinem Haushalt Sklaven für die tägliche Arbeit und die Instandhaltung des Besitzes eingesetzt – eine Realität, die Clymer mit vielen seiner Standesgenossen teilt, während sie gleichzeitig über die Natur der Freiheit debattieren. Was Clymer für den Kontinentalkongress so wertvoll macht, ist nicht die laute Rhetorik. Er gilt als ein Mann der leisen, aber unermüdlichen Arbeit. In den vergangenen Monaten hat er im Sicherheitskomitee von Pennsylvania bewiesen, dass er die logistischen und finanziellen Herausforderungen eines Krieges versteht. Er ist ein Experte darin, Mittel aufzutreiben und die Ausrüstung der Truppen zu koordinieren – Fähigkeiten, die jetzt, da die amerikanische Armee vor ihren größten Prüfungen steht, dringender benötigt werden als je zuvor. Mit der heutigen Ernennung tritt George Clymer offiziell in die nationale Arena. Er gehört zu jener Generation von Kaufleuten, die bereit sind, ihr persönliches Vermögen und ihre geschäftliche Reputation für die Sache der Unabhängigkeit aufs Spiel zu setzen. Seine Unterschrift unter das Dokument der Freiheit wird in Kürze erwartet – ein formaler Akt, der lediglich bestätigen wird, wofür Clymer schon seit Jahren durch sein Handeln im Hintergrund eingetreten ist.
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| 07. August 1776 (Mittwoch)
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Königreich Großbritannien / Britisch-Amerika / Vereinigte Staaten von Amerika / Commonwealth of Virginia
Die verbliebene Flotte des abgesetzten britischen Gouverneurs von Virginia Lord Dunmore segelt aus der Chesapeake Bay hinaus auf den Atlantik. Ein Teil der Schiffe steuert Richtung New York, um sich der britischen Hauptarmee anzuschließen, während Dunmore selbst schließlich nach England zurückkehrt. Damit endet die britische Kolonialherrschaft über Virginia auch physisch, Wochen nachdem in Philadelphia die Unabhängigkeit erklärt wurde.
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| Das amtierende Staatsoberhaupt der Vereinigten Staaten von Amerika am Jahresende
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Funktion
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Name, Parteizugehörigkeit
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Beginn der Amtszeit
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Jahre im Amt
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Präsident des Kontinentalkongresses |
John Hancock (* 1737 Braintree, Massachusetts) (parteilos) |
24.05.1775 |
1,6
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| Die bisherigen Präsidenten des amerikanischen Kontinentalkongresses mit der längsten Präsidiumserfahrung
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letzte Funktion
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Name, Partei
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Amtszeit
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Jahre
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Präsident des Kontinentalkongresses |
John Hancock (* 1737 Braintree, Massachusetts) (parteilos) |
seit 24.05.1775 |
1,6
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Präsident des Kontinentalkongresses |
Peyton Randolph (* 1721 Williamsburg, Virginia) (parteilos) |
05.09.1774-22.10.1774 und 10.05.1775-24.05.1775 |
0,2
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Amtierender Präsident des Kontinentalkongresses |
Henry Middleton (* 1717 bei Charleston, South Carolina) (parteilos) |
22.10.1774-26.10.1774 |
0,0
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