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Olympische Spiele / Französische Republik / Österreichisch-Ungarische Monarchie
In Paris beginnen die II. Olympischen Spiele der Neuzeit. Da die Olympiade in die Weltausstellung eingebettet ist, muss sie ohne Eröffnungsfeier auskommen. Die Spiele beginnen mit dem Fechtwettbewerb, der fast vollständig französisch geprägt ist. Frankreich gilt als das Fecht-Zentrum der Welt: Es besitzt die größten Fechtschulen, die berühmtesten Meister, die modernsten Techniken und veranstaltet auch außerhalb der Olympiade die meisten Turniere. Mit den französischen Fechtmeistern können allenfalls die italienischen und österreichischen Fechter mithalten. Erfolgreiche Fechter, die beispielsweise für Ungarn, Polen oder Russland an den Spielen teilnehmen, haben meist französische Herkunft. Die Jury besteht wegen der großen französischen Dominanz fast nur aus französischen Offizieren, und die Wertungen sind ohnehin subjektiv, da es mangels elektrischer Trefferanzeigen nur die Anerkennung von Treffern "nach Eindruck" gibt. Auch sind die Teilnahmebedingungen für die ausländischen Teilnehmer unattraktiv, da bei ihnen Kosten für die Reise, Kost und Logis anfallen, und es darüber auch keine klare Ausschreibung gibt, da sich im Grunde jeder Zuschauer noch nachmelden kann. Da die Veranstaltung sowohl zum Olympischen Komitee wie auch zur Weltausstellung gehört, gibt es keine klare olympische Identität, was zur Folge hat, dass viele Nationen keinen Athleten schickten, weil ihnen das Turnier zu wenig "international" anmutete. Wenn 70 Prozent der Teilnehmer Franzosen sind, ist es statistisch logisch, dass 7 von 8 Finalisten auch Franzosen sein müssten. Viele Athleten beklagen sich darüber dass die sportlichen Veranstaltungen eher ein chaotisches Anhängsel der Weltausstellung ist, dass es keine Qualifikationen gibt, es keine Kontinentalverbände gibt, die irgendwie ordnend oder helfend eingreifen können und dass es keine sportlichen Standards gibt. 54 Athleten aus neun Ländern beginnen mit der ersten Disziplin der II. Olympischen Spiele. Die Teilnehmern ermitteln in mehreren Vorkämpfen und Qualifikationsrunden die besten acht Fechter, die in einer Endrunde jeweils gegeneinander antraten. Sieger wird am 21. Mai der Sportler mit den meisten gewonnenen Gefechten. Die Wertung bei Oteripedia! erfolgt nach dem gleichnamigen System, ohne die olympische Wertung zu vernachlässigen.
Es werden 46 Wettbewerbe und 10 Sportarten oder Disziplinen mehr ausgetragen als 1896 in Athen. Nachfolgend die Änderungen im Detail:
- Bogenschießen wird mit Au cordon doré (Scheibenschießen) 33 m, Au cordon doré (Scheibenschießen) 50 m, Au chapelet (Scheibenschießen) 33 m, Au chapelet (Scheibenschießen) 50 m, Sur la perche à la herse (Mastschießen) und Sur la perche à la pyramide (Mastschießen) für die Männer olympisch.
- Cricket, Fußball, Pelota, Polo und Wasserball wurden ins olympische Programm aufgenommen.
- Im Fechten erweitern Degen Einzel, Degen für Fechtmeister, Säbel für Fechtmeister und Degen für Amateure und Fechtmeister für Männer das Programm.
- Gewichtheben (2 Wettkämpfe) und Ringen (1 Wettkampf) fehlen in Paris 1900 im Programm.
- Golf wird mit Einzel für Männer und Frauen olympisch.
- Krocket wird mit Einzel – Ein Ball, Einzel – Zwei Bälle und Doppel olympisch. Dabei sind es offene Wettkämpfe, an denen sowohl Männer als auch Frauen teilnehmen dürfen.
- In der Leichtathletik erweitern die 60 m, 200 m, 200 m Hürden, 400 m Hürden, 2500 m Hindernis, 4000 m Hindernis, 5000 m Mannschaftslauf, Hammerwurf, Standhochsprung, Standweitsprung und Standdreisprung für Männer das Programm.
- Der Radsport ist mit der Disziplin Bahnradsport im olympischen Programm vertreten, dass durch die 25 km für Männer erweitert wurde. Die Disziplin Straßenradsport entfällt.
- Reitsport wird mit der Disziplin Springreiten olympisch. Das Programm besteht aus dem Einzel im Springreiten und dem Hoch- und Weitsprung.
- Rudern wird mit dem Einer, Zweier mit Steuermann, Vierer mit Steuermann und Achter olympisch.
- Rugby wird mit der Disziplin Rugby Union Teil des olympischen Programms.
- Im Schießen wird das Programm durch Trap, Armeegewehr kniend 300 m, Armeegewehr liegend 300 m, Armeegewehr stehend, Armeegewehr Dreistellungskampf 300 m, Armeegewehr Dreistellungskampf 300 m Mannschaft, 300 m und Freie Pistole 50 m Mannschaft für Männer erweitert – hingegen entfallen Armeegewehr 200 m, Armeegewehr beliebige Position 300 m und Armeepistole 25 m für Männer
- Beim Schwimmen wird das Programm um 200 m Freistil, 1000 m Freistil, 4000 m Freistil, 200 m Rücken, 400 m Mannschaftsschwimmen, 200 m Hindernisschwimmen und Unterwasserschwimmen für Männer erweitert – hingegen entfallen 100 m Freistil, 500 m Freistil, 1200 m Freistil und das 100-m-Matrosenschwimmen für Männer.
- Segeln wird mit den offenen Bootsklassen 0-0,5 Tonnen, 0,5-1 Tonnen, 1-2 Tonnen, 2-3 Tonnen, 3-10 Tonnen, 10-20 Tonnen und einer offenen Gewichtsklasse olympisch.
- Tauziehen wird ins olympische Programm aufgenommen.
- Beim Tennis wird das Programm um Dameneinzel und Mixed-Doppel erweitert.
- Im Turnen ersetzt der Einzelmehrkampf die Entscheidungen in Barren, Pauschenpferd, Reck, Ringe, Sprung und Tauhangeln – darüber hinaus werden Barren- und Reckmannschaft gestrichen.
- Die Organisation der Weltausstellung teilt ohnehin die verschiedenen Wettbewerbe in vollkommen anders gearteter Weise auf, indem man zwölf Sektionen bildete, die eine Reihe von olympischer und nichtolympischer Sportarten zusammenfasste. Beispielsweise gehörten zur Sektion VIII Sport Nautique (Wassersport) neben Wettkämpfen im Rudern, Segeln und Schwimmen, auch Motorbootrennen und Angelwettbewerbe.
Die folgende Liste enthält Sportarten bzw. Wettbewerbe, die allgemein als nichtolympisch angesehen werden, aber Bestandteil des Sportprogramms der Weltausstellung sind:
- Automobilwettfahrten, es handelt sich dabei um Schnelligkeits- und Zuverlässigkeitsfahrten, darunter Fahrten eigens für Taxis und Lieferwagen
- Ballonfahren
- Boule
- Feuerwehrsport
- Flugsport, es handelt sich dabei um Weiten-, Höhen- und Zielfahrten und auch Wettbewerbe, bei denen man Spielzeugdrachen steigen lässt
- Gespannfahren, es handelt sich dabei um Pferdekutschen mit einem Vierergespann
- Jeu de Paume
- Motorbootsport, es handelt sich dabei um Schnelligkeits- und Langstreckenrennen
- Motorradsport, Wettbewerbe um Motorräder, an denen ausschließlich Franzosen teilnehmen.
Von den ersten bis zu den letzten Wettkämpfen dauerte es 168 Tage, davon wurden allerdings nur an 71 Tagen Wettkämpfe ausgetragen und an 36 Tagen Medaillen vergeben. Die Wettbewerbe für die Olympischen Spiele 1900 wurden nicht vom IOC oder von Coubertin festgelegt. Ein von der Weltausstellungsleitung gegründetes Komitee unter der Führung von Daniel Mérillon hatte die Aufgabe, Sportwettkämpfe als Bestandteil der Weltausstellung auszurichten. Der von Coubertin und seinem Komitee zuvor verfasste Programmentwurf wurde von Mérillon verworfen. Sein eigenes Programm umfasste eine Fülle von Wettbewerben, die den Ansprüchen einer Weltausstellung genügen sollten. Sie hatten deshalb vielfach den Charakter von Schauwettkämpfen, zum Beispiel die Wettbewerbe für Feuerwehren oder das Militär, oder es stand eine technische Leistungsfähigkeit im Vordergrund, zum Beispiel bei den Wettbewerben für Automobilisten und Ballonfahrer.
Aus den vom IOC veröffentlichten Siegerlisten ergeben sich 89 Wettbewerbe, die den Olympischen Spielen 1900 zugeordnet werden. In Übereinstimmung damit befindet sich auch der ebenfalls vom IOC veröffentlichte Medaillenspiegel. An anderer Stelle beziffert das IOC die Anzahl allerdings auf 95 Wettbewerbe. Dies entspricht den Angaben, die der Sporthistoriker Bill Mallon ermittelt und veröffentlicht hat. Die Verwirrung ist dadurch zu erklären, dass selbst in den gemeinhin unumstrittenen olympischen Sportarten, wie zum Beispiel Radsport oder Schießsport, einzelne Wettkämpfe ausgetragen wurden, die einen unklaren olympischen Charakter besaßen.
Schon beim ersten Olympischen Kongress 1894 wurde festgelegt, dass nur Amateure an Olympischen Spielen teilnehmen durften. Auch wenn diese Regel in der Folgezeit entschärft wurde, hat sie für das Jahr 1900 unbestrittene Gültigkeit. Viele Wettkämpfe der Weltausstellung sind nämlich ausschließlich Berufssportlern vorbehalten. Ein Wettkampf soll nach der Vorstellung von Coubertin für jeden Athleten frei zugänglich sein, also keine an die Person des Teilnehmers gebundene Einschränkung besitzen, zum Beispiel hinsichtlich Alter, Nationalität oder Weltanschauung. Frei nach dem Motto citius, altius, fortius sollte es auch keine Handicaps zur Nivellierung unterschiedlicher Leistungsstärken geben. Die zu jener Zeit sehr beliebten Handicapwettkämpfe besaßen demnach ebenso wenig olympischen Charakter wie die vielen Wettbewerbe, die ausschließlich für Schüler, Junioren oder nur für Franzosen veranstaltet werden. Eine klare Abgrenzung fällt rückblickend mangels ausreichender historischer Belege schwer. Die vom IOC veröffentlichten 89 Wettbewerbe (73 für Männer, 2 für Frauen, 1 Mixed sowie 13 offene Wettbewerbe) und stellen eine Mindestzahl dar. Sie verteilen sich auf 19 Sportarten/20 Disziplinen. Etwa 1000 Athleten nehmen an den Spielen teil, etwa 720 davon sind Franzosen. In einigen Wettbewerben, darunter Fechten, Bogenschießen oder Rudern, besteht das Teilnehmerfeld fast ausschließlich aus Franzosen. Großbritannien nimmt mit 102 Athleten teil, das Deutsche Kaiserreich mit 76, die Vereinigten Staaten von Amerika mit 75. Es folgen Belgien mit 58, Schweiz mit 18, Österreich und Dänemark mit jeweils 13, Italien mit 12 und Ungarn mit 11.
Übersicht über die Entscheidungen
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| Hier geht es zum Wettkampfmonat |
Kurzbeschreibung der Entscheidungen
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| Mai 1900 |
Fechten, Segeln, Reitsport
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| Juni 1900 |
Fechten, Pelota, Polo, Reitsport, Krocket
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| Juli 1900 |
Bogenschießen, Krocket, Leichtathletik, Schießen, Tauziehen, Tennis
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| August 1900 |
Schießen, Segeln, Schwimmen, Wasserball, Cricket, Rudern
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| September 1900 |
Fußball, Radsport, Turnen
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| Oktober 1900 |
Golf, Rugby
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| FLORETT FÜR AMATEURE – Das Ergebnis
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| Pos. |
Nation/Name |
Ergebnis |
Ehrung |
Info
|
| 1 |
Émile Coste |
6:1 |
Silber |
–
|
| 2 |
Henri Masson |
5:2 |
Bronze |
–
|
| 3 |
Marcel Boulenger |
4:3 |
- |
–
|
| 4 |
Félix Debax |
4:3 |
– |
–
|
| 5 |
Pierre d'Hugues |
3:4 |
– |
–
|
| 6 |
Prospère Sénat |
3:4 |
– |
–
|
| 7 |
Georges Dillon‑Cavanagh |
2:5 |
– |
–
|
| 8 |
Rudolf Brosch |
1:6 |
– |
–
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| OLYMPIA-WERTUNG
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| Pos. |
Nation |
Silber |
Bronze
|
| Vorher |
+/- |
Jetzt |
Vorher |
+/- |
Jetzt
|
| 1 |
Französische Republik |
0 |
+1 |
1 |
0 |
+1 |
1
|
| OTERIPEDIA!-WERTUNG
|
| Pos. |
Nation |
Punkte vorher |
+/- |
Punkte jetzt
|
| Keine Oteripedia!-Wertung aus Mangel an Internationalität (mind. 3 Nationen erforderlich).
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| FLORETT FÜR FECHTMEISTER – Das Ergebnis
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| Pos. |
Nation/Name |
Ergebnis |
Ehrung |
Info
|
| 1 |
Lucien Mérignac |
6:1 |
Silber |
–
|
| 2 |
Alphonse Kirchhoffer |
6:1 |
Bronze |
–
|
| 3 |
Jean-Baptiste Mimiague |
4:3 |
- |
–
|
| 4 |
Antonio Conte |
4:3 |
– |
–
|
| 5 |
Jules Rossignol |
3:4 |
– |
–
|
| 6 |
Léopold Ramus |
2:5 |
– |
–
|
| 7 |
Italo Santelli |
0:7 |
– |
–
|
| 8 |
Adolphe Rouleau |
3:4 |
– |
–
|
| OLYMPIA-WERTUNG
|
| Pos. |
Nation |
Silber |
Bronze
|
| Vorher |
+/- |
Jetzt |
Vorher |
+/- |
Jetzt
|
| 1 |
Französische Republik |
1 |
+1 |
2 |
1 |
+1 |
2
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| OTERIPEDIA!-WERTUNG
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| Pos. |
Nation |
Punkte vorher |
+/- |
Punkte jetzt
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| Keine Oteripedia!-Wertung aus Mangel an Internationalität (mind. 3 Nationen erforderlich).
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Freitag, 14.06.1900
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Olympische Spiele / Französische Republik / US-Militärgouvernement Kuba / Argentinische Republik
Das olympische Turnier der Amateur-Degenkämpfer findet heute seinen Abschluss. Die Teilnehmer ermittelten in mehreren Vorkämpfen und Qualifikationsrunden die besten neun Fechter, die in einer Endrunde mindestens fünf Gefechte austragen mussten. Sieger wird der Sportler mit den meisten gewonnenen Gefechten. Die maximale Dauer eines Gefechts betrug fünf Minuten. Ein Stichkampf zwischen Ramón Fonst und Louis Perrée musste über den Sieg entscheiden. Unter den Teilnehmern befinden sich auch Freydoun Malkom und Francisco Camet, die beide in Paris leben. Man hatte sie zunächst in allen Listen stets als Franzosen geführt, doch inzwischen wurde in verschiedenen Quellen darauf hingewiesen, dass Malkom die iranische Staatsangehörigkeit besitzt und dass Camet Argentinier ist. Das IOC betrachtet zurzeit der Spiele die beiden Sportler jedoch als Franzosen. Camet kommt bis in den Endkampf und belegte den fünften Platz. Da Kuba zurzeit von einer US-Militärregierung regiert wird, erscheint hier für den Sieger die US-amerikanische Flagge, da es eine "Republik Kuba" derzeit nicht gibt. Die Athleten aus drei Nationen unter die Top Ten kommen, ist erstmals eine Wertung nach dem punktgerechten "Oteripedia!-System" möglich. Ein Blick auf die Sortierung in der Tabelle wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich, wenn man nur die Anzahl der Siege betrachtet. Bei diesen Olympischen Spielen wird allerdings die Rangfolge der Finalrunde nicht allein durch die Siege ermittelt, sondern durch ein kompliziertes System aus "Direktem Vergleich" und "Anzahl der erhaltenen Treffer" (Treffer-Verhältnis). Die Unterschiede werden anders gewichtet als ein Sieg, zählen aber eben nicht als ein verlorenes Gefecht.
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| FLORETT FÜR FECHTMEISTER – Das Ergebnis
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| Pos. |
Nation/Name |
Ergebnis |
Ehrung |
Info
|
| 1 |
Ramón Fonst (Kuba) |
4:2 |
Silber |
10
|
| 2 |
Louis Perrée |
4:1 |
Bronze |
9
|
| 3 |
Léon Sée |
3:2 |
- |
8
|
| 4 |
Georges de la Falaise |
3:3 |
– |
7
|
| 5 |
Eduardo "Francisco" Camet |
2:3 |
– |
6
|
| 6 |
Edmond Wallace |
3:3 |
– |
5
|
| 7 |
Gaston Alibert |
2:3 |
– |
4
|
| 8 |
Léon Thiébaut |
2:4 |
– |
3
|
| 9 |
Plommel |
0:6 |
– |
2
|
| OTERIPEDIA!-WERTUNG
|
| Pos. |
Land |
Punkte vorher |
+/- |
Punkte jetzt
|
| 1 |
Französische Republik |
0 |
+38 |
38
|
| 2 |
US-Militärgouvernement Kuba |
0 |
+10 |
10
|
| 3 |
Argentinische Republik |
0 |
+6 |
6
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1901
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Olympische Spiele / Französische Republik / Vereinigte Staaten von Amerika / Vereinigte Mexikanische Staaten
- Entsprechend den ursprünglichen Regularien des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) soll die Präsidentschaft an ein Mitglied mit der Nationalität des Landes übertragen werden, in welchem die kommenden Olympischen Spiele stattfinden werden. Für 1904 ist vorgesehen, die Spiele in den Vereinigten Staaten auszutragen, also bietet man dem IOC-Gründungsmitglied William Milligan Sloane auf der IOC-Session 1901 in Paris die Nachfolge von Coubertin an. Dieser hatte die Präsidentschaft nach den Spielen in Athen von Dimitrios Vikelas übernommen, weil die II. Olympischen Spiele 1900 in Paris stattfanden. Sloane lehnt jedoch ab und schlägt vor, Coubertin dauerhaft die Präsidentschaft zu übertragen. Coubertin akzeptiert unter der Bedingung, die Präsidentschaft für zunächst nur 10 Jahre zu übernehmen. Die ablehnende Haltung von Sloane hat taktische Gründe. Das IOC befindet sich in einer Krise, nachdem in den Vereinigten Staaten mit Unterstützung einiger ausländischer Sportfunktionäre eine Art Konkurrenz zum IOC, die International Union for Olympic Games, gegründet wurde, unter dessen Führung 1901 in Buffalo Olympische Spiele ausgerichtet werden sollen. Sloane befürchtet, in dem zu erwartenden Konflikt als US-Amerikaner nicht die nötige Distanz zu haben, um eine Schlichtung herbeizuführen.
- Der schwedische Offizier Viktor Gustaf Balck, der Armeesportlehrer und Sportfunktionär und Gründungsmitglied des Internationalen Olympischen Komitees ist, organisiert als die treibende Kraft die Nordischen Spiele, die er als Verbindung zwischen den auseinanderdriftenden nordischen Staaten ansieht.
- Der Mexikaner Miguel de Beistegui wird als zweiter Südamerikaner in das IOC berufen.
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12.10.1902
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Olympische Spiele / Österreichisch-Ungarische Monarchie
Alfréd Hajós, der bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit zwei Siegermedaillen im Schwimmen holte, führt als Spielführer die Budapester Stadtauswahl im Fußball zum Spiel gegen eine Wiener Stadtauswahl, dem die Budapester mit 0:5 unterliegen. In beiden Ländern wird diese Partie als erstes Länderspiel ihrer Geschichte geführt werden.
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