Olympische Spiele 1900: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Präsident des Internationalen Olympischen Komitees: Pierre Baron de Coubertin (ab 08.04.1896)''' | '''Präsident des Internationalen Olympischen Komitees: Pierre Baron de Coubertin (ab 08.04.1896)''' | ||
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Der am 18. September 1872 in Dortmund geborene erfolgreiche österreichische Fecht- und Radsportler bei den ersten Olympischen Spielen in Athen Adolf Schmal wendet sich nach Beendigung seiner sportlichen Laufbahn dem Automobilismus zu und wird unter dem Pseudonym „Filius“, später Schmal-Filius, einer der bekanntesten österreichischen Motorjournalisten um die Jahrhundertwende. Er fungiert als Herausgeber der Illustrierten Allgemeinen Radfahrerzeitung und gründet mit Felix Sterne die '''Allgemeine Automobil-Zeitung'''. <br> | Der am 18. September 1872 in Dortmund geborene erfolgreiche österreichische Fecht- und Radsportler bei den ersten Olympischen Spielen in Athen Adolf Schmal wendet sich nach Beendigung seiner sportlichen Laufbahn dem Automobilismus zu und wird unter dem Pseudonym „Filius“, später Schmal-Filius, einer der bekanntesten österreichischen Motorjournalisten um die Jahrhundertwende. Er fungiert als Herausgeber der Illustrierten Allgemeinen Radfahrerzeitung und gründet mit Felix Sterne die '''Allgemeine Automobil-Zeitung'''. <br> | ||
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John Pius Boland, der bei den ersten Olympischen Spielen in Athen im Tennis zwei Siegermedaillen holte und vor zwei Jahren sein Jura-Studium beendete, wird für einen irischen Wahlkreis Abgeordneter im britischen Unterhaus in London. Er ist ein engagierter Befürworter der irischen Unabhängigkeit von Großbritannien. <br> | John Pius Boland, der bei den ersten Olympischen Spielen in Athen im Tennis zwei Siegermedaillen holte und vor zwei Jahren sein Jura-Studium beendete, wird für einen irischen Wahlkreis Abgeordneter im britischen Unterhaus in London. Er ist ein engagierter Befürworter der irischen Unabhängigkeit von Großbritannien. <br> | ||
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! style="width:20%" | !! style="width:80%"| <center> '''[[Chronik 1900.05-II|Montag, 14.05.1900]]''' </center> | ! style="width:20%" | !! style="width:80%"| <center> '''[[Chronik 1900.05-II|Montag, 14.05.1900]]''' </center> | ||
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In Paris beginnen die II. Olympischen Spiele der Neuzeit. Da die Olympiade in die Weltausstellung eingebettet ist, muss sie ohne Eröffnungsfeier auskommen. Die Spiele beginnen mit dem Fechtwettbewerb, der fast vollständig französisch geprägt ist. Frankreich gilt als das Fecht-Zentrum der Welt: Es besitzt die größten Fechtschulen, die berühmtesten Meister, die modernsten Techniken und veranstaltet auch außerhalb der Olympiade die meisten Turniere. Mit den französischen Fechtmeistern können allenfalls die italienischen und österreichischen Fechter mithalten. Erfolgreiche Fechter, die beispielsweise für Ungarn, Polen oder Russland an den Spielen teilnehmen, haben meist französische Herkunft. Die Jury besteht wegen der großen französischen Dominanz fast nur aus französischen Offizieren, und die Wertungen sind ohnehin subjektiv, da es mangels elektrischer Trefferanzeigen nur die Anerkennung von Treffern "nach Eindruck" gibt. Auch sind die Teilnahmebedingungen für die ausländischen Teilnehmer unattraktiv, da bei ihnen Kosten für die Reise, Kost und Logis anfallen, und es darüber auch keine klare Ausschreibung gibt, da sich im Grunde jeder Zuschauer noch nachmelden kann. Da die Veranstaltung sowohl zum Olympischen Komitee wie auch zur Weltausstellung gehört, gibt es keine klare olympische Identität, was zur Folge hat, dass viele Nationen keinen Athleten schickten, weil ihnen das Turnier zu wenig "international" anmutete. Wenn 70 Prozent der Teilnehmer Franzosen sind, ist es statistisch logisch, dass 7 von 8 Finalisten auch Franzosen sein müssten. Viele Athleten beklagen sich darüber dass die sportlichen Veranstaltungen eher ein chaotisches Anhängsel der Weltausstellung ist, dass es keine Qualifikationen gibt, es keine Kontinentalverbände gibt, die irgendwie ordnend oder helfend eingreifen können und dass es keine sportlichen Standards gibt. 54 Athleten aus neun Ländern beginnen mit der ersten Disziplin der II. Olympischen Spiele. Die Teilnehmern ermitteln in mehreren Vorkämpfen und Qualifikationsrunden die besten acht Fechter, die in einer Endrunde jeweils gegeneinander antraten. Sieger wird am 21. Mai der Sportler mit den meisten gewonnenen Gefechten. Die Wertung bei Oteripedia! erfolgt nach dem gleichnamigen System, ohne die olympische Wertung zu vernachlässigen. <br> | In Paris beginnen die II. Olympischen Spiele der Neuzeit. Da die Olympiade in die Weltausstellung eingebettet ist, muss sie ohne Eröffnungsfeier auskommen. Die Spiele beginnen mit dem Fechtwettbewerb, der fast vollständig französisch geprägt ist. Frankreich gilt als das Fecht-Zentrum der Welt: Es besitzt die größten Fechtschulen, die berühmtesten Meister, die modernsten Techniken und veranstaltet auch außerhalb der Olympiade die meisten Turniere. Mit den französischen Fechtmeistern können allenfalls die italienischen und österreichischen Fechter mithalten. Erfolgreiche Fechter, die beispielsweise für Ungarn, Polen oder Russland an den Spielen teilnehmen, haben meist französische Herkunft. Die Jury besteht wegen der großen französischen Dominanz fast nur aus französischen Offizieren, und die Wertungen sind ohnehin subjektiv, da es mangels elektrischer Trefferanzeigen nur die Anerkennung von Treffern "nach Eindruck" gibt. Auch sind die Teilnahmebedingungen für die ausländischen Teilnehmer unattraktiv, da bei ihnen Kosten für die Reise, Kost und Logis anfallen, und es darüber auch keine klare Ausschreibung gibt, da sich im Grunde jeder Zuschauer noch nachmelden kann. Da die Veranstaltung sowohl zum Olympischen Komitee wie auch zur Weltausstellung gehört, gibt es keine klare olympische Identität, was zur Folge hat, dass viele Nationen keinen Athleten schickten, weil ihnen das Turnier zu wenig "international" anmutete. Wenn 70 Prozent der Teilnehmer Franzosen sind, ist es statistisch logisch, dass 7 von 8 Finalisten auch Franzosen sein müssten. Viele Athleten beklagen sich darüber dass die sportlichen Veranstaltungen eher ein chaotisches Anhängsel der Weltausstellung ist, dass es keine Qualifikationen gibt, es keine Kontinentalverbände gibt, die irgendwie ordnend oder helfend eingreifen können und dass es keine sportlichen Standards gibt. 54 Athleten aus neun Ländern beginnen mit der ersten Disziplin der II. Olympischen Spiele. Die Teilnehmern ermitteln in mehreren Vorkämpfen und Qualifikationsrunden die besten acht Fechter, die in einer Endrunde jeweils gegeneinander antraten. Sieger wird am 21. Mai der Sportler mit den meisten gewonnenen Gefechten. Die Wertung bei Oteripedia! erfolgt nach dem gleichnamigen System, ohne die olympische Wertung zu vernachlässigen. <br> | ||
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| − | | colspan="4" align="center" | [[Datei:Logo Olympiade 1900.png|25px]] '''Übersicht über die Entscheidungen''' | + | | colspan="4" align="center" | [[Datei:Logo Olympiade 1900.png|25px]] '''Olympische Spiele 1900 in Paris - Übersicht über die Entscheidungen''' |
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! Hier geht es zum Wettkampfmonat !! Kurzbeschreibung der Entscheidungen | ! Hier geht es zum Wettkampfmonat !! Kurzbeschreibung der Entscheidungen | ||
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| '''[[Olympische Spiele 1900.10|Oktober 1900]]''' || '''Golf, Rugby''' | | '''[[Olympische Spiele 1900.10|Oktober 1900]]''' || '''Golf, Rugby''' | ||
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! style="width:20%" | !! style="width:80%"| <center> '''[[Chronik 1900.05-III|Montag, 21.05.1900]]''' </center> | ! style="width:20%" | !! style="width:80%"| <center> '''[[Chronik 1900.05-III|Montag, 21.05.1900]]''' </center> | ||
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Bei den II. Olympischen Spielen der Neuzeit in Paris stehen die ersten Medaillisten fest. Sieger des ersten ausgetragenen Wettbewerbs sind Franzosen; sie belegen sieben von acht Finalplätzen. Die Teilnehmern ermittelten in mehreren Vorkämpfen und Qualifikationsrunden die besten acht Fechter, die in einer Endrunde jeweils gegeneinander antraten. Sieger ist der Sportler mit den meisten gewonnenen Gefechten. Die Wertung bei Oteripedia! erfolgt nach dem gleichnamigen System, ohne die olympische Wertung zu vernachlässigen. Sie erfolgte so: <br> | Bei den II. Olympischen Spielen der Neuzeit in Paris stehen die ersten Medaillisten fest. Sieger des ersten ausgetragenen Wettbewerbs sind Franzosen; sie belegen sieben von acht Finalplätzen. Die Teilnehmern ermittelten in mehreren Vorkämpfen und Qualifikationsrunden die besten acht Fechter, die in einer Endrunde jeweils gegeneinander antraten. Sieger ist der Sportler mit den meisten gewonnenen Gefechten. Die Wertung bei Oteripedia! erfolgt nach dem gleichnamigen System, ohne die olympische Wertung zu vernachlässigen. Sie erfolgte so: <br> | ||
'''Die erste Tabelle zeigt das Ergebnis der Veranstaltung''' | '''Die erste Tabelle zeigt das Ergebnis der Veranstaltung''' | ||
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! style="width:20%" | !! style="width:80%"| <center> '''[[Chronik 1900.05-III|Dienstag, 22.05.1900]]''' </center> | ! style="width:20%" | !! style="width:80%"| <center> '''[[Chronik 1900.05-III|Dienstag, 22.05.1900]]''' </center> | ||
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Bei den Olympischen Spielen beginnt der Wettkampf im Florett für Fechtmeister. In mehreren Vorkämpfen und Qualifikationsrunden werden bis zum 29. Mai sechzig Teilnehmer aus acht Ländern gegeneinander antreten. Sieger wird der Sportler mit den meisten gewonnenen Gefechten. <br> | Bei den Olympischen Spielen beginnt der Wettkampf im Florett für Fechtmeister. In mehreren Vorkämpfen und Qualifikationsrunden werden bis zum 29. Mai sechzig Teilnehmer aus acht Ländern gegeneinander antreten. Sieger wird der Sportler mit den meisten gewonnenen Gefechten. <br> | ||
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! style="width:20%" | !! style="width:80%"| <center> '''[[Chronik 1900.05-III|Dienstag, 29.05.1900]]''' </center> | ! style="width:20%" | !! style="width:80%"| <center> '''[[Chronik 1900.05-III|Dienstag, 29.05.1900]]''' </center> | ||
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| − | Sieger in der olympischen Disziplin ''Florett für Fechtmeister | + | Sieger in der olympischen Disziplin ''Florett für Fechtmeister'' wird der Sportler mit den meisten gewonnenen Gefechten. Die maximale Dauer eines Gefechts betrug sieben Minuten. Der erste und dritte Platz muss durch einen Stichkampf entschieden werden. Der französische Fechtmeister Léon Thiércelin lebt und arbeitet in Paris und nimmt an den Wettbewerben für Florett und Degen teil. Man hatte ihn in allen Listen stets als Franzosen geführt, doch inzwischen wird in verschiedenen Quellen darauf hingewiesen, dass Thiércelin in Haiti geboren war. Das IOC betrachtet den Sportler jedoch weiterhin als Franzosen. Adolphe Rouleau wird auf den achten Platz zurückversetzt, weil er das letzte Gefecht nicht beendete. Wieder wird es keine Oteripedia!-Wertung geben, weil es einen Mangel an Nationalitäten in den Top Ten gibt. <br> |
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! style="width:20%" | !! style="width:80%"| <center> '''[[Chronik 1900.06|Freitag, 01.06.1900]]''' </center> | ! style="width:20%" | !! style="width:80%"| <center> '''[[Chronik 1900.06|Freitag, 01.06.1900]]''' </center> | ||
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| − | | <center> [[Datei:Logo Olympiade 1900.jpg| | + | | <center> [[Datei:Logo Olympiade 1900.jpg|70px]] <br><br> [[Datei:Frankreich.png|70px]] [[Datei:USA 1896-1908.png|70px]] [[Datei:Argentinien 1818-2010.png|70px]]</center> || '''[[Olympische Spiele 1900|Olympische Spiele]] / [[Französische Republik 1900|Französische Republik]] / [[US-Militärgouvernement Kuba 1900|US-Militärgouvernement Kuba]] / [[Argentinische Republik 1900|Argentinische Republik]]''' <br> |
Bei den Olympischen Spielen in Paris beginnen die Fecht-Wettkämpfe in der Kategorie '''Degen für Amateure'''. 104 Teilnehmer aus neun Ländern sind am Start. Die besten neun Fechter werden am 14. Juni den Titelträger ausfechte. Alle Teilnehmer sind eigentlich Franzosen, einige besitzen jedoch eine weitere Staatsbürgerschaft, für die sie bei den Spielen antreten. Auch das von den Vereinigten Staaten von Amerika besetzte Kuba wird auf diese Weise Teilnahmeland bei dieser Olympiade. <br> | Bei den Olympischen Spielen in Paris beginnen die Fecht-Wettkämpfe in der Kategorie '''Degen für Amateure'''. 104 Teilnehmer aus neun Ländern sind am Start. Die besten neun Fechter werden am 14. Juni den Titelträger ausfechte. Alle Teilnehmer sind eigentlich Franzosen, einige besitzen jedoch eine weitere Staatsbürgerschaft, für die sie bei den Spielen antreten. Auch das von den Vereinigten Staaten von Amerika besetzte Kuba wird auf diese Weise Teilnahmeland bei dieser Olympiade. <br> | ||
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! style="width:20%" | !! style="width:80%"| <center> '''[[Chronik 1900.06-II|Montag, 11.06.1900]]''' </center> | ! style="width:20%" | !! style="width:80%"| <center> '''[[Chronik 1900.06-II|Montag, 11.06.1900]]''' </center> | ||
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Bei den Olympischen Spielen in Paris beginnen die Fecht-Wettkämpfe in der Kategorie '''Degen für Fechtmeister'''. 54 Teilnehmer aus sechs Ländern sind am Start. <br> | Bei den Olympischen Spielen in Paris beginnen die Fecht-Wettkämpfe in der Kategorie '''Degen für Fechtmeister'''. 54 Teilnehmer aus sechs Ländern sind am Start. <br> | ||
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! style="width:20%" | !! style="width:80%"| <center> '''[[Chronik 1900.06|Freitag, 14.06.1900]]''' </center> | ! style="width:20%" | !! style="width:80%"| <center> '''[[Chronik 1900.06|Freitag, 14.06.1900]]''' </center> | ||
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Das olympische Turnier der Amateur-Degenkämpfer findet heute seinen Abschluss. Die Teilnehmer ermittelten in mehreren Vorkämpfen und Qualifikationsrunden die besten neun Fechter, die in einer Endrunde mindestens fünf Gefechte austragen mussten. Sieger wird der Sportler mit den meisten gewonnenen Gefechten. Die maximale Dauer eines Gefechts betrug fünf Minuten. Ein Stichkampf zwischen Ramón Fonst und Louis Perrée musste über den Sieg entscheiden. Unter den Teilnehmern befinden sich auch Freydoun Malkom und Francisco Camet, die beide in Paris leben. Man hatte sie zunächst in allen Listen stets als Franzosen geführt, doch inzwischen wurde in verschiedenen Quellen darauf hingewiesen, dass Malkom die iranische Staatsangehörigkeit besitzt und dass Camet Argentinier ist. Das IOC betrachtet zurzeit der Spiele die beiden Sportler jedoch als Franzosen. Camet kommt bis in den Endkampf und belegte den fünften Platz. Da Kuba zurzeit von einer US-Militärregierung regiert wird, erscheint hier für den Sieger die US-amerikanische Flagge, da es eine "Republik Kuba" derzeit nicht gibt. Die Athleten aus drei Nationen unter die Top Ten kommen, ist erstmals eine Wertung nach dem punktgerechten "Oteripedia!-System" möglich. Ein Blick auf die Sortierung in der Tabelle wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich, wenn man nur die Anzahl der Siege betrachtet. Bei diesen Olympischen Spielen wird allerdings die Rangfolge der Finalrunde nicht allein durch die Siege ermittelt, sondern durch ein kompliziertes System aus "Direktem Vergleich" und "Anzahl der erhaltenen Treffer" (Treffer-Verhältnis). Die Unterschiede werden anders gewichtet als ein Sieg, zählen aber eben nicht als ein verlorenes Gefecht. <br> | Das olympische Turnier der Amateur-Degenkämpfer findet heute seinen Abschluss. Die Teilnehmer ermittelten in mehreren Vorkämpfen und Qualifikationsrunden die besten neun Fechter, die in einer Endrunde mindestens fünf Gefechte austragen mussten. Sieger wird der Sportler mit den meisten gewonnenen Gefechten. Die maximale Dauer eines Gefechts betrug fünf Minuten. Ein Stichkampf zwischen Ramón Fonst und Louis Perrée musste über den Sieg entscheiden. Unter den Teilnehmern befinden sich auch Freydoun Malkom und Francisco Camet, die beide in Paris leben. Man hatte sie zunächst in allen Listen stets als Franzosen geführt, doch inzwischen wurde in verschiedenen Quellen darauf hingewiesen, dass Malkom die iranische Staatsangehörigkeit besitzt und dass Camet Argentinier ist. Das IOC betrachtet zurzeit der Spiele die beiden Sportler jedoch als Franzosen. Camet kommt bis in den Endkampf und belegte den fünften Platz. Da Kuba zurzeit von einer US-Militärregierung regiert wird, erscheint hier für den Sieger die US-amerikanische Flagge, da es eine "Republik Kuba" derzeit nicht gibt. Die Athleten aus drei Nationen unter die Top Ten kommen, ist erstmals eine Wertung nach dem punktgerechten "Oteripedia!-System" möglich. Ein Blick auf die Sortierung in der Tabelle wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich, wenn man nur die Anzahl der Siege betrachtet. Bei diesen Olympischen Spielen wird allerdings die Rangfolge der Finalrunde nicht allein durch die Siege ermittelt, sondern durch ein kompliziertes System aus "Direktem Vergleich" und "Anzahl der erhaltenen Treffer" (Treffer-Verhältnis). Die Unterschiede werden anders gewichtet als ein Sieg, zählen aber eben nicht als ein verlorenes Gefecht. <br> | ||
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! style="width:20%" | !! style="width:80%"| <center> '''[[Chronik 1901.01|1901]]''' </center> | ! style="width:20%" | !! style="width:80%"| <center> '''[[Chronik 1901.01|1901]]''' </center> | ||
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| − | | <center> [[Datei:Logo Olympiade 1900.jpg| | + | | <center> [[Datei:Logo Olympiade 1900.jpg|70px]] [[Datei:Frankreich.png|70px]] <br><br> [[Datei:USA 1896-1908.png|70px]] [[Datei:Mexiko 1899-1916.png|70px]] </center> || '''[[Olympische Spiele 1900|Olympische Spiele]] / [[Französische Republik 1901|Französische Republik]] / [[Vereinigte Staaten von Amerika 1901|Vereinigte Staaten von Amerika]] / [[Vereinigte Mexikanische Staaten 1901|Vereinigte Mexikanische Staaten]]''' <br> |
* Entsprechend den ursprünglichen Regularien des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) soll die Präsidentschaft an ein Mitglied mit der Nationalität des Landes übertragen werden, in welchem die kommenden Olympischen Spiele stattfinden werden. Für 1904 ist vorgesehen, die Spiele in den Vereinigten Staaten auszutragen, also bietet man dem IOC-Gründungsmitglied William Milligan Sloane auf der IOC-Session 1901 in Paris die Nachfolge von Coubertin an. Dieser hatte die Präsidentschaft nach den Spielen in Athen von Dimitrios Vikelas übernommen, weil die II. Olympischen Spiele 1900 in Paris stattfanden. Sloane lehnt jedoch ab und schlägt vor, Coubertin dauerhaft die Präsidentschaft zu übertragen. Coubertin akzeptiert unter der Bedingung, die Präsidentschaft für zunächst nur 10 Jahre zu übernehmen. Die ablehnende Haltung von Sloane hat taktische Gründe. Das IOC befindet sich in einer Krise, nachdem in den Vereinigten Staaten mit Unterstützung einiger ausländischer Sportfunktionäre eine Art Konkurrenz zum IOC, die ''International Union for Olympic Games'', gegründet wurde, unter dessen Führung 1901 in Buffalo Olympische Spiele ausgerichtet werden sollen. Sloane befürchtet, in dem zu erwartenden Konflikt als US-Amerikaner nicht die nötige Distanz zu haben, um eine Schlichtung herbeizuführen. | * Entsprechend den ursprünglichen Regularien des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) soll die Präsidentschaft an ein Mitglied mit der Nationalität des Landes übertragen werden, in welchem die kommenden Olympischen Spiele stattfinden werden. Für 1904 ist vorgesehen, die Spiele in den Vereinigten Staaten auszutragen, also bietet man dem IOC-Gründungsmitglied William Milligan Sloane auf der IOC-Session 1901 in Paris die Nachfolge von Coubertin an. Dieser hatte die Präsidentschaft nach den Spielen in Athen von Dimitrios Vikelas übernommen, weil die II. Olympischen Spiele 1900 in Paris stattfanden. Sloane lehnt jedoch ab und schlägt vor, Coubertin dauerhaft die Präsidentschaft zu übertragen. Coubertin akzeptiert unter der Bedingung, die Präsidentschaft für zunächst nur 10 Jahre zu übernehmen. Die ablehnende Haltung von Sloane hat taktische Gründe. Das IOC befindet sich in einer Krise, nachdem in den Vereinigten Staaten mit Unterstützung einiger ausländischer Sportfunktionäre eine Art Konkurrenz zum IOC, die ''International Union for Olympic Games'', gegründet wurde, unter dessen Führung 1901 in Buffalo Olympische Spiele ausgerichtet werden sollen. Sloane befürchtet, in dem zu erwartenden Konflikt als US-Amerikaner nicht die nötige Distanz zu haben, um eine Schlichtung herbeizuführen. | ||
* Der schwedische Offizier Viktor Gustaf Balck, der Armeesportlehrer und Sportfunktionär und Gründungsmitglied des Internationalen Olympischen Komitees ist, organisiert als die treibende Kraft die Nordischen Spiele, die er als Verbindung zwischen den auseinanderdriftenden nordischen Staaten ansieht. | * Der schwedische Offizier Viktor Gustaf Balck, der Armeesportlehrer und Sportfunktionär und Gründungsmitglied des Internationalen Olympischen Komitees ist, organisiert als die treibende Kraft die Nordischen Spiele, die er als Verbindung zwischen den auseinanderdriftenden nordischen Staaten ansieht. | ||
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! style="width:20%" | !! style="width:80%"| <center> '''[[Chronik 1901.06|Sommer 1901]]''' </center> | ! style="width:20%" | !! style="width:80%"| <center> '''[[Chronik 1901.06|Sommer 1901]]''' </center> | ||
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| − | | <center> [[Datei:Logo Olympiade 1900.jpg| | + | | <center> [[Datei:Logo Olympiade 1900.jpg|70px]] [[Datei:Österreich-Ungarn.png|70px]]</center> || '''[[Olympische Spiele 1900|Olympische Spiele]] / [[Österreichisch-Ungarische Monarchie 1901|Österreichisch-Ungarische Monarchie]]''' <br> |
Alfréd Hajós, der bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit zwei Siegermedaillen im Schwimmen holte, gewinnt mit dem Budapesti Torna Club die erste Meisterschaft der ungarischen Fußballgeschichte. <br> | Alfréd Hajós, der bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit zwei Siegermedaillen im Schwimmen holte, gewinnt mit dem Budapesti Torna Club die erste Meisterschaft der ungarischen Fußballgeschichte. <br> | ||
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! style="width:20%" | !! style="width:80%"| <center> '''[[Chronik 1902.10|12.10.1902]]''' </center> | ! style="width:20%" | !! style="width:80%"| <center> '''[[Chronik 1902.10|12.10.1902]]''' </center> | ||
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| − | | <center> [[Datei:Logo Olympiade 1900.jpg| | + | | <center> [[Datei:Logo Olympiade 1900.jpg|70px]] [[Datei:Österreich-Ungarn.png|70px]] </center> || '''[[Olympische Spiele 1900|Olympische Spiele]] / [[Österreichisch-Ungarische Monarchie 1902|Österreichisch-Ungarische Monarchie]]''' <br> |
Alfréd Hajós, der bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit zwei Siegermedaillen im Schwimmen holte, führt als Spielführer die Budapester Stadtauswahl im Fußball zum Spiel gegen eine Wiener Stadtauswahl, dem die Budapester mit 0:5 unterliegen. In beiden Ländern wird diese Partie als erstes Länderspiel ihrer Geschichte geführt werden. <br> | Alfréd Hajós, der bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit zwei Siegermedaillen im Schwimmen holte, führt als Spielführer die Budapester Stadtauswahl im Fußball zum Spiel gegen eine Wiener Stadtauswahl, dem die Budapester mit 0:5 unterliegen. In beiden Ländern wird diese Partie als erstes Länderspiel ihrer Geschichte geführt werden. <br> | ||
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! style="width:20%" | !! style="width:80%"| <center> '''[[Chronik 1903.01|1903]]''' </center> | ! style="width:20%" | !! style="width:80%"| <center> '''[[Chronik 1903.01|1903]]''' </center> | ||
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Nach dem Argentinier José Benjamin Zubiaur (Gründungsmitglied 1894) und dem Mexikaner Miguel de Beistegui (1901) wird mit dem Peruaner Carlos de Candamo der dritte Südamerikaner in das Internationale Olympische Komitee berufen. <br> | Nach dem Argentinier José Benjamin Zubiaur (Gründungsmitglied 1894) und dem Mexikaner Miguel de Beistegui (1901) wird mit dem Peruaner Carlos de Candamo der dritte Südamerikaner in das Internationale Olympische Komitee berufen. <br> | ||
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Version vom 26. Februar 2026, 15:59 Uhr
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II. OLYMPISCHE SPIELE 1900 |
| Olympische Spiele / Österreichisch-Ungarische Monarchie Der am 18. September 1872 in Dortmund geborene erfolgreiche österreichische Fecht- und Radsportler bei den ersten Olympischen Spielen in Athen Adolf Schmal wendet sich nach Beendigung seiner sportlichen Laufbahn dem Automobilismus zu und wird unter dem Pseudonym „Filius“, später Schmal-Filius, einer der bekanntesten österreichischen Motorjournalisten um die Jahrhundertwende. Er fungiert als Herausgeber der Illustrierten Allgemeinen Radfahrerzeitung und gründet mit Felix Sterne die Allgemeine Automobil-Zeitung. | |
| Olympische Spiele / Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland John Pius Boland, der bei den ersten Olympischen Spielen in Athen im Tennis zwei Siegermedaillen holte und vor zwei Jahren sein Jura-Studium beendete, wird für einen irischen Wahlkreis Abgeordneter im britischen Unterhaus in London. Er ist ein engagierter Befürworter der irischen Unabhängigkeit von Großbritannien. |
| Olympische Spiele / Französische Republik / Österreichisch-Ungarische Monarchie In Paris beginnen die II. Olympischen Spiele der Neuzeit. Da die Olympiade in die Weltausstellung eingebettet ist, muss sie ohne Eröffnungsfeier auskommen. Die Spiele beginnen mit dem Fechtwettbewerb, der fast vollständig französisch geprägt ist. Frankreich gilt als das Fecht-Zentrum der Welt: Es besitzt die größten Fechtschulen, die berühmtesten Meister, die modernsten Techniken und veranstaltet auch außerhalb der Olympiade die meisten Turniere. Mit den französischen Fechtmeistern können allenfalls die italienischen und österreichischen Fechter mithalten. Erfolgreiche Fechter, die beispielsweise für Ungarn, Polen oder Russland an den Spielen teilnehmen, haben meist französische Herkunft. Die Jury besteht wegen der großen französischen Dominanz fast nur aus französischen Offizieren, und die Wertungen sind ohnehin subjektiv, da es mangels elektrischer Trefferanzeigen nur die Anerkennung von Treffern "nach Eindruck" gibt. Auch sind die Teilnahmebedingungen für die ausländischen Teilnehmer unattraktiv, da bei ihnen Kosten für die Reise, Kost und Logis anfallen, und es darüber auch keine klare Ausschreibung gibt, da sich im Grunde jeder Zuschauer noch nachmelden kann. Da die Veranstaltung sowohl zum Olympischen Komitee wie auch zur Weltausstellung gehört, gibt es keine klare olympische Identität, was zur Folge hat, dass viele Nationen keinen Athleten schickten, weil ihnen das Turnier zu wenig "international" anmutete. Wenn 70 Prozent der Teilnehmer Franzosen sind, ist es statistisch logisch, dass 7 von 8 Finalisten auch Franzosen sein müssten. Viele Athleten beklagen sich darüber dass die sportlichen Veranstaltungen eher ein chaotisches Anhängsel der Weltausstellung ist, dass es keine Qualifikationen gibt, es keine Kontinentalverbände gibt, die irgendwie ordnend oder helfend eingreifen können und dass es keine sportlichen Standards gibt. 54 Athleten aus neun Ländern beginnen mit der ersten Disziplin der II. Olympischen Spiele. Die Teilnehmern ermitteln in mehreren Vorkämpfen und Qualifikationsrunden die besten acht Fechter, die in einer Endrunde jeweils gegeneinander antraten. Sieger wird am 21. Mai der Sportler mit den meisten gewonnenen Gefechten. Die Wertung bei Oteripedia! erfolgt nach dem gleichnamigen System, ohne die olympische Wertung zu vernachlässigen.
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| Olympische Spiele / Französische Republik / Österreichisch-Ungarische Monarchie Bei den II. Olympischen Spielen der Neuzeit in Paris stehen die ersten Medaillisten fest. Sieger des ersten ausgetragenen Wettbewerbs sind Franzosen; sie belegen sieben von acht Finalplätzen. Die Teilnehmern ermittelten in mehreren Vorkämpfen und Qualifikationsrunden die besten acht Fechter, die in einer Endrunde jeweils gegeneinander antraten. Sieger ist der Sportler mit den meisten gewonnenen Gefechten. Die Wertung bei Oteripedia! erfolgt nach dem gleichnamigen System, ohne die olympische Wertung zu vernachlässigen. Sie erfolgte so: |
| OLYMPIA-WERTUNG | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Pos. | Nation | Silber | Bronze | ||||
| Vorher | +/- | Jetzt | Vorher | +/- | Jetzt | ||
| 1 | 0 | +1 | 1 | 0 | +1 | 1 | |
| OTERIPEDIA!-WERTUNG | ||||
|---|---|---|---|---|
| Pos. | Nation | Punkte vorher | +/- | Punkte jetzt |
| Keine Oteripedia!-Wertung aus Mangel an Internationalität (mind. 3 Nationen erforderlich). | ||||
| Olympische Spiele / Französische Republik / Königreich Italien Bei den Olympischen Spielen beginnt der Wettkampf im Florett für Fechtmeister. In mehreren Vorkämpfen und Qualifikationsrunden werden bis zum 29. Mai sechzig Teilnehmer aus acht Ländern gegeneinander antreten. Sieger wird der Sportler mit den meisten gewonnenen Gefechten. |
| Olympische Spiele / Französische Republik / Königreich Italien Sieger in der olympischen Disziplin Florett für Fechtmeister wird der Sportler mit den meisten gewonnenen Gefechten. Die maximale Dauer eines Gefechts betrug sieben Minuten. Der erste und dritte Platz muss durch einen Stichkampf entschieden werden. Der französische Fechtmeister Léon Thiércelin lebt und arbeitet in Paris und nimmt an den Wettbewerben für Florett und Degen teil. Man hatte ihn in allen Listen stets als Franzosen geführt, doch inzwischen wird in verschiedenen Quellen darauf hingewiesen, dass Thiércelin in Haiti geboren war. Das IOC betrachtet den Sportler jedoch weiterhin als Franzosen. Adolphe Rouleau wird auf den achten Platz zurückversetzt, weil er das letzte Gefecht nicht beendete. Wieder wird es keine Oteripedia!-Wertung geben, weil es einen Mangel an Nationalitäten in den Top Ten gibt. |
| OLYMPIA-WERTUNG | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Pos. | Nation | Silber | Bronze | ||||
| Vorher | +/- | Jetzt | Vorher | +/- | Jetzt | ||
| 1 | 1 | +1 | 2 | 1 | +1 | 2 | |
| OTERIPEDIA!-WERTUNG | ||||
|---|---|---|---|---|
| Pos. | Nation | Punkte vorher | +/- | Punkte jetzt |
| Keine Oteripedia!-Wertung aus Mangel an Internationalität (mind. 3 Nationen erforderlich). | ||||
| Olympische Spiele / Französische Republik / US-Militärgouvernement Kuba / Argentinische Republik Bei den Olympischen Spielen in Paris beginnen die Fecht-Wettkämpfe in der Kategorie Degen für Amateure. 104 Teilnehmer aus neun Ländern sind am Start. Die besten neun Fechter werden am 14. Juni den Titelträger ausfechte. Alle Teilnehmer sind eigentlich Franzosen, einige besitzen jedoch eine weitere Staatsbürgerschaft, für die sie bei den Spielen antreten. Auch das von den Vereinigten Staaten von Amerika besetzte Kuba wird auf diese Weise Teilnahmeland bei dieser Olympiade. |
| Olympische Spiele / Französische Republik Bei den Olympischen Spielen in Paris beginnen die Fecht-Wettkämpfe in der Kategorie Degen für Fechtmeister. 54 Teilnehmer aus sechs Ländern sind am Start. |
| Olympische Spiele / Französische Republik / US-Militärgouvernement Kuba / Argentinische Republik Das olympische Turnier der Amateur-Degenkämpfer findet heute seinen Abschluss. Die Teilnehmer ermittelten in mehreren Vorkämpfen und Qualifikationsrunden die besten neun Fechter, die in einer Endrunde mindestens fünf Gefechte austragen mussten. Sieger wird der Sportler mit den meisten gewonnenen Gefechten. Die maximale Dauer eines Gefechts betrug fünf Minuten. Ein Stichkampf zwischen Ramón Fonst und Louis Perrée musste über den Sieg entscheiden. Unter den Teilnehmern befinden sich auch Freydoun Malkom und Francisco Camet, die beide in Paris leben. Man hatte sie zunächst in allen Listen stets als Franzosen geführt, doch inzwischen wurde in verschiedenen Quellen darauf hingewiesen, dass Malkom die iranische Staatsangehörigkeit besitzt und dass Camet Argentinier ist. Das IOC betrachtet zurzeit der Spiele die beiden Sportler jedoch als Franzosen. Camet kommt bis in den Endkampf und belegte den fünften Platz. Da Kuba zurzeit von einer US-Militärregierung regiert wird, erscheint hier für den Sieger die US-amerikanische Flagge, da es eine "Republik Kuba" derzeit nicht gibt. Die Athleten aus drei Nationen unter die Top Ten kommen, ist erstmals eine Wertung nach dem punktgerechten "Oteripedia!-System" möglich. Ein Blick auf die Sortierung in der Tabelle wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich, wenn man nur die Anzahl der Siege betrachtet. Bei diesen Olympischen Spielen wird allerdings die Rangfolge der Finalrunde nicht allein durch die Siege ermittelt, sondern durch ein kompliziertes System aus "Direktem Vergleich" und "Anzahl der erhaltenen Treffer" (Treffer-Verhältnis). Die Unterschiede werden anders gewichtet als ein Sieg, zählen aber eben nicht als ein verlorenes Gefecht. |
| Pos. | Land | Punkte vorher | +/- | Punkte jetzt |
| 1 | 0 | +38 | 38 | |
| 2 | 0 | +10 | 10 | |
| 3 | 0 | +6 | 6 | |
Olympische Spiele / Französische Republik / Vereinigte Staaten von Amerika / Vereinigte Mexikanische Staaten
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| Olympische Spiele / Österreichisch-Ungarische Monarchie Alfréd Hajós, der bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit zwei Siegermedaillen im Schwimmen holte, gewinnt mit dem Budapesti Torna Club die erste Meisterschaft der ungarischen Fußballgeschichte. |
| Olympische Spiele / Österreichisch-Ungarische Monarchie Alfréd Hajós, der bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit zwei Siegermedaillen im Schwimmen holte, führt als Spielführer die Budapester Stadtauswahl im Fußball zum Spiel gegen eine Wiener Stadtauswahl, dem die Budapester mit 0:5 unterliegen. In beiden Ländern wird diese Partie als erstes Länderspiel ihrer Geschichte geführt werden. |
| Olympische Spiele / Französische Republik / Peruvianische Republik Nach dem Argentinier José Benjamin Zubiaur (Gründungsmitglied 1894) und dem Mexikaner Miguel de Beistegui (1901) wird mit dem Peruaner Carlos de Candamo der dritte Südamerikaner in das Internationale Olympische Komitee berufen. |
| 1896 - 1900 - 1904 - 1906 - 1908 - 1912 - 1916 - 1920 - 1924 - 1928 - 1932 - 1936 - 1940 - 1944 - 1948 - 1952 - 1956 - 1960 - 1964 - 1968 - 1972 - 1976 - 1980 - 1984 - 1988 - 1992 - 1994 - 1996 - 1998 - 2000 - 2002 - 2004 - 2006 - 2008 - 2010 - 2012 - 2014 - 2016 - 2018 - 2020 - 2022 - 2024 - 2026 - 2028 - 2030 | |