Chronik 1800.06
Weltchronik der ersten Dekade des Juni 1800
Die französische Armee besiegt die österreichische Armee in Norditalien zweimal
Französische Truppen kämpfen in Süddeutschland gegen österreichische und württembergisch-bayerische Truppen
Napoléon löst das Königreich Sardinien-Piemont auf
| Hier geht es zu den Ereignissen der Jahre... | 1790 / 1791 / 1792 / 1793 / 1794 / 1795 / 1796 / 1797 / 1798 |
| Hier geht es zu den Ereignissen der Monate des Jahres 1799 | Januar / Februar / März / April / Mai / Juni / Juli / August / September / Oktober / November / Dezember |
| Hier geht es zu den Ereignissen der Monate des Jahres 1800 | Januar / Februar / März / April / Mai / Juni / Juli / August / September / Oktober / November / Dezember |
| Französische Republik / Erzherzogtum Österreich / Heiliges Römisches Reich / Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen Im Raum Biberach an der Riß bleibt die Lage weiterhin ruhig. Die österreichischen Truppen unter Feldzeugmeister Paul Kray von Krajowa halten ihre Stellungen südlich der Stadt unverändert, und die französischen Verbände unter General Jean‑Victor Moreau verbleiben ohne Lageänderung in ihren Annäherungsräumen. Zwischen den Vorposten kommt es zu keinen Gefechten. Nach der französischen Besetzung von Augsburg am Vortag sichert der rechte französische Flügel unter General Claude‑Jacques Lecourbe die Zugänge zur Stadt und richtet seine Verbände entlang des Lech ein. Österreichische Sicherungsabteilungen ziehen sich weiter nach Osten zurück, um die Verbindung zu Krays Hauptarmee nicht zu gefährden. Im Hauptquartier Ulm lässt Kray die Donauübergänge und die Zufahrten zur Festung verstärkt beobachten. Meldungen über die französische Besetzung Augsburgs werden ausgewertet, führen jedoch noch zu keiner Änderung der österreichischen Dispositionen. In der Schweiz halten die französischen Truppen ihre bestehenden Positionen entlang der Linth und der Alpenzugänge. Es werden keine besonderen Vorkommnisse gemeldet. In Oberitalien verbleiben die französischen Verbände entlang der Adda in defensiver Haltung. Die österreichischen Kräfte zeigen keine größeren Bewegungen; auch dort werden für diesen Tag keine besonderen Vorkommnisse gemeldet. In Oberitalien besetzt ein österreichisches Heer unter General Michael von Melas die Stadt Turin. Feldmarschallleutnant Peter Ott von Bátorkéz hält mit seinen Truppen die Einschließung von Genua aufrecht, während der französische Kommandant André Masséna um Einstellung der Kämpfe ersucht. Generalmajor Jean Lannes rückt von Mailand nach Süden vor, nimmt Pavia ein und stößt bei Piacenza auf Widerstand einer kleinen österreichischen Garnison. Napoléon befiehlt, den Druck auf die österreichischen Kräfte zu verstärken. |
| Französische Republik / Erzherzogtum Österreich Im Raum Biberach an der Riß bleibt die Lage unverändert. Die österreichischen Truppen unter Feldzeugmeister Paul Kray von Krajowa halten ihre Stellungen südlich der Stadt, und die französischen Verbände unter General Jean‑Victor Moreau verbleiben ohne Lageänderung in ihren Annäherungsräumen. Zwischen den Vorposten kommt es zu keinen Gefechten. Der rechte französische Flügel unter General Claude‑Jacques Lecourbe sichert nach der Besetzung von Augsburg die Zugänge zur Stadt und richtet seine Verbände entlang des Lech ein. Österreichische Sicherungsabteilungen ziehen sich weiter nach Osten zurück, ohne dass es zu Gefechten kommt. Im Hauptquartier Ulm lässt Kray die Donauübergänge und die Zufahrten zur Festung weiterhin verstärkt beobachten. Die österreichische Führung wertet die französischen Bewegungen aus, nimmt jedoch noch keine Änderungen an den bestehenden Dispositionen vor. In Oberitalien hält General Michael von Melas mit einem Teil seiner Truppen Turin besetzt, während Feldmarschallleutnant Peter Ott von Bátorkéz die Einschließung von Genua fortsetzt. Der französische Kommandant der Stadt, Generalmajor André Masséna, ersucht um Einstellung der Kämpfe mit dem Ziel der Kapitulation. Generalmajor Jean Lannes rückt von Mailand nach Süden vor, nimmt Pavia ein und stößt bei Piacenza auf Widerstand einer kleinen österreichischen Garnison. Napoléon befiehlt, den Druck auf die österreichischen Kräfte weiter zu erhöhen. In der Schweiz halten die französischen Truppen ihre bestehenden Positionen entlang der Linth und der Alpenzugänge. Es werden keine besonderen Vorkommnisse gemeldet. |
| Französische Republik / Erzherzogtum Österreich Im Raum Biberach an der Riß bleibt die Lage unverändert. Die österreichischen Truppen unter Feldzeugmeister Paul Kray von Krajowa halten ihre Stellungen südlich der Stadt, und die französischen Verbände unter General Jean‑Victor Moreau verbleiben ohne Lageänderung in ihren Annäherungsräumen. Zwischen den Vorposten kommt es zu keinen Gefechten. Der rechte französische Flügel unter General Claude‑Jacques Lecourbe sichert weiterhin Augsburg und die Zugänge über den Lech. Österreichische Sicherungsabteilungen ziehen sich weiter nach Osten zurück, ohne dass es zu Gefechten kommt. Im Hauptquartier Ulm lässt Kray die Donauübergänge und die Zufahrten zur Festung weiterhin verstärkt beobachten. Die österreichische Führung wertet die französischen Bewegungen aus, nimmt jedoch noch keine Änderungen an den bestehenden Dispositionen vor. In Oberitalien besetzt ein Heer des Heiligen Römischen Reiches unter General Michael von Melas die Stadt Turin mit rund 18.000 Mann, während Feldmarschallleutnant Peter Ott von Bátorkéz mit etwa 18.000 Soldaten die Einschließung von Genua fortsetzt. Der französische Kommandant der Stadt, Generalmajor André Masséna, ersucht um Einstellung der Kämpfe mit dem Ziel der Kapitulation. Generalmajor Jean Lannes rückt mit seinem Korps von Mailand nach Süden vor, nimmt Pavia ein und stößt bei Piacenza auf Widerstand einer kleinen österreichischen Garnison von etwa 400 Mann. Napoléon befiehlt, den Druck auf die österreichischen Kräfte weiter zu erhöhen. In der Schweiz halten die französischen Truppen ihre bestehenden Positionen entlang der Linth und der Alpenzugänge. Es werden keine besonderen Vorkommnisse gemeldet. |
| Französische Republik / Erzherzogtum Österreich Im Raum Biberach an der Riß bleibt die Lage unverändert. Die österreichischen Truppen unter Feldzeugmeister Paul Kray von Krajowa halten ihre Stellungen südlich der Stadt, und die französischen Verbände unter General Jean‑Victor Moreau verbleiben ohne Lageänderung in ihren Annäherungsräumen. Zwischen den Vorposten kommt es zu keinen Gefechten. Der rechte französische Flügel unter General Claude‑Jacques Lecourbe sichert weiterhin Augsburg und die Zugänge über den Lech. Österreichische Sicherungsabteilungen ziehen sich weiter nach Osten zurück, ohne dass es zu Gefechten kommt. Im Hauptquartier Ulm lässt Kray die Donauübergänge und die Zufahrten zur Festung weiterhin verstärkt beobachten. Die österreichische Führung wertet die französischen Bewegungen aus, nimmt jedoch noch keine Änderungen an den bestehenden Dispositionen vor. In Oberitalien ergeben sich die rund 18.000 Soldaten des französischen Generalmajors André Masséna den Truppen des Heiligen Römischen Reiches unter Feldmarschallleutnant Peter Ott von Bátorkéz. Feldmarschallleutnant Anton von Elsnitz zieht sich nach der Kapitulation Massénas mit etwa 8000 Mann von der Riviera zurück. Feldmarschallleutnant Joseph Philipp Vukasović steht mit rund 4000 Mann östlich von Mailand, während Feldmarschallleutnant Andreas von O’Reilly mit etwa 3000 Mann südlich des Po in Richtung Piacenza marschiert. Österreichische Garnisonen halten ihre starken Stellungen in Alessandria, Cuneo und Casale. In der Schweiz halten die französischen Truppen ihre bestehenden Positionen entlang der Linth und der Alpenzugänge. Es werden keine besonderen Vorkommnisse gemeldet. |
| Französische Republik / Erzherzogtum Österreich Feldzeugmeister Paul Kray von Krajowa unternimmt einen Gegenangriff gegen den französischen linken Flügel, der zwischen Biberach an der Riß und Memmingen steht. Die österreichischen Truppen werden in den Gefechten bei Erolzheim und Ochsenhausen geschlagen und müssen sich erneut nach Ulm zurückziehen. Die österreichischen Verbände bleiben jedoch nicht untätig und erzielen in mehreren kleineren Streifzügen und Überfällen örtliche Erfolge. Im Hauptquartier Ulm lässt Kray die Donauübergänge und die Zufahrten zur Festung weiterhin verstärkt beobachten. Die österreichische Führung wertet die französischen Bewegungen aus, nimmt jedoch noch keine Änderungen an den bestehenden Dispositionen vor. In Oberitalien ergeben sich die rund 18.000 Soldaten des französischen Generalmajors André Masséna den Truppen des Heiligen Römischen Reiches unter Feldmarschalleutnant Peter Ott von Bátorkéz. Feldmarschalleutnant Anton von Elsnitz zieht sich nach der Kapitulation Massénas mit etwa 8000 Mann von der Riviera zurück. Feldmarschalleutnant Joseph Philipp Vukasović steht mit rund 4000 Mann östlich von Mailand, während Feldmarschalleutnant Andreas von O’Reilly mit etwa 3000 Mann südlich des Po in Richtung Piacenza marschiert. Österreichische Garnisonen halten ihre starken Stellungen in Alessandria, Cuneo und Casale. In der Schweiz halten die französischen Truppen ihre bestehenden Positionen entlang der Linth und der Alpenzugänge. Es werden keine besonderen Vorkommnisse gemeldet. |
| Französische Republik / Erzherzogtum Österreich In Oberitalien setzen die französischen Generalmajore Joachim Murat und Jean Boudet ihre Truppen östlich von Piacenza über den Po, während General Jean Lannes den Fluss westlich der Stadt überschreitet. Die Verbände Murats überrennen die österreichische Garnison von Piacenza, und Lannes drängt die Truppen von Feldmarschalleutnant Andreas von O’Reilly nach Westen ab. Durch das rasche Vorgehen der französischen Kräfte wird die österreichische Hauptverbindung Mantua–Alessandria bei Stradella abgeschnitten. Im Raum Ulm und entlang der Donau bleibt die Lage unverändert. Die österreichischen Truppen halten ihre Stellungen, und die französischen Verbände unter General Jean‑Victor Moreau nehmen keine größeren Bewegungen vor. In der Schweiz halten die französischen Truppen weiterhin ihre Positionen entlang der Linth und der Alpenzugänge. Es werden keine besonderen Vorkommnisse gemeldet. |
| Französische Republik / Erzherzogtum Österreich In Oberitalien setzt sich die französische Offensive fort. Die Verbände unter General Joachim Murat und Generalmajor Jean Boudet sichern nach der Überquerung des Po die Räume östlich von Piacenza, während General Jean Lannes seine Truppen westlich der Stadt weiter nach Süden führt. Die österreichischen Kräfte unter Feldmarschalleutnant Andreas von O’Reilly weichen nach Westen aus. Feldmarschalleutnant Peter Ott von Bátorkéz marschiert mit seinem Truppenteil in Richtung Voghera, um die bedrohten Verbindungen nach Alessandria zu stützen. Im Raum Ulm und entlang der Donau bleibt die Lage unverändert. Die österreichischen Truppen halten ihre Stellungen, und die französischen Verbände unter General Jean‑Victor Moreau nehmen weiterhin keine größeren Bewegungen vor. In der Schweiz halten die französischen Truppen ihre Positionen entlang der Linth und der Alpenzugänge. Es werden keine besonderen Vorkommnisse gemeldet. |
| Französische Republik / Erzherzogtum Österreich Feldmarschalleutnant Peter Ott von Bátorkéz trifft am Abend mit seinem Truppenteil in Voghera ein. Kurz darauf stößt der Verband von Feldmarschalleutnant Andreas von O’Reilly zu ihm, der mit sechs Infanteriebataillonen und vier Kavallerieschwadronen zur Verteidigung nach Casteggio abrückt. Die französische Front ist in dieser Phase überdehnt, und Erster Konsul Napoleon Bonaparte unterschätzt die österreichische Stärke. In einem Schreiben an General Jean Lannes erklärt er, etwaige feindliche Truppen zwischen Voghera und Stradella seien „mit Sicherheit weniger als 10.000“ und ohne Zögern anzugreifen. Lannes plant daher, mit seinen rund 8000 Mann weiter nach Westen vorzurücken, womit ein Zusammenstoß mit den etwa 18.000 Mann Otts unvermeidlich wird. Im Raum Ulm und entlang der Donau bleibt die Lage unverändert. Die österreichischen Truppen halten ihre Stellungen, und die französischen Verbände unter General Jean‑Victor Moreau nehmen weiterhin keine größeren Bewegungen vor. In der Schweiz halten die französischen Truppen ihre Positionen entlang der Linth und der Alpenzugänge. Es werden keine besonderen Vorkommnisse gemeldet. |
| Französische Republik / Erzherzogtum Österreich / Königreich Sardinien (Territorium Piemont) In der Ebene zwischen Pavia und Montebello della Battaglia treffen französische und österreichische Streitkräfte aufeinander. Auf französischer Seite stehen das Korps von General Jean Lannes mit rund 8000 Mann unter Giuseppe Antonio Mainoni sowie das Korps Victor mit etwa 6000 Mann unter Olivier Macoux Rivaud. Die österreichischen Kräfte unter Feldmarschalleutnant Peter Ott von Bátorkéz, insgesamt etwa 18.000 Mann, sind in die Divisionen Ludwig von Vogelsang, Joseph von Schellenberg und Andreas von O’Reilly gegliedert. Am Morgen stößt die 6. Leichte Infanterie‑Halbbrigade unter Brigadegeneral François Watrin auf eine österreichische Stellung und greift sofort an. Generalmajor Anton von Zach, Stabschef des Feldzeugmeisters Melas und derzeit bei Ott, rät von einer Schlacht ab, wird jedoch übergangen. Watrin wirft daraufhin alle verfügbaren Einheiten in den Kampf, muss jedoch feststellen, dass seine drei Halbbrigaden, zwei Batterien und das einzelne Kavallerieregiment einer weit überlegenen österreichischen Streitmacht gegenüberstehen: Ott verfügt über 26 Infanteriebataillone, 14 Kavallerieschwadronen und 35 Geschütze, die den Franzosen schwere Verluste zufügen. Fünf Stunden lang versuchen die zahlenmäßig unterlegenen Franzosen, die österreichischen Linien zu durchbrechen. Zweimal gelingt ihnen die Einnahme von Casteggio, doch werden sie jedes Mal durch O’Reillys Truppen zurückgeworfen. Flankenangriffe scheitern an den Lobkowitz‑Dragonern und einer gut platzierten Artilleriestellung. Nur wiederholte Angriffe der 12. Husaren verhindern, dass die französische Linie von der österreichischen Kavallerie überrannt wird. Neun österreichische Bataillone halten einen Hügel südlich des Dorfes, während fünf weitere Bataillone als Reserve in Montebello stehen. Im Verlauf des Kampfes treffen drei Geschütze der Konsulargarde sowie kleinere französische Verstärkungen ein. Gegen 13 Uhr, als Lannes’ Truppen zu weichen beginnen, erreicht die Division Jacques‑Antoine Chambarlhac aus dem Korps Victor das Schlachtfeld. Victor setzt das 43. Linieninfanterieregiment unter Brigadegeneral Olivier Rivaud gegen die österreichische rechte Flanke ein, das 24. Leichte Infanterieregiment gegen die linke Flanke und das 96. Linieninfanterieregiment gegen das Zentrum. Trotz intensiver Artillerieunterstützung können Otts erschöpfte Truppen die konzentrierten Angriffe nicht mehr abwehren, sodass er einen geordneten Rückzug befiehlt. O’Reillys Bataillone halten Casteggio bis zuletzt, wobei das Reisky‑Regiment nahezu ausgelöscht wird. Der Rückzug wird durch die Reste von O’Reillys Verband und die österreichische Kavallerie gedeckt. Die österreichischen Verluste werden mit 659 Gefallenen, 1445 Verwundeten und 2171 Gefangenen angegeben; zwei Geschütze gehen verloren. Die französischen offiziellen Angaben von 600 Verlusten gelten als unrealistisch; zeitgenössische Schätzungen belaufen sich auf etwa 3000 Mann. Die Schlacht von Montebello gefährdet die operative Lage des Feldzeugmeisters Michael von Melas nicht unmittelbar, doch die österreichische Moral erleidet einen schweren Rückschlag. Melas verbleibt in den folgenden Tagen nahezu untätig in Alessandria, während die Franzosen den Ort Casteggio behaupten. Premier Konsul Napoléon Bonaparte, der inzwischen eingetroffen ist, bezieht bei Stradella eine feste Stellung. |
| Französische Republik / Erzherzogtum Österreich / Königreich Sardinien (Territorium Piemont) Nach der Schlacht von Montebello ordnen beide Seiten ihre Verbände neu. Die französischen Truppen unter General Jean Lannes sichern die gewonnenen Stellungen bei Casteggio und entlang der Straße nach Stradella, während Premier Konsul Napoléon Bonaparte seine Position bei Stradella weiter befestigen lässt. Die französischen Korps von Victor und Lannes sammeln ihre erschöpften Einheiten, richten die Verwundetenversorgung ein und bereiten sich auf weitere Operationen gegen die österreichische Hauptarmee vor. Auf österreichischer Seite ziehen sich die Verbände von Feldmarschalleutnant Peter Ott von Bátorkéz und Feldmarschalleutnant Andreas von O’Reilly geordnet in Richtung Voghera und Casteggio–Montebello zurück. Die Truppen sind durch die schweren Kämpfe des Vortages erschöpft, und die Verluste wiegen schwer. Feldzeugmeister Michael von Melas verbleibt weiterhin in Alessandria, ohne größere Bewegungen anzuordnen, da er auf die vollständige Konzentration seiner Kräfte wartet. Im Raum Ulm und entlang der Donau bleibt die Lage unverändert. General Jean‑Victor Moreau beobachtet die österreichischen Stellungen, nimmt jedoch keine größeren Operationen vor. Die österreichischen Truppen halten ihre Linien und verstärken die Zugänge zur Festung. In der Schweiz halten die französischen Verbände ihre Positionen entlang der Linth und der Alpenübergänge. Es werden keine besonderen Vorkommnisse gemeldet. |
| Französische Republik / Erzherzogtum Österreich / Königreich Sardinien (Territorium Piemont) Nach den schweren Kämpfen bei Montebello ordnen die französischen Truppen unter General Jean Lannes und General Victor ihre Verbände neu und sichern die Linie zwischen Casteggio und Stradella. Premier Konsul Napoléon Bonaparte lässt die Stellungen bei Stradella weiter ausbauen und konzentriert seine Kräfte für den erwarteten österreichischen Gegenangriff. Die französischen Korps sammeln Nachzügler, richten die Verwundetenversorgung ein und bereiten sich auf eine mögliche Entscheidungsschlacht vor. Auf österreichischer Seite ziehen sich die Verbände von Feldmarschalleutnant Peter Ott von Bátorkéz und Feldmarschalleutnant Andreas von O’Reilly weiter in Richtung Voghera und Casteggio–Montebello zurück. Die Truppen sind durch die Kämpfe des 9. Juni erschöpft, und die Verluste wirken sich spürbar auf die Moral aus. Feldzeugmeister Michael von Melas verbleibt weiterhin in Alessandria, ohne größere Bewegungen anzuordnen, da er auf die vollständige Konzentration seiner Armee wartet. Im Raum Ulm und entlang der Donau bleibt die Lage unverändert. General Jean‑Victor Moreau beobachtet die österreichischen Stellungen, nimmt jedoch weiterhin keine größeren Operationen vor. Die österreichischen Truppen halten ihre Linien und verstärken die Zugänge zur Festung. In der Schweiz halten die französischen Verbände ihre Positionen entlang der Linth und der Alpenübergänge. Es werden keine besonderen Vorkommnisse gemeldet. |
| Französische Republik / Erzherzogtum Österreich / Königreich Sardinien (Territorium Piemont) General Jean‑Victor Moreau lässt am Morgen die österreichischen Vorposten entlang der gesamten Linie angreifen, nachdem er seine Truppen bereits am 10. Juni langsam nach Osten dirigiert hat. Die österreichischen Verbände unter Feldmarschalleutnant Joseph von Sztáray ziehen sich daraufhin in ihre vorbereiteten Stellungen bei Günzburg zurück. Obwohl Feldzeugmeister Paul Kray von Krajowa dieses Kontingent verstärkt und Sztáray ausdrücklich einen Angriff befohlen hat, zeigt sich dieser zurückhaltend und beschränkt sich auf die Sicherung der Zugänge. Zwischen Günzburg und Peterswörth positioniert Sztáray zwei Kompanien und eine Eskadron. Der württembergische General Christoph Dionysius von Seeger sichert mit sieben Kompanien den Raum Dillingen. Bei Lauingen befehligt Ernst von Hügel dreieinhalb Bataillone. Das Gebiet um Donauwörth hält Generalmajor Baron Thierry de Vaux mit viereinhalb Bataillonen und zwei Eskadronen; zusätzlich bewacht er mit mehreren Kompanien die Brücke bei Donaumünster nahe Tapfheim. Von dort bis Höchstädt stehen lediglich Reiterposten, die den weitläufigen Abschnitt nur unzureichend decken. Die österreichische Linie ist damit zwar breit aufgestellt, jedoch in der Tiefe schwach, und die Zurückhaltung Sztárays führt dazu, dass Krays Absicht eines entschlossenen Gegenangriffs nicht umgesetzt wird. Die französischen Verbände beobachten die österreichischen Bewegungen aufmerksam und bereiten sich auf weitere Operationen entlang der Donau vor. |
| Französische Republik / Erzherzogtum Österreich / Königreich Sardinien (Territorium Piemont) Da Premier Konsul Napoléon Bonaparte keinen österreichischen Angriff wahrnimmt, verlegt er seine Armee in die Ebene des Tanaro bei Alessandria. Er geht davon aus, dass sich Feldzeugmeister Michael von Melas nach dem inzwischen eroberten Genua zurückziehen werde, um sich dort auf die britische Flotte einzuschiffen. In dieser Annahme entsendet Bonaparte eine Division unter General Louis Desaix nach Novi Ligure, um die Lage auf der Straße nach Genua zu erkunden. Zwei Divisionen unter General Claude‑Victor Perrin besetzen das Dorf Marengo, während eine Division unter General Jean Lannes in der offenen Ebene zwischen Marengo und Castel Ceriolo Stellung bezieht. Bonaparte selbst zieht sich mit einer weiteren Division nach Torre di Garofoli zurück und richtet dort sein Hauptquartier ein. Im Raum Ulm und entlang der Donau bleibt die Lage angespannt. Die französischen Verbände unter General Jean‑Victor Moreau beobachten die österreichischen Stellungen aufmerksam, während die österreichischen Kräfte unter Feldmarschalleutnant Joseph von Sztáray ihre Positionen bei Günzburg, Dillingen, Lauingen und Donauwörth halten. Die Linie ist breit, aber in der Tiefe schwach, und die Zurückhaltung Sztárays verhindert weiterhin einen entschlossenen Gegenangriff. In der Schweiz halten die französischen Truppen ihre Positionen entlang der Linth und der Alpenübergänge. Es werden keine besonderen Vorkommnisse gemeldet. |
| Französische Republik / Osmanisches Reich Der französische General Jean-Baptiste Kléber, der die osmanischen Truppen in der Schlacht von Heliopolis besiegte, wird in Kairo von einem syrischen Derwisch erstochen. Sein Tod beendet die Phase der französischen Stabilisierung in Ägypten. Zum Nachfolger Klébers wird der bisherige Général de division Jacques-François Menou ernannt. Menou trat 1798 zum Islam über, um die Tochter des Kairoer Azhar-Scheichs Ahmad ar-Rashidi zu heiraten. General Menou wird als nicht so erfolgreich wie sein Vorgänger Kléber eingeschätzt. | |
| Französische Republik / Erzherzogtum Österreich / Königreich Sardinien (Territorium Piemont) In Oberitalien eröffnet Feldzeugmeister Michael von Melas bei Tagesanbruch die Offensive gegen die französischen Stellungen bei Marengo. Er lässt seine Armee über drei Brücken den Bormida überschreiten und greift gegen 09:00 Uhr mit rund 31.000 Mann und 100 Geschützen die zersplittert stehenden französischen Verbände an. Die Franzosen schlagen, gedeckt durch den tiefen und sumpfigen Graben des Fontanone, zwei Angriffe zurück. Beim dritten Anlauf gelingt es den Österreichern jedoch, Marengo zu erstürmen und die französischen Truppen zum Rückzug zu zwingen. Feldmarschalleutnant Hadik, Führer der ersten Hauptkolonne, fällt beim Angriff über den Fontanone tödlich. Erst jetzt trifft Premier Konsul Napoléon Bonaparte mit der Division Monnier und der Konsulargarde ein und verstärkt die französischen Flügel, doch das Zentrum ist bereits durchbrochen. Die französischen Verbände weichen langsam zurück. Der einundsiebzigjährige Melas, überzeugt vom errungenen Sieg und durch eine leichte Verwundung erschöpft, zieht sich nach Alessandria zurück und überlässt die Verfolgung seinem Generalstabschef Anton von Zach. Gegen 15:00 Uhr erscheint unerwartet General Louis Desaix, der auf dem Marsch nach Novi von Bonaparte zurückgerufen wurde. Mit etwa 5000 Mann greift er sofort an, während General Marmont die Geschütze auf Zachs vorderste Kolonne richten lässt. Desaix fällt im Gefecht durch eine Kugel. Die Österreicher versuchen erneut vorzudringen, doch ein Angriff der Dragoner unter François Étienne de Kellermann durchbricht ihre Flanke. Zach und rund 2000 Mann werden abgeschnitten und ergeben sich. Damit wendet sich der Schlachtverlauf endgültig. Die österreichische Linie bricht zusammen, die Reiterei flieht und reißt das Fußvolk mit sich fort. In völliger Unordnung versuchen die Truppen, sich über den Bormida zu retten. Fast die gesamte österreichische Artillerie fällt in französische Hände. Die Österreicher verlieren etwa 6400 Tote und Verwundete sowie 3000 Gefangene; die Franzosen rund 7000 Mann, darunter neben Desaix auch Brigadegeneral Champeaux. Der Sieg von Marengo bringt Oberitalien wieder unter französische Kontrolle. Im Donaugebiet rückt General Claude Lecourbe vom Lech an die Zusam vor und bedroht in den folgenden Tagen über Zusmarshausen den Raum Wertingen–Donauwörth. Die Einheit Paul Greniers, verstärkt durch Teile von Moreaus Korps, marschiert auf Burgau mit Ziel Günzburg, während der Rest des Korps zwischen Kammel und Mindel als Reserve verbleibt. General Antoine Richepanse hält zur Beobachtung Ulm weiterhin im Südwesten der Festung Stellung und bleibt damit erneut einem möglichen österreichischen Ausfall ausgesetzt, der jedoch nicht erfolgt. Die Rückendeckung der Rheinarmee gegen die Truppen des Fürsten Reuß übernehmen die Generäle Gabriel Jean Joseph Molitor und Étienne Marie Antoine Champion de Nansouty. |
| Französische Republik / Erzherzogtum Österreich / Königreich Sardinien (Territorium Piemont) In den Tagen nach den Gefechten bei Erolzheim und Ochsenhausen zögert General Jean‑Victor Moreau über das weitere Vorgehen gegen die österreichische Armee unter Feldzeugmeister Paul Kray von Krajowa. Etwa zwei Wochen lang prüft er verschiedene Möglichkeiten, die österreichische Stellung bei Ulm zu umgehen oder zu brechen, ohne größere Operationen einzuleiten. Schließlich entscheidet er sich, südlich von Ulm die Donau zu überschreiten, um die österreichische Armee zu flankieren und zu einer offenen Feldschlacht zu zwingen. |
| Französische Republik / Erzherzogtum Österreich / Königreich Sardinien (Territorium Piemont) Generalleutnant Claude Lecourbe besetzt mit einer Division als Vorhut Burgau und dehnt seine Kräfte nach rechts gegen die Straße Lauingen–Dillingen aus. Nach einem kurzen Gefecht mit den französischen Vorhuten räumen die österreichischen Truppen am späten Nachmittag die Städte Burgau und Wertingen. General Paul Grenier folgt mit seiner rechten Flanke der Bewegung Lecourbes auf Burgau, während der Rest seines Korps zwischen Kammel und Mindel in Reserve bleibt. Unter dem Druck der französischen Vorstöße hält Feldmarschalleutnant Joseph von Sztáray es für zweckmäßig, über die Donau zurückzugehen und sich hinter der Brenz bei Gundelfingen an der Donau aufzustellen. Unklar bleibt, weshalb Sztáray seine Avantgarde sowie sämtliche am 15. Juni eingetroffenen Verstärkungen teils nach Ulm, teils nach Leipheim abkommandiert und lediglich acht Bataillone und fünf Eskadronen bei sich behält. Die österreichische Linie wird dadurch in der Tiefe weiter geschwächt, während die französischen Verbände ihre Bewegungen entlang der Donau zunehmend koordinieren. Im Raum Ulm bleibt die Lage angespannt. General Antoine Richepanse hält weiterhin südwestlich der Festung Stellung, um mögliche österreichische Ausfälle zu beobachten, die jedoch erneut ausbleiben. Die Rückendeckung der Rheinarmee gegen die Truppen des Fürsten Reuß liegt weiterhin bei den Generälen Molitor und Nansouty. |
| Französische Republik / Erzherzogtum Österreich / Königreich Sardinien (Territorium Piemont) General Paul Grenier rückt gegen Günzburg vor und besetzt die Stadt gegen 18 Uhr, nachdem Feldmarschalleutnant Joseph von Sztáray beim Rückzug über die Donau die Brücken von Leipheim und Günzburg hinter sich hatte abbrennen lassen. Zur gleichen Zeit treffen bei Binswangen zwischen Wertingen und Dillingen österreichische Truppen auf die Vorhuten des Generalleutnants Claude Lecourbe. Trotz des tödlichen Feuers einer österreichischen Batterie dringen die Franzosen vor und setzen Kavallerie ein, um den Gegner zu umfassen. Die österreichischen Kräfte ziehen sich daraufhin nach Dillingen zurück. Etwa 2000 französische Soldaten wenden sich anschließend gegen das Dorf Kicklingen, mit dem Ziel, die Höchstädter Brücke über die Donau zu besetzen. Diese ist jedoch bereits abgetragen, und die in Höchstädt stehenden österreichischen Truppen empfangen die Angreifer mit heftigem Artilleriefeuer. Auch bei Donauwörth, wo die Brücke gleichfalls zerstört ist, kommt es zu einer wechselseitigen Kanonade. Die französische Rheinarmee steht nun so, dass sie entweder mit ihrem linken Flügel bei Günzburg oder mit ihrem rechten Flügel bei Dillingen einen Donauübergang wagen kann. Das Zentrum ist bereit, jenes Korps zu unterstützen, dem der Übergang zuerst gelingt. Die österreichische Linie bleibt in der Tiefe geschwächt, da Sztáray weiterhin nur über begrenzte Kräfte verfügt und seine Verstärkungen auf Ulm und Leipheim verteilt hat. |
| Französische Republik / Erzherzogtum Österreich / Königreich Sardinien (Territorium Piemont) Die französischen Truppen führen umfassende Erkundungen der Donauufer durch und beginnen mit der Sammlung von Material zur Wiederherstellung der zerstörten Holzbrücken. Die Österreicher haben sämtliche hölzernen Brücken zwischen Ulm und Donauwörth unbrauchbar gemacht, sodass den Franzosen weder Boote noch Pontons zur Verfügung stehen. Nur wenige Brückenbalken können kurzfristig aufgetrieben werden. Die Auskundschafter des Brigadegenerals Puthod stellen fest, dass die Brückenreste bei Gremheim und Blindheim am ehesten wiederherzustellen sind. Generalleutnant Claude Lecourbe beschließt daher, an diesen beiden Punkten am 19. Juni den Donauübergang zu wagen und widmet den folgenden Tag (18. Juni) der Vorbereitung der notwendigen Maßnahmen. Obergeneral Jean‑Victor Moreau ordnet an, die Divisionen des Zentrums an den rechten Flügel zu verlegen und lässt sie von Ichenhausen und Burgau nach Aislingen marschieren. Da es an Landungsgerät mangelt, wird eine Kompanie Schwimmer gebildet, die den Fluss ohne Boote überqueren soll; zwei kleine Kähne sollen ihnen mit Waffen und Kleidung zum nördlichen Donauufer folgen. Die französische Armee bereitet sich damit systematisch auf den entscheidenden Donauübergang vor, während die österreichischen Stellungen weiterhin durch die Zerstörung der Brücken gedeckt werden. |
| Französische Republik / Erzherzogtum Österreich / Königreich Sardinien (Territorium Piemont) Gegen 17 Uhr eröffnet Generalleutnant Claude Lecourbe, der am Morgen um 0830 Uhr mit seinem Hauptquartier von Augsburg nach Wertingen aufgebrochen ist, eine Reihe von Ablenkungsangriffen entlang der Donau. Französische Vorhuten greifen Dillingen, Lauingen, Höchstädt und Donauwörth an, um Feldmarschalleutnant Joseph von Sztáray, der mit einem Korps von 11.000–15.000 Mann die Niederdonau decken soll, über die eigentliche französische Absicht zu täuschen. Die übrige österreichische Armee steht weiterhin im Raum Ulm. Generalleutnant Paul Grenier erhält den Befehl, Vorbereitungen für einen Donauübergang bei Günzburg zu treffen. Dieser Schritt soll sowohl das Heranführen österreichischer Verstärkungen aus Ulm nach Dillingen verhindern als auch — für den Fall, dass Sztáray die Verteidigungslinie entlang der Brenz bei Gundelfingen besetzen sollte — dessen Stellung im Rücken bedrohen. Die österreichischen Truppen, unterstützt durch bayerische und württembergische Kontingente, schlagen sämtliche französischen Versuche, einen Übergang über die Donau zu erzwingen, durch heftiges Kartätschen- und Artilleriefeuer zurück. Die Franzosen erleiden dabei erhebliche Verluste an Toten und Verwundeten. Die Kanonade hält bis nach 21 Uhr an. Die wiederholten französischen Angriffe auf Günzburg veranlassen Feldzeugmeister Paul Kray von Krajowa, die Divisionen Riesch und Klinglin sowie die Infanterie der Brigade des Erzherzogs Ferdinand nach Elchingen zu verlegen, um die bedrohte Donaufront zu verstärken. |
| Französische Republik / Erzherzogtum Österreich / Heiliges Römisches Reich / Kurfürstentum Pfalzbayern / Herzogtum Württemberg Der Beschuss entlang der Donau setzt gegen 0300 Uhr mit unveränderter Heftigkeit ein, während die Divisionen der Generale César Charles Étienne Gudin und Joseph Hélie Désiré Perruquet de Montrichard hinter den Wäldern gegenüber Blindheim Stellung beziehen. General Jean Joseph Ange d’Hautpoul hält sich mit der Reservereiterei marschbereit, die Moreau auf dem rechten Flügel konzentriert hat, um den bevorstehenden Übergang zu unterstützen. Gegen 05:00 Uhr sind die Vorbereitungen abgeschlossen. General Gudin, unterstützt durch die Brigadegeneräle La Val und Puthod, führt den ersten Angriff. Nach kurzer Kanonade räumen die österreichischen Truppen ihre Stellungen bei Blindheim und Gremheim. 80 französische Schwimmer überqueren den Fluss, gefolgt von zwei Kähnen, erreichen das linke Donauufer und greifen – noch nicht vollständig bekleidet – die österreichischen Posten an, denen sie zwei Geschütze abnehmen. Über den verbliebenen Brückenrest wird eine Leiter gelegt, sodass Kanoniere die erbeuteten Geschütze sofort gegen die Österreicher einsetzen können. Gleichzeitig beginnen die Sappeure mit der notdürftigen Wiederherstellung der Brücke. Zwei französische Bataillone gelangen auf das Nordufer und besetzen Blindheim und Gremheim, um die Arbeiten zu sichern. Da Generalmajor Thierry de Vaux nach der Meldung des Übergangs keine entschlossene Gegenwehr organisiert, werden in den württembergischen Reihen drei Kompanien mit zwei Geschützen, zwei Infanteriebataillone, eine Husarenschwadron und ein Flügel Kürassiere mit vier Geschützen aufgerieben und bis Riedlingen verfolgt. Inzwischen sammelt Feldmarschalleutnant Joseph von Sztáray sein entlang der Donau zwischen Günzburg und Gremheim stehendes Korps zu einer schlagkräftigen Masse. Verstärkungen aus Donauwörth und Dillingen eilen heran, um die Übergangspunkte anzugreifen. Um eine Vereinigung dieser Kräfte zu verhindern, lässt Generalleutnant Lecourbe unverzüglich Schwenningen besetzen, das von einem württembergischen Bataillon gehalten wird. Das Dorf wechselt mehrfach den Besitzer, bis die Franzosen gegen Mittag nach einem dritten Sturmangriff endgültig die Oberhand gewinnen. Die Österreicher versuchen, die abgeschnittene Verbindung ihrer Einheiten im linken Donautal wiederherzustellen und rücken mit 4000 Infanteristen, 40 Reitern und 6 Geschützen gegen Schwenningen vor. Die französische Infanterie und ein Peloton des 8. Husarenregiments geraten unter heftiges Feuer. Als die Franzosen zu weichen beginnen, greifen zwei Eskadronen des 1. Karabinierregiments ein, unterstützt vom Peloton der Husaren. In dem folgenden Nahkampf wird die österreichische Linie durchbrochen. Die Franzosen nehmen 2500 Gefangene, 10 Geschütze, 4 Fahnen und 300 Pferde. Zwei württembergische Bataillone, die Vierecke bilden, werden von den Karabinieren aufgerissen; beide Fahnen gehen verloren. Die Brigade La Val verfolgt die fliehenden Truppen und greift gegen 12:00 Uhr Donauwörth an, wo Generalmajor de Vaux mit 1900 Mann standhält und seine 36 Geschütze auf dem Schellenberg bis 2300 Uhr feuern lässt. Unterdessen treffen österreichische Kräfte aus Höchstädt, Dillingen und Lauingen auf dem Schlachtfeld ein. Die Generale Montrichard und Gudin rücken unter schwerer Gegenwehr von Blindheim aus vor. Als die Franzosen sich in Schlachtordnung formieren können, ziehen sich die Österreicher geordnet nach Dillingen zurück. Das Fußvolk marschiert entlang der Donau, gedeckt durch ein Gehölz, während der linke Flügel durch Kavallerie geschützt wird. Die 37. Halbbrigade und eine Eskadron des 9. Kavallerieregiments verfolgen die Österreicher am Ufer, während Lecourbe mit seiner Hauptmacht den linken österreichischen Flügel überholt. Brigadechef Merlin erhält den Auftrag, mit Kürassieren durch Schretzheim vorzustoßen und die österreichische Kolonne auf dem Marsch von Höchstädt nach Dillingen anzugreifen. Die österreichische Reiterei gerät in Unordnung; 1800 Mann werden abgeschnitten und ergeben sich. Die übrigen Truppen werden bis Gundelfingen an der Brenz verfolgt. Lecourbe bezieht anschließend eine Stellung an der Egau zwischen Höchstädt und Dillingen und wartet auf die Reservedivisionen, die die Brücken bei Dillingen und Lauingen wiederherstellen. General Moreau hat den Großteil seines Heeres zwischen Aislingen und Binswangen konzentriert. Über die notdürftig reparierten Brücken bei Lauingen und Dillingen führt er die Divisionen Decaen und Grandjean persönlich auf das linke Donauufer und beginnt gemeinsam mit Lecourbe den Angriff auf Gundelfingen. Nach der Meldung des französischen Übergangs setzt Feldzeugmeister Paul Kray Generalmajor Klinglin mit starker Kavallerie in Marsch. Gegen 18:00 Uhr erkennt Lecourbe Bewegung in der österreichischen Linie und lässt seine Infanterie bei Lauingen Stellung beziehen. Klinglin formiert seine Reiterei in zwei Linien. Die erste Linie drängt französische Karabiniere und Husaren zurück, doch französische Kürassiere greifen ein, und als auch die Karabiniere und Husaren erneut vorgehen, gerät die österreichische Linie ins Wanken. Die zweite Linie rückt zur Unterstützung vor, bringt die französischen Regimenter zunächst zum Weichen, wird jedoch im entscheidenden Moment vom 9. Kavallerieregiment in der Flanke getroffen und geschlagen. Bei Sonnenuntergang sind die Brücken bei Dillingen und Lauingen wiederhergestellt, und Teile der französischen Reserve erreichen das linke Donauufer. Krays Verstärkungen treffen ein; 8000 Österreicher beziehen Stellung an der Brenz und eröffnen das Feuer. Moreau befiehlt einen erneuten Angriff, um den Gegner von der Brenz zu vertreiben. Das 4. Husaren‑, 6. Chasseur‑, 11. Dragoner‑ und 13. Kavallerieregiment sowie Teile der Infanterie der Division Decaen und Lecourbes Korps rücken in Echelons vor, unterstützt durch flankierende Batterien. Die Österreicher dehnen ihre Linie aus und erwarten den Angriff, der gegen 2000 Uhr beginnt und mehrfach mit großer Heftigkeit wiederholt wird. Moreau befindet sich zeitweise mitten im Gefecht. Erst gegen 23:00 Uhr ziehen sich die Österreicher über die Brenz zurück und überlassen den Franzosen das Feld. Die 37. Halbbrigade nimmt Gundelfingen. Am Abend überschreitet der Rest des französischen Reservekorps die Donau. Generalleutnant Grenier erhält den Befehl, in der Nacht mit den Divisionen Baraguey d’Hilliers und Legrand bei Lauingen überzugehen und den linken Flügel der Armee zu verstärken. Die Division Ney bleibt zur Sicherung an der Günz. Feldmarschalleutnant Sztáray zieht seine verbliebenen Truppen rechts der Brenz auf Sontheim und Giengen zurück; die Reste der Divisionen Riesch, Klinglin und Baillet folgen. General de Vaux räumt um Mitternacht Donauwörth und weicht über Monheim, Pappenheim und Eichstätt nach Ingolstadt aus. Die österreichischen Verluste des Tages betragen 47 Tote, 160 Verwundete und 1978 Gefangene; zudem gehen 342 Pferde, 5 Geschütze, 5 Munitionskarren und zahlreiche Fuhrwerke verloren. Die französischen Verluste bleiben im Verhältnis zur eingesetzten Truppenstärke moderat. |
| Französische Republik / Erzherzogtum Österreich / Heiliges Römisches Reich / Kurfürstentum Pfalzbayern / Herzogtum Württemberg Der erfolgreiche Donauübergang der französischen Rheinarmee unter General Jean‑Victor Moreau zwingt Feldzeugmeister Paul Kray von Krajowa, seinen befestigten Standort Ulm aufzugeben. Die österreichischen Truppen haben am Vortag schwere Verluste erlitten: 5 Fahnen, 20 Geschütze samt Munitionswagen und etwa 5000 Gefangene fallen in französische Hände. Einem Teil der Gefangenen gelingt später die Flucht, da ihre französischen Eskorten sie in Schwaben meist nachts und auf abgelegenen Wegen führen müssen, um österreichischen Patrouillen auszuweichen. Noch am Abend des 19. Juni und bis zum Morgen des 21. Juni werden allein nach Augsburg in 103 Wagen schwerverwundete Soldaten gebracht. Zeitgenössische Berichte schildern ihren Zustand als erschütternd: Viele waren durch Kartätschen verstümmelt oder durch Säbelhiebe entstellt. Kray verzichtet angesichts der Lage auf das Risiko einer erneuten Schlacht gegen Moreaus nun vereinte Truppen. Er entscheidet sich, sein geschwächtes Heer in einem weiten Bogen in Richtung Ingolstadt zurückzuführen, um die untere Donau zu gewinnen und sich mit dem von ihm getrennten Korps wieder zu vereinigen. Am 20. Juni räumt er Ulm, lässt jedoch eine Besatzung von etwa 12.000 Mann unter Franz von Petrasch zurück. Der Hauptteil der österreichischen Armee zieht über Heidenheim an der Brenz und Neresheim nach Nördlingen, wo die Truppen wegen aufgeweichter Wege erschöpft lagern. Französische Verbände bleiben den Österreichern dicht auf den Fersen und beobachten den Rückzug aufmerksam. Die österreichische Führung beginnt zugleich, bei Moreau wegen eines Waffenstillstands vorzufühlen. Ein solcher Waffenruhevertrag war kurz zuvor nach der französischen Entscheidungsschlacht bei Marengo bereits zwischen Premier Konsul Napoléon Bonaparte und der österreichischen Armee in Oberitalien vereinbart worden. Moreau lässt seine Truppen entlang der Donau nachrücken und ordnet die Verfolgung an, während Kray versucht, seine Linien zu stabilisieren und den Anschluss an die unteren Donauabschnitte zu gewinnen. |
| Französische Republik / Erzherzogtum Österreich / Heiliges Römisches Reich / Kurfürstentum Pfalzbayern / Herzogtum Württemberg Nach der Räumung von Ulm und dem Beginn des österreichischen Rückzugs setzt General Jean‑Victor Moreau am 21. Juni die Verfolgung entlang der Donau fort. Die französischen Verbände rücken in breiter Front nach Osten vor, während die österreichische Armee unter Feldzeugmeister Paul Kray von Krajowa versucht, in Richtung Ingolstadt auszuweichen und den Anschluss an die untere Donau wiederzugewinnen. Die österreichischen Truppen, erschöpft von den Kämpfen und den aufgeweichten Wegen, ziehen sich über Heidenheim an der Brenz und Neresheim weiter nach Nördlingen zurück. Dort lagern die Einheiten, um sich zu sammeln und den weiteren Marsch vorzubereiten. Die französischen Vorhuten bleiben ihnen dicht auf den Fersen und beobachten jede Bewegung. Moreau ordnet an, die Donauübergänge zu sichern und die eigenen Linien zu schließen, um ein Entkommen größerer österreichischer Verbände zu verhindern. Gleichzeitig bereitet er seine Truppen darauf vor, den Rückzug Krays zu beschleunigen und ihn vom Raum Ingolstadt abzuschneiden. Die österreichische Führung setzt ihre Bemühungen um einen Waffenstillstand fort, nachdem bereits am 20. Juni erste Fühlungen aufgenommen worden waren. Die Nachrichten über die französischen Erfolge in Oberitalien unter Napoléon Bonaparte und den dort vereinbarten Waffenstillstand verstärken den Druck auf Kray, eine Entscheidung herbeizuführen. Während die französischen Kolonnen entlang der Donau nachrücken, versuchen bayerische Kontingente, die rechte Flanke der österreichischen Armee zu decken. Die Lage bleibt angespannt, doch es kommt an diesem Tag zu keinen größeren Gefechten; beide Seiten ordnen ihre Kräfte neu und bereiten sich auf die nächsten Bewegungen vor. |
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