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In Orléans findet unter dem Vorsitz von König Clovis (Chlodwig I.) die erste fränkische Reichs-Synode statt. Das fränkische Großreich reicht nun von der Schelde bis zu den Pyrenäen und vom Atlantik bis zum Reich und steigt zu einer Hegemonialmacht in Europa auf. Die auf Anordnung von Chlodwig I. verfasste Lex Salica, eines der ältesten erhaltenen Gesetzbücher, wird fertiggestellt. Sie enthält die germanischen Stammesrechte der Salfranken. Mit ihr werden alte mündlich überlieferte Rechtsgepflogenheiten erstmals schriftlich niedergelegt. Der Text ist auf Latein verfasst, enthält jedoch germanische Fragmente. Die Artikel befassen sich mit allen möglichen Rechtsfällen, wobei der Schuldige – sofern er freien Standes ist – fast immer eine Geldbuße entrichten musste. Unfreie dagegen werden mit Körperstrafen wie Hieben oder Rutenschlägen und in wenigen Fällen sogar mit dem Tod bestraft. <br> | In Orléans findet unter dem Vorsitz von König Clovis (Chlodwig I.) die erste fränkische Reichs-Synode statt. Das fränkische Großreich reicht nun von der Schelde bis zu den Pyrenäen und vom Atlantik bis zum Reich und steigt zu einer Hegemonialmacht in Europa auf. Die auf Anordnung von Chlodwig I. verfasste Lex Salica, eines der ältesten erhaltenen Gesetzbücher, wird fertiggestellt. Sie enthält die germanischen Stammesrechte der Salfranken. Mit ihr werden alte mündlich überlieferte Rechtsgepflogenheiten erstmals schriftlich niedergelegt. Der Text ist auf Latein verfasst, enthält jedoch germanische Fragmente. Die Artikel befassen sich mit allen möglichen Rechtsfällen, wobei der Schuldige – sofern er freien Standes ist – fast immer eine Geldbuße entrichten musste. Unfreie dagegen werden mit Körperstrafen wie Hieben oder Rutenschlägen und in wenigen Fällen sogar mit dem Tod bestraft. <br> | ||
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In der dänischen Reichs-Historie wird von einer Begebenheit berichtet, die sich am Hof von König Hrólfr Kraki von Dänemark ereignet: König Olaf der Heilige in Norwegen wird gefragt: Welchem von den alten Königen möchtest Du am liebsten nachfolgen? Und er antwortete: Dem Hrólfr Krak. Zur Probe von dieses Königs Gleichmütigkeit und Gemütsmäßigung wird folgende Geschichte erzählt: Es kam einstmals ein junger Mensch mit Namen Voggus an des Königs Hof, der damals zu Leire gehalten wurde. Als er den König zu Gesicht bekam, blieb er lange still stehen und starrte ihn an. Als der König das merkte und ihn fragte, warum er ihn so anstarre, antwortete Voggus: Ich habe zu Hause gehört, dass König Hrólfr einer der größten Männer im Reich sei; aber ich sehe ich auf dem Thron einen Zwerg sitzen, den man König nennt. Der König war hierüber gar nicht entrüstet, sondern antwortete mit großer Gleichgültigkeit: Du hast mir den Zunamen Zwerg gegeben. Wohlan, ich will ihn auch behalten. Denn Krak ist eben so viel wie ein Zwerg. Hierbei soll es aber nicht bleiben, sondern ich werde Dich auch reichlich beschenken. Durch solche Edelmütigkeit ist Voggus derart bewegt, dass er ein Gelübde ablegt, dass derjenige von seiner Hand sterben soll, welcher dem König etwas Böses zufügen würde. <br> | |||
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Version vom 17. Januar 2017, 06:15 Uhr

DIE EREIGNISSE DES JAHRES 511
DIE SCHLAGZEILEN DES JAHRES
Theoderich der Große übernimmt die Herrschaft im Westgotenreich
Frankenkönig Clovis I. (Chlodwig I.) stirbt
Das Frankenreich wird unter den vier Söhnen Clovis' aufgeteilt
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| * Ereignis (seit ...) | |
| Oströmisches Reich In der römischen Welt beginnt das Jahr mit einem Samstag (Iulianischer Kalender). Es sind jedoch immer noch Jahreszählungen nach der Gründung der Stadt Rom (ab urbe condita) oder den Namen der diesjährigen Consuln üblich. So wird das Jahr 511 (DXI) auch das Jahr 1264 a.u.e. oder das Jahr der Consuln Flavius Arcadius Placidus Magnus Felix und Flavius Secundinus. Oströmischer Kaiser ist seit 491 Anastasios I. | |
| Ostgotisches Reich / Westgotisches Reich / Reich der Vandalen Ein ostgotisches Heer besetzt Septimanien, einen Küstenstreifen nordöstlich der Pyrenäen, der dadurch als einziger Rest des früheren westgotischen Herrschaftsbereichs in Gallien dem Westgotenreich erhalten blieb. Dann dringen die Ostgoten bis nach Barcelona vor, wo sich bei den Westgoten bereits Opposition gegen ihren König Gesalech regt. Nun wird Gesalech von den Ostgoten gestürzt und vertrieben; er flieht nach Nordafrika ins Reich Thrasamunds, des Königs der Vandalen. Theoderich der Große übernimmt die Herrschaft im Westgotenreich; er regiert dort als König in eigenem Namen, nicht als Vormund von Alarichs II. unmündigem Sohn Amalarich. Die Verwaltung des Westgotenreichs führen Beauftragte Theoderichs. Thrasamund ist ein Gegner Theoderichs; daher gewährt er Gesalech nicht nur Asyl, sondern stattet ihn mit Geld aus und ermöglicht ihm so den Versuch, die verlorene Herrschaft wiederzuerlangen. Gesalech begibt sich nach Südgallien, wo er Anhänger sammelt und dann einen Angriff auf die Ostgoten in Hispanien wagt. Das Unternehmen schlägt fehl; Gesalechs Truppen werden vor Barcelona von Theoderichs Feldherrn Ibba besiegt, worauf er nach Gallien flieht. Er will ins Reich der Burgunden gelangen, um dort Asyl zu finden, doch wird er auf der Flucht an der Durance getötet. Nun ist der ostgotische König Theoderich der Große auch Herrscher des Westgotischen Reiches. | |
| Patrimonium Petri In Rom leitet Papst Symmachus seit 498 die Geschicke. Der Patriarch von Konstantinopel, Makedonios II. (seit 496), versucht eine Gleichstellung seines Amtes mit dem Führer in Rom, allerdings ohne Erfolg. | |
| Gupta-Reich | |
| Reich der Westgoten In Arles wird ein klerikales Gebäude fertiggestellt, das später als "Convent de Saint-Césaire" bezeichnet werden wird. | |
| Stammesverband der Franken / Patrimonium Petri In Orléans findet unter dem Vorsitz von König Clovis (Chlodwig I.) die erste fränkische Reichs-Synode statt. Das fränkische Großreich reicht nun von der Schelde bis zu den Pyrenäen und vom Atlantik bis zum Reich und steigt zu einer Hegemonialmacht in Europa auf. Die auf Anordnung von Chlodwig I. verfasste Lex Salica, eines der ältesten erhaltenen Gesetzbücher, wird fertiggestellt. Sie enthält die germanischen Stammesrechte der Salfranken. Mit ihr werden alte mündlich überlieferte Rechtsgepflogenheiten erstmals schriftlich niedergelegt. Der Text ist auf Latein verfasst, enthält jedoch germanische Fragmente. Die Artikel befassen sich mit allen möglichen Rechtsfällen, wobei der Schuldige – sofern er freien Standes ist – fast immer eine Geldbuße entrichten musste. Unfreie dagegen werden mit Körperstrafen wie Hieben oder Rutenschlägen und in wenigen Fällen sogar mit dem Tod bestraft. | |
| Königreich Dänemark In der dänischen Reichs-Historie wird von einer Begebenheit berichtet, die sich am Hof von König Hrólfr Kraki von Dänemark ereignet: König Olaf der Heilige in Norwegen wird gefragt: Welchem von den alten Königen möchtest Du am liebsten nachfolgen? Und er antwortete: Dem Hrólfr Krak. Zur Probe von dieses Königs Gleichmütigkeit und Gemütsmäßigung wird folgende Geschichte erzählt: Es kam einstmals ein junger Mensch mit Namen Voggus an des Königs Hof, der damals zu Leire gehalten wurde. Als er den König zu Gesicht bekam, blieb er lange still stehen und starrte ihn an. Als der König das merkte und ihn fragte, warum er ihn so anstarre, antwortete Voggus: Ich habe zu Hause gehört, dass König Hrólfr einer der größten Männer im Reich sei; aber ich sehe ich auf dem Thron einen Zwerg sitzen, den man König nennt. Der König war hierüber gar nicht entrüstet, sondern antwortete mit großer Gleichgültigkeit: Du hast mir den Zunamen Zwerg gegeben. Wohlan, ich will ihn auch behalten. Denn Krak ist eben so viel wie ein Zwerg. Hierbei soll es aber nicht bleiben, sondern ich werde Dich auch reichlich beschenken. Durch solche Edelmütigkeit ist Voggus derart bewegt, dass er ein Gelübde ablegt, dass derjenige von seiner Hand sterben soll, welcher dem König etwas Böses zufügen würde. | |
| Stammesverband der Franken Chlodwig I., König der Franken, beruft eine Bischofskonzil nach Orléans ein. Das erste Reichskonzil im Frankenreich regelt Glaubensfragen und die Kirchenorganisation im Reich sowie das Machtverhältnis zwischen kirchlichen und weltlichen Herrschern. Dem König wird im Sinne des germanischen Eigenkirchenwesens ein maßgeblicher Einfluss bei der Einsetzung der Bischöfe zugestanden. Ein weiterer Schwerpunkt des Konzils ist die Bekämpfung des Arianismus sowie das Asylrecht in Kirchen. | |
| Stammesverband der Franken In Orléans unterzeichnen die 32 Teilnehmer des Bischofskonzils des Frankenreiches die von König Clovis I. vorgeschlagenen Beschlüsse. Im Konzilsbeschluss wird schließlich das Wahrsagen unter Androhung der Exkommunikation verboten. | |
Oströmisches Reich / Patrimonium Petri ![]() | |
Fränkisches Reich
Das Frankenreich wird unter seinen vier Söhnen aufgeteilt:
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| Nation | Name | Regierungszeit | ||
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(Chlodwig I.) |
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(Chlodomir) |
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(Theuderich I.) |
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(Chlotar I.) |
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