Chronik 1700.03
DIE EREIGNISSE DES MÄRZ 1700
und die Ereignisse des Jahres ohne genaue Datumsangabe
In vielen Ländern wird der gregorianische Kalender eingeführt
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(nach Geburtsjahr geordnet) | |||
| Jahres-Chroniken | ||||
| Länderchroniken | ||||
| Nation | Name | Regierungszeit | ||
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(1453-1791) |
Leitender Minister Jean-Baptiste Colbert de Torcy |
1699 - 1715 | ||
(962-1806) |
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(1504-1868) |
Haupt-Staatssekretär Antonio Cristóbal de Ubilla y Medina, marqués de Rivas |
02.1698-02.1705 | ||
(1356-1701) |
Leitender Minister Johann Kasimir Reichsgraf Kolbe von Wartenberg |
1697 - Anfang 1711 | ||
(1660-1707) |
Ratsvorsitzender Ford Grey, Earl of Tankerville |
1699 - 12.12.1700 | ||
(1547-1721) |
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(754-1870) |
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(1523-1814) |
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| 1690 / 1691 / 1692 / 1693 / 1694 / 1695 / 1696 / 1697 / 1698 / 1699 | |
| I. Quartal / II. Quartal / III. Quartal / IV. Quartal |
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| Heiliges Römisches Reich / Königreich Dänemark-Norwegen In den protestantischen Teilen des Heiligen Römischen Reiches und in Dänemark wird der Gregorianische Kalender eingeführt. Der vorige Tag war der 18. Februarjul. | |
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wenn nicht anders angegeben, beziehen sich alle Daten von hier ab auf den gregorianischen Kalender |
| Königreich England / Heiliges Römisches Reich / Königreich Spanien Da der vom spanischen König Carlos II. festgelegte Thronfolger Joseph Ferdinand von Bayern im Vorjahr im Alter von sechs Jahren gestorben ist, treffen sich König Willem III. von England und König Louis XIV. von Frankreich, um einen neuen Teilungsvertrag für den Fall des Todes des spanischen Königs zu vereinbaren. Nach diesem Vertrag soll Erzherzog Karl, der zweite Sohn von Kaiser Leopold I., die spanische Krone, und der Enkel Louis‘ XIV., Charles d’Anjou die spanischen Länder Neapel, Sizilien, Guipuzcoa und Mailand erhalten. Damit würde der langgehegte Wunsch der französischen Könige nach der Hegemonie über Italien Wirklichkeit werden. Kaiser Leopold I. verweigert jedoch seine Zustimmung, und so fühlt sich Louis XIV. ebenfalls nicht an die Vereinbarung gebunden. Leopold I. schickt seinen kaiserlichen Gesandten Graf Harrach an den spanischen Hof in Madrid, um gemeinsam mit der Ehefrau des Königs, einer Prinzessin von Pfalz-Neuburg, für den Erzherzog Karl zu werben. Auch Louis XIV. sendet seinen Gesandten Marquis d’Harcourt nach Madrid, um die Ansprüche Philippe d’Anjous zu unterstützen. | |
| Heiliges Römisches Reich / Kurfürstentum Brandenburg Der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Leopold I., empfängt einen brandenburgischen Gesandten zu einer Audienz über die Kronenfrage Brandenburgs. Die weiteren Verhandlungen zwischen Berlin und Wien werden sich das ganze Jahr über hinziehen. Brandenburg ist es wichtig, dass ein etwaiger Königstitel für Brandenburg von einem katholischen Reichsoberhaupt nicht verliehen (creirt), sondern nur anerkannt (agnosziert) werden darf, dass er also ausschließlich von Gott und nicht vom Kaiser stammt. Andere brandenburgische Diplomaten bereisen verschiedene europäische Länder, um deren Haltung zu einenm brandenburgischen Königreich zu ergründen. | |
| Heiliges Römisches Reich / Kurfürstentum Brandenburg Die Spandauer Apotheker Daniel Erasmus und Joachim Ernst Zander werden vom Rat aufgefordert, sich innerhalb von vier Wochen nach Berlin zu begeben, um ihren Apotheker-Eid zu leisten. Der Eid ist in Brandenburg im Januar eingeführt worden. | |
| Zarentum Russland / Königreich Dänemark-Norwegen / Königreich Schweden / Herzogtum Schleswig-Holstein-Gottorf / Königreich Frankreich Eine Dreierallianz, bestehend aus dem Russischen Zarenreich sowie den Personalunionen Sachsen-Polen und Dänemark-Norwegen, greift Schweden an, das von dem 18jährigen, als jung und unerfahren geltenden König Karl XII. regiert. Dänemark marschiert an der Trave mit 14.000 Mann unter dem Befehl des Herzogs Ferdinand Wilhelm von Württemberg in das schwedische Teilherzogtum Schleswig-Holstein-Gottorf ein. Daraufhin ordnet der 18 Jahre alte schwedische König Karl XII. die Mobilmachung an. Die schwedische Armee ist kein Söldnerheer wie in anderen Ländern üblich. Die Truppenstärke der Karoliner, wie die schwedischen Soldaten nach ihrem Gründer Karl XI. heißen, beträgt 76.000 Soldaten. Die Soldaten der einzelnen Einheiten leben in Friedenszeiten als Bauern in ihren Dörfern. Da sie einander gut kennen, halten sie im Kampf eng zusammen. Fahnenflucht ist bei der schwedischen Armee so gut wie unbekannt. Frankreich unter König Louis XIV. unterstützt Schweden finanziell, welches mit Schwedisch-Pommern, Holstein-Gottorf, Finnland, Karelien, Ingermanland und Livland nur etwa 3 Millionen Einwohner hat, jedes Jahr mit über einer Million Livres. In diesem Krieg geht es im wesentlichen um die Vorherrschaft im Ostseeraum. | |
| Kurfürstentum Sachsen / Königliche Republik der polnischen Krone und des Großfürstentums Litauen / Königreich Schweden / Herzogtum Kurland Da die geplante Besetzung Rigas durch die Sachsen aufgrund des exzellenten Verteidigungszustandes der Stadt gescheitert ist, beginnen die Sachsen zunächst das benachbarte Dünamünde zu belagern. | |
| Kurfürstentum Sachsen / Königliche Republik der polnischen Krone und des Großfürstentums Litauen / Königreich Schweden / Herzogtum Kurland Zwei Tage nach Beginn der Belagerung der livländischen Stadt Dünamünde nehmen die Sachsen die Stadt ein, die von August II. sogleich in Augustusburg umbenannt wird. Danach richten die sächsischen Truppen eine Blockade um Riga ein. | |
| Königreich Dänemark-Norwegen / Königreich Schweden / Königreich England / Republik der Sieben Vereinigten Provinzen William III. von England und Orange, zugleich König von Schottland und Irland sowie Statthalter der Vereinigten Provinzen, wünscht die Erhaltung des Friedens in Skandinavien. Da Dänemark jedoch als der Angreifer gilt und England und die Vereinigten Provinzen Garantiemächte des Altonaer Vertrages sind, stellt er sich auf die Seite Schwedens und schickt unter Admiral George Rooke ein englisch-holländisches Geschwader mit 25 Linienschiffen zur Unterstützung Schwedens nach Göteborg. Schweden verfügt nur über eine Flotte von 38 Linienschiffen und 12 Fregatten, Dänemark hat nur 33 Linienschiffe und 7 Fregatten. In einem kühnen Manöver gelingt der schwedischen Flotte die Durchfahrt durch die kleinere der beiden Fahrrinnen im Öresund, außerhalb der Reichweite der Kanonen der dänischen Sundfestungen. Die schwedische Flotte vereinigt sich mit dem englisch-holländischen Geschwader, so dass der dänische Admiral gegen nunmehr 60 Schiffen keine Seeschlacht wagen wird. | |
| Heiliges Römisches Reich / Kurfürstentum Brandenburg Kurfürst Friedrich III. stimmt endgültig der Gründung einer "Societät der Wissenschaften" in Berlin zu. Ihren Platz soll sie in der Dorotheenstadt finden. Der Hofprediger Daniel Ernst Jablonski wird vom Entschluss des Kurfürsten unterrichtet, "ein Observatorium und eine Académie des Sciences" in Berlin zu etablieren«. Damit beginnt die beurkundete Geschichte der "Kurfürstlich-Brandenburgische Societät der Wissenschaften", die offiziell am 11. Juli gegründet werden soll. | |
| Heiliges Römisches Reich / Kurfürstentum Brandenburg Der Berliner Hofprediger Daniel Ernst Jablonski teilt mit, dass Kurfürst Friedrich III. der Gründung eines »Observatorii« und einer »Academiae Scienciarium« in der Chur-Brandenburgischen Residentz zugestimmt habe. | |
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