Chronik 1701: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:Hundertjähriger Kalender.JPG|thumb|150px|''Umschlag des Hundertjährigen Kalenders aus dem Jahre 1924'']] Der Stadtphysicus von Erfurt, das zum Erzbistum Mainz gehört, Christoph von Hellwig, gibt den "Hundertjährigen Kalender" mit langfristiger Wettervorhersage auf astrologischer Basis heraus. Der "Hundertjährige Kalender" ist eine Zusammenstellung von Wettervorhersagen. Er wurde im 17. Jahrhundert von Mauritius Knauer (* 1613 oder 1614; † 1664), Abt des Klosters Langheim als Calendarium oeconomicum practicum perpetuum verfasst. Das Buch sollte ihm und seinen Mönchen ermöglichen, das Wetter in Franken vorherzusagen und so die klösterliche Landwirtschaft zu optimieren. Knauer stützte sich auf klassische astrologische Vorstellungen. Er ging von der allerdings auch unter zeitgenössischen Astrologen umstrittenen Idee aus, die Himmelskörper ("Planeten") Mond, Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus und Merkur würden, in festem Turnus aufeinander folgend, jeweils ein Jahr lang von Frühlingsbeginn bis Winterende entscheidend das Wetter beeinflussen. Nach dieser Theorie genügte es, über einen beliebigen siebenjährigen Zeitraum präzise Wetterbeobachtungen zu machen, um, darauf aufbauend, auch für die Zukunft das Wetter vorhersagen zu können. Knauer schränkte allerdings ein, dass zusätzliche, astrologisch bedeutsame Faktoren wie Kometen, Sonnen- und Mondfinsternisse das Wetter abweichend beeinflussen könnten. Die Grundlage für sein Calendarium legte der Abt mit detaillierten Beobachtungen des Wetters wohl in den Jahren 1652 bis 1658. Erstmals veröffentlicht wird nun das Calendarium von dem in Tennstedt, später in Erfurt tätigen Arzt Christoph von Hellwig, der lediglich die lateinischen Passagen wegließ und behauptet, dass der Kalender einhundert Jahre alt sei. Die häufig zu lesende Ansicht, dieser Druck würde den ursprünglichen Text verfälschen, trifft allerdings nicht zu. Von Hellweg wurde bereits im Vorjahr bekannt, als er als Stadtphysikus in Bad Tennstedt eine Zahnbürste erfand und in Umlauf brachte. Der "Hundertjährige Kalender" steht in einer Tradition von Bauernkalendern (Volkskalendern) und agrarischen Lunarkalendern, die sich auf das ausgehende Mittelalter zurückführen lassen. <br> | [[Datei:Hundertjähriger Kalender.JPG|thumb|150px|''Umschlag des Hundertjährigen Kalenders aus dem Jahre 1924'']] Der Stadtphysicus von Erfurt, das zum Erzbistum Mainz gehört, Christoph von Hellwig, gibt den "Hundertjährigen Kalender" mit langfristiger Wettervorhersage auf astrologischer Basis heraus. Der "Hundertjährige Kalender" ist eine Zusammenstellung von Wettervorhersagen. Er wurde im 17. Jahrhundert von Mauritius Knauer (* 1613 oder 1614; † 1664), Abt des Klosters Langheim als Calendarium oeconomicum practicum perpetuum verfasst. Das Buch sollte ihm und seinen Mönchen ermöglichen, das Wetter in Franken vorherzusagen und so die klösterliche Landwirtschaft zu optimieren. Knauer stützte sich auf klassische astrologische Vorstellungen. Er ging von der allerdings auch unter zeitgenössischen Astrologen umstrittenen Idee aus, die Himmelskörper ("Planeten") Mond, Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus und Merkur würden, in festem Turnus aufeinander folgend, jeweils ein Jahr lang von Frühlingsbeginn bis Winterende entscheidend das Wetter beeinflussen. Nach dieser Theorie genügte es, über einen beliebigen siebenjährigen Zeitraum präzise Wetterbeobachtungen zu machen, um, darauf aufbauend, auch für die Zukunft das Wetter vorhersagen zu können. Knauer schränkte allerdings ein, dass zusätzliche, astrologisch bedeutsame Faktoren wie Kometen, Sonnen- und Mondfinsternisse das Wetter abweichend beeinflussen könnten. Die Grundlage für sein Calendarium legte der Abt mit detaillierten Beobachtungen des Wetters wohl in den Jahren 1652 bis 1658. Erstmals veröffentlicht wird nun das Calendarium von dem in Tennstedt, später in Erfurt tätigen Arzt Christoph von Hellwig, der lediglich die lateinischen Passagen wegließ und behauptet, dass der Kalender einhundert Jahre alt sei. Die häufig zu lesende Ansicht, dieser Druck würde den ursprünglichen Text verfälschen, trifft allerdings nicht zu. Von Hellweg wurde bereits im Vorjahr bekannt, als er als Stadtphysikus in Bad Tennstedt eine Zahnbürste erfand und in Umlauf brachte. Der "Hundertjährige Kalender" steht in einer Tradition von Bauernkalendern (Volkskalendern) und agrarischen Lunarkalendern, die sich auf das ausgehende Mittelalter zurückführen lassen. <br> | ||
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| <center> [[Datei:England.gif|50px]] </center> || '''[[Königreich England]]''' | | <center> [[Datei:England.gif|50px]] </center> || '''[[Königreich England]]''' [[Datei:Edmond Halley.jpg|thumb|150px|''Edmond Halley'']] <br> | ||
[[Datei:Edmond Halley.jpg|thumb|150px|''Edmond Halley'']] Der 45 Jahre alte Londoner Astronom, Mathematiker, Kartograph, Geophysiker und Meteorologe Edmond Halley fertigt die erste größere Weltkarte der magnetischen Deklination (Kompassabweichung) an. Der geniale Wissenschaftler befindet sich seit 1698 bereist als Kommandant des Kriegsschiffs HMS Paramore den Süd- und Nordatlantik, um die Richtung der Magnetnadel an verschiedenen Punkten der Erdoberfläche zu bestimmen. <br> | Der 45 Jahre alte Londoner Astronom, Mathematiker, Kartograph, Geophysiker und Meteorologe Edmond Halley fertigt die erste größere Weltkarte der magnetischen Deklination (Kompassabweichung) an. Der geniale Wissenschaftler befindet sich seit 1698 bereist als Kommandant des Kriegsschiffs HMS Paramore den Süd- und Nordatlantik, um die Richtung der Magnetnadel an verschiedenen Punkten der Erdoberfläche zu bestimmen. <br> | ||
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| <center> [[Datei:Dänemark.gif|50px]] [[Datei:Schleswig-Holstein-Gottorf.gif|50px]] </center> || '''[[Königreich Dänemark]] / [[Herzogtum Schleswig-Holstein-Gottorf]]''' [[Datei:Sturm- und Betglocke Wyk.jpg|thumb|150px|''Sturm- und Betglocke Wyks'']] <br> | |||
In Wyk auf der Nordseeinsel Föhr (friesisch Wik) wird ein hölzerner Glockenturm mit der Bezeichnung „Sturm- und Betglocke“ errichtet. In Wyk gibt es etwa 90 Häuser mit 350 Einwohnern. Der Flecken gehört zu Boldixum, wo auch die Kirche St. Nicolai steht. Bei ungünstigem Wind kann man die Glocke von St. Nicolai nicht hören, sodass eine zusätzliche Glocke in Wyk aufgestellt werden musste. Zunächst ist es nur ein Balkengerüst, das dann später mit Brettern verkleidet wird und auch zur Aufnahme der Feuerspritze und der Schläuche dienen wird. Geläutet werden soll die Glocke nicht nur zum Kirchgang und bei Gefahren, sondern auch dann, wenn ein Wyker Bürger nach Boldixum zu Grabe getragen wird und wenn ein Wyker Bürger auf dem Festland gestorben ist und seine sterblichen Überreste mit der Fähre auf der Insel ankommen. <br> | |||
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|'''Hier geht es zu den Ereignissen der Quartale des nächsten Jahres ... [[Chronik 1702|I. Quartal]] / [[Chronik 1702-II|II. Quartal]] / [[Chronik 1702-III|III. Quartal]] / [[Chronik 1702-IV|IV. Quartal]]''' | |||
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| '''[[Jahreschroniken|Jahreschroniken]]''' | | '''[[Jahreschroniken|Jahreschroniken]]''' | ||
Version vom 23. Februar 2017, 15:44 Uhr

DIE EREIGNISSE IM JAHRE 1701
Die Geschehnisse ohne genaue Datumsangabe sowie des I. Quartals
DIE SCHLAGZEILEN DES JAHRES
Der letzte Herzog von Brandenburg-Preußen wird erster König in Preußen
Beginn des Spanischen Erbfolgekrieges
| Home | Das Königreich Preußen als Ergebnis des Zusammenschlusses des Kurfürstentums Brandenburg mit dem Herzogtum Preußen |
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| I. Quartal / II. Quartal / III. Quartal / IV. Quartal |
| * Die Balearen wechseln mehrfach den Besitzer. | |||||||
Heiliges Römisches Reich / Republik Venedig / Großherzogtum Toskana ![]() | |||||||
| Heiliges Römisches Reich / Erzherzogtum Österreich Auf Initiative des Hofkriegsrates wird die Organisation der Grenzüberwachung für die Gebiete Szava, Duna, Tisza und Maros begonnen. Es kommen überall serbische Soldaten zum Einsatz, die an der ungarischen Regierung vorbei direkt dem Kriegsrat in Wien unterstellt werden. | |||||||
| Heiliges Römisches Reich / Markgrafschaft Baden / Pfalzgrafschaft bei Rhein | |||||||
| Heiliges Römisches Reich / Markgrafschaft Baden / Pfalzgrafschaft bei Rhein / Herzogtum Württemberg / Fürstentum Nassau-Usingen / Landgrafschaft Hessen-Darmstadt | |||||||
| Heiliges Römisches Reich / Erzbistum Mainz | |||||||
Königreich England ![]() Der 45 Jahre alte Londoner Astronom, Mathematiker, Kartograph, Geophysiker und Meteorologe Edmond Halley fertigt die erste größere Weltkarte der magnetischen Deklination (Kompassabweichung) an. Der geniale Wissenschaftler befindet sich seit 1698 bereist als Kommandant des Kriegsschiffs HMS Paramore den Süd- und Nordatlantik, um die Richtung der Magnetnadel an verschiedenen Punkten der Erdoberfläche zu bestimmen. | |||||||
| Königreich Dänemark / Herzogtum Schleswig-Holstein-Gottorf In Wyk auf der Nordseeinsel Föhr (friesisch Wik) wird ein hölzerner Glockenturm mit der Bezeichnung „Sturm- und Betglocke“ errichtet. In Wyk gibt es etwa 90 Häuser mit 350 Einwohnern. Der Flecken gehört zu Boldixum, wo auch die Kirche St. Nicolai steht. Bei ungünstigem Wind kann man die Glocke von St. Nicolai nicht hören, sodass eine zusätzliche Glocke in Wyk aufgestellt werden musste. Zunächst ist es nur ein Balkengerüst, das dann später mit Brettern verkleidet wird und auch zur Aufnahme der Feuerspritze und der Schläuche dienen wird. Geläutet werden soll die Glocke nicht nur zum Kirchgang und bei Gefahren, sondern auch dann, wenn ein Wyker Bürger nach Boldixum zu Grabe getragen wird und wenn ein Wyker Bürger auf dem Festland gestorben ist und seine sterblichen Überreste mit der Fähre auf der Insel ankommen. | |||||||
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