Fürstentum Nowgorod

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Wikinger (Waräger) gründen das Fürstentum Nowgorod


FÜRSTENTUM NOWGOROD

Von 862 bis 882

Hauptstadt: Weliki Nowgorod


Der Waräger Rurik gründet das Fürstentum Nowgorod

Der Nachfolger Ruriks gründet die Kiewer Rus


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Die Lage Weliki Nowgorods innerhalb der später gegründeten Kiewer Rus
Die wichtigsten Persönlichkeiten
(nach Geburtsjahr geordnet)
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frühere Chroniken Russlands
Fortlaufende Ereignisse
862
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Fürstentum Nowgorod

Rurik (Rjurik), altnordisch Hrœrikr, beginnt seine Herrschaft zwischen den Flüssen Newa und Oka. Ob es sich bei Rurik um eine reale Person oder nur um eine Legendengestalt handelt, ist in der Geschichtswissenschaft seit mehreren Jahrhunderten umstritten. In den letzten Jahren haben deutsche und russische Archäologen seinen vermutlichen Herrschaftssitz in Rurikowo Gorodischtsche ausgegraben. Allerdings galt es bislang als weitestgehend gesichert, dass Alt-Ladoga der bedeutendste Stützpunkt der frühen Waräger im slawischen Gebiet ist. Seit 750 ist die Anwesenheit von Skandinaviern in der Siedlung Alt-Ladoga archäologisch belegt. Bestenfalls als Spekulation kann die Identifizierung Ruriks mit dem dänischen Wikinger Rorik gelten, der laut fränkischen Chroniken im friesischen Dorestad lebte. Rurik könnte auch lediglich eine Personifizierung der Skandinavier sein, die im 9. Jahrhundert teils als Söldner slawischer Adliger, teils als Eroberer in das spätere Russland ziehen. Fast alle späteren Großfürsten und Fürsten der Kiewer Rus werden später ihre Abstammung auf Rurik oder seine beiden Brüder Sineus und Truwor zurückführen. Die Brüder herrschen in Isborsk und in Beloosero. Die neuen Herrscher gehören dem Stamm „Rus“ an, die die Nestorchronik als einen Teil der Waräger sieht. Allerdings existieren zur Herkunft der Rus auch andere Theorien, unter anderem eine westslawische. Das anfängliche Herrschaftsgebiet der Rurikiden umfasst neben den bereits erwähnten Städten auch Rostow, Murom, Smolensk und Polozk. Der Name Rus wird mit der Zeit zu einem geografischen Begriff werden, der zunächst ihr Herrschaftsgebiet und in den späteren Jahrhunderten einen breiten ethnisch-kulturellen Raum bezeichnen wird (Russland, Reußen, Ruthenien).

Der Fürst Nowgorods
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Fürst von Nowgorod
Rurik I.
(* ca. 830)
862
-
879
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Fürstentum Nowgorod

Nach 17 Jahren Herrschaft stirbt der Gründer des Fürstentums Nowgorod, der Waräger Rurik. Sein Nachfolger wird Oleg I., der als Regent für Ruriks Sohn Igor den Thron übernimmt. Der Name Oleg hat den altnordischen Ursprung von dem Namen Helgi. Wie bei allen anderen altrussischen Herrschern des 9. Jahrhunderts ist auch bei Oleg nicht endgültig klar, ob es ihn tatsächlich gegeben hat, oder ob es sich bei ihm um eine Legendengestalt handelt.

Der Fürst Nowgorods
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Fürst von Nowgorod
Oleg I.
879
-
882
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Fürstentum Nowgorod / Kiewer Rus

Der Fürst von Nowgorod, Oleg I., erobert Kiew, das bis jetzt von Askold und Dir beherrscht wurde, und verlegt die Hauptstadt dorthin. Die Kiewer Rus wird als neues Großfürstentum begründet. Die bisherigen Führer der Rus, Askold und Dir, sterben während der Eroberung nach 18 Jahren auf dem Thron. Der neue, vergrößerte Staat umfasst bald alle ostslawischen Gebiete und erstreckt sich von den großen Handelsstädten Alt-Ladoga, Nowgorod und Beloosero im Norden bis zu den Schwarzmeer-Exklaven Beresan und Tmutorokan im Süden. In Ost-West-Richtung erstreckt es sich von den alten slawischen Städten Galitsch und Isborsk im Westen bis zu den Neugründungen Jaroslawl und Murom im Osten. Dort stoßen die slawischen Siedler zunehmend in dünn besiedelte finno-ugrische Gebiete vor, gründen neue Städte und assimilieren die lokale Bevölkerung. Im Süden des Reiches liegt, nicht weit von Kiew, die Grenze zum sogenannten Wilden Feld. Unter diesem Namen sindn die Steppengebiete bekannt, aus denen immer wieder Angriffe der turkstämmigen Reiternomaden erfolgen werden. Die Rus stellt zunächst den Großteil der Adels-, Händler- und Kriegerschicht des Staates. Die dominierende Kultur und die Sprache sind slawisch. Die Bezeichnung „Rus“ erhalten die Herrschaftsgebiete des Waräger-Geschlechts der Rurikiden, das nach ihrem Stammesfürsten Rurik benannt ist. Die mittelalterlichen Quellen nennen dieses Land „Rus“ oder „russisches Land“. Es bildet eine Handelskette zwischen Ostseeraum, Schwarzem Meer und Bosporus. Die modernere russische und weißrussische Wissenschaft tendiert dazu, den Sammelbegriff Altrussischer Staat anstatt Kiewer Rus zu verwenden. Der Grund dafür ist, dass der Begriff „Kiewer Rus“ den Beginn der Staatlichkeit in Nowgorod unter Rurik vor der Verlegung der Hauptstadt nach Kiew traditionell zwar mitumfasst, aber vom Namen her nicht berücksichtigt. Eine nationalstaatliche Sichtweise auf mittelalterliche Vielvölkerreiche wie das Kiewer Reich wird ihrer multiethnischen Zusammensetzung nicht gerecht. Die Kiewer Rus ist kein ukrainischer oder russischer Nationalstaat, der ethnisch relativ einheitlich gewesen wäre und aus dem sich im Zuge der weiteren Expansion das spätere polyethnische und multireligiöse Russland entwickelt hätte. Es ist selbst schon ein dynastischer Herrschaftsverband, in dem neben Slawen auch finnugrisch-, baltisch- und turksprachige (Tataren) Stämme leben.

31.12.882
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Fürstentum Nowgorod
Die bisherigen Fürsten Nowgorods mit der längsten Herrschaftszeit
Funktion Name Herrschaftszeit Dauer
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Fürst von Nowgorod
Rurik I.
(* ca. 830)
862 - 879
17 Jahre
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Fürst von Nowgorod
Oleg I.
seit 879
3 Jahre
Chronik der Kiewer Rus der Dekaden ...
880 - 890 - 900 - 910 - 920 - 930 - 940 - 950 - 960 - 970 - 980
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